Beiträge von Antilope

    Liebe Hanna,

    ich kann fühlen, wie weh Dir das alles tut. Ich frage mich auch immer, warum können wir nicht in Ruhe und Frieden miteinander leben, unsere Liebe teilen.

    Aber durch diese schlimmer Krankheit ist auf einmal alles anders.
    Ich würde meinem Freund auch so gerne helfen, aber da ist der Widerstand, die Verdrängung. Es wird eine Wand aufgebaut, die wir nicht mehr durchdringen können.
    Bösartigkeiten auch im Alkoholrausch gibt es bei uns so gut wie nicht und wenn, dann weil ich ausraste und versuche gegen diese verdammte Wand anzugehen. Von ihm kommt meist nichts, höchstens "es tut mir leid, ich wollte Dir nicht wehtun". Wie sollen wir damit umgehen, ich weiß es wirklich nicht.

    Dann die Zweifel, ist diese Liebe ernst, sind die lieben Worten, die Blumen nicht nur ein Mittel zum Zweck. Außerdem kann er sich ja irgendwann doch noch verändern, mich auch niedermachen, versuchen zu zerstören.
    Dabei zerstört er sich doch nur selbst, wir dürfen uns nicht zerstören lassen, egal was passiert.

    Hanna, ich wünsche Dir auch die nötige Kraft, das alles zu überstehen, auch wegen Deiner Tochter.
    Ich hoffe, Du findest eine gute Beratungsstelle, die Euch beiden die nötige Unterstützung gibt.
    Ich habe hier schon soviel Hilfe gefunden, das hätte ich nie gedacht.

    Halla Kaleu,

    wie ich schon geschrieben habe, ich tue mich auch sehr schwer mit dem Gedanken ohne Nähe und Liebe mit meinem Freund zu leben.

    Aber letzendlich geht es nur darum, das sehe ich auch so:

    Zitat


    Ich will damit nicht sagen, trenn Dich. Wenn es Dir gut geht, geht es Dir gut, darum geht es letzten Endes

    Und das soll jeder für sich selbst entscheiden.

    Kaleu, Du bist noch jung, irgendwann kommt auch für Dich und Deinen Sohn die richtige Frau und Mutter für Deinen Sohn.

    Hallo Welia,

    lass Dich mal ganz feste drücken. Deine Standhaftigkeit und trotzdem liebevolle Art mit diesem Problem umzugehen, überrascht mich immer wieder, wenn ich Deine Beiträge lese.
    Wenn Dein Mann wüßte, was er für eine starke Frau hat. Aber vielleicht weiß er es ja, will es sich nur nicht eingestehen.

    Ich finde es sehr mutig, dass Du auch einmal die andere Seite des Co-Alkoholikers aufzeigst.
    Du machst vielen hier Mut, die an eine Trennung denken, aber es eigentlich nicht wirklich wollen. Die Angst vor Verletzungen, Lügen, das alles hat sich so in unseren Köpfen festgesetzt.

    Deine Gedankengänge gehen mir schon so lange durch den Kopf.
    Und weil ich so viele gute Seiten an meinem Partner sehen kann und vor allen Dingen hier lese, wie sehr manche Co-Alkoholiker (meist Frauen) unter der Krankheit Ihres Partners leiden müssen, denke ich immer, ich darf nicht so einfach aufgeben.

    Unsere Bedürfnisse sind abgegrenzt, jeder hat seinen eigenen Freiraum.
    Ich habe nur ein Riesenproblem: Ich kann so schlecht mit den ständigen Lügen leben. Das ist für mich, als hätte er eine Geliebte. Es verletzt mich immer so sehr. Auch die große Angst, dass er untergeht, darüber darf ich gar nicht nachdenken.

    Noch ein Punkt ist die körperliche Nähe. In einer Partnerschaft brauche ich auch das, möchte mit ihm einschlafen, aufwachen, ihm meine Liebe zeigen, seine Liebe auch spüren. Dazu gehört natürlich auch die sexuelle Komponente. Darauf kann ich nicht verzichten. Aber ich kann auch nicht auf ihn zugehen, wenn ich verletzt, enttäuscht oder zornig bin.
    Dann wieder die Angst, vergebe ich mir etwas, zeige ich zuviel Gefühl, wenn ich mich wieder darauf einlasse.

    Heute morgen schon wieder dieses Bedürfniss ich müsse ihn in den Arm nehmen, einen lieben Guten-Morgen-Kuss, wie immer. Ich habe es nicht zugelassen. Er hat sich mir angepasst und auch distanziert.
    Es tut mir weh, aber ich kann momentan nicht anders.
    In diesem Punkt muss ich noch viel lernen, auch nach 17 Jahren Partnerschaft.

    Aber ich habe ihm meinen Standpunkt mitgeteilt. Jetzt kann und will ich nicht zurück.

    Komisch, er hat seit 3 Tagen seinen PC nicht an, also meine Email noch gar nicht gelesen. Jetzt ist er einkaufen, der PC ist immer noch aus.
    Sonst macht er den PC jeden Tag an, um wengstens mal reinzuschauen.
    Irgendwie denke ich, er weiß, dass ich es ernst meine.

    Welia, genieße das herrliche Wetter; ich werde mir auch einen schönen Tag machen, aber vorher muss ich noch zum Zahnarzt ....aua....

