Hallo Old Flatterhand
Ich wollte vor der Arbeit nur mal kurz reinschauen, was sich so tut – und nun das.
Du spielst mit mir „Schiffe versenken“! Treffer vorne links – mal schauen ob ich den breiten Kreuzer die Tarnung nehmen kann. Einsicht erwächst nicht aus schönen Worten.
Danke – muss los – Uwe.
Beiträge von uwe.rothaemel
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Hallo Jürgen
Endlich auch ein wenig Humor im Austausch. Das erleichtert Gespräche bei weitem – mehr als jede Analyse.
Wazlawik, ich glaube der eigentliche „Erfinder“ jenes Beispiels – (das war doch das mit den verschiedenen Ohren?) – Hat genau auf dies gesetzt – den Humor. Da wirklicher Humor immer die eigene Person mit einschließt, sind missbilligende und vorwurfsvolle Bekundungen recht selten oder wirken zumindest nicht vergiftend.
Ich denke aber, wir sollten nicht auf die „Theorie“ verweisen, sondern weiter das „Lernen am eigenen Beispiel“ verfolgen. Nicht auszumalen, welche Schäden zu viel Reibung an noch frischer Borke verursachen kann.
Gruß – Uwe :
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Hallo Melanie
Ich denke, dass ein Selbstbestimmter Mensch, mit dem erforderlichen Durchsetzungsvermögen, selbstbewusste Personen, mit dem nötigen Rüstzeug, sich selten Gedanken um eine angemessene Unterhaltungstaktik machen brauchen.
Wer seinen Weg gefunden, als ausbaufähig befunden und sich bei sich selbst eingefunden hat, der ist es sich und seinem Umgang wert, auf „Augenhöhe“ zu diskutieren.
Es gehört, aus meiner persönlichen Erfahrung, aber nicht gerade zur hervorstechendsten Eigenschaft eines Alkoholikers – Wertschätzung der eigenen Person zu betreiben. Wenn alle Masken fallen – bleibt bei mir nicht selten ein hilfloses, verstörtes Etwas. Lediglich theoretisch habe ich dann Argumente.
Aus solcher Position ist es recht mühsam bis unmöglich mich nicht mit „Verschiebungen“ zu rechtfertigen – also mit Vorhaltungen, mich vor dem unguten Gefühl zu schützen. Das führt dann zu hinderlichen, gegenseitigen Verbalattacken.
Wenn das Ändern der Einstellung zu mir selbst, so einfach wäre, Speranza, dann wäre es für mich kein Thema. Ich übe jedenfalls noch und freu mich für jene, die das schon überwunden haben.
Gute Nacht für heute – Uwe. -
Hallo BC., hallo Spedi
Genau diese Art und Weise von „Senden und Empfangen“ war es, die mich zu dem Thread ermuntert hat.
„Stumpft man da mit der Zeit nicht unheimlich ab...? Dann benutzt man doch eigentlich…“
Was passiert, wenn ich schreibe: „Ich habe Angst meine Gefühle zu verraten, wenn ich einsam und starr wie eine Eiche in der Welt stehe. Mir reicht meine eigene Meinung zur Reflexion nicht aus…“?
Zum anderen, Spedi, wenn ich mich als der „Fels in der Brandung“ oder eben als „von äußeren Einflüssen unabhängige Eiche“ darstelle, kann ich damit rechnen, dass dies zum Anlass genommen wird – auch auszuprobieren. Wenn die „Eiche“ sich dann wegverpflanzt kann es ihr nicht wirklich egal sein.
Natürlich ist das alles natürlich. Ich will lediglich zum nachdenken anregen. Mir hat es mal geholfen, dass ich auf meine „Mängel“ im Zwischenmenschlichen, aufmerksam gemacht wurde. Es lässt sich verändern (Penta) – sicher aber nur wenn „Sender und Empfänger“ sich in ihren „Frequenzen“ annähern wollen. Meine „Antennen“ versuchen es nunmehr auf „Breitband“. Das bleibt aber auch nicht ohne Störungen. Aber ich sorge dafür, dass es mir damit gut geht (Ghiuirgean)
Ich geh jetzt zur Arbeit – da brauch ich mir über Derartiges wenig Gedanken machen. Die Bestellungen sind meist Eindeutig und die Vorgaben klar formuliert – das ist dann irgendwie schon wieder langweilig (im Bezug zum Thema)
Nicht nachlassen – Uwe. -
Hallo Yvonne
Ein gelebtes Leben hinterlässt Spuren am Körper – sicherlich. Doch wichtiger erscheinen mir aber die geistigen Spuren, die Dein Leben hier (und sicher auch anderswo) hinterlässt. Möglich, dass die Zweiten ein Stück weit die Ersteren verwischen können.
