Beiträge von uwe.rothaemel

    Ja Margit,
    es war grandios. Von Verdi, über Puccini, Rossini, Bellini wieder zu Verdi und den Gefangenenchor aus „Nabucco“. Mit hervorragenden Sopranen (bes. Michaela Maria Mayer) und als Zugabe der Tenor David Yim.
    Das alles bei trockenem Wetter und mit ca. 60 000 Picknickern.
    Es ist immer wieder faszinierend, mit welchem Einfallsreichtum da agiert wird. Von weißgedeckten Tafeln mit Leuchtern und ganzen Menüservice, Campingausrüstung, einfachen Klappstühlen, Hockern oder eben lediglich `nen Rucksack mit Verpflegung. Alles zu sehen. Lebensfreude pur.
    Seit fünf Jahren gönne ich mir eins der beiden Konzerte. Die Philharmoniker und die Sinfoniker abwechselnd, und bin jedesmal begeistert.
    So mit den Eindrücken leg ich mich jetzt hin. Ein guter Tag.

    Spedi,
    Ich habe keine Ahnung, wie du Verantwortung definierst. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ich aus meiner Eigenverantwortung nicht entlassen werden kann. Weder rückblickend, gegenwärtig und auch zukünftig nicht.
    Zweifelhaft erscheint mir aber, ob ich mir dieser Tatsache zu jedem Zeitpunkt bewusst war und bin. Auch bin ich mir nicht sicher, ob ich zu aller Zeit die Möglichkeit hatte und habe, alle Alternativen meines Tuns zu überblicken. Mein Umgang damit ist: mir meine Unzulänglichkeiten einzugestehen. Das hat ja nichts mit einem Mangel an Disziplin zu tun.
    Verantwortung (lat.: respondere = eine Antwort geben) ist in diesem Zusammenhang für mich eben auch nur das für mich Machbare. Das Recht gestehe ich dann auch anderen zu.
    Ob ich für diese Antworten „Nass“, wie auch nach der „Trockenlegung“ zugänglich gewesen wäre, ist zu verneinen. Zu jener Zeit, habe ich „Schuld“ und „Verantwortung“ noch gleichgesetzt. Ich habe mir später die Zusammenhänge erst wieder erlernt, mir bewusst gemacht.
    Schönen Sonntag – Uwe.
    Ich mach mich zum „Klassik-Open-Konzert“ nach Nürnberg auf den Weg. Das Geld, was ich an diesen Tag ausgebe, könnte vermutlich woanders eine Familie über den Monat retten – ich werde mich dieser Verantwortung stellen.

    Nun, Spedi
    Eine persönliche Haltung ist keine Mission und „Abholen“ ist weit weg vom „an die Hand nehmen“!
    Das eine (der Standpunkt), hat bei mir und für mich, etwas damit zu tun: die Geduld, die Nachsicht und das Verständnis, welches mir entgegengebracht wurde, ein Stück weit weiterzugeben. Nicht jeder durfte so etwas erfahren. Und nur wer sich selbst gehört, hat die Möglichkeit (nicht Notwendigkeit) auch einen Teil zu geben. Ich habe meine Hausaufgaben gemacht.
    „Abholen“ erschließt sich mir in diesem Kontext als, den Entwicklungsstand des Einzelnen nicht überzustrapazieren. Eigenverantwortung entsteht erst wieder in diesen Prozess. Da erzähle ich Dir bestimmt nichts Neues.
    Für mich hat es etwas mit Vertrauen zu tun. Dieses Risiko einzugehen – Zutrauen ohne Erwartung – heißt allerdings auch, mir bewusst zu machen, dass mir die „Macht“ fehlt, die Entwicklung und oder auch das Ergebnis signifikant zu beeinflussen oder gar zu manipulieren.
    Eine zu realistische Einschätzung der eigenen Wichtigkeit, um wirklich als „Sendbote einer besseren Welt“ tätig zu sein.
    Gruß - Uwe

