Beiträge von Antilope

    Hallo Kimba,

    ich habe auch mit Entsetzen gelesen, was bei Dir schon abgelaufen ist.
    Für dieses Verhalten gibt es keine Entschuldigung und Du solltest ihn schon gar nicht entschuldigen.

    Mein Ex war auch gewalttätig. Er hat mich einmal, ziemlich am Anfang unserer Beziehung so geschlagen, so dass ich 1 Woche nicht arbeiten konnte. Damals war ich noch so naiv und habe die Schuld bei mir gesucht, weil ich ihm Vorwürfe gemacht hatte. Da war mir auch noch nicht klar, dass er ein Alkoholproblem hatte.
    Doch hatte ich mir vogenommen, dass er dass niemals mehr mit mir macht indm auch kein anderer Mann.
    Er hat es auch nie mehr danach getan. Trotzdem hatte ich seitdem immer Angst vor ihm. Und genau diese Angst hat dazu geführt, dass ich mich ihm immer mehr untergeordnet habe. Und er wollte es auch so.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Du ebenfalls Angst vor Deinem Freund hast. Leider verdrängt man das so gerne und entschuldigt alles. Wir lieben ja unseren Partner.

    Mein jetztiger Freund ist zwar auch Alkoholiker, aber er hat mir in den 18 Jahren unserer Beziehung niemals etwas getan oder auch nur den Versuch gestartet. Aber auch seine Alkoholkrankheit hat ihn sehr verändert und es gab in letzter Zeit öfters verbale Angriffe von seiner Seite.

    Wenn er auch sonst nüchtern der liebste und netteste Mann ist, den man sich vorstellen kann, habe ich immer vor Augen, dass das nicht so bleiben muss.
    Auch aus diesem Grunde bin ich dafür, dass er sich eine andere Wohnung sucht.

    Lasse Dich nicht erniedrigen, denn das und nichts anderes ist es, was er tut. Auch mit seinen verbalen Angriffen und Beschuldigungen.

    Ich sehe das auch so wie Malinca.

    Mein Freund ist seit gestern auf Wohnungssuche. Gestern mittag kam er wieder zurück und meinte, es hätte leider noch nicht geklappt, aber er hätte dann abends noch andere Termine.

    So gegen 21:30 Uhr kam er dann nach Hause, mal wieder stark angetrunken, aber natürlich hatte er wie immer nichts getrunken.
    Ich habe ihm gleich gesagt, dass er nicht auf der Couch schlafen kann und er soll verschwinden und mir meine Ruhe lassen. Auf einmal wollte er anfangen und mit mir reden; die ganze Zeit kam kein Ton. Zwischen uns war totale Funkstille, auch von meiner Seite.

    Er hat sich dann in sein Zimmer verzogen und meinte er würde sich auf den Fußboden legen, ob er eine Decke haben könne.
    Ich war froh, als er dann im Zimmer verschwunden war, denn immer noch habe ich immer ein ungutes Gefühl, wenn er betrunken ist. Die alten Erinnerungen an meinen Ex kommen da doch immer wieder hoch und die Zeit, wo ich nächtelang nicht schlafen konnte vor Angst, dass er nach Hause kommt und randaliert.

    Er kam dann nur noch einmal heraus und meinte lallend, ich würde alles kaputt machen, warum ich ihm denn nicht die Chance für die ambulante Therapie geben wolle. Ich habe ihm dann nur gesagt, dass er das gerne tun könne, aber er sich bitte weiter um eine Wohnung bemühen solle und das möglichst schnell. Eine bösartige Bemerkung konnte ich mir dann doch nicht verkneifen und sagte ihm, dass er am besten gleich wieder in die Klinik gehen solle, da gehöre er auch hin.

    Das könnte Dir so passen, meinte er dann, dann bist Du mich endlich los, Du willst mich ja schon lange nicht mehr usw. usw. Außerdem würde er ja dann seinen neuen Job verlieren. Ich habe dann nur genickt und gesagt, genau so ist. So wie Du jetzt bist, will ich wirklich nicht mehr. Gut dass Du das endlich begriffen hast. Und Deinen Job verlierst Du so oder so, wenn das so weitergeht.

    Das wars dann, er ab in sein Zimmer und hat sich dann auch nicht mehr gerührt.

    Ich habe dann in mich reingehorcht und gemerkt, dass ich mich richtig gut fühle. Er hatte wieder versucht, die Co-Knöpfe zu drücken, aber als ihn da wieder schwankend stehen sah, wurde mir immer mehr klar, dass ich so ein Leben mit ihm nie mehr möchte.

    Gestern mittag, als er noch nüchtern war und so verloren vor mir stand, hatte ich mal einen Aussetzer und Mitleid mit ihm. Irgendwie hoffte ich doch, dass er etwas zu mir sagen würde, nur einen Satz oder ein Wort. Ich hatte sicher auch darauf gehofft, dass er sagt, er wolle etwas für sich tun, auch wenn er auszieht. Aber es kam nichts.
    Wahrscheinlich war es auch besser so.

    Heute morgen war ich schon recht früh wach, habe noch einmal über alles nachgedacht. Dabei wurde ich auch ziemlich sentimal und traurig, dass alles so kommen musste. Es flossen ein paar Tränchen (leider nicht genug, um die notwendige Erleichterung zu spüren), dann war es auch wieder vorbei.

    Jetzt hoffe ich, dass er bald eine Wohnung findet und auszieht.
    Denn solche Auftritte wie gestern abend brauche ich wirklich nicht mehr.
    Ich weiß jetzt ganz sicher, dass ich auf dem richtig Weg bin, denn er kann sich nur selbst helfen, wenn er es auch wirklich will.

    Auch ist mir erst richtig bewußt geworden, wie tief er inzwischen im Alkoholsumpf steckt. Warum habe ich das früher noch nicht bemerkt ?

    Hallo Gotti,

    ich weiß ja, dass Du Recht hast. Alles nur Lügen.

    Aber ich war eigentlich nur ehrlich und habe gesagt, was ich tue.
    Du sprichst schon aus Deiner Erfahrung, Dobby ist erst am Anfang, er muss seine Erfahrungen noch machen.

    Dobby glaube mir, je mehr Du hier liest, desto klarer wird auch Dein eigener Weg für Dich werden. Und Du wirst Dich dann auch befreiter fühlen.

