Beiträge von sandra 27

    Hallo Djupy,

    warum solltest Du versagt haben, Du hast soviel getan und er hat es Dir nicht gedankt.
    Es ist ganz einfach: ER WILL NICHT !
    Und da kann niemand was dagegen tun.
    Er stößt sich selbst in den Abgrund, tu Dir das nicht an noch dabei zuzusehen, das bringt keinem etwas.
    Auch wenn es schwer fällt, geh raus, geh spazieren, den Kopf in den Himmel, der Sonne entgegen gestreckt und fühle die Wärme, lass sie Dein Herz umschließen und schenk Dir selbst das Gefühl von Leichtigkeit, Befreiung, atme tief ein und spüre Dich selbst und Deinen Körper.
    Behandel Dich gut, geh sorgsam mit Dir um, achte auf Dich denn Du bist wichtig und wertvoll.
    Bleib nicht auf der Strecke für einen anderen Menschen dem Du nicht helfen kannst, denn ER WILL NICHT.
    Und das darf nicht Dein Problem sein.
    Lass das nicht zu.

    Schönen Abend und ganz viel Kraft

    Sandra

    So, jetzt war ich eine Woche nicht hier. Was ist passiert ?
    Er hat mich tatsächlich in Ruhe gelassen - erstmal. Dafür hat mich seine Mutter kontaktiert und wollte mit mir sprechen, das habe ich komplett abgeblockt. Dann rief er mich vorgestern an, ich ging nicht ans Telefon. Daraufhin folgten Vorwürfe und die Informationen, dass er sich selbst zur Entgiftung in eine Klinik hat einliefern lassen, danach eine anschließende Therapie beantragt ist. Er bekommt angeblich Antidepressiva und ich mache einen Großteil der ihn quälenden Gedanken aus, er muss mit mir sprechen um im Rahmen seiner "Selbsttherapie" alles Geschehene aufzuarbeiten, ihm geht es doch so schlecht usw...
    warum es so schwer ist für mich mal ans Telefon zu gehen.
    Ich war leider schwach und habe mich auf eine Diskussion eingelassen - per SMS - und ihm gesagt, dass er von mir nichts mehr erwarten kann, was er hören will damit alles endlich ein Ende hat und wir gerne sprechen können wenn er eine stat. Therapie hinter sich hat und länger trocken ist. Das er doch mal Verständnis aufbringen muss dafür, dass ich mich nicht länger aufreiben kann.
    Eine Freundin hat mich drauf aufmerksam gemacht, dass es in den Texten immer nur um IHN geht, wie es ihm geht, was ihm helfen kann, was in mir vorgeht und wie ich mich fühle, das interessiert ihn nicht.
    Ich ärgere mich über mich selbst das mir das nicht selbst aufgefallen ist.
    Letztenendes hieß es dann von ihm ich soll mich melden falls ich Interesse habe, er will nicht betteln.

    Bestimmt hatte ich nicht vor mich zu melden.

    Heute dann wieder - Vorwürfe per SMS und Anrufe, ihm geht es so schlecht und ich lehne ihn so ab, will mir nicht anhören was in ihm vorgeht, folglich ist er mir menschlich total egal wenn selbst ein simpler, "ganz unverbindlicher" Anruf zuviel ist. Er schließt daraus das es niemals eine wirkliche Verbindung zwischen uns gab.

    Das ist so gemein, ich bin so sauer.

    Was will er nur von mir, was verlangt er, wieso sieht er nicht ein, dass es mir eh schon schlecht genug geht, warum muss er mich immer wieder damit konfrontieren und mich quälen, warum ist da 0,0 Einsicht oder Verständnis für MEINE Situation. Ich begreife das alles nicht.
    Warum hat das alles so viel Macht über mich und ich bin wieder total fertig und könnte nur Heulen ?
    Natürlich hatten wir was, eine Verbindung, Gefühle und ich mache mir solche Vorwürfe, ich hab alles getan, wollte ihm helfen und beistehen, hab so viel gegeben und mich selbst zurück gestellt, warum bestraft er mich dafür ? Was soll das ?
    Ja, wir hatten schöne Zeiten aber für mich hat sein Alkoholproblem immer alles überschattet, das konnte ich versuchen wegzudrängen aber nicht komplett ausblenden, es war immer präsent und immer präsent war die Angst und Sorge um einen Menschen der mir etwas bedeutet und das man absolut NICHTS tun kann um ihm zu helfen, nur zusehen wie er sich selbst zerstört .
    Denkt man dann wieder ein bischen mehr an sich ist man herzlos, kalt und ignorant, egoistisch.

