Beiträge von Antilope

    Hallo,

    ich denke, es ist nicht so einfach, sich richtig zu verhalten.

    Melanie
    tut mir leid, dass Du Probleme im Geschäft hattest.

    Ich hatte auch vor ein paar Jahren eine Situation, wo ich meinen Chef aus meinen beruflichen Schwierigkeiten mit einer Mitarbeiterin, die erst kurz bei mir im Büro als Leihkraft beschäftigt war, heraushalten wollte.
    Ich versuchte, alles mit ihr in Ruhe zu klären, aber sie war vermutlich nur darauf aus, meinen Job zu bekommen. Als ich dann in Urlaub war, hat sie alles drangesetzt und sogar einen Termin bei meinem Chef gemacht, um sich über mich zu beschwerden.

    Wie gut, dass meine männlichen Mitarbeiter auf dem Flur mich gleich informiert haben, was sie im Schilde führt. So konnte ich auch beser auf die Vorwürfe meines Chefs reagieren.

    Ich denke, am meisten hat ihn gestört oder sogar geärgert, dass ich ihn nicht informiert hatte. Das war aber auch eine zu blöde Situation, weil er wochenlang nicht im Hause war.

    Nur war es dann so, dass diese Dame dann auch ihn gegen mich ausspielen wollte und ihm noch eine Klage androhte.

    Ja, so kann das man manchmal laufen. Für mich ist es damals trotzdem gut gelaufen, weil mein Chef sich sehr zurücknehmen musste, weil er mit beinahe Unrecht getan hätte.

    Tja, da fällt mir gerade wieder ein, wie sehr mich XY damals noch in dieser schwierigen Phase unterstützt hatte. Das tut wieder weh, weil es
    doch auch sehr schöne Zeiten in unserer Beziehung gab.

    Gerade deshalb habe ich mir vorgenommen, falls mich meine private Situation doch überrollen sollte und ich dadurch Probleme mit der Arbeit habe, dass ich meinen Chef einweihen werde.
    Ich denke auch, dass er Verständnis hat, wenn ich dann doch nicht so "funktioniere", wie er es gewohnt ist.

    Im Moment geht es mir aber gut. Ich hoffe, es bleibt so. Ich will weiter daran arbeiten.

    Ich merke immer mehr, dass ich ein Einzelkämpfer bin, meine immer, ich muss alles alleine schaffen, ohne fremde Hilfe.
    Da kommen mir auch Ideen, wie, dass XY auch damit nicht umgehen konnte, dass ich immer die starke Person war.
    Evtl. kam er sich dadurch auch minderwertig vor. Ach, ich weiß auch nicht so recht .... aber vielleicht suche ich immer wieder einen Grund, warum das alles mit uns so schlecht gelaufen ist.
    Andererseits hat er sich ja sich auch immer bei mir "ausgeheult", seine ganzen Sorgen bei mir abgeladen. Unangenehme Arbeiten die hat er gerne mir zugeschoben. Na klar, ich habe ja alles gerne gemacht.
    Aber hat er das wirklich so gewollt? Nur immer seine Bequemlichkeit gesucht ?

    So viele Fragen, die wir uns hier alle sicher schon so oft gestellt haben.
    Nur die Antworten stehen immer noch aus.

    Hallo Mora,

    auch wenn es teilweise unverständlich erscheint, ich möchte einfach meine private Situation aus der Firma heraushalten.

    Das habe ich schon immer so gehandhabt. Arbeit ist Arbeit und privat ist privat !

    Ich möchte mir auch keine Gedanken machen, ob das jetzt typisch Co-Verhalten ist oder nicht. Hauptsache, ich ändere mein Co-Verhalten gegenüber XY.ö Und das klappt jetzt ganz gut und damit geht es auch mir besser.
    Für mich ist wichtig, ich muss meinen Job machen und den muss ich gut machen trotz viel Stress.

    Ich denke auch, es gelingt mir leichter, wenn nicht jeder in der Abteilung über meine private Misere Bescheid weiß. So kommen doch immer wieder neue Fragen und Diskussionen auf. Wofür mein Chef absolut kein Verständnis hat.

    Trotzdem danke für Deine Anteilnahme. Aber glaube mir, mir hat kaum jemand etwas angemerkt. Sonst hätte meine Kollegin schon nachgefragt.

    Mmhh, doch einmal, bin ich mit meinem Chef zusammengerasselt, weil er mir vorwarf, ich hätte ihm nicht richtig zugehört. Das war in der Anfangsphase, da war ich wirklich ziemlich neben der Spur. Wäre er nicht gleich so explodiert, hätte ich evtl. doch etwas zu ihm gesagt. Aber so, wie er sich manchmal verhält, war es mir wichtiger, mich einfach zu wehren und das Missverständnis klarzulegen.

    Irgendwann werde ich mit Sicherheit darüber reden, aber momentan ganz sicher nicht.

    Vielleicht kannst Du das nicht verstehen, aber unsere Firma und damit die gesamte Abteilung befinden sich momentan in einer recht unsicheren Situation, was die Beschäftigungslage angeht. Und ich bin auf meinen Job angewiesen.

    Hallo Mora,

    ich habe das niemanden in der Firma erzählt. Generell trenne ich privat und dienstlich ganz bewusst. Damit bin ich auch immer sehr gut gefahren.

    Noch nicht einmal meine Kollegin, mit der ich in einem Büro sitze, weiß davon. Ich denke aber, sie ahnt etwas. Dann XY rief diese Woche an, als ich einen Freien Tag hatte.

    Am nächsten Tag erzählte sie mir ganz aufgeregt, dass er ja angerufen hätte. Ob er denn nicht gewusst hätte, dass ich nicht im Büro bin .... Ich habe dann gleich reagiert und gemeint, er hätte das durch seine Schichtarbeit ganz vergessen. Ich habe ihm gleich gesagt, dass er mich nicht mehr im Büro anrufen soll, sondern nur noch übers Handy.

    Meine Situation ist nicht so ganz einfach, da ich ja mittlerweile auch schon in Rente gehen könnte. Meine junge Kollegin ist eine Leihkraft und wird vermutlich nur noch bis Ende dieses Jahres bei uns sein können.
    Es liegt ja auf der Hand, dass sie gerne meinen Job machen würde. Sie hat auch noch keine neue Stelle gefunden oder wartet einfach nur ab, was passiert. Womöglich gab es auch da schon Gespräche mit meinem Chef, von denen ich nichts weiß.

