Beiträge von Penta

    Hallo jamor,

    für mich sind manchmal die vermeintlichen Nebenkriegsschauplätze genau die, die die echten Themen anschneiden.
    Nicht umsonst haben sie oft mehr Publikum als ein einfacher Fragenthread.
    Hier sind die Emotionen sichtbar. Meine und auch deine.
    Ich seh das Forum als Übungsplatz für das, was mir an anderer Stelle das Leben noch schwer macht.
    Wenn wir uns alle hier zusammenreißen, damit ein Idealbild stimmt, geht genau das verloren. Ich jedenfalls bin keine ausgebildete Therapeutin und will es auch nicht werden. Ich bin hier, weil ich süchtig bin.
    Da darf ich mich dann auch so zeigen wie ich bin. Das sage ich jetzt mal so mutig, denn ich bin derzeit ganz weit davon entfernt, das auch wirklich zu tun.
    Ich bin beeindruckt von deiner Offenheit und hoffe, dass du deinen Weg weiter gehst.

    Gruß Penta

    Hallo jamor,

    Zitat

    Ich hoffe für alle die hier austeilen können..dass sie das auch im "realen" leben machen können..auf der Tastatur hinter dem Bildschirm ist das einfach..


    ich denke mal, dass du das nicht wirklich hoffst, sondern vielmehr davon ausgehst, dass zum Beispiel ich im realen Leben nicht so "austeile" wie hier, wenn du mich damit gemeint hast.
    Bei mir ist es eher andersherum. Hier im Forum bin ich inzwischen wesentlich gelassener. Aber das nur am Rande.

    Ich danke dir für deine Antwort.

    @ Dr. Psych. Flat: Mir gefällt der Titel wirklich sehr, jedoch bin ich durchaus schon ein großes Mädel und rede gern für mich selbst, obwohl ich deine Gedanken zu den Gefühlen, vor allem der Angst auch für mich so bestätigen kann.

    Gruß Penta

    Hallo drybabe und jamor,

    Zitat von Notyetaname

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier immer wieder versucht wird, eine Materialsammlung für eine Doktorarbeit oder ähnliches zusammen zu bekommen. Ich untersage deshalb hier schon mal vorsorglich, irgendwelche Äußerungen meinerseits außerhalb des Forums in irgend einer Weise weiter zu verwenden.


    dem schließe ich mich an.
    Jamor, ich habe dich gefragt, worum es dir hier geht, weil es mir nicht klar ist.

    Penta

    Hallo jamor,

    Zitat

    meistens merke ich im gespräch mit rückfälligen..dass der rückfall nicht von heute auf morgen passiert ist..sondern diese gedanken schleichen sich ein und am schluss sucht sich der betroffene nur noch den passenden auslöser um wieder zu trinken.


    wie ist es denn bei dir?
    Warst du schon mal Rückfälliger? Wirst du vielleicht bald einer sein? Was machst denn du?
    Suchst du Strategien für dich oder suchst du Argumente für deine Gespräche mit Betroffenen?

    Gruß Penta

    Hallo schnuffig,

    Zitat

    Mein neuer Job gefällt mir ganz gut, was ich daraus mache, weiß ich noch nicht.


    das halte ich für eine optimale Voraussetzung für einen Job, egal ob neu oder alt. Das nimmt mir zumindest immer wieder Druck und schafft Freiraum für das, was kommt.
    Wer weiß, vielleicht ergeben sich auch durch die "Krönung", die du im Gepäck hast, Möglichkeiten, von denen du heute noch keinen blassen Schimmer hast.

    Schönen Gruß
    Penta

    Hallo Martin,

    Zitat

    aber jeden gleich dort hin schicken wollen ?


    Obwohl mir (!) diverse Psychotherapien sehr geholfen haben, halte ich es im Alltag so, dass ich sie nicht jedem empfehle, auch wenn ich von seelischen Belastungen höre. Was mir hilft, muss beim nächsten noch lange nicht passen.
    Ich halte die Aufnahme einer Therapie aus dem Grund, weil viele sie machen, eher für bedenklich.
    Auch eine Therapie ist kein Allheilmittel.
    Eine "Sucht"-Therapie fehlt mir noch in meiner "Sammlung". :wink: Sie wird in nächster Zeit auch nicht dazukommen.
    Es gilt für mich, immer wieder abzuwägen und genau hinzuschauen, was ich brauche.
    Gruß Penta

    Hallo Uwe,
    danke für deinen Text.