LG.- Uwe. -
Hallo
Da ist einiges zusammengekommen.
Freut mich aufrichtig -
Ich finde eine selbstkritische Betrachtung der persönlichen „Nachrichtenübermittlung“ für notwendig – gerade weil ich es nicht wirklich gelernt habe oder es mir tatsächlich vorgelebt wurde. Im normalen Zeitvertreib ist es glaube ich, nicht wichtig ständig darüber nachzudenken. Das Forum ist aber nun mal keine gesellige Veranstaltung. Worauf meine Fragen abgezielt haben, war lediglich, dass jeder für sich - und ich für mich - selbst hinschauen kann, warum gerade ein Gespräch aus den „Fugen“ gerät. Dabei ist dies hier ein wunderbares Übungsfeld. Im „wahren“ Leben, außerhalb der vermeintlichen Anonymität, verhalte ich mich ja genauso oder zumindest ähnlich, wie hier. Das Forum erscheint mir da als Mikrokosmos des Tatsächlichen. Und warum soll ich nicht in einem vergleichsweise geschützten Rahmen, das ausprobieren, was mir im „Außen“ hilfreich werden kann.
In meine Erziehung wurde gewissermaßen mit eingewoben: „Wer diskutiert, der streitet – und wer streitet, der mag sich nicht mehr. Wer die Diskussion verursacht hat, ist somit auch Schuld“ - am zerbrechen der so wichtigen Harmonie! Konsequenterweise wurden von mir Diskussionen oder gar Streit vermieden – was blieb war Schweigen oder schweigendes Dulden der Situation. Ich hatte dadurch recht lange keine angemessenen Mittel zur Verfügung, Auseinandersetzungen konstruktiv auszutragen. Ohne dieses Konfliktbewusstsein, habe ich aber auch lange keine Lösungsansätze für Spannungen gehabt. Das holt mich auch heute noch ab und an ein – Rückzug und ein schmollendes „Der kann mich mal…!“ sind die Folge. Dabei braucht es dies gar nicht.
Es ist so viel erlösender (selbst in der Kontroverse) bei mir selbst zu bleiben; gegebenenfalls auch die eigenen Verfehlungen einzugestehen; anderes auch mal so stehen lassen können (als eben lediglich eine andere Meinung) – ohne Vorwurf und dem dadurch entstehenden zerstörerischen Miteinander.
Harmonie kann dann ein Ergebnis – braucht aber nicht das Ziel zu sein.
Schönes Wochenende allen – Uwe. -
Hallo
Es ist kein neues Thema, aber möglicherweise kann es einmal etwas anders behandelt werden.
Es ist sicher kein Phänomen von Sucht- oder Zwangsgeplagten Menschen, wenn zwischenmenschliche Kommunikation schief geht. Auffällig ist allerdings, dass so wenig nutzbringend an einer Veränderung gearbeitet wird.
Da steh ich manchmal (nicht nur vor dem PC-Bildschirm) und frage mich verblüfft: „Warum versteht mich keiner?“; „Was hab ich Mann oder Frau getan, dass man/frau, so aggressiv reagiert?“
Im Umkehrschluss, reagiere ich mit vorwurfsvollen oder rechtfertigenden Argumenten. Eine dienliche Streitkultur hat somit keine Chance mehr.
Warum gehe ich in den meisten Fällen davon aus, dass mein Gegenüber (und nicht etwa Gegner) einen Vorwurf formuliert hat?
Liegt es etwa ein Stück weit daran, dass ich der Meinung bin, mir ein objektives Urteil über geschriebenes oder gesprochenes zu erlauben?
Liegt es daran, dass ich allem und jedem Wort und Satz eine Bedeutung oder einen Sinn abringe?
