Beiträge von Welia

    Ich selber finde die Methode auch nicht ungeeignet oder abstossend, denn ich mache sie seit Jahren und habe dadurch auch sehr viel Wissen aufgenommen, konnte meine Grenzen besser sehen, in Wörter erfassen und auch respektieren lassen...
    Wichtig ist, das ich, nach Abschluss, wieder zu mir zurückkehre.
    Also wäre diese Methode zu empfehlen, obwohl sie sehr anstrengend ist und viel Zeit braucht.... nur eben nur, wenn sie bewusst angewendet wird.

    Wenn ich merke (noch habe ich mich zuwenig damit auseinandergesetzt), dass es mich hindert, Gefühlen wie Wut, Angst oder Schmerz zu spüren, Gefühlen also, die ich auch nutzen könnte für ein Weiterkommen, ist es nicht unbedingt das, was ich brauchen könnte, wenn ich z.b verletzt werde...

    Vielleicht muss ich also lernen, diese Methode bewusster anzuwenden und in bestimmten Fällen darauf zu verzichten, um zu gucken, ob überhaupt noch Reaktionen entstehen...

    Ich werde mich dran machen zu beobachten (ohne zu analysieren), ob mein Mangel an Reaktionen, wenn ich verletzt werde, ohne Analyse, heftiger wird, sollte es nicht der Fall sein, muss ich annehmen, dass ich nichts mehr empfinde, weil nichts mehr da ist...

    wäre zwar nicht das, was ich mich vorgestellt habe in einer Partnerschaft aber ich könnte damit leben.

    Analysieren schafft tatsächlich Distanz, man nimmt automatisch dabei eine Rolle, die ausserhalb von sich selber ist, diese Methode wende ich seit der Kindheit an....ABER...sie ist nicht ohne Risiko.
    Denn sie dämpft auch die Gefühlswelt!
    Wenn ich analysiere, besteht also die Chance aber auch die Gefahr, dass ich nur noch gedämpft meine Emotionen verspüre.
    Was wider um eine Gefahr bedeuten könnte vor Abstumpfung oder Ausharren...

    Wer kennt das?
    Diese Idee macht mich ein wenig Angst!

    Hallo Candygirl,

    Willst du nun 5 Jahren lang beobachten müssen, ob und wie viel dein Partner trinkt?
    Damit verstärkst du deine Co-Abhängigkeit, denn mit
    diese Entscheidung ziehst du ihm aus der Verantwortung.
    Solange du auf ihm aufpasst, musst er selber nicht aufpassen.
    Stimmt, niemand kann ihm zwingen dazu zu stehen, dass er Alkoholiker ist, es ist sein freies Willen, aber ich finde es nicht fair, wenn du dich dazu zwingst, 5 Jahre lang für seinem Verhalten, die Aufpasserrolle zu übernehmen.

    Hallo Spanijoggel,

    Danke für die guten Wünsche!

    Momentan bin ich daran meine Reaktionen von jetzt mit den Reaktionen, die ich als Kind hatte, zu vergleichen, sobald ich auf etwas reagiere schreibe ich es auf und ziehe meine Parallelen oder probiere mich zu fragen, woher ich diese Reaktion habe...

    So lerne ich auch emotionslos abzutrennen, ob etwas mein Problem ist, oder nur sein Problem!
    Ob ich reagiert habe, oder agiert!
    Ob mich sein Problem (seine Bösartigkeit) betrifft, oder nur trifft.

    Ich habe nämlich herausgefunden, dass er mich provoziert, um mir aus der Reserve zu locken, er lügt mich an, nur damit ich danach wieder an ihm denke und indem ich mich mit seine Lüge befasse, befasse ich mich mit ihm...

    Und irgendwie lassen mich seine Bosheiten immer öfter kalt, fast gefühllos, ich will mich einfach nicht mehr damit befassen.

    Heute war ich eingeladen bei Bekannten eingeladen, ohne ihm, und er wurde kurz erwähnt, da habe ich gespürt, wie eine Wut in mir hochstieg; ich wollte ihm einfach nicht mehr als Gesprächstoff haben.

    Mein ganzer Körper hat sich dagegen gewehrt, ich wurde nervös und wäre am liebsten weggegangen, so satt habe ich es, von ihm zu hören, wenn er schon mal nicht dabei ist...