    Hallo Anesa,

    ich habe diesen Weg auch noch vor mir. Ich habe es meinem Freund auch gesagt und ihm eine entsprechende Email geschickt. Ultimatum Ende Juni.
    Da er z.Zt. arbeitslos ist und wir gemeinsam im Mietvertrag stehen, kann das natürlich Probleme machen und sich hinziehen.

    Bei ihm ist es ähnlich wie bei Deinem Mann. Er trinkt heimlich, streitet ab, getrunken zu haben und belügt mich ständig wenn es um Alkohol geht.
    Auch Sätze wie: Dann ziehe ich eben aus und kann dann endlich machen, was ich will, fallen in letzter Zeit öfters. Nur es passiert nichts.
    Bis ich mich durchgerungen habe, ihm zu sagen, dass er ausziehen soll, das hat 17 Jahre gedauert. Es gab immer wieder schöne, gute Zeiten mit ihm. Aber in den letzten 2-3 Jahren wurde es immer schlimmer, auch bedingt durch seine Situation in der Firma.

    Nach unserem letzten Streit ist jetzt vermutlich erst einmal wieder Ruhe und Frieden angesagt. Aber irgendwann fängt ja wieder alles von vorne an, leider .....

    Ob der Zeitpunkt Samstag zu früh ist, kann ich Dir leider nicht sagen.
    Aber im Grunde genommen ist es egal, je früher desto besser, denn es besteht immer wieder die Gefahr, dass man umfällt, wenn sich alles so lange hinzieht.

    Sorry, mein Beitrag hat sich mit den anderen Antworten etwas überschnitten.

    Welia, irgendwie kann ich Dich verstehen. Im Alter, das beziehe ich auch auf mich, denkt man wirklich anders. Ist bereit, mehr Kompromisse einzugehen. Ich denke, man darf sich nur nie selbst vergessen. Das ist für mich das Wichtigste.

    Aber leiden, nur um meine Beziehung aufrecht zu erhalten, das möchte ich keinesfalls mehr.

    Ich kann nur sagen, wie gut dass wir uns hier treffen können, unsere unterschiedlichen Meinungen und Lebensformen austauschen können. Das macht nicht nur nachdenklich. Ich denke, es bereichert uns ganz stark.

    Welia,

    ich denke, Freiräume braucht jeder Mensch.

    Verstehe mich nicht falsch, aber so ein "Nebeneinanderherleben", das würde mir schwer fallen. In Krisenzeiten ist es dann leider auch so bei uns und damit kann ich ganz schlecht umgehen.

    Vermutlich müsste ich es aber lernen, wenn ich mit ihm zusammenbleiben möchte, denn diese Zeiten haben sich gerade in den letzten 2-3 Jahren gehäuft. Ich weiß nur nicht, ob ich das wirklich will. Ob ich so wegschauen kann udn will, wenn ich merke, dass er wieder heimlich trinkt.

    Ansonsten kann bei uns jeder tun und lassen, was er möchte. D.h. ich kann auch alleine oder mit meiner Nichte in Urlaub fahren, eben alles tun was mir gefällt. Und er natürlich auch.
    Jeder hat seinen eigenen Verdienst, gemeinsame Kosten werden geteilt.

    All dies konnte ich in mener ersten Ehe und auch bei meinen Ex-Alki nicht.
    Ich würde mir diesen Freiraum auch nicht mehr nehmen lassen.

    Hallo Rosa Li,

    bin froh, dass Du keine Angst vor Deinem Partner haben musst.

    @ Welia
    Darüber habe ich auch schon oft nachgedacht und wünsche mir manchmal, dass er mir handfeste Gründe liefert für eine Trennung.
    Da wäre es leichter, einen Schlusstrich zu ziehen. Denn schlagen darf mich kein Mann mehr, das habe ich mir vorgenommen.

    Kenne ich von meinem Ex-Alki. Auch wenn es in 10 Jahren "nur" zweimal passiert ist.

    Wass mir auf einmal für Gedanken durch den Kopf gehen, sonderbar !

    @ Gotti, schön das es für Dich wieder positive und glückliche Momente gibt und Du die Krankheit mit allen ihren guten und schlechten Seiten so gelassen sehen kannst.

    Weiterhin alles Gute

    Cludia,

    das hört sich ja ganz schlimm an:

    Zitat


    Ich werde heut gut für mich selbst sorgen müssen und gut auf mich aufpassen müssen.Gottseidank hab ich ein kleines Zimmer wo ich mich einsperren kann.Was ich heut auch tun werde und auch tun muß!

    Warum musst Du Dich einsperren ? Wird er gewalttätig? Hoffentlich doch nur, um Deine Ruhe zu haben, nicht das dumme Geschwätz und Gelalle anhören zu müssen.

    Ich kann mich nur ins Schlafzimmer zurückziehen. Wir haben eine 3-Zimmer-Wohnung; Wohnzimmer und Flur alles in einem. Das dritte Zimmer hat mein Freund bekommen. Da sieht es dann meist auch so aus.

    Die Angst vor Gewalt hatte ich auch sehr lange, auch heute noch geht es mir manchmal so. Die alten Erfahrungen lassen mich nie ganz los.
    Aber in dieser Richtung ist noch nie etwas passiert.
    Er verhält sich meist ruhig (außer anstrengendem Gerede) dann schläft er auf der Couch ein. Es kam auch schon vor, dass er dort die ganze Nacht geschlafen hat, um mich nicht zu stören, wie er sagt.

