Beiträge von Antilope

    Also, ich habe ihn gestern abend gefragt. Er sagte mir, dass keine Blutuntersuchung mehr stattfinden würde. Vor Weihnachten sei ja auch schon das Schreiben der Rentenversicherung eingegangen, dass sein Antrag in Bearbeitung ist.

    Ich habe nicht viel darauf geantwortet. Nur ein kurzer Hinweis, dass er durch sein Trinken ja eigentlich seine Therapie gefährdet hat. Er meinte, er hätte ja nichts getrunken. Na ja, ich erinnerte ihn kurz daran, wann er wieder angetrunken nach Hause kam. Keine Antwort, wie zu erwarten.

    Ich musste mich schon überwinden, aber ich habe trotzdem gefragt, ob er denn überhaupt die Therapie noch machen wolle. Er sagte, ja auf jeden Fall, er hoffe, dass bald ein Schreiben komme, wann es losgeht.

    Er habe eine sehr schöne Wohnung in Aussicht, aber es gebe noch andere Bewerber und er wartet auf den Rückruf der Vermieterin.
    Dann meinte er noch, er habe das auch alles nicht so gewollt ....

    Ich habe nichts mehr darauf geantwortet.

    Aber so heute morgen beim Frühstück kreisen meine Gedanken noch einmal um alles.

    Ich merke, dass ich anfange, an mir zu zweifeln. Habe ich alles richtig gemacht ?
    Anscheinend will er doch etwas für sich tun, ist einfach nur zu schwach.

    Auch die Angst, dass nun wirklich alles endgültig ist, das Ende unserer Beziehung, ist wieder da. Nein, es ist noch keine Angst, aber alleine schon, dass ich so denke, macht mir Angst.

    Ich kenne mich, ich kann so leicht verzeihen und vergessen.
    Und schon kommen wieder ganz andere Gefühle in mir auf, die ich eigentlich nicht mehr will.

    Aber ich möchte eines auf keinen Fall, dass ich meinen Stolz verliere und auf ihn zugehe. Wenn, dann muss es in erster Linie von ihm kommen.

    Momentan fühle ich mich richtig hilflos, was soll ich nur tun ?

    Nein, ich muss stark bleiben, für mich selbst. Ich muss das einfach.

    Hoffentlich schaffe ich das auch.

    Ich habe hier schon so oft gelesen, dass es für die Ambulante Therapie feste Termine gibt, manchmal auch kurzfristig.

    Bei meinem Freund ist es so, dass er nach dem Entzug eine Beraterin bekam, die ihm half, die Genehmigungsunterlagen für diese Therapie fertigzustellen.
    Dazu gehört dann auch noch die regelmäßige Kontrolle der Blutwerte.
    Das geht jetzt schon seit Wochen; er hat wohl zum 2. oder 3. Mal seine Werte abgegeben, aber bis jetzt ist noch nichts passiert.

    Nun hatte ich ein Telefonat mit der Betreuerin, weil mich doch interessiert, wie das abläuft. Sie hat mir gleich erklärt, dass sie mir keinerlei Auskünfte erteilen darf, was meinen Partner angeht.
    Darum ging es mir ja auch nicht.

    Aber trotzdem war das Gespräch für mich sehr aufschlußreich.
    Denn es ist jetzt so, dass er mehr oder weniger schon im Vorfeld beweisen muss, dass er nicht mehr trinkt. Sollte bei der Blutuntersuchung festgestellt werden, dass auch nur die geringsten Spuren von Alkohol enthalten sind und das können die Laboruntersuchungen hergeben, dann ist die ambulante Therapie gefährdet. Da spielt es auch keine Rolle, ob er eine Praline, Hustensaft oder sonst etwas zu sich genommen hat.

    Dies dient erstens dazu, um die wirkliche Bereitschaft zur Abstinenz festzustellen und zweitens ist das auch eine Kostenfrage.