    Früher war er fast mein einziger Gesprächstoff und jetzt habe ich schon Gänsehaut, wenn er erwähnt wird...!

    Ich habe mal angefangen ER mit ICH zu ersetzen, es ist eine Uebungssache aber es geht.... auch schriftlich in Tagebüchern habe ich alle ER wegzustreichen gelernt.... anfangs hatte ich gar nichts mehr zu schreiben und dann doch immer mehr.

    Hallo Ette,

    ich sehe, du hast mich richtig verstanden, es heisst nicht, dass ich meinem "Peiniger" dankbar bin, ich hätte auf die Erfahrung gerne verzichtet aber ich glaube, ich musste dadurch, um zu erkennen, dass ich es mehr wert bin, an mir zu denken, als an jemand, der es nicht mal gut mit mir meint.

    Stimmt, es braucht Zeit, um dahinzukommen, ich bin halt auch nicht mehr die Jüngste!
    60 Jahre, zuerst mit einem Vater und dann mit einem Mann, der die ganze Aufmerksamkeit entziehen hat, ist genug.

    Hallo Dagmar,

    es kann sein, dass meine Einstellung verklärt erscheint, ich möchte mal probieren deswegen Klarheit zu erschaffen, entschuldigung ,wenn ich viele Wörter dafür brauche.

    Meine Krankheit entsteht nicht nur, dadurch, dass mein Mann krank ist, ich war vorher krank und habe ihm als Kranke ausgesucht.
    Okay, wenn man mich früher sowas gesagt hätte, wäre ich nicht einverstanden gewesen, aber im nachhinein ist es halt so:
    Ein Alkoholiker sucht sich seine Co....und eine Co sucht sich sein Alkoholiker....
    Ich konnte mein Vater, der Alkoholiker war, nicht von der Sucht retten und habe mich ein Mann ausgesucht, der auch ein Rettungsring gebrauchen konnte, ich habe meine Mutter verneint, weil sie es mit meinem Vater nicht schaffte und habe es selber ausprobieren wollen und auch nicht geschafft...

    Ich weiss nicht... vielleicht ist meine Sicht nur nur so, weil ich auch die Tochter bin von einem Alkoholiker... vielleicht haben andere Co-abhängige andere Gründen Co zu sein....

    Seit ich mich aber emotional von meinem Mann getrennt habe, beobachte ich mein Verhalten gegenüber Leuten, die er nicht mal kennt, zu wem er nicht mal Kontakt hat (ich kann ihm somit keine Schuld zuweisen) und merke mit Bestürzung, dass ich mich dabei oft wie eine Co verhalte....

    Das heisst: ich klammere und manipuliere und rechtfertige mich...wie eine Süchtige, die immer Anerkennung sucht...

    Und wenn ich mich nicht so verhalten will, muss ich ständig an mir arbeiten, immer und immer wieder prüfen... und immer wieder in Frage stellen, denn mein Normalverhalten scheint gestört zu sein...

    In meinem Fall wäre es also zu einfach, die Schuld auf dem Partner abzuschieben um die eigene Sucht zu verheimlichen.

    Ich bin Co-Alkoholikerin geworden, wegen schlechte Familienverhältnisse, als Kind kann man sich nicht entscheiden, wie man werden will und was gut für einem ist, um sich gesund zu entwickeln.
    Dann habe ich ein Mann geheiratet, der auch trinkt, aber auch wenn er nicht trinken würde, wäre sein Verhalten eher schwierig, also habe ich anfangs genau so reagiert, wie früher in der Kindheit, habe probiert ihm zu helfen, es zu verstecken, ihm zu entschuldigen usw...
    Aber, das wissen die meistens von uns, so geht es nicht...
    Umlernen war gefragt ... und auf der Suche nach neuen Strategien, habe ich ein Mensch kennen gelernt, der ganz interessant ist, und zwar ich selbst.
    Somit könnte ich sagen, auch wenn das Leben mit einem Alkoholiker nicht einfach ist....
    Wenn man bereit ist, die Lektion zu lernen, ist das Leben mit einem kranken Mensch eine sehr wertvolle Lektion, um sich zu entwickeln.
    Und hat man das erst mal verstanden, geht es nur noch darum, die Reise in sich selbst anzunehmen.

