Beiträge von Hanna2010

    Liebe Melanie,
    irgendwann gilt es einfach, Prioritäten zu setzen - welche Ziele MÖCHTE ICH, welche ZIELE SOLLTE oder muss ich, weil diese für zum Beispiel die Kinder wichtig sind - und welche würde ich nur mit halbem Herzen erfüllen wollen.
    Bei allem oder bei jedem Ziel kommt es ja darauf an, was für eine Bedeutung oder Gewichtigkeit es im Leben eines Einzelnen hat- das kann für jeden individuell unterschiedlich sein.
    Im Grunde finde ich es eh anmaßend von anderen, diesbezüglich den drohenden Finger zu zeigen oder sonst irgendetwas oder überhaupt Vorgaben zu machen oder sich einzumischen.
    Da muss man bei sich selbst auch die Wertigkeit solcher Aussagen und Menschen betrachten und wieder mal Grenzen setzen :)
    Und es kommt auch immer darauf an, um welche Dinge oder Ziele es sich handelt. Muss ich etwas besorgen, bewerkstelligen oder bis zu einem gewissen Termin erledigt haben, was mit der Schulausbildung meines Kindes zu tun hat..dann muss ich einfach ran !
    Soll ich ständig zusätzlich das Babysitting für die Nachbarin erledigen, weil ich es all die Jahre getan hab - ich aber nun keine Nerven mehr dazu finde, dass kann und darf ich das verändern.
    Muss ich unbedingt noch eine Zusatzausbildung machen, weil das haben die und die und die und die ja auch nach einer Zeit gemacht - es mich aber enorm auszehren und stressen würde?
    Muss ich weiterhin für jede Party und Festivität kochen und backen, weils ja so lecker ist und ich das doch immer gemacht habe, obwohl ich dafür mittlerweile echt keine Zeit und Lust mehr habe???
    Die Frage ist doch wirklich, warum möchte ich oder warum soll ich bestimmte Ziele erreichen? Sind diese wirklich wichtig und notwendig -für mich - für uns- oder geht es uns auch ohne weiterhin gut.
    Mit zunehmendem Alter wird es immer wichtiger, zu sortieren, in sich hineinzuhorchen und den Dingen Vortritt zu lassen, mit denen man selbst zufrieden sein kann, damit man glücklich und einigermaßen entspannt und GESUND bleiben kann.

    Es ist nicht einfach, die unabhängige Lösung zu wählen und sich dem Einfluss der anderen, die ERWARTUNGEN haben ( da sind wir wieder bei den Erwartungen) zu entziehen.
    Genörgelt, kritisiert, gemoppert, gequengelt wird immer, denn ein jeder hat eine andere Sicht der Dinge - wie in der PArtnerschaft - so im Großen und Ganzen.
    Sonnige Grüße von Hanna

    Hallo Melanie und ach, wie gut kann ich das nachvollziehen. Bin ja auch in einer ähnlichen Situation und dass aber nur mit einem Kind...allerdings sind ja noch meine beiden Eltern mit im Spiel, die irgendwo von mir mitbetreut werden....also auch 3 Personen...
    Bin auch so perfektionistisch veranlagt und ja, ich versuche auch alles zu organisieren, zu erledigen, zu bewältigen, was auch bei mir recht gut funktioniert.
    Es ist absolut gut und gesund, auch mal sagen zu können: "So, das geht nun nicht- Ich kann das nicht (mehr oder nicht noch mehr)." Es ist gut und gesund, dass man seine Grenzen spürt. Ich setze diese für mich allerdings schon viel zu hoch an - leiste mehr, als ich sollte. Bekomme ja schon deswegen manchmal von mir selbst den Eindruck, bin ich nun zu faul, habe ich nicht genug Energie und Ehrgeiz? Aber das ist Unsinn- bin dabei, dies wirklich für mich zu überprüfen und mich selbst zu loben und richtig zu bewerten, was ich alles geschafft habe und noch tagtäglich meistere.
    Aber dann kommen die anderen ins Spiel, die mir dann auch noch den Eindruck vermitteln, ich solle mich nicht so anstellen, mal ein wenig mehr Ehrgeiz entwickeln und ich müsse doch MAL und ich könne doch MAL dies und das und jenes und welches noch zusätzlich...
    Mich hat das eine Zeitlang wirklich zum Kochen gebracht - hatte den Eindruck, wenn ich von der Arbeit kam, dass alle meinten, ich käme gerade wie jeden Tag von der Wellness-Oase und könne doch nun mal Vollgas geben.
    Warum ist das so? Weil die anderen einfach möchten, dass man die Dinge für sie auch noch regelt? Ist es Unkenntnis, Gleichgültigkeit, einfaches Nicht-Nachdenken, sind es Floskeln, ist es Egoismus oder soll es eine Art Ansporn sein, dass man selbst nicht aufgibt etc.??? Haben die anderen Angst, sie müssten sich kümmern, hätte also dann auch mehr zu tun?
    Ich habe dieses Phänomen schon oft zu spüren bekommen und je nachdem, um welche Person es sich handelt bzw. wie diese zu einem steht, ist die Motivation einer solchen Einstellung oder Aussage eine andere.
    Liebe Grüße an Dich, Hanna