    Was mich mal interessieren würde, ist das bei Euren Männern auch so gelaufen, oder ist das nur in unserem Bundesland so. Evtl. ist die Vorgehensweise auch abhängig von der Versicherungsanstalt.

    Damit hat sich jetzt mein Freund wohl auch seine ambulante Therapie erst einmal verbaut, denn er hat ja wieder getrunken. Vielleicht denkt er sich, dass er einige Tage vor der Blutabnahme nichts mehr trinkt und das reicht, aber offensichtlich kann das langfristig, also von einer Abnahme bis zur nächsten genau festgestellt werden.

    Die nächste Konsequenz wäre dann eine stationäre Aufnahme oder auch eine weitere Verlängerung der Wartezeit auf die ambulante Therapie. Das liegt dann im Ermessen der Beraterin.

    So ist die Vorgehensweise hier bei uns. Ganz schön hart, aber ich finde das eigentlich so in Ordnung. Denn damit besteht m.E. eine höhrere Motivation zur Abstinenz und wer wirklich bereit ist, etwas für sich zu tun, bekommt die reelle Chance auf eine Therapie. Und die Kosten für die unzähligen Behandungen können reduziert werden.

    Ich überlege nur, ob ich ihn mal fragen soll, wann er seinen nächsten Termin für die Blutuntersuchung hat. Er hat mir verständlicherweise nichts mehr gesagt in den letzten Tagen. Aber eigentlich müsste fürs neue Jahr jetzt bald ein Termin anstehen. Kann natürlich auch sein, dass er gar nichts mehr macht, weil er ja eigentlich wissen müsste, dass er sich ein Eigentor geschossen hat.

    Hallo Melanie,

    selbst wenn ich das wirklich möchte, ich kann ihn nicht so einfach rausschmeissen. Wir sind beide als Mieter eingetragen und ich darf ihm die Wohnung rechtlich gesehen nicht verweigern.

    Nur soviel dazu. Ich hoffe auch nicht, dass es einmal so weit kommt , dass ich andere Maßnahmen ergreifen muss. Er hat mir nie in den ganzen Jahren etwas getan oder mich bedroht, wie ich das leider so oft hier lesen muss.
    Auch mit ein grund, weshalb ich so lange an der Beziehung festhalten konnte, ändert aber nichts an meiner Eistellung.

    Ich bin zwar nicht nachtragend, vergesse oft und ganz schnell mal schlechte Zeiten, kann leicht verzeihen. Aber wenn ich einen Entschluss gefasst habe - der sehr lange dauern kann - dann habe ich mir das immer und immer überlegt, ob ich es wirklich will und dann ziehe ich das durch.

    Noch vor einigen Wochen hatte ich Angst, wenn er zu mir sagte "Ist doch am besten, wenn ich hier ausziehe", dass er es tatsächlich tun würde.
    Und ich denke, das wusste er auch ganz genau. Ich selbst habe es nie zu ihm gesagt, erst als es mir wirklich Ernst war.

    Weißt Du, was bringt es mir, wenn er auszieht, und ich traure ihm ständig hinterher. Damit geht es mir auch nicht besser. Meine innere Einstellung ist mir jetzt erst einmal am wichtigsten. Daran arbeite ich, dass ich auf meinem Weg bleiben kann.

    Dies kann ich jetzt auch nur so schreiben, weil mein Freund nicht zur Gewalt neigt. In anderen Fällen läuft das leider nicht so ruhig ab, deshalb spreche ich nur für mich selbst und die momentane Situation.

    Ich kann aber auch nie ausschließen, dass sein Verhalten mir gegenüber sich ändert, er ggf. auch gewalttätig wird. Aber dann muss ich andere Wege gehen, notfalls über meinen Anwalt.

    Hallo Melinak,

    das ist eine gute und berechtigte Frage.
    Ich bin auch in anderen Foren unterwegs wegen meiner Darmprobleme.

