Beiträge von lavendel

    hallo loti,

    jetzt hab ich mich auch (mal wieder) durchgekämpft, und ich find dich immer noch bewundernswert in deiner nicht abgeklärten sortiertheit :wink:. gelacht hab ich über den FFE-modus (der der eigentliche grund war nachzublättern, was denn diese abkürzung heißt :cool:. jetzt hab ichs gefunden :wink:).

    was ich auch noch kommentieren möchte ist ein satz von phoenix. sie schreibt:

    Zitat

    Ich habe von meiner besten Freundin etwas lernen können.. Sie ist sehr tough und macht viel mit sich aus. Aber wenn es ihr schlecht geht ruft sie einfach an und sagt: mädel, ich hab ein Problem, bitte leihe mir dein Ohr zum Blutigquatschen. Klare Ansage und ich weiß, was auf mich zukommt. Seitdem mach ich das auch immer so.

    ich glaube, dass das im ansatz der schlüssel für uns alki-kinder (und andere cos) ist, aus dieser spirale herauszukommen:

    1. bedürfnisse erkennen.
    2. bedürfnisse deutlich anmelden.
    3. bedürfnisse aussprechen und
    4. keine angst zu haben, dass man abegelehnt wird.

    woraus oft

    5. es hat garnicht weh getan und ich hab gekriegt, was ich wollte resultiert.

    ich hab mich früher auch nicht getraut, hab dann zwar meine freundin angerufen, gefragt "passt es jetzt" und wenn sie "nö" sagt gesagt "ist schon ok", und traurig aufgelegt. aber woher zum teufel soll sie WISSEN, dass ich sie BRAUCHE in dem moment? sie kann es ja nicht riechen, also kann ich ihr auch keinen vorwurf machen, sie sei lieblos oder so. wenn ich jetzt anrufe und sage "ich brauche dich ganz dringend", dann hab ich selbst im schlimmsten chaos mit nem meckernden mann und drei brüllenden kleinkindern für fünf minuten ihr ohr bekommen. umgekehrt mache ich das ja (mittlerweile - endlich!) auch: wenn jemand anruft und einfach nur schwätzen will, sage ich "passt gerade nicht", wenn es wirklich nicht passt. wenn aber jemand sagt "ich BRAUCHE dich", sind immer fünf minuten drin. aber das war auch bei mir ein lernprozess. irgendwo anders stand mal der nette spruch "nur sprechenden menschen wird geholfen". das ist was dran.

    und edge: keine sorge, wir sind keine männerfresser, auch wenn männer oft wirklich einfach seltsam sind :roll:. frauen sind einfach die netteren und unkomplizierteren wesen, gelle, mädels :cool:?

    lieben gruß

    lavendel

    hallo engel,

    auch von mir herzlich willkommen hier im forum.

    allerdings werde ich nicht so recht schlau daraus, wobei du von uns hilfe möchtest. ist es dein eigenes suchtproblem? ist es die beziehung zu deiner trinkenden mutter? wenn es letzteres ist - und du auch zu einer suchtberatung gehst - kann ich wie summerdream nicht recht verstehen, warum du mir ihr aufs oktoberfest gehst. mir war bei meiner alki-mutter immer klar, dass ich vor ihr nie etwas trinke, und ihr auch kein "alibi" gebe etwas zu trinken, indem ich sie auf entsprechende festivitäten begleite oder es in meinem haushalt alkohol gibt, wenn sie da ist.

    oder geht es um dein suchtproblem? dann gilt das mit den festivitäten wie oben, und gleichzeitig solltest du dich dann auf dich konzentrieren und nicht schauen, ob irgendwer in deiner umgebung irgendwas zugibt (siehe der titel dieses threats), denn sowas sind prima nebenschauplätze, um von sich selbst abzulenken: auf die probleme der anderen zu schauen, um sich nicht mit sich selbst zu beschäftigen.

    gruß

    lavendel

    hallo innocent,

    brutal gesprochen: vergiss es. sie will nicht und tut nur so als ob, um dich von weiteren schritten abzuhalten. mein ex hat das ganz genauso gemacht, nach meinem ultimatum sich zusammengerissen, weniger, dann garnix mehr getrunken, selbsthilfegruppe, rückfall, nach weiterem druck von mir versprochen, sich um ne therapie zu kümmern, hat drei wochen gehalten, dann war das alles wieder zu doof, weil ers doch so schafft und ich mich nicht so anstellen soll. alle hier haben mir diesen verlauf prophezeit, und ich hab immer noch gedacht "vielleicht schafft ers ja doch". aber er wollte es nicht schaffen, ganz einfach.

