Hallo, hier bin ich auch mal wieder.
Das alte Jahr ist vorbei und es beginnt 2011 mit hoffentlich für alle mit vielen positiven Erfahrungen und Erlebnissen ohne Alkohol.
Bei mir hat es leider nicht so gut angefangen.
Mein Freund war nach seinem Entzug in der Klinik wieder zuhause. Es gab dann mehrere Rückfälle. Ich habe hier zwar nichts darüber geschrieben, weil ich Probleme hatte, mich mitzuteilen. Aber ich habe immer und immer wieder hier gelesen und hoffe, dass ich meinen Weg auch für mich selbst finde.
Und da haben wir schon das Problem. Ich bin es gewöhnt, immer alleine mit meinen Schwierigkeiten fertig zu werden. Solange es um andere geht, bin ich immer sofort zur Hilfe bereit. Die ganzen Jahre hatte ich auch mit kaum jemanden darüber gesprochen. Erst in letzter Zeit, habe ich meiner Familie gesagt, dass mein Freund nicht mit Alkohol umgehen kann. Auch 2 Freundinnen habe ich mich anvertraut. Eine ist selbst trockene Alkoholikerin und hatte mich schon vor vielen Jahren auf meinen Freund und seinen Umgang mit Alkohol angesprochen. Damals habe ich alles noch beschönigt.
Ich weiß auch, das ich von speziell von meiner Familie jede Unterstützung bekomme. Das tut richtig gut. Auch mein Freund kann sich jederzeit an meine Schwägerin wenden, was er aber bisher nicht getan hat.
Nun hat er die SHG gewechselt, hat sogar einen Job noch kurz vor Weihnachten bekommen. Eigentlich ist das doch ein Schritt nach vorne, aber der Alkohol läßt ihn trotzdem nicht los.
Der erste Rückfall war ca. 1 Woche nach seiner Entlassung aus der Klinik, an dem Abend, als er von seiner alten SHG zurückkam. Ich habe es sofort gemerkt, als zur Türe reinkam und ihn darauf angesprochen. Er hat erst einmal wieder alles abgestritten. Meine Enttäuschung und auch Verletzung war riesengroß. Da haben auch alle Entschuldigungen nichts geholfen. Und die Beteurungen, dass er wirklich nicht mehr trinken will, aber es doch immer wieder tun muss. Warum, weiß er auch nicht.
Er will auch die ambulante Therapie durchziehen, aber das dauert ja wohl noch Wochen, bis die Genehmigung erteilt ist.
Am nächsten Tag hat er dann bei einer Beratungsstelle, die er durch die Klinik kannte, angerufen. Aber es war ja Wochenende und da ist nicht viel passiert. Nur der Ratschlag, bevor der Griff zum Glas erfolgt, irgendwo anzurufen. Hat er mit alles erzählt und ich dachte, das nächste Mal kriegt er vielleicht doch auf die Reihe.
Na dannn kam der nächste Rückfall; wieder das gleiche Thealter. Dann hat er die eine Tel. Nr. bekommen, wo er immer anrufen kann, wenn es brenzlig wird. Auch eine Adresse für eine neue SHG, wo er jetzt zusätzlich noch hingeht. Denn in der alten Gruppe hat er noch nicht einmal über seine Rückfälle gesprochen.
Angeblich hat er das dann in der neuen SHG getan.
Dann kam der neue Job , das war ca. 1 Woche vor Weihnachten.
Ich hatte zwar wieder neue Hoffnung geschöpft, dass er endlich den Punkt erreicht hat, und er aufhören kann zu trinken. Aber in meinem Innen habe ich immer mehr gezweifelt.
Die ganzen Beiträge über die vielen Enttäuschungen, verlorene Zeit für den Partner und letzendlich dann doch als letzte Konsequenz die Trennung.
Darüber habe ich auch mit ihm gesprochen und nicht nur einmal ihm gesagt, dass ich einfach nur möchte, dass er mir gegenüber endlich ehrlich ist und ich ihm nicht im Wege stehen will, wenn er weiter trinken will. Anscheinend hat das nicht viel bei ihm bewirkt. Auch der Hinweis, dass er hier im Forum lesen und ggf. auch mal schreiben kann. Er hat mir zwar gesagt, dass er öfters im Forum gelesen habe und auch mal ??? geschrieben habe. Aber ganz ehrlich, so richtig geglaubt, habe ich das auch nicht. Immer wieder diese Zweifel ?????
Bis nach Weihnachten hatten wir dann eine wirklich schöne, spannungsfreie Zeit. Trotz allem habe ich auf Abstand gehalten, es ging gar nicht anders. Mein Vertrauen ist ziemlich zerstört und es braucht eben alles seine Zeit, um sich wieder anzunähern.
Dabei habe ich auch gemerkt, dass ich öfters darüber nachgedacht habe, wie es wäre, wenn wir wirklich getrennt wären. Auch der Gedanke, dass es mir damit und auch ihm besser ginge, kam immer mehr und mehr.
Andererseits auch wieder die Hoffnung, dass wir das alles gemeinsam schaffen könnten....
Aber dann gleich nach Weihnachten kamen der nächste Rückfall, gleich 2 Tage hintereinader. Ich habe es schon am ersten Tag gemerkt, aber wollte erst einmal abwarten, ob er etwas sagt. Am zweiten Tag habe ich ihn dann einfach gefragt, nachdem er so gegen Mittag vom Einkaufen zurückkam und ich merkte, dass er getrunken hatte, wie es ihm denn jetzt so ohne Alkohol ginge. Dann kam auch prompt die Antwort, dass es ihm natürlich nicht gut ginge, alles sei doch Sch..., das Leben mache keinen Spaß so. Aber wenn es eben sein müsse, dann würde er eben nicht mehr trinken. Aber er tue doch alles und warte nur noch auf die Genehmigung zur ambulanten Therapie. Als ob damit alles besser wird.
