Beiträge von Antilope

    Hallo Wichtel,

    wenn Du schon einmal ähnliche Erfahrung hattest, dann sollte es eigentlich leichter für Dich sein, den Absprung zu schaffen.

    Lasse es nie mehr zu, dass er solche Macht über Dich bekommt:

    Ganz ehrlich, was erwartest Du von einem solchen Mann:

    Zitat


    Auf meinen Wunsch hatte mein Schwager ihn im Januar angerufen. Locker und leicht hat er ihn gefragt ob er sich nicht einmal bei mir melden wollte, aus Schwagersicht etwas resignierte Antwort: die meldet sich ja auch nicht bei mir.

    Du darfst es keinesfalls mehr zulassen, dass er solche Macht über Dich bekommt:

    Zitat


    Auf dem Küchenboden habe ich gekniet, gebettelt und geweint, dass er mich zurücknimmt. Seine Antwort war damals "ich liebe die zwar etwas weniger, aber wir können es ja noch einmal versuchen". Ich habe mich so sehr erniedrigt, bin gedemütigt und psychisch geschlagen worden. Aber ich habe es für mich als die einzig richtige Lösung gesehen und ihm dabei so viel Macht über mich gegeben, dass es aus heutiger Sicht unverantwortlich war.

    Liebe Wichtel, ich denke alleine schaffst Du es nicht, Dich von diesem Mann frei zu machen. Eine gute SHG würde ich Dir auf jeden Fall empfehlen.

    Und noch etwas, ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich bei Dir meldet.
    Er ist es ja gewohnt, dass Du "gekrochen" kommst.

    Du hast es inzwischen 5 Monate ohne ihn ausgehalten, tolle Leistung. Ich bin sicher, es geht noch länger. Dazu wünsche ich Dir viel Kraft.

    Hallo Wichtel,

    immer wieder diese Parallelen. Bei meinem Ex ging es mir ebenso.
    Die Trennung war vollzogen, aber ich konnte nicht von ihm lassen. Es musste alles ausgereizt werden. Also habe ich mich wieder auf ihn eingelassen, obwohl er inzwischen mit einer anderen verheiratet war, obwohl ich gegangen bin.
    Meine Gedanken drehten sich nur noch um ihn. Es ging mir genauso wie Dir, ich war nicht mehr in der Lage, etwas vernünftiges zu tun.

    Ich sage heute nicht, was bist Du doch so blöd gewesen. Nein, ich denke, das war ein Teil meiner Erfahrung. Denn da habe ich erst gemerkt, dass ich nur ein Spielball für ihn war. Er hat seine neue Frau mit mir betrogen, vorher war es umgekehrt. Was für ein gemeines Spiel er mit uns beiden getrieben hat.

    Freunde sprachen mich an, weil sie sein Auto oft vor der Tür gesehen hatten.
    Wir hätten noch etwas zu klären, das war dann meine Standard-Ausrede.
    Ob die mir das wirklich geglaubt haben ?
    Dann bin ich mit Bekannten in Winterurlaub gefahren, um mir über meine Gefühle klar zu werden. Da war ich schon über 3 Monate seine "Geliebte".
    Ich habe ihm sogar unseren Sportwagen, der auf meinen Namen lief, überlassen, noch einige Möbel aus der Wohnung. Da sage ich heute, das war dumm von mir. Er hat mich nur benutzt.

    Die Wandlung vollzog sich schon im Urlaub. Als es dann wieder nach Hause ging, hatte ich richtige Angst. Angst, dass er wieder auftaucht, ich nicht nein sagen kann. So habe ich noch ein paar Tage bei einer Freundin geschlafen, ihr aber auch nicht die Wahrheit gesagt, weil ich mich so vor mir selbst geschämt habe.

    Aber irgendwann kam der Tag der Wahrheit. Er klingelte an der Tür und ich machte nciht mehr auf. Ich weiß nicht warum, aber es war einfach vorbei, vorbei und ich fühlte mich elend aber trotzdem frei.
    Aber nicht um alles in der Welt hätte ich mich noch einmal auf ihn eingelassen.

    Er hat dann noch lange versucht, an mich heranzukommen, aber ich wollte nicht mehr. Seine verletzte Eitelkeit ließ das nicht zu, es gab Beleidigungen, Beschuldigungen nächtliche Ruhestörungen.
    Aber ich bin hart geblieben und irgendwann hörten seine Versuche auf. Und irgendwann tat es mir auch überhaupt nicht mehr weh.

    Liebe Wichtel, wenn ich heute so darüber nachdenke, war ich eigentlich die treibende Kraft, die ihn mehr oder weniger verführt hatte. Ich war damals ebenso wie Du völlig konfus, meine Gefühlswelt total durcheinander. Ich konnte nicht anders.