    ich hab auch briefe geschrieben, versucht zu erklären, gehofft verständnis zu finden, aber heute sehe ich es so, dass es verschwendete zeit war, unnötige tränen für mich, es ist ja doch nicht angekommen, und genauso wird ein brief bei deiner frau wahrscheinlich auch nicht ankommen. was willst du ihr auch sagen? sie weiss doch was du willst, oder? was willst du erklären? willst du dich entschuldigen? wofür? willst du verständnis wecken? wirst du nicht schaffen. was ich nur meine: wenn dir ein brief gut tut, dann schreib ihn, aber glaub nicht, dass du damit irgendetwas erreichen wirst.

    naja, und der idiot? sind wir das nicht alle? meine freundinnen haben mich auch alle für bekloppt gehalten, aber was solls. ich konnte damals nicht anders, jetzt sehe ich, dass ich bekloppt war. na und? "normal" wär doch eh langweilig :wink:.

    innocent, mach nägel mit köpfen! warte nicht mehr, hoffe nicht mehr. such dir eine wohnung, ein eigenes leben. mach es dir schön. und wenn sie ernsthaft aufhören will, in therapie geht und trocken wird, kann man eine wohnung auch wieder kündigen und wieder zusammen kommen. aber so, wie es jetzt läuft, wird das nix.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo mary,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier.

    nein, natürlich wäre es zu einfach, alle probleme auf unsere trinkenden eltern(teile) zu schieben, aber vieles kommt schon ganz plausibel da her: dass wir zum beispiel nicht schnell vertrauen fassen - warm werden, hast du das genannt, das mangelnde selbstwertgefühl, oft ein ungesunder perfektionismus, ein sich selbst nicht so wichtig nehmen, ein über die massen meinen sich kümmern zu müssen, ständige angst... so allerlei "kleinkram", der einem in der summe das leben schwer macht.

    aber der austausch hier hilft ungemein, so ging es mir jedenfalls. wünsche dir alles gute auf deinem weg.

    lieben gruß

    lavendel

    liebe marina,

    drücke dich auch mal feste. ja, es gibt solche tage, wo kleinigkeiten einem plötzlich die laune verhageln, riesengroß werden und damit das leben schwarz. es gibt ja diese schäfchentassen und karten, und auf einer steht jemand und denkt "blümchen doof, sonne doof, biene doof.....". ich find die total niedlich, und dieses bild rufe ich mir oft vor augen, wenns mir mal so geht wie dir jetzt.

    ich hatte letzte woche so eine woche, da hätt ich über jede kleinigkeit heulen können (hab ich auch in meinem tagebuch :wink:), ohne dass wirklich etwas objektiv "schlimmes" passiert wäre - aber mit den gleichen symptomen wie du: keine lust zu garnix, dauermüde, völlig unkonzentriert und unproduktiv in der arbeit (die mir sonst einen riesenspass macht), ich kannte mich kaum wieder. aber es gibt solche zeiten, und dann solltest du gucken, ob du das von dir kennst und es wieder vorüber geht und schnell auch wieder die tage kommen, wo du die welt umarmen könntest, oder ob das ein dauerzustand wird, denn dann wirds wirklich fies.

    eine therapie kann da - so oder so - eine gute hilfe sein. oft stubsen die einen da "nur" in richtungen, in die man bisher nicht zu denken gewagt hat - und plötzlich sieht man alles ein bisschen anders und entspannter. sowas wie den ausspruch deines vaters zum schminken zum beispiel. meine mutter hat sowas ähnliches auch mal gebracht, da wollte ich mit 17 zum frauenarzt, um mir die pille aufschreiben zu lassen, da sagt sie mir "du bist eine nutte". ich hatte da meinen ersten freund und war sowas von kreuzbrav... und mein vater hats mal gebracht zu sagen "du hast ein a*** wie ein brauereipferd". seitdem gucke ich mir in umkleidekabinen immer besonders mein hinterteil an :?. du siehst, eltern können manchmal einfach gemein sein, und ich denke, sie kapieren garnicht, was solche sätze auslösen und wie lange sie nachwirken... man kann es nur unter "nicht ganz dicht" verbuchen - aber das ist schwer, ich weiss.

