Beiträge von uwe.rothaemel

    Hallo
    Nun, wieder eine Woche geschafft. Klingt etwas mühsam und war es zum Ende hin auch. Mir gehen die „Termine“ aus.
    Hobbys sind deswegen Lieblingsbeschäftigungen, weil ich nicht ständig die Zeit dazu habe. Momentan ist viel Zeit dafür – was den Spaß daran vermindert. Macht es Sinn, etwas zu tun, um des Tuns Willen? Gestern habe ich mir gesagt: „Nein!“
    Doch wer kann von sich behaupten, einen Tag auf der Ottomane verschlafen zu haben und dennoch zufrieden gewesen zu sein? Ich nicht wirklich. Zu viel hätte getan werden können, selbst wenn es lediglich Wiederholungen schon getaner Aufgaben gewesen wären.
    Es liegt im Wesentlichen wohl daran, dass ich mir zu viele Gedanken darum mache. Ständig mit den Fiktionen konfrontiert, was die Folgen eines Handelns oder eben Nicht- Handelns sind, verringert das Wohlsein enorm.
    Mir fehlt sozusagen die Unbekümmertheit die vielleicht einem Spiel innewohnt?
    Ich werd mich mal zum Mini-Golf verabreden.
    Schönen Sonntag – Uwe.

    Hallo Matthias
    Wenn ich „Selbstverständlich“ für mich reflektiere, in wie weit ein Verhalten eine unzweifelhafte Normalität angenommen hat, dann entbehrt es jeder Steigerung oder Sinndeutung. Dann ist es so wie es ist. Und es ist schon lange so.
    „Selbstverständlich“ befreit mich von einer inneren Angst und gelegentlichen Zweifeln. Das Wort entlässt mich aber nicht aus meiner Verantwortung.
    Gruß – Uwe.

    Hallo Verena
    Es gibt kaum ein treffenderes Bild für Deine Situation, als das von Hartmut. Beherzige es bitte. Es ist keine Dramatisierung, wenn der Vergleich sich auf das Überleben bezieht.
    Ich denke auch, dass es keine gute Idee ist, mit Familienmitgliedern einen Kontakt zu suchen. Die Nähe und eigene Betroffenheit, ist einfach zu groß und kann Dir nicht gut tun. Es ist ja jetzt schon grenzwertig – weil die persönliche Abgrenzung fehlt.
    Das es Dich berührt und nicht egal ist, ehrt Dich und ist nur menschlich. Doch in Deiner momentanen Lebenssituation darfst Du auf Dich schauen. Diese Zumutung Deinem Gewissen gegenüber zuzulassen halte ich für notwendig.
    Wer hat gesagt, dass es leicht wird? :o – Gruß – Uwe.

    Hallo Verena
    Eine derartige Geschichte, ist immer unangenehm und die gefühlte Hilflosigkeit auch.
    Das Erleben deiner Ohnmacht, kann Dir aber lediglich einen Einblick in die Gefühle Deines Umfeldes geben, als du selbst noch getrunken hast und keine Hilfe annehmen konntest. Nicht mehr und nicht weniger.
    Aus der Erfahrung weit mehr als nur einer solchen Begebenheit, habe ich mir ein Stück emotionale Distanz erarbeitet. Da ist aber nirgendwo ein „Schalter“, den ich einfach mal so umlegen kann. Das ging bei mir zu Beginn fast nur über den Verstand. Ein „Gebetsmühlenartiges“: Uwe – es ist nicht Deine Verantwortlichkeit!
    Das Gefühl dazu kommt irgendwann später (Beim ersten Mal sehr spät!)
    Was mir dabei geholfen hat, waren die Gespräche mit Personen, die mir nahe stehen. Die mich auch in meiner Ratlosigkeit und Verunsicherung akzeptiert haben und auffangen konnten. Die Selbsthilfegruppe war ein anderer wichtiger Baustein, bei der Einsicht, dass es letztendlich nur um mich geht.
    Hast du jemanden (außer hier), mit genügend Verständnis, dem Du Dich mit Deiner Traurigkeit anvertrauen kannst?
    Gruß – Uwe.

