Hallo Trinity!
Da antworte ich Dir doch auch gerne als trockene Alkoholikerin: Meiner Meinung nach merkt der Alkoholiker schon recht früh, dass "etwas nicht stimmt". Er merkt auch sehr früh "so kann das nicht weitergehen auf Dauer". Aber dann kommt er "Der Selbstbeschiss". Und das ist das Problem an der Sache.
ZitatMit hör auf zu saufen ist es ja nicht getan.
Du kannst auch nicht zu einem Tumor sagen "Jetzt hör endlich auf, zu wachsen und zu metastasieren". Das Übel muß an der Wurzel gepackt werden. Und da haben Alkoholkranke einen klaren Vorteil gegenüber Krebskranken: Alkoholkranke können den Verlauf ihrer Erkrankung beeinflussen - positiv wie negativ.
Das Selber-nicht-wahrhaben-wollen der eigenen Abhängigkeit ist das ganz große Problem in meinen Augen und auch in meinem persönlichen Fall. Ich habe mehrere Entgiftungen hinter mir und habe mehrmals versucht, Trinkpausen einzulegen, weniger - sprich kontrolliert - zu trinken. Weil ich wußte, mit mir stimmt etwas nicht in Bezug auf Alkohol. Und ganz tief im Inneren wußte ich auch schon recht früh, ich bin süchtig. Doch leider kippt dann der Alkoholiker auf dieses Problem erstmal einen drauf, damit alles nicht so schlimm ist!
Hoffe, ich konnte Dir ein wenig meine Sichtweise darlegen.
Schönen Gruß
drybabe