Beiträge von Welia

    Aufklärungsbüchern würde ich nicht verteufeln, anderseits muss man sie tatsächlich als Hilfsmitteln anwenden zur Weiterbildung und nicht als Ersatz für jegliche Handlung.

    Sich hinter Büchern verschanzen, um sein eigenes Leben nicht im Griff nehmen zu müssen, ist auch Sucht!

    Ich lese viel und habe immer ein Bleistift dabei, mache mich Notizen, wenn ich das Buch zumache, hinterfrage ich die Notizen und probiere, das was ich neu gelernt habe, im Leben einfliessen zu lassen.

    Oh je, Graupe, das ist die schlechteste Lage, die du dich aussuchen konntest... die Wartestellung!
    Es macht doch einem krank und verstärkt am Ende noch dein Co-Verhalten.
    Ich sehe in deinem Text, dass du nicht so vertraust, dass er es schafft, warum nicht?
    Es würde deine Wartestelle ein wenig herzlicher machen und du könntest dich in der Zeit um dir selber kümmern, statt ständig nach ihm zu gucken.
    Wenn es ihm nicht gelingt, brauchst du nicht danach zu gucken, du wirst es früh genug merken.
    Probiere mal richtig an dir zu denken, und nur noch an dir, dann geht es es dir vielleicht ein wenig besser, du weisst ja, dass Co-abhängigkeit genau das von uns herausfordert, dass wir es schaffen an uns zu denken.

    Hallo Graupe,

    ich habe es auch nicht als Angriff verstanden, ich finde es super, wenn man seine eigene Meinung oder die andere Meinung in Frage stellt, sonst wäre die Sicht einseitig.
    Und ich habe meine Antwort auch nicht als Rechtfertigung dazu gegeben.. mach dich ja keine Gedanke!
    Auch ich habe Ziele, und zwar,
    - aufzupassen, dass mich mein Mann nicht wieder für seine Problemen verantwortlich macht, es ist ein tägliches "Auf der Hut sein", ich darf nicht mehr in frühere Fallen treten!
    - wieder vermehrt Kontakten ausserhalb vom PC zu pflegen; ich habe 2 Freundinen ein wenig vernächlässigt, obwohl sie in schwere Zeiten zu mir gestanden sind, das finde ich nicht okay und habe vor es zu ändern.
    Dann habe ich auch noch gesundheitliche Zielen;
    - ich habe zuwenig Bewegung gehabt die letzte Zeiten und möchte wieder ein wenig mehr für mein Körper tun, da der Frühling da ist, kann ich mein Vorsatz angenehmer gestalten als im Winter.

    Siehst du, was ich meine?
    Ich finde es super, dass du es geschafft hast, wegzugehen, wenn es dich jetzt besser geht und ich finde es auch super, dass ich bei meinem Mann geblieben bin, weil es für mir so auch okay ist.

    Ich bewundere dich übrigens auch, dass du es geschafft hast, beide Wegen sind schwierig, aber unser Ziel ist ja glücklich sein, nicht wahr?

    Hallo Graupe,

    Ob ich darauf warte, dass mich das Schicksal befreit? ist es das, was du meinst?
    Also... ich wache nicht tagtäglich auf und denke, hoffentlich stirbt er... Mordgedanken habe ich auch nicht...
    Nein, soweit wie ich bin aber ich nehme das Leben gelassener, als es manche tun in diesem Forum, ich schenke mich tagtäglich viele kleine Freuden, die mein Leben bereichern, lebe bewusst so gesund und so glücklich wie möglich, ärgere mich nicht mit leeren Flaschen zählen, oder mit Problemen, die nicht meine sind.
    Da ich ein sehr fröhlicher Mensch bin, die gerne Problemen aus dem Wege geht, gehe ich ihm einfach nur aus dem Weg!
    Wenn ich ihm verlassen würde, würde er weiterhin trinken und weiterhin narzisstisch sein und weiterhin so bleiben wie er ist...also kann ich genauso gut bei ihm bleiben, solange mein Gemüt es erträgt.
    Einfach mache ich es ihm nicht, das kannst du mich glauben, denn ich bin zwar Co-abhängig, wie ein Alkoholiker ein Leben lang Alkoholiker bleibt, aber er ist nicht mehr meine Flasche!