    Hallo Candygirl,

    Was mich noch im Sinn kommt... bei Freunden oder Freundinnen, die gesund sind, merkt man schnell, dass sie es gar nicht wollen, dass wir uns aufopfern, und wenn es ehrliche Freunden sind, sagen sie es auch.
    Eine Zeitlang hatte ich Mühe damit (manchmal immer noch) mich damit abzufinden, dass meinen Freunden „egoistischer“ denken als ich.
    Es gab mich das Gefühl, dass ich mehr opfere für sie, als sie für mir und fand es total ungerecht, bis ich merkte, dass es meine Krankheit ist, die mich so denken lässt.
    Ich habe eine Freundin, die mich aufmerksam macht, wenn ich in einem Gespräch mein Mann mehrmals erwähne, sie sagt "was geht dich das an, was er denkt? Er ist ja nicht da! du musst für dir denken!"
    So was bringt mich immer wieder auf dem Boden der Realität zurück.
    Und ein Freund hat mich letztens auch gesagt: warum musst du dich immer rechtfertigen?
    das brauchst du gar nicht, und es nervt!!!!
    Freunden sind wertvoll, finde ich und es ist ja klar, dass man sie nicht verlieren will aber man merkt sofort, ob sie auch Co sind, oder abhängig oder gesund!
    Ich finde immer mehr Freunden, die gesund denken, früher als ich Co war, voll in der Krankheit, fand ich nur Freunden, die Co waren oder die mich ausnutzten.

    Stimmt, Daniel, es nützt uns gar nichts, im Gegenteil, es tut manchmal sogar Weh, zuzugucken, wie der Partner oder die Partnerin normal funktioniert in manchen Gebieten und in der Partnerschaft herrscht nur noch Kälte und Distanz.
    Ich musste aber lernen mich von ihm abzuwenden, ihm zu stoppen, wenn er mich kritisiert, und meine Freudeerlebnisse ausserhalb der Ehe, in der Natur und in Freundschaften, zu suchen.
    Damit er sich nicht an diese Freunden vergreift (er hat früher alle meine Freundinnen mit seine schlechte Manieren verscheucht) und mich wieder isoliert, habe ich nun viele Mailfreunden, weil er nicht am PC geht... Das ist keine Ideallösung, aber was ist denn schon ideal?
    Ich habe auf jeden Fall, das was ich brauche, ob es ihm gefällt oder nicht.
    Mal hat er gefragt, wie ich mich entscheiden würde: ER oder der PC?
    Meine Antwort war: zwing mich nicht darauf zu antworten!
    Seitdem respektiert er sogar, dass ich mich meine Zeit dafür nehme dafür und das ich Freunden habe, die er nie kennen lernen wird.

    Die Frage ist, warum macht man weiter?

    Die Frage habe ich mich auch schon gestellt... und viele Antworten oder evt. Ausreden darauf gefunden.

    - weil ich nicht alles zerbrechen lassen will, wofür ich jahrelang gekämpft habe.

    - weil ich der Meinung bin, dass die Trennung eine Lösung ist, aber nicht unbedingt nur DIE Lösung.

    - weil ich hinter dem Kranken, ein Mensch sehe, denn ich mal geliebt habe und ich will ihm nicht seine Lebensexistenz zerstören.

    Ich habe mich entschieden, momentan, noch bei ihm zu bleiben, das habe ich ihm mal gesagt.... aber ich habe ihm auch gesagt, dass ich vielleicht morgen, oder übermorgen, anders entscheiden könnte, wenn ich merke, dass es über meine Kräfte geht oder, dass ich es nicht schaffe in Frieden mit mir selbst, bei ihm zu bleiben.

    Genau wie der Alkoholiker täglich die Entscheidung treffen muss, nicht mehr zu trinken, bin ich bereit meine Entscheidung zu ändern, wenn ich merke, dass mein Co-Verhalten wieder kommt..

    Und ich habe gute Freunden, die mich ehrlich darauf hinweisen, wenn sie merken, ich mache ein Schritt rückwärts und lasse mich wieder von Illusionen berauschen.