    Vielleicht musst Du auch noch ähnliche Erfahrungen machen, um Dich endgültig lösen zu können.
    Es ist trotzdem ein sehr gefährliches Spiel. Ich bin damals als Sieger daraus hervorgegangen.

    Liebe Grüße und ich wünsche Dir, dass Du für Dich den richtigen Weg findest. Aber erniedrige Dich nicht zu sehr vor ihm.

    Liebe Hanna,

    Zitat


    Für mich bedeutet dies jedoch, dass ein Ende unserer BEziehung vorprogrammiert ist...so oder so..über kurz oder lang....klingt grausam...
    irgendwie abgeklärt, aber das ist nun mal eine Tatsache.

    Mir geht es ebenso. Die trügerische Hoffnung, der Teufel in mir ist immer wieder da, aber ich spüre auch, wie es unter der Oberfläche brodelt. Doch irgendwie fühle ich nicht mehr diese hoffnungslose Enttäuschung über verlorene 17 Jahre. Die Gleichgültigkeit ist nicht mehr erzwungen, sie ist einfach gekommen im Laufe der Zeit und das ist gut so!

    Du siehst, auch bei mir immer diese Widersprüche.
    Wichtig ist, dass wir uns selbst nicht aufgeben, unseren Stolz behalten.

    Der Zeitpunkt der Trennung ist vermutlich noch nicht gekommen, aber ich will mir da selbst nichts mehr vormachen. Es ist nur eine Frage der Zeit.

    Liebe Hanna, Dir wünsche ich auch viel Kraft für die nächste Zeit

    Hallo Wichtel,

    Deine Offenheit beeindruckt mich sehr. Aber Du zerfleischst Dich selbst mit den Selbstvorwürfen. Das darf, nein das muss nicht sein. Ich war auch so eine Co, bei meinem Ex. Aber es kamen zum Alkohol noch andere Dinge dazu. Und irgendwann war das dann einfach zuviel.


    Ich würde Dir eine Psychotherapie empfehlen, zusätzlich zum SHG-Forum.
    Ich habe es nie bereut, obwohl ich mir anfangs sehr schwer damit getan hatte.

    Ich denke, ein Hauptproblem liegt auch darin, dass er gegangen ist. Das ist ein solcher Schock. Der geht, hat es im Endeffekt meist etwas leichter. Weil er ja an einem Punkt war, wo er merkte, ich muss etwas tun; so kann ich das nicht mehr aushalten.
    Dann die ungeklärte Auseinandersetzung wegen dem Sohn. Das alles nagt und zehrt am Nervenkostüm.

    Ich sehe ziemliche Parallelen zu meinem Partner. Allerdings stehen bei uns keine Bierflaschen auf dem Tisch. Wenn, dann trinkt er meist heimlich. Mittlerweile ist er wieder mal sehr stark und trinkt auch, wenn ich dabei bei, bei Einladungen, aber nicht (oder noch nicht) zuhause.

    Aber sein Verhalten hat sich in den letzten 2-3 Jahren mir gegenüber geändert. Er ist zwar immer lieb, aufmerksam, macht alles. Aber es gibt dann diese "Sticheleien", wie Du sie auch beschrieben hast. Wir streiten mehr denn je wegen Kleinigkeiten. Er wird dann auch mal laut und ich sage inzwischen gar nichts mehr. Aber das Puzzle in meinem Kopf setzt sich immer mehr zusammen.
    Anfangs passte so vieles nicht, ein aufmerksamer lieber Partner? Trinkt er wirklich heimlich, bilde ich mir alles nur ein? Inzwischen bin ich mir sicher, dass das veränderte Verhalten eine Folge seines Trinkens ist.

    Liebe Wichtel, wir dürfen uns da nicht täuschen lassen.

    Alles Liebe und Gute und versuche Dein schlechtes Gewissen aus dem Kopf zu verbannen. Erst dann wird es Dir langsam wieder besser gehen !

    Liebe Honey,

    danke für Deine offenen Worte.

    Ich habe jetzt diese Herausforderung angenommen. Ob es richtig war, wird sich zeigen.

    Wenn ich in mich hineinhöre, sind da noch andere Töne, nicht nur Enttäuschung und Wut oder Hoffnungslosigkeit.
    Als wir unser Gespräch beendet hatten, er unterwegs war, um einiges zu erledigen, merkte ich, dass ich immer noch nachdenklich war. Ruhig und gelassen. Ich bin mir sicher, wenn er gesagt hätte, wir trennen uns, ich hätte ihn nicht zurückgehalten. Diese Reaktion hat mich selbst überrascht.
    Warum hatte ich keine Ängste, dass er geht, mich irgendwann alleine lässt in diesem Moment ? Ist die Liebe doch gescheitert, warum hat mein Herz nicht nach ihm geschrieen? Diese Gelassenheit hatte ich mir eigentlich immer gewünscht, weil es dann nicht mehr so weh tut.