    Dazu kommt dann noch, dass sie gerade in letzter Zeit oftmals sehr aufmüpfig ist, bestimmte Vorschläge oder auch Anordnungen von mir ablehnt und dabei oftmals recht laut wird. Wir haben uns zwar immer wieder vertragen, aber dieses Situation gefällt mir gar nicht so gut.
    Ich mag nun mal keinen Streit und außerdem mag ich die Kollegin eigentlich sehr gerne. Aber bestimmte Dinge kann nun mal nur ich entscheiden. Das will sie wohl inzwischen nicht mehr so einsehen. Ich habe ihr immer freie Hand gelassen und sie auch immer verteidigt, auch vor unserem Chef, wenn es mal Ungereimtheiten gab.
    Aber die Problematik ist ja bekannt, Frauen untereinander. Ich kenne kaum ein Sekretariat, wo es keine Probleme gibt.

    Mit unserem Chef brauche ich daher darüber gar nicht erst zu reden, er will von solchen Streitigkeiten nichts hören. Im Endeffekt fällt dann wieder alles auf mich zurück, da ich mich ja durchsetzen muss.
    Außerdem ist er gesundheitlich sehr angeschlagen.

    Ich bin einfach nur vorsichtig, mache meinen Job, so gut und solange es geht. Die Arbeit macht mir auch Spass, ich verstehe mich mit meinen vorwiegend männlichen Kollegen ganz prima und werde evtl. noch mein 40-jähriges Betriebsjubiläum dort begehen.

    Außerdem habe ich gestern einen Großteil der Arbeit zuhause erledigt.
    woow bin ich froh .... Es geht einfach viel besser und schneller, wenn man die nötige Ruhe und Zeit hat. Im Büro ist ständig etwas anderes los. Kein Wunder, bei einer Abteilung mit über 50 Mitarbeitern.
    Wenn mir nun noch die Kollegen die nötige Zuarbeit liefern, dürfte ich keine Terminprobleme mehr bekommen.

    Hallo,

    endlich funktioniert mein Lappie wieder (klopfe auf Holz!). Zu dem ganzen Hin und Her dann noch die Probleme mit dem Internet.
    Im Moment kommt so vieles bei mir zusammen.

    Dann kämpfe ich noch mit meinem Zahnarzt wegen der Implantate. Ich habe immer noch Schmerzen am 3. Implantat. Nur der Arzt will das nicht hören, meint, ich würde nur seine Arbeit kritisieren.
    Dann habe ich eine Zweitmeinung eingeholt, nach längeren Diskussionen haben sich beide Zahnärzte verständigt und nun soll mir der feste Zahnersatz erst einmal provisorisch eingesetzt werden, aber nur für einige Tage, dann für endgültig. Und den Termin bestimmt wieder mein Zahnarzt. Ihn interessiert es absolut nicht, ob ich dann immer noch Probleme habe. Hauptsache, die Termine sind erledigt und die Kasse klingelt. So kommt mir das langsam vor.

    Nun warte ich noch auf den Rückruf meiner Krankenkasse am Freitag.
    Und mal schauen, was die meinen.

    Zusätzlich sitzt mir mein Chef im Nacken, verlangt von mir zusätzliche Arbeit, wozu ich bis jetzt noch nicht gekommen bin. Und damit nicht genug, ab nächste Woche ist auch noch meine Kollegin in Urlaub.

    Gestern abend habe ich bis zum Umfallen daran gearbeitet. Aber mir fehlen noch Informationen der Kollegen. Und am Montag ist mein Chef wieder im Büro (war die ganze Zeit im Krankenhaus).
    Ich darf gar nicht daran denken ....

    Egal, ich lasse mich nicht unterkriegen!

    Wobei ich gerade jetzt mal eine starke Schulter zum Anlehnen dringend nötig hätte.
    Aber da kommt mir wieder der Gedanke: Hatte ich jemals diese starke Schulter bei XY? Eigentlich war das immer umgekehrt.

    Für mich ein ganz wichtiger Punkt, der mir wieder zeigt, wie richtig meine Entscheidung war, mich zu trennen.

    Ich habe viel über Eure Ratschläge nachgedacht und auch entsprechend reagiert. So rief ich ihn an und sagte ihm, dass ich nicht möchte, dass wir uns ständig über den Weg laufen. Von ihm kam sowieso nicht sehr viel nur die Frage, ob ich mich wieder beruhigt hätte. Meine Entscheidung hat ihm zwar nicht gefallen, aber er musste es akzeptieren.
    Und mir geht es damit auch viel besser.

    Irgendwie war es doch jedes Mal wenn er hier war, wieder wie ein Abschied für mich. Nur diese ständigen sinnlosen Streitigkeiten, die haben mich so fertig gemacht.

    Nun können wir wieder besser miteinander umgehen, so aus der Ferne und ich merke, wie gut mir das tut.
    Es ist nun mal mein größter Wunsch, ohne Streit und Hass die Beziehung zu beenden.
    Sicher, die Traurigkeit ist immer wieder da, das wird auch noch eine Weile dauern, denke ich.

    Aber inzwischen höre ich so oft in mich hinein (das habe ich früher nie gemacht ....) und lasse alles auf mich einwirken. Und spüre die Veränderungen in mir. Lasse die Tränen zu, aber ich merke auch, wie meine alte Energie wieder langsam kommt. Es gab Tage, da habe ich meinen Job gemacht, eben funktioniert, dann kam ich nach Hause und meinte, ich falle in ein tiefes Loch. Und írgendwann klingelte dann das Telefon: XY wollte mal wieder vorbeikommen. Dann habe ich gewartet, bis er kam, war immer so unruhig.
    Dann gab es wieder mal Diskussionen und ich war den ganzen Abend am Boden zerstört.

    Das lasse ich jetzt auf keinen Fall mehr zu.

    Wie gut, dass ihr mir noch einmal gründlich Eure Meinung geschrieben habt. Jeder Tag ist für mich wie ein Lernprozess. Aber ich weiß auch, dass es mir mit jedem Tag dann auch leichter fällt, die Situation so zu akzeptieren, wie sie nun mal ist.

    Hallo,

    nun sitze ich hier, kann nicht zur Ruhe kommen, weil meine Gedanken sich überschlagen.

    Wut, Trauer und die maßlose Enttäuschung ..... immer und immer wieder holt mich das ein.