    Hallo D.Romedar, Karsten und alle zusammen,
    dieses Risko sehe ich auch bzw. konnte es bei einem Bekannten - der das Trockensein lebte, aber nicht speziell kommunizierte, dass er trockener Alkoholiker ist- hautnah miterleben.
    Da die Aussage: ´Ich trink einfach nicht mehr, weils zuviel war"- nicht auf eine Krankheit/Sucht hinweist, haben die Umherstehenden/mit ihm im Umkreis Lebenden ihm bei jeder Gelegenheit ein Bier vor die Nase gesetzt, gestichelt, gehetzt etc...der Höhepunkt war dann, dass heimlich Cognac in die Cola geschüttet wurde....
    Gut - es gibt mit Sicherheit auch solche Ignoranten und Spinner, die dies tun würden, obwohl die Info da ist, dass ein krankhaftes Alkoholproblem vorliegt - in der Regel aber nehmen die Leutchen schon mehr Rücksicht auf eine solche Situation, wenn diese klar kommuniziert wurde.
    Auch bei Einladungen zum Essen, Kuchen oder Saucen...wenn man "nur" auf den Alk verzichten möchte, weils zuviel war, dann hat man doch kein Problem mit der Schwarzwälder Kirschtorte der netten Nachbarin, die immer gerne einen Extraschuss Kirschwässerle hineingegossen hat? Was will man dann darauf antworten..dass man(n)/frau gerade auf Diät ist?
    Konnte mein Bekannter schlecht sagen, der sehr schlank und eher sportlich durchs Leben wanderte...Nach all diesen Erfahrungen hat er sich dann doch geoutet und es ist ruhiger geworden um ihn mittlerweile....
    Viel Glück für Dich Höckertier und für alle anderen auch,
    Hanna

    Liebe Jennyli,

    ein herzliches Willkommen im Forum.
    Ich wünsche Dir hier einen regen und hilfreichen Austausch !

    Du schreibst, Du möchtest lernen, wie Du mit der Sucht umgehen kannst.
    Ich bezweifle einfach mal stark, dass man das wirklich kann....Damit umgehen im Sinne von, dass man sich als Partnerin und Mutter dennoch total wohl, zufrieden, glücklich, liebevoll umsorgt und sicher fühlt? Hört sich irgendwie schon sehr widersprüchlich an.
    Mit einem süchtigen Partner umgehen und dieses Hin und Her begleiten, ohne dass man sich dabei selbst verliert, ohne dass man mit hinabgezogen wird-- ganz ehrlich -glaube nicht, dass das geht !!
    Ich kann mir vorstellen, wie Dein Leben, Dein alltägliches Leben so abläuft, mit welchen Gefühlen, Auf und Abs, Hoffen, Bangen und dann wieder Enttäuschung.
    Das Nichterreichbarsein, dass mal wieder darauf hindeutet, dass ER doch trinkt, raucht oder sonst noch etwas?
    So wie Du die Situation schilderst, ist Dein Freund wirklich stark abhängig und gar nicht bereit, gewillt, etwas zu verändern, WIRKLICH zu verändern!!!
    Wichtig ist auf jeden Fall, dass Du Dich nicht aus den Augen verlierst, die Wünsche/Bedürfnisse Deines Kindes - was macht Euch Freude- ich könnte mir vorstellen, dass sich so gut wie alles nur um ihn dreht, die Sucht, die Therapien etc.. Wo bleibt IHR - wer begleitet EUCH?
    Sicher ist es schön, wenn man schon viel miteinander erlebt und gemeistert hat- da verbindet ungemein, aber alles hat eine Grenze - Denn was meistert er denn so wirklich- für SICH selbst und für seine Familie?????
    Ich sende Dir liebe Grüße nach Berlin, Hanna

