Beiträge von Lillemann

    Hallo Trauerweide,

    bitte halte durch.... Vor jedem Alkoholiker, der seine Sucht erkannt hat, ziehe ich den Hut (wie man es so gerne nennt). Du bist auf dem richtigen Weg - jetzt musst Du erkennen, wer Dich auf diesem Weg begleiten soll.

    Es gibt Menschen, die begleiten uns lange Zeit auf einem Weg und dann kommt die Zeit zu sagen, dass es genügt und man sollte sich neue Wegbegleiter suchen. Für Dich ist die Zeit vielleicht da um Freunde zu finden, die auch ohne Alkohol lachen, zuhören, ernste Gespräche mögen und doch wieder scherzen können.

    Viel Erfolg und tolle Wegbegleiter für die Zukunft

    Lillemann

    Hallo Illi,

    ja Bauchwasser hat sie auch und noch vieles mehr:

    Bauchspeicheldrüse chronisch entzündet
    Krampfadern an der Speiseröhre in Grad III (jetzt mit Gummibandligatur seit letzter Woche)
    4 große Magengeschwüre
    Bauchwasser (Mit Medikamenten entwässert)
    durch Alkohl stark ausgebrochene Gelenkschmerzen (Rheuma)
    Korsakow-Syndrom
    4 Alkohol-Epelitsches Anfälle von denen ich weiss

    Von Leberkoma innerhalb von 7 Tagen wieder auf die Beine gekommen und vollkommen uneinsichtig. Von am Bett wachen, weil sie wohl stirbt (Ärzte im Krankenhaus) innerhalb von zwei Wochen zu der Situation, dass das Pflegepersonal der Kurzzeitpflege sagt: Wow, die ist ja topfit - die ist ein Alki???

    Die Frage nach der Lebenserwartung stelle ich mir, weil mit dem Arzt geklärt werden soll wie es weitergeht. Gegen den Willen einen Alkoholiker in die Therapie zu schicken ist die eine Sache (wird wohl auch nicht funktionieren) - aber dann steht ja auch noch der Gedanke an: Wenn die Lebenserwartung gering ist: Soll man diesen Menschen in die geliebte heimatliche Umgebung zurücklassen und akzeptieren, dass die Person sich hier wirklich zu "tode säuft"?

    Habe Angst vor dem Gespräch mit dem Arzt, weil ich die Antwort noch nicht kenne.
    Womit kann ich besser umgehen: die Diagnose - es sieht wirklich schlecht aus und der geliebte Mensch verstirbt vermutlich schnell - aber ist dann von der fürchterlichen Seelenqual befreit

    oder

    Die Diagnose: die Entwicklung der Leberzirrhose lässt es zu, dass sich die Zusammenbrüche häufen und der Patient über Jahre so weiter macht.

    Ich habe Angst zu versagen und die falsche Entscheidung für mich zu treffen. Leider muss ich mit der Situation weiterleben.

    An Illi: Bauchwasser sollte punktiert werden, aber man hat es nicht gemacht, da die Medikamente zum Entwässern anschlugen.

    Wünsche allen trotzdem ein sonniges Pfingsten und hoffe, dass wir uns nie vergessen - schicke Euch Sonnenschein Lillemann

    Liebe Kana,

    vielen Dank für Deine Ehrlichkeit. Ich war auch freiwillig in der psychosomatischen Reha um mit der Situation klar zu kommen. Als Kind habe den Alkohol für meine Mutter gekauft. Sie hat mir Geld gegeben und dann bin ich brav los marschiert. Zu diesem Zeitpunkt haben wir alle nicht gewusst, dass sie Alkoholikerin ist. Selbst mein Vater nicht.

    Später habe ich gedacht, dass ich schuld bin. Es hat mich fast fertig gemacht. Die Reha war meine Rettung.

    Als meine Mutter dann auf der Intensiv lag, da sagte die Ärztin, dass sie sterben würde. Irgendwie fühlte ich, dass es so sein wird. Dann kam es wie bei Deiner Mutter. Innerhalb von 4 Tagen ist wieder auf den Beinen. Vom Leberkoma ins blühende Leben. Mager, dünn, aber wieder voll auf Krawall. Im Pflegeheim liebste Patientin, die in 14 Tagen nach Hause kommt.

    Dann geht es wieder los - Na, Ihr könnt Euch ja denken, wieviel Alkohol ich im Haus gefunden habe.

    Ach Kana, es tut mir leid für Dich - aber es hilft mir zu wissen, dass ich nicht alleine bin und ich Euch so viel fragen kann.