    Seine Frage, ob wir jetzt doch noch zusammen in Urlaub fahren könnten, hat mich nicht sonderlich überrascht. Aber auch nicht gefreut.
    So beiläufig sagte er auch, er wisse dass er ein Alkoholproblem habe, das wäre eben so und er müsse und wolle auch damit leben und versuche, mich nicht damit zu belasten. Das wäre auch nie seine Absicht gewesen.
    Ich habe nichts darauf geantwortet. Es gibt auch keine Antwort.

    Die Entscheidung bzgl. Urlaub muss ich jetzt kurzfristig treffen, da ich noch 1 Woche Resturlaub bis Ende Juni nehmen muss. Das gefällt mir nicht so gut. Ich hätte gerne noch mehr Zeit für mich gehabt, die neue Situation einzuschätzen. Irgendwie warte ich wohl innerlich darauf, dass die "Bombe platzt", irgend etwas passiert, das meine Entscheidung infrage stellt.

    Andererseits ist es für uns die größte Chance, aber auch Herausforderung. Er wird beweisen müssen, ob er sein Versprechen dieses Mal einhalten kann. Gemütlich mal 1 Glas Wein, kein heimliches Trinken, nicht betrunken in der Bar herumtorkeln und lallen. Wir sind tagtäglich zusammen.

    Eines habe ich mir vorgenommen, egal was passiert, ich lasse mir daduch den lang ersehnten Urlaub nicht vermiesen.

    Vielleicht will ich das so, um endgültig Gewißheit zu haben, ob ein Zusammenleben mit meinem Freund für mich noch möglich ist.

    Dank der Hilfe dieses Forums sehe ich viele Dinge jetzt doch klarer und hoffe, dass ich auch in der Lage bin, noch rechtzeitig die Notbremse zu ziehen.

    Honey, ich bewundere Dich, dass Du diesen Schritt getan hast und freue mich für Dich, dass Du den nötigen Abstand wahren kannst.

    Weiterhin alles Gute auf Deinem Weg

    Hallo,

    ich war die ganze Zeit immer damit beschäftigt, die vielen Beiträge zu lesen. Das hat mich alles so berührt. Aber ich habe ja noch mein eigenes Thema:

    Ich habe meinem Freund vor einer Woche eine Email geschickt und ihm meinen Trennungswunsch und kurz die Gründe mitgeteilt.
    Unser Zusammenleben war bis jezt recht ruhig, etwas distanziert. Es gab keine großen Emotionen, keinen Streit, ist alles so dahin geplätschert.

    Die ganze Woche ging er nicht an seinen PC, weiß nicht warum Das hat er sonst nie gemacht. Vermutlich, weil ich ihm gesagt, dass er eine Email bekommt.
    Aber heute morgen war es dann soweit. Er hat die Email gelesen und mich auch selbst darauf angesprochen. Ich hätte es nicht getan.

    Ich habe mich bemüht, wenig zu sagen, ihn reden zu lassen.
    Er meinte, er wäre ja sowieso ständig auf der Suche, Arbeitssuche, Wohnungssuche. Aber so schnell ginge das nicht. Ich habe nur genickt, nichts dazu gesagt und gewartet, dass auch mal etwas von ihm kommt.
    Dann meinte er, wenn ich nicht mehr wolle, könne er das verstehen, er wäre gerne mit mir zusammengeblieben. Wir hätten doch eine schöne Zeit gehabt. Aber er will sich nicht unter Druck setzen lassen.
    Das Thema Alkohol hat er natürlich nicht erwähnt, ich erst einmal auch nicht.

    Wir haben dann noch über alles möglich geredet, dass wir uns in letzter Zeit öfters gestritten haben. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm nicht vetrauen kann und dass ich so keine Basis für unser Zusammenleben sehe. Dann kam das Thema Alkohol.