    Gotti Dein Weg war auch sehr steinig, aber Du hast ihn toll gemeistert.
    Für Dich hat sich der Spruch "In Liebe fallen lassen" wirklich ausgezahlt. Aber auch nur, weil Dein Mann die Trockenheit für sich wirklich wollte.

    Aber mal ehrlich, hast Du nicht oft seinen Lügen geglaubt und auf Besserung gehofft? Das tun wir doch alle.

    Das Thema beschäftigt mich auch schon eine Weile: Ab wann ist ein Alkoholiker wirklich ehrlich? Wann kann ich als Angehöriger wieder Vertrauen aufbauen ? Auch wenn er eine Therapie macht. Darüber werde ich noch lange nachdenken müssen.

    Hallo Dobby,

    ich denke, es ist die Ungewißheit, die Dich so unsicher macht.
    Ich bin auch so ein Typ. Egal, was auch passiert, ich will immer wissen, was wirklich los ist, sprich die Wahrheit. Damit kann ich dann besser umgehen und auch Entscheidungen akzeptieren und treffen.

    Nur sehe ich wenig Chancen, dass Du die Wahrheit erfährst. Alkoholiker lügen, auch wenn sie 1000mal versprechen, es nicht mehr zu tun.

    Vermutlich weiß Deine Freundin selbst nicht, was sie will und deshalb braucht sie Dich im Hintergrund. Weil Sie Deine Schwächen ja inzwischen auch kennt.

    Ich denke, Du musst selbst herausfinden, wie weit Du gehst, ob Du wieder Kontakt zulässt oder nicht, sonst findest Du keine Ruhe.
    Aber sei vorsichtig, dass Du nicht noch tiefer in dieser Beziehung fällst.
    Denke an Dich und bleibe bei Dir.

    Ich würde jetzt erst einmal gar nichts mehr tun, da sie offensichtlich noch voll in ihrer Sucht ist und Borderline spielt da noch eine große Rolle.
    Lass Dir Zeit, auch wenn es weh tut.

    Ganz ehrlich, ich würde die Emails und SMS auch nicht löschen, weil ich ja wissen will, was los ist. So bin ich dann leider auch mal. Aber man muss auch zwischen den Zeilen lesen können.

    Alles Gute

    Hallo Pummelfee,

    er weiß auch um seine Wirkung auf Dich und kann sie sehr gut für sich nutzen. Das darfst Du nie vergessen ! Immer bei Dir bleiben, so schwer es auch fällt, sonst fällst Du u.U. sehr tief.

    Ich spreche aus Erfahrung mit meinem Ex, bei meinen jetzigen Freund habe ich diese Nähe so nicht mehr zugelassen oder besser gesagt zulassen können. Aber heute bin ich froh darüber, das macht mir vieles leichter.
    Deshalb liebe ich ihn aber trotzdem sehr, nur eben mit mehr Verstand.
    Das Loslassen ist trotzdem oder gerade deshalb auch nicht einfacher.

    Halo Klarerkof,

    interessanter Beitrag und tolle Selbsterkenntnis. Das Aufarbeiten hat sich bei Dir auf jeden Fall gelohnt.
    Mein Glückwunsch zur über 5jährigen Trockenheit.

    Hoffentlich lesen es viele der XYs hier im Forum und denken ernsthaft darüber nach.

    Hallo,

    nur Mut, irgendwann geht das von ganz alleine.

    Angefangen hat es nach meiner ersten Trennung von meinem langjährigen Alki.
    Da stand ich plötzlich ganz alleine da ohne Freunde und musste einfach weg. Die ganzen Bekannten waren meist aus der SHG und da war er immer noch aktiv und sehr beliebt als Suchthelfer und ich inzwischen ausgetreten.

    Also bin ich ganz alleine mit dem Zug nach Spanien in Urlaub gefahren.
    Das erste Mal in meinem Leben, ich alleine in Urlaub. Eine Riesenherausforderung für mich.

    Und es war ein toller Urlaub, ein toller Erfolg für mich auf dem Weg zur Selbständigkeit. Diese positive Erfahrung begleitet mich auch heute noch und dafür bin ich sehr dankbar.

    Ich bin sicher, Du schaffst das auch. Du musst es nur wollen.

    Viel Erfolg

    Hallo chinablue,

    finde ich toll, wie Deine Mutter Ihr Leben gestaltet und meistert.
    Da gibt es bei mir noch viel zu tun.

    Einerseits bin ich mit meinem Job so ausgelastet, dass ich schon dadurch kaum Gelegenheit hatte, andere Dinge zu tun. Andererseits bin ich auch ein kleine Faulenzerin, entspanne gerne abends auf der Couch und genieße die Ruhe nach einem anstrengenden Arbeitstag. 1 x pro Woche gehe ich in die Gymnastikgruppe (aber auch nicht jede Woche, weil ich öfters länger arbeiten muss). Dort habe ich aber keine privaten Kontakte.

    Ich habe keine Probleme, auf Leute zuzugehen, Kontakte zu knüpfen. Aber da hört es auch schon auf bei mir. Ich wäge sehr stark ab, mit wem ich mich näher beschäftigen kann und will. Und so geht es mir auch mit allen Freunden und Bekannten. Außerdem möche ich nie jemanden zur Last fallen. Die meisten Bekannten sind erst einmal viel jünger als ich, alles Paare und immer sehr mit sich selbst und ihrem eigenen Leben beschäftigt. Treffen finden meist nur an Geburtstagen und zu besonderen Anlässen statt.

    So habe ich es dieses Jahr noch nicht einmal geschafft, meine Freundinnen zu meiner Nachgeburtstagsfeier einzuladen. Jede war irgendwie schon mit anderen Aktivitäten belegt. So habe ich das ganze erst einmal aufs Frühjahr verschoben. Vielleicht klappt es ja dann auch besser, vor allen Dingen bei schönem Wetter.

    Ich war eben die meiste Zeit immer mit meinem Freund zusammen. Wir waren viel zuhause, haben zusammen gekocht und auch Spiele gemacht, Musik gehört und ferngesehen.

    Eigentlich war das immer sehr schön und ich habe nichts dabei vermisst. Inzwischen weiß ich, dass das auch ein Fehler von mir war. Ich habe mich total als Co verhalten und akzeptiert, dass er immer irgendwelche Ausreden hatte. Oft gab es auch Streit und er ging dann nur widerwillig mit. Ganz schlimm war es, wenn ich von ihm verlangte, dass er fahren soll, denn dann konnte er ja nichts trinken bzw. nur wenig. Das führte dann meistens dazu, dass wir nie so lange blieben. Hat mir verständlicherweise dann auch nicht viel Spaß gemacht.