    Hallo Ette,

    Weisst du, mein Zweifel kommt auch davon, dass mein Mann sehr beliebt ist bei den Nachbarn, er hilft gerne wo er kann und er kann „noch“ viel... ich bin dabei eher diejenige, die auf Abstand bleibt, weil ich merke, was die anderen nicht sehen wollen oder können.
    In der Nachbarschaft ist es einem scheinbar egal, wie viel er dabei säuft.... es wird ihm sogar gerne dafür ein Bierchen spendiert... leider, denke ich manchmal, sieht man es ihm nicht richtig an und das wird einfach gerne entschuldigt weil er Leistungsfähig ist.
    Dann ist es doppelt schwer für mich als Ehefrau sagen zu können.... er ist alkoholiker.... es wird sooo verharmlost und viele stellen sich ein Alkoholiker eben anders vor! auffälliger eben!

    Hallo Candygirl,

    ja, ich habe es heute gelesen und habe schon angefangen in meinem Gewissen hineinzuwühlen, zum Nachprüfen, ob ich noch Resten habe von der Krankheit.
    Bei meinem Mann kann ich mich nur abgrenzen, weil ich das Gefühl habe, ihm gar nichts mehr schuldig zu sein, ich habe lang genug gegeben und probiert und geredet, jetzt brauche ich meine Kraft für mir selbst.
    Aber eben, bei Freunden und Freundinen, die ich sehr schätze und die ich nicht verlieren will, komme ich immer wieder in Versuchung über meine Grenze zu gehen und ja zu sagen, wenn ich nein sagen will, oder...wie hat mal ein Freund gesagt... mich ständig zu rechtfertigen!

    Ach ja.... etwas habe ich vergessen, ich fühle mich immer ein wenig schuldig, wenn ich es offen sage, so ...als würde ich auf ihm mit dem Finger zeigen... ist mein Schuldgefühl auch ein Zeichen, dass ich immer noch Co bin? wird man denn die Co-abhängigkeit nie richtig los?

    Danke vielmals für die offene und ehrliche Antworten, seit Jahren verschweige ich nicht mehr, dass er zuviel trinkt und das ich es bemerkt habe, weil ich mal gelesen habe von der Co-Abhängigkeit und ich weiss, bei meinem Vater, der Alkoholiker war, dass man es sowieso nichts verheimlichen kann.
    Mal habe ich es zwar in einem Brief an seinem Arzt mitgeteilt, weil er auch noch Schmerztabletten einnehmen musste... und mal habe ich es an einer Beraterin gesagt, die ihm klar machen konnte, dass ich es evt. mit einer Trennung ernst meine.. (sonst glaubt er es ja nicht).
    An der Nachbarin, die sich scheinbar mit Co-abhängigkeit nicht auskennt, habe ich geantwortet, dass ich ihm nicht mehr kontrollieren will, weil es ihm sowieso nicht helfen würde, er würde es nur besser verstecken, und weil ich mich selber schützen muss (das hat sie aber wahrscheinlich nicht verstanden).
    Ich hatte aber das Gefühl, dass sie mit ihm Mitleid hat, weil er so eine "böse Frau" hat, die nicht mal für ihm sorgt, wenn er ein Problem hat...
    Vielleicht muss ich sie bei Gelegenheit besser aufklären!

    Gegenüber meinem Mann, der Alkoholiker ist, kann ich mich ziemlich gut abtrennen, auch wenn es sich so anfühlt, als wäre ich in einem Kühlhaus, ich halte es aus....
    Aber eine Angst habe ich, ausserhalb der Ehe
    Ich habe das Gefühl, wenn ich Freundschaften eingehe, dass ich mich zuviel einsetze, dass ich klammere und es wäre ja teil meiner Krankheit... oder?
    Wie kann ich merken, wo das zuviel anfängt?

    Hilfe,

    Nachbarn sprechen mich an, dass mein Mann immer mit der Bierflasche herumläuft, frühmorgens schon usw... wenn ich antworte, dass sie es nicht mich sagen sollen, da ich nicht diejenige bin, die so herumläuft, scheinen sie perplex zu sein und meinen, ich will die Sucht nicht zur Kenntnis nehmen, stimmt irgendwie auch, da es nicht meine Sucht ist, aber ich weiss nie richtig, wie ich reagieren sollte, gegenüber den Nachbarn...
    Wie sollte man sich da verhalten?