    Hallo BC
    Das ganze „Gefühlstheater“ habe ich gerade durch. Nur weil ich nun auf längere Zeit ausfalle, war mein erster Gedanke: „Ich lass alle anderen in Stich“. Selbst das mir entgegengebrachte Verständnis für meine Situation, konnte dies nicht ändern. Ich war drauf vorbereitet und konnte es trotzdem nicht vermeiden.
    Ich denke jetzt, dass es auch nicht um die Vermeidung geht. Eher um die Fragen: „Was bedeutet für mich Pflicht?“ und „Woher oder von wen weiß ich das?“
    Ich habe jahrelang den Grundsatz von „Pflichterfüllung“ gelebt. Ein Bestandteil meiner Erziehung. Nur ist mir der Unterschied zwischen Pflicht und dem Recht auf eigene Entscheidungen, Gehorsam und der persönlichen Bedürftigkeit abhanden gekommen.
    Ich habe die Ahnung, dass es bei dir ähnlich gelagert ist. Aus der Vorstellung heraus, dass Dir Deine Chefin in vermeintlich schwieriger Zeit eine „Rettung“ angeboten hat, kommt jetzt ein „Schlechtes Gewissen“, weil Du „schon wieder“ nur an Dich denkst. Doch ist ein solches Gedankenkonstrukt tatsächlich die Basis für einen geschäftlichen Vertrag – oder dessen Auflösung? Ihr hattet beim Zustandekommen Eures „Verhältnisses“ schließlich beide etwas davon – jetzt haben sich die Bedingungen verändert. Das schließt Dank nicht aus. Doch Dankbarkeit ist kein Grund für ewige Verbundenheit und ein Gefühl der Verpflichtung.
    Bei mir hat mittlerweile, dass gute Gefühl weil ich auf mich geachtet habe, die Verstandsentscheidung eingeholt. Sozusagen die andere, gelernte Emotion, überlagert. Die ist nicht weg, verliert aber an „Macht“.
    Manchmal hilft im Umgang auch einfach das Vertrauen darauf, dass es vergeht.
    Schöne neue Woche – Uwe.

    Hallo Mary Lou
    Ich lese bei Dir von Anfang an mit.
    Und ich sehe eine Veränderung in Deinen Beiträgen. Ich meine fast, dass Du vom Erzählstil nunmehr zu Beurteilungen übergegangen bist. Eine Form von Abwehr?
    140 Beiträge in gut 22 Tagen! Und Du bist im ganzen Forum „unterwegs“. Warum gönnst Du Dir nicht einmal die Zeit, dass ganze 24 Stunden unkommentiert setzten zu lassen? Das ist meines Erachtens so zu viel des Guten.
    Den Computer ausmachen – mal nicht neugierig lesen (auch wenn es schwer fällt), um nicht in die fortwährende „Gefahr“ zulaufen, schnell reagieren zu müssen.
    Ich habe das Gefühl, dass Dir die anfängliche Abgeklärtheit ein wenig abhandenkommt. Das Du Dich ein Stück weit selbst überforderst.
    Ich kann deinen Drang, das Begehren vermeintlich vernachlässigtes zu kompensieren, gut verstehen und nachvollziehen. Ich war nicht anders. Nur brauchte ich auch die Gelegenheit, wieder ein wenig Abstand zubekommen. Geduld, vor allem mit mir selbst, ist nicht einfach – gelegentlich die größere Herausforderung, als mein Singlehaushalt. Ich habe dadurch aber gelernt, Vertrauen in mich zu erwerben. Und den anderen zu vertrauen.
    Das sind lediglich meine Gedanken beim Frühstückskaffee – keine Kaffeesatzleserei.
    Gute Zeit – Uwe.

    Danke Hartmut
    Du rettest mir den Sonntag. Nein , natürlich Quatsch. :P
    Jedoch lässt es mich so Deine Einsichten (eben im Bezug auf deine gemachten Erfahrungen) besser verstehen. Es klingt für mich nicht mehr wie ein Postulat. Das macht es für mich sympathischer.
    Ob eine Ansicht dabei mit meiner deckungsgleich ist oder etwas abweichet ist nebensächlich.
    Du schreibst manche Einsichten provokant – ich finde dies gut so. Ein (diesmal tatsächlich banales) Mittel, um zum nach- oder umdenken zu animieren.
    Ein Standpunkt aus persönlichem Erleben, zeugt von einem selbstbewussten Selbstbild. Das ist weit mehr als ein Großteil der „Nicht-Neurotiker“ je erreichen wird.
    Schönen Sonntag noch - Uwe