    Liebe Martina,
    es ist Dein Weg und Dein Leben und Du triffst die Entscheidungen.
    Setz Dich nicht unter Druck - aber grenze Dich ab, wenn Du schlecht behandelt wirst.
    Ich habe suuuperlange gebraucht, um überhaupt zu realisieren, dass meine große Liebe ein Riesenproblem hat und ich somit auch...dass unsere Träume, Pläne, Ziele zerbrechen. Es hat ganz lange gedauert, bis ich einsah, dass meine Liebe nichts bewirken kann -dass bei einem Süchtigen der Alkohol die Nr. ist und bleibt, solange er dies möchte.
    Im Grunde hat es zwei ganze Jahre gebraucht, bis ich es für mich Schritt für Schritt einsehen konnte - vorher habe ich alle Phasen durchgemacht - Verdrängung- Schönreden - Trennung - Zweifel - nochmal versuchen - gesundheitliche Störungen - Durchhalten - Kämpfen - ach,was weiß ich noch alles immer und immer wieder..eine Achterbahn durch und durch - manchmal täglich..

    Das Schlimme ist bzw. das Schlimmste war, nicht zu wissen, wie ER denn so drauf ist..in der nächsten Stunde- abends..immer gewappnet sein zu müssen auf den nächsten "Angriff" - meine Güte, dass ist sooo anstrengend, beängstigend, kräftezehrend, zermürbend, zerstörend.
    Dann das Klammern an die guten Zeiten und Stunden, die von einer Sekunde auf die andere zermalmt wurden und ich wusste nie genau wann..aber ich musste jederzeit damit rechnen..Was für ein Druck- für die Seele, für den Körper...
    Irgendwann habe ich auch verstanden, dass mein Partner ja auch das Recht hat, sein Leben so zu gestalten wie er mag und wenn der Alkohol dazu gehört, dann ist das so. Er hat einfach das Recht zu trinken - ich kann es ihn nicht verbieten- aber ich kann schaun, ob ich ein solches Leben führen möchte.
    Achte auf Dich selbst- auf Deine Gesundheit - versuche, die Gedanken erst einmal ein wenig auf Dich selbst zu lenken..das ständige Denken um ihn und an ihn zieht Dich weiter in einen Strudel, der nur abwärts geht.
    Und zum Thema mögliche Torschlusspanik--vertrau ein wenig auf das Leben- lächel- ich bin auch erst später Mama geworden, was ich nie bereut habe und auch heute noch, mit Mitte 40 als Frau gerne gesehen-))) Also, mach Dir keine Sorgen, weil Du schon 32 wirst!!!
    Alles Liebe für Dich, Hanna :)

    Hi Flo,
    das denke ich auch :) .
    Ich wünsch Dir vor allem auch einen guten Austausch und Hilfe durch den geschlossenen Bereich hier im Forum.
    In einer Antwort an Maya hast Du etwas für mich sehr Interessantes geschrieben. Dass Du die "Gefahr" bzw. die Möglichkeit siehst, dass Du durch den Wegfall des Alkohols ( den Du Deiner Meinung nach auch konsumiert hast, um Dein selbstzerstörerisches Verhalten zu nähren) ein anderes Mittel - etwas anderes suchst, was dies ersetzen kann...um Dich zu zerstören...ein guter Gedankenansatz. Das Hilfreiche bei Dir ist jedoch, dass Du dies für Dich bereits ziemlich gut analysiert und erkannt hast.
    Und nun? Daumen hoch für die nächsten 24 Stunden
    :)
    Hanna