Liegt es daran, dass ich selbst lediglich eine „Du-Botschaft“ versendet habe, und somit schon die Grundlage lege?
Liegt es daran, dass ich keine einzige eigene Emotion über mein Befinden verlautbart habe, und somit zum interpretieren einlade?
Liegt es daran, dass ich vergesse, dass jeder seine eigenen „Wahrheiten“ besitzt?
Warum ist schon wieder nur der andere Schuld? (Zumindest diese Fragestellung sollte bekannt sein.)
Ich halte solche Fragen für mich wichtig - und die Beantwortung, mit dem Blick auf meine erste Interaktion für notwendig.
Ich bin ein Mensch mit „Neurose“. Das bedeutet zu aller erst für mich, dass meine Schwierigkeiten im weitesten Sinne darin liegen, zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen oder aufrechtzuerhalten. Hoppla! Die suche beginnt dann also bei mir selbst – Schade wieder nicht die anderen.
Wie seht ihr das? -
Danke Old Flatterhand
„Eher wünsch ich Dir das dein Verein heut Abend den Schalkern eins überbrät.“
Da hat ja unser Wünschen einen Erfolg gehabt. Nach Deiner Post für Melanie, hab ich mein „Inneres Kind“ mit dem Live-Spiel gefüttert. Ich bin trotzdem froh, dass mein allgemeines Wohlergehen nicht von den Cluuub-Ergebnissen abhängig ist. Achterbahnfahrten sind bei weiten nicht mein Ding.
Noch was zum „blechen“. Ich denke, bezahlt ist die Rechnung. Sie war vielleicht nicht ganz billig. Was sich jedoch abzeichnet, ist: dass nunmehr Nachleistungen kommen, die in ihrer Gewinnausschüttung so kaum zu erwarten waren.
Gute Nacht für heute – Uwe. -
Hallo
Warum immer gleich das schlimmste annehmen. Ich halte es für eher für löblich, wenn ein Feedback kommt, sobald sich eine Änderung im Verhalten des Einzelnen abzeichnet. Eine Nachfrage bedeutet in einer Gruppe keinen Angriff auf das Wohlergehen, sondern sensible Aufmerksamkeit.
Auch wenn ich es in meinen Leben bis vor Jahren nicht wahrhaben wollte, dass selbst Menschen die ich wenig kenne, ein Interesse an meinem befinden hatten, ich jede Rückmeldung als persönlichen Affront interpretiert habe – bin ich heute eher Dankbar.
Da macht sich keiner Sorgen um Dich, Hans, da will keiner seine Meinung populär machen. Ohne dass du es bemerkt hast, erscheinst du für manch einen wichtig. Das ist eine Interpretation die auch mal so stehen bleiben kann.
Gruß - Uwe -
Hallo Old Flatterhand
Ich habe diese Geschichte, vom Mann und seiner Schlüsselsuche, zum ersten Mal in Wazlawiks „Anleitung zum Unglücklich sein“ gelesen. Meine Interpretation ist der übliche Versuch des „Mehr vom Selben“, um etwas zu erreichen, was mir aber den Blick auf andre Lösungswege versperrt.
So hat ein „Mehr vom Selben“ meine Alkoholkarriere dynamisiert, ich mir immer wieder den Kopf gestoßen, wenn ich mit der gleichen Taktik und nur gesteigerter Energie, Erfolge feiern wollte, wo schon ein eingestehen des persönlichen Scheiterns im zweiten Versuch förderlich gewesen wäre. Oder eben lediglich eine andere Herangehensweise den Konflikt bewältigt hat. Verzweiflung, durch gelebte Uneinsichtigkeit – stures Festhalten an eingefahrenen (möglicherweise auch ehemals dienlichen – nun aber nicht mehr zeitgemäßen) Strategien.
Die Erinnerung daran, kommt mir gerade in einer momentanen Situation sehr hilfreich vor.
