Beiträge von uwe.rothaemel

    Hallo Melanie
    Keine Sorge ich verleugne nichts und vom verdrängen bin ich relativ weit weg (bis auf jenes was ich noch nicht angeschaut habe, doch hierbei keine Rolle spielt. Stichwort: Inneres Kind).
    Wenn ich die eigene Gefühlswelt ganz grob einteilen will, gehört die Angst für zukünftiges; Ärger und Wut ist gegenwärtig und für die Vergangenheit steht Trauer (nur die Freude ist Zeitlos). Heute bin ich dabei, mir in verschiedenen Situationen dies immer wieder mal vor Augen zu führen. Wenn ich mich zum Beispiel über Geschichten ärgere, die noch gar nicht passiert sind (ich bin ein Meister der Spekulation aus alten Verhaltensmustern), ist das nicht „zeitgemäß“.
    Vergangenes betrauert, verarbeitet zu haben (egal ob Personen oder Erlebtes), vergessen zu können, bedeutet ja nicht frei von Erinnerung. Wenn ich mich heute auf mich selbst konzentriere und kennenlerne, erfordert es auch die Fähigkeit vergessen/ vergeben/ verzeihen zu können – und nur wenn ich mich auf mich selbst konzentriere und kennenlerne, kann ich mich überwinden, für das Neue, das Gegenwärtige und das Zukünftigen offen zu sein. Das ist jetzt auch mehr ein philosophisches Ideal, als dass ich es eins zu eins umsetzen kann. Die Geschichte verstehen ohne in ihr gefangen zu sein. Die Gefühle dazu kommen und gehen - und ich lass die auch (langsam) zu.
    Herzlichste und nichtnostalgische Grüße – Uwe.

    Hallo Melanie
    Im Bezug auf Schuld und Verantwortlichkeit, Bestrafung wegen dem Versagen ist das Vergessen können meiner Meinung nach keine Schande sondern Notwendigkeit. Ein Leben in selbstverachtenden Vorwürfen hilft mir nicht weiter. Es geht mir darum, dass ich, nachdem ich meine Vergangenheit soweit aufgearbeitet habe, wieder eine Möglichkeit habe, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren – die Gegenwart. Ich meinte nicht Verleugnung oder gar das Verdrängen des Geschehenen. Willentlich vergessen geht sowieso nicht.
    Gerade beim Gesichtspunkt des persönlichen Scheiterns, sofern ich einen positiven Aspekt daraus gewinnen will, brauche ich nach dem Erkennen und der erforderlichen Bewältigung des Erlebten, eine Strategie. Statt mehr vom Selben (Suchtmittel oder im Co-Verhalten – Fürsorge) eine neue Orientierung für die eigenen Ziele. Vergessen steht da im Sinne von „das alte“ loslassen können, statt in latente Depression zu verfallen.
    Das allerdings ist ein Prozess, der erst nach einem Innehalten, vollzogen werden kann. Ich denke, rational lässt sich schwer erklären. Ich habe die Abgründe erst durchleben besser durchleiden müssen, um jetzt mit Verlust, Misslingen und Schuld besser umgehen zu können. Nicht von der Last der Vergangenheit erdrückt zu werden, erfordert daher ein „vergessen“ können, denn zu viel Erinnerung bringt Schmerz. Ich ein- und verarbeite das Gewesene, um nicht zu Schaden zu kommen. Nicht zu sehr zu versuchen aus dem Vergangenen etwas „besseres“ zu machen, und wieder zu scheitern oder von meiner Geschichte bestimmt zu werden, sondern sie zu nutzen - für mein Leben.
    Wie meist hast du in einfacheren Worten, dasselbe Ergebnis.
    Schönes Wochenende – Uwe.

