Hallo
Es gibt keine 100%tige Sicherheit für eine dauerhafte Abstinenz! Mag sein, aber was ist so schlimm daran, für sich selbst neue Statistiken zu entwerfen? Da wird die eigene Wahrscheinlichkeit kleingeschrieben (Matthias), andere beten „Du darfst niemals nie sagen!“, „…mir könnten die schlimmsten Dinge geschehen…“, „…die Zukunft kann keiner vorhersagen…“
Wer hat denn diese Aussagen in Stein gemeißelt und zum Gesetz erklärt? Ich habe vorhin mal meinen Kaffeesatz untersucht und die Hühnerknochen vom gestrigen Abendessen auf den Boden geworfen – keine Anzeichen daraus zu erkennen, dass es mir demnächst die Füße wegreißt.
Spaß beiseite. Wer will mir denn verbieten, zu behaupten, dass mein momentanes Gefühl gerade sagt: „Mein Leben ist alkoholfrei - so wie die letzten vier Jahre - hervorragend!“ und die Vernunft in mir der Überzeugung ist: „Du bist aktiv bei der Sache, kein Grund, die optimistische Grundeinstellung aufzugeben!“ um schlussendlich zu der Aussage zu gelangen: „Ich bleibe beharrlich, bis zum letzten Atemzug, abstinent.“
Ich spreche hier nicht von Menschen, die ihre ersten Schritte in die „Trockenheit“ wagen. Da sind Schwüre, wie: „Ich werde nie mehr Alkohol trinken!“ von der Anfangseuphorie und/oder den Ängsten und Schrecken der nahen Vergangenheit geprägt.
Doch für mich nehme ich mir die Freiheit zu behaupten: „Ich werde dauerhaft abstinent leben!“. Das ist kein Versprechen an eine unbestimmbare Zukunft, sondern ein Versichern, dass ich versuchen werde, mir und meinen Einstellungen treu zu bleiben.
Nur mal so`n Gedanke - Uwe
Beiträge von uwe.rothaemel
-
-
Hallo Matthias
Ich hatte nicht vor, deinen letzten post zu kommentieren. Ich darf aber meine Meinung ändern.
Eine Frage hat mich den gesamten Abend nicht losgelassen. Warum setzt du deine Trockenheit in Klammern und schreibst die Wahrscheinlichkeit dazu auch noch in kleinen Lettern? Ich finde das unnötig.
Gute Zeit – Uwe. -
Matthias, Glück auf
Wenn mir eine Geschichte geschieht, wie sie dir gerade widerfahren ist (und wirklich selten sind sie nicht), schaue ich genau hin, welche Gefühle es bei mir auslöst. Die kann ich nicht beeinflussen, doch sie haben einen Ursprung. Es hat gewissermaßen nur insoweit etwas mit mir zu tun, wie ich damit umgehe. Ist beim „Rechtbehalten“, so was wie Schadenfreude dabei, und wenn warum? Bin ich übermäßig traurig, wie nah stand mir der Mensch? Oder sind es wieder einmal nur meine eigenen Ängste, die ich übertrage? Ist da etwa Schuld? Und wenn, wieso? Belastet es mich „unangemessen“, nehme ich das Thema mit in die reale SHG.
Das zeigt mir dann in etwa (selten genau), welche Erinnerungen sich verantwortlich zeigen. Das klingt zwar wie eine therapeutische Maßnahme – ist es aber nicht. Es sei denn jedes Gespräch (wie Freud bemerkte) ist irgendwie Therapie. Auf jeden Fall erleichtert es den Umgang mit der Situation – das darf dann auch mal reichen.
Schönen Tag noch – Uwe. -
Hallo Matthias
Womit hast du den recht behalten? Doch nur soweit, dass das Leben welches du führst, für dich (und ausschließlich für dich), so ganz ordentlich zu passen scheint. Was soll dabei Mist sein, die richtigen Entscheidungen zur rechten Zeit getroffen zu haben.
Du hast genügend Baustellen im eigenen Umfeld, als dass du es dir anzutun brauchst, auch noch der Architekt für andere sein zu wollen.