    Hallo und Danke Melanie
    „Auf die Sprünge helfen“ ist möglicherweise eine irrige Metapher.
    Es geht mir sicher nicht ums Ziehen und Zerren, ums Schieben und Drängen und auf keinen Fall um Manipulationen.
    Was ich angesprochen habe, hat etwas mit einer persönlichen Haltung zu tun. Es geht mir darum, dass die Chancen welche ich bekommen habe (und ich habe alle oben unterstrichenen Kriterien erfüllt, die angeblich keine Aussicht auf Erfolg haben), durchaus jeden, der sich darum bemüht, offen stehen dürfen. Unabhängig davon, für wie Aussichtsreich ich das halte. Das geht nicht in jeder SHG (dafür gibt es interne Regeln), nicht in jeder Therapieform (dafür gibt es Vorgespräche).
    Meine Einsichten und persönlichen Erkenntnisse habe ich mir freilich selbst (auch über die Erfahrungen anderer) erarbeitet. Doch wenn zu Beginn mir angedeutet worden wäre: „Das kannst du vergessen! Deine Anlagen und Vorbedingungen passen nicht!“, glaube ich nicht, dass sich je etwas in und an mir verändert hätte. Ich gebe den Menschen auch die Zeit, die sie dafür benötigen.
    Wenn mir heute Menschen begegnen, die Hilfe suchen, kann ich Möglichkeiten und Angebote aufzeigen. Ich sage auch offen wozu ich nicht in der Lage bin, was mich überfordert. Das schmälert aber nicht das „Wollen“ des anderen, sondern fördert seine Eigeninitiative - Und das Gefühl angenommen zu werden – mit seiner Situation nicht alleine zu sein. Nicht mehr und nicht weniger.
    Ich freue mich immer, wenn Du hier bist - Schönes Wochenende – Uwe.
    Super Karsten! Ich mühe mich um eine für mich einfache Darstellung meiner Ansichten und Du bekommst es in vier Sätzen unter. :!:
    Auch Dir ein Danke und schönes Wochenende.

    Hallo Dorothea.
    Zitat: „Viele Menschen tun irgendwas auf Druck von außen hin, aber im innersten sind sie einfach nicht überzeugt das der Schritt notwendig ist. Klar dass das dann zum Scheitern verurteilt ist. Diese Menschen trinken über kurz oder lang wieder. Wir sehen das sehr viel im Vorstellungsbereich wo dann oft von „ich sollte“ und „ich müsste“ geschrieben wird. Da ist dann sofort klar dass es hier noch ganz sicher eine Runde braucht.“

    Dieser Beitrag von Dir, beschäftigt mich seit dem Dienstag, wo Du ihn bei „Tiefpunkt“ hinterlassen hast. Er erinnert mich an eine Person, die tatsächlich behauptete: „Süchtige im jugendlichen Alter, haben keine Chance auf ein abstinentes Leben. Erst in der Lebensmitte bestehe eine reale und erfolgreiche Möglichkeit der Konfliktbewältigung“.

    Ich halte solche Sätze für bedenklich.
    Sie entsprechen weder einer absoluten Gültigkeit, noch sind sie förderlich im Bezug auf ein wirkliches Erkennen, der eigenen Problematik.
    Wer hier aufschlägt, hat zumindest bei seiner Lebensbewältigung Tücken ausgemacht. Aus meiner Erfahrung, ist es die Ausnahme, wenn jemand von Beginn an vom „Wollen“ spricht. Dazu fehlen in der Regel die notwendigen Informationen über die persönlichen Befindlichkeiten. Im Gegenteil ist der externe Druck meist unvermeidbar, um einen Veränderungswillen zu bilden. Erst wenn die persönlichen (selbst nicht erkannten) Aufgaben von anderen ernst genommen werden, verständnisvolle Gespräche stattfinden, wird aus den unausweichlichen Unsicherheiten ein Problembewusstsein aufgebaut – und kann zum „Wollen“ führen.
    Obengenannte Aussagen machen eher mutlos und unterstützen die Unschlüssigkeit der Menschen, die sich in ihrer Wahrnehmung in einer ausweglosen Situation befinden. Selbsthilfe ist jedoch auch eine Plattform für „Hoffnung geben“.