    Wir bedauern es immer wieder, dass nur Patienten schreiben, denen es schlecht geht, die Hilfe brauchen. Aber so kommt wenig Positives, gute Erfahrungen sind schon fast Fehlanzeige., Das zieht dann die noch Leidenden immer mehr herunter. Sie können sich gar nicht vorstellen, dass es ihnen mal wieder besser gehen kann.

    Ich denke, jeder Beitrag, scheint er noch so unwichtig, ist hier wichtig im Forum. Du hast viel von Dir geschrieben, Dein Inneres ich mitgeteilt und bestimmt damit viele Cos erreicht.

    Was wir Cos dringend brauchen, ist wieder neuen Lebensmut aufzubauen und dazu brauchen wir auch Dich, Du mit Deiner Lebenserfahrung, Deinen Gefühlen und Ängsten und vor allen Dingen, wie Du es geschafft hast, Deinen eigenen Weg zur Zufriedenheit zu finden.

    Ich liebe die Beiträge z.B. von Aurora und freue mich über Ihr neues Leben, oder auch Monty, die es wieder mit ihrem Partner versucht hat, obwohl es so schlechte Zeiten gab.

    Von allem kann ich mir etwas herausholen und auch neue Hoffnung schöpfen, ob für mich alleine oder auch mit meinem oder einem neuen Partner.

    Vielleicht magst Du einfach nur auf bestimmte Themen antworten, Die für Dich wichtig sind, bzw. wo Du meinst, etwas beitragen zu können aus Deiner eigenen Erfahrung.

    Denke noch einmal darüber nach, die Entscheidung musst Du selbst treffen.

    Hallo, ich muss noch etwas loswerden:

    Ich habe auch so das Problem nicht in mein altes Verhalten zurückzufallen, wenn ich meinen Freund so sehe. Gestern abend kam er recht spät nach Hause. Er sieht wirklich ganz schlecht aus Er hat mir kurz erzählt, dass er in der SHG gewesen sei und es dadurch etwas später geworden wäre. Ich habe nichts dazu gesagt.
    Dann fragte er mich, ob er doch auf der Couch schlafen könne, auf denm Boden in seinem Zimmer da würde ihm alles weh tun. Und sein neuer Job sei jetzt auch körperlich sehr anstrengend. Er betonte gleich, dass er nichts getrunken hätte.

    Klar kam da bei mir wieder Mitleid auf. Auch der Gedanke, warum kann es denn nicht anders sein. Die Gefühle sind da, ich lasse sie auch zu. Die guten Erinnerungen kommen dann auch wieder hoch, aber auch die schlechten.

    Aber mir ist auch klar, wenn ich nicht bei mir bleibe und meinen Weg weitergehe, fängt alles wieder von vorne an.
    Von der neuen Wohnung war keine Rede, ich habe auch nicht danach gefragt. Heute abend werde ich ihn darauf ansprechen müssen, wenn er nicht selbst etwas sagt.

    Hallo Dobby,

    dieses Gefühl, Angst vor der Zukunft, schaffe ich das alleine, hat mich wohl auch die ganzen Jahre gehindert, für mich die Entscheidung zu treffen, dass ich so nicht leben möchte.

    Dazu kam dann noch der Gedanke, dass ich ja auch nicht mehr so jung bin, die Rente nicht in so weiter Ferne. Auch habe ich kaum private Kontakte, das habe ich alles vernachlässigt. Ein großer Fehler, aber ich bin so ein Mensch, der vieles mit sich selbst ausmacht, möchte nie jemanden zur Last fallen. Erst in letzter Zeit konnte ich mich öffnen, dadurch dass ich hier so gelesen und Hilfestellung gefunden habe.

    Vor allen Dingen war das für mich immer wie mein Spiegelbild, ich habe mich immer mehr selbst erkannt und begriffen, dass nur ich selbst etwas für mich tun kann. Aber das geht nur, wenn man es wirklich will und dafür kämpfe ich jetzt.