    Nein, Martina, Du übertreibst nicht...ein Alkoholproblem zu haben bedeutet nicht zwangsläufig JEDEN Tag trinken...es gibt da schon Unterschiede im Umgang mit Alkohol und auch der Trinkhäufigkeit.( und im allgemeinen steigert sich das Ganze )...Nun, alleine schon ein Gemurmeltes " ...halt doch einfach Deine hässliche Fresse..." wäre schon Grund genug, jemanden zu verlassen...eigentlich schon oder??....Dabei fällt mir wieder auf, wie sehr ich mich hab verletzen lassen - jeder anderen Person hätte ich auf nimmer Wiedersehen den Rücken gekehrt - bei ihm aber immer alles entschuldigt und verziehen, denn er war ja angetrunken, also nicht zurechnungsfähig... :shock:
    Und wie weh hat dies getan - ich weiß nicht was passieren müsste, dass ICH solche Umgangsformen pflege mit einem Menschen, den ich liebe....
    Es ist wichtig zu schauen, was man vom Leben und den Menschen möchte, mit denen man zusammen ist.
    Halt für Dich inne - losgelöst von seiner Person - und frage Dich, was Du Dir von einem Partner wünschst? Kann ER Dir das geben? Vor allem in Situationen, wo es Dir wichtig ist: Krankheit, Kinder?
    Auf einen nassen Alkoholiker kannst Du nullkommanull zählen- das ist FAKT

    Zuatz zu Mowas Zeilen - hatte ich vergessen-- ja, ich wollte auch noch mal nach der Menge des Alkoholkonsums fragen und der Häufigkeit zur Klarstellung.
    Aber selbst wenn es nur einmal pro Woche wäre, dann ist es schon heftig, einer verbalen und beleidigenden Agressivität ausgesetzt zu sein..und im Allgemeinen bleibt es ja nicht bei dem bisher Konsumierten...i.d.R steigert sich das Ganze ja bzw. kann sich steigern...von der Häufigkeit, der Menge etc...

    Liebe Martina,
    erst einmal ein herzliches Willkommen hier im Forum !

    Es ist die richtige Entscheidung, hier zu lesen und zu schreiben und Du wirst sehen, es werden einige Antworten kommen, denn Du sprichst viele Dinge an, die Dich bewegen - die Dich hilflos machen und fast verzweifeln lassen- so wie viele hier im Forum.
    So viel vorab : DU bist nicht zu anspruchsvoll und DU suchst auch nicht nur irgendeinen Grund...Was Du schilderst und beschreibst, deutet wirklich auf ein Alkoholproblem hin - alleine schon die verbale Agressivität, die Regelmäßigkeit des Alkoholkonsums etc.., dass sich im Grunde Dein Tun und Handeln darum dreht, ob er getrunken hat oder nicht. Das kommt nicht von ungefähr - dies geschieht nicht, wenn der Partner "mal" ein oder zwei Bierchen trinkt.
    Je mehr Du hier liest und in Kommunikation trittst, desto mehr wirst Du erkennen, dass DU keine Schuld trägst, dass DU nicht zu empfindlich bist oder was auch immer. Du wirst aber auch erkennen, dass die Entscheidung, nicht weiter zu trinken, alleine von ihm aus kommen muss.
    Deine Sorgen und Nöte sind durchaus berechtigt und sollten näher betrachtet werden, vor allem aber auch, warum Dich bestimmte Dinge bewegen..woher Deine Ängste resultieren (z.B. aus der erlebten Krankheit) und dass Du Dich von daher möglicherweise an Menschen klammerst oder in Dein Leben ziehst, die Dir im Grunde nicht gut tun.
    Das Schlimmste aber auch letztendlich heilsamste für mich war die Erkenntnis, dass eine Alkoholabhängigkeit besteht, bei der ich nicht helfen und nichts tun kann, solange der Betroffene es nicht selbst möchte und zu erkennen, warum ich solange an einer solchen Beziehung festgehalten habe und festhalten wollte. In der Regel steckt mehr dahinter als das Gefühl der Liebe.
    Ich weiß, es ist schwer, sich erst einmal zu sortieren und nicht weiter im Gefühlchaos zu versinken - aber dabei hilft dieser Austausch hier ungemein.
    Alles Gute und liebe Grüße von Hanna

