Hallo,
nun sitze ich hier, kann nicht zur Ruhe kommen, weil meine Gedanken sich überschlagen.
Wut, Trauer und die maßlose Enttäuschung ..... immer und immer wieder holt mich das ein.
Dabei will ich doch so stark sein. Endlich wieder ein Leben führen, ohne XY, der mein ganzes Dasein in den letzten Jahren bestimmt hat.
Die letzte Woche war für mich wie eine Berg- und Talbahnfahrt. Und ich habe da schon gemerkt, dass ich Abstand von ihm brauche. Es ging schon wieder los, da ich mich viel zu sehr mit ihm in Gedanken beschäftigte.
Warum, weil er mir erzählte, dass sein Job auf dem Spiel steht, Die Firma wo er als Leiharbeiter tätig ist, hat die meisten Dienstleistungen abgegeben. Und kurz entschlossen die meisten Fremdkräfte und auch einige feste Mitarbeiter entlassen. Noch hat er seinen Job, aber wer weiß wie lange ?
Typisch für ihn, dass er wieder loslegte und meinte, es wäre alles nur Sch..., am besten auswandern unter der Brücke schlafen.
Dann noch die Bemerkung, dass er am Do. ja auch wieder zu den anderen Chaoten (die ambulante SHG) gehen müsse.
Das hat mir schon wieder leid getan. Aber ich habe ihm trotrzdem gesagt, dass er das ja so wollte. Er meinte, ihm wäre ja nichts anderes übrig geblieben, schließlich will ich ihn ja nicht mehr.
Wieder merkte ich, dass er überhaupt nicht mehr zuhörte, gar nichts realisierte. Auch als ich ihm sagte, dass ich gerne mit ihm zusammen geblieben wäre, nur nicht unter diesen Umständen.
Er meinte nur, er hätte nur Kompromisse gemacht. Das hat mich wieder so geärgert und ich sagte ihm, dass er mal überlegen solle, wer in unserer Beziehung eigentlich die Kompromisse gemach habe. Und dass eine Beziehung ohne Kompromisse von beiden Seiten einfach nicht funktioniert. Und wieder hatte ich den Eindruck, das interessierte ihn nicht die Bohne. Dann fragte ich ihn, warum er mir nicht die Wahrheit gesagt hätte.
Als er wieder weg war, ging das gleich wieder bei mir los mit den Tränen. Immer wieder die Erkenntnis, dass wir einfach nicht miteinander reden können. Also habe ich mir vorgenommen, einfach nur noch blah blah blah mit ihm zu reden. Bringt ja doch alles nichts, außer gegenseitigen Vorwürfen.
Aber es tut trotzdem so furchtbar weh. Ich fühlte mich so allein gelassen und fragte mich, hatte ich jemals das Gefühl, dass ich mit bei ihm anlehnen konnte. Das alles geht dann durch den Kopf, beherrscht die Gedanken und lässt mich nicht wirklich zur Ruhe kommen.
Die nächsten Tage wo er kam, ging es dann wieder besser.
Auch hatte ich den Eindruck, dass es wieder möglich ist, sich einigermaßen normal mit ihm zu unterhalten. Wir konnten ganz ruhig über Dinge reden, was vorher nicht möglich war. Nur ja unsere Beziehung nicht ansprechen.
Ich war so froh, weil ich doch keinen Streit mit ihm wollte.
Da er erst diese Woche seine Möbel bekommen hat, kam er nun fast jeden Abend um seine Mails zu checken, hat mal dies mal das mitgenommen, seine Wäsche gewaschen usw.
Vielleich auch deshalb, war ich fast jeden Abend am Heulen. Aber es hat mir irgendwie gut getan. Ich konnte mich ganz langsam verabschieden, wusste auch, dass ich das so wollte. Aber ich konnte endlich auch die Trauer zulassen. XY war fast wieder der Mann, wie ich ihn kennengelernt hatte. Ich habe zwar gemerkt, dass er immer einen leichten Alkoholgeruch an sich hatte, aber er war ruhig und sachlich.
Bis auf heute, da kam er um die alten Schränke für den Sperrmüll abzubauen. Fragte mich dann, ob er etwas zum Essen für uns holen solle, immer noch ganz freundlich. Obwohl ich schon den Eindruck hatte, er hatte mehr indus als die letzten Tage.
Irgendwie war ich froh und dachte, warum eigentlich nicht und sagte zu.
Nachdem wir noch den Keller etwas entrümpelt hatten, fragte er mich noch einmal, was nun mit dem Essen sei und ob ich schon etwas bestellt hatte. Und schon waren wir wieder in einer dieser verdammten zermürbenden Diskussion, wer nun was macht oder nicht macht.
Es nutzte nichts, dass ich ihm sagte, er wolle doch eigentlich etwas bestellen. Gleich reagierte er wieder heftig und meinte, wenn ich nicht wolle, dann wäre es auch gut.
Daraufhin habe ich ihm gleich gesagt, dass das so keinen Zweck hätte, dass er besser gehen solle, ich hätte keine Lust mehr auf ein gemeinsames Abendessen unter diesen Umständen.
Gleich kam wieder die übliche Entgegnung von ihm, ich hätte es wieder geschafft, Hauptsache Zoff.
Das hatte ich in den letzten Monaten unseres Zusammenlebens so oft gehört.
Er packte dann noch einige Sachen zusammen und meinte beim Weggehen, ich sollte mir mal einen freundlicheren Ton angewöhnen. Ich sagte nicht viel, sondern nur, dass er inzwischen völlig die Realität verloren habe. Dann meinte er noch, er müsse trotzdem noch ab und zu kommen, da noch der PC usw. usw. in der Wohnung seien.
Das hat mich wieder so heruntergezogen.
Immer und immer wieder das gleiche Drama. Wie sich die Geschichten der Co's doch immer gleichen. Eigentlich weiß ich ja, dass es so kommen musste.
So, jetzt geht es mir wieder etwas besser. Werde jetzt zu Bett gehen, noch einige Tränen vergießen, wie fast jeden Abend und denken und denken und dann hoffentlich gut schlafen.
Ich merke nur, ich muss einfach lernen loszulassen, es gelingt mir leider noch nicht. Dabei will ich gar nicht mehr mit ihm zusammen sein, das wäre der reinste Horror. Aber es tut trotzdem so furchtbar weh.....
Es ist, als ob alles über mir zusammenbricht.
Ich wünsche mir so sehr, dass dieses Gefühl irgendwann mal aufhört., diese Enttäuschung, gepaart mit Wut und Hoffnungslosigkeit.