    Hallo
    Ich sitz gerade bei einer Kanne ungesüßten Kakaos, und hänge meinen Gedanken nach. Mir geht einiges im Zusammenhang von Matthias` Thread (Stoffwechselendprodukt…) nicht aus dem Kopf.
    In wie weit haben Geschehnisse aus der Vergangenheit noch Auswirkungen auf meine Gegenwart? Was mache ich heute mit meiner damaligen Verantwortungslosigkeit?
    Darf ich vergessen um weniger zu leiden?
    Da mich in meiner nassen Vergangenheit niemand für meine „Vergehen“ zur Rechenschaft gezogen hat, straft mich auch heute noch ab und an das „schlechte Gewissen“. Meine eigenen Moralvorstellungen erzeugen ein Gefühl der Schuld.
    Die eigene Ethik ist aber ebenso der Auffordere dafür, dass ich so nicht gerecht mit mir umgehe.
    Richtig, dass ich nicht alles „Richtig“ gemacht habe;
    Ja ich bin gescheitert.
    Doch ich habe die mir gebotene Chance genutzt. Sicher bin ich gestrauchelt und auch gefallen – doch ich bin nicht liegen geblieben. Es war nicht einfach das Versagen zuzugeben. Es war aber besser als dem „sozialen Tod“ ausgeliefert zu sein und ihn zu leben. Es hat einige Höhen und speziell Tiefen gebraucht, um loslassen zu können – einzusehen, dass ich nichts mehr ändern kann. Ich habe auch gegenwärtig immer wieder mal Zweifel, bin verwirrt bei der Bewertung meines Tuns. Jeder Misserfolg erzeugt eine Verletzung der Eitelkeiten, stellt das Ego in Frage, beweist mir, nicht so gut zu sein, wie ich es gerne haben würde. Die Erfahrungen der letzten vier Jahre lassen mich aber besonnener damit umgehen. Gelernte Demut. Geübtes Scheitern.
    Die Last der Vergangenheit erdrückt mich nicht mehr. Ich habe meine „Trauerarbeit“ dahingehend geleistet. Bestimmt noch nicht vollständig (soweit das überhaupt möglich ist). Ohne das Vergessen bleibe ich in der Vergangenheit haften und nehme mir die Freiheit für Neues.
    Ja ich darf vergessen und noch wichtiger – ich habe mir verziehen.
    LG – Uwe … ich sollte morgen dringen etwas zum süßen fair gehandelten Kakaos kaufen.

    Hallo Matthias
    Verantwortungslos und weit weg von deiner Persönlichkeit ist es, wenn du dir keine Sorgen machen würdest. Menschen, welche einem nahe stehen, haben das auch verdient. Das du ihnen jetzt einen anderen Lebensentwurf vorlebst als damals, eine andere Orientierung aufzeigst, ist das einzige und wertvollste, was du machen kannst.
    Die Schmerzen der Vergangenheit, die vermeintliche Schuld aus eigener Unwissenheit, (er)tragen wir – doch wir zerbrechen nicht daran.
    Solange du das Päckl nicht versuchst wieder aufzuhocken, sondern im Bettkasten lässt, mach ich mir keine Sorgen um dich.
    Wehmütigen Gruß – Uwe.

    Hallo Gela
    Nachdem du deine Gedanken sortiert und dich gesammelt hast, wirst du auch feststellen können, dass dich niemand fernsteuern kann.
    Es bist immer du selbst, der die Entscheidung trifft (auch nicht zu handeln oder so zu handeln, wie es andere fordern, liegt in deinem Ermessen).
    Nachdem ich mich damit eingehender befasst habe, fällt es mir leichter, die Verantwortung für mein Tun und Lassen zu übernehmen. Für die Konflikte die daraus erwachsen können genauso, wie für die positiven Konsequenzen die entstehen. Es macht mich unabhängiger von „äußeren“ Glücksmomenten und auch bei Widrigkeiten angemessen zufrieden.
    Gute Zeit – Uwe.

    Hallo
    Eine Woche ohne besondere Höhepunkte, aber auch ohne gelegentliche Tiefschläge – fast langweilig, oder eben ganz normaler Alltag.
    Wenn ich zurückdenke, ist es diese „Monotonie“, die mir mal als erstrebenswert erschienen ist. Nicht weil mir Langweiligkeit als Ideal vorschwebt, sondern, weil ich es bin, der dem entgegenwirken kann. Ich brauche nicht auf „äußere“ Belange zu reagieren, sondern kann agieren, wenn es mir danach ist. Es ist Sonntag – ich habe meinen freien Tag – und ich muss nicht rekapitulieren, was ich ab Montag zu korrigieren habe. Selbst bestimmen, was ich tun will, statt „bestimmen“ zu lassen, was als nächstes geschieht, kann sehr entspannend wirken. Also für heute kein bestimmtes Ziel und trotzdem nicht orientierungslos – das gefällt mir.
    Schönen Sonntag noch – Uwe

    Hallo
    Ich glaube auch hierbei ist es unangebracht zu pauschalisieren. Es kommt auf das Format der Sendung an – welcher Kreis angesprochen werden soll. Boulevard und Randnotiz oder seriöses Magazin, bzw. Dokumentation.
    Meiner Meinung nach sind es auch mehr die Beispiele, welche den positiven Aspekt eines Ausstieges aus der Sucht in den Fokus stellen, die durchaus eine nachhaltige Wirkung entfalten können. Angst und Abschreckung hat mir nicht den Weg aus der Krise gezeigt – es waren eher die Anregungen von Menschen, die trotz aller Widrigkeiten, wieder zu leben begonnen haben, welche mir geholfen haben.
    Gruß – Uwe.

