Beiträge von drybabe

    Moin!
    Also, das Zeug, was der Zahnarzt zur Betäubung einsetzt, enthält weder Alkohol noch Bewußtseinsbeeinträchtigende Substanzen (außer, dass einem der Mundwinkel runterhängt und man sabbert). Was aber ein Problem werden kann, und deshalb sollte man es dem Zahnarzt vorher sagen, dass er zur Desinfektion bei größeren Eingriffen alkoholische Lösungen benutzt.
    Gruß
    Michi

    Moin!
    Ich komme ja tagtäglich durch meine Arbeit mit Desinfektionsmitteln, die Alkohol enthalten, in Berührung. Ich desinfiziere mir damit die Hände, versuche aber, nicht mit den Fingern an den Mund zu kommen und halte, bis das Zeug einzieht, die Hände weit weg vom Gesicht/Nase.
    Klar kann alles triggern.
    Und klar ist, wenn ich zum Arzt/Zahnarzt geh, sag ich, ich bin trockene Alkoholikerin.
    Nur ist gerade die Frage bezüglich Wunden gestellt worden und da ist nun mal ein alkoholisches Desinfektionsmittel das Beste.
    Aber zum Glück kommt es ja nun nicht täglich vor, dass meine seine Wunden verarzten muß.
    Mit der Zeit merkt man es, was es mit einem macht.
    Wenn es mich so triggern würde, könnte ich z.B. meinen Beruf nicht mehr ausüben. Das würde mich dann aber wohl eher in Bedrängnis und in Rückfallgefahr bringen, als der Geruch von einem Alkoholtupfer im Krankenhaus.
    Meine Meinung dazu.
    Gruß
    drybabe

    Moin Sonnenblümchen!
    Genau, was Spedi fragt: Wie lange willst Du Dir das noch antun?
    Ich habe selber so eine Geschichte hinter mir, stand immer wieder besoffen und heulend vor der Tür, um dann irgendwann wieder abzuhauen, um zu saufen.
    So what?! Er wird sich nicht ändern, wenn er es nicht will. Da kann man noch so viel rumlabern, wenn man voll ist. Und sich am nächsten tag an nix mehr erinnern.
    Mein rat: Laß es! Sei Dir wichtig, mach Dir ein schönes Leben. Er will sich nicht helfen lassen und fertig!
    Viel Kraft!
    drybabe

    Moin!
    Also, da Alkohol ja bestimmte biochemische Wirkungen im Kopf bewirkt, die direkt mit dem Belohnungssystem verknüpft sind und auch etwas mit Endorphinen zu tun haben, würde ich sagen: Ja, Alkohol hat bei mir Glücksgefühle ausgelöst. Sonst wäre ich von dem Zeug ja nicht abhängig geworden, wenn es bei mir Fusspilz ausgelöst hätte. Nur: Die Glücksgefühle sind ganz andere , als diejenigen, die man empfindet, wenn man alkoholfrei lebt. Wenn man seine eigene Endorphinproduktion durch ein Nicht-Suchtmittel ankurbelt.
    Und die anfänglichen Glücksgefühle wichen dann schnell einer Sucht.
    Und als ich am 17.8.2009 kotzend im Flur in meiner Wohnung lag und nicht wußte, ob ich den nächsten Tag überleben werde, hatte das dann nix mehr mit Glücksgefühlen zu tun.
    Ich glaub, jemand, der nicht alkoholsüchtig ist, benutzt den Alkohol vielleicht manchmal, um in eine andere Gefühlslage zu kommen. Das wäre ähnlich wie mit Marihuana oder Haschisch. Aber das führt dann leider auch oft zur Sucht.
    Michi

    Hallo XXLBear!
    Das mit diesen träumen hatte ich auch oft, gerade am Anfang und auch selten jetzt noch. Am nächsten tag habe ich dann sowas wie einen "Trockenkater". Ich fühle mich dann schuldig, obwohl ich ja nicht real getrunken habe. Aber das ist halt die Sucht-Psyche. Das muß sich alles ersteinmal in Ruhe regulieren.
    Hast Du schon einmal über eine ambulante Therapie oder eine Langzeittherapie nachgedacht? Ich habe beides gemacht und kann nur sagen, dass ich dabei sehr viel für mich gelernt habe.
    Und zu Deiner Situation mit der Hotelbar: Das finde ich absolut gefährlich. Wie schnell wärst Du da bei einem Glas? Ist es das wert? Ich denke nicht.
    Versuche, während dieser Zeit etwas zu machen, was nichts mit Alkohol zu tun hat, sprich, in keinem Kontakt zum Alkohol zu stehen.
    Ich wünsche Dir viel Kraft!
    Gruß
    drybabe