    Zitat. „Wer hier landet und mit "ich will nicht mehr" ankommt hat da deutlich bessere Karten.“
    Ist sicher richtig. Ich denke allerdings auch, dass wir hier dem „Wollen“ auch auf die Sprünge helfen können – so ganz ohne Vorurteil.
    Nachtgedanken zum nachdenken – nichts weiter. LG. – Uwe.

    Hallo Matthias
    Ich denke nicht, dass es eine Schuldfrage zu klären gibt. Ich glaube eher, dass eine Auseinandersetzung mit dem Medium in dem ich mich bewege, hilfreich sein kann.
    Mein schreiben hier hat sich geändert. Vor einem Jahr, habe ich erzählend geschrieben – wie wenn ich eine Geschichte von zurückliegenden Ereignissen konstruiere.
    Heute ähneln die Statements fast Statusberichten, die sich nach vorne richten. Das ist dem Charakter der online-SHG geschuldet. Aus einer langen Erzählung, die es manchmal auch wert wäre geschrieben zu werden, wird eine kurze Mitteilung – eine Meldung im Telegrammstil (die älteren werden wissen was ein Telegramm ist).
    Doch wenn eine Erzählung (die Reflexion einer vergangenen Verwandlung), auf das vorwärtsgerichtete posten trifft (wo Veränderung im Gleich und Sofort stattzufinden hat), kollidieren zwei verschiedene Stile der Lebensführung.
    Mir entsteht der Eindruck, dass in sozialen Netzen, Besinnung keinen Platz findet. Das ist aber gar nicht so. Die intimen Geschichten werden lediglich verschlüsselt. Eine Metapher, ein Landschaftsbild, der Hinweis auf ein Lied oder Songschreiber bzw. Autor und Titel eines Buches. Ich nehme mir dann die Zeit nachzuschauen, was gesagt werden möchte.
    Nichts ist mir fremder, als die eigene Befindlichkeit. Wenn das ein anderer für mich dann aufschlüsseln kann, entstehen ferne „Freunde“ übers „Gefällt mir“.
    Je besser Vertraut (je jünger?) der Schreiber, umso wichtiger die schnelle Antwort. Die Definition des „Ich“ bezieht sich auf die Anzahl der geschriebenen Meinungen. Die Romantiker oder „ältere Generation“ schauen maximal selbstzufrieden auf die Anzahl der Aufrufe. Das „Ich“ will lediglich wahrgenommen werden oder definiert sich übers schreiben selbst. Je sensibler und stiller das Thema, desto aufmerksamer versuche ich die Antwort zu schreiben oder schreibe gar nicht.
    Kein Grund zur Sorge oder Selbstanklage! – LG. – Uwe.

    Hi
    Hoppla. Ich hatte ja schon erwartet, mit 45 nicht mehr den klassischen Anforderungen für eine komplette Neuorientierung zu entsprechen. Gleich mit den Worten „unmöglich“ und „keine Chance“ konfrontiert zu werden, hat mich dann heute Vormittag aber schon überrascht. Nun gut – angekommen in der Realität. Den Satz über Illusionen, den ich im „Nur Heute“ für OF hinterlassen habe, kann ich somit eins zu eins hier niederlegen.
    Keinen Grund für Trübsal, den Antrag hab ich trotzdem verschickt. Ich sollte mich sowieso erst auf die Genesung konzentrieren. Dann kommen auch wieder andere Gelegenheiten. Die Konfrontation mit: „Zu alt!“, wird aber eine etwas längere Auseinandersetzung erfordern. (Bitte keine tröstenden oder aufmunternden Kommentare – mit meinem Stock sehe ich im Moment aus, wie „Dr. House“ und nach hinten raus wird’s halt auch kürzer).
    Gute Zeit –Uwe.