    Hier steht auch immernoch die Tasche mit seinen Sachen, am Wochenende ist er angeblich zuhause und will "die gegenseitigen Erinnerungen aus unseren Wohnungen entfernen, alles andere macht so gar keinen Sinn".

    Wieso kann das alles nicht aufhören und ich meinen Frieden haben, versuchen alles zu verarbeiten und wieder nach vorne schauen ?

    Was muss ich ihm sagen/schreiben damit er es kapiert und mich in Ruhe lässt ????
    Er akzeptiert meine Entscheidung nicht, spielt das Geschehene runter, ich soll es doch als mahnendes Beispiel nehmen was Alkohol aus einem Menschen machen kann, das war nicht er, das war die Wesensveränderung durch den Alk, ich sollte einschätzen können wer er ist ohne dieses Zeug, ich soll das nicht falsch einordnen. ich bin eine tolle Frau, hätte sowas nicht verdient ... er könnte nur heulen das es so weit kommen musste, er ist ziemlich weit unten, bewirbt sich jetzt für eine schnelle Entgiftung und stellt den Antrag auf stat. Therapie, sehnt ein schnellstmögliches Ende seiner Situation herbei, will und kann das nicht mehr, er ist so entsetzt und bewusst über seine Situation .... bla bla bla

    Ich will das alles nicht hören, ich will doch nur meine Ruhe !!!!

    Hallo und guten Morgen ihr Lieben.

    Den Schlüssel habe ich ihm heute Nacht abgenommen.
    Es geht nicht weiter, es ist Ende im Gelände, ich kann nicht mehr.
    Seine Tasche steht gepackt im Flur, habe alles reingeworfen was er hier hatte, eine ganze Menge Zeug.
    Werde ihm später, wenn er wieder halbwegs klar ist, eine Nachricht schicken, dass es vorbei ist, mehr als vorbei, er mich in Ruhe und sich einliefern lassen, sich selbst helfen muss. Ich will ihn nicht mehr sehen, ich ekel mich vor dem was sich mir da heute Nacht geboten hat, so ein Häufchen Elend, erst schimpfend und dann wieder heulend wie ein kleines Kind. Bin schon den ganzen Vormittag damit beschäftigt die Wohnung sauber zu machen, ich will alles von ihm hier raus haben, jedes Haar, alles abwischen das er angefasst hat.
    Jetzt heißt es dann hart bleiben und sich bloß nicht belabern lassen, jeden Gedanken an Positives zu verdrängen und meinen Weg wieder alleine und in Frieden mit mir selbst zu gehen.
    Es wird bestimmt dauern, ich kenne ihn, er wird mich nicht so einfach gehen lassen.

    Grade ruft er an, ich werde also gleich die Nachricht auf den Weg bringen damit er weiß was Sache ist.

    Lasst uns alle positiv und froh in die Zukunft blicken, ich wünsche Euch allen hier eine Menge Kraft und Liebe zu euch selbst, das ist das wichtigste !

    LG
    Sandra

    Es kam wie es kommen musste ....

    Um 0 Uhr ist er hier eingeschneit. Ich hatte die Haustür von innen versperrt und den Schlüssel quer stecken lassen, keine Ahnung wie er dann aufsperren konnte.
    Dann folgte ein Rumgelaufe in der Wohnung, Beschimpfungen. Am Anfang hab ich mich noch schlafend gestellt aber irgendwann ging das nicht mehr, er hat an mir gerüttelt und mich nicht in Ruhe gelassen.
    Dann ging es immer hin und her, vom Wohnzimmer zur Coutch, ich hab einfach nicht reagiert und das hat ihn noch wütender gemacht.
    Mir schläg das Herz immernoch dermaßen zum Hals, irgendwann hab ich dann meinen Wohnungsschlüssel verlangt und er ist gegangen.
    Natürlich ruft er jetzt ständig an, klingelt an der Tür und steht vor meinem Balkon. Ich reagiere nicht, will nicht die Polizei rufen müssen, ich will das nicht tun müssen.
    Die Klingel ist so laut, die hört man durch s ganze Haus.

    Hab jetzt abgehoben und ihm gesagt wenn er nicht geht ruf ich die Polizei. Angeblich kommt er nicht Heim, hat kein Geld. Er legt sich jetzt vor die Tür sagt er. Soll er, mir egal.
    Erfrieren wird er schon nicht.

    Ich bete das er mich in Ruhe lässt ...