    Zitat


    Hat er das denn jetzt wirklich unter Kontrolle.Ich meine wenn er mal richtig heftig und viel getrunken hat dann rutscht er doch dann mal mal wieder in einen Suff rein??

    Natürlich hat er das nicht immer unter Kontrolle. Im Urlaub haben wir deshalb immer den größten Stress. Er trinkt tagsüber heimlich und abends verträgt er kaum noch etwas.
    Im letzten Urlaub war das ganz besonders schlimm, ich bin dann öfters abends alleine weggangen. Er lag dann im Bett, hat ferngesehen, gelesen und auf mich gewartet! Er hat dann nichts getrunken, kein Vorwurf, freundliche Nachfrage, ob ich denn einen schönen Abend gehabt hätte.

    Zuhause hatte er dann das erste Mal einen ganz schlimmen Entzug. Es ging ihm richtig dreckig. Wie ein Häufchen Elend, zitternd saß er da und hatte Angst, er müsse sterben. Und was habe ich gemacht, ihm Schüssler-Salze gegeben, damit es ihm wieder gut geht. Hoffnung gehabt, das es endlich Klick gemacht hat in seinem Gehirn. Er war sogar beim Arzt, hat sich Tabl. verschreiben lassen. Die brauchte er nicht mehr. Die Salze haben tatsächlich geholfen. Am nächsten Tag ging es ihm schon wieder viel besser. Was hat er mir damals alles versprochen in seiner unsäglichen Angst.

    Ich glaube inzwischen, das schlimmste für ihn war, dass seine Strategie nicht funktioniert hat mit der Einteilung des Trinkens. Er meint je immer, er kann kontrolliert trinken. Das hat ihn völlig fertig gemacht, weil er doch noch an seine Grenzen gestoßen ist. Aber geändert hat sich dadurch leider nicht viel.

    Fragen brauch ich ihn gar nicht, er hat nie etwas getrunken, noch nicht einmal ein kleines Bier. Das sagt er natürlich nur, wenn ich nicht dabei war, ist ja klar.

    Soeben ist er wieder von seiner Fahrradtour zurück, hat mir gleich mein Glas Wasser geholt, das ich auf dem Balkon stehen hatte, damit es nicht warm wird, während ich am Laptop sitze. Offensichtlich hat er nichts getrunken, seine Eltern besucht und mir viele Grüße ausgerichtet.
    Sie bedauern, dass ich nicht dabei war. Aber ich bin ja seit meiner Zahn-OP und dem entstellten Gesicht durch die vielen Blutergüsse nur in der Wohnung... Hoffentlich geht das bald wieder weg, damit ich endlich mal raus kann !

    Ob ich schon den Kuchen gegesssen habe, den er mir extra heute morgen geholt hatte? Ich soll das ja nicht vergessen. Er hofft, dass seine Auswahl gut war und mir der Kuchen schmeckt. Immer fürsorglich, freundlich. Das macht mich ganz verrückt!

    Arbeitsmäßig hatte er noch nie Probleme, zumindest solange ich mit ihm zusammen bin. Er hat bei seinem Ausscheiden ein super Zeugnis und eine sehr hohe Abfindung erhalten.

    Früher muss das mal anders gewesen sein. Er hat mir erzählt, dass er schon Abmahnungen bekommen hat, wegen Alkohol.
    Ja und dann bedankt er sich bei mir, dass ich ihm geholfen habe. Ohne mich wäre er längst in der Gosse, hätte keinen Job mehr und so weiter ...

    Zitat


    Ich hatte auch das Gefühl er tut vieles damit ich zufrieden bin,damit die Beziehung und das Schema wie gewohnt weiter laufen.Das er aus seiner Bequemlichkeitszone nicht heraus muß!!!

    Genauso sehe ich das auch, Hauptsache es bleibt so.

    Und schon wieder bekomme ich ein unbändige Wut auf diesen Mann.

    Eben hat er mich schon wieder an den Kuchen erinnert, wil ihn mir sogar holen. Also damit Ruhe ist, werde ich mir den Kuchen selbst holen, sonst muss ich ja wieder Danke sagen. Das kann ich aber momentan schlecht.

    Hallo Claudia,

    in die SHG-Gruppe geht er schon seit vielen Jahren, ich kann gar ncht mehr genau sagen, wie das alles war. Sicher kam der Anstoß von mir, alleine tut er ja nichts. Am Anfang ist er nur wiederwillig dorthin gegangen, hat mich immer gefragt, was er da soll ? War sogar immer stolz darauf, dass er seinen Wein trinken kann, ohne Probleme. Wie toll !
    Hat den anderen erzählt, dass er nie in Urlaub fahren würde, wenn er keinen Alkohol trinken könne. Er führt gerne das Regiment bei anderen, und will damit auch zeigen, wie überlegen er ist. Er hat ja immer alles im Griff.

    Aber inzwischen hat sich das geändert. Er geht gerne dorthin, versäumt keinen Termin, aber er läßt immer noch nichts an sich herankommen. Es geht immer nur um die anderen.
    War sogar immer stolz darauf, dass er seinen Wein trinken kann, ohne Probleme. Wie toll !
    Hat den anderen erzählt, dass er nie in Urlaub fahren würde, wenn er keinen Alkohol trinken könne. Er führt gerne das Regiment und will damit auch zeigen, wie überlegen er ist. Er hat ja immer alles im Griff.