    Hallo Manfred
    Das „innere Kind“ – ein lästiges Thema. Meist meldet sich das „abgelehnte“ in mir. Das ist dann jener Aspekt, der mich trotzig und wütend macht. Dass, was nach Anerkennung lechzt, zumindest Aufmerksamkeit verlangt. Das mit vermeintlichen Ungerechtigkeiten nicht umgehen will und kann. Es ist dabei fordernd und selbst ohne Rücksichtnahme.
    So ärgerlich fürs persönliche Ego es auch ist, so wichtig erscheint es mir. Es zeigt: „So unangenehm bin ich auch!“ Mir diese Wahrheit einzugestehen, ist halt misslich. Da hilft auch wenig, zu wissen: es geht nicht m „Gut und Böse“, „Richtig und Falsch“ und das Bedürfnisse keinen Verstand besitzen – unangenehm bleibt unangenehm.
    Doch ist der „Nörgelnde Balg“ nicht der einzige (wenn auch spürbarste) überlebende. Der spontane, kreative und unkomplizierte „Naseweis“ bekommt nunmehr auch wieder seinen Raum. Der braucht nicht gestreichelt zu werden – der streichelt den Erwachsenen Uwe.
    Ich bin dabei, mich mit allen Aspekten anzufreunden. Multiple Persönlichkeit auf gemeinsamer Wanderschaft. Mit dem Bild geh ich jetzt ins Bett – na toll!
    Gute Zeit – Uwe.

    Hallo Old Flatterhand
    Schade, mit Dir geht ein Stück heitere Melancholie, die Poesie des Hoffens, das Blumige in den Grauschattierungen verloren.
    Gelebte, zufriedene Nüchternheit ist selten und hat eine breite Plattform verdient.
    Ich will deine Entscheidung nicht in Frage stellen. Sie ist in sich begründet, mir nachvollziehbar und zu respektieren.
    Manche Illusionen bleiben immer unwirkliche Vorstellungen, manche gehen in Erfüllung und wieder andere brauchen eine Korrektur um eine Überlebenschance zu haben. In diesen Satz liegt meine Vorstellung, dass man sich öfters als nur einmal im Leben begegnet.
    Gute Zeit und Hochachtungsvoll – Uwe.

    Hallo Margit
    Nein, ich verstehe Dich nicht. Das ist aber auch nicht notwendig. Letztendlich sind es alles Entscheidungen, die Du alleine für Dich selbst fällst. Somit liegen die Verantwortung und die Konsequenz auch bei Dir alleine.
    Ich kann sicher hier schreiben, dass ich kein Problem damit habe Sekt auszuschenken. Ich bin Kellner. Das hat aber nichts mit deinem Leben und Erleben zu tun. Und ich habe in meinen Beruf erst wieder gearbeitet, nachdem ich ein paar grundsätzliche Dinge in meinem Leben verändert hatte. Nach gut acht Monaten Abstinenz (nicht „Trockenheit“) und nicht nach sieben Tagen „Wohlgefallen“.
    Nichts ist alternativlos. Es ist nicht wichtig, dass was ich gelernt habe zu zeigen. Es ist aber notwendig erlerntes zu nutzen und anzuwenden.
    LG. – Uwe.

    Hallo Bruce
    Ich bin der festen Überzeugung, dass der Tiefpunkt (auch wenn ich persönlich diese Kategorisierungen nicht mag) eine sehr individuelle Festlegung von: „bis dahin und nicht weiter“ darstellt. Es ist keinesfalls eine soziale Wertung, keine Rangbestimmung gesellschaftlicher Stellung. Leider wird dies manchmal verkannt.
    Lebenswendepunkte, notwendige Veränderungsinitiativen im eigenen Leben, können viele Auslöser haben. Ich persönlich favorisiere den Begriff „Weckruf“, in dem Bezug auf existenzielle Bedürftigkeit. Das suggeriert nicht eine Niveauhöhe im sozialen Kontext, sondern einen Punkt, der eigenen Lebensbewältigung und eben deren Veränderung.
    Ich hätte damals meinen Arbeitsplatz verloren (meine Lebensdefinition), wenn ich nichts unternommen hätte. Ein Klassiker sozusagen. Daraus zu schließen: erst wenn der Arbeitsplatz verloren geht, besteht die Chance auf ein Umdenken – wäre fatal.
    LG. – Uwe.