    Danke Lillemann

    Hallo Kyra,

    ich bin auch ganz neu in dem Forum und habe eine ganz komisches Gefühl im Bauch. Deine Geschichte kommt mir so bekannt vor. Der Schmerz, die Trauer und das nicht verstehen.

    Die Frau, die uns geboren hat, die hat ihrem Leben eine neue Wertigkeit gegeben. Ich habe auch verloren gegen den Alkohol. Meine Mutter möchte lieber Alkohol als Kinder oder Enkelkinder. Sie will lieber eine Flasche Wodka als mit uns zusammen sein.

    Durch das Korsikov-Syndrom (richtig geschrieben?) sterben soviele Gehirnzellen ab. Sie spielt uns (mich und meine Geschwister immer aus). Nach lange Krankenkaus - leberkoma - Magenbluten usw. ist sie wieder richtig wach - und schon schikaniert sie uns.

    In den verschiedenen Alkoholphasen gab es auch die Gewalt-Aggressionsphase. Hattet Ihr die auch? Nur ich habe die Wutanfälle abbekommen. Meine Schwester hat Geldgeschenke bekommen. Weil sie immer so lieb war und so... ÄTZEND

    Zum Führerschein: Die Polizei hat den Führerschein abgenommen. Leider mit soviel Promille, dass sie bewusstlos im Krankenhaus lag. Man hat sie so besoffen im Auto gefunden, dass man sie in den Krankenwagen umgelegt hat.

    Ich habe jahrelang Angst gehabt, dass ich das Kind von der Frau bin, die besoffen ein Kind tot gefahren hat.

    Wenn Du gratulieren willst, dann schick einfach eine Karte. Versuch Deine Seele zu schützen. Ich besuche meine Mutter fast nur noch mit meiner Schwester. Dann muss sie sich benehmen.

    Wie geht Dein Bruder damit um? Gehst Du noch zu Gruppe?

    Bitte halte durch und bleib bei Dir.

    Ich weiss, dass die Mütter immer unsere Mütter bleiben. Aber wenn Sie uns nicht wollen, dann ist es ihr weg. Sie lieben leider den Alkohol mehr als uns. Schau Dich in der Umgebung um. WIeviele Menschen lieben uns und sie bei uns, ohne dass wir verwandt sind.

    Viele liebe Wünsche für Dich :oops:

    Hallo kana43,

    darf ich einmal fragen: Gibt es ein Pflegeheim für Alkoholiker das ein Weitertrinken erlaubt? :?

    Ich habe gehört, dass in einigen Alten-Pflegeheime Besucher von anderen Patienten Alkohol ins Heim für die Alkoholiker bringen. Die Alkis bezahlen sehr gut. Für mich war das sehr schockierend.

    Besuchst Du Deine Mutter noch? Will schlimm hat sie die Zirrhose? Hoffentlich lässt Du nicht alles zu sehr an Deiner Seele. Wäre lieb, wenn Du mir verraten würdest, ob Deine Mutter freiwillig im Heim geblieben ist. Meine will weg.

    Viele liebe Grüße Lillemann :o

    Liebe Barcelona,

    vielen Dank für Dein Mitgefühl. Ich denke aber, dass Du als Partnerin viel mehr Achtung verdienst. Mein Mann ist an meiner Seite und versucht mir immer beizustehen. Als Partnerin trägst Du soviel mit, was eigentlich auf beide verteilt sein sollte.

    Ich wünsche Dir Kraft und Stärke - jeder, der mit und für seinen alkoholkranken Partner kämpft und dabei nicht untergeht, der leistet soviel.

    Alles Gute und gerne wieder miteinander schreiben....

    Hallo,

    bin ich mit meiner Frage hier richtig? Die Ärztin sagte, dass meine Mutter Leberzirrhose im Endstadium hat. Jetzt habe ich viel im Internet gelesen und überall taucht diese Einteilung auf. Ist Endstadium Child C ?

    Was heißt Endstadium ? Ich konnte leider den Arzt nicht mehr fragen, weil meine Mutter direkt in die Kurzzeitpflege mit Ambulanz kam. Oder kann ich wohl im Krankenhaus die Ärztin einfach so aufsuchen?

    Über Erklärungen würde ich mich freuen. Ich bin ganz neu in dem Thema. Vielen Dank

    Viele Merkmale die genannt worden sind, die trafen alle auf mich zu. Ich litt extrem unter meiner alkoholkranken Mutter und bin selber seelisch krank geworden. Dann habe ich eine psychosomatische stationäre Therapie bekommen und ich habe mit den Therapeuten Familienaufstellung und viele Gespräche geführt.

