Hallo Rosa Li,
das ist aber alles ganz lieb, was du schreibst und es freut mich, wenn meine Entscheidung auch verstanden wird, denn zu viele Leuten haben mich oft gesagt: du kannst dich trennen, wenn es dich nicht gefällt, dabei wollte ich es nur offen erzählen.
Und oft hatte ich auch selber das Gefühl gehabt, ich sollte es tun, weil sich viele trennen für weniger Gründen, manchmal habe ich mich sogar als feige, dumm oder unfähig tituliert, weil ich es nicht getan hatte, aber nachträglich muss ich sagen, ich hatte jeden Tag die Wahl und habe mich entschieden mit ihm zu bleiben, anfangs, weil ich dachte, ich kann ihm helfen, später wegen den Kindern, noch später als Idealismus und in jede Phase habe ich wieder gelernt, bis ich erfuhr, dass ich selber nicht ganz hundert bin.
Mein Mann war quasi meine zweite Erfahrung mit Alkoholiker, da ich vom Vater geprägt worden war und da wollte ich wissen, warum ich diese Erfahrung machen musste und was dahinter steckte.
Darum habe ich auch als Titel hier gewählt;
Alkoholiker als Lehrmeister, denn nur dank seine Sucht, konnte ich lernen, meine eigene zu verstehen.
Wenn ich zurückblicke...
hätte ich es anders gemacht?
Ich weiss nicht, ich hätte auch jeden Tag neu entscheiden müssen... nur...wie hätte ich mich entschieden, kann ich nicht sagen!
Und was wäre passiert, wenn ich mich anders entschieden hätte? ich erkannte lang meine eigene Sucht noch gar nicht! Vermutlich wäre ich wieder anderswo auf der Nase gefallen, bis ich es lerne... also... hat es einen Sinn, dass ich geblieben bin.
Unsere Söhne sind erwachsen, sie kommen mit meinem Mann gut aus, sind oft froh, um seine Hilfe, wenn Not am Mann ist, da mein Mann trotz Saufen doch noch leistungsfähig ist.. klar sind sie nicht blind aber sie sollen es auch nicht sein!
Früher als sie mit dem Charakter von meinem Mann Problemen hatte, war ich schützend auf ihre Seite, habe Söhnen geschützt und Vater beruhigt, und sie sind alle 3 "gut gelungen".
Bald werde ich Oma und der Sohn wird uns das Baby zum Hüten anvertrauen, würden sie uns ein Baby anvertrauen, wenn sie selber gelitten hätten?
Solche Zeichen sagen mich, dass ich alles richtig gemacht habe.
Ob ich nichts vermisst habe? klar habe ich vermisst und vermisse immer noch viel: die Kälte, die Bosheiten, die Scham, der Mangel an Bekannte, die nicht mitsaufen, aber ich lerne mich zu behaupten, habe Freundinnen, die ich nicht zuhause einlade, wenn er daheim ist, damit sie geschützt bleiben, ich habe Freunden und Freundinnen per Internet, und er kommt gar nicht an sie heran, weil er nicht am PC geht...
Wir haben ein Garten, wenn er vorne ist, bin ich hinten, wir haben ein Haus, wenn er unten ist, bin ich oben ...weisst du was ich meine?
Und wenn er normal ist, kann ich auch normal mit ihm sein...auch solche Momenten gibt es noch...
Ich habe mich MEINE WELT neben seine aufgebaut, meine gefällt mich und seine interessiert mich nicht, ich habe Leuten um mir, die ich mag, die mich unterstützen, die ich brauche und die mich mögen, wie ich bin und er hat halt seine Kumpeln...soll er doch...ist mich egal, jeder soll seine Kumpeln wählen dürfen, ich bediene sie nicht mit Alkohol, wenn sie kommen.. es ist nicht meine Welt!
Ich habe mich Hobbys geschafft, wo er mich nicht einreden kann, das Fotografieren, heute morgen z.b. habe ich wunderschöne Fotos gemacht von einem Schmetterling, denn ich letztes Jahr als Raupe gerettet habe und im Winter im Glas aufbewahrt habe, schade, dass ich sie hier nicht zeigen darf... und ich hätte weinen können, weil ich so schöne Fotos gemacht habe.
Er aber hat mich immer wieder böse angeguckt, wahrscheinlich, war ich, seiner Meinung nach, zu lange am PC zum Bilder bearbeiten, aber ich habe mich nicht stören lassen, habe sogar meine Fotos an Freunden verschickt, die sich nun mitfreuen.
ES gibt nicht nur ein Mensch, der mich geben kann, was ich brauche und wenn er es nicht geben kann, dann hole ich es mich woanders!
Klar, wenn sein Pegel steigt, werde ich wieder neu entscheiden, wie ich es immer getan habe! Wenn er mal Hilfe braucht, und Hilfe annimmt, werde ich da sein, wenn er keine Hilfe braucht... auch gut, dann habe ich genug Kraft für mir selbst.
Mal hat er sich beklagt, er muss oft trocken erbrechen, da habe ich ihm gesagt: das kommt vom Alkohol! Ich hätte sagen können vom Saufen, mache ich aber nicht, ich hätte es auch nicht gern, wenn jemand meine Sucht so dreckig benennen würde...er kann nichts dafür, dass er sie hat, genauso wenig wie ich etwas dafür kann, dass ich meine habe.
Er hat mich böse angeguckt, obwohl ich es so gesagt hätte, als wäre es was normales und ich habe ihm aufgeklärt, dass er das gleiche von einem Arzt hätte hören können, wenn er ein Arzt gefragt hätte, denn es ist eine Tatsache!
Er wollte mich eine Schuld einreden, ob ich das behaupte, damit er aufhört und meine Antwort war: nein...ob du aufhörst oder nicht geht nur dich was an, ich wollte nur deine Frage beantworten....!
Ach... Wie du so schön von Baustelle schreibst!
das gefällt mich... ich werde ganz bestimmt, deine Beiträge lesen!
Danke vielmals für dein Interesse..