    Er meinte, er würde einen Entzug machen, in eine Klinik gehen, wenn ich das wolle. Im Moment sei es sehr unpassend, weil er ja arbeitslos sei.
    (Früher war es unpassend, weil er noch gearbeitet hatte).
    Ich fragte dann direkt, ob er das denn wirklich wolle. Das könne er doch jetzt nicht sagen, er müsse erst einmal sehen, wie das läuft.
    Ja und dann meinte er, er hätte dann alles getan, aber was wäre dann mit seinem Leben? Er könne nicht mehr in Urlaub fahren. Na ja, sei ja sowieso alles egal, dann bleibe er nur noch zuhause.
    Ach, ich hatte dann auch keine Lust mehr darüber zu reden. Was soll er in Entziehungskur, wenn überhaupt kein bißchen Motivation von seiner Seite da ist? Das bringt doch nichts !

    Dann kam noch das Thema von unserem letzten Urlaub. Dass er danach einen so schlimmen Entzug hatte und bereit war alles zu tun, damit es ihm wieder besser geht. Dass er zuhause zitternd wie ein Häuflein Elend da saß und Angst um sein Leben hatte. Das wollte er gar nicht hören. Das wäre ja auch das erste Mal gewesen und das hätte er auch nicht so gewollt. Würde nicht mehr vorkommen. Er hatte damals auch noch gesagt, als ihm wieder gut ging, dank der Schüssler-Salze, die ich ihm gegeben hatte (würde das heute nicht mehr tun !) seine Strategie sei nicht aufgegangen. Weche Aussage, das hat mich damals schon sprachlos gemacht.

    Also, wir haben immer drum herum geredet. Er fragte mich dann, ob er mir jemals etwas getan hätte, er mache doch nichts Schlimmes.
    Er möchte doch nur leben und man solle ihn in Ruhe lassen.
    Und schon kommen mir wieder Zweifel. Sehe ich alles zu eng, verbinde ich zuviele schlechte Erinnerungen von früher mit ihm.

    Also, es war ein schwieriges Gespräch. Immer wieder das Abblocken von seiner Seite. Er hat mir jetzt erst einmal versprochen, mich nicht mehr zu belügen.
    Ich weiß nicht, ob er das überhaupt kann. Manchmal habe ich das Gefühl, er findet das völlig normal.
    Er hat mir gesagt, er will sich nicht mehr betrinken, will doch nur in Ruhe mal einen guten Rotwein trinken. Diskussionen darüber, dass er das evtl. gar nicht beeinflussen kann, sind sinnlos.
    Ich habe ihn gebeten, darüber nachzudenken, welchen Stellenwert doch der Alkohol in seinem Leben hat. Dass er dafür beinahe alles aufgeben würde, mich, die letzten 17 Jahre und ob er das als normal ansehen würde.
    Er wolle noch einmal darüber nachdenken.
    Muss ich mir jetzt auch noch Gewissensbisse einreden, weil er seinen geliebten Rotwein nicht mehr trinken kann?

    Puhh, das war so schwer für mich. Gibt es doch noch Hoffnung, haben wir doch noch eine Chance?
    Bestimmt habe ich auch Fehler gemacht, es ist so anstrengend immer mit einer Wand zu reden. Da tickt man leider manchmal auch aus.

    Ob es bei ihm angekommen ist, weiß ich nicht. Aber ich habe mich bemüht, ihm klarzumachen, dass ich erster Linie von ihm Ehrlichkeit und Offenheit erwarte, auch was sein Alkoholproblem angeht. Ich kann und will ihn zu nichts zwingen. Wenn er meint, er kann mit Alkohol umgehen, dann ist es sein Problem.

    Trotz allem weiß ich, dass ich einen Schritt weiter bin. Wir bleiben zwar zusammen, aber ich merke, dass ich nicht mehr bereit bin, alles so bedingungslos zu akzeptieren.

    Wie es jetzt weitergeht, wird die Zukunft zeigen.

    Hallo Bluevelvet,

    ich finde es gut dass Du hier alles herauslässt, was Dich bedrückt, auch die Hassgefühle, die Ablehnung gegen den Alkohol. Das ist so befreiend und hilft ungemein, den richtien Weg zu finden.

    Zitat


    Ich habe es doch auch damals geschafft

    Du schaffst es jetzt auch wieder, Du wirst es sehen. Hier findest Du zusätzliche Hilfe und Kraft.

    Kopf hoch, irgendwie geht es immer weiter.

    Hallo Bluevelvet,

    auch das Loslassen braucht seine Zeit. Ich habe diese Zeit auch gebraucht bei meinem Ex.
    Aber irgendwann war ich frei, frei in meinem Kopf, meinem Bauch, meinem Herzen und ich wollte nie, nie mehr zurück in dieses alte Leben.

    Hallo Anesa,

    mir ging es ähnlich nach der Trennung von meinem Ex. Ich habe immer mein eigenes Geld verdient, er war saisonbedingt teilweise bis 1/2 Jahr ohne Job. Er hatte trotzdem immer überdurchschnittlich gut verdient, aber auch alles ganz schnell wieder unter die Leute gebracht, musste immer teure Autos fahren und und ....
    Dazu kam Unterhalt für 4 Kinder aus 2 Ehen.

