Beiträge von Antilope

    Hallo Nici,

    ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht so einfach ist, alleine loszugehen. Aber dann konnte ich die Erfahrung machen, dass es geht.
    Vielleicht ist einfach auch nur Angst vor neuer Enttäuschung, die uns die Unbeschwertheit nimmt.

    Du schreibst, als XY noch bei Dir wohnte, hattest Du dieses Gefühl nicht. Das hat mich etwas verwirrt. Gab Dir diese Beziehung mehr Sicherheit ?

    Ich war ja in meiner Beziehung gezwungenermaßen öfters alleine weg, auch in Urlaub. Am Anfang hatte ich da schon Probleme, die Freizeit ohne ihn unbeschwert zu genießen. Das hat sich aber immer mehr gebessert duch positive Erlebnisse. Diese haben mir zusätzlich mehr Sicherheit gegeben. so dass ich jetzt auch ganz unbeschwert alleine in ein Cafe oder Restaurant gehen kann. Oder auch mich einfach zu anderen Leuten setze. Meist entwickelt sich ein Gespräch.

    Allerdings setze ich keine Erwartungen in irgendeine Begegnung. Auch wenn ich ganz alleine an einem Tisch sitze, schaue ich mir die Leute an und mache mir eben so meine Gedanken. Sehe, wie Paare miteinader umgehen, entdecke auch viele Parallelen zu meiner Beziehung oder auch nicht. Kinder die herumtoben, es gibt immer etwas Interessantes zu erleben.
    Oder ich lese ein Buch.

    So auch über Ostern. Ich war ja alleine. Also bin ich mit meinem Fahrrad los und habe mir ein nettes Cafe in der Nähe ausgesucht, das an Karfreitag auf hatte. Ich genoss das leckere Frühstück, sah die Menschen kommen und gehen, fühlte mich wohl bei dem tollen Wetter.Ich war zwar die ganze Zeit alleine an dem großen runden Tisch, aber das war gar kein Problem. Ich habe mir nämlich schon überlegt, dass ich das nächste Mal wieder dort hin komme und mich schon darauf gefreut.

    Um so schöner, dass ich dann gestern zufällig meine Nachbarin traf, die alleine wohnt und wir dann heute morgen zusammen dort waren.
    Es war einfach nur schön.

    Und immer wieder habe ich gedacht: Mit meinem XY wäre es nicht so schön gewesen. Das macht dann zusätzlich noch Mut und Lust auf mehr.

    Ich bin ganz sicher, Deine Unbeschwertheit kommt auch wieder, sie ist sicherlich nur etwas verschüttet gegangen.

    Hallo Plejaden,

    ich habe gerade in Deinem Faden gelesen und freue mich deshalb ganz besonders, dass ich Dir etwas Mut machen kann.

    Du bist auf dem richtigen Wege, raus aus der Depression und durch neue Kontakte auch neue Kraft schöpfen.

    Vielleicht gibt es doch noch ein paar alte Freunde, die sich freuen, wieder mal von Dir zu hören. Auch das wäre einen Versuch wert.
    Du hast schließlich Deine Krankheit erkannt und etwas dagegen unternommen und kannst daher auch stolz auf Dich sein.

    Wie wäre es, wenn Du Dir eine neue Gruppe suchst, wo Du Dich wohlfühlst. Als Frau ist man leider nie so ganz sicher vor männlichen Blicken und auch der Anmache. Auf der anderen Seite, wenn es nicht so wäre, würden wir uns doch häßlich fühlen, oder ?

    Gratulation zur Deiner langen Trockenheit, und Deiner Einstellung zum Alkohol, trotz aller Belastungen . Das hat mich sehr berührt.
    Damit hast Du gezeigt, wie wichtig Dir Dein Leben ist. Du bist noch jung und hast alles selbst in der Hand.

    Liebe Plejaden, es ist schon merkwürdig, manches passiert einfach nur so, ohne dass man es wirklich will.
    Ich gehe z.B. ohne Erwartungen los, setze mich in ein Cafe und innerhalb kurzer Zeit kommt ein so nettes Ehepaar und wir unterhalten uns völlig ungezwungen.
    Glaube mir, das sind so tolle Erlebnisse und auch Glücksgefühle.

    Oder ich war alleine spazieren, treffe auf eine Frau, auch alleine. Wir kommen ins Gespräch, gehen gemeinsam. Sie kommt aus dieser Stadt, zeigt mir einige Sehenswürdigkeiten und gibt Erklärungen dazu ab.

    Das alles an einem Sonntagnachmittag, wo ich mal wieder richtig down war, meinem XY noch nicht einmal fragen mochte, ob er Lust auf einen gemeinsamen Spaziergang hat. Die Antwort kannte ich ja schon.

    Ich kann Dir gar nicht sagen, wie gut es mir nach dieser Begegnung ging.

    Was mir auch aufgefallen ist: es gibt sehr viele Frauen, die alleine unterwegs sind und ebenso wie wir dankbar für ein Gespräch sind.

    Wir müssen nur den Mut haben, auch mal den Anfang zu machen.

    Dazu wünsche ich Dir auch viel Erfolg und ich würde mich sehr freuen, wenn Du mal berichtest, wie es Dir geht.

    Alles Gute und noch einen schönen Feiertag

    Hallo,

    es hat alles gut geklappt. Wir konnten uns arrangieren. Er hat mir versprochen, dass er vorher anruft, wenn er in die Wohnung möchte.
    Dann rief er extra noch einmal an um mir zu sagen, dass ich doch nicht abschließen und keine Angst vor ihm haben müßte.

    Leider musste ich jedesmal feststellen, das er Sprachschwierigkeiten hatte. Aber was soll`s. Nun kann er trinken soviel er will, ich kann und will ihm dazu nichts mehr sagen.

    Auf jeden Fall hatte ich einige ganz tolle Tage mit positiven Erlebnissen.

    Ich konnte wieder einmal mehr feststellen, dass es mir ohne XY (so nenne ich ihn jetzt auch) viel besser geht.
    Morgens gemütlich in einem Cafe auf der Terrasse frühstücken, am Freitag zwar alleine, aber sehr entspannt. Dazu hatte ich mich kurzfristig entschlossen und eine kleine Radtour zu einem wunderschönen Landgasthof in unserer Nähe gemacht. Danach war ich dann am See. Auf der Rückfahrt habe ich dann sein Auto gesehen. Er war wohl auch dort, vermutlich im FKK-Bereich, wo wir sonst immer zusammen lagen. Ich hatte mich schon aus diesem Grund in den Textil-Bereich sortiert. Das werde ich dann auch zukünftig so halten.