    Also muss ich im neuen Jahr mal schauen, dass sich da wieder etwas mehr bewegt.

    allo Nici,

    ich habe so viele Deiner Postings hier gelesen und auch ganz intensiv gespürt, wie Du fühlst. Das kommt alles so zu mir herüber. Deine verletzten Gefühle und zerschlagenen Hoffnungen; danke Dir für Deine Offenheit.

    Ich merke natürlich, wie schwer es ist, loszulassen. Aber ich merke auch, dass meine Gedanken sich jetzt mehr mit mir selbst beschäftigen.
    Gestern abend z.B. sah ich die Bilder von uns beiden, die meist aus dem Urlaub stammen, das erste Mal mit ganz anderen Augen. Ich sah, dass mein Freund auf jedem Bild immer diese verquollenen Augen hat.
    Warum ist mir das früher nicht so aufgefallen ?
    Dann gingen die Erinnerungen zurück, teilweise 5 und mehr Jahre. Und mir fiel plötzlich ein, wie schlecht ich mich an diesem oder jenen Abend gefühlt hatte. Weil es meist doch gerade im Urlaub bei uns eskalierte. Wo es eigentlich im schönsten sein sollte, Erholung vom Alltagsstress, alles vergessen und einfach nur genießen. Das gab es bei uns eigentlich nie. Der Teufel Alkohol stand immer daneben.

    Sicher bin ich nach dem Urlaub immer explodiert, es gab Vorwürfe, Riesenkrach, langsam wieder Versöhnung, Annährerung.
    Er verstand es immer super, mich zu manipulieren. Weil er auch zuhause sehr lange Pausen einlegen konnte. Er geht nie in irgendeine Kneipe, treibt sich irgendwo herum.
    Nein ich konnte doch zufrieden sein. Er hat alles gemacht, sich auch um den Haushalt gekümmert, mich mehrmals am Tag angerufen.
    Und ich habe immer wieder das Deckmäntelchen über alles gelegt und gedacht, er kriegt das doch noch auf die Reihe.

    Trotzdem war ich immer misstrauisch, habe versucht, eigene Wege zu gehen, mich nicht ganz von ihm vereinnahmen zu lassen.
    Das war nie ein Problem, ich konnte immer schon meine eigene freie Entscheidung treffen. Auch wenn ich in den letzten Jahren öfters mal alleine oder mit meiner Nichte in Kurzurlaub gefahren bin, das war kein Thema.
    Und heute frage ich mich, warum hat er das alles so zugelassen ? Damit er in Ruhe trinken kann? Und ich habe es auch zugelassen, die ganzen letzten Jahre, bis ich merkte, als er arbeitslos war, er verändert sich.

    Trotz allem sehe ich ihn jetzt, sehe auch, wie er leidet, er sieht sehr schlecht aus. Aber mir geht es eigentlich ganz gut. Vielleicht auch deshalb, weil es ihm schlecht geht, weil ich das eigentlich möchte. Ein Teil meiner Abrechnung mit ihm.

    Als wir zusammen gefrühstückt hatten, ein stummes Frühstück. Er hat nur vorsichtig gefragt, ob er auch etwas essen könne und sich bedankt. Ansonsten hat er nur starr vor sich hingeblickt und ich, ja ich hatte gute und schöne Gedanken. Habe mir überlegt, ob ich heute nachmittag meine Familie besuche. Meine Nichte hat sich auch vor kurzem von Ihrem langjährigen Freund getrennt und hat seit ca. 14 Tagen eine neue Liebe. Den würde ich auch gerne mal kennenlern.
    Ich freue mich schon, sie alle wiederzusehen, vielleicht können wir auch ein wenig zusammen spazieren gehen oder Kaffee trinken.
    Eigentlich war er gar nicht am Tisch, es hat mich nicht wirklich interessiert.

    Ich denke, das ist eine gute Vorbereitung für das jetzt folgende Alleinsein.
    Wieder einmal, ich kenne das ja schon, habe jahrelang alleine gelebt, aber immer einen rieisigen Bekanntenkreis gehabt. Das ist jetzt leider nicht mehr so. Eine Folge seiner Krankheit, ich habe mich leider sehr zurückgehalten mit Bekanntschaften und schon gar nicht bei uns zuhause. Weil ich mich auch geschämt und geärgert habe, wenn er im Freundeskreis zuviel trinkt und nur dummes Zeug labert.
    Und als ich damals so richtig wohl gefühlt und mich mit meinem Single-Leben arrangiert hatte, ja dann kam er in mein Leben.

    Und nun bin ich wieder auf diesem Wege, um viele Schicksalsschläge reicher, fast 20 Jahre älter und hoffentlich auch weiser ???.
    Auch eine Ironie, dass es so ziemlich zu Beginn des neuen Jahres ist.
    Könnte auch ein gutes Zeichen sein, alles zu meistern, denke ich.
    Neues Jahr, neue Vorsätze, neue Entscheidungen. Ich hoffe, es kann nur besser werden, auch für Dich.

    Ja Joanne, es wird bestimmt nicht einfach. Aber vielleicht kannst Du ihn ja unterstützen.
    Mein Freund braucht keine anderen Menschen, um zu trinken. Er macht das meistens alleine. Oder er geht mal kurz in die Kneipe, bleibt aber meistens nie lange. Hauptsche er hat erst einmal seinen Pegel Dann geht es ihm offensichtlich wieder gut und er braucht auch nicht viel zu trinken.
    Trotzdem habe ich es immer sofort gemerkt, wenn er etwas getrunken hatte. Alles an ihm ist plötzlich verändert, die Augen, sein Gang, das Sprechen, einfach alles.

    Aber Du bist nicht daran schuld wenn er trinkt, auch nicht an Weihnachten wäre es Deine Schuld gewesen, wenn Dein Mann wieder getrunken hätte.
    Ich neige leider auch dazu, immer erst einmal die Schuld bei mir zu suchen. Das ist nicht nur so bei meinem Freund, auch in der Firma geht mir das oft so. Aber inzwischen habe ich gelernt, mich zu wehren und nicht immer alles auf mich zu beziehen.

    Tja, am meisten hat mich dabei mein Freund unterstützt. Was für eine Ironie, denn bei ihm geht es mir ja auch so. Auch wieder so Gedanken, die es mir bei längerem Überlegen schwer machen können, loszulassen in unserer Beziehung und richtig weh tun können.