    Dabei will ich doch so stark sein. Endlich wieder ein Leben führen, ohne XY, der mein ganzes Dasein in den letzten Jahren bestimmt hat.

    Die letzte Woche war für mich wie eine Berg- und Talbahnfahrt. Und ich habe da schon gemerkt, dass ich Abstand von ihm brauche. Es ging schon wieder los, da ich mich viel zu sehr mit ihm in Gedanken beschäftigte.
    Warum, weil er mir erzählte, dass sein Job auf dem Spiel steht, Die Firma wo er als Leiharbeiter tätig ist, hat die meisten Dienstleistungen abgegeben. Und kurz entschlossen die meisten Fremdkräfte und auch einige feste Mitarbeiter entlassen. Noch hat er seinen Job, aber wer weiß wie lange ?
    Typisch für ihn, dass er wieder loslegte und meinte, es wäre alles nur Sch..., am besten auswandern unter der Brücke schlafen.
    Dann noch die Bemerkung, dass er am Do. ja auch wieder zu den anderen Chaoten (die ambulante SHG) gehen müsse.

    Das hat mir schon wieder leid getan. Aber ich habe ihm trotrzdem gesagt, dass er das ja so wollte. Er meinte, ihm wäre ja nichts anderes übrig geblieben, schließlich will ich ihn ja nicht mehr.
    Wieder merkte ich, dass er überhaupt nicht mehr zuhörte, gar nichts realisierte. Auch als ich ihm sagte, dass ich gerne mit ihm zusammen geblieben wäre, nur nicht unter diesen Umständen.
    Er meinte nur, er hätte nur Kompromisse gemacht. Das hat mich wieder so geärgert und ich sagte ihm, dass er mal überlegen solle, wer in unserer Beziehung eigentlich die Kompromisse gemach habe. Und dass eine Beziehung ohne Kompromisse von beiden Seiten einfach nicht funktioniert. Und wieder hatte ich den Eindruck, das interessierte ihn nicht die Bohne. Dann fragte ich ihn, warum er mir nicht die Wahrheit gesagt hätte.

    Als er wieder weg war, ging das gleich wieder bei mir los mit den Tränen. Immer wieder die Erkenntnis, dass wir einfach nicht miteinander reden können. Also habe ich mir vorgenommen, einfach nur noch blah blah blah mit ihm zu reden. Bringt ja doch alles nichts, außer gegenseitigen Vorwürfen.

    Aber es tut trotzdem so furchtbar weh. Ich fühlte mich so allein gelassen und fragte mich, hatte ich jemals das Gefühl, dass ich mit bei ihm anlehnen konnte. Das alles geht dann durch den Kopf, beherrscht die Gedanken und lässt mich nicht wirklich zur Ruhe kommen.

    Die nächsten Tage wo er kam, ging es dann wieder besser.
    Auch hatte ich den Eindruck, dass es wieder möglich ist, sich einigermaßen normal mit ihm zu unterhalten. Wir konnten ganz ruhig über Dinge reden, was vorher nicht möglich war. Nur ja unsere Beziehung nicht ansprechen.
    Ich war so froh, weil ich doch keinen Streit mit ihm wollte.

    Da er erst diese Woche seine Möbel bekommen hat, kam er nun fast jeden Abend um seine Mails zu checken, hat mal dies mal das mitgenommen, seine Wäsche gewaschen usw.

    Vielleich auch deshalb, war ich fast jeden Abend am Heulen. Aber es hat mir irgendwie gut getan. Ich konnte mich ganz langsam verabschieden, wusste auch, dass ich das so wollte. Aber ich konnte endlich auch die Trauer zulassen. XY war fast wieder der Mann, wie ich ihn kennengelernt hatte. Ich habe zwar gemerkt, dass er immer einen leichten Alkoholgeruch an sich hatte, aber er war ruhig und sachlich.

    Bis auf heute, da kam er um die alten Schränke für den Sperrmüll abzubauen. Fragte mich dann, ob er etwas zum Essen für uns holen solle, immer noch ganz freundlich. Obwohl ich schon den Eindruck hatte, er hatte mehr indus als die letzten Tage.

    Irgendwie war ich froh und dachte, warum eigentlich nicht und sagte zu.

    Nachdem wir noch den Keller etwas entrümpelt hatten, fragte er mich noch einmal, was nun mit dem Essen sei und ob ich schon etwas bestellt hatte. Und schon waren wir wieder in einer dieser verdammten zermürbenden Diskussion, wer nun was macht oder nicht macht.
    Es nutzte nichts, dass ich ihm sagte, er wolle doch eigentlich etwas bestellen. Gleich reagierte er wieder heftig und meinte, wenn ich nicht wolle, dann wäre es auch gut.

    Daraufhin habe ich ihm gleich gesagt, dass das so keinen Zweck hätte, dass er besser gehen solle, ich hätte keine Lust mehr auf ein gemeinsames Abendessen unter diesen Umständen.
    Gleich kam wieder die übliche Entgegnung von ihm, ich hätte es wieder geschafft, Hauptsache Zoff.
    Das hatte ich in den letzten Monaten unseres Zusammenlebens so oft gehört.

    Er packte dann noch einige Sachen zusammen und meinte beim Weggehen, ich sollte mir mal einen freundlicheren Ton angewöhnen. Ich sagte nicht viel, sondern nur, dass er inzwischen völlig die Realität verloren habe. Dann meinte er noch, er müsse trotzdem noch ab und zu kommen, da noch der PC usw. usw. in der Wohnung seien.

    Das hat mich wieder so heruntergezogen.
    Immer und immer wieder das gleiche Drama. Wie sich die Geschichten der Co's doch immer gleichen. Eigentlich weiß ich ja, dass es so kommen musste.

    So, jetzt geht es mir wieder etwas besser. Werde jetzt zu Bett gehen, noch einige Tränen vergießen, wie fast jeden Abend und denken und denken und dann hoffentlich gut schlafen.

    Ich merke nur, ich muss einfach lernen loszulassen, es gelingt mir leider noch nicht. Dabei will ich gar nicht mehr mit ihm zusammen sein, das wäre der reinste Horror. Aber es tut trotzdem so furchtbar weh.....
    Es ist, als ob alles über mir zusammenbricht.
    Ich wünsche mir so sehr, dass dieses Gefühl irgendwann mal aufhört., diese Enttäuschung, gepaart mit Wut und Hoffnungslosigkeit.