    Okay... kann sein, dass ich morgen sage: ich gehe!
    Aber heute sage ich es nicht!
    Es ist vermutlich noch nicht der Tag dazu......
    Wenn es soweit ist, werde ich es hier berichten, okay?

    Hallo Dagmar,

    Ich brauche von meinem Mann keine Bestätigung für irgendwas (damit habe ich vor Jahren schon aufgehört), würde ich das immer noch erwarten, wäre ich sehr arm dran, denn er ist sehr negativ und narzisstisch veranlagt, also würde ich mich die Zähnen ausbeissen.

    Ein Mann an meiner Seite, wenn ich aufwache brauche ich auch nicht, ich kann mich viel besser strecken, wenn ich alleine bin und habe zudem mehr Platz im Bett.

    Würde ich aber mein Mann verlassen, hätte ich schwere materielle Einbüssen, er hat mehr gearbeitet als ich und muss nicht mit grosse Altersvorsorge rechnen im Alter, zudem habe ich nicht jahrelang auf vieles verzichtet, um alles an Anwälten zu geben, wenn ich mich trennen muss.

    Man sagt immer, Geld ist nicht alles, aber es beruhigt.
    Mit ihm zusammen kann ich ganz einfach "ruhiger" leben und gemütlicher leben.
    Ich habe ihm nicht geheiratet, um versorgt zu werden, aber wenn ich versorgt werde, dadurch dass ich verheiratet bin, macht es mich im Alter vielleicht einfacher.

    Du fragst:
    [i]
    Was machst Du Welia, wenn er schlimm krank wird und in ein Pflegeheim muss - ist bei Alkoholikern nicht unüblich??? Wie geht es Dir dann?? Wie wirst Du mit der Belastung fertig, die dann durch Bürokratie und das Zahlen des Heimaufenthaltes entstehen??

    Meine Gegenfrage ist; und was würde ich machen, wenn er Krebs bekommen würde im Alter, oder Alzheimer und hätte zuvor nie getrunken? Ich würde genauso blöd da stehen. Jede Frau steht dann wieder vor einer Entscheidung, es ist keine Frage, die man im voraus beantworten kann.

    Ehrlich gesagt, ich frage mich sogar eher, was würde ich machen, wenn sein Alkoholkonsum steigt, wenn sein Benehmen schlimmer wird, wenn er meine Regelungen und Grenzen nicht mehr akzeptiert oder uns finanziell ins Unglück stürzt?
    (Obwohl, frage tue ich es mich nicht, ich kenne die Antwort... ich würde gehen!)

    Ferner frage ich mich:
    Was würde passieren, wenn ICH krank werde und niemand wäre da, um mir in den Armen zu nehmen und um mir zu pflegen?
    Oder, was würde ich machen, wenn ER krank wird und daduch bosartiger?
    Narzissten können mit dem Alter böser werden, dass sie trinken oder nicht.
    Ich glaube sogar, wenn er aufhören würde zu trinken, wäre er gar nicht liebevoller, da er nicht lieben kann.
    Und ich frage mich, weil ich ein hilfsbereiter Mensch bin: Was ist, wenn ich ihm liebevolle Pflege geben müsste und unfähig dazu wäre, weil die Liebe fehlt?

    Meine Antwort ist:
    Ich weiss es nicht....
    ich weiss, was ich heute mache und was ich gestern gemacht habe, was ich morgen machen werden, wenn....., ich kann heute nicht urteilen und möchte es auch nicht, ich weiss nur eines, ich bin in diesem Forum gekommen, um mir zu informieren, um klarer zu sehen und um mir Kraft schenken zu lassen, zu lange konnte ich nicht „bitte und danke !“ sagen, hier lerne ich es, und wenn ich gestärkt bin, kann passieren was will, dann bin ich gefasst..
    Soviel Vertrauen in mir habe ich noch..