    Ach Hagebutte, es ist so schwer.
    Genau das hab ich vor ein paar Monaten mit ihm schonmal mitgemacht, er hatte was in den falschen Hals bekommen, sich wieder nicht genug gliebt gefühlt, trank dann und stand nachts um 3 sowas von besoffen vor meiner Tür und hat mich aus dem Bett geklingelt. Ich war so erschrocken und hab ihn reingelassen, da ging es dann stundenlang mit Vorwürfen, mir wäre ja alles scheiß egal, das lässt er mit sich nicht machen. Öferts hab ich ihn dann gebeten zu gehen, hab sogar seine ganzen Klamotten in den Hausflur geworden aber er wollte nicht weg. ist ständig hinter mir her gelaufen durch die Wohnung, hat die Beziehung beendet, ich solle meine Sachen bei ihm holen. Handgreiflich ist er nicht geworden,aber ich hatte Angst und habe mich geschämt, gehofft die Nachbarn bekommen nichts mit.
    Irgendwann in der Früh ist er dann eingeschlafen und ich saß fertig und zitternd auf dem Badezimmerboden bis es hell wurde.
    Nachdem er einigermaßen wieder klar war konnte er sich angeblich an nichts mehr erinnern und ich war nur noch verstört. Das war der erste große Knall.
    Erstmal hatte ich den Kontakt abgebrochen, aber er hat immer wieder angerufen, SMS geschrieben, stand vor der Tür oder vorm Balkon. Irgendwie hab ich mich belabern lassen, wir hatten ja auch schöne Zeiten, ich hab mich so allein gefühlt.

    Naja, ich hoffe nur das nicht genau das nochmal passiert.
    Das Telefon ist schon aus, aber leider habe ich nicht die Möglichkeit die Türklingel auszustellen, das hatte ich beim letzten Mal versucht.
    Hatte ihm auch damals bei unserer "Aussprache" danach ganz klar gesagt, dass ich, sollte sowas nochmal vorkommen, sofort die Polizei rufe.
    Das fand er natürlich alles extrem überzogen, konnte sich gar nicht vorstellen das ich Angst hatte, er würde mir doch niemals etwas tun.

    Mein Kopfkino läuft natürlich grade auf Hochtouren, er hat auch einen Schlüssel zu meiner Wohnung.

    Er hat die Beziehung beendet per SMS, weil ich nichts übrig habe für sein Befinden, nie zuhören kann wenn er wirklich was zu sagen hat, kalt bin und kein Verständnis habe, das sieht er für uns beide als ko und mehr möchte er nicht sagen da ich das doch eh nur als die Worte eines Alkoholikers sehe der, wenn er getrunken hat, für manchen keine Seele hat.

    Ich wollte ihm doch nochmal diese eine Chance geben, er hätte Zeit gehabt zum Nachdenken und Handeln bis Sonntag, ich war nicht bereit das es jetzt doch so schnell eskaliert.
    Bestimmt ist das besser so, lieber ein Ende mit Schreicken als .... ist ja bekannt.

    Ich geh jetzt ins Bett, bin einfach nur noch erledigt vom heutigen Tag und den Ereignissen.

    Euch allen eine gute und ruhige Nacht, die wünsch ich mir auch.

    Hab s heute getan, hab ihm ein Ultimatum gesetzt - bis Ende der Woche soll er sich entscheiden, Alkohol oder ich, und ich muss sehen das es ihm ernst ist. Hab ihm einen Zettel gegeben auf dem ein paar meiner Gedanken zusammengefasst sind und auch die Schritte die er unternehmen muss.

    Dann meinte er es ist ein langer Prozess und wenn ich dafür die Ausdauer nicht habe ... Er muss sich erstmal überlegen ob der Druck, den ich da jetzt auf ihn ausübe nicht zu viel für ihn ist, ich übe ja schon lange Druck auf ihn aus, durch meine "ständige schlechte Laune". Er wollte jetzt erstmal ein paar Tage wegfahren und da hätte er nicht viel Zeit zum "abarbeiten meiner geforderten Punkte".

    Dann bin ich nach Hause gefahren. Das war jetzt 4 Stunden her.

    Eben rief er an, hat was getrunken, das höre ich, er meinte nicht viel, er kann durchaus noch klar denken und will mit mir reden. Ich will aber nicht mit ihm reden wenn er nicht 100 % ig nüchtern ist.
    Er macht mir Vorwürfe, wann ich denn mal ein "tolles Zeichen" gesetzt hätte , ich würde nur fordern und nie die Initiative ergreifen, immer nur alles auf sein Alkoholproblem schieben, meine Kritik auch teilweise nicht berechtigt ist. Er würde sich mehr Aktionismus erwarten usw.
    Ich hab einfach aufgelegt. Jetzt zittere ich und mache mir Sorgen was wohl heute noch passieren wird. Ich hoffe er trinkt nicht noch mehr und kommt vorbei...