Es ist natürlich traurig, wenn sich wieder jemand für einen Baustil entschieden hat, wo erst das Dach konstruiert wurde, um danach an das Fundament zu denken. Er jedoch, hatte oft genug die Möglichkeit, seine Wahl zu überdenken. Anstatt „mehr vom Selben“ einen anderen Weg zu nutzen.
Ich bin seit geraumer Zeit auch so tolerant diesen Menschen zuzugestehen: es ist ihre Entscheidung, ihre Wahl und somit auch ihr Recht so zu handeln, wie sie es tun. Das ist nicht herzlos, sondern vernünftig – und hat nichts mit recht behalten zu tun.
Ich selbst gehe ja auch sehr offen mit meiner Sucht um und stoße zuweilen mit dieser Ansicht auf Widerstände. Es hat aber noch keiner versucht, mich umzustimmen, weil sein „heimlicher“ Weg, sich für ihn als der „bessere“ herausgestellt hat. Wie ich den Weg auch gestalte, die Konsequenzen liegen in der eigenen Verantwortung.
Gute Zeit – Uwe. -
Hallo Lütze
So ähnlich, scheint es sich mit dem Glück zu verhalten.
Ich brauche etwas, dass ich mir zu wünschen übrig lasse. Wenn ich alles besitzen würde, wäre ich wohl enttäuscht. Ich brauch auch nicht alles zu wissen – es soll noch Neugier übrig bleiben. Es ist die Kunst (und keine falsche Bescheidenheit), nicht nach dem Vollkommenen zu streben. Wenn alle Ziele erreicht sind, kein Wünschen mehr vorhanden ist, kein Glücksmoment mehr fehlt, bleibt nur die Angst alles zu verlieren.
Weiter suchend und damit zufrieden – Uwe. -
Hallo Matthias
Mein Vater hat mal vor geraumer Zeit zu mir gesagt: „Väter verzeihen ihren Söhnen die Fehler am schwersten, die sie selbst gemacht haben.“ Ich habe ihm in etwa darauf geantwortet: „Und wahre Größe des Sohnes wäre dann wohl, zuzugeben, dass der Vater in etlichen Dingen recht behalten hat.“ Ich hatte so etwas Ähnliches irgendwo gelesen, und cool gefunden. Beide haben wir damals die Worte nicht wirklich ernst gemeint, weil es für die vermeintliche Lappalie, nicht angemessen erschien. Wir haben herzlichst über den Dialog gelacht. Heute weiß ich, dass beides stimmt.
Wir haben nicht mehr die Chance gehabt, es vor vier Jahren, wieder zu uns zu sagen. Unser beider Lebenssituation wäre zu dem Zeitpunkt für dieses Zwiegespräch, mehr als angemessen gewesen. Er lag im Sterben und ich war auf Entgiftung – in verschiedenen Krankenhäusern 400km voneinander entfernt.
Ich lebe nunmehr die Toleranz und das Verzeihen, welches aus den Sätzen spricht.
Was hat das mit dir zu tun – habe Geduld. Ich hoffe nur, du musst nicht das zeitliche segnen, damit aus dem Vorgelebten, Einsicht erwächst.
Noch eine Anregung, für den Fall, dass du es noch nicht hast: schnür mal ein Packel, mit all den Gut gemachten und gelungenen Dingen – dann wiegt das andere nicht so schwer.
Sorglosen Sonntag - Uwe. -
„Das Alte muss die Chance erhalten im Feuer des eigenen Bewusstseins zu verbrennen. Nur dann ist Raum, Raum, Raum fürs Neue.“
Hallo Old Flatterhand
Die Metapher hat mich sehr beindruckt. Im Feuer gibt es keine Halbheiten, kein Flickwerk, keine Pfuscherei. Das verbrennen hat etwas Endgültiges, Reinigendes, Erneuerndes und auch Befreiendes, wenn ich den zerstörerischen Auftrag im positiven Sinne deute. Dem Feuer alte Gewohnheiten oder Verhaltensmuster zu opfern, um innerlich für Neues frei zu sein. Die Entschlossenheit, nicht nur unangenehmes loszuwerden, sondern auch der Wille zur Veränderung. Ein verzehrendes, vernichtendes Feuer hat Konsequenzen – es geht um Wandlung - und die Eigenverantwortung in den resultierenden Schmerz.