    Als ich endlich die Trennung wollte, gab es eine andere Frau, die er mitfinanziert hatte von unserem gemeinsamen Konto.
    Zum Schluss musste ich noch die Schulden mit abzahlen. Ich war gezwungen, mir einen Nebenjob zu suchen.

    Aber irgendwann ging es wieder aufwärts, auch finanziell und mir ging es immer besser.

    Diese Selbständigkeit und Selbstverantwortung würde ich mir heute nicht mehr nehmen lassen. Deshalb hatten mein Freund und ich von Anfang an getrennte Konten.
    Da wir keine Kinder haben, kann ich jederzeit gut leben auch ohne Partner.

    Monatelang konnte ich nicht in unserem gemeinsamen Schlafzimmer schlafen; ich mochte die Tür nicht einmal öffnen. Ich kam mir vor wie ein
    Vogel im Käfig in der wunderschönen grpßen Dachwohnung.

    Ich habe mich oft gefragt, warum nur, Du wolltest doch die Trennung.
    Einie Zeit habe ich ausgehalten, habe ihn immer wieder weggeschickt, die Tür nicht geöffnet, wenn er nachts betrunken an der Tür klingelte.

    Dann irgendwann bin ich rückfällig geworden, habe mich wieder auf ihn eingelassen, obwohl da eine andere Frau war, vielleicht auch deshalb. Vielleicht wollte ich sie auch verletzen, wie sie mich verletzt hatte.
    Weil sie monatelang bei mir Telefonterror machte, mich bald zum Wahnsinn trieb, wenn sie wieder auflegte, wenn er nicht ans Telefon ging. Und er versteckte sich, wollte mir einreden, ich sei ja krank, wie immer. Bilde mir alles nur ein.

    Ich litt furchtbar während dieser Zeit. Es war nur noch eine sexuelle Beziehung von seiner Seite, eiskalt und ohne Gefühl.
    Aber ich habe wohl auch noch das gebraucht, um mich dann endgültig lösen zu können.

    Den Wahnsinn dann hinterher, die ständigen Anrufe, Beleidigungen, Verletzungen von seiner Seite. Die Ängste, wenn er wieder (betrunken/nüchtern ich wusste es nicht) auch nachts an meiner Tür klingelte und Einlass begehrte. Diese Angst, die Albträume verfolgten mich noch jahrelang.

    Aber glaube mir, es geht alles vorbei und irgendwann ist wieder Licht am Horizont und Sonne in Deinem Herzen.

    Oh Mensch Anesa,

    ich kann Dich so gut verstehen. Ich finde es gut, dass auch über Deine Zweifel und Deine Traurigkeit schreibst. Das ist völlig normal. Ich wäre auch ganz fertig.
    Mir steht das ja demnächst vermutlich auch bevor. Ich darf gar nicht daran denken.

    Nur nicht schwach werden, immer nur an die schlechten Zeiten denken. Das ist so schwer.

    Welche Entscheidung Du jetzt auch getroffen hast, ich wünsche Dir, dass es für Dich die richtige ist.


    Alles Liebe und viel viel Kraft

    Welia,

    ist auch alles ein Lernprozess. Ich bin froh, dass ich damit keine Probleme habe.

    Letztes Jahr war ich mit meiner Patentochter 1 Woche auf Ischia. War ein supertoller Urlaub. Wir verstehen uns auch prima, sie ist für mich wie eine Tochter.

    Ich glaube, dadurch dass ich beruflich so beansprucht bin, ist vieles auch auf der Strecke geblieben. Dann genieße ich es, abends zuhause zu entspannen.
    Es fällt mir auch schwer, einfach so zum Hörer zu greifen und zu sagen: Hallo hier bin ich mal wieder, können wir was zusammen machen ?
    Vor allen Dingen, wenn dann längere Zeit dazwischen liegt, habe ich immer ein schlechtes Gewissen.

    Ich war früher, als ich meinen Freund kennenlernte, viel in Diskotheken unterwegs, hatte da auch meinen Bekanntenkreis. Aber als ich dann mit ihm zusammenkam, habe ich das natürlich nicht mehr alleine gemacht.
    Wenn dann, waren wir zusammen dort. Und so nach und nach hat sich alles verändert.
    Wir wohnen ja auch schon 14 Jahre in der Stadt, wo mein Freund herkommt.

    Danke Welia, das macht mir wieder Mut.