    Ich denke ja, die Gruppe ist nicht die richtige SHG für ihn, aber ich werde mich hüten, etwas derartiges anzusprechen. Ich bin sicher, wenn ich das sagen würde, würde er mich fragen, wo er hin gehen solll und mit Sicherheit das tun, was ich ihm vorschlage.
    Nur, damit ich zufrieden bin. Ob er das nun mag oder nicht. Und ich, ich hätte wieder Schuldgefühle, weil ich ihn ja manipuliert habe. Deshalb habe ich mir schon lange abgewöhnt, ihn in dieser Richtung zu beeinflussen. Ja, bei Diskussionen sage ich immer: mach das so, wie Du möchtest. Nur keine Beeinflussung. Er muss doch wissen, was er will.

    Das ist wie so ein Katz- und Mausspiel bei uns. Er möchte am liebsten alle Entscheidungen mir überlassen. Hauptsache, er kann in Ruhe trinken !

    Weißt Du Claudia, während ich hier schreibe, fallen mir so viele Dinge auf und ein, die ich nie so wirklich beachtet hatte.

    Geht es Dir auch so ? Und auch den vielen Co-Alkoholikern, die hier sind?
    Ist das ein neuer Weg, sich endlich zu befreien? Das wäre zu schön, um wahr zu sein.

    Liebe Grüße

    Hallo Sternenzauber,

    ich kann mir so gut vorstellen, wie Du Dich jetzt fühlst. Es ist so schwer, einen Menschen gehen zu lassen, den man einmal geliebt hat oder immer noch liebt.

    Trotzdem wäre ich froh, wenn das mein Freund auch tun würde. Er hat mich nie schlecht behandelt, erniedrigt oder gequält. Bei ihm läuft alles heimlich ab, er möchte trotzdem die Fassade aufrecht erhalten, tut alles für mich. Die letzte Zeit hat sich alles etwas verschärft, da er arbeitslos ist. Ich merke die Spannung, die Unzufriedenheit, die in ihm nagt, kann ihm aber nicht helfen. So trinkt er dann heimlich und ersäuft seinen Kummer. Nach außen ist er so stark, hat alles im Griff, ist auch bereit, jeden Job zu machen. Ich denke, das wird er auch tun, zumindest im Moment noch, wenn es nicht noch schlimmer wird mit dem Alkohol.

    Wir haben keine Kinder, von daher bin ich niemanden verantwortlich, er auch nicht. Ich habe einen guten Job, verdiene genug und es geht mir augenscheinlich gut.

    Aber ich kann nicht mehr mit diesen ewigen Lügen leben.

    Deshalb wünsche ich mir, dass er endlich geht. Ich würde ihn nicht zurückhalten. Denn ich habe ihm alle Möglichkeiten und Hilfestellungen gegeben in den langen Jahren unserer Beziehung.
    Wenn ihm das alles nichts mehr bedeutet, dann muss er gehen.
    Aber nein, er überlässt wie immer auch diese Entscheidung wieder mir.
    Ich muss ihm sagen bzw. schreiben, dass er gehen soll.
    Aber ich will auf keinen Fall wieder "weich" werden, es fängt sonst alles wieder von vorne an.

    Es hört sich bestimmt hart an, was ich jetzt sage: Aber sei froh, wenn er nie mehr wieder kommt. Es ist einfacher so, als wenn Du ständig Ängste haben musst um Dich, Deine Kinder.

    Ich wünsche Dir viel Glück auf Deinem Weg

    Hallo Claudia,

    vor uns liegt doch noch ein langer Weg, das merke ich immer mehr.

    Für mich ist es das schlimmste, dass er heimlich trinkt, mich belügt.
    Mein Vater hat mir immer gesagt, Du darfst alles machen, nur nicht lügen. Es gibt immer einen Weg. So war es bei uns zuhause und das war gut so. Wir haben darüber gesprochen, aber es gab keine Lügen.

    Das vermisse ich jetzt so.
    Vieles kommt aus seiner Kindheit, die Albträume nachts, immer ist die alkoholkranke Mutter present. Er hatte vor ein paar Jahren eine Psychotherapie, da war er verändert, konnte mit mir reden über seine Kindheit, die Wut auf seine Mutter, die ihn ständig verprügelt hat. Aber auch seine Schuldgefühle, dass sie nur den Tod aus Ausweg sah, dass er ihr nicht helfen konnte. Er sagte mir oft genug, dass er sie hasst.
    Das hat alles hat ihn geprägt, ich glaube er hasst sich deshalb.
    Die Wirkung der Psychotherapie hielt lange an, aber irgendwann begann wieder der alte Trott.

    Ich weiß, ich habe ein Helfersyndrom. Das war schon in meiner Schulzeit so. Habe nie mitgemacht, wenn mein schon etwas älterer Lehrer veräppelt wurde. Dadurch war ich oft eine Außenseiterin.
    Habe immer die Schwächeren und Ängstlichen unterstützt.
    Ich hasse es heute noch, wenn man sich auf Kosten anderer lustig macht. Deshalb mag ich auch viele Comedy-Serien nicht, weil da nur Geld verdient wird, indem man sich über andere lustig macht.
    Mein Freund meint immer, ich sei humorlos, vielleicht hat er ja Recht, aber ich blicke immer tiefer in den Mensch hinein.

