Ich habe den Eindruck dass ich jetzt erst richtig kapiere, worum es eigentl. geht.
In mir kommen Verletzungen hoch, die ich tief vergraben hatte, und mich so zu einem allseits agierende Etwas gemacht haben.
Ja ich hab gewußt was ich machen sollte, konnte analysieren und dann handeln, alles richtig und korrekt.
So zumindest hab ich es von außen als Rückmeldung bekommen.
Und das wars es ja, worum es ging, war es das, was man von mir erwartet, das macht man halt so.
Und ich nehme hier bewußt das "man", den ich kann es keiner genauen Gruppe zuschreiben. Ich hab es so in der Familie, bei Freunden und im Geschäft so gemacht.
Immer den Focus darauf ausgerichtet, dass mich andere richten.
Ja, da hab ich mir die Verantwortung abnehmen lassen.
Ich muss nun mich alleine richten, neue Richtlinien/Grenzen ziehn. Mit meinen 45 anfangen alleine zu laufen 
Neulich war XY hier, und ich hab gemerkt wie Er mich hat wieder für i.was einspannen wollen. Ich reagier schon mit ausgefahrenen Krallen,
egal wie banal der Punkt ist, weil ich nun spür, dass viele solcher alten Mechanismen so eingefahren sind.
Sie haben schon lange nichts mehr mit Alkohol oder mit der Beziehung zu tun, trotzdem les ich zwischen den Zeilen diese Strukturen.
Ich war dann ziemlich angepis... und nur noch auf Abwehr.
Bestimmt teilweise übertrieben, aber es kam mir so vor, als wenn da nun eine Art Schutzprogramm abläuft, ausgelöst durch ne Kleinigkeit, aber für mich in diesem Moment nicht aufhaltbar.
Das war i.wie erschreckend. Später als Er weg war, haben mich sogar die Jungs darauf angesprochen.
Warum ich so heftig reagiere, und das ich da ganz anders war.
Auch im Geschäft hab ich da kurz mal so reagiert.
Ja, auf der einen Seite erschreckend, aber auf der anderen : es tut sich was in mir, es wehrt sich was.
Das ist bestimmt auch kein Fehler. Nur muss ich es i.wie koordinierter ablaufen lassen können.
In Karstens Thread über Selbstwert hab ich mir auch so meine Gedanken gemacht und mich mit BlueCloud gerade über dieses unterhalten.
Eine These von ihr war: Kinder werden m. E. in diese Rolle hinein geboren bzw. zum Opfer erzogen oder auch wirklich zum Opfer gemacht.
Diese Überlebensstrategie zieht sich dann einfach weiter ins Erwachsenenleben und wird von einer Generation zur nächsten weitergegeben. (war hoffentl. ok, dass ich es hier rübergestellt hab, BC ) und genau das denk ich auch.
Dieses "ich hab zu leiden damits anderen gut geht" hat man mir antrainiert, und ich hab es schon oftmals versucht an die Kinder weiter zugeben.
Obs beim KiTu war, da haben sich meine stets brav angestellt während alle anderen vorbei geschossen sind.
Sie haben auch immer abgeben müssen, während andere sagten "nein, das ist meins". Nur wenn es dann garnicht mehr ging und die Kinder leideten, hab ich reagiert.
Nun kann ich dafür meine Eltern verantwortlich machen, das wär aber falsch. Meine Schwester lebte im gleichen Elternhaus und tickt so ganz anders. Also lag es an mir selber, ich habe bereitwillig diese Opferrolle übernommen und spielen sie in Bereichen immer noch.
Und dafür kann ich keinem ausser mir die Schuld zuschieben, ich hätte ja ablehnen können.
Nun will ich mir Erfahrungspunkte sammeln, auch wenn die gemachte Erfahrg. nicht immer schön wird, ich sammele.
Selbstwert, aber dafür muss ich mich erstmal nackig machen, zumindest fühlt es sich so an. Schmerzen eingestehen, wo man sie gern weggemacht/weggedacht hätte. Sie einfach mal zulassen um zu spüren, sie haben auch ihre Daseinsberechtigung und müssen nicht auf Teufel komm raus weg retuschiert werden.
Oje, bin in Schreiblaune (hab heut abend auch frei
)