    Mein Freund hat den Anfang gemacht, mit dem Entzug, vielleicht macht er auch noch eine ambulante Therapie, zumindest hat er diese beantragt.
    Trotz allem möchte ich, dass er auszieht, weil ich das alles nicht mehr ertragen kann und vor allen Dingen will.

    Weil, ich habe mich gefragt, was ist das für ein Leben so mit ihm zusammen und dem Alkohol und es kommen Momente hoch, gerade in letzter Zeit, wo ich noch nicht einmal mittags bei herrlichem Sonnenschein entspannt mit ihm spazieren gehen konnte, weil er schon wieder getrunken hatte. Die kleinen Angriffe und versteckten Bosheiten, die mich immer so getroffen haben. Dabei ging es nie um mich, immer nur um irgendwelche Belanglosigkeiten. Meine Wut und meine verletzten Gefühle über diese Entwicklung von seiner Seite haben mir sehr dabei geholfen, endlich loszulassen.
    Dann habe ich mir gedacht, doch lieber alleine einsam als zu zweit.

    Auch dass ich Silvester ganz alleine verbracht habe, hat mir gezeigt, dass ich den richtigen Weg gegangen bin. Ich habe mich so gut gefühlt, besser als wenn wir zu zweit gewesen wären.

    Aber bei mir hat es auch sehr lange 18 Jahre gebraucht, bis ich das endlich für mich annehmen konnte.

    Frage Dich immer wieder, willst du dieses Leben, wirklich so in Zukunft haben ?
    Außerdem weißt Du ja gar nicht, ob sie jemals wieder zu Dir zurükkommen möchte. Angeblich ist ja doch ein anderer Mann im Spiel.
    Du bist noch jung, hast gute Freunde, es geht immer irgendwie weiter. Du hast es ja auch schon selbst geschrieben, wie Du wieder überall aufgenommen wurdest, im Sportverein, einfach überall.
    Außerdem die Zeit heilt viele Wunden und bringt Dir dadurch mehr Klarheit über Dich selbst.

    Bleibe dran ! Irgendwann kommt auch wieder Dein Lachen zurück.
    Und denke ernsthaft über eine Therapie nach.

    Hallo Kimba,

    genau das meinte ich, er will Dich kleinkriegen. Das darfst Du auf keinen Fall mit Dir machen lassen. Er weiß genau, dass Du ihn liebst und nutzt das für sich aus. Wie weit das mit seinem Alkoholkonsum zu tun hat, mag ich nicht sagen.

    Auf jeden Fall musst Du bei Dir bleiben und Deine eigenen Entscheidungen treffen. Du kannst ihn leider nicht am Trinken hindern.
    Das kommt mir alles sehr bekannt vor, mein verstorbener Ex wollte mich auch nur manipulieren und kleinhalten, sogar noch, als er nichts mehr getrunken hatte.

    Sicher hast Du ihn noch lieb. Aber vielleicht hilft Dir auch dieser Satz:
    "In Liebe fallen lassen".

    Wenn Du erst einmal eine neue Wohnung hast, geht es Dir bestimmt langsam auch wieder besser.

    Danke Desperate,

    ich habe sie auch sehr zu schätzen gelernt. Wie Du schon schreibst, ist sie absolut zuverlässig, punktlich und ehrlich. Eine Seltenheit heute.

    Mir fällt da gerade wieder etwas aus der Vergangenheit ein:
    Als ich anfangs den Verdacht hatte, das mein verstorbener Ex eine Freundin hat, habe ich sie ins Vertrauen gezogen. Sie konnte sich das überhaupt nicht vorstellen. Wie alle, mochte sie ihn sehr gern.

    Auf jeden Fall kam es zu einer Aussprache zwischen ihr, meinem Ex und mir. Er hat gelogen ohne Ende. Ich war völlig hilflos damals und sie wollte mich noch überzeugen, dass ich mir das alles nur einbilde.
    Hat sich ja dann später auch herausgestellt, dass mein Gefühl mich nich getrogen hatte.