    Ist es nicht schlimm, immer dieses Beschleichen, Beobachten, Schnüffeln ob er wieder nach Alkohol riecht? Ich will das nicht mehr, gehe schon kaum noch in den Keller, weil ich Angst habe, etwas zu finden. Angebrochenene Flaschen, die auf einmal wie von Zauberhand da stehen. Natürlich weiß er nichts davon, waren wohl übermenschliche Kräfte im Spiel. Gleich wieder weg mit dem Indiz. Bis zum nächsten Mal, irgendwo finde ich wieder angebrochene Flaschen.

    Wir haben so viele Möglichkeien ausgeschöpft in den 18 Jahren unserer Partnerschaft. Rotwein am Wochenende, ohne Einschränkung, bei Festen, Geburstagasfeiern, im Urlaub. Das heimliche Trinken hat trotzdem immer im Vordergrund gestanden, nie aufgehört.
    Ich habe gehofft, dass es aufhört, wenn er sich nicht mehr verstecken muss. Aber nein es hat nie aufgehört, evtl. 1/2 Jahr, manchmal auch länger, oder ich habe es nicht gemerkt (was für ein Glück!).

    Er geht seit vielen Jahren in die SHG. Aber warum, frage ich mich. Es hat sich nichts geändert.

    Hallo Welia,

    wie kommst Du damit klar, wenn Ihr zwangsläufig zusammen sein müsst?
    Wir haben ja keine Kinder, wenig Bekannte, also keine Ablenkung, sind immer nur auf uns beide fixiert.
    Deshalb habe ich ihm ja auch den Gutschein für das Sportstudio geschenkt, damit er mit anderen Leuten zusammen kommt. Das hat ihm wirklich gut getan.

    Ich bin ja auch schon 60 Jahre und mein Freund ist 9 Jahre jünger.
    Oft frage ich mich, wollte er eine Frau, die soviel älter ist als er auch aus dem Grund, dass er in Ruhe trinken kann. Der Altersunterschied war nur ganz am Anfang ein Problem für mich. Da ich aber auch wesentlich jünger aussehe, hat sich das ganz schnell erledigt. Er meinte immer nur, mit so jungen Mädels kann er nichts anfangen. Das war vor fast 18 Jahren.

    Aber gerade mein Alter macht mir jetzt sehr zu schaffen.
    Die Ängste, wie geht es alleine weiter ? Finde ich noch einen Freundeskreis. Meine wenigen Bekannten sind alle viel jünger, meist glücklich mit ihren Partnern und ich möchte mich da keinesfalls aufdrängen.
    Aber so weiterleben, nicht mehr richtig kommunizieren, evtl. getrennte Schlafzimmer, keine gemeinsamen Unternehmungen mehr, ist das lebenswert ?

    Heute habe ich einen ganz schlechten Tag, sitze nur in der Wohnung herum, könnte einfach nur heulen. Das hängt auch mit meiner Zahn-OP zusammen und meinem immer noch verfärbten Gesicht. Jetzt habe ich noch Angst, dass ich unter dem Auge geplatzte Äderchen habe. Morgen haben alle Hautarztpraxen zu. Muss ich wieder bis Montag warten.

    Und dann mein Freund, er steht früh auf, macht Frühstück, fragt mich, ob er mir etwas Gutes tun kann. Geht extra los und holt mir Kuchen für heute mittag, da ich so nicht unter die Menschheit gehen kann.
    Als ob nie etwas geschehen wäre, er hat gestern und heute seinen PC nicht angemacht, also wohl nicht nicht gesehen, dass ich ihm die Mail geschickt habe, dass er ausziehen soll.

    Eigentlich will ich das alles nicht, antworte nur spärlich, in mir kocht es.
    Warum ist er immer noch so freundlich? Er will sich sogar zum Arzt fahren.

    Jetzt ist unterwegs mit dem Fahrrad, hat noch gefragt, ob er mich alleine lassen kann, weil mir schon die Tränen heruntergelaufen sind. Er war schon aus der Tür, kam noch einmal zurück und meinte, er könne gerne hierbleiben. Sonst waren wir ja immer zusmamen mit dem Fahrrad unterwegs. Nein nur das nicht, ich will alleine sein. Jetzt ist er unterwegs, ich solle auf jeden Fall anrufen, wenn ich Hilfe brauche.
    Aber er will nicht merken, will es nicht zulassen, dass ich wegen uns traurig bin.

    Und ich, ich will diese lieben Worte so nicht, immer im Hintergrund der Gedanke, er tut das nur, damit er weiter trinken kann. Will mich ruhig stellen. Klar will er nicht ausziehen, hier geht es ihm gut. Wir haben alles, eine schöne Wohnung, das verliert er dann ja auch, er hat so gut wie nichts, wenn er auszieht. Ich habe fast alles bezahlt. Und da habe ich schon wieder ein schlechtes Gewissen, ich will nichts behalten, von mir aus kann er alles mitnehmen, will doch auch nur, dass es ihm gut geht, auch ohne mich. Auch die Wohnung kann er behalten, aber die kann er nicht bezahlen, weil er arbeitslos ist.