    wünsche dir, dass du aus deinem loch findest - und wenn dir krankgeschrieben werden gut tut, dann mach das! manchmal braucht man einfach die höhle, das muss ja nicht unbedingt ein abkapseln sein.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo nelly,

    Zitat von Nelly81

    Jetzt könnt ihr mich mal loben, ich hatte richtige Angstzustände davor!

    hattu guuuuuuuuuuuuuuuuut gemacht :D. finde ich wirklich. ich hatte vor meiner therapie auch eine riesenangst, was erzähl ich bloss, so bekloppt bin ich doch garnicht (doch, bin ich 8)), anderen gehts viel schlechter, was ist, wenn die mich doof findet... all solche komischen gedanken.

    letztlich hat mir dann geholfen mir zu sagen "ich gönne mir das", und nicht zu denken "ich muss ja". ein bisschen hab ichs dann verglichen mit nem schaumbad, nem theaterbesuch oder so: ich tue MIR was gutes. und auch mit dem gedanken, ist doch völlig wurscht, was sie von mir denkt, sie wird dafür bezahlt, mir zuzuhören. man muss sich davon frei machen, dass irgendwas von einem erwartet wird, oder man "leistung" bringen muss. das ist quatsch.

    ja, und zu deiner frage, wie man einen guten therapeuten erkennt: bauchgefühl. es gibt bestimmt objektiv sehr gute, mit denen du aber nicht klarkommst, und objektiv garnicht so gute, die dich auf deinem weg ein riesenstück weiterbringen. du musst dich bei ihr wohl/angenommen fühlen, das ist das wichtigste, denke ich.

    dann drücke ich dir mal alle daumen, dass sie antwortet.

    lieben gruß

    lavendel

    liebe nelly,

    also die sache mit den eltern deines freundes: ich würde da offensiv rangehen. sie um ein gespräch bitten und die karten auf den tisch legen. sagen, meine mutter ist alkoholikerin, ich weiss nie, wie sie reagiert, mir ist das auch peinlich, und ich möchte, dass ihr das wisst und nicht eine unangenehme überraschung erlebt. kannst ja auch noch hinzufügen, wie schwer dir das fällt zuzugeben, gerade vor ihnen, wo du sie doch so nett findest und so einen schöne familie... bisschen honig geben, und du wirst sehen, dass du ihr mitleid und damit sicher auch eher ihr verständnis bekommst, als wenn deine mutter irgendeinen zauber veranstaltet, den sie nicht einordnen können.

    denn sonst stehts du doch noch mehr unter dauerstrom, versuchst dann bei einem eventuellen treffen alles gerade zu biegen, lügst eventuell sogar, oder verharmlost etwas - gerade weil du in dem moment dann wahrscheinlich zu keinem klaren gedanken fähig bist. oder?

    lieben gruß

    lavendel

    hallo zusammen,

    Zitat von Steffi1301

    Also mit WIR mein ich jetzt uns Kinder im Forum. Ich denk schon, dass WIR bewusster damit umgehen und eher drüber nachdenken, aber auch nur, weil wir uns mit dem Problem unserer Eltern auseinandersetzen.

    so sehe ich das auch. ich hab mir früher schon gedanken um meinen alkoholkonsum gemacht, weil ich immer sorge hatte abzurutschen wie meine eltern. zumal es da die theorie oder erkenntnis - weiss ich nicht - gibt, dass kinder von alkoholikern ein um 50% höheres risiko als "normalos" haben, selbst alkoholabhängig zu werden. wobei die gründe da wohl ne mischung aus vererbung und schlechten vorbild sind.

    als ich das mal gelesen hab, hab ich mich sehr erschrocken und beobachtet. früher hab ich mir auch gerne mal einen schwips angetrunken, mittlerweile mag ich das garnicht mehr, und jetzt stelle ich mir die frage "bist du in der gefahr, abhängig zu werden?" auch nicht mehr. ich bin ziemlich sicher, dass ich nicht in gefahr bin.

    aber ich denke, wir alki-kinder sind da auf jeden fall aufmerksamer - und das ist gut so :lol:.

    lavendel

    hallo pitato,

    das ist gut, dass du mit dem klettern was für dich machst. es ist für uns cos ganz wichtig mal zu schauen "woran haben WIR denn spass, was wär denn mal was schönes für UNS?" und das dann auch in die tat umzusetzen. wünsche dir viel spaß damit, und pass auf, dass du nicht runterfällest :wink:.