    Am Samstag morgen war ich shoppen; vorher auch bei herrlichem Wetter in einem Cafe auf der Terrasse.
    Dort lernte ich einen sehr netten Mann keninen, der sich zu mir setzte, weil alle Plätze ziemlich belegt waren. Wir haben uns ca. 2 Std. super unterhalten. Er ist auch frisch getrennt und da hatten wir einiges zu erzählen. Bei dieser Gelegenheit gab er mit dann die Tel. Nr. seiner großen Liebe, die leider inzwischen verheiratet ist und welcher er immer noch nachtrauert (nicht die Frau, von der jetzt getrennt lebt). Diese hat nämlich einen mobilen Friseurbetrieb und ich suche schon lange eine gute Friseuse. Und zufälligerweise wohnt Sie auch in meiner Stadt und noch in der gleichen Straße. Was für ein Zufall.

    Interessant ist noch, dass er wohl auch mit Alkohl einige Probleme hat. Denn er hat mir erzählt, dass er seit September nichts mehr trinkt und dadurch kaum noch Freunde hat.
    Aber keine Angst, ich habe da keinerlei Absichten. Er ist auch viel viel jünger als ich. Aber irgendwie ist es doch ein schönes Gefühl, eine gewisse Selbstbestätigung. Obwohl XY mir immer schon viel Komplimente gemacht hat. Also da fehlt mir eigentlich nichts.

    Er hat mir auch schon 2 SMS geschickt und sich bedankt für die nette Unterhatung. Die zweite mit Osterwünschen.
    Da er im Nachbarort wohnt, war die Rede davon, dass wir bei Bedarf uns mal am See oder irgendwie treffen. Vor allen Dingen wegen seiner Ex, an der immer noch sehr hängt.

    Heute war ich mit einer Mitbewohnerein mit Radel auch wieder in dem wunderschönen Cafe. Ich hatte ihr erzählt, dass XY und ich in Trennung leben. Sie war doch etwas geschockt. Als ich ihr aber erzählte weshalb sagte sie mir, dass ihr schon öfters aufgefallen sei, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Sie hat ihn wohl des öfteren schon im Keller getroffen. Meist kam er aus unserem Keller heraus und reagierte ziemlich erschrocken, wenn sie ihn ansprach. Auch fiel ihr auf, dass er dann gewisse Sprachschwierigkeiten hatte und auch sehr unsicher ihr gegenüber war.

    Ich kann nur sagen, ich fühle mich mich momentan so frei, kein Gedanke, was tue ich so alleine.
    Vermutlich spielt auch das tolle Wetter eine große Rolle. Es ist einfach nur schön. Und ich spüre keinen Druck mehr. Ich muss ihn nicht fragen, ob er mit mir gehen will und hoffen, er sagt auch mal ja. Ich tue es einfach und erlebe so viele positive Dinge, lerne Leute kennen.
    Und immer wieder denke ich, das wäre mit XY nicht möglich gewesen.

    Auch mit meiner Nachbarin werde ich jetzt einen intensiveren Kontakt pflegen. Zusammen radfahren, an den See gehen, mal abends in dem schönen türkischen Lokal neben unserer Wohnanlage zusammen sitzen. Einfach nur entspannen und genießen. Sie ist ganz glücklich, dass sie jemanden gefunden, der mit ihr schwimmen geht. Ihre anderen Freundinnen mögen das nicht so.

    So sieht es im Moment bei mir aus. Ich hoffe, mein Glücksgefühl und meine positive Einstellung bleiben ganz lange bei mir. Ich werde auf jeden Fall auf mich aufpassen und mich nicht wieder herunterziehen lassen.

    Allen noch wunderschönes Ostern und genießt das tolle Wetter. Es soll ja leider wieder etwas abkühlen.

    Hallo,

    vielen Dank für die guten Wünsche was mein weiteres Leben betrifft.

    Es ist sicherlich nicht einfach, schließlich bin ich auch nicht mehr die Jüngste und mein Bekanntenkreis ist gleich Null. Auch so ein Punkt, der mich jetzt ärgert. Er wollte keine großartigen Kontakte, immer gab es Diskussionen, wenn Leute kommen sollten oder wir eingeladen waren.
    So haben wir fast alles nur im Zweierpack gemacht.

    Aber egal, jetzt muss ich durchstarten und zwar alleine.

    Leider klappt das mit dem Auszug nicht so, wie ich das gerne hätte. Er sagt mir klipp und klar, dass er auch ein Recht auf die Wohnung hat. Stimmt ja auch. Er will sich bemühen, eine andere Wohnung zu finden. Aber was heißt das schon ?

    Der Rechtsschutz sagte mir, wir müssten beide die Wohnung kündigen, dann gibt es die gesetzliche Kündigungsfrist 3 Monate. Zu diesem Termin müssen wir entweder beide ode auch nur einer die Wohnung räumen, wenn der Eigentümer damit einverstanden ist. Ich könnte dann ggf. die Wohnung behalten, was ich so gerne möchte. Ich fühle mich hier so wohl, super Wohnung, tolle Lage und alles drum herum ist einfach perfekt.
    Das bedeutet aber, dass er sich auch Zeit lassen kann und die die 3 Monate ausnutzt. Ich weiß nicht, ob ich das nervlich durchstehe. Das habe ich ihm auch gesagt, das das so keine Lösung ist. Wir müssen uns irgendwie einigen, dass er schneller auszieht, was er ja auch will, wie er sagt.
    Deshalb habe ich ihm angeboten, dass er versuchen soll, zum 1. Mai eine neue Wohnung zu finden und bis dahin würde ich ihm einen Ausgleich zahlen für jeden Tag, wo er nicht mehr hier wohnt. Das hat er erst einmal abelehnt, aber ich habe ihn gesagt, dass ich über Ostern nicht mit ihm in der Wohnung bleiben möchte und dann lieber irgendwohin fahre, egal, Hauptsache weg.
    Am Donnerstag mittag rief er mich in der Firma an und sagte mir, dass er über Ostern nicht in der Wohnung übernachten will. Allerdings müsste er noch Kleider holen und daher war er gestern abend auch hier. Allerdings hat er dann wieder in seinem Zimmer auf dem Schafsack geschlafen. Die Couch habe ich ihm verweigert, da er mit Sicherheit getrunken hatte.