    Ich wäre so gerne auf ihn zugegangen,hätte mich an ihn angelehnt, so wie es mal war und seine und unsere Liebe gespürt. Aber ich kann es nicht mehr zulassen. Habe Angst, dass alles nur ein Mittel zum Zweck ist, die Zeitbombe tickt immer in meinem Kopf ....

    Was ist nur mit mir los ? Ich bin völlig durch den Wind, wollte doch so stark sein.

    Aber es tut gut, hier zu sein. Nie konnte ich wirklich in den ganzen Jahren mit jemanden über meine Probleme und Ängste sprechen.
    Sorry, wenn ich so viel schreibe, aber ich habe so viel Nachholbedarf und es gut so unheimlich gut.

    Hallo Claudia,

    diese starken Stimmungsschwankungen kenne ich von meinem Freund auch. Einmal hin, einmal her. Das macht mich dann so wütend, das ich wieder laut werde. Dann habe ich wieder Wut auf mich selbst, weil einfach nichts von ihm herüber kommt.

    Ich nehme mir jedes Mal vor, ruhig zu bleiben, meinen Standpunkt ohne große Emotionen zu vertreten. Das ist so schwierig, weil er mir immer das Gefühl gibt, es interessiert ihn alles überhaupt nicht.

    Was nützt es, wenn er sich tausend Mal entschuldigt, aber das war es denn auch. Ich wünsche mir so sehr ein offenes Gespräch, aber es ist einfach nicht möglich.

    Aber inzwischen bin ich an einem Punkt, wo ich einfach keine Lust mehr auf Erklärungen habe und das hat er auch gemerkt.

    Von mir gibt es keine Diskussionen mehr oder Vorwürfe. Er macht ja doch was er will.

    Ich hoffe, das ich endlich soweit bin, diese Beziehung zu Ende zu bringen, weil ich nicht mehr daran glaube, dass sich etwas ändert.

    Versuche, weiter auf Distanz zu gehen, damit geht es Dir besser und er merkt es auch und reagiert darauf. Jeder Druck erzeugt offensichtlich nur noch mehr Schweigen, Sturheit und bringt uns leider gar nicht weiter.

    Wir hatten noch nie ein Gespräch bei einem Berater, er geht ja schon jahrelang in eine SHG (so sagt er es mir!). Manchmal denke ich, es wäre eine gute Idee, aber dann habe ich auch wieder Angst davor.
    Wenn ein Gespräch, dann nur, wenn er es ausdrücklich verlangt, sonst bringt das alles gar nichts.

    War das Gespräch seine Idee oder kam es von Dir ?

    Hallo Welia,

    so weit bin ich inzwischen auch und ich merke, mein Partner verhält sich ebenso wie Dein Mann. Keine Konfrontation mit seinem Problem.
    Gefragt hat er mich auch, was er jetzt tun soll, ich habe ihm geantwortet, das muss er selbst entscheiden.

    Dieses Verhalten, obwohl er schon so lange in eine SHG geht, oder ist das etwa auch gelogen ? Inzwischen sind mir da Zweifel gekommen. Aber wo ist er dann jeden Freitag abend? Er erzähtl mir immer mal etwas von den Treffen, aber es geht nur um die anderen, nie um ihn selbst. Da kann er sich dann ewig lange auslassen. Und ich habe immer wieder Hoffnung geschöpft, dass er endlich aufhört mit dem Trinken.

    Habe ich ihm Vorwürfe gemacht, weil er wieder heimlich getrunken hatte, dann kam immer nur: tut mir leid, ich wollte Dir nicht weh tun. Böse wurde er eigentlich nie, aber ich habe gemerkt, dass ihn meine Meinung nicht wirklich interessiert. Geschweige denn, wie sehr mich sein Verhalten verletzt hat. Einzig und allein bin ich immer ausgerastet. Dann konnte er mir ja ganz ruhig sagen, ich würde ihn ja nicht zu Wort kommen lassen.
    Also bin ich doch die Dumme !

    Seit es bei uns im lezten Jahr so eskaliert hat, dass ich ich ihn das erste Mal seit unserer langen Beziehung um eine Trennung gebeten habe, kommt das jetzt das Wort "Trennung" auch immer öfter von seiner Seite. Aber es passiert nichts. Angeblich konnte er noch keine Wohnung finden - dabei hat er demonstrativ die Zeitungen in meiner Gegenwart durchsucht. Oder er hat gerade soviel um die Ohren (Bewerbungen, Termine) und keinen Nerv für so etwas. Dann ist alles wieder im Sande verlaufen.

    Er betont nur ständig, dass er endlich machen will, was er möchte.
    Was soll das alles ? Ich würde ihn nicht zurückhalten, wenn er gehen würde, auch wenn es mir noch so weh tun würde.

    Für mich ist es am schlimmsten, dass ich immer wieder belogen werde.
    Das macht mich völlig fertig.

    Hallo Welia,

    ich finde es gut, wie Du Dich abgrenzen kannst. Es kostet doch soviel Kraft. Ich habe es auch versucht, aber es fällt mir sehr schwer.
    Vor allen Dingen, mein Freund will es nicht zulassen.
    Er tut, als ob nichts gewesen sei. Damit bekomme ich wieder Schuldgefühle und Zweifel. Das ist das Schlimmste.

    Heue morgen habe ich ihm gesagt, dass ich so nicht mehr mit ihm zusammenleben kann, Ultimatum gestellt, sogar eine Email geschrieben.