    Hallo Leo
    Ich denke nicht, dass es so einfach ist (auch wenn dann eine „Schuldfrage“ galant gelöst wäre: Der „Alkoholteufel“ ist schuld! Er hat mich verwandelt!).
    Alle Neigungen sind schon vorhanden. Ich habe sie lediglich durch meine moralischen Überzeugungen, meine Prägungen und erlernten Einstellungen, auf bewusster Ebene nicht ausgelebt. Doch tief verwurzelt, unbewusst, versuchen genau diese Wünsche und Regungen einen Weg, an die Oberfläche zu kommen. Der Alkohol hat den gedeckelten Anlagen die Gelegenheit gegeben, dass sie mich nicht „auffressen“. Wie soll es auch denkbar sein, meine Person auszutauschen, ein ganz anderer zu werden?
    Es sind die Eigenschaften, Triebe und Bedürfnisse, welche mir auch heute gelegentlich Angst machen, die das „schlechte“ Gewissen verursachen, die so gar nicht kontrollierbar sind, wenn ich sie nicht beachte – mir nicht die Gelegenheit gebe, mich damit auseinanderzusetzen.
    Wenn ich meinen Ärger und meinen Zorn nicht die Möglichkeit gestatte, ab und an regulierend einzugreifen, werden meine Gefühle irgendwann eskalieren. Die Reaktion auf eine vermeintliche Kleinigkeit ist dann, wenn ich es lange genug aufgestaut habe, der Situation nicht mehr gerecht. Das gilt genauso für Freude, Liebe, Hass und andere Emotionen. Es entsteht der Eindruck, „nicht mehr ich selbst zu sein“ - stimmt nicht; ich handel nur unter Überdruck, also unangemessen.
    Ich brauche mich nüchtern nicht „neu zu erfinden“ – wie auch? Ich versuche heute nicht mehr, die Rolle auszufüllen, welche mir „zugeteilt“ wurde, sondern die Talente zu leben, die meiner Natur entsprechen. Das braucht Zeit, ist ein Prozess und wird bis zum Lebensende andauern – ist aber spannend und macht mir Freude, weil alles anscheinend neu ist.
    Alles, was ich für ein erfülltes Leben brauche, ist bereits in mir angelegt. In diesem Sinne –
    Gute Zeit – Uwe.
    P.S. Sven, wer lebt schon seinen „Ruf“? Daher unkonventionell – mutig und unbeschwert.

    Hallo Matthias,
    Manchmal machen die „anderen Argumente“ richtig Spaß.
    Auf die Frage: „Warum trinken sie nicht mehr?“ habe ich heute wieder mit einem Schmunzeln: „…hat viel mit meiner Zufriedenheit zu tun!“ geantwortet. So etwas verblüfft die meisten und das sehe ich ihnen auch an. Zu schön.
    Lächelnde Grüße – Uwe.

    Hallo Leo
    Für mich stellt Suchtverhalten das Krankheitsbild eines „kranken“ Geistes/Seele und der daraus resultierenden Verhaltensweisen dar.
    Ich habe denn Alkohol (seine psychotropen [wesensbeinflussenden] Eigenschaften) also eingesetzt, um zu „funktionieren“. Natürlich löste er nur kurzfristig meine inneren Konflikte. Er hat nicht meine Person, sondern mein Wesen verändert. Ich habe mir unter Alkoholeinfluss Dinge gestattet, die ich ohne, nicht zugelassen hätte (z.B. Gefühle, wie Wut und Ärger, Trauer und auch Freude zeigen). Der Alkohol war das Ventil, das mich gewissermaßen enthemmt hat, um zu überleben und um nicht zu „platzen“.
    Heute lerne ich mich meinen inneren Bedürfnissen zu stellen und angemessen mit ihnen umzugehen. Gewissermaßen will ich nunmehr nüchtern erreichen so zu sein, wie ich zwischen der achten und neunten Weinschorle sein wollte, aber es nie erwirkt habe.
    Das mag eine etwas unkonventionelle Art und Weise sein, die Dinge zu sehen, doch sie genehmigt mir einen besseren Zugang zu mir selbst.
    Gruß Uwe.