    gruß

    lavendel

    hallo innocent,

    Zitat von Innocent

    Hat sich mit der Sauferei ganz schön eingeschränkt, eben so das ich "nichts merke". Mir ist es irgend wie wurscht, weil ich ja weiß das sie doch trinkt.
    Natürlich hat sie bis heute keine Anstalten gemacht, sich um einen Therapie oder auch nur um ein Beratungsgespräch zu kümmern.
    Nichts. Sie denkt:" ich trinke nichts, also wozu soll ich irgend wo hin gehen"
    Meine Laune ist zur Zeit total im Eimer.
    Habe noch nicht einmal Lust, ihr die Brocken vor die Füße zu knallen.

    so geht das aber nicht. deine ansage war klar, und du musst ihr die brocken vor die füße knalle, wenn bis in einer woche nix passiert ist. denn sonst nimmt sie dich noch weniger ernst und macht, was sie will. und du gehst dabei vor die hunde. hast du denn schon pläne, wie das geht, wo du wohnen kannst....?

    lieben gruß

    lavendel

    Zitat von summerdream

    und da's etz in marina's thread brennt, muss unsere liebe lavendel natürlich auch vorbeischaun :wink:

    ich seh alles :lol::lol::lol:, und natürlich will ich beim lagerfeuer dabeisein :D. einer muss ja aufpassen, dass ihr "kinder " keine dummheiten macht :wink:.

    ich find das richtig schön, dass ihr euch gefunden habt, und ich denke, auch wenn man nicht in der gleichen stadt wohnt (und damit eine "reale" clique sein kann), kann der austausch hier doch ne ganze menge freundschaften ersetzen, einfach weil man weiss, dass man hier verstanden wird. mir gehts auch so, in der "geschlossenene" hab ich mittlerweile zwei richtig gute freundinnen gefunden, die mir näher sind, als manche hier in meiner stadt. und dann reicht ein stundenlanger schwatz am telefon, oder ein par smsse oder e-mails, dass es mir richtig gut geht und ich mich aufgehoben fühle.

    na, dann macht mal weiter in eurem lieblingspost, ich muss gleich zum zahnarzt :(.

    lavendel

    hallo,

    in bonn gibt es ein bistro namens "pauke" mit dem motto "abhängige machen sich unabhängig". alkoholfrei, zum sich treffen und zur freizeitgestaltung:

    Zitat

    An mehreren Abenden in der Woche gibt es im Bistro Veranstaltungen: Tango-Tanz, Spieleabende, Lesungen, Kabarett, Comedy, Ausstellungen, Philosophisches Café, Diskussionen, Benefizabende. Wir verstehen uns als Kultur-Bistro.

    das personal sind ehemals abhängige. ich war da noch nie, aber es wird in der lokalzeitung sehr viel darüber geschrieben.

    näheres gibt es hier: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…de/de/index.php.

    gruß

    lavendel

    hallo loti,

    Zitat

    Danke dir, Lavendel. Ich bin ein sehr lebenslustiger Mensch, nur immer mal wieder sehr irritiert von meinem Verhalten, das mich stört. Aus dem Grund versuche ich schon lange, zu sortieren, weil ich wirklich etwas ändern möchte. Darum schön zu hören, dass ihr das auch sortiert findet Winken Nur abgeklärt ist so ein Wort, das für mich immer einen negativen Beigeschmack hat Geschockt Ach ja, darf ich fragen, welche Bücher du gelesen hast und was für eine Therapie das war?

    also: ich finde abgeklärt garnicht so schlimm, im gegenteil :wink:. für mich bedeutet das, ein bisschen über den dingen zu stehen, nicht immer alles gleich so wichtig zu nehmen und hektisch zu werden, auch mal fünfe gerade sein zu lassen uswusw. aber das sieht man vielleicht erst in meinem fortgeschrittenen alter so :wink:.

    als therapie hab ich ne "ganz normale" gesprächstherapie gemacht. anlass war ein ganz anderer, aber ehe ich michs versah, waren wir bei meiner kindheit, und dann purzelten die aha-erlebnisse. ich dachte immer, wunder warum ich so komisch bin, und plötzlich konnte ich eins zu eins zusammenzählen. neben der therapie war ich noch in seelsorgegesprächen bei meinem pfarrer, und was ich da in erster linie geernt habe ist, dass ich meine trinkenden eltern nicht um jeden preis lieben muss, dass ich sie auch hassen darf, wütend sein, dass ich ein recht habe, mein leben zu leben, und das ich das recht habe meine eltern fallen zu lassen, wenn sie mein leben bedrohen. das war für mich mit den ewigen schuldgefühlen wie eine offenbarung.

    gelesen hab ich unter anderem "um die kindheit betrogen", "wenn frauen zu sehr lieben", "familiankrankheit alkoholismus".