    Hallo Hartmut
    Ich frage dich mal hier bei mir, weil es in Mary Lous Faden irritierend wäre.
    Du schreibst: „…mein Auslöser zum Saufen war die Sucht…“!
    Nur zu meinem besseren Verständnis: - und die Sucht äußert sich im Saufen? Das erklärt mir nichts. Das ist mir persönlich zu banal.
    Weiter schreibst Du: „Meine Selbsthilfe ist nicht in der Vergangenheit darin herum wühlen und bis zum Erbrechen zu analysieren welch Gefühle etc. mir als Grund diente.“
    Es ist auch meine Meinung, dass Selbsthilfe mit der Aufarbeitung einer Vergangenheit, die zum erbrechen war, überfordert ist. Da meine Gegenwart aber unausweichlich mit meiner Biographie verbunden ist, kann ich sie auch nicht ignorieren.
    Ich halte ein Wissen für mich wichtig, warum ich einer Person, einer Situation oder einer Sache ein Gefühl entgegenbringe. Dafür ist es ein Stück weit notwendig dieses aus meiner Geschichte heraus zu verstehen – denn dort liegt es begründet.
    Eine Disharmonie in der Seele ist für mich „kein krankes Hirn“ – ein Abweichen vom gesellschaftlich definierten „Normalen“ ist für mich nicht automatisch ein Gebrechen.
    Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit war einer der Ursachen für einen unangemessenen Umgang mit mir. Das zu durchdringen ist meine persönliche Aufgabe.
    So erklärt sich auch meine Meinung (zu einen anderen Thema in besagten Thread), dass ich mich nicht vor euphorischen Empfindungen verstecken brauche. Zu Beginn sind sie durchaus normal – ich habe endlich mal etwas aus eigenem Antrieb, gegen innere und äußere Widerstände, erreicht. Das ist toll, und fühlt sich eben auch so an. Weil ich es in der Vergangenheit eben nicht konnte und oder das Gefühl „auf Teufel komm raus“ festhalten wollte – und natürlich daran gescheitert bin.
    Was unausweichlich kommen wird, ist die Ernüchterung, wenn ich aus diesem Hochgefühl langsam oder abrupt herausgerissen werde. Es ist nunmehr meine Aufgabe, mich der „Beruhigung“ der Lebensumstände wieder zu stellen, sie anzunehmen und zu akzeptieren.
    Das sind so meine Gedanken, die Deine Aussage bei mir auslösen. Sicher fundiert aus meinem Erleben, meinen Einsichten - aus meiner Chronik.
    Gruß – Uwe.

    Hallo
    Heute wird ein wenig gefeiert, egal wie das Ergebnis des Fußballspiels ausgeht. Ich bin beim Grillfest der realen SHG. Es werden aus dem ganzen Nürnberger Land Freundeskreismitglieder erwartet. Das schöne dabei – ich brauch mir kein alkoholfreies Umfeld zu suchen, sondern kann es aktiv gestalten. Der Ansatz ist entspannter.
    Schönes Wochenende – Uwe.

    Hi O. Flatterhand
    Möglich das mein Denken in einem existenziellen Realismus Sartre `scher Natur eingebettet ist: „Der Mensch ist Angst, Verlassenheit und Verzweiflung“.
    Jedoch klingt dies lediglich trauriger, als er sich wirklich begründet. Er zeigt auf, dass der Mensch in jeder Hinsicht für sein Leben selbst verantwortlich ist. So kam er auch zu der Auffassung: Man solle keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug.
    Schönen Tag und tanze Deine koboldhaften Reigen bitte weiter – Gruß Uwe.