    @ pittchen : nein, Opa und Freund kennen sich nicht. Mit meinem Opa habe ich auch nie offen über das Thema gesprochen, irgendwie schäme ich mich auch das ich in diesem "mist" gelandet bin, hatte ich doch die Wahl und mich leider falsch entschieden. Ich als gebranntes Kind hätte gleich die Flucht ergreifen müssen, aber mir war nicht klar wie eine Beziehung mit einem Alkoholiker sein kann , wie schwierig und kräfteraubend.

    Danke für den Tipp, ich werde in den anderen Foren mal stöbern, obwohl das meinem Freund eher helfen würde sich da Anregungen zu holen wie man den Saufdruck in den Griff oder überwinden kann. Da liegt ja nicht mein Problem.

    Und auch ein ganz großes Danke an alle anderen die sich melden, man braucht wohl erst eine geballte Ladung Erfahrungsberichte damit sich die eigenen Augen öffnen und man in dem ganzen Schlamassel wieder einigermaßen klar sehen kann. Und vor allem keine Ausreden oder "Abers" mehr sucht ...
    lhr habt alle so recht mit dem was ihr schreibt, nur das alles selbst umzusetzen, das ist natürlich für mich das Schwierigste.

    @ ayki : Er hat es mir gesagt, dass er 3 mal getrunken hat als ich weg war, wir sprechen da ganz offen darüber, Heimlichkeiten könnte ich nicht dulden. Wie schon gesagt, er beschäftigt sich seit Jahren mit seiner Sucht, kann das gut reflektieren, erliegt nur immer wieder dem Saufdruck und ist - wenn ich das mal so nennen kann - einfach nur dämlich sich in bestimmte Situationen zu bringen. Wenn man nach der Arbeit mit den Kollegen in den Biergarten geht ist klar das da nicht nur Cola getrunken wird ...

    Kinder habe ich keine - Gott sein dank, habe hier leider viel lesen müssen wie es Partner geht die auch noch die Verantwortung für ihre Kinder in dieser schwierigen Situation haben und möchte all denen meinen größten Respekt aussprechen, es ist für mich, die da noch nicht lange mit drin hängt und für sich nur alleine verantwortlich ist schon so schwer, wie andere das manchmal jahrelang mitmachen und aushalten können ist für mich unbegreiflich und zeugt von einer extremen Kraft, um sich aus der Situation zu lösen und den Partner endlich zu verlassen, dafür muss man wesentlich weniger Kraft aufbringen als die, das manchmal jahrelange Leid (wenn man es aufwiegt) ertragen zu haben.
    Ich habe da ein Beispiel in meiner Familie, meine Oma ist trotz jahrelangem extremen Alkoholkomsum bei meinem Opa geblieben und hat ihm dann auch ein Ultimatum gestellt - sie hat so leiden müssen, jahrelang, hat ihn nicht aufgegeben und letzten endes ist er nun trocken und der liebste Mensch in meinem Leben und der, zu dem ich aufschaue und auf den ich stolz bin das er es geschafft hat sich aus der Sucht zu lösen und sein Leben so sehr gewandelt und zum positiven veränder hat. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, deshalb bin ich auch immernoch bei meinem Freund. Weil ich gesehen habe das es auch anders geht.
    Vielleicht in meiner Situation nicht der beste Ausgangspunkt ...