    Hallo zusammen,
    dieses Phänomen habe ich für " unser Dörfchen" auch festgestellt - ein ausgeprägter Alkoholkonsum wird dort gelebt -ja scheint traditionell sozusagen. Man(n) trifft sich nicht nur zu gewissen Anlässen in der Dorfschänke, sondern letztendlich mal eben nach getaner Arbeit TÄGLICH und genehmigt sich ein zwei Gläschen oder eben auch ganz viele...der volle "normale" Alltag für so viele, wenn ich recht überlege.
    Wieviele davon letztendlich schon abhängig sind.....und ja, natürlich durch das Outen einen Spiegel vorgehalten bekommen, was die unterschiedlichsten - auch feindselige Reaktionen hervorrufen kann.
    Schwierige Entscheidung - aber sich ständig bei jedem Treffen, bei jeder Begegnung rechtfertigen zu müssen, warum man denn heute schon wieder nichts trinkt...das hört ja auch nicht auf...
    Und getratscht wird dann auf jeden Fall auch auf Teufel komm raus - so oder so.
    Viel Glück für Dich, Höckertier

    Liebe Stacy,
    auch von mir ein liebes Willkommen !
    Um auf Deine Überschrift / den Titel Deines Threads einzugehen - ganz ehrlich - sehe ich da derzeit überhaupt keinen Lichtblick in Bezug auf Eure Ehe....und vielleicht wird es diesen niemals geben - Lichtblicke wirst Du in Deiner momentanen fürchterlichen Situation nur haben, wenn Du Dich von ihm löst und einen anderen Weg gehst - für Dich und die Kinder !
    Es ist nun einmal eine Tatsache, dass sich absolut nichts ändern wird und kann, wenn Dein Mann nicht einsieht, dass er ein Alkoholproblem hat und von sich aus wirklich gewillt ist und der festen Überzeugung, daraus zu kommen, mit ärztlicher und therapeutischer Hilfe......davon ist und scheint er meilenweit entfernt !!!
    Liebe Stacy, der Strudel wird Dich immer weiter abwärts ziehen--- nur DU kannst die Notbremse ziehen und damit die Chance auf ein ruhiges glückliches Leben haben-- so wie jetzt mit ihm - geht das nicht..Du wirst Sündenbock und Fußabtreter und die Schuldige sein, für ihn und die Familie, so oder so.
    Informiere Dich, bitte Deine Familie und vielleicht Organisationen vor Ort um Unterstützung.
    Viel Glück bei allem,
    liebe Grüße von Hanna

    Hi FloS,
    genau, das ist das Wichtigste..und weißt Du, was das Gute /Tolle / Wunderbare ist??
    Du hast eine für Dich in dem Augenblick extreme Frustsituation ohne Alkohol überstanden - Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die nächsten 24 Stunden!!
    Es ist einfach manchmal so, dass in solchen Gruppen und auch anderen zu anderen Themen einfach "das Publikum", die Chemie, der Inhalt und die Zielsetzung des Ganzen nicht stimmig ist - für einen selbst - für das, was man sich erhofft und vorgestellt hat.
    Nicht aufgeben :)

    Liebe Grüße am Mittwoch von Hanna

    Liebe MW,
    dann ist er noch nicht soweit, seine Sucht bekämpfen zu wollen...dann waren seine Zugeständnisse weniger zu trinken ( geht eh nicht) oder aufzuhören nur ein Versuch, Dich zu halten, mehr nicht - keine wirkliche Einsicht.
    Dass er die Trennung wünscht zeigt nur, wie stark seine Sucht ist--er hat sich im Grunde nicht gegen Dich entschieden, er hat sich einfach FÜR den Alkohol entschieden...denn er kann nicht ohne ihn...noch nicht oder vielleicht nie.
    Das fühlt sich schlimm an, ich weiß -aber noch schlimmer - auf längere Sicht ist, gegen etwas anzukämpfen, was aussichtslos ist.
    Ich dachte auch immer, meine LIEBE kann und muss doch was bewirken....nein...mein xy hat alle fallen lassen, nur um nichts ändern zu müssen...Traurig, aber wahr.
    Wer weiß, manchmal bringt eine längere oder wirkliche Trennung etwas. Vielleicht wirkt ein Kontaktabbruch Wunder, nicht in wenigen Tagen ,vielleicht braucht das Ganze etwas länger...wer weiß.
    Mir hat auf jeden Fall die Auseinandersetzung mit der Thematik SUCHT sehr geholfen - ich konnte Baustein an Baustein fügen und weiß heute, dass es weder meine Schuld ist - noch hätte ich etwas bewegen können.
    Irgendwann ging es nur noch darum, mich zu retten...