    Hallo Old Flatterhand
    Ich verstehe nicht ganz. Ist Dir der Satz zu pauschal?
    Ich kann es an einem Beispiel des eigenen Erlebens mal konkretisieren. Ich habe mich vor gut einem Jahr oft gefragt, warum ich so emotional reagiere, wenn jemand in der Selbsthilfegruppe mit der Aussage kam: „Das geht gar nicht!“ Ich konnte mich danach selbst nicht mehr leiden, da ich die vermeintliche Engstirnigkeit nicht nachvollziehen wollte. Es gibt doch der Möglichkeiten viele.
    Oberflächlich betrachtet habe ich sagen können: „Der soll seine Erfahrungen selber machen! – Und gut ist es für mich.“ Das erklärt weder mein ungutes Gefühl – noch meine Reaktionen. Sicher, da ist auch ein wenig „helfen wollen“ dabei – und der Frust, keine Anerkennung dafür zu bekommen. Aber auch dies erklärte mir Garnichts.
    Woher kam diese Besorgnis, das Gefühl der Beklemmung? War es Angst vor dem eigenen Versagen oder doch Ärger oder Wut? Und wenn ja, gegen wen war sie wirklich gerichtet?
    Aus der distanzierten Inventur der eigenen Geschichte und dem Blick auf das gegenwärtige Geschehen, war es ganz einfach. Im Prinzip war es nichts anderes, als das Verstecken wollen der eigenen Orientierungslosigkeit. Der Notwendigkeit mich selbst zu bewegen und des tatsächlichen persönlichen Stillstandes in der Wirklichkeit. Ich war also selbst weit davon entfernt, von dem wie ich sein wollte und wie ich wirklich war. Der Andere war somit ein „gefundenes Fressen“, um die eigenen Unzulänglichkeiten zu überdecken. Ich konnte den Anderen nicht so annehmen, weil ich mich selbst gesehen und nicht annehmen konnte. Und neben der Wut auf mich selbst, war da ebenso die Angst, dass genau dies von den anderen erkannt wird.
    Erst nach dem Erkennen und der Korrektur des Selbstbildes, war auch ein Handeln möglich. Dinge zu tun die mir wichtig waren (z.B. die stationäre Selbsthilfegruppe, Aussprachen mit mir nahestehenden Personen u.v.m.).
    Das ist mit einer inneren Distanz gemeint - ein spiegeln der persönlichen Wertungen vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte und Betroffenheit.

    Gruß – Uwe.

    Hallo Penta
    Ich sehe dies genauso. Das Annehmen dieser Herausforderung kennzeichnet gerade meine Entwicklung. Der folgende unausweichliche Schritt.
    Sicherlich stellt es einen etwas idealisierten mitmenschlichen Umgang dar und ist im realen Leben nicht eins zu eins umsetzbar – jedoch kann er durchaus als Orientierung dienen. Im ganz Alltäglichen ist es bedingt hilfreich – in der Selbsthilfe regelrecht notwendig.
    Wenn die Gegenseitigkeit zu wünschen übrig lässt, ist es hernach förderlich lediglich eine Bewertung des eigenen Erlebens durchzuführen. Aus einer inneren Distanz heraus nachzuhaken: bin ich zufrieden mit meiner gewohnten gedanklichen Sicht auf die Dinge, oder ist es möglich etwas anderes zu denken und zu wollen. Salopp gesagt: „Entdecke die Möglichkeiten! Verachtest du noch – oder lebst du schon!“
    Aus einer vermeintlich banalen Forderung: den anderen so sein zu lassen, wie er ist; entsteht bei derartiger Betrachtung etwas Wesentliches für die Veränderung der persönlichen Verhaltensweisen. Ein Selbstbild – eine Vorstellung von dem, wie gerne sein möchte und wie ich bin. Und ein derartiges Erkennen verhilft zu einem Selbstbestimmten Leben.
    Schönen Feiertag – Uwe.

    Hallo drybabe
    Ich finde es sehr schön, dass Du den letzten Faden so für dich zurückwirfst. Eine dir wichtige Fragestellung daraus ableitest und uns daran teilhaben lässt.