    Er ist z.Zt arbeitslos, war dann den ganzen Tag unterwegs. Zu allem Unglück bin ich schon seit 1 Woche kankgeschrieben, wegen einer großen Zahn-OP mit Knochenaufbau. Das wird sich noch bis Ende nächster Woche hinziehen. Mein Gesicht ist immer noch voll mit Blutergüssen, ich sehe also auch aus wie ein Monster. Kann nicht aus dem Haus gehen, so wie ich aussehe. Ihn stört das überhaupt nicht, aber mich. Ich mag nicht in den Spiegel gucken.

    Dann kommt er zur Tür herein, als ob nichts gewesen wäre. Fragt mich, was ich heute abend gerne zum Essen hätte. Geht einkaufen und setzt sich zu mir. Kreuzt mir Artiktel in der Tageszeitung an, die ich nach seiner Meinung lesen sollte. So wie immer.

    So war das bisher immer, er meint die Zeit vergeht und ich vergesse alles.
    Er streichelt meine Hände, irgendwann fragt er ob die Liebe noch unter uns sei. Wenn ich sage nein, reagiert er nicht, fragt nicht. Irgendwann kommt ein Fernküßchen. Er fragt höchstens, warum guckst Du so böse? Die Antwort will er vermutlich gar nicht hören.
    Das ist so .... ich könnte bald platzen.

    Ich weiß nicht, ob er wieder getrunken hat, will es auch gar nicht wissen.

    Ich warte sehnlichst auf den Tag, wo ich wieder unter die Menschheit gehen kann. Arbeiten, oder sonst etwas tun, nur nicht ständig mit ihm zusammen sein müssen. Ich weiß, ich kann so leicht verzeihen, aber leider weiß er das auch.

    Hallo Hanna,

    tut mir sehr leid, dass Du so enttäuscht und verletzt bist.

    Ich hatte auch meinen Traummann gefunden, es war nicht die Liebe auf den ersten Augenblick. Damals hatte ich noch negative Erinnerungen an meinen Ex-Alki und mich gefühlsmäßig eher abgeschottet.
    Aber er ließ nicht locker, war ständig da, bemühte sich um mich, obwohl ich damals schon spürte, dass er Probleme mit Alkohol hatte, ließ ich Gefühle zu.

    Er hat seine Sucht immer versucht vor mir zu verbergen. Das ging ganz gut, da er ein Spiegeltrinker ist. Ich musste nie auf ihn warten, weil er betrunken aus der Kneipe kam. Er ging regelmäßig seiner Arbeit nach, war selten krank und eigentlich immer lieb und aufmerksam zu mir.

    Inzwischen hat er keinen Job mehr, er hat es selbst so gewollt und eine sehr gute Abfindung bekommen, ein super Zeugnis, ist aber arbeitslos.
    Das hat die ganze Situation jetzt verschärft und ich merke, dass er fast tagtäglich trinkt. Nein, natürlich trinkt er nicht, das bilde ich mir nur ein.

    Immer wieder habe ich versucht, auf ihn einzugehen, wir haben Kompromisse geschlossen, Alk nur zuhause und nur am Wochenende.
    Das ging alles nur eine Weile gut, dann immer wieder heimliches Trinken, Lügen. Am schlimmsten war es bei uns immer im Urlaub, da trank er tagsüber und abends war er nach 1 Glas Wein schon so betrunken, dass ich ihn nicht mehr ertragen konnte. Er hat mir nie etwas getan, aber er hat mich angeekelt mit seiner Fahne, glasigen Augen und den ewigen Lügen. Vollgesprüht mit irgendwelchem Deo, Parfüm, aber den typischen Geruch habe ich immer gespürt, war ja nur eingebildet ???

    Trotzdem, mag er noch so lieb und fürsorglich gewesen sein (erkaufte Liebe kann man das auch nennen!) kann und will ich so nicht weiterleben.

    Wir haben keine Kinder, ich bin nur für mich selbst verantwortlich und das ist für mich auf einmal ganz ganz wichtig geworden. Wie es weitergeht, weiß ich selbst noch nicht, aber ich bin froh, dass ich es geschafft habe, ihm zu sagen, dass ich so nicht weiterleben will.

    Was ich damit ausdrücken möchte: es gibt nicht nur den bösartigen Partner als Alkoholiker, der mich erniedrigt, beschimpft und schlimmstenfalls noch verprügelt, sondern auch den liebevollen, fürsorglichen. Das alles gehört aber zu diesem Krankheitsbild, den vielen Facetten, die für uns so schwer zu verstehen sind.

    Ich wünsche Dir viel Kraft, Dein Leben so zu leben, dass es für Dich und Deine Tochter lebenswert ist. Pass auf, dass Du nicht niedergetrampelt wirst, so dass Du nicht mehr aufstehen kannst.

    Hallo Kaleu,

    Du hast völlig recht. Eine erkaufte Liebe.

    Trotz allem ging es mir lange gut dabei.
    Ich möchte nichts beschönigen. Aber mein Freund hat immer versucht, seine Sucht vor mir zu verheimlichen. Bis ich halbleere Flaschen mit Apfelwein in seinem Schrank fand. Dann kamen die bekannten Selbstvorwürde, Besserungsschwüre usw.