LG. - Uwe -
Hallo Melanie
Entspannt sieht wohl anders aus. Auch wenn ich noch zwei Tage Urlaub anhängen kann – so richtig abschalten ist im Moment nicht möglich. Es lagen einige Entscheidungen an, und die Vorstellung – besser die Gewissheit -, dass jedes „Ja“, für etwas anderes (anderen) ein „Nein“ bedeutet, ist gelegentlich gefühlsmäßig immer noch eine kitzliger Punkt. Das Unwohlsein ist trotz aller Logik dabei, ernüchternd. Selbst wenn ich für mich gute, nachvollziehbare Gründe anbringe und ein abklingen des unguten Gefühls sicher ist.
Zumindest ist der Umgang damit mittlerweile erträglich und nicht mehr mit dem in Frage stellen des persönlichen Wertes verbunden.
Morgen sieht’s schon besser aus – weiß ich! Gruß Uwe. -
Hallo Gela
Wenn ich mich woanders austauschen würde, hätte ich GEFÄLLT MIR angeklickt. So nehme ich deine Schlussfolgerung ohne urheberechtliches Bedenken in meine Aphorismen-Sammlung auf.
Danke dafür und schönen Gruß - Uwe -
Hallo
Ich will zumindest der erste sein, der sich in den Osterurlaub verabschiedet. Ich hab eine Internetfreie Woche in Thüringen bei Schwester, Bruder und Muttern gebucht.
Tschau und gute Zeit bis nächsten Dienstag – Uwe. -
Hallo
Der Begriff der Sucht wird mittlerweile recht inflationär für jede zwanghaft erscheinende Verhaltensweise verwendet, und diskreditiert, meiner Meinung nach, auf ebenso abwertende Weise den Menschen der dahinter steht. Ob nun ein Stoff oder ein Verhalten Anlass zur Sorge geben, bleibt für mich einerlei. Meist werden mit einer Benennung „Der Sucht“ lediglich die auffälligsten Anhaltspunkte etikettiert, was in keinster Weise das wirkliche Dilemma des Betroffenen beschreibt.
Alkohol-, Nikotin-, Arbeits-, Beziehungs-, Chat-, Ess-, Fernseh-, Handy-, Internet-, Kauf-, Medien-, Sammel-, Sex-, Spiel-, Sportsucht und Co-Abhängigkeit etc.. Schnell werden diese Begriffe (ver.-)gebraucht. Wie ernsthaft gehe ich aber wirklich damit um? Und ziehe ich daraus Konsequenzen für mich und den Umgang mit und meinen Mitmenschen? Bin ich Vorbild oder verleugne ich - wie so viele andere?
Es liegt in meiner Eigenverantwortung, sofern ich zur Einsicht nach meinen „Tiefpunkt“ (mir ist existenzieller Weckruf lieber) gekommen bin, dahin zu schauen, welche notwendigen persönlichen Bedürfnisse ich mit den „ungesunden“ Zwängen zu kompensieren versucht habe. Sucht ist, meiner Meinung nach, eine Beziehungskrankheit – mit einen elementaren Beziehungskonflikt mit meinem Selbst. Es ist immer wieder bei mir dazu gekommen, dass bei gewissen „Türen“ (Emotionen) die ich für mich öffnen wollte, erst einmal, sozusagen als Selbstschutz vor dem „Neuen“, ein anderes Drängen den Vorrang erhielt. Eine Flucht in eine andere Ausschweifung zur Ablenkung des Wirklichen. Veränderungen sind meist schmerzhaft. Stelle ich doch damit mein bisheriges Handeln in Frage. Bei genauer Betrachtung hat diese Art der Abwehr aber auch das für mich richtige Tempo vorgegeben. Achtsamkeit durch die Selbsthilfe hat mir den Rahmen gewissermaßen vorgegeben.
Karsten, ich finde es wichtig, dass gerade bei diesen Thema jeder bei sich selbst bleibt. Es mag in jeder Zwangshandlung (von mir aus auch Sucht oder Abhängigkeit) irgendwo gemeinsame Nenner vorhanden sein – konkret, sind es aber ganz individuelle Aufgaben und ganz persönliche Lösungswege, die Angegangen werden sollen und notwendig sind. Da ist es hilfreich von ein paar Erfahrungen zu lesen, darin stimmen wir überein. Davon sind leider wenige hier. Schade eigentlich.
Den eigenen Lösungsweg, kann aber auch nur jeder für sich selbst entwickeln.
