hallo muck,
zum einen freut mich, dass deine worte tatsächlich so "schnell" erfolg gezeigt haben und deine mutter jetzt wirklich ihre schritte geht, das ist doch toll.
Zitat von Muck
Sie machte mir klar, dass sie zukünftig keine Rücksicht (mehr ???) auf uns alle nehmen werde, sondern ihren eigenen Weg gehen werde, da würden wir uns schon noch umschauen. Was immer sie meint, offensichtlich hat sie ein neues Selbstbewusstsein und das ist ja gut so.
Ich bin beruhigt und werde die beiden nächste Woche nochmal besuchen, bevor wir in den Urlaub fahren. Sie sagte noch, dass sie froh ist, nicht mit fahren zu müssen (??!!???), denn der Stress mit den Hunden und so, wäre ihr sowieso zu viel
Ich werde nun alles einfach so hinnehmen und warten, was am Ende rauskommt. Anscheinend hat sie mit dem Alkohol abgeschlossen und beginnt nun einen persönlichen Feldzug gegen alle um sie herum
Auch eine Freundin von ihr hat gefragt, was los wäre mit ihr, sie wäre äusserst komisch und abweisend gewesen........
ja, und das da oben? aaaaalso: feldzug glaub´ ich einfach mal nicht. hier in der alki-abteilung wird immer davon geredet, einen "positiven egoismus" zu entwickeln. das müssen eben nicht nur die cos, sondern auch die alkoholiker - und manchmal habe ich das gefühl, dass es denen noch viel schwerer fällt als uns.
wir angehörige bekommen das oft garnicht so mit, weil wir natürlich in erster linie das leid sehen, das uns angetan wurde. dass der alkoholiker aber auch massive schwierigkeiten hat(te), mich sich und vielleicht auch mit uns, das sehen wir oft nicht. was ich auch denke, aus den beobachtungen an meiner mutter (und ein bisschen auch an meinem ex): ich glaube, dass die beiden viel "schwächer" sind als ich, im sinne von selbstbewusstsein. für mich waren sie "früher" immer diejenigen, zu denen ich in gewisser weise aufgeschaut habe, die ich bewundert habe, wo ich mir klein und doof vorkam. oder unter denen ich eben gelitten habe, wenn sie getrunken habe.
wenn ich jetzt draufschaue, sehe ich bei beiden so viel mangelndes selbstbewusstsein, unsicherheit, angst, sich selbst nicht möge, unsicher sein in bezug auf andere, den anderen gefallen oder imponieren wollen, um "geliebt" zu werden.... alles dinge, die ich früher nicht gesehen habe. und vielleicht sind genau das dinge, die deine mutter jetzt entdeckt, und wo sie anfängt nachzudenken und eben auch "nein" zu etwas zu sagen (z.b. urlaub mit den hunden), was sie sich früher nicht getraut hätte, eben aus angst, deine zuneigung zu verlieren. die alkis müssen ja ganz genau wie wir lernen, auf sich zu schauen, und darauf, was ihnen gut tut. und deshalb sehe ich da erstmal keinen feldzug.
klar stößt einem das erstmal sauer auf, wenn man kritik einstecken muss, oder unterschwellige vorwürfe, und klar hätte sie das eher sagen können, dass sie das nicht mag. aber überleg mal ehrlich, wie oft du dinge tust, um anderen zu gefallen, oder einen gefallen zu tun, auch wenn du keinen bock drauf hast...
ich schreibe das nicht, um deine mutter zu verteidigen. ich hab nur bei mir festgestellt, dass mir ein verstehen hilft, "merkwürdige" verhaltensweisen besser auszuhalten und mir nicht meinen kopf damit zu zermartern über was, wieso, wenn warum.... hat eh keinen sinn. also nimm es hin, wie es läuft, und versuch, nicht allzuviel daran zu denken. das ist nicht deine baustelle!
lieben gruß
lavendel