    Ja es ist wohl so, dass er wohl auch wieder ständig trinkt.
    Er behauptet zwar, dass stimme nicht, ich würde mir alles nur einreden und will ihn nur fertigmachen. Aber ich sehe was ich sehe und bin sicher, dass ich micht nicht geirrt habe. Aber gestern abend war er wieder total daneben.
    Wir haben auch noch etwas geredet, aber im Grunde genommen, hätten wir uns das schenken können. Alles war er sagte, hat er wahrscheinlich morgen schon wieder vergessen. Deshalb habe ich auch dann das Gespräch abgebrochen und ihm gesagt, dass wir uns gerne unterhalten können, aber dann, wenn er mal wieder nüchtern sei. Und immer wieder die Antwort er sei vollkommen nüchtern. Und die Therapie werde er auch weiter machen, egal was dabei herauskomme.

    Kann es denn sein, dass er sich selbst und andere so belügen kann? Schließlich macht er doch eine Therapie und geht schon jahrelang in eine SHG. Da müsste doch etwas hängen geblieben sein, oder ?

    Ich begreife das manchmal gar nicht mehr. Oder ist das nur seine Taktik, damit ich klein beigebe. Ich könnte mich ja geirrt haben und ihm etwas unterstellen, was nicht stimmt. Aber ich bin mir so sicher, ich habe mich nicht geirrt. Bisher hat mich mein Gefühl noch nie getrogen bei ihm.

    Das ist alle so schlimm und er tut mir teilweise auch Leid, aber andererseits wird mir immer mehr bewusst, dass ich so wirklich nicht mehr leben kann und vor allen Dingen nicht mehr will.
    Es gibt auch keine Tränen mehr. Ich warte nur darauf, dass er endlich geht.

    Heute hatte ich einen recht schönen Tag. War schon morgens mit dem Fahrrad untewegs, habe im Freien auf der Terrasse in einem Lokal gut gefrüstückt. Dann noch eine Runde geradelt und ab an den See in unserer Stadt. Als ich zurückfuhr, habe ich auch sein Auto gesehen. Er war dort und wohl im FFK-Bereich. Ich bin schon ganz bewußt im Textilbereich geblieben, da wir ja sonst immer gemeinsam FKK machten.

    Nun hoffe ich, dass er heute abend nicht wieder hier auftaucht. Ich werde ihn dann anrufen und nachfragen. Denn ich habe auch vor, die Wohnungstür abzuschließen. Das werde ich ihm auch sagen. Ich versuche alles in Ruhe zu regeln und hoffe, dass mir das gelingt. Nur dass er endlich begreift, dass wir hier nicht mehr zusammenleben können.

    Hallo Empty,

    so vieles was Du schreibst, kann ich nur unterstreichen. Es ist wirklich so: warum verschwendet man eigentlich seine ganze Energie und Kraft für jemanden, der das eigentlich gar nicht will ?

    Das habe ich mich auch schon gefragt und trotzdem irgendwie immer wieder weiter gemacht.
    Aber ich habe auch inzwischen gespürt, dass ich keine Kraft mehr habe. Bei jeder Kleinigkeit fühlte ich mich schwächer und schwächer. Sicher gab es wieder ein kurzes Aufbäumen. Warum auch nicht, ich war ja immer die starke Person, die alles geregelt und immer wieder geschluckt hat. Aber wie lange ? Und irgendwann habe ich mich gefragt, wo bleibt eigentlich meine Energie?

    Nun habe ich endgültig begriffen, dass es für uns keine gemeinsame Zukunft mehr gibt. Meine Reserven für meinen Partner sind verbraucht. Aber ich kann endlich wieder Kraft schöpfen nur für mich und ich hoffe, dass mir das auch so gut gelingt wie Dir. Ich bin erst am Anfang. Eine 18jährige Beziehung kann man nicht so einfach wegwerfen.
    Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass meine Entscheidung richtig war.
    Darauf kann ich jetzt wieder neu aufbauen.

    Im Moment fühlt es sich für mich auch gut an; zeitweise war ich wie gelähmt. In meinem Inneren wusste ich wohl auch schon länger, dass unser Zusammenlegen nicht mehr funktioniert, einfach nicht mehr funktionieren kann. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Daran hat auch seine Therapie nichts geändert.

    Danke für das Kraftpäckchen. Das können wir alle gut gebrauchen! :roll:

    Hallo,

    nach langer Zeit schreibe ich mal wieder hier. Aber ich habe die letzten Wochen genutzt und immer fleißig im Forum gelesen. Das hat mir immer geholfen, dass ich meinen Weg nicht verliere, mich nicht selbst vergesse.

    Mein Freund macht weiter seine ambulante Therapie, unser Zusammenleben war eher ein Nebeneinanerherleben. Ich machte mein Ding und er war mit sich und seinem neuen Job völlig ausgelastet.
    Es gabe keine gemeinsamen Unternehmungen. Ich habe auch nicht großartig danach gefragt. Wenn, dann sollte auch einmal von ihm ein Vorschlag in dieser Richtung kommen.
    Ein Auszug aus der gemeinsamen Wohnung hat bisher auch nicht stattgefunden. Wir haben viel darüber gesprochen, zusammen gesessen und geweint. Imer ein Auf und Ab. Die vielen Diskussionen haben dann im Februar dazu geführt, dass er endlich eine Wohnung gefunden hatte (zumindest hat er mir das so gesagt). Es gab auch Telefonate, die ich mithören konnte in dieser Hinsicht. Aber kurz vor dem Umzug hat ihm der Vermieter gesagt, dass die Wohnung jetzt doch teurer sei, als angenommnen, da er verschiedene Renovierungsarbeiten ausgeführt habe. Das wollte mein Freund dann nicht mehr bezahlen und so hat er alles gestoppt. Er hatte geplant, etliche Möble der Vormieterin zu übernehmen, aber noch nichts veranlasst, da der Mietvertrag noch nicht unterschrieben war.

    Also hat er alles wieder gecancelt und mich gebeten, ihm noch Zeit zu geben.
    Daraufhin habe ich bei unserem Rechtsschutz nachgefragt, was ich tun könne bei unserem gemeinsamen Mietvertrag.
    Die Antwort hat mir gar nicht gefallen, denn ich kann weder verlangen, dass er auszieht und ihm auch keine Frist setzen.
    Im Grunde genommen läuft alles über unseren Eigentümer. Wir stehen beide im Mietvertrag mit gleichen Rechten. Das Beste wäre, wenn wir uns einigen könnten, denn eine Gegenklage kann eine sehr langwierige Angelegenheit sein. Schlimmstenfalls müssen wir dann beide ausziehen.