    Ach ja, was mich noch im Sinn dazu einfällt...
    Vielleicht kann ich es auch nur aushalten mit meinem Mann, weil sein Alkoholspiegel nur langsam gestiegen ist, er ist auch nicht so auffällig, wie es z.b. mein Vater war, ist weder brutal noch ordinär, zudem gehe ich auf die 60 zu und mit dem Alter sieht man vielleicht alles ganz anders, da spielt die Sexualität und die "grosse Liebe" nicht mehr so eine Rolle.... da man auch weniger Möglichkeiten sieht, sich neu binden zu können.
    Solange ich es mit Distanz und Regelungen, die ICH stelle, aushalte und solange es nicht schlimmer wird, geht es, aber wie ich schon mal irgendwo geschrieben habe, ich passe sehr auf, dass ich nicht untergehe dabei.

    genau so ist:
    man kann dabei bleiben... oder gehen...
    je nach Leidensfähigkeit... oder je nach welche Kriterien man das Leben betrachtet.
    Ich sage auch nicht, dass mein Weg für alle gehbar ist. ich weiss, wieviel Schmerzen ich erleiden musste, bis ich es soweit hatte, dass die Schmerzen aufhörten, und sie haben aufgehört, als die Liebe verschwand.
    Doch jetzt macht mich die Kälte nicht mehr soviel aus, wir formen eher Wohngemeinschaft, wo jeder sein Reich hat, und von Zeit zu Zeit halt doch Gemeinsames.
    Wir sind nicht verfeindet, aber auch nicht mehr eng zusammen, das stimmt!
    Jeder soll sein Weg wählen, ich fühle mich überhaupt nicht einsam und habe ein paar Vorteilen, die ich nicht hätte, wenn ich mich getrennt hätte.

    Hallo Martha,

    was ich im Moment vor allem lerne, ist, nicht alle Menschen gleichzusetzen, wenn ich sehe, wie ich mit meinem Mann bin, denke ich...so wollte ich nie werden aber ich weiss, dass ich bei ihm so sein muss.
    Wenn ich mich aber vertrauensvoll fallen lassen kann, merke ich, wie meine Kontrolle automatisch abnimmt.
    Eine Zeitlang war meine Angst, wie ein Zombie zu werden, weil ich immer mehr Distanz von meinem Mann brauchte, später habe ich bemerkt, dass diese Angst unbegründet war, ich kann sogar mühelos bei Freunden Empathie empfinde und freue mich darauf, dass ich es noch kann aber bei ihm muss ich eben vorsichtig damit sein... anderseits, da er sehr negativ ist, fällt es mich auch nicht so schwer!

    Hallo Candygirl,

    Mein Mann hat sein Männertag gehabt... er lag ins Bett mit einer Magengrippe.... okay... ihm war genau so uebel, als hätte er getrunken, aber der Spass hat er dabei nicht gehabt und ich habe kein Mitleid empfunden, nur ein wenig Aerger, weil er ganztags daheim war mit seine Stöhnerei und mich ständig beobachtete!