    Das ist gewissermaßen ein Lieblingsthema von mir. Nicht weil es mir besonders leicht fällt umzusetzen, sondern weil ich es außerordentlich wichtig finde.
    In der Sucht-Selbsthilfe treffen Menschen aufeinander, die in verschiedenen Lebenswelten aufgewachsen sind. Es verbindet sie erst einmal lediglich die Sucht.
    Es ist für mich auch heute noch eine Übung in Toleranz, wenn mir Menschen mit einem völlig anderen Werteverständnis begegnen. Früher war es regelrecht eine Herausforderung. Doch dieses Eine, was mich mit diesen Personen verbindet, begründet das Recht und die Pflicht, ihm oder ihr die gleichen Chancen zu belassen, die auch mir gegeben wurden.
    Die Rechte und die Freiheiten, welche ich mir nunmehr im Leben nehmen kann, gestehe ich auch jeden anderen zu. Das betrifft nicht nur die eigene Meinung, die eigenen Fehler, den persönlichen Glauben oder die Ideologie. Auch die individuellen Eigenschaften und Tugenden.
    Sicher ist das ein Idealbild. Bei der Begegnung mit einem anderen Menschen werde ich nie frei von (Vor)-Urteilen sein. Diese Wertung darf aber keinen Einfluss darauf haben, wie ich mit diesen Menschen umgehe – ich will dies umgekehrt ja auch nicht.
    Lediglich mir das Recht der Meinungshoheit zuzusprechen ist rücksichtslos. Nur dem anderen das Recht einzuräumen ist sich selbst gegenüber verantwortungslos. Es bleibt also ein Balanceakt zwischen dem Ausleben der eigenen Bedürftigkeit und dem Ernstnehmen der Anliegen des anderen. Ein Leben im Rahmen dieser Maxime hat mir ein Stück Freiheit gebracht, hat persönliche Gedankenverbote gelöst und meine Vorstellungen und Sichtweisen nachhaltig verwandelt. Es war ein maßgeblicher Bestandteil für meinen Veränderungsprozess.
    Schönen Tag Euch – Uwe.

    P.S. Gelassenheit fühle ich. Gleichgültigkeit ist Gefühlslosigkeit. Somit kann das Eine mit dem Anderen nicht verwechselt werden.

    Toleranz – heißt das blind vertrauen?
    Oder heißt es wegzuschauen?
    Heißt es sich etwa zu verbiegen?
    Oder gar wen rumzukriegen?
    Heißt`s, alles andere zu glauben,
    Oder gar alles erlauben?
    Heißt es das? – Ist das so richtig?
    Oder ist was andres wichtig?

    Es ist so was wie Respekt.
    Verstehen, was im Andren steckt.
    Verstehen und Verständnis haben.
    Das sind die toleranten Gaben.
    Den Anderen - anders seien lassen.
    Sich an die eigene Nase fassen.
    Und hoffen - was aus dieser röhrt,
    Dass es nicht den andren stört!

    Hallo
    Geht es denn wirklich um vermeintliche Kränkungen und mutmaßliche Verunsicherungen?
    Ich habe an andere Stelle schon einmal geschrieben, dass wohl selten jemand die vordergründige Absicht besitzt, den „Gegenüber“ zu demütigen. Geschrieben wird nun einmal aus der eigenen Betroffenheit heraus. Den persönlichen Ängsten Rechnung schuldend. Aus den eigenen Erfahrungen werden Lebenssituationen konstruiert und projiziert. Das ist, sofern ich mir dies immer mal wieder vor Augen führe, auch völlig legitim – bzw. lässt sich auch nicht vermeiden (wie auch?).
    Es ist vielleicht möglich, dass dies verzeihend mit erwähnt wird, wenn Grenzen überschritten werden.
    Ich denke auch, dass jene/r, die/der sich aufrichtig und bestimmt mit Ihrem/Seinem Zustand auseinandersetzt, sich einem geradlinigen, offenherzigen und glaubwürdigen Umgang stellen wird. Und wenn ich mich missverstanden oder gar angegriffen fühle, so liegt es in meiner ureigenen Verantwortlichkeit, Kompetenz und meinem Selbstverständnis, dies deutlich zu machen. Wenn ich das hier nicht auf die Reihe bringe( wo mir keine unmittelbare Gefahr droht), werde ich es im realen Leben erst recht nicht hinbekommen, meinen Standpunkt, meine Position und Lebensweise zu vertreten.
    Viele, die hier oder in anderen SHGs „aufschlagen“, sind Suchende. Ohne rechte Vorstellung von dem, was sie finden werden. Antworten finde ich aber erst, wenn ich die Fragen für mein Leben formuliert habe. Ich war nicht anders. Und bei der Abfassung meiner Fragen, haben mir lediglich direkte Ansprachen in der Selbsthilfe geholfen.
    Gruß – Uwe.