    Also haben wir besprochen, dass wir zusammenbleiben, zumindest solange er die Therapie macht und - meine Bedingung - nichts trinkt.
    Er sagte mir, dass er mir das nicht versprechen kann, aber die Therapie will er auf jeden Fall nicht aufgeben.

    Ich habe alles akzeptiert mit dem Hinweis, das ich auf jeden Fall die Trennung will, wenn er wieder trinken solle. Natürlich hat er mir wieder bestätigt, dass er nicht trinken will, daher auch die Therapie. Das aber .... stand und steht trotzdem immer im Raum.

    Wir haben jetzt die ganze Zeit versucht, uns halbwegs zu arrangieren.
    Mir ging es dabei nicht so sonderlich gut. Ich merkte immer mehr, wie mich das alles belastet.
    Auf einmal flossen die Tränen bei jeder Kleinigkeit. Alles Dinge, die ich von früher nicht mehr kannte. Aber vielleicht ist das ganz gut so.
    Jetzt laufen mir schon wieder die Tränen runter.

    Ich war sehr froh, als ich Mitte März Urlaub hatte und 1 Woche Rundreise in der Türkei genießen konnte. Es war ganz toll. Ich war mit einer Freundin und ihrem Freund in Kappadokien mit einer ganzen Gruppe unterwegs. Hatte das eigentlich auch alleine geplant, aber die Reise war so günstig und ich konnte noch andere Personen mitnehmen.

    Wieder eine Erfahrung, das ich auch alleine sehr gut zurecht komme.
    Ich habe auf dieser Reise so nette Leute kennengelernt, viele Paare und mich so wohl gefühlt. Meinen Freund habe ich absolut nicht vermisst, im Gegenteil. Ich habe mich oft gefragt, wie es wohl mit ihm zusammen gewesen wäre.
    Mit Sicherheit wären die Abende nicht so lustig und entspannt gewesen. Das alles ging mir so durch den Kopf und immer wieder der Gedanke: Alleine geht es vielleicht doch besser, als immer wieder diese Ängste, wie verhält er sich jetzt wieder und so weiter und so weiter ....
    Ihr kennt das ja auch alle.

    Mein Freund hatte mich sogar zum Flughafen gebracht bis zum Einchecken, das hatte ich gar nicht erwartet. Er war auch die Tage vorher richtig lieb und anhänglich (hat mir ganz gut getan).
    Zum Abschied hat er mich richtig herzlich geküsst und mir ins Ohr gemurmelt, dass ich ihm doch sehr fehlen würde.

    Wir haben dann im Urlaub auch mal telefoniert und er hat mir immer wieder gesagt, dass er sich freut, wenn ich wieder nach Hause komme.

    Dann hat er mich auch vom Flughafen wieder abgeholt. Die Wohnung war super aufgeräumt. Auf dem Tisch stand ein riesiger Strauß mit roten Rosen. Ich war natürlich sehr gerührt.
    Er selbst war auch sehr verändert. Plötzlich erzählte er mir auch von seiner Therapie und wir konnten uns wieder besser unterhalten. Abends gab es auch mal wieder gemeinsame Spiele.
    Irgendwie habe ich immer gedacht, vielleicht braucht er doch noch etwas Zeit. Und die wollte ich ihm auch lassen.

    Aber ich habe ich gemerkt, dass ich mich verändert habe. Das Thema Auszug gab es bei ihm nicht mehr. Anders bei mir. Ich habe trotz allem immer mal wieder richtige Tiefpunkte gehabt, oft geweint und plötzlich Ängste und immer wieder Tränen, auch manchmal tagsüber.

    Ja und heute ist dann die Bombe geplatzt. Eigentlich fing das schon am Freitag an. Als ich abends von der Arbeit kam, gab es es wegen einer Kleinigkeit Streit. Ich bemerkte, dass irgend etwas wieder anders war bei ihm. Wie früher, wenn er getrunken hatte. Streit wegen nichts und wieder nichts. Dann wieder seine Entschuldigung. Das hat mich so fertig gemacht. Ich hatte das Gefühl, plötzlich keine Kraft mehr zu haben. Und wieder Tränen ohne Ende.

    Er meinte dann, ich sei völlig überarbeitet (stimmt auch, ich hatte nach meinem Urlaub sehr viel Stress in der Firma, weil meine Kollegin dann auch gleich Urlaub hatte und viel liegen geblieben war während meiner Abwesenheit.

    So schlug er vor, dass wir am Wochenende etwas gemeinsam unternehmen sollten. Gestern waren wir spazieren. Es ging mir dann auch wieder besser.Natürlich hatte ich wieder Hoffnung, dass wir auch mal wieder gemeinsam etwas machen.
    Heute morgen wollten wir nach Formel 1 (das schaut er immer regelmäßig) zusammen wegfahren zur einer Ausstellung. Ich hatte mich schon darauf gefreut.
    Beim Frühstück fiel mir schon auf, dass er wieder verändert war.
    Kurz vorm Wegfahren gab es dann einen "kleinen Wortwechsel", der mir bestätigte, dass ich mich nicht geirrt hatte.
    Trotzdem sind wir zuammen gefahren, d.h. er fuhr. Wieder fiel mir sein veränderter Gesichtseindruck auf, er fuhr auch schneller als normal und war sichtlich nervös.

    Ich konnte dann nicht anders, habe ihn direkt gefragt, ob er wieder getrunken habe. Darauf reagierte er sehr heftig, was der Quatsch solle. Aber er gab mir keine Antwort. Gleich wieder Streit. Ich würde ja spinnen und ob das jetzt wieder losginge mit mir. Aber mir war völlig klar, dass er wieder getrunken hatte. Daher sagte ich ihm klipp und klar, dass ich eine ehrliche Antwort möchte. Aber es gab keine Antwort. Er meinte dann, wir könnten ja auch wieder umdrehen, wenn ich das unbedingt wolle. Dann hätte ich es ja wieder mal geschafft, alles kaputt zu machen.
    Ich habe ihm gesagt, dass er zurückfahren solle. Und dann habe ich ihm gesagt, dass ich mit ihm zusammen sein Auto anschauen wolle, ob da Alkohol drin sei, weil ich der Meinung sei, dass er mich angelogen habe.
    Er reagierte sehr heftig und meinte, was das solle, das wäre schließlich sein Auto. Ich sagte ihm, dass ich mir auch den Keller anschauen würde, da ich absolut kein Vertrauen mehr zu ihm habe.