    Hallo Rosa Li,

    das ist aber alles ganz lieb, was du schreibst und es freut mich, wenn meine Entscheidung auch verstanden wird, denn zu viele Leuten haben mich oft gesagt: du kannst dich trennen, wenn es dich nicht gefällt, dabei wollte ich es nur offen erzählen.
    Und oft hatte ich auch selber das Gefühl gehabt, ich sollte es tun, weil sich viele trennen für weniger Gründen, manchmal habe ich mich sogar als feige, dumm oder unfähig tituliert, weil ich es nicht getan hatte, aber nachträglich muss ich sagen, ich hatte jeden Tag die Wahl und habe mich entschieden mit ihm zu bleiben, anfangs, weil ich dachte, ich kann ihm helfen, später wegen den Kindern, noch später als Idealismus und in jede Phase habe ich wieder gelernt, bis ich erfuhr, dass ich selber nicht ganz hundert bin.
    Mein Mann war quasi meine zweite Erfahrung mit Alkoholiker, da ich vom Vater geprägt worden war und da wollte ich wissen, warum ich diese Erfahrung machen musste und was dahinter steckte.
    Darum habe ich auch als Titel hier gewählt;
    Alkoholiker als Lehrmeister, denn nur dank seine Sucht, konnte ich lernen, meine eigene zu verstehen.
    Wenn ich zurückblicke...
    hätte ich es anders gemacht?
    Ich weiss nicht, ich hätte auch jeden Tag neu entscheiden müssen... nur...wie hätte ich mich entschieden, kann ich nicht sagen!
    Und was wäre passiert, wenn ich mich anders entschieden hätte? ich erkannte lang meine eigene Sucht noch gar nicht! Vermutlich wäre ich wieder anderswo auf der Nase gefallen, bis ich es lerne... also... hat es einen Sinn, dass ich geblieben bin.
    Unsere Söhne sind erwachsen, sie kommen mit meinem Mann gut aus, sind oft froh, um seine Hilfe, wenn Not am Mann ist, da mein Mann trotz Saufen doch noch leistungsfähig ist.. klar sind sie nicht blind aber sie sollen es auch nicht sein!
    Früher als sie mit dem Charakter von meinem Mann Problemen hatte, war ich schützend auf ihre Seite, habe Söhnen geschützt und Vater beruhigt, und sie sind alle 3 "gut gelungen".
    Bald werde ich Oma und der Sohn wird uns das Baby zum Hüten anvertrauen, würden sie uns ein Baby anvertrauen, wenn sie selber gelitten hätten?
    Solche Zeichen sagen mich, dass ich alles richtig gemacht habe.
    Ob ich nichts vermisst habe? klar habe ich vermisst und vermisse immer noch viel: die Kälte, die Bosheiten, die Scham, der Mangel an Bekannte, die nicht mitsaufen, aber ich lerne mich zu behaupten, habe Freundinnen, die ich nicht zuhause einlade, wenn er daheim ist, damit sie geschützt bleiben, ich habe Freunden und Freundinnen per Internet, und er kommt gar nicht an sie heran, weil er nicht am PC geht...
    Wir haben ein Garten, wenn er vorne ist, bin ich hinten, wir haben ein Haus, wenn er unten ist, bin ich oben ...weisst du was ich meine?
    Und wenn er normal ist, kann ich auch normal mit ihm sein...auch solche Momenten gibt es noch...
    Ich habe mich MEINE WELT neben seine aufgebaut, meine gefällt mich und seine interessiert mich nicht, ich habe Leuten um mir, die ich mag, die mich unterstützen, die ich brauche und die mich mögen, wie ich bin und er hat halt seine Kumpeln...soll er doch...ist mich egal, jeder soll seine Kumpeln wählen dürfen, ich bediene sie nicht mit Alkohol, wenn sie kommen.. es ist nicht meine Welt!
    Ich habe mich Hobbys geschafft, wo er mich nicht einreden kann, das Fotografieren, heute morgen z.b. habe ich wunderschöne Fotos gemacht von einem Schmetterling, denn ich letztes Jahr als Raupe gerettet habe und im Winter im Glas aufbewahrt habe, schade, dass ich sie hier nicht zeigen darf... und ich hätte weinen können, weil ich so schöne Fotos gemacht habe.
    Er aber hat mich immer wieder böse angeguckt, wahrscheinlich, war ich, seiner Meinung nach, zu lange am PC zum Bilder bearbeiten, aber ich habe mich nicht stören lassen, habe sogar meine Fotos an Freunden verschickt, die sich nun mitfreuen.
    ES gibt nicht nur ein Mensch, der mich geben kann, was ich brauche und wenn er es nicht geben kann, dann hole ich es mich woanders!
    Klar, wenn sein Pegel steigt, werde ich wieder neu entscheiden, wie ich es immer getan habe! Wenn er mal Hilfe braucht, und Hilfe annimmt, werde ich da sein, wenn er keine Hilfe braucht... auch gut, dann habe ich genug Kraft für mir selbst.
    Mal hat er sich beklagt, er muss oft trocken erbrechen, da habe ich ihm gesagt: das kommt vom Alkohol! Ich hätte sagen können vom Saufen, mache ich aber nicht, ich hätte es auch nicht gern, wenn jemand meine Sucht so dreckig benennen würde...er kann nichts dafür, dass er sie hat, genauso wenig wie ich etwas dafür kann, dass ich meine habe.
    Er hat mich böse angeguckt, obwohl ich es so gesagt hätte, als wäre es was normales und ich habe ihm aufgeklärt, dass er das gleiche von einem Arzt hätte hören können, wenn er ein Arzt gefragt hätte, denn es ist eine Tatsache!
    Er wollte mich eine Schuld einreden, ob ich das behaupte, damit er aufhört und meine Antwort war: nein...ob du aufhörst oder nicht geht nur dich was an, ich wollte nur deine Frage beantworten....!
    Ach... Wie du so schön von Baustelle schreibst!
    das gefällt mich... ich werde ganz bestimmt, deine Beiträge lesen!
    Danke vielmals für dein Interesse..