    Hallo liebe Joanne,

    ein kleines Trostpflaster von mir: Ich meine, Du bist auf dem richtigen Weg. Vor allen Dingen bist Du ehrlich zu Dir selbst, das ist ganz wichtig.
    Wir haben uns alle selbst jahrelang belogen, alles schön geredet.

    Ich habe mich auf sehr sehr lange im Kreis gedreht. Aber irgendwann war mir so schwindlig, dass ich das nicht mehr aushalten konnte. Von da an ging alles viel einfacher.

    Ich denke auch, dass Du morgen bei dem Gespräch auf jeden Fall Deinen Standpunkt behalten sollst, notfalls aufstehen und gehen. Dein Mann muss auch endlich merken, dass es nicht nur um ihn geht.

    Das ist auch so ein Punkt, der immer mehr auffällt.
    Sogar nach der Trennung kann XY es nicht lassen, seinen seelischen Müll bei mir abzuladen. Er hat völlig die Realität verloren. Andere Menschen scheinen ihn nur noch am Rande zu interessieren. Das sind ja alles nur Chaoten nach seiner Meinung.

    Hallo Melanie,

    ich kann das sehr gut nachvollziehen, dass Du Probleme hast, mit Deinem Mann freundschaftlich umzugehen. Ich würde mich ebenso verhalten, weil ich nicht damit umgehen kann, wenn ich ihn betrunken erleben muss.

    Ich glaube auch nicht, dass die Zeit dann die Wunden heilen kann. Dafür bin ich wohl auch zu sensibel. Also gehe ich meinem Ex-Partner aus dem Weg, damit keine unnötigen Emotionen oder Konflikte heraufbeschwört werden können.
    Aber wenn Kinder im Spiel sind, ist das leider nicht so einfach. Da muss man einfach stark sein, keiner darf ja etwas merken. Stelle ich mir ganz schlimm vor.
    Dieses Problem habe ich nicht, und bin froh darüber. Bei uns gibt es keine Kinder.

    Nur möchte ich mich nicht ständig damit belasten, dass wir beide uns in diese Situation gebracht haben. Das macht doch nur krank.
    Warum muss ich mich selbst um Verzeihung bitten ?

    Nein, ich akzeptiere die Situation so, wie sie jetzt ist und versuche, in Zukunft achtsamer zu sein, aber ohne mich ständig verbiegen und verkrampfen zu müssen.

    Schau mal, wir haben so lange und erfolglos gekämpft und dann denke ich, muss irgendwann mal Schluss damit sein.

    Dazu noch ein toller Spruch, den mir heute morgen ein Bekannter per SMS schickte:

    "Liebe und lebe den Tag und am meisten Dich selbst, dann ist alles einfach und geht wie von selbst".

    Daran musste ich schon die ganze Zeit denken und ich meine, er hat ja so Recht! Wir müssen es nur umsetzen.

    Übrigens hat er auch ein Alkoholproblem. Seit ca. September trinkt er nach eigenen Worten nicht mehr. Ich habe ihn zufällig in einem Cafe kennengelernt und wir haben uns sofort gut verstanden.
    Er ist wesentlich jünger als ich und ich sehe die Begegnung als eine reine Freundschaft an und halte mich auch dementsprechend zurück.

    Natürlich muss ich mir nun wieder mal die Frage stellen, ob ich diese Männer magisch anziehe oder auch umgekehrt.

    Es gab Zeiten, nach der Trennung von meinem ersten Ex-Alki, da machten mir solche Begenungen Angst, heute werde ich eher nachdenklich.

    [quote='Grazia'].Am Ende hat die Flasche doch gewonnen. Sie war wichtiger, als die Familie, ich, die Kinder, als die Arbeit, Gesundheit. Er hat sich entschieden. Ich auch.
    Lieber Ende mit schrecken als Schrecken ohne ende, wie wahr wie wahr.

    Hallo cheeky,

    was Grazia geschrieben hat, kann ich nur unterstreichen. So geht es leider vielen Co's hier.
    Aber was ich ganz wichtig finde ist: er hat sich entschieden, ich auch.

    Die letzten Worte habe ich immer im Gedächtnis und dazu stehe ich letztendlich. Denn wenn ich mich nicht entschieden hätte, wäre ich noch bei ihm. So muss ich ihm nicht nachtrauern, kann einmal sagen, ich habe eine eigene Entscheidung getroffen. Jahrelang waren wir nur fremdbestimmt, immer darauf bedacht, unseren Partner vom Trinken abzuhalten. Wir haben wir alles getan, immer wieder Zugeständnisse gemacht. Unser eigener Willen ist immer mehr in den Hintergrund gerückt, war ja auch nicht wichtig. Für uns stand immer der Partner im Mittelpunkt. Alles drehte sich nur um ihn. Und wir haben es zugelassen.

    Und trotzdem hat er sich gegen uns, unsere Familie und damit für den Alkohol entschieden.
    Aber ich kann jetzt sagen: Ich bin froh, dass ich mich ebenfalls entschieden habe, nämlich gegen den Alkohol und damit für mich. Ich bin mir wieder wichtiger als er. Deshalb fühle ich mich trotz aller Trauer frei, kann wieder durchatmen und neu starten. Weil ich die Trennung auch für mich selbst wollte.

    Vielleicht betrachtest Du das alles mal aus dieser Sicht.

    Hallo Mora,

    es macht Mut und auch viel Spass, sich mit Dir auszutauschen.
    Aber in Deinen Zeilen lese ich auch, dass Du eine sehr tiefgründige und teilweise auch einsame Frau bist.

    Dabei ist es gerade in unserer Situation ganz wichtig, Kontakte zu pflegen, Kommunikation zu üben und auch zu betreiben. Ich denke, das kann man lernen. Bei mir ist in den letzten Jahren viel davon verlorengegangen. Mit den Trennungsgedanken habe ich angefangen, daran zu arbeiten, meine sozialen Kontakte wieder aufzubauen.
    Oberflächlich gesehen, ist das nicht schwierig. Aber mit den Jahren wird man immer sensibler und vorsichtiger im Umgang mit anderen Menschen. Das geht mir auch so.
    Mir wird immer deutlicher bewusst, dass es bei mir noch sehr viele Baustellen gibt.