    So fuhren wir dann wieder zurück. Sein Auto hat mich eigentlich gar nicht mehr interessiert. Auch der Keller nicht. Für mich war damit klar, dass ich nur noch eines will: nämlich, dass er so schnell wie möglich auszieht. Das habe ich ihm auch gesagt und dass ich nicht möchte, dass er heute in der Wohnung schläft. Ansonsten würde ich gehen und mir auch schnellstmöglich eine Wohnung suchen, wenn er nicht auszieht.
    Er hat mir dann gesagt, dass er das tun würde, morgen müsste er aber wieder in die Wohnung, um noch Sachen zu holen. Und ob er auch wieder in die Wohnung reinkommen dürfe. Dann hat er mir noch einmal gesagt, dass er seine Therapie auf jeden Fall machen will, egal mit mir oder ohne mich.

    Ich habe mich nicht mehr auf längere Diskussionen eingelassen, war nur froh, dass ich endlich wusste, was ich nun tun muss. Es hat mir auch nicht sonderlich weh getan. Ich war einfach nur froh und bin es immer noch, dass ich ihn nicht um mich haben muss. Hatte auch einen sehr schönen Nachmittag, habe im Cafe ein sehr nettes Paar kennengelernt, mit dem ich mich prima unterhalten habe. Da verkaufsoffener Sonntag war, habe ich gleich ein paar neue Klamotten erstanden. Das tat richtig gut !
    Und ich war soooo froh, dass ich heute morgen bei unserer Auseinandersetzung auf der Rückfahrt bestanden habe. Was wäre das für ein trauriger Tag gewesen ?

    Als ich heute abend nach Hause kam, lag ein kurzer Brief von ihm auf dem Tisch, wo er mir kurz mitteilte, dass er ein Problem habe, das er selbst versuchen will zu lösen, mit oder ohne Hilfe. Ich könne ihm nicht helfen, da er meine Forderungen nicht erfüllen könne oder auch nicht wolle. Dann schrieb er noch, dass er mich trotz allem liebe, egal was er für einen Mist von sich gebe.

    Hallo Linde,

    Du hast ja sicherlich Recht. Aber ich habe meinem Freund auch gesagt, dass ich jederzeit für ihn da bin, solange er nichts trinkt und auch etwas für sich tut.

    Für mich persönlich gilt immer noch der Spruch: "In Liebe fallen lassen".

    Er hat alles alleine geregelt, ich habe ihm in keiner Weise dabei geholfen.

    Aber bei Joanne's Mann sehe ich doch noch einen Unterschied. Er steht unter Medikamenten. Keiner weiß, was diese bei ihm bewirken.

    In ihrem Falle würde ich mich vermutlich auch anders verhalten. Zumal ich die Aussagen der Ärzte überhaupt nicht verstehen kann. Keiner macht sich wirklich Gedanken, was passiert, wenn er keine Tabletten mehr nimmt.

    Vielleicht gibt es ja noch andere Zuschriften.
    Ich finde es auf jeden Fall gut, dass Du diese Bedenken geäußert hast.
    Man muss über alles reden, um keine grundlegenden Fehler zu begehen.

    Deshalb danke für Deinen Hinweis.

    Noch etwas Joanne,

    was mich doch etwas beunruhigt ist, dass Dein Mann in keine Gruppe mehr geht. Das ist so wichtig für ihn. Ohne Gruppe driftet man ganz schnell wieder ab. Die Gefahr, dass er wieder trinkt, ist dann doppelt so hoch.
    Evtl. hat er noch nicht die richtige SHG für sich gefunden. Das ist auch wichtig, dass er sich dort wohl fühlt und sich auch etwas öffnen kann.

    Mein Freund geht ja schon seit vielen Jahren in seine Gruppe. Nur die hatte ihm die ganze Zeit nichts gebracht. Keine Ahnung, warum er überhaupt dort hinging. Aber er hat keinen Abend dort versäumt.

    Kannst Du nicht noch einmal mit seinem Arzt sprechen.

    Liebe Joanne,

    Du machst nichts falsch. Glaube mir das. Unsere Männer sind einfach so mit sich selbst beschäftigt und ihren Problemen.

    Also müssen wir uns auf uns konzentrieren, unser Leben genießen.
    Du hast ja noch Deine Tochter, die ihre Mutter braucht.
    Ich habe keine Kinder, daher versuche ich mein Leben so einzurichen, dass es mir dabei gut geht.

    Auf der Rundreise habe ich so viele positive Erfahrungen gemacht im Umgang mit Menschen. Das baut wieder für eine lange Zeit auf und gibt neuen Lebensmut.

    Momentan ist alles ganz prima. Aber wer weiß, wie es ist, wenn sich wieder der normale Alltagstrott einschleicht.

    Vielleicht kannst Du auch einmal ein paar Tage mit Deiner Tochter irgendwohin fahren, um abzuschalten. Lasse Deinen Man einfach mal alleine und mache Dir keine Gedanken, wie es ihm dann geht.
    Womöglich merkt er dann erst einmal, ob ihm etwas fehlt oder nicht.
    Und für Dich und Deine kleine Maus wäre das eine echte Erholung, die ihr beide dringend nötig habt.

    Mein Freund hat auch wieder gemeint, er wisse nicht, ob er nichts mehr trinken wird. Er wolle es nicht, könne aber nichts garantieren. Da habe ich ihm nur gesagt, er solle doch endlich mal das tun, was er wirklich will und nicht immer nur herumeiern. Und dass ich das aber nicht mittmachen werde, wenn er wieder trinkt. Damit war das Thema für mich auch erledigt.

    Inzwischen kann ich das so leicht sagen, ohne dass es mich belastet.
    Durch das viele Lesen, die vielen Beispiele ist mir längst klar geworden, dass es ein Leben mit ihm und Alk für mich nicht mehr gibt.

    Hallo Joanne,

    ich kenne dieses Problem und auch die Antworten nur zu gut.
    Mein Freund verhält sich ähnlich. Zu nichts Lust, kein Ineresse. Deshalb steht bei uns immer wieder die Frage einer Trennung an.

    Jetzt war ich eine Woche weg, habe eine herrliche Rundreise in Kappadokien/Türkei gemacht. Natürlich ohne ihn.
    Vermisst habe ich ihn auch nicht, war auch viel zu beschäftigt dazu.
    Ab und zu habe ich mal überlegt, wie es wäre, wenn er jetzt auch dabei wäre. Und ich hatte leider gar keine gutes Gefühl dabei. Erinnere mich immer wieder an die stressigen Zeiten, wenn wir in Urlaub waren. Immer stand der Alkohol im Vordergrund.