    Moin Loreia!
    Doch, es hilft mir schon sehr. Verhaltensstrukturen hab ich teilweise eins zu eins übernommen. Aber vielleicht ist es auch was anderes, da ich ja Alkoholikerin bin und nicht "nur " EKA. Als EKA hab ich sicherlich "am Model gelernt" und bin evtl. dadurch selber zur Alkoholikerin geworden.
    Für mich ist die Aufarbeitung meiner Kindheit sehr hilfreich, da ich auch eine Zwangsstörung und eine Angsterkrankung habe. Und da liegen die Ursachen ja meistens tief in dr Kindheit vergraben.
    Gruß
    drybabe

    Moin Just!
    Ich kenne das Buch (noch) nicht, aber es hört sich sehr interessant an. Ich bin selber trockene Alkoholikerin und mein Opa, Vater, Onkel haben gesoffen. Ich kenne meine Kindheit eigentlich nur mit einem besoffenen Vater.
    Und heute? Während meiner Therapie, wenn ich gefragt werde, wie es denn früher war, ertappe ich mich auch dabei, es herunter zu spielen. Ich weiß, es war arg schlimm. Gewalt spielte auch eine große Rolle, mir und meiner Mutter gegenüber. Aber auch ich verdränge da viel, kann mich ganz schlecht erinnern, obwohl ich nun schon eine Weile an dem thema der Kindheitsaufarbeit dran bin. Vielleicht ist das ein sehr typischer Abwehrmechanismus.
    Danke Dir für die Empfehlung des Buches.
    Schöne Grüße
    drybabe

    Hallo Polarstern!
    Ich bin selber trockene Alkoholikerin und kann Dir nur eines sagen: Wenn der Alkoholiker selber nichts ändern will - es siegt IMMER der Alkohol.
    Sucht ist etwas extrem zerstörerisches. Sowohl für den Süchtigen als auch für das gesamte Umfeld.
    Dein Freund muß es wollen. Er muß seinen Tiefpunkt haben, um einzusehen, dass er gegen den Alkohol nicht gewinnen kann. Sprich, er muß vor dem Alkohol kapitulieren (was nicht gleich zu setzen ist mit aufgeben). Erst wenn er merkt, dass er nur leben kann, wenn er nicht mehr trinkt und das in aller Konsequenz, gibt es eine Chance.
    So hart sich das anhört, aber ich habe es selber erfahren. Nicht einmal, nicht zweimal, sondern tausendmal habe ich meine Liebsten angelogen, beteuert, ich höre damit auf. Wenn ich wieder voll war und nicht mehr konnte, habe ich um Hilfe gebeten. Und danach weitergesoffen.
    Es liegt komplett an ihm.
    Du wirst hier im Forum gute Unterstützung von ehemals Co-Abhängigen bekommen und kannst Dich auch mit trockenen Alkoholikern, die Dir vielleicht diese Erkrankung etwas genauer erklären können, austauschen. Ich wünsche Dir sehr, dass es Dir hilft.
    Gruß
    drybabe

    Moin Petra!
    Das mit dem Süßen ist normal. Der Alk geht aus der Leber raus, sie wird wieder "normal". Braucht nicht mehr ewig Kohlenhydrate bzw. Fett zu speichern. Und dann kommt der Heißhunger auf Süßes.
    Als ich noch gesoffen hab, möchte ich nur deftiges, am besten schon zum Frühstück (wenn ich denn mal welches zu mir genommen hab).
    Jetzt kann ich kaum an einer Tafel Schokolade oder an einem Kuchen vorbei.
    Aber aufpasen: In vielen Süßigkeiten, Kuchen etc. kann Alk drin sein. Achte auf die Ingredients/Angaben auf den Verpackungen.
    Und guten Hunger!
    Gruß
    drybabe