    Ich habe in den letzten Monaten vieles alleine gemacht, war auch stolz darauf. Einfach meinen Koffer gepackt, ins Auto und dann war ich knapp eine Woche unterwegs. Mein Freund wollte nicht, hatte vermutlich mit dem Problem seiner bevorstehenden Arbeitslosigkeit und auch Trockenheit zu kämpfen. Er meinte, was soll ich wegfahren.Macht eh keinen Spaß, wenn ich nichts mehr trinken kann.
    Das selbe Thema stand jetzt wieder an. Ich habe noch 1 Wohe Resturlaub, den ich bis Ende Juni nehmen muss. Er kann natürlich nicht so ohne weiters Urlaub machen, muss sich nach dem Arbeitsamt richten. Und eigentlich ist es ihm ganz recht so.
    Auch wieder der Satz "macht keinen Spass, wenn ich nichts trinken kann"
    Dann die Einschränkung "o.k. dann fahre ich eben mit".
    Ich überlege, ob ich nicht wieder alleine Urlaub machen soll. Er kann seine lustlose Art mir dann nämlich ganz gut zeigen. Bevor ich mich dann ärgen muss, fahre ich lieber alleine in Urlaub. Aber ich muss unbedingt mal raus!

    Für mich war das eine tolle Erfahrung als ich das letzte Mal alleine In Urlaub war. Ich habe nette Leute kennengelernt. Unter anderem 2 junge Frauen, die mich direkt fragten, ob ich so ganz alleine unterwegs sei. Die eine meinte, sie würde das auch gerne mal tun, traue es sich aber nicht so richtig zu und suche eben immer eine Freundin, die mit ihr unterwegs ist.
    Die andere, ist ständig alleine unterwegs, sie wandert im Ausland, meistens alleine. Fand ich sehr mutig.

    Aber im Alltag sieht alles doch anders aus.
    Ich muss wieder lernen, auf meine Freundinnen zuzugehen.

    Vielleicht habe ich auch Angst vor den Fragen, wo denn mein Freund ist.
    Da muss ich erst einmal alles erklären, die meisten würden das vermutlich gar nicht verstehen.

    Ich merke immer mehr, ich bin zwar selbständig und unabhängig, aber ich muss noch vieles dazu lernen. In den ganzen letzten Jahren habe ich mich doch in meiner Co-Abhängikeit sehr stark auf meinen Partner konzentriert.
    Neue dauerhafte Freundschaften zu knüpfen, ist bestimmt nicht einfach; aber ich werde versuchen, alte Freundschaften wieder neu zu beleben.
    Vielleicht gelingt mir das.

    Welia, die traurige Geschichte mit Deiner Freundin habe ich gelesen. Tut mir sehr leid für Dich. Hast Du die Möglichkeit, Dich um sie zu kümmern und ihr zu zeigen, wie wichtig sie für Dich ist?

    Hallo Claudia

    die Angst vor dem Alleinsein beschäftigt mich auch.

    Wir haben nicht so viele Freunde, mein Partner hat das immer versucht, zu blockieren. Meistens sind es auch Paare und ich möchte mich da nicht aufdrängen. Also muss ich im Falle einer Trennung neue andere Wege für mich finden.
    Ich habe da überhaupt Schwierigkeiten, meine immer, ich muss das alles alleine schaffen, möchte keinem zur Last fallen mit meinen Problemen. Die ganzen Jahre konnte ich nie mit jemanden richtig reden.
    Mit wem auch, jeder hat doch sein eigenes Päckchen zu tragen.

    Aber jetzt will ich nicht sentimental werden, sondern nach vorne schauen!

    Mein Beruf füllt mich mehr als aus, komme abends immer erst spät nach Hause. Aber er macht mir Spaß, wenn es meistens auch sehr stressig ist. Wir haben keine Kinder und große Verantwortung. Nur für uns selbst.

    Altersmäßig ist man mit 60 Jahren irgendwie so dazwischen. Ich sehe zwar jünger aus, fühle mich auch jünger. Ist irgendwie schon nicht so einfach.

    Dass Du keine Gefühle mehr hast, macht vieles leichter für Dich. Alles andere tut so furchtbar weh.

    Alles Liebe und Gute und ich hoffe, Du kannst diesen herrlichen Sonntag genießen

    Hallo Kaleu,

    Du hast mir nicht weh getan. Deine Worte sind zwar manchmal etwas ernüchternd, aber ich kann damit leben.

    "Viele Alkoholikerbeziehungen zerbrechen gerade dann wenn der Alkoholiker trocken wird."

