Beiträge von Riona79

    Hallo Sternchen,

    dass du an dich denken sollst und für dich da sein sollst, heißt ja nicht automatisch, ihn im Stich zu lassen.

    Du sagst, er kann nicht zu seiner Familie, bei ihnen unterkommen, weil sie nicht in Deutschland leben. Zu "Freunden" soll er nicht, weil die auch trinken. Versteh ich, wäre ja total kontraproduktiv.

    Aber warum meinst du, kann er nicht eine kleine Wohnung für sich beziehen?
    Dass er auszieht, damit ihr beide mal Luft holen könnt und damit ihr beide euch auf das Wesentliche konzentrieren könnt, ohne den Ballast dieser nicht-mehr-ganz-und-früher-mal-vielleicht-klappts-ja-doch-wieder-Beziehung.
    Das bedeutet doch nicht, dass sich zwischen euch auch sofort etwas ändern muss, sondern einfach, dass ihr einen räumlichen Abstand habt.

    So könnt ihr beide an euch arbeiten. Und du kannst ihm während dieser Zeit trotzdem ein Freund bleiben, wenn du das willst. Aber eben zu deinen Bedingungen. Denn die kannst du bei getrennten Wohnungen auch leichter durchsetzen.

    Habe gestern mit der Frau der SHG telefoniert. Ich bin mir nicht sicher, ob das was für mich ist.
    Jeder sagt halt, was ihn so beschäftigt, aber man kriegt kein wirkliches Feedback, keine Ratschläge, sondern jeder erzählt nur von sich und alle anderen hören zu.
    Das ist nicht das, was ich mir vorgestellt habe...
    Mir ist wichtig, auch andere Sichtweisen zu hören und das fehlt da ja vollkommen. Noch dazu sind so ein paar Kleinigkeiten, wo ich denke, das passt nicht...naja, ich hab noch Zeit es mir zu überlegen.

    Linde, du hast wohl Recht. Ich kann nicht alles auf einmal und ich muss lernen, dass das, was ich mir wünsche, so sicher nicht wahr werden wird. Nämlich das wir alle gemeinsam als Familie hinter U. stehen und ihm dadurch helfen, ihm aber auch sagen dürfen, wenn wir uns mies fühlen; ihn fragen dürfen, was ihm durch den Kopf geht, was ihn bedrückt...ja, einfach eine Gruppe sein, die offen zu sich sein kann. Das wünsch ich mir, aber ich denke, das gibts nur im Film, wenn überhaupt.

    Aber vielleicht wäre es ja mal was, einfach nur diesen Wunsch anzusprechen....einfach damit Mutti und U. wissen, wie es in mir aussieht...

    Und dann wird es wohl zur Abgrenzung kommen...und das ist es, was mir so wahnsinnig schwer fällt, denn ich habe kürzlich erst meinen leiblichen Vater vor die Wahl gestellt. Entweder akzeptiert er mich so, wie ich bin, oder wir brechen den Kontakt komplett ab und bis jetzt sieht es wohl nach endgültiger Trennung aus.

    Sprech ich nun das Thema Alkohol bei meiner Mutter und U. an, lauf ich Gefahr, bald ganz allein dazustehen und davor hab ich echt einfach ne sch... Angst!

    Ich weiß aber auch, dass es so nicht weiter gehen kann und ich einfach keine Lust mehr habe, dieses Thema wie ein rohes Ei zu behandeln bzw. sorgfältig unter den Teppich zu kehren.

    Hallo Winterwärme,

    hast du keine Familie oder Freunde, bei denen du vorerst unterkommen könntest?

    Ich denke, es ist sehr wichtig, dass du deinem Mann klar machst, dass du ihn liebst und ihm helfen wirst, aber vor allem, dass sich was ändern muss und wenn es sich nicht ändert, gehst du.
    Das "Problem" ist, du musst dann auch wirklich gehen, das heißt, du brauchst einen Ort, wo du hin kannst.

    Ggf. musst du zum Amt gehen und deine Situation schildern. Da kann dir dann gesagt werden, was dir zusteht. Ich kenn mich nicht aus, aber steht dir nicht auch Unterhalt von deinem Mann zu?

    Vielleicht wäre es ja auch schon mal ein guter Anfang, dass du dich nach einer Arbeit umsiehst.