    Aber das Schlimmst war dann für mich, als wir schon in der Trennungsphase waren, mit ihm und seiner neuen Freundin zusammen im Lokal gesehen wurde. Und sie hatte mir nichts davon gesagt. Noch nicht einmal, dass sie generell Kontakt mit den beiden hatte.

    Da ich schon sehr konsequent sein konnte, wenn es um Ehrlichkeit geht, habe ich mit ihr den Kontakt abgebrochen, natürlich auch vorher mit ihr darüber gesprochen. Sie bat mich unter Tränen, ich solle mir das doch noch einmal überlegen. Aber ich war so verletzt, zumal sie wusste, dass die Neue monatelag bei mir Telefonterror veranstaltet hatte und konnte einfach nicht anders handeln. Die Vorstellung, dass ich sie besuchen würde und die Beiden wären auch anwesend, das war für mich der reinste Horror.

    So hatten wir lange keinen Kontakt mehr miteinander. Irgendwann einmal rief sie mich plötzlich an und erzählte mir, dass sie den Kontakt mit meinem Ex und seiner Freundin abgebrochen hätte. Er war Dachdecker und hatte bei Ihrem neuen Haus den Kostenvoranschlag für ein Dach gemacht. Dabei muss er sie wohl "übers Ohr gehauen" haben.

    Wir haben uns noch einmal ausgesprochen und doch wieder zusammengefunden. Sie hatte sich damals tatsächlich auch vom Charme meines Ex täuschen lassen. Er konnte so wahnsinnig gut manipulieren und überzeugend sein. Vor allen Dingen hatte er eine unglaubliche Wirkung auf Frauen.

    Für mich hat sich auch damals wieder der Spruch bewahrheitet: "Wahre Freunde kann man nicht trennen".

    Daraus habe ich für mich gelernt, dass man jedem Menschen auch eine Chance geben muss. Für uns beide hat sich das auf jeden Fall gelohnt!

    Toll Lavendel, wie Du das gemacht hast. Und bei der ganzen Aufregung auch noch Deinen Traummann gefunden. Gratulation !

    Ich werde ja wohl in nächster Zukunft auch wieder öfter als Single unterwegs sein. Wäre auch schön gewesen, mit meiner Nichte. Wir waren vor 2 Jahen zusammen auf Ischia, ein so toller Urlaub. Sie schwärmt acuh immer wieder davon.

    Nun hat sie sich wieder neu verliebt in einen Italiener aus Sizilien. Hoffe, dass die Liebe beständig ist. Sie hatte sich ja auch erst vor einigen Wochen von ihrem Freund getrennt und wir hatten schon Pläne für nächstes Jahr. Aber da werde ich dann wieder auf eigenen Füßen stehen müssen.

    Das neue Jahr wird auf jeden Fall spannend und hoffentlich auch interessant.
    Ich weiß auf jeden Fall aus eigener Erfahrung "ich werde nicht gefressen" lach.....

    Hallo,

    bei mir sieht es jetzt so aus, dass mein Freund wohl eine Wohnung gefunden hat. Gestern abend hat er es mir gesagt. Aber anscheinend war es noch nicht so ganz klar, oder wollte abwarten, wie ich reagiere.

    Der Abend verlief einigermaßen entspannend, da er nichts getrunken hatte. Er sagte es mir auch gleich, als er abends zur Tür reinkam.
    Dann meinte er noch, an Silvester hätte er auch nichts getrunken. Er wäre aber trotzdem nachts spät unterwegs gewesen.

    Ich habe ihm daraufhin gesagt, dass ich mich doch etwas wundere,
    Er wollte ja an Silvester mit mir zuhause bleiben, wegen dem Trinken. War eigentlich auch mein Gedanke, weil ich verstanden habe, dass er sich nicht noch zusätzlich gefährden wollte.
    Nun war er aber trotzdem unterwegs, aber getrunken hat er nichts.
    Er meinte nur, ich wäre ja nicht da gewesen und so ganz alleine wollte er doch nicht bleiben.