Danke -
Endlich wieder mit offenen Mund lachen können. Es war schon irritierend, die vermeintliche Unansehnlichkeit jetzt so streng zu bewerten (hat mich ja lange genug nur bedingt gestört). Es ist noch etwas ungewohnt, weil jetzt wieder Zähne da sind, wo ich lange Zeit Pommes hätte verstecken können, doch es fühlt sich gut an.
Auf der einen Seite ist es eine Äußerlichkeit - auf der anderen Seite ein Stück zurückerlangte Lebensqualität. Für sich genommen ist es ein Zeichen dafür, dass ich mich auch selbst wieder mit „anderen Augen“ betrachte – Wohlwollender. Allein dafür haben sich die Schmerzen (einschließlich beim Sparen) gelohnt. Nun habe ich sozusagen den „Kleinwagen“, den ich nie besessen habe, in der Mundhöhle. Naja, die CO2–Bilanz ist vergleichsweise besser.
Selbstzufriedene Grüße – Uwe. -
Hallo
Wieder zurück, und ein Stückchen schlauer. Ich bin froh, mich für diese acht Wochenenden in acht Monaten angemeldet zu haben. Es ist der rechte Inhalt zum richtigen Zeitpunkt. Das Gefühl, welches mich beschlichen hatte, etwas auf der Stelle zu treten, kann hierdurch ausgeglichen werden. Auch dieser Fortschritt wird Geduld erfordern. Doch ich sehe es als eine weitere Plattform, mich darin zu üben.
Mein Befinden hat sich in den letzten Wochen durchaus auf einem positiven Niveau befunden, das ich in der „Ausdauer“ so nicht kenne. Das liegt auch zum Teil an Euch.
Danke und Gruß – Uwe. -
Hallo Old Flatterhand
Ich habe deine „Geister“ schon richtig gedeutet. Ich habe nur beschrieben, was es bei mir ausgelöst hat. Mir blieb die Erfahrung des Deliriums erspart und die Berichte, die ich darüber hören musste, lassen mich dem auch nicht nachtrauern.
Ansonsten kann ich mich Petras Eindrücken nur anschließen. Auch wenn du notierst „…Ich bin kein Literat und habe nicht die Schreib- und Gliederungskenntnisse…“, ist es genau der Stil, der mich bewegt, der etwas anklingen lässt. Ich mag es, weil es ehrlich ist.
Nach innen gerichtete Grüße – Uwe. -
Hallo Rhein
Nun, ich habe es so interpretiert, dass sie jemanden gesucht hat, der ihr schnell und effizient erklärt, wie sie die Krise bewältigt. Dazu ist es aber nicht gekommen. Der Therapeut kann ihr nur „Handwerkzeuge“ in die Hand geben, um ihr Leben so zu gestalten, dass es ihr dabei gut geht. Sie hat nach der Erfahrung mit ihm genau dies gemacht. Es war schon ein wenig Ironie dabei.
Gruß Uwe. -
Hallo
Ich verabschiede mich wieder mal in ein Internetfreies, verlängertes Wochenende. Das Gruppenseminar steht an und ich freue mich richtig darauf. Vermutlich werde ich diesmal üben können (müssen) „aktiv zuzuhören“. Ich bin zwar zufrieden mit meinen Zahnarzt, aber wir beide noch nicht mit dem momentanen Ergebnis. Zwei Sitzungen muss ich noch aushalten, um wegen dieser Altlast wenigsten äußerlich nicht mehr beeinträchtigt zu sein.
Bis Sonntagabend – Uwe. -
Hallo Matthias
Ohne „Oberlehrerhaft“ sein zu wollen, eine Anmerkung. Die Situation, die du im obigen Text beschreibst, und die Thematik des „Hilflosen Helfers“ sind verschiedene Aspekte im gleichen Kontext.
Es gibt dazu zwei durchaus lesenswerte Bücher, die mir sehr geholfen haben, die eigene Motivationen und meine persönlichen Verhaltensweisen in bestimmten Situationen zu hinterfragen. Einmal von Wolfgang Schmidbauer „Das Helfersyndrom – Hilfe für Helfer“ (9.90 €) und zum anderen von Eric Berne „Spiele der Erwachsenen“ (9,95 €). Beide sind so geschrieben, dass sie von Laien auch verstanden werden können.