    Hallo pummelfee,

    ich kann das sehr gut nachvollziehen. Schließlich habe ich Silvester das erste Mal auch alleine verbracht. Ich meine, es war sogar das erste Mal in meinem Leben. Daher vielleicht auch ein "denkwürdiger Tag" ... lach ...

    Aber bevor ich ging, habe ich mich kurz verabschiedet und wollte gleich raus aus der Wohnung, da hielt mich mein Freund noch zurück und meinte, er müsse mir noch etwas sagen, ich solle nicht einfach so gehen.
    Ja, da habe ich einen Moment noch gedacht oder bestimmt auch gehofft, er würde mich zurückhalten und mich bitten, bei ihm zu bleiben. Aber außer: "ich wünsche dir einen schönen Abend und ein gutes Neues Jahr" kam nicht mehr von ihm.
    Ich bin dann ganz schnell raus aus der Wohnung. Im Auto habe ich erst einmal tief durchgeatmet, meine Knie haben gezittert. Aber dann war alles vorbei und ich lbin osgefahren mit dem Gedanken: "Ich schaffe das auch ohne ihn, also pack es an". Inzwischen bin ich froh darüber. Wer weiß, ob mein Abend so friedfertig und entspannt verlaufen wäre, wie ich es erlebt habe. Ist eben alles Schicksal.

    Also mach Dir keine Gedanken, so schnell kann man nicht alles abschließen und den Partner aus den Gedanken streichen und gerade Silvester ist so ein Tag, wo man noch mehr als sonst zur Melancholie und auch Selbstmitleid neigt.

    Hauptsache, ihr konntet miteinander reden. Vielleicht hat das ja etwas bewirkt bei ihm. Drücke Dir jedenfalls die Daumen.

    Joanne, ich kenne diese Zweifel, ob er mich angelogen hat oder nicht.
    Aber Tatsache ist, dass dabei vieles kaputt geht in uns. Ich weiß auch, dass das ein Teil der Krankheit ist, aber müssen wir es deshalb auch so hinnehmen. Irgendwie bewundere ich Dich, dass Du so ruhig bleiben kannst. Ich flippe dann jedes Mal richtig aus, weil Lügen für mich nun mal das schlimmste sind in einer Beziehung.

    Und bei seinem letzten Rückfall hatte ich ihm ganz klar gesagt, noch einmal mich anlügen und dann muss er gehen. Denn was ich gemerkt habe und auch gesehen und gerochen habe, das lasse ich mir einfach nicht mehr absprechen. Und dass soll der Partner auch wissen, sonst hört das nie auf !
    Zurück bleiben wir mit unserem Zweifel und zum Schluß zweifeln wir ja an uns selbst. Das will ich einfach nicht mehr zulassen.

    Was mir noch aufgefallen ist. Mein Freund hat sich an Heiligabend bei meiner Familie auch völlig anders, also total ruhig verhalten. Er hatte ja auch nichts getrunken. Aber er hat trotzdem bis zum Schluss ausgehalten, auch wenn mein Bruder sein Bier getrunken hat (er hat ihn extra vorher noch gefragt, ob ihn das stört). Ich hatte ihm schon erklärt, dass es seine Wohnung sei und er trinken könne was er wolle, das muss mein Freund einfach auch akzeptieren. Mit Alkohol wäre er ganz anders gewesen, immer gut drauf, einen flotten Spruch. Deshalb mag man ihn ja auch so sehr.
    Meine Schwägerin fragte mich schon ganz ängstlich, ob es ihm nicht gut ginge, er sei so ruhig. Ich habe ihr dann erklärt, woran es liegt. Außenstehende können das meistens gar nicht verstehen.

    Ich denke, das ist auch ein Zeichen dafür, dass er ganz am Anfang der Bewältigung seiner Probleme ist. Dazu kommen dann noch bei Deinem Mann die Medikamente, damit wird er ja erst richtig ruhig gestellt.

    Deshalb warte erst einmal ab, wie es weitergeht und bleibe Dir selbst treu und auch Deiner kleinen Tochter, damit es Euch gut geht. Aber nimm Deine Zweifel ernst, Dein Gefühl sagt Dir schon, was richtig ist. Auch wenn unsere Männer tausend Entschuldigungen und Erklärungen dafür parat haben.

    Dein Mann ist erst einmal in guten Händen und alles andere wird die Zeit hoffentlich bringen und ob er wirklich aufhören will mit dem Trinken.

    Danke chinablue, das wünsche ich Dir auch.

    Letzendlich wollen wir ja doch nur ein zufriedenes und glückliches Leben mit unserem Partner. Dafür kämpfen wir und hoffen immer wieder.

    Ich wünsche Dir, dass Dein Mann mehr für sich aus seiner Entgiftung mitgenommen hat, als es bei meinem Freund der Fall ist.
    Leider ist die Zeit zwischen Entgiftung und der stationären Therapie ziemlich lang und da liegt auch wieder die Gefahr eines Rückfalles. Nur wenn er begriffen hat, dass er rechtzeitig Hilfe annehmen kann und auch muss, denke ich, kann er Fortschritte machen. Auch dies hat mein Partner bis jetzt noch nicht begriffen, oder er will es nicht. Die Tel. Nr. von der SHG in der Tasche, aber nur angerufen hat er nicht im entscheidenden Moment.

    Bei mir ist es nur so, dass ich nch 18 Jahren zu mir selbst gesagt habe, wenn er jetzt auszieht, dann will ich ihn mit Sicherheit nicht mehr zurück. Gerade durch die erholsame Zeit des Nichttrinkens ist mir ganz deutlich bewußt geworden, wie schön das Zusammenleben sein kann ohne immer den Teufel Alkohol im Hintergrund zu spüren. Aber leider hat das ja nicht lange angehalten.
    Auch mein Silvesterabend ohne ihn in völlig fremder Umgebung mit fremden Menschen hat mir das wieder bewusst gemacht. Und das ist gut so!

    Also ganz feste Daumen drücken, dass Dein Mann wenigstens trocken bleiben kann und Du wieder zu ihm findest.

    Viel Glück

    Hallo Elfi,

    Die Aussage, die Gruppe könne ihm helfen habe ich auch lange genug gehört. Anfangs habe ich das auch gedacht.
    Aber eines ist auch klar, geholfen werden kann ihm nur, wenn er es auch wirklich will. Mein Freund meint auch, Gruppe besuchen und schon geht alles von allein. Womöglich macht er die SHG noch dafür verantwortlich,k wenn es dann doch nicht funktioniert.