    So ist das wohl bei den meisten, wenn es denn sein muss, können sie so ganz schnell mal wieder aufhören. Aber er hat es ein paar Tage später wieder nachgeholt.

    In meinem Kopf stellte sich dann gleich noch die Frage, vielleicht kann er eher trocken werden, wenn ich nicht da bin?
    Was wäre gewesen, wenn wir wirklich an Silvester zusammen unterwegs gewären wesen. Hätte er dann auch nichts getrunken?
    Oder wollte er nur mir und auch sich selbst beweisen, dass er es kann?

    Die nächste Frage, wo bleibt da die Ehrlichkeit ?
    Ich denke, er ist noch so weit weg vom trockenen Leben.
    Mich macht das aber wieder stark für meinen eigenen Weg.

    Liebe Melinak,

    ich werde auf jeden Fall mit ihr darüber reden, wie ich es auch schon Gotti geantwortet habe.

    Das mit der Mauer stimmt auf jeden Fall. Ich denke, das ist bei ihr auch so. Auf der anderen Seite weiß ich genau, dass man sich hundertprozentig auf sie verlassen kann. Wahre Freundschaft ist ihr sehr wichtig.

    Wir kennen uns schon aus der Zeit mit meinem verstorbenen Ex, haben uns in der SHG kennengelernt. Ihr Mann und mein Ex waren sozusagen Freunde. Eine jahrzehntelange Beziehung, die obwohl wir nicht soviel Kontakt haben, immer Bestand hatte.

    Wie schwer sie an ihrer Vergangenheit trägt, sah ich daran, dass sie vor kurzem eine lange intensive Einzeltherapie machte, um ihre Kindheit aufzuarbeiten. Sie sagte mir, dass sie jetzt endlich Frieden mit Ihren Eltern schließen kann. Das hat mich sehr berührt, glücklich und zugleich auch traurig gemacht.

    Hallo Gotti,

    ja, ich habe gerade ernsthaft darüber nachgedacht. Aber ich fühlte mich immer noch hilfloser und total schuldbewusst. Ihre so knallharte Art. Ich weiß, ich bin da viel zu weich und sensibel.
    Natürlich habe ich mir gewünscht, dass sie mit ihm redet. Vermutlich in der Hoffnung, dass es etwas bei ihm bewirkt.

    Komisch, heute ist das für mich nicht mehr wichtig, ich meine, dass sie mit ihm redet. Aber trotzdem ist es für mich wichtig, mit ihr darüber zu reden. Ich muss ihr das einfach sagen, wie ich es empfunden habe, dass sie mich immer angesprochen hat udn vor allen Dingen, wie ich mich dabei gefühlt habe.

    Aber sie muss mir auch zugestehen, dass ich nun mal nicht so bin wie sie und ehrlich gesagt, ganz so möchte ich auch nicht sein.

    Sie hatte kein leichtes Leben, beide Eltern Alkoholiker, elendig am Alkohol zugrunde gegangen, als sie noch klein war. Musste sich schon als Kind alleine durchboxen. Einen alkoholkranken Mann, der sie nachdem er trocken war, mit ihrem Kinde wegen einer anderen Frau im Haus sitzen ließ. Danach die Erkenntnis, dass sie selbst alkoholkrank ist. Hörte von einem auf den anderen Tag mit dem Trinken auf, ging auch regelmäßig in eine SHG. Aber schon seit längerer Zeit geht sie nicht mehr, ihre Begründung, sie könne das langsam alles nicht mehr hören.

    Sie hat auch einen ganz lieben Mann, der alles für sie tut. Sie führt die Richtung und ihm gefällt das. Sie hat mir auch einmal gesagt, dass sie keine Probleme hätte, ihren Mann zu verlassen, wenn er trinken würde.

    Aber sie ist eine wahre Kämpfenatur, dafür bewundere ich sie.