Mir persönlich haben sie ein Verständnis dafür geliefert, warum ich mich in einigen Situationen benehme, wie ich mich benehme und wie ich gelegentlich, diese Strukturen verändern kann, um angemessen zu reagieren. Es hat halt immer etwas mit mir zu tun – nicht mit den Anderen.
Um Jürgen mal zu zitieren: Das ist keine Suchtberatung.
LG Grüße - Uwe -
Ich misch mich kurz mal ein, Jessie
Ein Therapeut kann dir kaum erzählen, was für dich richtig oder falsch ist – er kann aber die Möglichkeiten in dir wecken, die schon lange vorhanden sind. Das hat er, meine ich, innerhalb einer Sitzung ganz gut hinbekommen.
Gruß - Uwe -
Hallo Old Flatterhand
Deinen letzten Satz habe ich mehrmals gelesen und ein wenig gebraucht warum er mich so berührte. Dabei ist es sehr einfach – mit ein bisschen Ehrlichkeit.
Es gibt wenige Geschichten die mich ernsthaft aus der Bahn werfen, bzw. die mich zu einem verstohlenem Weinen bringen. Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens gehört dazu (egal in welcher Machart –als Buch, Film, selbst als Muppets-Interpretation).
Die Parallele, die Erinnerung, an die Verwandlung des Ebenezer Scrooge durch seine Geister, zu einem anständigen und sanftmütigen Menschen.
Die Geister meiner Vergangenheit haben ihren Zweck für meine Zukunft. Sie haben auch für dich einen Sinn erfüllt.
Herzlichst – Uwe. -
Hallo Old Flatterhand
„Muss ich erst sterben um zu leben?“ schon der heilige Augustinus schrieb: „Nur angesichts des Todes wird das Selbst des Menschen geboren.“ Und eine Reihe anderer große Lehrer haben durch alle Zeiten hindurch daran erinnert, dass der Tod an sich unsere Existenz zerstört, aber die Idee – der Gedanke an die Sterblichkeit – uns befreien kann.
Heute kann schon der Verlust banaler Dinge, wie Äußerlichkeit, Stil, Vermögen und Ansehen zum Umdenken verleiten, weil wir solche Nichtigkeiten schon als lebensnotwendig erfahren. Doch wirkliche Veränderung erstrebe ich meist erst dann, wenn ich mich meiner einmaligen Chancen bewusst werde. Die Unausweichbarkeit und unveränderlichen Charakteristika des Lebens und des Sterbens vor Augen führen und begreifen kann.
So habe auch ich erst begonnen mir meiner Verantwortung bewusst zu werden, wo die Angst vorm sterben ohne „richtig“ gelebt zuhaben größer war, als die Furcht vor dem Tod (und ich hatte meine Wohnung nicht aufgeräumt –Scham spielt immer wieder seine Rolle).
Heute kann ich Sachen schätzen, die mir verborgen geblieben sind, da mir das Wunder das sie sind, viel bewusster ist (nicht wie es ist, sondern das es ist macht das Mysterium).
Gruß - Uwe -
Hallo Melanie und Penta
Nun sind wir vom Vergessen und Verzeihen, über das gelegentliche Verleugnen, das Zulassen zum Benennen der Gefühle gekommen. Da kann der Eindruck entstehen, dass eine hätte mit dem anderen nichts zu tun – ist aber nicht so.
Schlussendlich geht es darum, dass ich mich als Person und die Situation als solche, so zu akzeptieren, wie sie ist. Und gelegentlich, wenn es erforderlich ist, aktiv etwas ändern kann, wenn es nicht mehr zur Lebenssituation passt. So schwer dies auch ab und an sein mag. Vom Wollen zum Handeln, auch wenn Veränderungen Unsicherheit bedeutet ( und Ungewissheit ist erst einmal bedrohlich).
Über den Weg zur persönlichen Zufriedenheit, brauchen wir uns nicht einig zu sein – zu unterschiedlich sind die individuellen Lebenserfahrungen. An anderer Stelle habe ich schon mal geschrieben, dass es hierbei kein richtig und falsch gibt. Ich bin nur selbst immer mal wieder gefährdet, die eigenen Theorien zu missachten, um unbedingt alles richtig zu machen.