    Lieber Frank!
    Es tut mir sehr leid für Dich, dass Deine Beziehung zu Ende gegangen ist.
    Aber: ich finde es sehr mutig und großartig, dass Du das hier gleich thematisierst. Dich nicht im Alk ertränken willst. Den Schmerz nüchtern durchstehen willst.
    Das ist ein sehr großer und wichtiger Schritt! Und so, wie ich Deine Entwicklung bisher (eher als stille Mitleserin) verfolgen konnte, wird es Dir auch gelingen.
    Ich nehme Dich jetzt mal fest in den Arm, wenn Du es magst und wünsche Dir ganz, ganz viel Kraft!
    Gruß
    Michi

    Moin Nobby!
    Es gibt ja diese allseits so oft beschriebene Reihenfolge : Ich DARF nicht mehr trinken, ich WILL nicht mehr trinken und ich MUSS nicht mehr trinken.
    Wann ist man in den unterschiedlichen Stadien angekommen? Und was heißt Verzicht? Ist das Wort Verzicht immer negativ behaftet?
    Ich bin ja nun schon einige Zeit trocken und merke auch immer öfter, dass ich nicht mehr trinken muss. Aber manchmal schleichen sich dann auch Gedanken ein, wie z.B. "Ach, die sitzen gemütlich im Biergarten und trinken 1 Bier". Ja, 1. Und vielleicht bleibt es bei denen dann auch bei dem einen. Bei mir würde es nicht bei dem einen bleiben, das weiß ich. Ich wäre nach dem einen wieder voll drauf und es würde wahrscheinlich einen grauenhaften und evtl. tödlichen Ausgang für mich nehmen.
    Deshalb empfinde ich aber den Gedanken, dass man auch evtl. einen Verzicht übt, gerade am Anfang der Trockenheit als normal. Ich würde es eher ungewöhnlich finden, wenn man diese Gedanken nicht hat.
    Du setzt Dich auch mit den unangenehmen Seiten des Trockenwerdens auseinander, das finde ich gut!
    Weiter so!
    Lieben Gruß,
    Michi

    Hallo Eisbär!
    Dieses sich selbst bescheissen, kenn ich. Das habe ich, bevor ich wirklich vor dem Alkohol kapitulierte, in allen möglichen Facetten gemacht. Mich und andere belogen.
    Es ist sicherlich ein teil der Erkrankung, was das ganze aber nicht besser macht.
    Mir hat eine Langzeittherapie sehr gut getan, die erste zeit ( 4 Monate ) in einem geschützten rahmen zu leben, um so ein wenig zu spüren, was es heißt, ohne Alk einen Tagesablauf zu haben und neue Dinge/Hobbys für sich zu entdecken.
    Hast Du mal über eine LZT nachgedacht? Vielleicht wäre das ja eine Option für Dich.
    Alles Gute für Dich!
    drybabe

    Moin hasenpfote!
    Dass solche und auch andere, negative Emotionen jetzt hochkommen, ist ganz normal. Die hast Du lange Zeit weggesoffen. Die holen sich jetzt ihre Aufmerksamkeit. und da liegt nun die große Chance: Du kannst sie nüchtern betrachten! Das ist ein ganz großes Geschenk, auch wenn es weh tut. Aber Du hast nun die Möglichkeit, diese Emotionen mit den dazugehörigen Konsequenzen so zu gestalten und zu lenken/verändern, wie Du es möchtest. Und nicht, wie es Dir der Alkohol Jahre lang vorgegaukelt hat.
    Hast Du mal über eine begleitende Psychotherapie nachgedacht? Die kann Dir in der ersten Zeit Deiner Trockenheit helfen, mit solch negativen aber auch mit positiven Emotionen besser klarzukommen und sie zu ordnen und zu verstehen.
    Viel Kraft wünsch ich Dir!
    Michi

