Liebe Geraldjin,
ich kann deine Wut verstehen, und ich kenn sie sehr gut.
Auch heute noch - bin nun 2 Jahre getrennt - kommt diese Wut immer noch hoch.
Und ich fühle mich - jetzt alleinerziehend, stets auf Geld wartend - immer noch bestraft für Dinge, die ich, meiner Meinung nach, nie verschuldet habe.
NUR - jetzt kommst
-
ich hab mich mal in einem ruhigen Moment gefragt, was mir dieser wütende
Rückblick denn eigentl bringt ?
Nichts !
Es lies mich nur wieder in der Vergangenheit, in seiner Vergangenheit hängen bleiben.
Und genau das wollte ich ja nicht mehr.
Dann hatte ich so eine Phase, wo ich mich mit meiner Vergangenheit beschäftigt habe,
und ja, auch da fand ich ganz viel Schuldige, auf die ich meine Wut ausrichten konnte,
Was hats mir gebracht ?
Ok, es ist gut, sich bewusst allem zu stellen, und auch Vergangenes genau zu betrachten, um Fehler in der Zukunft nicht wieder unvorbereitet gegenüber zu stehen.
Aber dann musste für mich mal Schluss sein.
Jeder weitere Gedanken hielt mich fest und machte es mir so nicht möglich wirklich vorwärts zu kommen.
Für mich.
Ich hab noch den Kopf voller Gedanken:
was mach ich heute, wen wollte ich schon lange mal besuchen, was bringt mir der Tag heute,...
Und auch Wut ist noch da :
Nee, da muss ich wieder "nein"sagen üben, da muss ich Grenzen setzen,...
Aber mit meinem XY oder die Zeit mit ihm hat es schon lange nichts mehr zu tun.
Davon hab ich mich distanziert, genauso wie von ihm.
Atme mal tief ein, brüll mal meinetwegen,
und dann freu dich auf dein "neues"Leben, mit all den neuen Eindrücken, Menschen, Kleinigkeiten und was es sonst noch für uns parat hält.
Liebe Grüße,
nici 