    Hallo
    So langsam kommt auch der „Bauch“ zum „Hirn“ dazu. Wie erwartet, hat es eine geraume Zeit gedauert, das miserable Gefühl „nicht zu funktionieren“ soweit abzulegen, als das es mich den gesamten Tag beschäftigt.
    Es ist keine annähernd angenehme Situation im Moment, jedoch sind die Zweifel für die persönliche Entscheidung nunmehr nicht mehr vordergründig. Die Ungeduld hat somit auch keinen Zugang mehr. Wie ich mich derweil kenne, wird dies aber auf die nächsten vier Wochen die Herausforderung bleiben. Erst dann fällt ja auch medizinisch eine Entscheidung.
    Ich denke, so wie ich mit mir zurzeit umgegangen bin ist ganz o.k. Ich war sozusagen auf meine Gedankenschleifen vorbereitet. Das hat geholfen, nicht zu weit in Trübsal abzugleiten. Ein Vertrauen in die „kleinen Schritte“ ist auch jetzt angeraten. Das war vor viereinhalb Jahren auch erfolgreich und lediglich diesmal auch körperlich nicht anders drin.
    Schönen Sonntag - Uwe.

    Hallo Karl
    Das ist eine Philosophie, die mir gefällt.
    Ich habe eine Zeitlang damit experimentiert (und tue es noch), gerade im Bereich der Gefühlswelt, mir wieder Worte anzueignen. Da hatte die Sprachlosigkeit, das Unvermögen der Benennung von Emotionen, auch zu einer Abstumpfung des Erlebens geführt.
    Dies auch umgekehrt zu denken – Worthülsen als das zu entlarven, was sie sind, um sie im persönlichen Sprachmülleimer zu entsorgen - einfach genial.
    Das Worte meine Gedanken lenken – und umgekehrt, und somit mein Handeln und Fühlen direkt beeinflussen, wird viel zu oft missachtet.
    Danke dafür, mal schauen, was das sonst noch so auslöst.

    Halo Matthias
    Ich denke, du gehst da etwas hart mit dir ins Gericht. Das erlebe ich zwar oft – gerade bei Menschen, die auf eine langjährige abstinente Lebensweise zurückblicken können – jedoch - ist das für dich im Jetzt wirklich noch so relevant? Zum anderen, bin ich der Meinung, dass ich keine Eigenschaften einfach mal so ablege. Ich kann mich davon ein Stück weit wegentwickeln – das halte ich auch für erstrebenswert. Die Eigenschaften, die du aufzählst (Unwissenheit und Halbwissen mal ausgenommen) halte ich in einem angemessenen Rahmen durchaus für wichtig, um die persönlichen Standpunkte durchsetzen zu können.
    Wenn du allerdings diese Verhaltensweisen beim Lesen einiger Beiträge hier im Forum assoziiert hast und nun Mal aus Selbstreflexion den „mahnenden Zeigefinger“ schwingst, dann kann ich es nachvollziehen.
    Es ist für mich heute wichtig zu wissen, dass ich damals (als ich noch trank), keine andere „Wahl“ hatte. Ich hatte bis zum Zeitpunkt der Einsicht, keine Alternativen zur Lösung der inneren Konfliktsituation als Alkohol. Danach schon, weil ich den „Alten“ vertrauen und glauben konnte.
    Die genannten Charaktere an mir, hatten demzufolge auch lediglich die Funktion der Abwehr und Verleugnung einer unangemessenen (aber angepassten) Lebensbewältigung. Dies ist allerdings eine Sichtweise, die sich erst im Verlauf eines (teilweise quälenden) Prozesses der (nicht abgeschlossenen)Veränderungen eingestellt hat.
    Aus der eigenen Geschichte abgeleitet – kann ich daher auch einiges einfach unkommentiert stehen lassen.
    Ich bedauere nichts.
    Gruß – ins „Tor zum Erzgebirge“ – Uwe.

    Hallo Lena
    Ich hatte bei deiner „Verabschiedung“ in die Rhea schon ein gutes Gefühl. Da war der unbedingte Wille nach einer Veränderung. Und es sieht so aus, als wenn es sich bestätigt. Du „klingst“ gut. Auch wie Du die Therapie angegangen bist. Keine Klagen, keine Mängelliste – sondern ein Darauf-einlassen. Die Bewährungen werden noch kommen – doch ich "sehe" da einen Lebensfrohen Menschen, dem ich diese auch zutraue. Nicht nur Deine Mutter kann stolz auf Dich sein.
    Gruß – Uwe.