    Hallo Manfred
    Dein letzter Beitrag klingt nach erfolgreicher Selbstanalyse. Vielleicht heißt es auch besser: die „Selbsterziehung eines Erwachsenen“. Kritisch, die alten Prägungen hinterfragend.
    Ich habe das für mich mal hier zu Beginn „Inventur aus skeptischer Distanz“ genannt.
    Beruhigend ist mittlerweile: nicht alles war oder wird schmerzlich sein – es gibt immens viele amüsante Aspekte dabei.
    Wichtig ist mir, dass es ein „Hätte ich damals doch schon…!“ nicht mehr gibt.
    Ein „Damals war mir dies und jenes noch nicht möglich. Was hindert mich denn heute daran?“, macht mir einiges entspannter. Das gelingt mit erinnerten Gefühlen ebenso wie mit dem agieren. Na gut! Gelingt mir, gelingt mir nicht, gelingt mir…! Ich hab ja Zeit zum üben.
    Gruß – Uwe.

    Hi TT.
    Bei dieser Herangehensweise, wie Du sie gerade für Dich beschrieben hast, konnte ich schmunzeln.
    Nachgewiesen ist nämlich tatsächlich, das die Verfasser und Herausgeber von Ratgeber-Büchern und Persönlichkeitstests sowie Aussteller von Glücks- wie Zufriedenheitsgarantieleistungen, durchweg einen Anstieg ihrer persönlichen Selbstwahrnehmung verzeichnen konnten. Die Belege, für eine Auswirkung auf andere, sind vergleichsweise dürftig.
    Dass eine Portion Humor und Selbstironie eine gesundheitlich förderliche Nach- wie Nebenwirkung haben kann, versichert hingegen jeder Arzt und Apotheker.
    Unbeschwerte Zeit – Uwe.

    Hallo TT
    Das die Vergangenheit sich nicht mehr ändern lässt, ein Loslassen Zeit in Anspruch nimmt –
    Ist leicht daher gesagt. Insofern diese „Trauerarbeit“ schon geleistet ist (wie ich an anderer Stelle für mich beschrieben), erzeugt eine solche Aussage womöglich lediglich ein sarkastisches Lächeln.
    Doch ich denke, dass jeder, der sich einer neuen Lebenssituation stellt (sei es der Abschied von den Kindern oder den Eltern; die Trennung vom Partner; der Eintritt in das Rentenalter; selbst ein Wohnortswechsel und ebenso – besser insbesondere – das Lebewohl an einen Lebensabschnitt!), egal wie schön oder schmerzlich es gewesene ist, durch ein gefühltes, dunkles Tal gehen wird. Da ist ein Vakuum zu füllen. Meine dunklen Tage werden merklich weniger.
    Der Drang das Vergangene zu verschieben oder zu verdrängen, war bei mir enorm. Ich kann auch nicht genau benennen, welche Ereignisse und Begegnungen ein Umdenken bewirkt haben. Was der Auslöser dafür war, dass statt dem Vergessen-Wollen ein Verzeihen-Können, sich eingestellt hat. Ein Vertrauensvorschuss in die Menschen, die mich begleitet haben, ein Zuversicht-Kredit in mich selbst, war sicher mit tonangebend.
    Und das ich mir geduldarmer Person, auch die Gelegenheit (heißt: die Zeit) dafür gegeben habe, war nicht unwesentlich.
    Gute Zeit und schönen Sonntag – Uwe.