    Diese Reise war auch deshalb für mich sehr entspannend.

    Vor der Reise meinte er noch, es könnte ja sein, dass er eine Wohnung gefunden hätte und evtl. am Umziehen wäre, wenn ich wieder zurückkomme. Aber er hat mich zum Flughafen gebracht, ist sogar mit zum Einchecken und hat mir geholfen. Das hatte ich gar nicht erwartet.

    Als ich zurückkam, hat er mich abgeholt und mit einem wunderschönen Strauß Blumen empfangen. Ein paarmal hat er mich dann auch umarmt, nur so.
    Abens beim Fernsehen hat er dann immer wieder mal meine Hand gesucht und gemeint, er hätte mich doch sehr vermisst.
    Wir haben uns dann auch wieder und wieder unterhalten.
    Ich habe ihm noch einmal gesagt, dass ich mir ein gemeinsamens Leben anders vorstelle, dass wir auch etwas gemeinsam unternehmen. Sonst könnten wir ja auch eine WG gründen.
    Er meinte auch, dass er noch Zeit brauche, er wäre durch die Therapie total durch den Wind und wolle mich nicht belasten.

    Seit Mitte Januar hat er nichts mehr getrunke, geht in seine Gruppe und macht zusätzlich 1 x pro Woche ambulante Therapie. Aber wir hatten ständig Stress wegen Kleinigkeiten. Ich weiß auch nicht, ich war so unzufrieden und auch unglücklich.

    Eigentlich wollten wir heute mittag etwas unternehmen, aber er ist total erkältet. Ich hatte auch eine Erkältung aus der Türkei mitgebracht, aber mir geht es schon wieder besser.

    Liebe Joanne, ich schwanke ständig wie auf einem sinkenden Schiff.
    Jetzt kommt der Frühling endlich und ich bin nicht bereit, immer alleine durch die Gegend zu traben oder mit einer Freundin.
    Aber dann habe ich auch wieder Angst, wie es ist, wenn wir zusammen etwas machen. Er hat mir gesagt, dass er auch etwas Angst davor hat.
    Da merke ich wieder, wie weit wir uns doch voneinander entfernt haben.

    Ach ja, für den 1. Mai habe ich mit Freunden etwas geplant. Ich werde ihn fragen, ob er mitkommt. Wenn nicht, dann gehe ich eben alleine.

    Du siehtst, mir geht es auch nicht viel besser wie Dir. Vielleicht lässt sich das auch alles für Dich leichter ertragen, wenn Du weißt, Du bist nicht alleine.

    Aber eines weiß ich, meine innere Zufriedenheit lasse ich mir nicht ganz zerstören. Daran will ich arbeiten, auch ohne ihn.

    Weißt Du, wir dürfen uns einfach nicht unterkriegen lassen und notfalls unser eigenes Leben leben.

    Alles Gute für Dich und Deine Tochter

    Hallo Sarah,

    diese endlosen Diskussionen kenne ich auch.
    Man redet ständig aneinander vorbei. Dabei fallen dann of auch verletztende Worte, die wiederum zu Ängsten und Vertrauensbruch führen.

    Nur bei uns ist es etwas anders. Mein Freund will mir ständig erklären, dass er unabhängig sein möchte, redet von Ausziehen, aber letztendlich tut er es dann doch nicht. Und ich will es ja eigentlich auch nicht.

    Als wir dann an dem Punkt waren, dass wir eigentlich nicht mehr als eine Wohngemeinschaft führen würden, kam es zum großen Eklat, wo ich ihm sagte, dass ich das so nicht möchte und er sich endlich mal überlegen soll, was er wirklich will.
    Ich kam mir richtig missbraucht vor, ob das nun richtig war oder nicht, ich weiß es nicht. Es hat mich tief getroffen, als er mir sagte, ich sei eigentlich keine Bezugsperson für ihn, schließlich sei er ja "wohnungs- suchend".

    Au der anderen Seite stellte er mir am Valentinstag eine großen Strauß Rosen auf den Tisch. So wie er es imme so oft getan hatte.

    Es gab dann viele Tränen auch von seiner Seite. Er meinte dann, die ganze Therapie würde ihn völlig durcheinander bringen und er wisse langsam selbst nicht mehr, was er will.

    Danach haben wir erst einmal ein paar Tage nur noch das Nötigste geredet, schon gar nicht über uns.
    Dies hat jetzt aber dazu geführt, dass wir beide uns noch einmal ernsthaft Gedanken über unsere Beziehung gemacht haben.

    Ich habe begriffen, dass noch ein riesiges Stück Arbeit auch vor mir liegt, wirklich loszulassen, ohne verletzt zu sein.
    Und er hat wohl auch bemerkt, dass unsere Partnerschaft und der ehrliche Umgang damit auch eine Rolle spielt . Zwei Baustellen zu bearbeiten, macht ihm riesige Probleme, aber er hat sich seitdem verändert und nimmt etwas mehr auf meine Gefühle Rücksicht.

    Ich weiß nicht, ob ich dauerhaft mit ihm in einer Beziehung leben möchte, wenn ich doch vieles im Alleingang tue.
    Oft frage ich mich, ob es noch Gemeinsamkeiten gibt, ob wir noch irgendwo zusammen hingehen können, Urlaub machen. Alles so Gedanken, die mir auch Angst machen.

    Er hat sich total zurückgezogen, konzentriert sich voll auf seinen neuen Job.

    Ich denke an eine Paartherapie, aber das müsste dann schon von ihm kommen.

    Auf jeden Fall machen wir alle ob Alkoholoker oder Co. eine komplette Wandlung durch. Unsere Gefühle fahren ständig Achterbahn.

    Du strebst nach mehr Unabhängigkeit, ich möchte mehr Nähe und Wärme.
    Unabhängig bin ich schon lange, ich konnte immer tun und lassen was ich wollte. Hauptsache, er konnte in Ruhe trinken. Dadurch hat auch zwangsläufig eine Entfremdung zwischen uns stattgefunden

    Nähe kann ich nicht erzwingen, aber Deine Unabhängigkeit, die kannst Du Dir selbst bewahren.
    Du sagst Deinem Freund, was Du willst oder nicht willst, das ist auch in Ordnung so. Aber besser als nur reden ist, wenn Du es ihm tatsächlich auch zeigst.
    Im Grunde genommen, ist es ja bei uns auch so, er redet zwar davon, dass er sich lösen will, aber tut es nicht wirklich.
    Mir wäre es lieber, wenn er das was er sagt, auch wirklich tun würde. Alles andere verunsichert mich nur.
    Daher habe ich ihm auch gesagt, dass er mit sagen soll, wenn er mal etwas mit mir gemeinsam unternehmen möchte, außer sich mit mir gemeinsam in unserer Wohnung aufzuhalten, zu essen und zu schlafen.