    Ich wünsche Dir viel Kraft, liebe Grüße von Hanna

    Hi FloS,
    wie war der heutige Tag? Wie geht es Dir?
    Musstest Du auch heut zur Arbeit oder konntest Du Deinen Termin bei der Suchthilfe wahrnehmen?
    Liebe Grüße und alles Gute für die nächsten 24 Stunden,
    Hanna

    Liebe Sonne,
    natürlich war die zweite Antwort von D.romedar ironisch gemeint, sie trifft aber das absolut Wesentliche..
    Sich mit einem nassen Alkoholiker zu beschäftigen und das leben zu können, bedeutet unterm Strich einfach Selbstaufgabe.
    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass meine Dinge, Sorgen, Ziele, mein alltäglicher organisatorischer Kram und mein Kund nicht wirklich interessierten...alles sollte und musste sich um ihn und seine Belange drehen.

    @ Höckertier:
    Danke .... für Deine Worte hier....es ist sehr sehr hilfreich ( bin auch eine Angehörige, manchmal doch eher Co).."die andere Seite" zu lesen...
    ich finde da soviele Parallelen, die Denk-und Sichtweise, die mein XY an den Tag legt.."abstruse Zukunftspläne im Suff" - " Menschen, die was Gutes wollen, werden zum Feindbild")...Jawoll!! Ich bin das Feindbild Nr. 1 geworden..spüre förmlich phasenweise eine regelrechte Abneigung, Feindseligkeit...
    Bisher habe ich auch geglaubt, dass er meilenweit davon entfernt ist, zu wissen und zu spüren, dass er süchtig ist..nun aber reift immer mehr die Erkenntnis, dass er es in seinem tiefen Inneren sehr wohl weiß.
    Gut, man soll sich auf SICH selbst konzentrieren und nicht mehr ständig darüber nachdenken, was ihn bewegt etc....aber das Analysieren des Ganzen hilft mir persönlich sehr zu erkennen, was da eigentlich abgegangen ist.
    Dir alles Gute und viel viel Kraft-)))

    @ Sonne:
    Ich weiß, es ist schwer, aber das Wichtigste für Dich wird erst einmal einzusehen, dass er nur dann trocken werden und dies leben kann, wenn ER ES WIRKLICH MÖCHTE.

    Liebe Grüße von Hanna

    Jeder hat nur ein Leben ... jemandem mit Selbstmord zu drohen ist mit die schlimmste emotionale Erpressung, die es gibt.
    Ich könnte es nicht verkraften bei jemandem zu bleiben, der mich nur mit diesem Druckmittel hält und ich dadurch ein ggf. sehr unglückliches Leben führen muss - mir unter Umständen jegliche Chance auf Entfaltung und Lebensfreude nähme.
    Liebe StolzeMama, ich kann Dich gut verstehen, dennoch....
    Wenn er es wirklich tut, dann hat er sich selbst die Chance auf Besserung für sich und Euch genommen.
    Ich mein, wenn er Euch unbedingt behalten will, dann müsste er jetzt über sich , seinen Alkoholkonsum und SEIN Verhalten nachdenken, aber mit Selbstmord drohen zeigt nicht wirklich die Bereitschaft auf eine wirkliche Lösung !!! Im Grunde will er Dich doch damit sozusagen bestrafen das solltest Du erkennen!
    Ich wünsche Dir, dass er wirklich für ein paar Tage auszieht und sein Wort hält, damit DU die Ruhe findest, etwas für Dich zu unternehmen.
    Besonders wichtig erscheint mir die Thematik mit der Selbstmorddrohung, damit scheint er Deine Knöpfe und Schuldgefühle ja extrem aktivieren zu können und das ist schlimm.
    Und wenn er nicht geht? Solltest Du trotzdem weitere Schritte unternehmen...diese sind wichtig und helfen Dir, weider etwas klarer zu denken und die Situation - so schwer es auch erscheinen mag - etwas nüchterner und distanzierter zu betrachten! Denn das solltest DU Dir wert sein, DU und Dein Kind!!!!
    Liebe Grüße von Hanna