Ich sehe weiterhin meinen Weg als Gelegenheit, mir Gedanken über existenzielle Fragen zumachen, über die ich ohne die Grenzerfahrungen aus der Sucht, niemals nachgedacht hätte. Eine Chance, im Jetzt und in der Zukunft ein Leben zu führen, dass mir ohne die Krise verwehrt geblieben wäre. Ich denke, dass ist der größte Gewinn, den ich aus dem Verlust der „Kontrolle“ ziehen kann. Es sind Erfahrungen, die manchen „Gesunden“ zum persönlichen Glücke fehlen - auch wenn er sie gar nicht vermisst.
Schöne Woche ihr zwei und Danke –Uwe
P.S. Keine Worte an den 5300-Tage-Mann Old Flatterhand zu richten, wäre ein Fauxpas.
Das Bild der Postkarte von damals, ist ein Klassiker. Es hängt auch in einer Arztpraxis, die ich kenne. Ein wenig tragisch dabei ist, dass ich es erst wahrgenommen habe, nachdem das Kind schon in den Brunnen gefallen war. Erst der Hintergrund der eigenen Betroffenheit, gibt dem Thema die Aufmerksamkeit, die ihr gebührt. Das hält mich nicht davon ab, mit meiner Geschichte auch mal für Aufmerksamkeit zu sorgen. Mir geht es gut dabei und wer weiß wen ich damit berühre.
Dir auch einen schönen (gesegneten) Herbst und meine die Jahreszeit und nicht das Alter. Deine Beiträge empfinde ich immer als eine Bereicherung für meine Gedanken und Gefühle. -
-
Hallo Melanie
Vielleicht kann ich meine Gedanken dazu etwas präzisieren. Wenn ich die Emotionen echte Gefühle und beigeholte oder besser hervorgeholte Gefühle unterscheide. Gerade in Stresssituationen können mir die echten Gefühle helfen eine angemessene Lösung für ein Problem zu finden, eine Veränderung herbeizuführen. Im Prinzip lebst du schon das, was ich noch übe.
Bleibe ich bei den Beispielen aus meiner Vergangenheit, so wird mir die Wut oder der Ärger über die Geschehnisse nicht weiterhelfen. Für die Gegenwart habe ich keinen Lösungsansatz. Ich kann mich mit Selbstmitleid zufrieden geben oder zornig und unzufrieden mit mir selbst durch das Leben gehen (hervorgeholte/vorgelebte Gefühle aus der Vergangenheit, Strategien die als Kind möglicherweise noch hilfreich waren), aber es ändert nicht meine Situation heute. Groll auf mich selbst ist in der Gegenwart wertvoll, wenn ich direkt Einfluss auf mein handeln nehmen kann.
Freuden aus der Geschichte dürfen mir heute und auch morgen passieren. Deswegen ist sie für mich zeitlos. Alle anderen versuche ich der richtigen Zeitschiene zuzuordnen.
Wie schon öfter in diesem „Wollen“ – Thread: gelingt mir, gelingt mir nicht gelingt mir…
Schönen Sonntag – Uwe. -
Guten Morgen Penta
Sind Gefühle nicht alle zeitlos? Naja, wie ich es betrachte. Ich habe in der Vergangenheit Angst oder Ärger gehabt, aber die Geschichte kann/soll mir keine Furcht mehr einflößen oder Verdruss bereiten – sie ist vorbei und nicht mehr zu ändern. Genauso ist es „unzeitgemäß“ schon über einen Verlust zu trauern, der erst noch kommt, da ich zukünftiges nur bedingt vorhersagen kann.
Die „Zeiteinteilung“ für die Emotionen ist für mich eine „Gegenprobe“ ob ich angemessen reagiere oder mich gerade wieder in Paradoxien verheddere. Das mache ich natürlich nicht ständig. Ich bin zwar ein sehr „kopfgesteuerter“ Mensch, aber nicht pausenlos mit Selbstreflexion beschäftigt. Es ist genaugenommen der Versuch für eine bessere Einordnung der Gefühlswelt, da ich sie erst kennenlerne.
Erfreulichen Sonntag – Uwe.