    Aber wie dem auch sei, du bist von ihm nicht abhängig - du bist höchstens an einen gewissen Lebensstandart gewöhnt und willst diesen nicht aufgeben. Da musst du abwiegen, was wichtiger für dich ist. Erst wenn du für dich ganz klar sagen kannst, dass du lieber erst mal beispielsweise von Hartz IV leben würdest oder lieber erst mal bei einem Verwandten im Gästezimmer lebst, kannst du deinem Mann auch konsequent gegenüber treten. Ansonsten, und das wird er sehr schnell merken, ist dein Gerede leeres Gewäsch. Damit mein ich, wenn du ihm sagst, er soll aufhören zu trinken und sich Hilfe suchen, ansonsten bist du weg - so und er hört nicht auf, holt sich keine Hilfe und du gehst nicht weg, dann wird er dich bei diesem Thema nie wieder ernst nehmen. Er sieht doch dann, dass seine Trinkerei keine Konsequenzen hat, wozu also was ändern?

    Ich seh es jetzt bei meiner Mutter. Letztes Jahr erzähte sie mir, dass mein Stiefvater nach ca. 10 Jahren wieder angefangen hat zu trinken. Sie würde das nicht mitmachen und auch nicht noch mal so lange aushalten, wie vor seiner Trockenheit. Aber Fakt ist, dass sie es jetzt schon wieder fast 1 Jahr lang mitmacht, ohne dass sich was getan hätte...

    Sie will ihn nicht verlieren, nicht das Haus, nicht ihren Lebensstandard, sie will gar nicht wirklich dort ausbrechen. Es ist für sie leichter, alle paar Wochen sein heimliches Trinken auszuhalten, als konsequent zu sein und alles aufs Spiel zu setzen.

    So war meine Oma auch.
    Und ich bin genauso. :( Ich wünsche dir, dass du stärker bist! *umärmel*

    Ja Barcelona, wahrscheinlich hast du Recht. Ist nur schwierig, das in die Tat umzusetzen.
    Bei meinen Großeltern war das anders, da wurde offen "gesprochen". Niedergemacht trifft es eher. Oma war dann "die fette Sau" und Opa "das versoffene Schwein". Ganz offensichtlich haben Oma und Opa sich gefetzt und auch geschlagen. Aber dadurch war es auch nie ein Grund für Opa, die Quartalssäuferei zu verheimlichen.

    Bei U. ist es jetzt aber so und war schon immer so, daher ist es wieder ganz anders und auch wieder schwieriger für mich damit umzugehen.

    Ich will U. ja nicht vor den Kopf stoßen, ich denke nämlich, er ist ein sehr einsamer Mensch...irgendwie will ich ihm ja auch zeigen, dass ich für ihn da bin, wenn er das will.
    Ich bin da einfach völlig überfordert und bin froh, dass ich heute tatsächlich Post im Mailfach hatte. Es gibt die SHG für erwachsene Kinder alkoholkranker Eltern noch und ich habe auch eine Tel-Nummer bekommen. Werde nachher anrufen, bin zwar etwas nervös, aber ich schaff das, ich muss...

    Danke für eure Antworten.
    Noch mal für die Klarheit, ich wohne schon lange nicht mehr bei meinen Eltern. Also weg bin ich insofern schon, deshalb mach ich mir ja auch nen Kopf, wie weit ich gehen darf. Inwieweit geht es mich überhaupt noch was an?
    Aber da nun scheinbar alles von vorn losgeht und er neulich eben auch meine Schwester nieder gemacht hat, denke ich, es geht mich sehr wohl noch was an...

    Aber wie weit darf ich gehen?
    Wie weit will ich gehen? Ich hab Angst, was kaputt zu machen an unserer aller Verhältnis...

    Eine Beratungsstelle hab ich schon angeschrieben. Es gab mal eine Gruppe, aber ich glaub, die hat sich aufgelöst. Naja, kriege sicher morgen eine Antwort.

    Hallo Pauliese,

    wie gehts dir und deinem Mann mittlerweile?

    Ich finde, dafür dass du schon so schlechte Erfahrungen in der Kindheit hattest, hast du ihm schon viel durchgehen lassen. 1-1,5 Liter Bier täglich würd ich nicht ertragen. Allein den Geruch könnte ich nicht ständig aushalten.

    Und ich frage mich auch, kann man bei einem täglichen Bierkonsum von 1 Liter tatsächlich noch KEIN Alkoholiker sein?