Ich habe mich gefragt, was hat er denn eigentlich für sich selbst getan ?
Dann bin ich ziemlich ausgerastet und habe ihm gesagt, er könne doch tun und lassen was er will, nur soll er mich dabei heraushalten und endlich mal ehrlich zu sich selbst und auch mir sein. Dan kam wieder die alte Leider, er wisse selbst nicht, was er will. Ich habe ihmn Vorwürfe gemacht und auch gesagt, dass er sich den ganzen Zirkus (so hat es auch bezeichnet) mit den vielen Blutuntersuchungen und Zettel ausfüllen doch sparen kann, wenn er nicht wirklich mit dem Trinken aufhören will. Ich ging dann sogar sowéit und schleuderte ihm ins Gesicht, dass ich sowieso nicht mehr daran glaube, dass er jemals das Trinken aufgibt. Ich war wieder einmal so verletzt und wütend und habe ihm gesagt, er solle sich endlich eine Wohnung suchen, dann könne er machen was er will. Bevor alles noch mehr eskalierte, bin ich dann auch ziemlich schnell verschwunden und habe mich erst einmal beim Einkaufen abgelenkt.
Natürlich hat er noch keine Wohnung gefunden. Nach seinen Worten sind die alle so teuer und so schnell ginge das eben nicht. Er hat mich dann gefragt, ob er auf der Couch schlafen könne. O.k. dem habe ich zugestimmt, ihn aber gebeten, mir tagsüber möglichst aus dem Weg zu gehen. Ich bin froh, dass er gleich nächste Woche wieder arbeitet, ich habe dann noch die ganze Woche Urlaub. So ist er dann meistens den ganzen Tag unterwegs und kommt erst abends zurück. Darüber bin ich sehr froh und merke immer mehr, dass es mir damit auch ganz gut geht. Seitdem ist bei uns ziemliche Funkstille, vor allen Dingen von meiner Seite. Ich habe einfach keine Lust mehr auf diese Spielchen.
Silvester wollten wir eigentlich zuhause und zu zweit verbringen. Irgendwo hingehen, wollte er nicht. Das habe ich auch voll verstanden, weil er ja angeblich nicht mehr trinken will. Aber auch nur angeblich, wie sich ja herausgestellt hat.
Da ich eigentlich immer schon sehr selbständig bin, oder besser gesagt, geworden bin durch die Beziehung mit 2 Alkis, habe ich mir dann überlegt, dass ich Silvester auf keinen Fall mit ihm verbringen will. Ich wußte ja nicht, ob er nicht doch zuhause ist.
So habe ich mich entschlossen, in eine Therme beik uns in der Nähe zu fahren. Habe ich im Internet gefunden. Dort wurde ein richtiges Silvesterprogramm angeboten bis nachts um 2:00 Uhr. Das gefiel mir sehr gut. Dann habe ich mir gleich im Internet noch ein Hotel ganz in der Nähe ausgesucht.
Es war ein schöner Abend, ich habe auch nette Leute beim Essen kennengelernt. Ein etwas ungewöhnliche Silvesterfeier, aber es hat mir viel Spaß bereitet.
Aber 21:00 Uhr gab es ein Harfenkonzert mit einer Sängerin, so richtig zum Entspannen.
Da es in der Therme ziemlich war war (mir eigentlich viel zu warm) konnte ich so richtig schön bei der Musik relaxen.
Der Höhepunkt war dann das Feuerwerk. Es gibt da einen Außenbereich mit heißer Quelle. Dort erlebte ich das tolle Feuerwerk im heißen Wasser und der der tollen Nachtluft. Es war einfach traumhaft ......
Nun bin ich wieder zuhause. Mein Freund war auch da und es sah so aus, als wäre er völlig nüchtern.
Sofrt kam mir der Gedanke: Er kann das vielleicht besser ohne mich hinbekommen. Aber warum sagt er es mir dann nicht ?
Er hat mir gleich ein gutes neues Jahr gewünscht, ich habe nur kurz geantwortet und gehofft, dass er bald wieder verschwindet. Nun ist er zum Sport. Er meinte, er wäre nicht lange weg.
Toll, was mache ich dann, wenn er wiederkommt. Im Moment wünsche ich mir so, dass er weit weg ist von mir, damit ich endlich zur Ruhe komme und auf meinem Weg bleibe.
So, jetzt habe ich soviel geschrieben, anscheinend doch Nachholbedarf der letzten Monate.
Ich habe schon hin und her überlegt, was wünsche ich mir jetzt eigentlich für das Neue Jahr. Eigentlich ist mir dazu gar nicht viel eingefallen.
Früher hatte ich immer zum Jahresbeginn den Wunsch, dass mein Freund endlich sein Alkoholproblem angeht, sogar zum Geburtstag habe ich mir das immer gewünscht und ihm auch gesagt.
Aber dieses Mal ist mir das so ziemlich egal.
Ich möchte eigentlich nur meine Ruhe und Zufriedenheit und natürlich auch gesund und auf meinem Weg bleiben.
In mir ist eigentlich alles ziemlich tot, keine Emotionen oder Wünsche.
Doch eines habe ich mir schon die ganze Zeit gewünscht: Ich möchte gerne mal wieder so richtig heulen, aber das kann ich schon lange nicht mehr. Ein paar Tränen fließen schon mal, aber irgendwie kommt dann gleich wieder bei mir, das packst Du schon, irgendwie geht alles weiter.
Das macht mich manchmal doch ziemlich traurig.
Geht Euch das auch so ?
Alles Liebe und Gute im Neuen Jahr