    Moin chiemgauer!
    Ich kann mich Spedi´s Worten nur anschließen. Sprich noch während Deiner stationären Therapie mit den Therapeuten und Mitpatienten Deine Sorgen an. Dann mach Dir doch eine Liste, wie und wo Du Dir für "die zeit danach" Unterstützung holen kannst. Vielleicht ist ja auch der Besuch einer realen SHG zusätzlich etwas für Dich.
    Und ganz wichtig finde ich den NOTFALLKOFFER! Den sollte jeder Alkoholkranke haben. Das ist ein virtueller Koffer, der von Dir bestückt wird mit Dingen, die Dir im Ernstfall - also bei akutem Suchtdruck - helfen können.
    Kopf hoch und viel Kraft!
    Michi

    Hallo Lori!
    Schreib einfach, was Dich alles bedrückt. Nur so kann Dir geholfen werden. Wenn Du jetzt wieder anfängst zu saufen, machst Du die Situation nur noch schlimmer und verlierst ganz den Boden unter den Füssen.
    Also, erzähl, was Dich alles bedrückt!
    Gruß
    drybabe

    Moin!
    Ich finde ja die Frage bzw. Feststellung ganz interessant, dass ein relativ großer Teil der Alkis, ob trocken oder nass, ebenfalls alkoholkranke Verwandte 1. Grades haben. Die Forscher suchen ja schon lange nach dem Sucht-Gen, finden es aber nicht. Wahrscheinlich kommt dann auch die Theorie "Lernen am Modell" ins Spiel. Zum anderen bin ich auch der Meinung, dass die Suchterkrankung eine gewisse Persönlichkeitsstörung beinhaltet und zwar in Richtung mangelndes Selbstbewußtsein/Selbstwertgefühl.
    Klar, zur Alkoholikerin habe ich mich selber gemacht, da gab es keine Sündenböcke für. getrunken habe ich ganz alleine, niemand hat es mir aufgezwungen.
    Nur finde ich die Verwandtschaftstheorie sehr interessant, da bei mir in der Familie viele Alkoholiker sind, alle trocken und alle männlichen Geschlechts. Ich bin die einzige weibliche Alkoholikerin.
    Sucht ist ein extrem komplexes Krankheitsbild mit vielen Komorbitäten, also Begleiterkrankungen, hier nur die aus dem psychiatrischen Formenkreis anzusprechen.
    Aber interessant ist es doch schon, wenn z.b. 2 Personen ähnlich aufwachsen, ähnliche Erlebnisse, ähnliche "critical life events" erfahren und der eine nicht abhängig wird und der andere sich tod säuft.
    Auch heute in meinem trockenen Leben bin ich immer sehr interessiert an solchen Forschungsergebnissen, die sich mit dem Thema Sucht/Alkoholsucht auseinander setzen und beschäftigen.
    Nur letztendlich, zur Flsche/Glas haben wir selber gegriffen - ohne Frage.
    Gruß,
    Michi

    Moin!
    Ich denke auch, Lügen ist fast ein Symptom des Alkoholismus. Ich habe während meiner nassen Zeit gelogen, dass sich die Balken gebogen haben. Es geht einzig und alleine um das Weitertrinken. Ein nasser Alki lügt, damit er trinken kann. Und wenn er sich dabei schlecht fühlt, weil er gelogen hat, dann säuft er eben mehr und merkt für eine gewisse Zeit sein Lügengerüst nicht oder glaubt es selber.
    LG
    Michi

    Moin Rumpelchen!
    Erst einmal tut es mir sehr leid, dass Du so rücksichtslos behandelt wirst von engen Verwandten/Freunden.
    Nur leider ist diese Meinung extrem verbreitet. "Alkoholiker sind nur diejenigen, die unter der Brücke schlafen und jeden Tag voll sind". Leider! Ich bin auch so manches mal fassungslos über die angebliche Sorglosigkeit der Mitmenschen.
    Nun weiß ich ja am eigenen Leibe, was es heißt, Alkoholikerin zu sein. Und ich habe damals nicht jeden Tag bis zur Besinnungslosigkeit getrunken und einen Job hatte ich auch.
    Ich weiß nicht so genau, was ich Dir raten soll. Vielleicht kannst Du mit Deiner Familie noch einmal in Ruhe über das Krankheitsbild Alkoholismus reden und ihnen erklären, dass gerade die Menschen, die scheinbar noch alles unter Kontrolle haben, bereits schwer abhängig sein können.
    Lieben Gruß,
    Michi