    Außerdem beseht auch die Gefahr, dass er sich nicht richtig öffnet, nicht die Wahrheit sagt. Das spielt sich dann so nach und ein.
    Bei meinem Freund ist das nämlich auch so, nach langjährigem Besuch seiner SHG hat er jetzt die Gruppe gewechselt, angeblich spricht er dort über seine Probleme und vor allen Dingen über die Rückfälle.

    Aber leider habe ich noch nicht merken können, dass er etwas begriffen hat, denn nach seiner Entgiftung im Oktober hat er schon mind. 3 Rückfälle gehabt. War ja alles nicht so schlimm, er geht gleich wieder zur Tagesordnung über. Ein bißchen Reue, Jammern, Selbstmitleid und die Hoffnng, dass eine Ambulante Therapie ihm hilft.

    Aber ich muss mich genau wie Du auch auf alles verlassen, was er mir sagt und inzwischen glaube ich ihm das schon kaum noch. Es gab zu oft die leeren Versprechungen, die vielen Lügen haben das Vertrauen ziemlich zerstört.

    Was den körperlichen Entzug angeht, ich denke schon, das das wichtig ist, es kommt eben darauf an. Mein Freund hat das auch gemacht, Tabletten hat er angeblich nur 1-2 Tage gebraucht. Ansonsten hatte er keine Probleme. Nur hat er dann 1 Woche nach dem Klinikaufenthalt schon wieder getrunken. Da frage ich mich wirklich, was hat ihm das gebracht ?
    Auch die Tatsache, dass dort vorwiegen Patienten waren, die schon fast zum Inventar gehörten, die kannten sich zum größten Teil alle, weil sie in regelmäßigen Abständen immer wieder kommen.

    Bei unserer letzten Auseinandersetzung nach seinem Rückfall war ich da mal ganz boshaft und habe ihm gesagt, er könne sich doch am besten dort gleich ein Dauer-Appartment reservieren lasssen und sich in deren Gesellschaft einreihen.

    Hallo Chinablue,

    bei mir ist das auch so ähnlich. Immer wieder Rückfälle nach der Entgiftung, dann die große Reue. Leider hält das nie lange an.
    Es fehlt einfach die Einsicht, dass er krank ist. Ich habe so das Gefühl, er wartet nur darauf, dass ein "Engel" kommt und ihn aus dem Dunkel ins helle Licht führt. Das wäre dann die ambulante Therapie.
    Aber ganz ehrlich, ich mache mir da nicht viel Hoffnung, weil einfach zu wenig von ihm selbst rüberkommt.

    Klar, er hat ca. 35 Jahre getrunken, immer alles gut kaschiert, seinen Job gut gemacht. Der Absturz kam dann erst richtig, als er arbeitslos wurde.
    Aber die Anzeichen waren schon jahrelang vorher nicht zu übersehen.

    Für mich ist das auch alles eine große Herausforderung, denn ich bin fast 10 Jahre älter als er und in meinem "Alter" denkt man doch etwas anders über die Zukunft der letzten Jahre im Leben.

    Ich kann sehr gut alleine leben, habe einen guten Job, verdiene auch gut, keine Kinder. Aber dann frage ich mich, soll ich so die letzten Jahre verbringen, will ich das überhaupt, immer die Angst im Nacken, dass alles wieder von vorne beginnt?

    Aber da ich so ein Leben eigentlich nciht möchte, habe ich meinem Freund auch gesagt, dass er sich eine eigene Wohnung suchen soll. Ich hoffe, ich bereue es nicht, denn irgendwann ist dann auch der Tag X da und ich muss den Tatsachen ins Auge sehen, dass ich wieder mal alleine bin.
    Wenig Freunde, große Herausforderung für mich, wieder neue Kontakte zu knüpfen. Aber ich sage mir dann immer, irgendwie geht es immer weiter. Vielleicht sogar viel besser, als ich mir das so momentan vorstellen kann.

    Was den Rückfall angeht. In den SHG wird diese Meinung wohl auch vertreten. Ein Rückfall gehört wohl zum Standard, es kommt nur darauf an, wie der Betroffene damit umgeht und ob er etwas daraus lernt. Bei meinem Freund war das wohl auch ein Schuss ins Leere, so wie Dein Mann, nimmt er das nicht wirklich ernst.

    Deshalb habe ich auch als einzige Möglich nur die Konsequenz der Trennung gesehen.

    Wie Du schon ganz richtig geschrieben hast: Es ist immer wieder dasselbe und nichts Neues.....

    Liebe Grüße und ein besseres Neues Jahr

    Hallo, hier bin ich auch mal wieder.

    Das alte Jahr ist vorbei und es beginnt 2011 mit hoffentlich für alle mit vielen positiven Erfahrungen und Erlebnissen ohne Alkohol.

    Bei mir hat es leider nicht so gut angefangen.
    Mein Freund war nach seinem Entzug in der Klinik wieder zuhause. Es gab dann mehrere Rückfälle. Ich habe hier zwar nichts darüber geschrieben, weil ich Probleme hatte, mich mitzuteilen. Aber ich habe immer und immer wieder hier gelesen und hoffe, dass ich meinen Weg auch für mich selbst finde.

    Und da haben wir schon das Problem. Ich bin es gewöhnt, immer alleine mit meinen Schwierigkeiten fertig zu werden. Solange es um andere geht, bin ich immer sofort zur Hilfe bereit. Die ganzen Jahre hatte ich auch mit kaum jemanden darüber gesprochen. Erst in letzter Zeit, habe ich meiner Familie gesagt, dass mein Freund nicht mit Alkohol umgehen kann. Auch 2 Freundinnen habe ich mich anvertraut. Eine ist selbst trockene Alkoholikerin und hatte mich schon vor vielen Jahren auf meinen Freund und seinen Umgang mit Alkohol angesprochen. Damals habe ich alles noch beschönigt.
    Ich weiß auch, das ich von speziell von meiner Familie jede Unterstützung bekomme. Das tut richtig gut. Auch mein Freund kann sich jederzeit an meine Schwägerin wenden, was er aber bisher nicht getan hat.

    Nun hat er die SHG gewechselt, hat sogar einen Job noch kurz vor Weihnachten bekommen. Eigentlich ist das doch ein Schritt nach vorne, aber der Alkohol läßt ihn trotzdem nicht los.