    Gerade wenn man abends alleine in der Wochnung ist, kommen wieder sehr viele Gedanken in mir hoch. Teilweise überschlägt sich alles.
    XY und ich haben immer sehr viel geredet, wobei ich sagen muss, meistens hat er geredet. Vieles drehte sich um ihn, seine Probleme in der Firma. Später dann kam seine Kindheit mit ins Spiel. Oftmals stoppte ich einfach das Gespräch, weil er kein Ende finden konnte. Heute denke ich, ich war eigentlich immer sein seelischer Mülleimer.
    Ich bin aber sicher, das normalisiert sich mit der Zeit.
    Solange ich nicht anfange, mit mir selbst zu reden ..... lach..


    Zitat

    Die Erinnerungen werden nach und nach verblassen und ich muss die Zeit nutzen, muss auf mich achten, dass es mir gut geht.

    So eine richtige Vorstellung habe ich noch gar nicht, was ich tun möchte.
    Ich denke, einige Dinge muss ich einfach tun, um wieder meine Zufriedenheit zu finden. Deshalb ist es mir erst einmal wichtig herauszufinden, welche Dinge das sind. Erinnerungen spielen eine ganz wichtige Rolle, weil man sich so leicht darin verlieren kann. Damit kann ich im Moment noch nicht richtig umgehen. Aber ich merke schon, diese Erinnerungen müssen einen anderen Stellenwert bekommen. Für mich sehe ich das als eine große Herausforderung an.

    Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mich nicht so viel mit der Vergangeheit zu beschäftigen. Aber ich merke auch, dass das nicht so einfach geht. Dieser Schritt ist einfach zu groß für mich.

    Ich möchte einfach damit anfangen, möglichst freundschaftlich und emotionslos mit XY umgehen zu können, auch in meinen Gedanken.
    Das ist für mich z.Zt. noch enorm wichtig, damit ich meine innere Ruhe und Zufriedenheit wieder finde.

    Hallo Plejaden,

    weggeworfen habe ich die Fotos nicht, aber ganz unten in der Schublade verkramt. Von einem Bild gibt es eine ganze Bildserie, wir hatten sie damals in der Türkei von einem Fotografen machen lassen. Wunderschöne Fotos am Strand und Pool bei Sonnenuntergang. Hat bei XY auch nur geklappt, weil er sich vorher mit Alkohol betäubt hatte.
    Wir hatten deshalb einen solchen Riesenkrach, dass ich beinahe das Fotoshooting abgesagt hätte. Aber der Fotograf war begeistert von uns, toll nicht wahr .....

    Hauptsache, sie stehen nicht mehr als Mittelpunkt in der Wohnung.
    Mit Sicherheit tauchen noch mehr Erinnerungen auf. Habe schon jede Menge kleine Bildchen mit ... Liebe ist .... gefunden, die er ausgeschnitten und mir immer wieder mal so zufällig hingelegt hatte. Diese habe ich allerdings gleich entsorgt.

    Sorry, dass ich wieder anfange und sentimental werde, aber vermutlich geht das noch eine Weile so. Vermutlich brauche ich das auch noch. Aber ich tröste mich damit, dass es irgendwann wieder aufhört.

    Liebe Joanne,

    irgenwie sehe ich mich auch wieder, wenn Du so schreibst.

    Bei uns wurde es auch immer weniger, was wir gemeinsam machten. Ich fuhr dann öfter allein weg, auch in Urlaub. Wir gingen nicht mehr gemeinsam einkaufen. Keine gemeinsamen Freunde mehr besuchen und wenn, erst einmal große Diskussionen.
    Der einzige Unterschied war nur, dass Dein Mann nicht trinkt. XY war vermutlich froh, wenn ich weg war, dann konnte er ja auch trinken, ohne sich verstecken zu müssen.

    Aber ich habe mich so oft gefragt, was ist das für ein Leben ? Dann kann ich auch alleine leben und ohne seinen Druck tun, was mir gefällt.
    Nur bis ich soweit war, das hat doch sehr lange gedauert.

    Oft denke ich, warum habe ich mich nicht schon früher getrennt. Viele verlorene Jahre. Aber vielleicht war es damals noch nicht der richtige Zeitpunkt.

    Ich merke, wie unglücklich Du bist, aber auf der anderen Seite spüre ich auch Deine Hoffnung, dass sich alles doch noch ändern könne.
    Und genau dieses Hin- und Hergerissensein macht es unmöglich, eine Entscheidung zu treffen. Und so hoffen und bangen wir immer weiter.

    Die Frage ist nur: Wie lange hältst Du das noch aus ?

    Hallo Mora und Plejaden,

    dannke für die tollen Beiträge, die so ehrlich und doch so traurig wahr sind.

    Ich denke, wir Cos müssen meistens auch durch diese Hölle, bevor wir eine Veränderung an uns, unserem Leben vornemen können.
    Das alles zu begreifen und umzusetzen dauert sehr sehr lange.
    Ich denke, ich brauche auch noch viel Zeit und die will ich mir geben.

    Mein größter Wunsch ist, XY ohne Wut und Hass verlassen zu können. Und inzwischen meine ich auch wirkliches Verlassen, denn mir ist klar geworden, dass es für uns nie mehr eine gemeinsame Zukunft geben wird und kann.

    Heute morgen konnte ich einen weiteren Schritt tun, um langsam Abschied zu nehmen: Im Wohnzimmer stehen 2 Fotos, wo wir beide drauf sind. Im Urlaub, braungebrannt, glücklich. Aber ich habe in letzter Zeit noch mehr auf diesen Fotos gesehen. Nämlich den ständigen Begleiter der Alkohol war immer dabei. Ich habe mir diese immer und immer wieder angeschaut, den Glanz in den Augen von XY und innerlich gespürt, wie sehr er seinen Freund liebt. Vermutlich noch viel mehr als mich oder sich selbst. Wir waren eigentlich immer zu dritt, vor allen Dingen im Urlaub. Jedes Bild hat auch eine eigene Geschichte. Meist gab es vorher Streit, warum, weil ich merkte, dass er wieder heimlich getrunken hatte, am Strand oder sonstwo. Dann wieder die Versöhnung, die Versprechungen und dazu noch ein schönes Foto !!!
    Im Grunde genommen, waren das alles nur Lügen und immer wieder Lügen. Nur ich habe es nicht gemerkt, oder gar nicht merken wollen.

    Ich wollte die Fotos schon lange entfernen, aber es ging einfach nicht.
    Jetzt stehen sie nicht mehr da, statt dessen ein schönes Bild, das meine Nichte gemalt hat und auf der anderen Seite ein Kerzenständer.