    Bisher kam noch nichts von seiner Seite.

    Und bei Deinem Freund ist es wohl genauso, denke ich.

    Hallo Artara,

    ich denke, da ist schon etwas in Bewegung geraten bei Deinem Mann. Er macht sich Gedanken. Leider geht alles in in kleinen Schritten, nich nur bei Dir, auch bei ihm.

    Mein Freund will z.B. alles alleine machen, das ist für mich als Co nicht immer einfach und tut manchmal auch weh. Aber soll er es tun, Hauptsache er tut etwas.

    Wie Martha schon geschrieben hat, es geht um die eigene Verantwortung und Entscheidungsfreiheit. Ich musste auch erst begreifen, mich da sehr zurückzunehmen.

    Lieber Artara,

    auch das hört gehört dazu, einmal richtig Weinen. Macht überhaupt nichts, Du wirst sehen, Du fühlst Dich besser, wenn alles herauskommt.
    Endlich mal loslassen, die ganze Anspannung lösen.

    Ich habe in den letzten Wochen auch oft geweint und es hat mir soooo gut getan. Jahrelang konnte ich das nicht, warum??? In mir war alles wie zugebaut.

    Jetzt geht es mir wieder besser.

    Schlafe gut und bleibe stark !

    Hallo Artara,

    ist nicht so einfach, Dir einen Rat zu geben.
    Aber ich denke, Du bist schon auf dem richtigen Weg. Ganz tief in Deinem Inneren weißt Du ja selbst, dass es so für Dich und Deine Kinder nicht weitergehen kann.

    Bei mir war das so ähnlich, das Ganze hat sich dann über lange 18 Jahre gezogen. Mein Freund hat es super verstanden, mich immer wieder zu beruhigen. Er ist ja auch ein ganz lieber und netter Mann, war immer für mich da. Hauptsache, ich habe ihm seinen Freund, den Alkohol gelassen.

    Als es dann aber enger für ihn wurde, weil ich seine Trinkerei nicht mehr so bedingungslos akzeptieren konnte, dann ging es los mit dem heimlichen Trinken.
    Dazu kam dann noch eine schlimme Lebenskrise, er wurde nämlich arbeitslos. Damit kam dann der Stein endgültig ins Rollen. Heute bin ich froh darüber.

    Denn nur so habe ich den Mut gefunden - auch mit Hife von diesem Forum und den vielen Beispielen, wo ich mich immer und immer wiederfinden konnte - eine Trennung von meinem Partner für mich zu akzeptieren.

    Wir sind zwar immer noch zusammen, aber wir kämpfen jeden Tag um uns, unsere inzwischen doch stark geschädigte Beziehung.

    Mein Freund hat eine Entgiftung gemacht, macht seit ca. 3 Wochen auch eine ambulante Therapie. Seit ca. 6 Wochen hat er nichts mehr getrunken.
    Er hat auch wieder einen neuen Job, der ihm gefällt und neuen Ansporn gibt.

    Trotz allem weiß ich für mich selbst, welchen Weg ich gehen muss und auch will. Eine gemeinsame Zukunft gibt es für mich nur ohne den Alkohol als Wegbegleiter. Das habe ich ihm auch ganz klipp und klar gesagt.

    Nur mit dieser Einstellung kann ich selbst einigermaßen zufrieden leben.
    Mir geht es gut dabei, obwohl ich nicht immer glücklich bin.
    Denn zwischen uns hat sich inzwischen eine Distanz aufgebaut, diese Mauer wieder zu durchbrechen, ist nicht ganz so einfach.
    Oftmals frage ich micht auch, gehen wir eigentlich noch einen gemeinsamen Weg?
    Die Antwort habe ich noch nicht gefunden.

    Aber ich habe eines begriffen, ich muss an mich selbst denken (Kinder haben wir beide nicht).

    Liebe Artara, ich kann Dir erst einmal nur den Rat geben, Deinen eingeschlagenen Weg auf jeden Fall weiterzugehen.
    Bewahre Dir Deine Unabhängigkeit, treffe ich Dich mit Freunden und versuche, Dich so gut es geht, abzulenken und auch von Deinem Mann abzugrenzen.
    Deine Gedanken gehen ja schon in diese Richtung, Du hast eine Möglichkeit gefunden, dass es Deinen Kindern gut geht im Falle einer Trennung. Du bist ebenso wie ich finanziell unabhängig. Das macht vieles leichter.

    Vielleicht begreift ja auch Dein Mann, dass er ein ernsthaftes Problem hat, dass er seine Familie verliert, wenn er nichts für sich tut. Er liebt doch seine Kinder und vor allen Dingen Dich. Ob er das alles so einfach hinwirft?
    Dann kannst du immer noch schauen, wie es weitergeht und ihm klarmachen, wie Du Dir Dein Leben vorstellst.
    Wichtig ist nur eines: bleibe bei Dir, denke an Dich und Deine Kinder.
    Deinen Mann kannst Du nicht ändern, wenn er es nicht wirklich will.

    Aber den ersten Schritt musst Du jetzt tun, auch wenn es Dir noch so schwer fällt.

    Alles Gute für die nächste Zeit und berichte bitte, wie es Dir so geht

    Hallo sunset,

    ich kenne das auch sehr gut, diese Wut diese Hilflosigkeit. Oftmals kamen dann auch noch Zweifel an mir selbst, Schuldgefühle. Bilde ich mir das alles nur ein ?

    Du bildest Dir das nicht ein, lass Dir das auf keinen Fall von ihm einreden !

    Trotzdem solltest Du Dir unbedingt Hilfe suchen, wie Feeli schon geschrieben hat.
    Es gibt genügend Anlaufstellen und vergiß nicht, hier findest Du auch Hilfe, vor allen Dingen moralische Unterstützung.

    Alleine durch stundenlangen Lesen ist mir vieles klarer geworden, ich habe gemerkt, ich bin nicht alleine mit meinem Problem. Dadurch bin ich stark geworden für mich selbst und auch meinem Partner gegenüber.

    Und er hat es auch registriert und unternimmt langsame Schritte, um etwas zu verändern.

    Lange Jahre habe ich Freundschaften vernachlässigt, wollte niemanden mit meinen Problemen zu Last fallen. Heute kann ich darüber reden und habe die Erfahrung gemacht, dass mir viel Verständnis und Hilfe entgegengebracht wird. Dafür bin ich unendlich dankbar.