    Zitat

    1. Sprecht ihr mit euren Freunden über eure Vergangenheit?

    jetzt ja, früher - in deinem alter - kaum. da hab ich mich (noch) geschämt und gedacht, dass ich nach meinen eltern beurteilt würde. jetzt, wo ich drüber rede stelle ich fest, dass es in fast jeder familie irgendwo einen alki gibt.

    Zitat

    Und 2.: Wenn ich jemanden kennen lerne, habe ich irgendwann manchmal den Eindruck, dass mein Gegenüber von meinem Verhalten irritiert ist. Dann frage ich mich, wie ich mich erklären soll!? Ich will ja nicht gleich meine ganze Lebensgeschichte auspacken, aber alles andere wird schnell als faule Ausrede aus Desinteresse gewertet. Wie geht ihr damit um?

    datt versteh ich jetzt nicht :roll:.

    gruß

    lavendel

    hallo loti,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum. ich kann mich meinen vorrednerinnen nur anschluessen, für dein 22 lenze bist du schon ganz schön abgeklärt und sortiert, hut ab. ich wünschte, ich wäre in deinem alter schon so weit gewesen....

    ich denke, du sprichst uns allen hier aus der seele, mit dem mangelnden selbstbewusstein. mir gehts genauso, ich denke immer noch manchmal "der oder die können mich doch garnicht meinen" oder "wenn die mich wirklich durchschauen würden, würden sie mich nicht mögen" oder so doofes zeug. mittlerweile kann ich das ganz gut ganz schnell wegwischen, eben auch durch die lektüte entsprechender bücher, durch eine therapie, seelsorgegespräche und das forum hier. aber es ist schwer, das stimmt schon. aber: man kann es trainieren, zuneigung anzunehmen, denke ich. wenn mir früher jemand ein kompliment gemacht hat, hab ich immer abgewieglt, jetzt kann ich sagen "danke schön" oder "ja, find ich auch". das ist schon mal ein schritt.

    tja, und das mit der nähe, den beziehung, da haben wir wohl auch alle ein problem, aber wenn man es erkannt hat, kann man sicher auch anders damit umgehen, als wenn man sich selbst immer fragt "warum handele ich denn jetzt so bekloppt?". freue mich auf den austausch mit dir.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo chococat,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier. nein, hier wird niemand über dich urteilen, wir alle hier können uns vorstellen, was bei dir zuhause abgeht und wie du fühlst.

    dass du deinen eltern nicht helfen kannst, weisst du sicher selbst. lügen gehört zum krankheitsbild des alkoholismus, so wie verstecken, abstreiten... es hat also überhaupt keinen sinn, mit deiner mutter darüber zu reden, das wird dich nur noch mehr frustrieren.

    das einzige, was man als erwachsenes kind machen kann, ist distanz zu suchen. meine eltern waren/sind auch alkoholiker (mein vater ist inzwischen tot), und mein bruder hat das ganze auch nicht verkraftet und hat sich umgebracht. für mich war wie für dich ein studium im ausland das rettende licht am ende des tunnels, und ich glaube, wenn ich das nicht gemacht hätte (war ein jahr ganz weit weg), hätte ich das auch nicht überstanden. kann dir also nur dringend zur distanz raten - und zum austausch hier, das wird dir sicher auch helfen.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo marina,

    na, da fühlen wir hier ja (mal wieder :wink:) alle ähnlich :D. dann können wir da doch auch gemeinsam wieder rauskommen, gelle?

    da fang ich mal an: gerade "ihr kinder" hier habt es mir angetan, euch mag ich schon mal alle :D. und ich find euch viel netter und interessanter, als die ganzen "normalos", die so rumlaufen, einfach weil ihr mehr denkt, über euch, das leben, eure eltern. ich glaube auch, dass eine schwieige kindheit oder jugend einen "erwachsener" macht, als man dem alter nach wäre, und damit ist man einfach "fremd" in der clique der gleichaltrigen. wenn meine schulkameradinnen liebeskummer hatten hab ich immer gedacht "ihr habt probleme". in der schule fand ich es auch schlimm, so "anders" zu sein, und nie in einer clique.