    Irgendwie bin ich traurig und trotzdem froh. Ein Schritt nach dem anderen ; der Anfang ist gemacht. Die Erinnerungen werden nach und nach verblassen und ich muss die Zeit nutzen, muss auf mich achten, dass es mir gut geht.

    Danke Plejaden,

    ich empfinde das auch so wie Du. Irgendwie habe ich den dringenden Wunsch, Abschied zu nehmen von meinen Träumen, auch schönen Zeiten, vom Bild des Mannes, dem ich doch lange vertraut habe.
    Auch wenn es nur mein eigener Traum war.

    Zu Deiner Frage: Ja er ist weg aus der Wohnung. Ab 15. Mai läuft der ursprüngliche Mietvertrag nur noch auf meinen Namen. Wir konnten das mit unserem Eigentümer ganz unbürokratisch regeln. Das Gute ist, wir hatten im Mietvertrag eine Zusatzvereinbarung, dass die Wohnung für 2 Personen genutzt werden kann. Nun konnte der einfach nur auf 1 Person geändert werden.

    XY hat noch keine Möbel, aber sein Zimmer hier ist weitgehendst ausgeräumt, bis auf den PC, die Bücher und noch Akenordner.

    Obwohl wir versucht haben, alles friedlich zu regeln, kam es immer wieder zu Diskussionen. und Streitigkeiten.
    Ist vielleicht ganz gut so; ich merke immer deutlicher, dass unsere Zeit vorbei ist. Ich sehe ihn jetzt in einem ganz anderen Licht. Ein veränderter, ja teilweise bösartiger, verbitterter Mann.
    Und so möchte ich auf keinen Fall werden. Das habe ich mir fest vorgenommen. Möchte wieder lachen, offen und glücklich sein, so weit dies möglich ist.

    Heute mittag war er wieder hier, um noch einige Sachen zu holen, seine Hemden hingen noch im Kleiderschrank bei mir, Handtücher usw.
    Es ging auch ganz gut, wir haben uns normal und freundlich unterhalten. Er meinte, dass er doch noch öfters kommen müsse, auch um seine Wäsche zu waschen, da er noch keine Waschmaschine hat.
    Ich habe ja auch nichts dagegen, wenn er vorher anruft. Das hatte er ja auch immer gemacht.

    Dann gab ich ihm noch einige Teiller. Und schon wieder krachte es zwischen uns. Nur eine Kleinigkeit. Ich sagte ihm, es sei besser, die Teller in Zeitungspapier zu wickeln. Seine Antwort war nur, ich solle das Papier schon hergeben. Dann noch die Bemerkung: "Mein Gott". Ich war auch gleich auf Hochtouren und habe ihm gesagt, dass ich nicht in diesem Ton mit mir reden lasse, ich mir das nicht mehr gefallen lassen würde, ansonsten käme er nicht mehr in die Wohnung und habe ihm das Papier vor die Füße geknallt.
    Im folgenden Disput musste ich mir wieder anhören, dass ich völlig überdreht sei.
    Bevor er ging, kam noch eine kurze gemurmelte Entschuldigung und ein kleines Danke für das Geschirr.

    Ganz anders war es am Samstag morgen. Da stand er im Flur, bevor er ging, schaute mich an, lächelte und warf mir einen Kussmund zu. Was ist das nur für ein Mann ?

    Das alles hat mich schon wieder so tief heruntergezogen. Aber die Frage, was da zwischen uns passiert ist, muss ich mir wohl nicht mehr stellen.

    Viele Tränen und traurige Gedanken nachdem er weg war, aber auch das ging vorbei. Wut und Hass habe ich empfunden, aber ich will es nicht zulassen, muss mich endlich frei machen.

    Daher werde ich ihm eine SMS schicken, dass er nur noch in die Wohnung kommen soll, wenn ich nicht da bin und das nur am Mitwoch abend oder Samstag vormittag. Ich will und kann ihn momentan nicht sehen.

    Aber das Schlimmste ist fur . Ich mich, dass ich so nicht Abschied nehmen kann, es geht einfach nicht. Ich spüre, dass ich noch Zeit brauche.

    Nun sitze ich wieder hier und heule und hoffe, dass der Druck endlich nachlässt.
    Plejaden, wie hast Du die Kraft gefunden, Dich zu verabschieden?

    Hallo,

    melde mich auch wieder. Nachdem ich eine schlimme Woche hinter mich gebracht habe, gepaart mit vielen Emotionen, Ängsten, Verzweiflung, innerer Zerrissenheit.

    Ich hätte nicht gedacht, dass mich die bevorstehende Trennung so fertigmacht. Musste höllisch aufpassen, dass ich bei der Arbeit alles richtig auf die Reihe gebracht habe. Es kam aber auch vieles zusammen: mein Chef nch mehreren Dienstreisen wieder im Büro, hektisch und ich übernervös, bekam meine innere Unruhe nur schlecht in den Griff. Dann ein Riesenberg an Arbeit, alles musste wieder schnell erledigt werden. Nur nichts anmerken lassen, keine Fehler machen. Aber es kam wie es kommen musste, nur ein Kommunikationsprobem und mein Chef reagierte mal wieder total über. Es hat mich auch nicht sehr trösten könne, dass ich nicht ein Einzige war, die etwas abbekam.

    Dabei habe ich mich wiede so schuldig gefühlt, obwohl ich eigentlich gar keinen Fehler gemacht hatte. Ich hatte nur etwas missverstanden, war vermutlich mit meinen Gedanken nicht richtig dabei. Er ruft eben manchmal etwas schnell zu, ich oder auch meine Kollegin machen gerades etwas anderes und alleine schon die Nachfrage bringt ihn auf die Palme. Na ja, ich muss das jetzt endlich vergessen, anderen Kollegen ging es ja ähnlich. Ist ja auch nicht das erste Mal gewesen.

    Aber die Woche ging auch herum und meine Angst, dass ich doch noch einen gravierenden Fehler in meiner momentanen Situation machen könnte, auch. Aber Montag ist er erst einmal für einige Tage wieder auf Reisen. Dann erst einmal wieder durchatmen.
    Werde morgen früh erst einmal mit meiner Kollegin in Ruhe ein schönes Frühstück genießen. Freue mich schon darauf!

    Soweit die geschäftliche Situation.