    Er war immer pünktlich, auch zuverlässig. Ging selten ohne mich weg.
    Ich habe ihn sogar gebeten, in ein Sportstudio zu gehen, damit er nicht so oft zu Hause ist. Natürlich war auch mal mit seinem Freund unterwegs, aber das wusste ich vorher.
    Daher haben wir auch keinen großen Bekanntenkreis. Er wollte immer alles mit mir alleine machen.
    Wir haben viel zusammen gemacht, gekocht, gelacht, heftig gestritten, uns wieder versöhnt. Die Versöhnung ging meistens von ihm aus. Es gab nie körperliche Gewalt von seiner Seite. Verbale Angriffe manchmal.

    Auch daran denke ich gerne, denn ich habe es mit meinem ersten Partner ganz anders erlebt.

    Obwohl ich es jetzt weiß, kann ich es immer noch nicht glauben, dass alles nur Fasade gewesen sein soll.

    Aber alles das ändert nichts daran, dass er nicht aufhört zu trinken und mich weiterhin deshalb zu belügen. Deshalb habe ich diesen Schritt getan.

    Hallo,

    schon lange habe ich hier mitgelesen, mitgefühlt, neue Hoffnung geschöpft und auch wieder aufgegeben.

    Aber jetzt ist es endlich passiert. Ich habe es geschafft, meinem Freund ohne Streit und größere Emotionen zu sagen, dass er sein Leben so leben soll wie er will. Dann habe ich ihm ein Ultimatum gestellt und ihm auch eine entsprechende Email geschickt. Ohne Vorwürfe, Wut oder Hass.
    Nein, ich habe mich bei ihm bedankt, dass er die ganzen Jahre immer für mich da war.

    Jetzt sitze ich hier, bin selbst noch völlig ducheinander und kann es kaum glauben, dass es so einfach war. Ich fühle mich frei, aber auch zerrissen, bin stolz auf mich, aber auch ängstlich, wie geht es nun weiter.....

    Das alles beschäftigt micht jetzt ganz stark, aber ich weiß, zurück will und kann ich nicht mehr.

    Aber jetzt kann ich endlich alles von mir schleudern, die vielen Ängste, Selbstzweifel, Vorwürfe. Tränen hatte ich schon lange keine mehr. Aber immer wieder Hoffnung, obwohl ich schon längst wusste, es gbit keine mehr ..... Die vielen Lügen, das heimliche Trinken, Wut, Hass, Verbitterung, das alles soll jetzt zu Ende sein.
    Aber auch seine liebevolle Art, seine Unterstützung, unsere gemeinsamen schönen Stunden. Ja er ist ein liebevoller Mensch, er hat alles für mich getan.
    Aber um welchen Preis:
    Dass er in Ruhe trinken kann, ohne von mir Vorwürfe zu hören, kein Beschnüffeln, keine dummen Fragen. So hat alles bei uns wunderbar funktioniert. Das alles fällt jetzt zusammen wie ein Kartenhaus. Ich will ihm das Liebste wegnehmen, seinen Alkohol. Dafür ist er bereit, mir weiter ins Geicht zu lügen, zu lächeln, Komplimente zu machen, Blumen zu schenken. Alles das, was eine Frau so gerne mag, kam von ihm.

    Ich muss mich jetzt erst einmal neu sortieren und dann nach und nach meine Geschichte hier niederschreiben.

    Drückt mir die Daumen, dass ich auch weiter frei bleibe und endlich "loslassen" kann. Ich wünsche es mir selbst so sehr.

    Liebe Lucy,


    ich bin auch ganz neu hier. Habe lange mitgelesen, aber konnte mich nicht aufraffen, zu schreiben.
    Ich wollte nicht wieder in ein Helfer-Syndrom verfallen, wie ich es schon einmal erfolglos getan hatte bei meinem ersten Partner.

    Aber jetzt habe ich mich entschlossen, mir alles von der Seele zu schreiben und will einen eigenen Thread eröffnen.

    Zu Deinem Thema:
    diese Gefühle kenne ich nur zu gut. Immer die Selbstvorwürfe, warum bin ich so schwach. Die zerstörte Hoffnung, alles das ist völlig normal.

    Wir als Angehörige müssen vermutlich auch auf einen Punkt kommen, wo wir sagen, bis hierhin und nicht weiter. Leider kann das sehr sehr lange dauern.
    Im Grunde genommen geht es uns ebenso, wie dem Partner. Es gibt nur eine Veränderung, wenn wir es wirklich selbst wollen, sonst funktioniert das nicht. Meine beste Freundin, selbst trockene Alkoholikerin hat mir schon so oft gesagt, ich solle mich endlich trennen. Aber es ging einfach nicht, ich war noch nicht soweit, auch nicht so vielen Jahren. Ob ich es jetzt bin, ich denke, ja ich hoffe, der Knoten ist bei mir endlich geplatzt.

    Ich durchlebe jetzt schon die 2. Co-Alkoholier "Karriere" mit allen Höhen und Tiefen. Sie geht seit über 17 Jahren.
    Inzwischen hat sich vieles verändert auch in unserer gemeinsamen Beziehung und ich hoffe, endlich diesen Punkt erreicht zu haben, wo ich "loslassen" kann, ohne dass es mir sehr weh tut.

    Ich wünsche Dir viel Kraft, dass Du es endlich schaffst, loszulassen.
    Für Dich und vor allen Dingen auch für Deine Tochter.

    Lasse Dich nicht entmutigen, irgendwie geht es immer weiter !