    Hallo Aurora,

    darf ich dich fragen, wie lange du gebraucht hast, von der Zeit wo du von deiner
    Co-Abhängigkeit erfahren hast, bis zur Trennung?
    Weisst du, ich bin seit über 40 Jahren verheiratet und mein Mann hat erst angefangen mehr zu trinken, als er nicht mehr arbeiten ging, somit vor 6 Jahren, vorher trank er auch, aber nicht in dem Ausmass, obwohl der Trinkercharakter hat er schon lang.
    Ich habe mal gelesen von Spiegeltrinker, so ist er, aber er wird älter, wird immer weniger ertragen und mehr trinken...also muss ich mich langsam auf die Hinterbeine stellen, darum bin ich hier!

    Hallo Martha,

    Ich habe deine Meinung genau durchgelesen und danke dir dafür.
    sicher, hat sie mich geholfen, vor allem hat sie mich bestätigt, was mich ein guter Freund vor kurzem gesagt hat, dass ich zuviel Kontrolle über mir selber übe, als hätte ich Angst davor, etwas könnte ohne meine Kontrolle passieren, er hat auch gemeint, ich sollte mehr auf mein Bauchgefühl hören und dass ich probieren sollte, mit der Grüblerei zu bremsen.
    Da er seit Jahren trockener Alkoholiker ist, nehme ich an, dass er mich was vermitteln wollte, was er selber mal für sich gelernt hat.

    Das mit der professionellen Hilfe, muss ich tatsächlich mal in Erwägung ziehen, vor allem, wenn ich mich entscheide mich zu trennen... noch bin ich nicht soweit... aber wenn ich es tue, dann brauche ich jemand, der mich stärkt.

    Aber ich bin stolz auf mich, dass ich mich hier angemeldet habe, immerhin ist es ein Zeichen, dass ich aufhöre an meinem Mann die Schuld zu gebe und endlich mal meine eigene Verantwortung wahr nehme.
    Mein nächster Schritt wird vermutlich sein, mich hier zu melden, so dass ich verdeckt schreiben kann.
    Und dann gucke ich mal weiter, ich will gar nichts überstürzen!

    Hallo Monty,
    meinst du es wäre von mir verkehrt, mich zuerst um meine eigene Abhängigkeit zu kümmern, auch wenn ich weiter verheiratet bin?
    Und dann gucken, wie sich das ganze entwickelt?
    Ich meine, trennen kann ich mich immer noch, aber wenn ich lerne mich emotional zu befreien, ist der Weg danach sicher einfacher.
    Ich würde mich nicht gerne trennen und danach ständig hinterfragen, ob ich nicht lieber geblieben wäre... mit solche Zweifeln finde ich die Trennung fast umsonst...

    Hallo Susanni,

    deine Geschichte erinnert mich an der Geschichte einer Freundin;
    die konnte sich auch vom Ehemann trennen, weil er trank und gewalttätig wurde, die Töchter haben unter der Situation auch sehr gelitten, dann hat sie es geschafft, sich zu trennen, inzwischen hat sie ein guter Job, könnte glücklich leben, sagt selber, es geht ihr besser als je zuvor.. sie sieht auch viel besser aus, frischer, lustiger, aufgestellter....

    Die in der Zeit erwachsene Kinder haben auch keine Problemen, leben aber natürlich immer mehr den eigenen Weg und ....???

    Was sagte sie mich letztens, als ich sie sah, und mich mit ihr freuen wollte, dass sie es geschafft hatte?