    Das habe ich auch oft erlebt. Ich war früher schon mit meinem EX jahrelang Mitglied in einer SHG. Leider gab es das dort öfters.
    Er hat zwar aufgehört zu trinken, war Leiter der Suchthilfe in der SHG. Aber seine Spezialität war dann fremdgehen. Das Problem wurde verlagert. Daran ist dann auch letzendlich unsere Beziehung gescheitert. Passt zu dem, was Du geschrieben hast. Er hat auch wieder getrunken und sich einige Jahre nach unserer Trennung mehr oder weniger totgetrunken, obwohl er wieder verheiratet war.

    "Dafür gibt es einen sehr guten Grund, denn der Alkohol ist wie gesagt nur ein Deckmäntelchen. "

    Schwer zu verstehen, zumindest für mich. Wenn er trocken ist, fällt der Alkohol doch weg.
    Eine Leiterin der AA sagte mal: "Ich habe mich verändert, als ich trocken wurde und mein Mann hat sich aus der Co-Abhängigkeit befreit. Das war irgendwann das Ende unserer Ehe." Das hatte mich damals sehr nachdenklich gemacht.
    Wofür dann der ganze Kampf für die Trockenheit, wenn man sich doch trennt?

    Konnte Dir Deine Partnerin nicht helfen, als Du Kummertrinker warst, oder wolltest Du es damals nicht ?

    Liebe Grüße

    PS: Irgendwie klappt das heute bei mir nicht mit den Zitaten. Na, vielleicht das nächste Mal.

    Welia,

    oh je, jetzt wird es ganz kompliziert. Ich denke eher, mein Freund braucht jemanden, den er bemuttern kann. Ich habe das schon so oft gemerkt. Gerade im Moment kann ich wegen meiner Zahn-OP nicht unter die Leute. Er fragt nicht nur einmal, ob ich etwas brauche, kocht Essen und meint ich müsse mich ausruhen. Das wil ich gar nicht so unbedingt.
    Aber es tut ihm gut, also lass ich ihn.

    Dass ich ein Helfersyndrom habe, weiß ich auch. Ich dachte ja, ich könne ihm helfen. Mit viel Liebe und Geduld.
    Aber ich möchte ihn keinesfalls irgendwie bevormunden.

    Meinst Du wirklich, das ist so? Er hat doch vorher schon getrunken.

    Zitat


    Und er hat gemeint, er findet eine Frau, die ihm hilft, seine Gefühle, die er nicht fühlen wollte, zu verstehen und ihm zu helfen... da kann ja gar niemand!
    Da ich es am Ende nicht für ihm konnte hat er sich dem Alkohol zugewandt.

    Ändern = Heilen aus der Co-Abhängigkeit = in Liebe fallen lassen? Trennen?
    Ich frage mich immer, gibt es noch Liebe, wenn wir geheilt sind?

    Lieber Kaleu,

    auch wenn Du es nicht so siehst, unsere Problematik in der Beziehung ist der Alkohol. Sonst wären wir mit Sicherheit nicht so viele Jahre zusammen. Du musst doch selbst wissen, dass der Alk jede Beziehung auf Dauer vernichten kann. Anfangs meint man, mit Liebe kann man alles heilen .....

    Wenn ich jetzt sage, meinem Freund geht es gut in unserer Beziehung, so, kann ich das nur von meinem eigenen Eindruck her sagen. Er vermittelt mir das auch so. Ich habe ihn auch schon gefragt. Deshalb auch für mich die Frage, warum trinkt er dann heimlich, wenn es ihm gut geht? Wenn es an mir liegen sollte, dann muss er mir das sagen, dann können wir darüber reden und mit Sicherheit auch eine Lösung finden. Oder aber er trennt sich. Vielleicht tut er es ja jetzt.

    Ich kann es mir aber nicht vorstellen, denn der Alk war ja schon vor mir present. Auch andere Beziehungen, die er vor mir hatte, sind daran gescheitert. Und die familiäre Komponente, seine Mutter war Alkoholikerin und hat sich umgebracht. Evtl. hat er auch solche Gedanken in seinem Kopf, woher soll ich das wissen ? Das macht mir auch Angst.

    Aber was nutzt es, jetzt viel darüber zu diskutieren. Ich kann mich verändern so viel ich will, wenn er trinken will dann tut er es und fragt mich sicher vorher nicht.
    Alles andere könnten wir in einer Beratungsstelle aufarbeiten, aber auch nur, wenn der Anstoß dazu von ihm kommt.

    Kaleu, lassen wir das erst einmal, mein Kopf ist jetzt total dicht !

    Ich wollte Dich aber noch etwas anderes fragen: Mein Freund ist ja ein sog. Spiegeltrinker, er trinkt eher unauffällig und heimlich.
    Kennst Du Dich damit aus?