    vielen Dank für die schnellen und ehrlichen Antworten, es hilft ungemein wenn man sich austauschen kann.
    Wenn ich den Satz "nimm die Beine in die Hand und lauf" höre treibt mir das Tränen in die Augen. Das haben schon 2 meiner besten Freunde gesagt als ich ihnen erzählte das mein Freund sich als Alkoholiker geoutet hat und ich nun vor der Entscheidung stehe - werde ich diesen Weg mit ihm gehen oder nicht ? Da waren wir erst 3 Monate zusammen, ich hätte mich besser dagegen entschieden.
    Aber ich habe mich informiert, mit einer trockenen Alkoholikerin in meinem Bekanntenkreis viel gesprochen, diese meinte ich soll es tun solange es mir damit gut geht. Das hat sich dann schnell geändert und eben diesen beiden Freundinnen die mir vorher abgeraten haben, ist die Veränderung aufgefallen, nicht nur sie haben mich angesprochen darauf, dass ich nicht mehr so viel und herzlich lache wie sonst, das ich verschlossen bin und man mir ansieht das es mir nicht gut geht. Das das so schnell geht hätte ich nicht gedacht, ich hab mich einfach viel zu tief in diesen Sumpf hinein ziehen lassen und sein Problem zu meinem gemacht, ständig sind meine Gedanken nur um ihn gekreist, ist heute ein guter Tag oder ein schlechter, was kann man miteinander unternehmen um ihn vom Saufdruck abzulenken. ich hab gar nicht mehr an mich gedacht, und das obwohl ich eigentlich ein sehr egoistischer Mensch bin und viel auf meine sozialen Kontakte gebe und auf mich schaue, das es zu allererst mir gut geht.
    Da muss ich jetzt wieder hinfinden, ich befürchte das es ohne Trennung nicht geht, aber das ist schwer, den Gedanken ihn fallen zu lassen und damit Schuld für den entgültigen Absturz zu sein ist schwer aus dem Kopf zu kriegen. Er hat fast nur Freunde die ebenfalls (meiner Ansicht nach und er selbst sagt das auch) ein Alkoholproblem haben, im Moment bin ich wirklich ein ziemlicher Fels für ihn, seine Familie wohnt auch viel zu weit weg. Das macht es nicht einfacher. Wenn er doch nur gleich auf stationäre Therapie gehen würde, das sähe ich als Chance und könnte Hoffnung schöpfen. Ich denke nicht, dass sich die Zeit bis November irgendwie sinnvoll überbrücken lässt ohne Therapie. In der Suchtberatungsstelle hat er schon eine Therapeutin, aber nach der Motivationsphase hat die auch gemerkt das es ambulant nicht zu machen ist. Die ambulante Therapie hätte dann jetzt angestanden,aber weil er es nicht schafft 6 Wochen trocken zu bleiben finden die wöchentlichen Gespräche mit der Therapeutin nicht mehr statt, die ist wohl auch im Urlaub, ich fühle mich da jetzt ziemlich allein gelassen mit ihm.

    Aber ist es dann nicht genau das Falsche - das er es wegen mir tut ?
    Er hat sich schon gegen den Alkohol entschieden, geht in eine Selbsthilfegruppe, schafft es aber trotzdem nicht das Trinken sein zu lassen. Er ist mittlerweile soweit und wollte eine ambulante Therapie starten - dafür muss er aber erstmal schaffen 6 Wochen trocken zu bleiben, das funktioniert nicht. Jetzt meint er doch bereit für eine stationäre Therapie zu sein, aber frühestens ab Oktober/November, denn seinen Arbeitskollegen kann er das vorher nicht antun - ich habe ihn gefragt was dabei mit MIR ist, wie ich das bis dahin noch mitmachen soll.
    Tja, ich muss das in den Griff bekommen, er hat nicht die Kraft mir zu helfen, ich muss mir Hilfe suchen meint er. Das will ich tun.
    Wie genau muss dieses "ihn vor die Wahl stellen" sein, muss ich das an Bedingungen knüpfen oder genau vorgeben wie die nächsten Schritte sein sollen? Wie es in Zukunft weitergehen soll und was er gedenkt gegen seine Sucht zu unternehmen, das hab ich ihn schon so oft gefragt und er gibt die richtigen Antworten, erliegt aber immer wieder dem Zwang.
    Ich denke das ich mich aus Selbstschutz immer weiter emotional distanziere, das merkt er natürlich und hält mir vor ich wäre so negativ und würde immer mit einem beleidigten Gesicht rumlaufen. Soll ich singend und tanzend durch die Wohnung hüpfen wenn ich erfahre das er in der Woche in der ich weg war wieder 3 mal getrunken hat ?
    Wie kann ich damit umgehen ohne das die Liebe - oder nennen wir es Gefühle, Liebe konnte sich durch die Umstände und die kurze Zeit die wir uns kennen noch nicht entwickeln - ohne das das flöten geht ?

    Hallo ihr Lieben.

    Ich bin auch neu hier und weiß einfach nicht mit dem Trinken meines Freundes umzugehen. Er sieht ein das er Alkoholiker ist und will daran arbeiten, schafft es aber einfach nicht aufzuhören. Wir sind noch nicht lange zusammen, 6 Monate erst und er trinkt meistens wenn ich mir Zeit für mich nehme. Das setzt mir natürlich sehr zu. Ich war letzte Woche im Urlaub mit Freunden und da hat er wieder 3 mal getrunken, das zieht mich immer dermaßen runter. Ich verstehe es einfach nicht. Er weiß wo das Problem liegt, kann alles sehr gut reflektieren aber geht "gefährlichen" Situationen nicht aus dem Weg. Sorgt nicht genug vor.
    Wie kann ich besser damit umgehen, ich weiß das ich ihm nicht helfen kann, aber dieses Zusehen müssen und dabei so hilflos sein ist schlimm ...