    Aber zuhause war es auch auch total stressig. XY hat endlich den Mietvertrag unterschrieben, hat ihn mir auf Verlangen auch gezeigt.mtgeteilt, dass er ab Samstag abend dann in seiner eigenen
    Wohnung schläft.
    Eine Riesenerleichterung für mich ! Endlich alleine, ich kan mich langsam wieder einsortieren und zur Ruhe kommen. Meine Nerven waren wirklich zum Zerreißen gespannt.

    Aber die letzten gemeinsamen Tag waren schon schlimm. Er hat sich nicht an meine Bitte gehalten, nichts zu trinken, wenn er in der Wohnung übernachtet. Das hat mich so fertig gemacht, ich wusste nie, ist er jetzt nüchtern, wenn er kommt oder nicht. Wir hatten ständig Auseinan-dersetzungen, wieder nur wegen Klenigkeiten. Ich habe sofort innerlich rebelliert, wenn ich merkte, er hat etwas getrunken. Natürlich hat er nie etwas getrunken, natürlich bilde ich mir alles wieder nur ein. Immer die gleiche verlogene Tour. Ich wolle ja nur Recht habe usw. usw.
    Meistens habe ich gar nichts mehr gesagt und nur gehofft, dass die Woche schnell vorbei ist. Abends im Bett habe ich dann geheult, damit ich am nächsten Tag wieder halbwegs fit war.

    Am Mittwoch kam er so betrunken an, konnte kaum noch stehen, war endlich bei seinem Vater und auch mit seinem Freund in der Kneipe (so sah er auch aus !). Aber nein getrunken hat er natürlich gar nichts.

    Ich konnte nicht anders, aber ich schrie ihm ins Gesicht und fragte ihn, weshalb er sich nicht an meine Bitte halten könne. Und warum er in diesem Zustand noch Auto fährt. Aber es ging ja nichts mehr an ihn.

    Am nächsten Tag rief er mich mittags an, hörte sich ziemlich nüchtern an. Er bat mich um mein Navi, da er in der Firma seines Freundes einen Kleintransporter für den Umzug holen wollte. Dieser war erst vor kurzem mit der Firma umgezogen.
    Abends kam er dann kurz in die Wohnung, nüchtern, freundlich, als ob nichts gewesen wäre. Bedankte sich für das Navi, um dan später wieder zu kommen und hier auf der Couch zu übernachten.
    Später haben wir noch zusammen gegessen. Ich sprach ihn noch einmal in ruhigem Ton auf meine Bitte an, nicht hierher zu kommen, wenn er etwas getrunken habe. Er reagierte sofort aggressiv und wütend.
    Das hat mich dann so in Wut versetzt, dass ich ihm alles an den Kopf geknallt habe, was mir einfiel.

    Ich weiß selbst, dass das nichts gebracht hat. Aber erstaunlicher Weise ging es mir danach wieder besser. Endlich hatte ich was rauslassen können, längst nicht alles, aber das musste einfach sein. Meine ganze Enttaüschung, Wut, Verzweiflung, alles was sich in den letzten Monaten bei mir angestaut hatte, lies ich los. Es warmir so egal in diesem Moment.

    Ich habe dann fast die ganze Nacht wachgelegen und die Tränen liefen und liefen. Aber am nächsten Tag war ich so ruhig und gelassen.

    Glaubt mir, das hat so gut getan !
    Ich habe viel nachgedacht, langsam Abschied genommen, so richtig ging es eigentlich gar nicht. Wusste nicht so genau, wovon ich eigentlch Abschied nehmen soll. Eigentlich weiß ich es immer noch nicht, aber ich merke, wie befreit ich mich jetzt fühle.

    Uff, das war wieder mal eine ganze Menge. Ich muss erst einmal Pause machen.

    Berichte dann separat, was noch passiert ist.

    Es tut so gut, das alles hier zu schreiben.

    Hallo Sonne,

    warum schließt Du nicht einfach Deine Tür ab? Du kannst Dir das erlauben, es ist doch schließlich Deine Wohnung. Dann wird er sich schon überlegen, ob er Terror macht.

    Bei mir ist das leider anders. XY kann kommen und gehen, solange wir die Wohnun gemeinsam nutzen. Er hat bis zum Einzug in die neue Wohnung am 15. Mai ein ganz kleines Zimmer und kommt ab und zu um sich Kleidungsstücke zu holen, seine Emails zu checken usw.
    Allerdings habe ich mit ihm vereinbart, dass er vorher anrufen soll und nicht nach 21:00 Uhr. Dann schließe ich nämlich die Tür ab.

    Daran hat er sich auch gehalten, bis auf einmal, ganz am Anfang.

    Ich denke, es ist ganz wichtig, dass Du ihm und auch Dir selbst Grenzen
    setzt.

    Ich weiß selbst, wie schwer das ist, aber Du wirst merken, damit geht es Dir auch besser.
    Ich merke bei mir immer die Unruhe, wenn er angerufen hat, dass er vorbeikommen will. Weiß ja auch nie in welchem Zustand er ist.

    Eben ist er gerade da, völlig nüchtern und hat mir erzählt, dass er heute mittag den Mietvertrag unterschreibt.
    Ab Montag ist er dann erst einmal noch ein paar Tage hier in der Wohnung und schläft auf der Couch, bis er in seine Wohnung einzieht.

    Erst dann kann ich richtig durchatmen und in mein neues Leben ohne ihn starten.

    Hallo Mora,

    ich frage mich auch immer wieder, wie ich das geschafft habe.
    Aber irgendwie habe ich es gar nicht gechafft, es kam alles wie von alleine.
    Der Anfang, den Partner vor die Alternative zu stellen, Alkohol oder ich. Das war für mich am schwersten. Zu groß war die Angst, ihn dann zu verlieren. Das hat mich immer wieder gehindert, das auszusprechen, was eigentlich schon längst hätte gesagt werden müssen.

    Aber dann kam der Tag X und ich wußte genau, jetzt musst Du es sagen. Es ging gar nicht anders. Ich habe es ausgesprochen und fühlte mich endlich frei !

    Die vielen kleinen Schritte, die gehören auch dazu. Oftmals habe ich an mir selbst gezweifelt, wollte gerne größere Schritte machen. Aber es ging nicht. Ich hätte mich nur selbst belogen.

    Ich denke, alles braucht seine Zeit. Auch das Loslassen, später das Verzeihen.