    So wurde ich vom co-abhängigen Angehörigen zum Erwachsenen Kind einer Alkoholikerin. Dann veränderte sich mein Leben von einer Sekunde auf die andere. Bei mir wurde Krebs festgestellt und nach drei OPs sowie anschließender Chemo habe ich so viel gelernt. Erst komme ICH dann mein GELIEBTER Partner - dann lange nichts -

    Ich habe seit dem einen größeren inneren Abstand zu meiner Mutter. Die Gefühle haben sich geändert. Jetzt überwiegt Kälte oder Wut. Als sie letzte Woche auf der Intensivstation lag, da habe kein Mitleid fühlen können.

    Vielen Dank für Eure Hilfe. Es ist ein sonderbares Gefühl zu lesen, dass auch so fühlen und denken. Mal denke ich, dass ich gefühlskaltes Kind bin. Ich bin nicht die einzige Tochter und meine Schwestern glauben an unsere Mutter.

    Sie glauben, dass sie den eisernen Willen zum Leben hat. Wir betrachten die Situation aus so unterschiedlichen Ansichten. Manchmal denke, dass ich die Situation realistisch einschätze. Dann aber komme ich mir so unmenschlich vor, wenn ich von Lebenserwartung spreche.

    Ist eigentlich die Leberzirrhose Endstadium immer Child C ???

    Was passiert eigentlich wenn ein Bewohner / Bewohnerin vom Seniorenheim wieder trinkt? Ist das ein Grund den Heimplatz zu kündigen???

    Ich war bereits vor 10 Jahren als Co-Abhängige in einer psychosomatischen stationären Therapie - mein Hausarzt hat die Wichtigkeit für Kinder bereits früh erkannt und ich weiss gar nicht, wo ich ohne den Arzt heute wäre. Er kennt auch meine Mutter....

    Geht Ihr zu EKA Treffen?

    Hallo,

    mein erster Beitrag und ich hoffe, dass ich den richtigen Foren-Bereich gewählt habe.

    Meine Mutter trinkt seit 20 Jahren und ich bin damit "groß" geworden. Nun findet es seinen Höhepunkt. Nach dem mein Vater gestorben ist, trinkt sie ohne Stop. Das ist jetzt 10 Jahre her - 2 Entzüge und jedes Mal trank sie nach 2 Tagen wieder - sie hat den Entzug nur gemacht, um den Kindern "eine Freude" zu machen. Mehrere Epliptischen Anfälle - mit Notarzt usw.

    Vor 3 Wochen kam meine Mutter ins Krankenhaus mit Blutung. 4 Tage Intensivstation - dann Innere Abteilung Krankenhaus 2 Wochen. Über mehrere Tage sagt uns der Arzt, dass es jeden Moment zu Ende gehen könnte. Innere Blutungen, Leberversagen, Speiseröhrenkrampfadern Stufe III, Bauchwasser, gelbes Gesicht, warmer Entzug unter Medikamente, fast Leberkoma - sie konnte verbal angesprochen werden und die Augen öffneten sich ein ganz wenig. Sprechen nicht möglich.

    Ich habe mit den Geschwistern gebangt und gehofft - wir waren im Krankenhaus. Innerhalb von 5 Tagen hat sie sich ins Leben zurückgemeldet - die Ärzte sprachen von einem kleinen Wunder - und sie sieht nichts ein. Bei dem Wort Alkohol guckt sie an die Decke - ich sehe es in ihrem Verhalten: Sie kämpft sich ins Leben zurück um an Alkohol zu kommen. Es zerreißt mich. Soviele Menschen wollen leben und sie will nur Alkohol.

    Die Ärztin hat sofort daraufhingewiesen, dass sie nicht mit sich reden lässt. Der Hausarzt schlägt "Betreuung" vor und keine Heimkehr in ihre Wohnung.

    Man sieht ihr die Alkoholsucht nicht an - die Mitarbeiter vom Heim waren ganz überrascht, denn sie gibt sich so "normal".

    Was mich am meisten verletzt? Sie sagt, so schlecht hätte es um sie im Krankenhaus nicht gestanden - wir übertreiben -

    Aber die Diagnose Leberzirrhose im Endstadium steht ja fest? Was passiert, wenn sie nun weiter trinkt? Ich vermute, dass sie bereits vom Heim aus sich Alkohol besorgt - die wissen zwar Bescheid in dem Pflegeheim, aber fussnah ist ja ein Bäcker mit Alkohol im Verkauf.

    Würdet ihr Eure Mutter/Vater noch zu einem "Langzeit-Entzug" per Betreuung zwingen, wenn die Lebenserwartung sehr gering ist? Oder würdet ihr sie in gewohnter Gegend lassen (vielleicht das Pflegeheim in der Nähe)???

    Ach ich bin so verwirrt. Wäre toll, wenn Ihr ehrlich sein würdet.

    Eure Lillemann