    Danke und viele Grüße

    Kaleu, kein Problem und danke für Deine Antwort.

    Ich werde über Deine Worte nachdenken. Nur so können wir uns gegenseitig helfen und unterstützen. Dazu gehört auch konstruktive Kritik.
    Da können auch mal die Fetzen fliegen.

    Ich bin auch erst auf dem Weg in ein vielleicht anderes Leben und weiß nicht genau, wo er mich hinführt.

    Dir auch liebe Grüße und weiterhin regen Austausch hier im Forum.

    Also Kaleu,

    jetzt mal langsam. Ich kann auch den Spieß umdrehen, er hat mich gesucht. Er kannte meine Vorgeschichte genau und meine Verletzlichkeit, was Alkohol angeht. Also haben wir uns wohl beide darauf eingelassen.
    Aber das spielt absolut keine Rolle. Ich habe genügend liebe Alkis kennengelernt. Und wenn Du hier mal genau liest, die meisten Alkis sind im Grunde genommen ganz liebe Männer. Ich denke Du doch auch, oder?
    Leider macht die Krankheit mit der Zeit die guten Eigenschaften auch kaputt. Und ich bin auch liebes- und harmoniebedürftig.

    Außerdem wer sagt Dir, dass mein Freund immer der liebe nette Kerl ist?
    Er kann auch ganz anders ein. Aber zu mir ist er nett, das ist für mich wichtig.

    Warum dann diese Worte von Dir?

    "Ich empfinde es ehrlich gesagt als ziemlich unfair von Dir, jetzt auf ihn und seinen Alkoholismus mit dem Finger zu zeigen"

    Das empfinde ich als eine ziemliche Unterstellung. Muss mich auch nicht dafür rechtfertigen, weil es so nicht stimmt.

    Was verstehst Du in diesem Zusammenhang unter Moralapostel???
    Was soll ich an mir ändern? Das würde mich auch mal interessieren.

    Ich habe mir nur, wie jede andere Frau auch ein normales und glückliches Familienleben mit meinem Partner gewünscht.
    Sicher will ich ihm helfen, weil ich ihn liebe. Weil ich froh bin, endlich nicht mehr mit Füßen getreten und verletzt zu werden, wie das bei menem Ex der Fall war.
    Dafür bin ich ihm unendlich dankbar und deshalb denke ich auch gerne an unsere gemeinsame schöne Zeit.
    Meinst Du, ich kann ich ruhigen Gewissens mit ansehen, wie er sich selbst kaputt macht. Die meisten Frauen hier wollen ihrem Partner helfen. Aber es geht leider nur bis zu einer gewissen Grenze.

    Kaleu, ich finde es eigentlich ganz prima, dass Du hier als trockener Alkoholiker in diesem Forum Ratschläge und Hilfestellung gibst. Das gibt uns Co-Alkoholikern die Möglichkeit, auch einen anderen Standpunkt verstehen zu lernen. Aber meinst Du nicht, dass Du Deine eigene Situation, ich möchte nicht direkt sagen Dein eigener Frust, hier recht offensiv mit einbringst.

    Nichts für ungut, aber ich habe inzwischen gelernt, micht zu wehren, das ist auch ein Teil meiner Veränderung. Früher hätte ich mir Gedanken gemacht und gefragt, was habe ich jetzt wieder falsch gemacht ?

    Hallo Welia,

    ich denke, das trifft auch auf mich zu. Ich bin auch eine sog. Co.

    Zitat


    ich denke, wenn du nicht zuvor Co- gewesen wärest, hättest du ein Mann nicht ausgesucht, der Alkoholiker ist, denn Alkoholiker haben eine andere Art als normalen sich zu präsentieren und das ist diese Art, die Co-Abhängige anzieht... also.... ich will dich ja da nichts einreden, aber das könntest du vielleicht überdenken.

    Der Therapeut meines Ex-Alki hat mir mal gesagt: "Jeder Topf sucht sich sein Deckelchen".
    Diesen Satz habe ich bis heute nicht vergessen. Und ich habe wieder so einen Topf oder bin ich das Deckelchen?

    Dabei habe ich mich versperrt, genau hingeschaut, wenn ich einen Mann kennenlernte, was er trinkt er, wieviel trinkt er. Immer wieder gab es Männer, die mit Sicherheit ein Alkoholproblem hatten, die mich automatisch anzogen. Ich habe oft nein gesagt, aber irgendwann nicht mehr.
    Bereut habe ich es eigentlich nie, es gab auch wunderschöne Zeiten.
    Nur leider ist da diese Krankheit, tickend wie eine Zeitbombe und will alles zerstören.