    Mein Schwiegervater trinkt auch seine 2-3 Flaschen 0,33 Liter Bier am Abend. Ich hab schon mit meinem Partner diskutiert, ob man das schon als Alkoholismus sehen kann. Er meint nein, weil bei Schwiegervatern das Suchtverhalten fehlt und er auch z.B. im Krankenhaus keine Entzugserscheinungen hatte.
    Ich denke, es gibt bei vielen Süchten nicht nur schwarz und weiß, also nicht nur süchtig oder nicht-süchtig.
    Ich hab damals so ca. 2-4 mal monatlich mein Essen absichtlich erbrochen. Da war ich ja schon irgendwie Bulimikerin - auch wenn es natürlich kein Vergleich war zu denen, die wirklich nach so ziemlich jeder Mahlzeit das Erbrechen herbeiführen.
    Ist ein Raucher, der nur 4 Ziggis täglich raucht, kein Raucher, weil andere 20 oder 30 Stück rauchen?

    Nun ja, beantworten kann ich jedenfalls nicht, ob mein Schwiegervater Alkoholiker ist - sicher nicht so, wie viele hier im Forum.
    Aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich 1 Liter Bier täglich nicht erdulden würde - dazu hab ich zu viel erlebt.

    Umso überraschter bin ich, dass du das scheinbar als normal hinnimmst.

    Hallo trauriges Sternchen, hab deine Geschichte gelesen und möchte dir meine Gedanken dazu mitteilen.

    Zitat

    Er wohnt also auch seitdem wieder hier, weil er hier sonst niemanden hat (seine Familie ist im Ausland), Freunde sind alles Trinkkumpanen.

    Es ist ja sehr lieb von dir gedacht, aber letztlich ist es doch nicht so, dass er ohne dich auf der Straße leben würde! Du bist doch nicht verantwortlich für ihn.
    Hilfe bedeutet für mich nicht, ihn bei dir wohnen zu lassen, sondern seine eigene kleine Wohnung mit ihm zu streichen, mit ihm nach Möbeln zu gucken, mit ihm zu telefonieren, wenn es ihm schlecht geht, vielleicht was mit ihm zu unternehmen auch mit eurer Tochter.
    Ich denke, er muss erst mal mit sich selber fertig werden, bevor er eine Beziehung haben kann und bevor er ein richtiger Papa sein kann und das geht nicht, wenn er jetzt schon Beziehungsstress mit dir hat (Beziehung bedeutet immer Arbeit und demnach auch Stress für ihn) und Verantwortung für ein Baby haben soll.

    Zitat

    Jetzt, nachdem ich ihn gesehen habe, tut er mit schon wieder irgendwie leid und ich frage mich, ob ich wirklich endgültig mit ihm brechen soll.

    Dass er dir leid tut, klar, das kann man nicht abstellen. Aber Mitleid ist doch keine Basis für eine Beziehung und Mitleid ist keine Liebe!
    Du kannst auch nach einer Trennung für ihn da sein: Als Freund. Daher brauchst du echt kein Mitleid mit ihm zu haben. Er ist für sich verantwortlich, nicht du.

    Zitat

    HAbe Angst, daß ihn das wieder in die Sucht treibt, denn anscheinend ist er ja noch weit davon entfernt, trocken leben zu können. Was, wenn er wegen mir wieder anfängt?

    Lass dir so einen Mist nicht einreden, weder von ihm, noch von dem Teufelchen auf deiner Schulter! Er ist verantwortlich für sein Tun und Handeln, nicht du.
    Wovon du schreibst, ist schlichtweg emotionale Erpressung!
    Er hat nicht wegen dir angefangen, nicht wegen dir aufgehört (wenn ja, keine Wunder, dass er rückfällig ist), nicht wegen dir wieder angefangen usw. ER trägt die Verantwortung für seinen Alkoholkonsum, nicht DU!

    Zitat

    Ja, und ich habe selbst die erschreckende bzw. niederschmetternde Erkenntnis erlangt, daß ich wohl immer noch sehr weit entfernt bin davon, aus meiner vermutlich bestehenden CO-Abhängigkeit herausgefunden zu haben.

    Das glaub ich auch *umärmel*.

    Zitat

    Ta Ta, ein Tag später, und ich hab die Gewissheit - er hat getrunken.