    Wie mein Weg jetzt aussieht, habe ich ihr schon tel. gesagt.

    Hallo Melinak,

    anschließend mein Text betr. Ehrlichkeit aus dem Thread von Dobby:

    Bin gespannt auf Deine Antwort .......

    "Melinak, Du meinst damit, die Ehrlichkeit betrifft nicht nur die Alkoholiker sondern auch uns als Co.

    Ein ganz wichtiger Punkt, an dem wir arbeiten sollten. Vor allen Dingen das Lügen für den Partner, oft nur aus Schamgefühl, muss aufhören.
    Wir müssen lernen, wieder ehrlich zu anderen und auch zu uns selbst zu sein.

    Und wenn wir bei Ehrlichkeit sind, ich habe auch oft für meinen Freund gelogen bzw. seine Krankheit verschwiegen. Weil ich auch dachte, das versteht sowieso niemand, warum soll ich das jedem erzählen?
    Aber meistens habe ich still geschwiegen.

    Aber die Ehrlichkeit zu mir selbst, das habe ich erst richtig begriffen, als ich zu Euch ins Forum gekommen bin. Damit konnte ich mich auch meiner
    Familie und Freunden öffnen. Hat mir sehr gut getan, lange genug wurde alles verschwiegen.
    Aber andererseits dachte ich auch oft, warum soll ich das sagen, er selbst muss es tun.

    Dabei ist mir noch aufgefallen, dass sogar meine Freundin, die schon lange trockene Alkoholikerin ist, immer nur mich anspricht und mir sagt, dass ich ihn endlich rausschmeissen soll. Aber zu ihm hat sie noch nie etwas gesagt.
    Am Freitag treffe ich mich mit ihr. Davor graut es mir schon ein wenig, sie wird mir wieder mit ihrer knallharten Art alles mögliche an den Kopf werfen. Wann ihr was bei ihm aufgefallen ist und und. Dann werde ich aber auch so ehrlich sein und ihr sagen, sie soll dies doch bitte meinem Freund auch mal erzählen. Aber auch das muss ich tun, es ärgert mich schon eine ganze Weile.
    Puuh, eine große Herausforderung für mich, denn ich muss bei ihr auch riskieren, dass sie total beleidigt ist, weil sie ja immer Recht hat.


    Aber auch heute noch teilweise unverständliches Kopfschütteln bei Bekannten --- was er Probleme mit Alkohol, kann doch nicht sein, ist doch so ein freundlicher, ruhiger usw. Ich sollte doch nicht so empfindlich sein, schließlich trinkt ja jeder mal über den Durst. Wir wären so ein nettes Paar.

    Gefreut hat mich, dass meine Familie total hinter mir steht. Mein Bruder hat sich sogar entschuldigt, dass er meinem Freund immer Bier angeboten habe und fragt nach, ob er selbst etwas trinken könne, wenn er zu ihnen komme. Dieses Verständnis und auch Interesse an der Krankheit hilft mir sehr viel."

    Liebe Melinak, danke für den Hinweis

    natürlich war es Matthias.
    Ich hoffe, Matthias, Hartmut, Ihr verzeiht mir die Verwechselung.

    Melinak, Du meinst damit, die Ehrlichkeit betrifft nicht nur die Alkoholiker sondern auch uns als Co.

    Ein ganz wichtiger Punkt, an dem wir arbeiten sollten. Vor allen Dingen das Lügen für den Partner, oft nur aus Schamgefühl, muss aufhören.
    Wir müssen lernen, wieder ehrlich zu anderen und auch zu uns selbst zu sein.

    Und wenn wir bei Ehrlichkeit sind, ich habe auch oft für meinen Freund gelogen bzw. seine Krankheit verschwiegen. Weil ich auch dachte, das versteht sowieso niemand, warum soll ich das jedem erzählen?
    Aber meistens habe ich still geschwiegen.