    Ich empfehle Dir, umgehend eine Beratungsstelle aufzusuchen. Dort kannst Du Rat und Hilfe finden.
    Warte nicht zu lange, Dir und Deinem Kind zuliebe.

    Hallo Zwergi,

    das altbekannte Problem: Wir als Co möchten gerne, dass alles wieder in Ordnung ist, wollen nur das Beste für uns und unseren Partner.

    Nur glaube mir, solange Du Deine ganze Energie für ihn verschwendest, passiert nicht viel. Diese Erfahrung musste ich leider auch machen.
    Es kamen immer so Aussagen wie bei Deinem Mann auch. Und ich hatte Angst, ihn zu verlieren, dass er sagen könnte, er geht.

    Erst als ich soweit war, dass ich das alles nicht mehr wollte - ich kann nicht sagen, dass es mir egal gewesen wäre oder ist, was mit ihm passiert - aber mir wurde klar, dass ich so nicht mehr mit ihm weiterleben will, da hat er nachgedacht und geht ganz langsame Schritte nach vorne.

    Wir sind noch zusammen, haben aber in letzter Zeiot wieder viel miteiander geredet und vor allen Dingen, er hat auch geredet. Ich habe mich gezwungen, nicht mehr soviel zu sagen, keinen großen Druck oder Bevormundung von meiner Seite.

    Mittlerweile kann ich mich auch mit einer räumlichen Trennung anfreunden. Bin sogar der Meinung, dass es vielleicht so auch besser ist. Jeder kann seinen eigenen Weg finden und was dann passiert, wird sich zeigen. Ich habe schon Urlaub für März gebucht, treffe mich mit einer Freundin; wir haben meist nur so sporadisch Kontakt gehabt - und fühle mich sehr gut dabei.
    Schaue auch schon nach weiteren Freizeitaktivitäten, mal eine längere Radtour, Wanderung. Wenn man mal den Anfang macht: es gibt so viele Angebote für Freizeit. Eigentlich plane ich ja inzwischen schon mein eigenes Leben und merke immer mehr, es geht auch ohne ihn, wenn nicht sogar noch besser.
    Denn wenn er weiter trinkt, möchte ich keine Planung für irgendetwas mit ihm gemeinsam machen.

    Also gibt es für mich eine einzige Entscheidung: Eine gemeinsame Zukunft mit ihm geht bei mir nur ohne Alkohol !

    Aber wir können wieder besser miteinander umgehen, ja sogar sehr liebevoll. Und mal ganz ehrlich, es ist so vieles kaputtgegangen an Gefühlen und vor allen Dingen Vertrauen, bestimmt auch bei Dir.

    Es braucht lange Zeit, um die vielen Wunden zu heilen.

    Was ganz schlecht ist, dass Du Schuldgefühle hast. Das hatte ich auch immer und hat mich so fertiggemacht.
    Mache Dich davon frei, Du bist nicht daran schuld, dass er trinkt. Es ist seine eigene Entscheidung.

    Hallo Merlin,

    bei meinem Freund hat es bis jetzt gedauert, dass er die Genehmigung für die ambulante Therapie bekam. Während dieser Zeit musste er 3 x seine Leberwerte untersuchen lassen.
    Entgiftung war Ende Oktober, also vor fast 3 Monaten.

    Er hat auch wieder getrunken, besucht schon seit vielen Jahren eine SHG, jetzt sogar 2 Gruppen. Aber er kriegt das einfach nicht auf die Reihe. Kein Wunder, nach über 30 Jahren Trinkerkarriere.
    Das hat dazu geführt, dass wir jetzt kurz vor der räumlichen Trennung, wenn nicht sogar endgültigen Trennung stehen.
    Aber er hält trotzdem an der Therapie fest.

    Jetzt wartet er schon wieder fast 1 Woche, um einen Termin bei der Therapeutin zu bekommen. Eine Einladung für einen Informationsvortrag hat er inzwischen erhalten, allerdings findet dieser während seiner Arbeitszeit statt.

    Die letzten Wochen waren eine große Belastungsprobe für uns beide.
    Wir haben sie vermutlich leider nicht bestanden.

    Ich bin sehr traurig, dass es bei uns nicht funktioniert hat, kann und will es aber auch nicht mehr ändern.
    Am Freitag wird er dann wohl den Mietvertrag für die neue Wohnung unterschreiben. Ich darf gar nicht daran denken !

    Drücke Dir ganz feste die Daumen, dass Dein Mann es schafft, bis zur Therapie durchzuhalten Und Du natürlich auch!

    Hallo Dobby,

    Du kannst wirklich stolz auf Dich sein.
    Lass Dich nicht von Deinem Weg abbringen. Ich kann mir gut vorstellen, dass noch weitere Anrufe folgen.

    Du fragst Dich nicht mehr: Habe ich etwas falsch gemacht?"
    Du weißt inzwischen, dass es nicht an Dir lag. Das gibt neue Kraft und Mut.

    Wir sind auch gerade in der Trennungsphase; Wut, Verzweiflung, Hilflosigkeit und Reue .... Nun läuft das ganze Programm ab.

    Aber ich weiß und merke immer mehr, dass eine räumliche Trennung nicht mehr zu vermeiden ist und eigentlich will ich es ja auch. Aber es tut alles so furchtbar weh!

    Deshalb lese ich hier so fleißig, weil ich durch die vielen Beispiele Mut bekomme, mein Leben für mich zu gestalten.

    Auch Dein Schicksal hat mich sehr berührt.

    Alles Gute weiterhin und bleibe stark für Dich selbst.

    Hallo Rosensonne,

    mir geht das auch so. Ich habe lange Zeit hier gelesen, ab und zu mal auf Beiträge geschrieben. Aber meine ureigenen Gedanken blieben lange bei mir.

    Inzwischen habe ich mich Schritt für Schritt weiter nach vorne gewagt, aber es fällt mir immer noch schwer. Nur wenn ich einmal angefangen habe, dann geht es besser.

    Ich habe auch gemerkt, wie gut das Schreiben tut, ein großer Teil der Last fällt von den Schultern. Aber es tun sich auch wieder neue Berge auf, die es gilt zu überwinden. Die sind manchmal ganz schön hoch. Muss sehr aufpassen, dass ich nicht abstürze.

    Aber einmal geschafft, ist die Erleichterung und der Stolz grenzenlos.

    Aller Anfang ist schwer ....