    Heute ist die räumliche Trennung für mich wie eine Befreiung. Vor einigen Wochen hätte ich mir das gar nicht vorstellen können.

    Wie die Normalität dann bei mir aussieht, darüber habe ich mir eigentlich noch gar keine Gedanken gemacht. Ich lasse alles auf mich zukommen und sehe positiv in die Zukunft. Damit geht es mir erst einmal gut.

    Auch das sind wieder die kleinen Schritte, zu große Schritte möchte ich da gar nicht machen.

    Hallo Dreamlady,

    bei uns war es so, dass er für 1 Woche zur Entgiftung war. Innerhalb kurzer Zeit durfte er die Klinik verlassen, wann er wollte, sogar mit dem Auto fahren. Abends wurde dann auf Alkohol kontrolliert.

    Wir hatten während dieser Zeit keinen persönlichen Kontakt, nur telefonisch. Das hatten wir aber auch schon vorher so vereinbart.

    Ich würde Dir auch empfehlen, so wenig wie möglich Kontakt zu halten.

    Er hat mir dann erzählt, dass es sogar Frauen gab, die ihren Männern regelmäßig etwas zum Essen brachten und tagtäglich durch ein- und ausgingen.

    Leider hat er eine weiterführende Langzeittherapie abgelehnt und sich zu einer ambulanten Maßnahme entschlossen. Begründung war sein neuer Job, den er nach 1 Jahr Arbeitslosigkeit kurz vorher bekommen hatte.
    Die LZT könne er ja jederzeit doch noch machen.

    Inzwischen sieht es ja aus, dass er auch während der Therapie wieder trinkt und ich ihn gebeten habe, auszuziehen.
    Das wird dann hoffentlich auch am 15. Mai der Fall sein.

    Du siehst, es ist schwer, Dir einen Ratschlag zu geben. Einzig und allein Dein Freund muss entscheiden, ob er weiter trinken will oder nicht.

    Wenn Du hier so liest, dann wirst Du festgestellt haben, dass leider erst eine räumliche Trennung den alkoholkranken Partner dazu bewegt, endlich etwas für sich zu tun, wenn er es überhaupt tut. Das sind leider die traurigen Tatsachen.
    Aber es gibt ja auch Ausnahmen.

    Auf jeden Fall finde ich es prima, dass er sich aus eigenen Stücken zur Therapie entschlossen hat.
    Während der LZT gibt es von den Kliniken selbst Vorschriften bezüglich der Kontaktaufnahme mit Familienangehörigen. Diese solltest Du auf jeden Fall einhalten.

    Ich drücke Dir und Deinem Freund die Daumen, dass er schafft, vom Alkohol loszukommen.

    Hallo stolzemama,

    danke für die Wünsche, die kann ich im Moment sehr gut gebrauchen.
    Irgendwie steht man so kurz nach der Trennung immer noch auf der Kippe. Aber ich habe mir vorgenommen ....nur nicht umfallen.

    Ich habe Deine Geschichte gelesen.
    Was bei mir gar nicht geht, sind Aggressionen, die dann auch noch zu Handgreiflichkeiten führen.
    Einmal Gewalt, immer Gewalt, einmal schlagen - immer schlagen. Das ist leider auch meine Erfahrung mit meinem Ex-Alki.
    Dein Freund setzt Dich permament unter Druck. Das darfst Du Dir nicht gefallen lassen. Und Alkohol setzt er noch zusätzlich ein, um seine Position zu stärken.

    Obwohl ich so etwas in meiner jetzigen Beziehung nicht erlebt habe .... ich vergesse nie wie es einmal war ..... und rechne immer damit, dass es auch mit einem Mann, der nicht zur Gewalt neigt, so enden kann.
    Die verbalen Angriffe wurden gerade in der letzten Zeit stärker, weil er sich von mir unter Druck gesetzt fühlte. Da konnte ich nicht mehr die Augen zumachen und denken das wird doch wieder besser.

    Auch aus diesem Grund habe ich mich letzendlich getrennt.

    Vergiss bitte nicht, dein Sohn ist zwar noch sehr klein, aber die Kinder bekommen alles mit, auch zerschlagene Fensterscheiben !

    So vieles ist mir erst nach und nach klar geworden, weil ich immer und immer wieder hier gelesen habe.

    Ich wünsche Dir alles Gute, viel Kraft und dass Du für Dich und Dein Kind den richtigen Weg findest.

    Hallo Melanie und Hanna,

    Ich wollte damit sagen, dass sich diese schlimmen Szenen für mich erledigt haben, da XY ja nun aus der gemeinsamen Wohnung auszieht.
    Auf keinen Fall mache ich mir irgendwelche Hoffnungen, dass sich bei ihm etwas ändert. Jetzt denke ich erst einmal an mich und bin dabei, mein eigenes Leben zu organisieren.

    Es interessiert mich auch nicht, ob er nun trinkt oder was er tut. Ich bin erst einmal erleichtert, dass wir uns so schnell und ruhig einigen konnten.

    Ich brauche erst einmal Abstand.
    Trotzdem versuche ich, alles in Ruhe mit ihm zu besprechen und das geht ja auch nur, wenn er nicht getrunken hat.

    Dass ich so reagieren kann, das hätte ich vor ein paar Wochen auch nicht gedacht. Aber es ist soviel passiert, soviel Vertrauen zerstört worden.

    Ich wäre evtl. auch bereit gewesen, noch eine weitere "Probezeit" für uns zu geben, wenn nur ein einziger Hinweis von ihm gekommen wäre.
    Auch wenn er mir gesagt hätte, dass er es einfach noch nicht packt mit dem Trinken aufzuhören. Aber dass er mir immer und immer wieder ins Gesicht gelogen hat, kein Wort der Entschuldigung, das hat alles was mich noch mit ihm verbunden hat, nach und nach immer mehr zerstört.

    Glaubt mir, ich kann vieles ertragen und auch verzeihen. Aber für mich gehört einfach Ehrlichkeit und Vetrauen zu einer Beziehung.
    Schmerzlich musste ich erkennen, dass dies bei uns nicht mehr der Fall ist und nach vielen Jahren konnte ich endlich loslassen.

    Irgendwie ist es gut so, wie es gekommen ist. Ohne sein Verhalten hätte ich wohl nicht so den Absprung geschafft und würde ihm und unserer schönen gemeinsamen noch Zeit lange nachtrauern.