Ich verabschiede mich in meinen Oster-Urlaub – ab ins Hotel Mama. Bis irgendwann nächste Woche – ein zufriedener Uwe. -
Hallo
Ich weiß nicht, ob ich es für mich als „unbewusste Sucht“ bezeichnen kann, als Suchtverlagerung benenne oder vielleicht besser – eine Ablenkung oder Verleugnung (schlimmstenfalls Verdrängung) von meinen wirklichen Aufgaben. Die „Gefahr“ besteht, nach meinen Erfahrungen mit mir selbst, bei Vielem, was ich irgendwie ungezügelt mache. Keine Ahnung, ob andere frei davon waren oder sind – ich habe, nachdem ich erst einmal aufgehört habe zu trinken, alle möglichen „Abwehrstrategien“ entwickelt, um mich von meinen persönlichen Problemen abzulenken. Die Arbeit kam da genauso recht, wie ausschweifende Essattacken, maßloses abnehmen im Anschluss und selbst anderen helfen zu wollen, habe ich hemmungslos versucht. Die Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Hauptsache – es ging nicht um mich selbst.
Ich finde es daher für mich immer mal wieder als notwendig, etwas genauer drauf zu schauen, wie und was ich gerade tue. Mit welcher Intensität und mit welcher wirklichen Motivation. Meine Verhaltensweisen haben nun mal Suchtcharakter. Dabei ist es meiner Meinung nach egal, welchen Namen ich dem Symptom gebe. Auch ob ich dabei „stoffliches“ verwende, oder mich in Zwänge flüchte, halte ich für einen Nebenschauplatz. Wenn ich nur den Alkohol oder eben den Alkohol trinkenden Partner weglasse, habe ich vielleicht die Sachlage – noch nicht aber meine eigenen, situationsbedingten Handlungsweisen verändert. Zufriedenheit sieht anders aus – und ein nachdenken über das Thema, erachte ich für jeden mit ähnlicher Vorgeschichte, als durchaus sinnvoll.
Österliche und bedachte Grüße – Uwe. -
Hallo Beagle
Da mir meine „Krankheiten“ vollkommen ausreichen, habe ich mir zur Losung gemacht, keine neuen Diagnosen für meine sporadische Niedergeschlagenheit zu suchen.
Ich stell mir gelegentlich die Frage: „Was würde ich jemanden empfehlen, der mit der Gleichen Antriebslosigkeit zu kämpfen hat – und was hindert mich daran, genau dies für mich zu tun?“ Allein dieser Blickwinkel veranlasst mich meist schon zum schmunzeln und nicht selten zum aktivwerden.
Sonnigen Tag und LG. – Uwe. -
BC, es scheint sich bei Dir einiges am Selbstverständnis verändert zu haben. Dazu braucht es keine Analyse nur ein genaues Nachlesen Deiner Reaktionen heute und noch vor wenigen Wochen.
Auf deine Post von heute Morgen, hatte ich folgende Antwort vorbereitet:
„Das, was Du beschreibst kenne ich und kann auch Deine Absichten dahinter ein Stück weit nachvollziehen (auch wenn ich Mich an einigen Begrifflichkeiten stoße, was aber keinen kontroversen Diskurs erfordert. Es gibt so viele Herangehensweisen).
Ich habe sehr früh (unbewusst) darauf schauen „müssen“, dass es meinem Umfeld gut geht. Die dabei entwickelten empathischen Fähigkeiten helfen mir gelegentlich heute, eine Vorstellung von anderen zu bekommen – ja, und eben auch Verständnis aufzubringen. Der Zugang zu mir selbst, also ein Einfühlungsvermögen für die eigen Bedürftigkeit, aber blieb (und bleibt mir auch heute noch zum großen Teil) verschlossen.“
Ich habe sie vor der Arbeit aber nicht verschickt, da ich schauen wollte, wie sich das entwickelt – ich hatte da so eine Ahnung.
Da ich es keinesfalls „komisch“ finde (die persönliche Wertung erlaube ich mir mal), würde mich einfach interessieren, wie du zu so viel Gelassenheit in so relativ kurzer Zeit gekommen bist. Ich hätte mich zumindest (wenn auch nicht unbedingt öffentlich) bei einigen Gelegenheiten geärgert. Das hat natürlich etwas mit meinen Vorstellungen zu tun.