    Liebe StolzeMama,
    für die finanziellen und organisatorischen Dinge gibt es immer Lösungen, die auch für Dich praktikabel sind - lass Dir da bitte nicht drohen von ihm!!!!
    Eine Eigentumswohnung ist kein Grund zusammen bleiben zu müssen!!!
    Deshalb denke ich - wäre es wichtig, Dich von Fachleuten beraten zu lassen.
    Erste Anlaufstelle Diakonie, Caritas, Pro Familia, Sogentelefon oder ähnliches...Ich denke, es würde Dir momentan sehr helfen und Sicherheit vermitteln, mit jemanden zu sprechen, der Dir Lösungswege aufzeigen kann.
    Und lass Dich bitte nicht verunsichern von der Drohung, dass er sich das Leben nehmen wird....diese dient nur dazu, Dich klein zu halten, Dir Angst zu machen und die hast Du nun und das spürt er...er kennt Dich doch sicher...und wie Dein Inneres darauf reagiert. Mit einer solchen Drohung will er Macht über Dich behalten.
    Jemand, der sich tatsächlich das Leben nehmen möchte, der tut es, ob Du nun bleibst oder nicht.
    Solche Drohungen sind kein Grund, alltäglich ein schreckliches Leben zu leben...dabei sterben Du und Dein Kind einen langsamen "Tod"(was Lebensfreude, Zufriedenheit und Glück betreffen), sozusagen mal ganz krass ausgedrückt, begehst DU unter Umständen damit Selbstmord auf Raten - was Deine Seele betrifft ganz bestimmt und er lebt das weiter, was ER möchte!!
    Versuche ruhig zu bleiben und nicht in Panik zu geraten. Hierzulande gibt es HIlfe und Möglichkeiten, auch solche Situationen zu überstehen, mit Unterstützung von Organisationen und Beratungen.
    Und wenn er mit Selbstmord droht und Du eine Gefahr siehst, dann informierst Du eine Organisation wie die Polizei, die sich dann um ihn bemüht.
    Alles Liebe, Hanna

    Hi FloS,
    umso besser, dass Du Dich nun für einen neuen Weg entschieden hast, der zwar superschwer ist, aber letztendlich Dein Leben, Deine Gesundheit und Deine Lebensfreude rettet!!
    Ganz wichtig ist hierbei auch die Offenheit und das Annehmen von Hilfe - auch von außen, also Arzt und Suchthilfe oder auch dieses Forum hier, aber das machst und planst Du ja auch.

    Hallo FloS,
    ich denke, es ist schon über einen längeren Zeitraum machbar, das Verlangen zeitmäßig zu verschieben.
    Du wusstest ja letztendlich vormittags, dass Du abends wieder trinken kannst, trinken würdest - daher konntest Du Deine mögliche Schmacht nach Bier vormittags locker auf den Abend verschieben.
    Vielleicht aber hattest Du bisher um 11.00 vormittags auch noch einen gewissen Pegel oder "Nachwirkungen", so dass der konkrete Wunsch noch gar nicht so wirklich da war.
    Ich kann das ein wenig aus der Zeit nachvollziehen, als ich noch rauchte ( abends rauchte!!)...wenn ich vormittags das Verlangen hatte, konnte ich das ganz locker erstmal wegschieben, ich wusste ja ganz genau..heut abend kann ich wieder und die Vorfreude hat mich besänftigt!!

    Ob es sich bei Dir dann irgendwann gesteigert hätte, wer weiß..ich kenne mehrere Beispiele von Menschen mit Alkoholproblem, die es über Jahrzehnte geschafft haben, wirklich nur in den Abendstunden zu trinken, also keine Steigerung oder Ausweitung in den Tag hinein..aber eine Steigerung der Menge und in die Nacht hinein............