    Der erste Rückfall war ca. 1 Woche nach seiner Entlassung aus der Klinik, an dem Abend, als er von seiner alten SHG zurückkam. Ich habe es sofort gemerkt, als zur Türe reinkam und ihn darauf angesprochen. Er hat erst einmal wieder alles abgestritten. Meine Enttäuschung und auch Verletzung war riesengroß. Da haben auch alle Entschuldigungen nichts geholfen. Und die Beteurungen, dass er wirklich nicht mehr trinken will, aber es doch immer wieder tun muss. Warum, weiß er auch nicht.
    Er will auch die ambulante Therapie durchziehen, aber das dauert ja wohl noch Wochen, bis die Genehmigung erteilt ist.

    Am nächsten Tag hat er dann bei einer Beratungsstelle, die er durch die Klinik kannte, angerufen. Aber es war ja Wochenende und da ist nicht viel passiert. Nur der Ratschlag, bevor der Griff zum Glas erfolgt, irgendwo anzurufen. Hat er mit alles erzählt und ich dachte, das nächste Mal kriegt er vielleicht doch auf die Reihe.

    Na dannn kam der nächste Rückfall; wieder das gleiche Thealter. Dann hat er die eine Tel. Nr. bekommen, wo er immer anrufen kann, wenn es brenzlig wird. Auch eine Adresse für eine neue SHG, wo er jetzt zusätzlich noch hingeht. Denn in der alten Gruppe hat er noch nicht einmal über seine Rückfälle gesprochen.
    Angeblich hat er das dann in der neuen SHG getan.

    Dann kam der neue Job , das war ca. 1 Woche vor Weihnachten.
    Ich hatte zwar wieder neue Hoffnung geschöpft, dass er endlich den Punkt erreicht hat, und er aufhören kann zu trinken. Aber in meinem Innen habe ich immer mehr gezweifelt.
    Die ganzen Beiträge über die vielen Enttäuschungen, verlorene Zeit für den Partner und letzendlich dann doch als letzte Konsequenz die Trennung.

    Darüber habe ich auch mit ihm gesprochen und nicht nur einmal ihm gesagt, dass ich einfach nur möchte, dass er mir gegenüber endlich ehrlich ist und ich ihm nicht im Wege stehen will, wenn er weiter trinken will. Anscheinend hat das nicht viel bei ihm bewirkt. Auch der Hinweis, dass er hier im Forum lesen und ggf. auch mal schreiben kann. Er hat mir zwar gesagt, dass er öfters im Forum gelesen habe und auch mal ??? geschrieben habe. Aber ganz ehrlich, so richtig geglaubt, habe ich das auch nicht. Immer wieder diese Zweifel ?????

    Bis nach Weihnachten hatten wir dann eine wirklich schöne, spannungsfreie Zeit. Trotz allem habe ich auf Abstand gehalten, es ging gar nicht anders. Mein Vertrauen ist ziemlich zerstört und es braucht eben alles seine Zeit, um sich wieder anzunähern.
    Dabei habe ich auch gemerkt, dass ich öfters darüber nachgedacht habe, wie es wäre, wenn wir wirklich getrennt wären. Auch der Gedanke, dass es mir damit und auch ihm besser ginge, kam immer mehr und mehr.
    Andererseits auch wieder die Hoffnung, dass wir das alles gemeinsam schaffen könnten....

    Aber dann gleich nach Weihnachten kamen der nächste Rückfall, gleich 2 Tage hintereinader. Ich habe es schon am ersten Tag gemerkt, aber wollte erst einmal abwarten, ob er etwas sagt. Am zweiten Tag habe ich ihn dann einfach gefragt, nachdem er so gegen Mittag vom Einkaufen zurückkam und ich merkte, dass er getrunken hatte, wie es ihm denn jetzt so ohne Alkohol ginge. Dann kam auch prompt die Antwort, dass es ihm natürlich nicht gut ginge, alles sei doch Sch..., das Leben mache keinen Spaß so. Aber wenn es eben sein müsse, dann würde er eben nicht mehr trinken. Aber er tue doch alles und warte nur noch auf die Genehmigung zur ambulanten Therapie. Als ob damit alles besser wird.
    Ich habe mich gefragt, was hat er denn eigentlich für sich selbst getan ?
    Dann bin ich ziemlich ausgerastet und habe ihm gesagt, er könne doch tun und lassen was er will, nur soll er mich dabei heraushalten und endlich mal ehrlich zu sich selbst und auch mir sein. Dan kam wieder die alte Leider, er wisse selbst nicht, was er will. Ich habe ihmn Vorwürfe gemacht und auch gesagt, dass er sich den ganzen Zirkus (so hat es auch bezeichnet) mit den vielen Blutuntersuchungen und Zettel ausfüllen doch sparen kann, wenn er nicht wirklich mit dem Trinken aufhören will. Ich ging dann sogar sowéit und schleuderte ihm ins Gesicht, dass ich sowieso nicht mehr daran glaube, dass er jemals das Trinken aufgibt. Ich war wieder einmal so verletzt und wütend und habe ihm gesagt, er solle sich endlich eine Wohnung suchen, dann könne er machen was er will. Bevor alles noch mehr eskalierte, bin ich dann auch ziemlich schnell verschwunden und habe mich erst einmal beim Einkaufen abgelenkt.

    Natürlich hat er noch keine Wohnung gefunden. Nach seinen Worten sind die alle so teuer und so schnell ginge das eben nicht. Er hat mich dann gefragt, ob er auf der Couch schlafen könne. O.k. dem habe ich zugestimmt, ihn aber gebeten, mir tagsüber möglichst aus dem Weg zu gehen. Ich bin froh, dass er gleich nächste Woche wieder arbeitet, ich habe dann noch die ganze Woche Urlaub. So ist er dann meistens den ganzen Tag unterwegs und kommt erst abends zurück. Darüber bin ich sehr froh und merke immer mehr, dass es mir damit auch ganz gut geht. Seitdem ist bei uns ziemliche Funkstille, vor allen Dingen von meiner Seite. Ich habe einfach keine Lust mehr auf diese Spielchen.

    Silvester wollten wir eigentlich zuhause und zu zweit verbringen. Irgendwo hingehen, wollte er nicht. Das habe ich auch voll verstanden, weil er ja angeblich nicht mehr trinken will. Aber auch nur angeblich, wie sich ja herausgestellt hat.