    Hallo Meikel
    Nun, ich gehe seit ich mich selbst als Alkoholiker bezeichne, sehr offen mit meiner Situation um. Ich hatte von Beginn an, weder die Lust noch die Kraft mich schon wieder verstecken zu müssen, wieder eine Logistik aufzubauen (wem habe ich was, und wie viel erzählt; wer „darf“ was wissen; wo kann ich hingehen – wohin nicht; wer könnte was wissen…). Das wäre mir einfach zu anstrengend gewesen und es war ja auch nicht so, dass keiner etwas bemerkt hätte.
    Ich habe mit dem offensiven Umgang auch nur die Besten Erfahrungen gemacht.
    Selbstschutz, wie es Karsten bezeichnet, ist die eine positive Nebenwirkung – eine selbstbewusste Eigendarstellung inklusive der gelegentlichen Anerkennung, die andere. Warum soll ich darauf verzichten.
    Ich bin allerdings weit davon entfernt, jemanden Schwäche vorzuwerfen, wenn er nicht diesen Weg beschreitet. Es hängt sehr vom persönlichen Umfeld, den eigenen Erfahrungen und auch der jeweiligen Persönlichkeit ab, ob es überhaupt möglich ist, aus einer gewissen Anonymität herauszugehen. Ich kenne einige Beispiele, wo ich es durchaus verstehen kann, wenn ich es auch schade finde.
    Gruß Uwe.

    Hallo Matthias
    Für mich waren diese Menschen immer ein Grund zum weitermachen. Ich habe ja schon woanders geschrieben, dass der Trotz zu Beginn ein vorzüglicher Motivator sein kann. Nicht auf Dauer (zu anstrengend), aber fürs erste „Ätsch-Gefühl“ sehr ermutigend.
    Heute habe ich andere Argumente.
    Gute Nacht Uwe

    Hallo Matthias
    Waren wir auf den „Makel“ wirklich nicht vorbereitet, oder war unser Urbild des Alkoholikers nicht ebenso? Nur die eigene Betroffenheit hat mir die Augen geöffnet.
    Und bin ich als abstinent lebender Alkoholiker in der Anonymität nicht auch mitverantwortlich an diesem Bild. Wenn ich mich durch das Berufen auf die Krankheit selbst ausgrenze, um im gleichen Atemzug nach Integration zu rufen?
    Scham ist ein mächtiges Gefühl – meist einflussreicher als der Stolz.
    Es ist auch hier so einfach Schuldige zu finden, die wenig oder nichts mit meinem wirklichen Dasein zu tun haben. Auch in diesem Zusammenhang wünsche ich mir etwas mehr Eigenverantwortung, zumindest im persönlichen Umfeld (Arbeitsplatz, Familie, Freundeskreis).
    Nur so ein Gedanke – Gruß – Uwe.

    Hallo Petra
    Deine Frage geht zwar an Matthias – ich dräng mich trotzdem mal auf, da ich sonst Herzdrücken bekomme.
    Was hast du erwartet, dass Deine Enttäuschung so groß ist? Doch nicht jede Abstinenzphilosophie lebt die „Regeln“ dieses Forums. Wobei alles eben auch nur Meinungen sind – und keine Antworten.
    Eine andere Denkart zuzulassen, heißt ja nicht, sie in mein Leben zu integrieren. Ein Stück weit ist es so, dass du dich den „Leben da draußen“ stellst – mit deinen Standpunkten, deiner Haltung, deiner persönlichen Wohl-fühl-Politik.
    Warum in richtig und falsch unterscheiden? Es ist ja kein Wettstreit, wer „trockener“ ins Grab steigt.
    Ich versuche, das zu Leben, was mir gut tut. Einerseits ist das die direkte Konfrontation (Berufsbedingt), zum anderen nehm ich mir die Freiheit, nicht alle „Erfahrungen“ zwingend auch gemacht zu haben. „So will ich nicht leben!“ ist auch eine Erfahrung, die ich mir von anderen abschauen kann. Ob dies dann sechsundzwanzig Wochen dauern muss, weiß ich nicht.
    LG - Uwe

    Hallo Old Flatterhand
    Wenn jemand in unseren Zeiten trocken sein will, steht er/sie einer gewissen gesellschaftlichen Unwissenheit (und Verstörtheit) bezügliches dieses speziellen Problems gegenüber. Willensschwach, arbeitsscheu und asozial werden diese Leute apostrophiert. Verzeih mir bitte das Plagiat.