    Hallo Matthias
    So ungewöhnlich und überraschend ist das gar nicht. Selbst die Spannung hält sich in Grenzen. Ich sehe diese Gelegenheit einfach wieder als Chance.
    Warum nicht die eigene Haltung hinterfragen, das Erreichte überdenken und ein gewisses Risiko eingehen, um noch eine Veränderung einzuleiten?
    Zugegeben, vor ein paar Jahren wäre das so noch nicht möglich gewesen. Da wollte ich mir (und einigen anderen auch) noch beweisen, dass ich nicht fliehe. Ich war der Meinung, mich meinen ehemaligen „Schatten“ stellen zu müssen. Das war rückblickend, zu den unterschiedlichen Zeitpunkten, auch in Ordnung so.
    Jetzt ist es anders. Die Erfüllung von Wünschen ist, im Gegensatz zu Hoffnungen, lediglich von meinem eigenen Tun abhängig.
    Erst heute wieder war jemand der Meinung: „Du hast lediglich Glück gehabt, auf die letzten paar Jahre!“ – Mag sein, dass auch ein wenig Glück dabei war. – Doch wenn! - Habe ich es mir auch ein großes Stück weit erarbeitet. Ich bin den Zwängen nicht mehr bewegungslos ausgeliefert, die mich mal als das Opfer der Situation haben erscheinen lassen.
    Ich habe nunmehr Vertrauen in mich und mein Handeln gewonnen.
    Ein Scheitern ist nicht ausgeschlossen – doch es wäre kein Versagen. Wenn es schief geht – ist es nicht alternativlos! Jedoch die Aussicht, aus Phlegma, Selbstmitleid oder Gleichgültigkeit, die Möglichkeiten verstreichen zu lassen, ist keine Option mehr.
    Es ist ja mittlerweile nicht mehr der erste Abschied, den ich überwinde. Und danach kommt notwendigerweise ein Neuanfang.
    Schönen Sonntag – Uwe.

    Hi,
    Es nimmt Gestalt an! Ich habe heute meinen Termin für die Hüft-OP. bekommen. Am Do. den 02.08. rück ich ein und am 03.08. komm ich schon unters Messer. Vorher noch die Eigenblutabgabe und die Vorgespräche.
    Ich sehe dem allem recht gelassen entgegen und wunder mich auch nicht mehr deswegen. Da hat sich doch einiges geändert, in der Eigenwahrnehmung.
    Wie schon erwähnt, kann ich mir diesmal, wenn sich alles in etwa nach meinen Ansichten entwickelt, auch eine Berufsveränderung vorstellen. Den Beratungstermin habe ich nächste Woche Mittwoch in Nürnberg. Auch wenn ich mit 45 Jahren nicht unbedingt mehr den „Profil“ des Rententrägers entspreche, dass komplette „Neuerfindungen des Werteganges“ sinnvoll sind – mein Auftreten ist nicht mehr das, eines Bittstellers!
    Ich hatte eine wirklich gute Woche (ICE AGE 4; Django Asül) die ich morgen mit dem Mini-Golf-Turnier der „Freundeskreise“ in Fürth einen gelungenen Abschluss geben werde.
    Ein optimistischer und zufriedener Uwe, wünscht Euch ein angenehmes Wochenende.

    Hallo Verena
    Ich war gestern Abend in Fürth bei der Aufführung von Django Asüls neuem Programm.
    Wider die eigenen Belehrungen, habe ich danach doch den Computer eingeschaltet und beim Lesen gemerkt, wie meine Stimmung kippt. Ehe ich mir der persönlichen Motive für das Unwohlsein richtig klar war, hatte ich schon eine Antwort parat, geschrieben und gesendet. Natürlich aus meiner erlebten Geschichte heraus.
    Die Gleiche mir zugehörige, eigenartige Furcht, die mich vor vier Jahren veranlasst hat – helfen zu wollen, wo kein Ruf danach vorhanden war – hat mich auch diesmal bewogen, betroffen zu reagieren. Dahinter steckt bei mir lediglich eine bestimmte, mittlerweile gut benannte Angst: selbst wieder in eine Lage zu kommen, wo ich vermeintlich keinen Einfluss mehr auf mein Handeln habe. Somit hat die Antwort weit mehr mit mir selbst zu tun, als mit Deiner Situation.
    Gute Zeit und lass Dich durch mich nicht allzu sehr durcheinanderbringen – Uwe.