    Da ich eigentlich immer schon sehr selbständig bin, oder besser gesagt, geworden bin durch die Beziehung mit 2 Alkis, habe ich mir dann überlegt, dass ich Silvester auf keinen Fall mit ihm verbringen will. Ich wußte ja nicht, ob er nicht doch zuhause ist.
    So habe ich mich entschlossen, in eine Therme beik uns in der Nähe zu fahren. Habe ich im Internet gefunden. Dort wurde ein richtiges Silvesterprogramm angeboten bis nachts um 2:00 Uhr. Das gefiel mir sehr gut. Dann habe ich mir gleich im Internet noch ein Hotel ganz in der Nähe ausgesucht.

    Es war ein schöner Abend, ich habe auch nette Leute beim Essen kennengelernt. Ein etwas ungewöhnliche Silvesterfeier, aber es hat mir viel Spaß bereitet.
    Aber 21:00 Uhr gab es ein Harfenkonzert mit einer Sängerin, so richtig zum Entspannen.
    Da es in der Therme ziemlich war war (mir eigentlich viel zu warm) konnte ich so richtig schön bei der Musik relaxen.
    Der Höhepunkt war dann das Feuerwerk. Es gibt da einen Außenbereich mit heißer Quelle. Dort erlebte ich das tolle Feuerwerk im heißen Wasser und der der tollen Nachtluft. Es war einfach traumhaft ......

    Nun bin ich wieder zuhause. Mein Freund war auch da und es sah so aus, als wäre er völlig nüchtern.
    Sofrt kam mir der Gedanke: Er kann das vielleicht besser ohne mich hinbekommen. Aber warum sagt er es mir dann nicht ?
    Er hat mir gleich ein gutes neues Jahr gewünscht, ich habe nur kurz geantwortet und gehofft, dass er bald wieder verschwindet. Nun ist er zum Sport. Er meinte, er wäre nicht lange weg.
    Toll, was mache ich dann, wenn er wiederkommt. Im Moment wünsche ich mir so, dass er weit weg ist von mir, damit ich endlich zur Ruhe komme und auf meinem Weg bleibe.

    So, jetzt habe ich soviel geschrieben, anscheinend doch Nachholbedarf der letzten Monate.

    Ich habe schon hin und her überlegt, was wünsche ich mir jetzt eigentlich für das Neue Jahr. Eigentlich ist mir dazu gar nicht viel eingefallen.
    Früher hatte ich immer zum Jahresbeginn den Wunsch, dass mein Freund endlich sein Alkoholproblem angeht, sogar zum Geburtstag habe ich mir das immer gewünscht und ihm auch gesagt.
    Aber dieses Mal ist mir das so ziemlich egal.
    Ich möchte eigentlich nur meine Ruhe und Zufriedenheit und natürlich auch gesund und auf meinem Weg bleiben.

    In mir ist eigentlich alles ziemlich tot, keine Emotionen oder Wünsche.
    Doch eines habe ich mir schon die ganze Zeit gewünscht: Ich möchte gerne mal wieder so richtig heulen, aber das kann ich schon lange nicht mehr. Ein paar Tränen fließen schon mal, aber irgendwie kommt dann gleich wieder bei mir, das packst Du schon, irgendwie geht alles weiter.

    Das macht mich manchmal doch ziemlich traurig.
    Geht Euch das auch so ?

    Alles Liebe und Gute im Neuen Jahr

    Hallo,

    ich für meinen Teil finde es ganz o.k. und vor allen Dingen hilfreich, wenn alle Seiten dargestellt werden.
    Menschen sind nun mal unterschiedlich und jeder hat eine andere Art mit seinen Problemen und auch seiner Krankheit umzugehen. Das trifft auch auf die Angehörigen zu.

    Hier im Forum zu lesen, ist für mich manchmal spannender und ergreifender, als in einem Roman (manchmals auch leider ..).

    Wie kann ich aus meiner Zerrissenheit herausfinden, wenn ich nicht den richtigen Weg finden kann oder erst einmal gar nicht sehe.

    Harte Worte sind gut, Drücker sind gut, aber jeder muss für sich selbst eintscheiden, welchen Weg er letztendlich gehen will.

    Daher bedanke ich mich sowohl bei Hartmut und auch Matthias.

    @ Nici, warum machst Du Dir soviel Gedanken darum, wie die eine oder andere Aussage auf uns wirkt? Ich denke, auch das muss jeder für sich selbst herausfinden.
    Ich bin dankbar für jede Aussage und Darstellung, auch wenn sie mir nicht immer gefällt.
    Deine Postings übrigens finde ich immer sehr hilfreich, aussagekräftig und auch weitblickend.

    Bleibe bitte weiter bei Dir, was ich mir auch von mir jeden Tag wünsche.

    Liebe Grüße

    Hallo Joanne,

    schade, dass der Tag gestern so verlaufen ist. Aber leider braucht das alles wieder seine Zeit. Dein Mann muss sich auch wieder neu orientieren.
    Vermutlich ist er momentan sehr mit sich selbst beschäftigt. Trotzdem sehe ich in seinem Verhalten, dass er sich bemüht, etwas zu verändern. Er zieht sich nicht ganz in sein Schneckenhaus zurück sondern sucht doch Kontakte. Das sieht man daran, dass er mit zu Deiner Familie gehen will.

    Noch eine Frage, die mich beschäftigt: Warum wolltest Du den Besuch bei Deinen Eltern absagen? Weil Du meinst, er will nicht mitgehen, oder hattest Du selbst ein unbehagliches Gefühl, weil nichts von ihm kommt?
    Ich denke, Dein Mann muss merken, dass Du Deinen Weg auch ohne ihn gehen kannst.
    Wieder eine Co-Falle ?

    Mein Freund rief mich an, als er sein freies Wochenende hatte und sagte mir auch gleich, dass er nicht nach Hause kommen möchte. Darüber war ich auch gar nicht böse, eher erleichtert, weil ich gar nicht so Recht wusste, wie soll ich mich da in dieser kurzen Zeit verhalten.

    Es war eh so ein komisches Gefühl, als er dann nach ca. 14 Tagen wieder da war. Alles war so fremd an ihm, oder war es auch meine eigene Unsicherheit. Er hat geredet und geredet, seine ganzen Erfahrungen der letzten Tage sprudelten nur so heraus. Ich war dann meist die stumme Zuhörerin. Das war aber auch ganz gut. So konnte ich mir eher vorstellen, was so in ihm vorgeht. Wobei ich immer im Hinterkopf den Gedanken hatte und auch jetzt noch habe, hoffentlich stimmt das alles so, wie er es mir erzählt. Aber gerade über diese Gedanken bin ich sehr froh. Ich habe nämlich keine Lust immer und immer wieder in die Co-Fallen zu tappen. Das habe ich ja jahrelang so gemacht.