    - vielleicht hätte ich ihm doch nicht verlassen sollen...

    Ich, die es nicht geschafft habe, mich von meinem Mann zu trennen, die diese Frau gerne als Muster genommen hätte, zeigt mich, wie tief verwurzelt so eine ungeeignete Ehe haften kann, immerhin ist die Frau seit über 3 Jahren getrennt.

    Irgendwie können sich gewisse Frauen trennen, und trennen sich emotional nie... ich frage mich...warum?

    Und ob es mich auch so ergehen würde...

    es wäre ja wie ein Gefängnis, wovon man sich nie befreien kann...

    Hallo Spanijoggel,

    So bin ich eben auch: immer am Analysieren, erstens zum Erfahren, ob es nicht eine gute Seite gibt an einer ernsthaften Lebenssituation, und zweitens weil ich immer auf dem neusten Standpunkt sein will... ich muss immer sagen können, heute ist es so, auch wenn ich es gestern noch nicht so gesehen habe, und dafür muss man manchmal ein wenig Situationen analysieren.
    Indem ich aber manchmal auch gute Seite sehe nehme ich die Situation leichter auf die Schultern, und das könnte sich zum Nachteil auswirken.
    Heute habe ich aber eine Entdeckung gemacht, als ich Bücher, die ich schon lange nicht mehr gelesen habe aufräumen wollte, und zwar, dass ich früher viel mehr Interessen gepflegt habe, als mein Mann noch arbeiten ging, und ich habe mich gefragt, wo sind alle diese Interessen gegangen?
    Irgendwie scheint es so, als hätte ich mich im Laufen der Jahre durchsichtig gemacht, weil es unbequem war seine ständigen Kritiken auszuhalten, auch sind die Regalen fast alles voll mit Sachen, die ihm gehören und von mir ist fast nichts drin.
    Alles was ihm gehört ist sichtbar und was mich gehört ist in Schubladen, dann muss ich mich auch nicht wundern, dass ich mich "nur" wie die Putzfrau vorkomme...
    Als ich das sah dachte ich, früher hätte ich gesagt: er hat mich verdrängt, in Aktivitäten, die mich gefallen haben, wo ich ein Freiraum hatte und nun sage ich: ich habe mich verdrängen lassen und muss kämpfen, damit ich mein Raum wieder bekomme.
    Sonst muss ich mich irgendwo mal mit der Lupe suchen, dann bin ich nirgendwo mehr.

    Hallo Martha,

    ja, ich glaube, ich habe dein Wink verstanden.... und es entspricht genau das, was ich mich momentan frage.

    Bis jetzt habe ich die Analyse (Kopfaktivität) positiv benutzt, ich brauchte es zum Linien schaffen.... zum Grenzen setzen... das Vertrauen war weg... also musste ich die Strategie Analyse nutzen.... als Ersatz...

    Bei Menschen, die ich vertraue, brauche ich aber tatsächlich die Analyse nicht mehr, bei einem Freund, denn ich vertraue, muss ich nicht analysieren, was hinter seine Wörter stecken könnte... ich kann auch eine Kritik von ihm akzeptieren, bei einer Freundin genauso....

    ABER bei meinem Partner, denn ich nicht mehr traue, brauche ich die Analyse immer noch...

    Somit würde es bedeuten: dass die Analyse nur nötig ist, wo das Vertrauen fehlt....

    doch was würde passieren, wenn ich nicht mehr vertraue, und ich nehme die Analyse weg?

    dann würde ich vielleicht in Konflikt kommen mit meine Aengste, mit meiner Wut... und das habe ich mich ja als Kind verboten.... weil ich Angst hatte vor Wutanfälle, wenn mein Vater betrunken war....

    ich habe mich auch immer verboten herumzuschreien, weil mich das Schreien als Kind so beängstigt hat....

    Wahnsinnig, was da alles herauskommt, beim Schreiben!

    danke für deine Frage, ich hoffe, ich konnte sie ehrlich genug beantworten.