    Das wusstest du doch auch vorher schon. Das wissen wir doch immer, wenn wir mal ehrlich sind...was uns zweifeln lässt, ist die Hoffnung, aber im Grunde wissen wir es. :(

    Zitat

    Hab auch immer wieder von Therapie gelesen, die man als CO machen kann. Da würd mich mal interessieren: Wer bezahlt die denn? Kann das jeder einfach so machen?

    Bei uns gibt es kostenlose Beratung durch die Diakonie und die KIBIS, vielleicht mal nach Suchtberatung und deinem Ort googeln?

    Zitat

    Vor dem Alleinsein (besser er ist da mit seinen ganzen Problemen als sonst niemand), vor dem finanziellen (bin zur Zeit noch in Mutterschaft und das Elterngeld, das ich beziehe, ist im Mai auch vorbei). Kennt sich da jemand von euch aus was mir dann zusteht? Natürlich hab ich Angst, wie ich das alleine schaffen soll.

    Gegenfrage: Wie allein hast du dich letzte Nacht gefühlt? Das beantwortet eigentlich alles... Hast du Familie und Freunde?
    Was dir danach zusteht, weiß ich nicht. Aber wenn es ALG II (Hartz IV) sein sollte, hab keine Panik davor, du kannst keine großen Sprünge machen, aber du verhungerst auch nicht und wenn du mit Geld ein bisschen umgehen kannst, kannst du auch deiner Kleinen (der vermutlich eh bald mehr zusteht) eine schöne Kindheit bieten und wenn nicht, suchst du dir Hilfe und lernst den Umgang mit wenig Geld, aber eins ist klar: Du wirst nicht untergehen! *kopfhoch*

    Zitat

    Ich glaub, daß wir zusammen unsere Kleine haben, macht das alles für mich noch schwieriger. Es macht es noch schwieriger, wirklich zu gehen. Ich glaube, ich habe verzweifelt an meinem Wunsch nach einer glücklichen kleinen Familie festgehalten (und tue es wohl immer noch).

    Ihr seid trotzdem eine kleine Familie, du und deine Tochter! :) Und eine Familie kann die stärkste Verbindung sein, die es gibt auf der Welt.

    Zitat

    Mir tut meine Kleine so leid, daß sie ohne Papa aufwachsen wird. Ich hätte ihr so gerne eine glückliche Familie gegeben.

    Du kannst ihr auch immer noch eine glückliche Familie geben. DU bist ihre Familie und wer weiß, was du Zukunft bringt, vielleicht kommt er vom Alk los...nicht die Hoffnung aufgeben.
    Außerdem ist es besser, ihr seid allein, wenn er nicht trocken werden will. Mein Opa war Alkoholiker und mein Stiefvater auch, glaub mir, es war kein Vergnügen so aufzuwachsen! Dann lieber ohne! Außerdem ist nichts für immer, also versuch mal, deine Zukunft nicht so schwarz zu sehen, hm?

    Ich weiß nicht, wie es bei dir mit Familie und Freunden aussieht, aber vielleicht beantwortest du das ja noch.

    Alles Gute für euch!

    Hallo,

    als ich 7 war, kam meine Mutter mit U. zusammen. An diese erste Zeit erinnere ich mich kaum. Als ich 9 war, zogen wir zusammen in eine neue Wohnung. Während des Umzugs hat er mich an einem Tag 2x geschlagen, ich weiß bis heute nicht, warum. Aber es war nicht das erste und nicht das letzte Mal, dass er zuschlug.
    Schlimm waren auch die psychischen Grausamkeiten. Er war so dermaßen unberechenbar und irgendwie verlebte ich meine Kindheit in ständiger Angst, mit unfairen Streitereien, vielen Schlägen und dem Gefühl, ungeliebt zu sein, denn meine Mutter stellte sich fast nie auf meine Seite und mein leiblicher Vater holte mich da nicht raus, obwohl ich drum bat.

    Dass U. trank, wurde mir während eines Kinofilms bewusst. Ein Jugendlicher neben mir trank Bier und mir fiel auf, dass er genauso roch wie U. Da war ich 14.

    Mein Opa trank auch, aber er roch irgendwie anders und vor allem merkte man es auch sofort, da er nicht versuchte, es zu verheimlichen. U. hingegen versuchte das mit allen Mitteln. Und mir gegenüber gelang ihm das ja auch ziemlich gut.