    mittlerweile hab ich mich dran gewöhnt und mache es so, wie nelly (glaub ich :oops:) geschrieben hat: ich suche mir die selbstbestätigung aus mir heraus, mit dingen, die ich gut kann, oder die ich neu angefangen habe. sport zum beispiel. mit dickkopf habe ich es bis zum halbmarathon geschafft. darauf bin ich stolz, und natürlich sagen auch andere "boah". oder dass ich jetzt angefangen habe klavier zu lernen: ich tu das, um mir was gutes zu tun, und wenn dann andernorts bewunderung abfällt, ist das natürlich auch schön :wink:, aber in erster linie will ich mir zeigen, das ich was tolles kann. und das funktioniert. und ich hab auch eine handvoll freundinnen (nicht viele, aber immerhin), die mir deutlich zeigen, dass sie mich klasse finden. und das stelle ich mittlerweile nicht mehr in frage, sondern freue mich darüber! oder ich vergleiche mich auf der strasse mit anderen und find mich für mein alter garnicht so übel :wink:. alles so sachen, die ich früher nie gemacht hätte, und auch nie gefühlt. in gewisser weise steckt dahinter auch der gedanke: "wenn ich mich schon nicht wertschätze, wie sollen andere es tun?". na, und um euch mal wieder ein bisschen zu foppen: dafür gibts auch klasse psalmen zum meditieren: ich bin so, wie ich bin, gut und gewollt und werde geliebt. jawoll!

    na, und wenn ihr euch hier umschaut (und ehrlich hinguckt!) werdet ihr auch feststellen, dass ihr euch untereinander doch alle mögt - oder täusche ich mich??? und ihr wollt den anderen doch wohl nicht unterstellen, dass sie doof sind, oder 8). mädels, ein bisschen mehr selbstbewusstsein hier!

    liebe grüße

    lavendel

    hallo pitato,

    jetzt will ich mich doch mal einmischen in deinen threat.

    deine gefühle, die sehnsucht, die angst, das hin- und hergerissensein kann ich gut verstehen, mir ging es vor gut einem jahr ganz genauso. ich hatte meinem freund ein ultimatum gestellt, bis wann ich konkrete schritte zum alkoholentzug sehen will, ansonsten würde ich ihn verlassen. er hat diese schritte nicht unternommen, und ich bin gegangen. ich habe oft gedacht, es zerreisst mir das herz. ich bin halb gestorben vor angst, was er macht, wie es ihm geht, ob er sich was antut. manchmal hatte ich das gefühl, ich müsse mich regelrecht festketten, um nicht zu ihm zu gehen oder ihm zu schreiben.

    trotz allem hatte mein kopf zu dem zeitpunkt kapiert, dass er mir schadet, dass mein leben mit ihm den bach runtergehen wird, wenn ich bei ihm bleibe, und irgendwie und irgendwann hat dann doch der selbsterhaltungstrieb über das gefühl gesiegt. es war eine furchtbare zeit, aber ich bin da durchgekommen. irgendwie, frag mich nicht, ich glaub, mir ging es noch nie so besch*** in meinem leben. ich war auch der meinung, mein damaliger freund sei meine große liebe, und ein bisschen denke ich das immer noch. aber trotzdem: alle liebe ist es nicht wert, dass ich untergehe.

    mittlerweile habe ich es geschafft zu denken und zu fühlen, dass es gut war, richtig, dass es mir jetzt besser geht, dass dieser schritt für mein überleben notwendig war. ich habe mir mühsam (wieder) ein leben aufgebaut, das mich befriedigt, wo ich oft spass habe und mittlerweile auch häufig sagen kann "es geht mir gut", ich manchmal sogar richtig glücklich bin. ich habe alte freundschaften neu belebt, neue gesucht und gefunden, ich habe angefangen, sport zu treiben und klavier zu lernen. ich mache mir mein leben lebenswert, und glaub mir, das geht.

    was ich auch frappierend fand festzustellen war, wie sehr ich immer unter dauerstrom gestanden habe damals. was ist mit ihm, gehts ihm gut, enttäuscht er mich wieder einmal, was geht gleich wieder ab, welche launen, beschuldigungen muss ich mir wieder anhören, womit wird mir wieder ein schlechtes gewissen machen oder drohen. alles weg! und allein das ist in meinem leben ein riesengewinn.

    ich wünsche dir sehr, dass du da auch irgendwann einmal hinkommen wirst, denn ein leben an der seite eines nassen alkoholikers ist keine leben, sondern eine qual.

    lavendel