    Hallo Martha,

    Das Analysieren mache ich seit der Kindheit automatisch, bei mir läuft es im Kopf wie ein Film ab. Sobald ich verletzt werde, oder wenn mich eine Situation Angst macht, nehme ich Papier und Bleistift und grüble nach, was, warum und wieso...
    Gut, es hat mich oft geholfen aber irgendwie wird es mich lästig.
    Nein, es dient mich nicht als Manipulation, höchtens als Lehre über mich selbst, aber ich wäre froh, wenn ich es abschalten könnte,wenn es nicht automatisch passieren würde und deshalb frage ich mich, ob es nicht zur Sucht werden kann, oder ob es nicht auch zum Co- dazugehört.
    Statt einfach loszulassen und die Gefühlen laufen lassen, kommt bei mir immer das Denken dazu... und denken macht müde und stört mich irgendwie!

    Zitat von Martha66

    Lieber Welia, lieber Kaleu,

    auch ich kenne das. (gell Kaleu, hast mich ja gestern schön abgeholt :) - ich schreib Dir später noch was dazu, muss gleich weg)

    Analysieren ist aus meiner Sicht eine Strategie, um sich nicht mit seinen eigenen Gefühlen zu verbinden, um den darunter liegenden Schmerz nicht fühlen zu wollen. Du bist im Kopf, aber nicht in Deinem Gefühl...... Ja es schafft Distanz, Distanz zu mir selber.

    Interessanterweise analysieren wir ja nicht die Dinge, die uns gut tun und an denen wir uns erfreuen, die werden einfach selbstverständlich hingenommen. Zumindest gehts mir so.

    Liebe Grüsse Martha

    Hallo Martha,

    ich analysiere sehr wohl, Dinge, die gut tun, vor allem, wenn sie jemanden gut tun, die ich mag... denn mich interessiert der Gegenüber eben auch und ich muss manchmal staunen, wenn ich meine wenige Erfahrungen schenken kann.
    Mich wurde z.b von einer Freundin mal gesagt, ich sei Schlagfertig und musste analysieren, was sie damit meinen könnte und was ich draus machen kann.... zu meine Gunsten natürlich....

    Zitat von Kaleu

    Liebe Welia,

    ich kenn das.
    Bei mir hat das stupide Analysieren irgendwann in Gefühlskälte, vollständige Distanz und Verbitterung geführt. Wohl gefühlt habe ich mich so auch nicht. Es schaffte lediglich Abstand zum Selbstschutz.
    Für mich selbst hab ich erkannt, dass sowohl Illusion als auch Ratio hervorragende Mittel sind um letzten Endes einfach nur zu Verdrängen. Das eine ist der emotionale Weg, das andere der verstandgesteuerte. Der Sinn lag für mich letzten Endes bei Beidem in der Verdrängung.

    Als Zwischenschritt war diese Analyse wohl wahrscheinlich wichtig für mich. Ich hab sie aber missbraucht um nichts davon an mich heranzulassen. Erst nach der Akzeptanz und Annahme meiner selbst kam ich wirklich einen Schritt weiter.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Kaleu,

    Ob ich wegen der Analyse gefühlskalt werde, kann ich mich nicht vorstellen, es bringt mich zwar Ruhe und Abstand, jemand anderes würde es mit Therapie oder mit Entspannungsmethoden schaffen, aber ich glaube eher, wo kein Gefühl mehr da ist, kann nichts mehr kaputt gehen.

    Da ich diese Methode nur automatisch anwende, wenn ich mit meinem Partner zu tun habe, und ich es sonst bei sonst bei Freunden nicht nötig habe, fühle ich mich nur teilweise "kalt gestellt

    Zitat von silberkralle

    glück auf welia

    also is analysieren gut um ausm teufelskreis auszubrechen < dabei das gute nich vergessen (danke martha) wenn die analyse fertig/abgeschlossen is darf man mit dem ergebnis in sich selbst zurückkehren - man hat n abschluss (vergangenheit) + sieht n ziel

    geh auf dein ziel zu + lass deine vergangenheit abgeschlossen sein

    :D
    matthias

    Danke vielmals Silberkralle,

    ich muss zugeben, dass ich vieles von dir nachgelesen habe und dich gratulieren kann, was du geschafft hast.... dein Schreiben hat mich auch vieles klar gemacht.