    Aber jeder verhält sich ja auch anders. Vielleicht muss Dein Mann alles mit sich selbst abmachen und kann sich nicht so mitteilen.

    Wie ich schon geschrieben habe, finde ich es ganz wichtig, auch für uns, dass er eine SHG besucht, wo er über alles reden kann und daran anschließend eine gezielte Therapie.
    Bei meinem Freund wurde ihm von der Beraterin des Caritas erst einmal die ambulante Therapie vorgeschlagen, was aber nicht heißt, dass er doch noch auf eine LZT umsteigen kann.

    Ich weiß jetzt nicht so genau, wie es bei Deinem Mann ist, aber mein Freund braucht unbedingt einen Therapeuten, der ihn erkennt, der ihm sagt, was Sache ist und seine Spielchen und Lügen nicht mitmacht.
    Bei mir versucht er es ja auch immer wieder. Aber er kann mir da nichts mehr vormachen, ich merke sofort an seinem Verhalten, wenn er etwas getrunken hat. Da brauche ich nicht einmal näher an ihn heranzugehen, um das zu riechen. Trotzdem streitet er erst einmal alles wieder ab, die alten Verhaltensweisen sind immer present. Aber dieses ewige Hin und Her ist schon sehr zermürbend und wir hatten deshalb in der letzten Zeit sehr große Auseinandersetzungen, weil ich dann immer meiner Wut freuen Lauf gelassen habe. Darum geht es mir aber mehr um mich und das Gefühl, wieder mal belogen worden zu sein. Das will ich so nicht mehr haben. Und gleich denke ich wieder, es ist doch besser, wir gehen getrennte Wege.
    Er bedankt sich dann zwar immer bei mir, dass ich soviel Geduld habe und entschuldigt sich, aber irgendwann muss das auch einmal aufhören. Ob er jetzt auf dem richtigen Wege ist, ich weiß es wirklich nicht.

    Aber andererseits habe ich für mich beschlossen, dass ich ihn unterstütze, solange ich das Gefühl habe, es könnte sich etwas ändern. Und vor allen Dingen, er muss es auch wirklich wollen. Wieder mal typischens Co-Verhalten, ich weiß, aber eigentlich habe ich nicht viel zu verlieren. Mir geht es gut, ich kann immer schon tun und lassen, was ich will. Alleine in Urlaub fahren, mit Freundinnen ausgehen, kein Thema. Ich habe meinen Job, verdiene gut und kann auch gut alleine leben.
    Aber ich bin mir auch sicher, dass ich riesige Probleme hätte, wenn wir uns trennen und er dann gar nicht mehr auf die Beine kommt. Das wäre eigentlich das Schlimmste für mich.
    Ist eigentlich auch zu verstehen, denn er hat mir nie etwas Böses getan, bis auf die verbalen Angriffe, die sich gerade im letzten Jahr sehr sehr verstärkt haben.

    Liebe Joanne, es ist gut, wenn man nicht alleine mit seinen Sorgen und Ängsten ist. Das hat mir soviel geholfen, auch Deine Beiträge zu lesen. Wie vieles sich doch gleicht. Und manches ist auch wieder ganz anders. Aber im Grunde genommen, ist die Problematik immer die gleiche. Das dürfen wir einfach nie vergessen.

    Wie Desperate schon ganz richig geschrieben hat: Immer unseren Weg weiter gehen, ohne zu straucheln. Das müssen wir uns zum Ziel setzen, auch wenn es manchmal ganz schön schwierig ist.

    Ich wünsche Dir und Deine Familie noch ein zufriedenes und entspanntes Weihnachtsfest.

    Hallo Joanne,

    wie sich doch alles gleicht ! Das gleiche Verhalten, die gleichen Antworten kenne ich von meinem Freund.

    Nur leider hat er kurz nach der Entgiftung wieder getrunken, und das nicht nur einmal. In der Klinik hat er nichts getrunken. Geht ja auch nicht, weil man ständig kontrolliert wird. Wir hatten deshalb große Diskussionen, er hat immer wieder beteuert, dass er nicht trinken will.

    Die ambulante Therapie hat er gleich nach der Entgiftung im Oktober eingeleitet; dauert leider sooo lange, bis die endgültige Genehmigung erteilt wird.
    Die SHG hat er diese Woche auch gewechselt; in der alten Gruppe sprach er noch nicht einmal über seinen Rückfall. In der neuen SHG hat er aber alles erzählt. Außerdem hat er auch endlich einen Job gefunden.
    Also alles gute Voraussetzungen.

    Seit ca. ca. 2 Wochen trinkt er nichts mehr. Seitdem können wir endlich wieder entspannt miteinander umgehen, lachen, uns an gemeinsamen Dingen freuen.
    Je länger dieses Wohlgefühl andauert, desto mehr wird mir klar, dass ich es auch anders nicht mehr will und nicht mehr ertragen kann, wenn er wieder trinkt.

    Das ist ganz wichtig für mich: dass ich immer meinen Weg weiterverfolge, nicht mittendrin steckenbleibe, weil er mich wieder "eingelullt" hat.

    Ich denke, Dir geht es inzwischen genauso. Die Tage ohne Deinen Mann waren für Dich und auch für Deine kleine Tochter eine richtige Erholung.
    Daran müssen wir eben immer denken, wie schön das Leben sein kann, auch ohne XY. Oder mit XY, aber ohne Alkohol.

    Joanne, Du hast in den letzten Monaten so viel erreicht und so wie ich und viele anderes Frauen erkannt, was wir für uns tun können und auch müssen, damit es uns gut geht. Bei mir ist das alles einfacher (oder auch nicht, ich kann es gar nicht so genau sagen), ich habe keine Kinder, bin nur für mich verantwortlich. Aber 18 Jahre Zusammenleben wirft man trotzdem nicht so ohne weiteres weg und die Hoffnung stirbt immer zuletzt ....

    Ja, deshalb wünsche ich Dir und Deiner Tochter ein schönes und entspanntes Weihnachtsfest und ich denke, Dir geht es so wie mir:
    unser größter Wunsch ist doch, dass unsere Männer sich endlich von der Droge Alkohol befreien können.

    Und wenn nicht, wir schaffen das auch so ! Irgendwie geht es immer weiter im Leben.

    Alles Liebe und Gute