    Aber natürlich durfte dieses Thema nicht angesprochen werden!

    Als ich mit 19 auszog, besserte sich unser Verhältnis. Es ist allerdings sehr oberflächlich. U. ist nachwievor nicht einschätzbar. Ich könnte auch nicht sagen, ob er mich mag oder nicht.

    1997 zogen wir in ein Haus, er verletzte sich, durfte aber das Medikament nicht zusammen mit Alkoholkonsum einnehmen. Das war so die Zeit, als er sich irgendwann Hilfe holte und praktisch von heute auf morgen trocken war. Und das, obwohl z.B. mal Kuchen mit Eierlikör serviert wurde und er unwissend davon aß usw. Er konnte das ab. Später trank er sogar mal ein Schluck Wein zum Feiertag.

    Seit letzten Sommer trinkt er wohl wieder. Meine Mutter sagte mir, sie fand eine versteckte Flasche und ich merkte es auch. Besonders fiel mir auf, dass er wieder ständig Hustenbonbons bei sich hatte. Er wurde wieder viel häufiger launisch, unberechenbar. Erst fragt man sich, war er die letzten Jahre auch so? Vielleicht geht es ihm nicht gut? Aber im Grunde kennt man die Antwort und der Verdacht ist eigentlich eine Gewissheit: Er trinkt wieder.

    Nun, im Grunde kann es mir egal sein. Ist es aber nicht. Schließlich hat meine Mutter so etwas nicht verdient. Ich wünsche ihr eine liebevolle, zufriedene Ehe und er macht es kaputt.
    Er hat mir echt meine Kindheit verdorben und ich will nicht, dass das umsonst war und er es so weit treibt, dass Mutti ihn verletzt. Dann hab ich die ganze Sch... umsonst ertragen!
    Aber am wichtigsten ist meine Halbschwester. Sie ist jetzt 18 und er hat sich neulich so mies ihr gegenüber verhalten. Sie kennt das gar nicht, er hat sie auch nie geschlagen oder so. Und auf einmal tickt er voll aus.
    Sie rief weinend bei mir an und ich hab versucht sie zu trösten.
    Aber wisst ihr was? Ich hab mich nicht getraut ihr zu sagen, dass ich denke, dass er wieder trinkt.
    Und das ist so schlimm für mich, da wurde mir klar, ich brauch irgendwie Hilfe, denn ich hab es so dermaßen satt, die Klappe halten zu müssen!

    Jeder darf auf mir rumhacken, weil ich so stark übergewichtig bin, jeder mischt sich da ein, aber ich darf nichts sagen, weil er trinkt?! Und ich Idiot mach auch noch mit!

    Vor 2 Jahren, als er noch trocken war, hatte ich mal einen Kuchen gebacken, was weiß ich, Ostern oder so. Ich erzählte, dass eigentlich noch Rum-Aroma in den Kuchen sollte, aber ich nicht wusste, ob er das abkönne und ich wollte es ihm ja nicht noch schwerer machen. Meiner Mutter fiel alles ausm Gesicht und sie versuchte mir klar zu machen, dass ich ruhig sein solle.
    Später saß U. mit meinem Freund am PC und Mutti sprach mich drauf an, nuschelte rum, ich solle so was nicht sagen. Als ich sie fragte, was denn schlimm daran sei, jeder weiß, dass er Alkoholiker ist und ich habs oft genug am eigenen Leib erfahren und außerdem habe ich mir ja nur Sorgen um ihn gemacht, da konnte sie mir keine Antwort drauf geben, nuschelte wieder irgendwas und räumte hektisch den Tisch ab.

    Ich will nicht mehr die Klappe halten. Aber ich frage mich, was darf ich? Was ist ok, wann überschreite ich meine Grenzen? Und sollte mich das eigentlich interessieren, nachdem er ständig Grenzen überschritten hat?

    Neulich war er am Tel. so komisch, da dachte ich schon, er hat sicher getrunken (ein paar Stunden später war es, als er meine Schwester so fertig machte, es ist also sehr wahrscheinlich, dass er wirklich dun war). Was soll ich da tun? Soll ich sagen: Hast du getrunken? Geht das nicht etwas zu weit? Aber wenn ich nichts mache, mache ich doch das, was ich gar nicht will: Klappe halten.

    Ich werd noch wahnsinnig...