    Die Vergangenheitsform deiner Gedanken, braucht es nicht wirklich. Es mag in Akzeptanz und Toleranz sich etwas geändert haben, doch die „Stigmatisierung“ psychischer Krankheitsbilder ist fest verankert. Eine Sensibilisierung findet meist nur im unmittelbaren Umfeld statt, was wiederum unserer Wahrnehmung eine gewisse Zustimmung vorgaukelt. – Nun ja, zur Aufklärung kann ich auch nur im bescheidenen Rahmen beitragen und das ist auch gut so - damit kann ich ganz gut umgehen.
    Zurück zum Wollen: es spricht wie oft, zweifellos Ungeduld aus meinen Zeilen. Die Hälfte meines Lebens habe ich mein Verhalten - Wollen und Handeln – nicht oder kaum, an den persönlichen Bedürfnissen ausgerichtet. Da macht sich gelegentlich ein wenig Wehmut (nicht Unzufriedenheit) breit. „Überholen ohne einzuholen“, wie es unser alter „Spitzbart“ mal formuliert hat, ist dann das Streben. Das vergeht dann wieder, wenn ich über mich lachen kann. Hoppla - Gerade passiert. Kein schöner Anblick, das Lachen. Ich lass mir zurzeit die Zähne richten (auch so `ne Altlast aus Trinkertagen).
    Schöne Grüße – Uwe
    Matthias - Gerne doch.

    Eine Kapitulation, ein Gewaltfrieden, hört sich so unschön an.
    Aber muss etwas hübsch klingen, um mir gut zu tun? Eine Kapitulation ist endgültig. Das hat für mich den Neuanfang erleichtert.
    Ich habe vor drei Jahren an meinen „Freund“ Alkohol einen Abschiedsbrief geschrieben. Zu Beginn des Schriftstückes war ich noch per „Du“ mit ihm. Ab der Mitte hab ich ihn mit „Sie“ angeredet, um ihm am Ende Lebewohl zu sagen. In diesem Fall, war die Verdinglichung von Sprache sehr hilfreich.
    LG - Uwe

    Hallo Matthias - Wohl eher ein Suchen nach Ausgewogenheit – was auch die Ruhe nach sich zieht.
    Dabei ist mir aufgefallen, dass der Grat zwischen den Polen gar nicht so schmal, sondern recht breit ist – zumindest geräumiger als ich immer angenommen habe. Also selbst wenn ich in manchem Verhalten noch „pendeln“ tue, ist genügend Spielraum um nicht abzugleiten (das ist keine Lesart im Bezug zum Alkohol, sondern lediglich im Zusammenhang mit meinen Handlungsweisen und Gesinnungen).
    Gruß - Uwe

    Hallo Old Flatterhand
    Bei allem was ich früher dachte oder tat, stand immer ein Extrem „Gut und Böse“, „Richtig oder falsch“, „Schwarz oder Weiß“, „Ja oder Nein“, „entweder – oder“ im Fokus – niemals ein „sowohl als auch“ und von „Graustufen“ hatte ich gar keine Ahnung.
    So ist auch heute für mich eine gesonderte Aufmerksamkeit dahin gerichtet, mir die Extreme anzuschauen, um ihnen nicht wirklich zu begegnen.
    Jähzorn – Gleichgültigkeit; Selbstlosigkeit – Egozentrismus; Feigheit – Übermut; Selbstverachtung - Größenwahn… es lebe die Dialektik oder der Dualismus – doch ich bitteschön irgendwo dazwischen.
    Manchmal denke ich auch einfach zu viel nach.
    Gute Nacht – Uwe.

    Hallo OF
    Sicher. Ich habe das Kind in mir abgelehnt, und fühle mich immer noch gehemmt, ihn gerecht zu werden. Eine Frage der Kontrolle und der Kontrollverluste, des Angepasst seins und des Abgewiesen werden, der Furcht vor dem anderem Extrem. Das Wissen um die Strukturen ermöglicht noch kein Handeln – doch bewusste Fragestellungen, verlangen Antworten. Und da ich neugierig bin…!
    Danke und schönen Gruß – Uwe.