    Aber die Ehrlichkeit zu mir selbst, das habe ich erst richtig begriffen, als ich zu Euch ins Forum gekommen bin. Damit konnte ich mich auch meiner
    Familie und Freunden öffnen. Hat mir sehr gut getan, lange genug wurde alles verschwiegen.
    Aber andererseits dachte ich auch oft, warum soll ich das sagen, er selbst muss es tun.

    Dabei ist mir noch aufgefallen, dass sogar meine Freundin, die schon lange trockene Alkoholikerin ist, immer nur mich anspricht und mir sagt, dass ich ihn endlich rausschmeissen soll. Aber zu ihm hat sie noch nie etwas gesagt.
    Am Freitag treffe ich mich mit ihr. Davor graut es mir schon ein wenig, sie wird mir wieder mit ihrer knallharten Art alles mögliche an den Kopf werfen. Wann ihr was bei ihm aufgefallen ist und und. Dann werde ich aber auch so ehrlich sein und ihr sagen, sie soll dies doch bitte meinem Freund auch mal erzählen. Aber auch das muss ich tun, es ärgert mich schon eine ganze Weile.
    Puuh, eine große Herausforderung für mich, denn ich muss bei ihr auch riskieren, dass sie total beleidigt ist, weil sie ja immer Recht hat.


    Aber auch heute noch teilweise unverständliches Kopfschütteln bei Bekannten --- was er Probleme mit Alkohol, kann doch nicht sein, ist doch so ein freundlicher, ruhiger usw. Ich sollte doch nicht so empfindlich sein, schließlich trinkt ja jeder mal über den Durst. Wir wären so ein nettes Paar.

    Gefreut hat mich, dass meine Familie total hinter mir steht. Mein Bruder hat sich sogar entschuldigt, dass er meinem Freund immer Bier angeboten habe und fragt nach, ob er selbst etwas trinken könne, wenn er zu ihnen komme. Dieses Verständnis und auch Interesse an der Krankheit hilft mir sehr viel.

    Hallo Melinak,

    ich stimme Dir auch zu. Alkoliker, die nass sind, lügen ohne Ende und ich meine, sie belügen sich auch selbst. Ich sehe es ja bei meinem Freund, er hat inzwischen den Anfang gemacht, um trocken zu werden, geht schon jahrelang in eine SHG, vor kurzem Entzug.
    Aber er lügt nach wie vor, trinkt weiter heimlich. Alles wie gehabt.
    Auch seine Entschuldigungen sind für mich nur Lügen, alles nur dahergesagt. Mag sein, dass er selbst daran glaubt.

    Aber ich hasse nun mal Lügen. Mein Vater hat mich so erzügen, dass ich nicht lüge.
    Seine Worte: "Du kannst mir alles sagen, nur anlügen darfst Du mich nicht" sind mir im Gedächtnis haften geblieben. Als Kind hatte ich ihn damals wegen einer banalen Sache angelogen. Seinen enttäuschten Blick werde ich vermutlich nie vergessen!

    Manchmal denke ich, wenn es um bestimmte Situationen geht, hättest Du doch besser gelogen. Aber ich kann das nicht und achte auch sehr darauf, mich mit ehrlichen Menschen zu umgehen.

    Eine gute Seite haben die Lügen meines Partners auch, ich kann dadurch jetzt besser loslassen und meinen eigenen Weg gehen. Aber ich musste erst für mich selbst erkennen, dass alles gelogen war.
    Ich meine, erst wenn er nicht mehr lügt (lügen muss), kann er ein trockenes und zufriedenes Leben führen. Das gilt wohl für alle Alkoholiker.

    Was mir noch dazu einfällt, ich beziehe diese Lügen jetzt auf den Alkohol. Womit ich sagen möchte, dass man Alkoholiker nicht als notorische Lügner bezeichnen sollte. Denn es gibt genügend Menschen, die lügen. Und da ist kein Alkohol oder eine andere Sucht im Spiel.