Ausgeglichene Grüße – Uwe. -
Hi
Ich habe als „Stift“ in Oberhof, fünf verschiedene Hotels nach 20 Litern „Forellen-Blau“ abgeklappert. Und habe voller Stolz, nach gefühlten zehn Kilometern Dauerlauf, zwei Kanister Essigwasser zurückgebracht.
Wachsamen April-Sonntag – Uwe -
Hallo Hartmut
Möglich, dass beim Co-Verhalten ein Selbstmord auf Raten in Form der Flasche nicht oft als Option gezogen wird- sie wird aber gezogen. Wie unmittelbar soll den der Tod Eintritt erhalten. Ich kenne einige Fallbeispiele, wo das Co-Verhalten eines Tages in destruktives Handel umschlug, und der ganze persönliche Frust ein finales Ende fand.
Ich will nichts überbewerten oder dramatisieren – doch halte ich es für unangebracht, ein ebenso „krankhaftes“ Verhalten zu verharmlosen – so kann es nämlich interpretiert werden (Ich bin mir sicher, dass dies nicht deine Absicht war).
So wenig, wie ich in Gut und Böse dabei unterscheide, genauso wenig ist mir Geringer und Mehr „krank“ vertraut.
Beide Verhaltensweisen scheinen einen Ursprung in meinen Prägungen und damit mit meinen unmittelbaren Vorstellungen zu tun zu haben – und beide führen unweigerlich in eine sehr unzufriedene, bedrohliche Lebensbewältigung. Wenn ich aus dieser Lebenssituation aussteigen will, ist für beides auch ein ähnlicher Ansatz überlebensnotwendig - Ein überprüfen meiner Gedanken und meines Handelns, auf verlassen geglaubte Verhaltensweisen und Denkarten.
War mir einfach wichtig – Gruß Uwe. -
Melanie, Penta
Ich schreibe extra, dass Abstinenz kein Wettkampf ist. Die „Gewichtsklassen“, das eigene Tempo, die persönlichen Veranlagungen und Hintergründe sind einfach zu verschieden. Und ja, ich finde, dass es zum Glück so ist - denn: des Glückes Tod ist der Vergleich!
Heute, meine ich, weit weg vom „Wettstreits-Denken“ zu sein – das war bestimmt nicht immer so.
„Schneller, Höher, Weiter“ …leben auf der Überhohlspur und dabei möglichst alles auch perfekt hinbekommen. Leistungsorientiertes Dasein. Das geht nicht vorbei, nur weil der Alkohol wegegeschlossen wird. Einen Klienten, den ich heute als meinen Freund schätzen darf, habe ich zu seinem Abschied aus der ambulanten Therapiegruppe (die er drei Jahre besucht hatte), mit auf den Weg gegeben. „ Du bist für mich der Ansporn, dass man das auch schneller schaffen kann!“ Worüber wir heute beide lachen können, war damals ganz schön heftig. Neid spielt bei solchen Gelegenheiten, sicher auch eine Rolle. Die Eifersucht, dass jemand etwas erreicht hat, von dem ich noch gar keine Ahnung hatte, wie ich es hinbekommen könnte – das Ziel aber als persönliche Erfordernis schon definiert war.
Ich will solches Streben und die Gefühle dazu jetzt aber auch nicht schlecht machen. Sie hatten durchaus für meine persönliche Entwicklung einen motivierenden Charakter. Die Auseinandersetzung mit den Themen „Scheitern“ und Enttäuschung“ erkannte ich dabei als eine Notwendigkeit.
Die Gründe für mein alkoholfreies Leben heute, haben sich gewandelt. Ich denke, meine „Geschwindigkeit“ gefunden zu haben. Die ist nicht gleichmäßig. Ruhephasen haben nunmehr die gleiche Berechtigung, wie die gelegentlichen „Raketenstarts“. Geduld und Ungeduld führen ein vergleichsweise „harmonisches“ Miteinander.
Ich neide auch niemanden mehr um seine Zufriedenheit, sondern freue mich für ihn mit – das ist bei weitem entspannter und kommt als Wohlgefühl zurück.Ich wünsch Euch einen schönen Tag – Uwe.