    Hi Verena
    Es wird immer wieder Schicksalsschläge geben, die mich aus heiterem Himmel treffen werden. Der Vicky-Himmel war nur noch vermeintlich heiter. Es wäre allerdings fatal, wenn Du die Unwetter im Anderswo, wichtiger nimmst, als Dein eigenes Klima und die naheliegenden, bevorstehenden Klimaveränderungen in der persönlichen Wetterzone.
    Bei allem Nicht-mehr-weiter-Wissen, aller Trauer und Verzweiflung – Ich kann lediglich dann Hilfspakete schnüren, wenn die Ressourcen zum eigenen überleben ausreichen.
    Ich kann gut nachvollziehen, welche irrationalen Schuldgefühle einen heimsuchen können, nur weil es mir etwas besser geht, als dem Gegenüber. Ich kenne aber auch die Machtlosigkeit, die Hilflosigkeit und das niederschmetternde Erkennen, nicht in der Lage zu sein, die Situation des anderen (egal mit welchem Angebot) zu verändern. Ich habe es versucht. Das Gefühl versagt zu haben hat mich lange an mir Zweifeln lassen – damals - vor vier Jahren. Ich bin daran mit der Zeit gewachsen. Doch ich habe lange geglaubt, daran zu zerbrechen.
    Ich schreibe selten in den Threads, wo die ersten Schritte gegangen werden. Weil meine Erlebniswelt nun eine andere ist. Ich kann mich an die Zeit erinnern, doch fehlen mir die „originalen“ Gefühle dazu. Bei dieser Geschichte – wie schon vor vier Wochen – ist das anders. Behalte Deine Energie für Dich – Du wirst sie brauchen.
    LG. – Uwe.

    Hallo Manfred
    Ich glaube Immer! Wenn etwas von mir geschrieben ist, ist es auch über mich geschrieben. Egal ob sich ein Thema explizit um mich dreht (dann ist es offensichtlich), ob ich über den Anderen schreibe (offensichtlich, meine Reaktion auf mein Erleben damit) und selbst wenn ich eine Geschichte um etwas herum schreibe (denn die Phantasie ist auch die meine; eine Vorstellung des mir [un]-möglichen).
    Ob inszeniert, konstruiert, erdichtet, imitiert, einstudiert oder eben wirklich – es bleibt ein Teil meines Egos. Sicher – manchmal verschwimmt die Grenze zwischen: „So bin ich“, „So wäre ich gerne“ und „So bin ich leider auch“. Genau dafür sind die Eigenschaften nützlich.
    Vertrauen für – „Das es so in Ordnung ist.“ (Weil ich alleine lebe!)
    Mut dafür – „Das ich noch so werden kann.“ (Weil ich auf der Suche bin!)
    Demut dafür - „Das ich unzulängliches akzeptiere.“ (Weil ich nicht einfach bin!)

    Dein Experiment habe ich im Rahmen von: „Wie verhalten sich Gruppen, und deren Mitglieder?“ in abgewandelter Form schon erlebt. Nur durch Sichtkontakt (ohne Sprache, Gesten und Mimik) mit 15 Personen aus Bauklötzchen einen Turm bauen. Faszinierend!
    Den beiden Gruppenbegleitern haben wir später, zur Befriedigung unserer Rachegelüste, die gleiche Aufgabe mit zusätzlich verbundenen Augen gestellt. Entzückend!

    „Folge ich bei meinem Handeln (und auch Schreiben) einem gewissen Bild,…?“
    Immer wenn ich von dir lese, denke ich, machst du genau DAS – konsequent, reflektiert und ehrlich - und das ist gut so!
    Erfreute Grüße – Uwe.