    Zitat

    Es bleiben die Werte – doch Zweifel für die Erreichbarkeit sind erlaubt.


    Erst das Vorhandensein gerade dieser Zweifel macht so manche Werte für mich erst wertvoll. Damals wie heute.
    Das macht sie für mich echt und aufrichtig, denn sie durchlaufen wirklichen Prüfungen, den eigenen.
    Gruß Penta

    Hallo BC,

    ich freu mich fast immer, wenn es wieder ruhiger wird.

    Zitat

    Dann schaltete ich aber den Computer aus und dache mir:"Was soll´s - lass laufen - je lauter Du schreist, desto mehr Kanonenfutter lieferst jetzt, bleib einfach bei Dir."


    So ähnlich denke ich auch oft. Allerdings ohne die "Kanonenfutter"-Gedanken.
    Vielmehr sag ich mir, dass andere sehr wohl ihre Animositäten haben dürfen, denn ich bin auch nicht ohne.
    Ein angenehmes Wochenende wünsch ich mal.

    Gruß Penta

    Hallo Hartmut,

    Alkoholikerin zu sein, bedeutet für mich, mir dessen bewusst zu werden/sein, dass ich wirklich keine Chance habe, mit Alkohol zu leben.
    Es ist nicht der Aufbau des Feindbildes Alkohol, der mich Handlungen vollziehen lässt, die mir ein Leben ohne den Stoff ermöglichen, sondern meine möglichst realistische Einschätzung des Risikos, wenn ich tu, was ich tu.
    Auf der einen Seite erliege ich dem Stoff, wenn ich ihn mir wieder zuführe und auf der anderen Seite erliege ich meinen Traumwelten, wenn ich mich überschätze. Das Ergebnis ist für mich dasselbe.
    Leider gehört meine Überschätzung zu dem, womit ich mir den jahrelangen Gebrauch von Alkohol immer wieder legitimierte. Sie führte mich schon seinerzeit zum Stoff hin. Ich trage sie schon länger mit mir rum als ich abhängig war vom Stoff. Ich war es nicht nur gewöhnt, Alkohol zu trinken, sondern auch, mich immer wieder zu überschätzen.
    Und meine Fehleinschätzungen werde ich nicht dadurch los, dass ich mich ein Jahr lang von Kneipen fernhalte oder meine Wohnung alkfrei mache. Das sind für mich sehr wichtige Instrumente, die mich dabei unterstützen, mich vom Stoff zu lösen. Aber mein eigentliches Problem wird immer meine realistische Einschätzung dahinter bleiben.
    Für mich gibt es ein: "Ich kann nicht“. Das sage ich nicht nur so, weil mir ein "Ich will nicht." wegen irgendwelcher Ängste oder Hemmungen nicht über die Lippen kommt, sondern es drückt für mich aus, dass ich wirklich nicht dazu in der Lage bin, gesund mit Alkohol umzugehen, sofern es sowas wie einen gesunden Umgang damit überhaupt geben kann.
    Aber daraus ergeben sich meine zahlreichen „Ich will nicht“.
    Für die Einschätzung der Stabilität meiner Trockenheit ist es unerheblich, wie lange ich schon abstinent bin, denn ich habe mir bereits bewiesen, dass ich in der Lage bin, sehr lange zu „funktionieren“. Das ist für mich ein typisches Muster aus Zeiten, in denen ich noch trank. In dem Moment, wo es nicht mehr dieses „Funktionieren“ für mich ist, sondern Bedürfnis, komme ich dem nah, was für mich heute Leben als trockene Alkoholikerin bedeutet.

    Gruß Penta

    Hallo Erik,

    Zitat

    Positiv erscheint mir nur die Tatsache, das es im ganzen laaaangem letzten Jahr nur 1+1+1+1,5 Rückfälle waren!

    auch auf die Gefahr hin, dass ich dich nicht "erreiche", finde ich an Rückfällen nix Positives.
    So viel Mühe ich mir auch geben will, bleiben sie für mich Ausdruck der noch nicht bewältigten Sucht.
    Mir ist sehr bewusst, dass das garantiert nicht aufbauend wirkt, aber entscheidend ist für mich nicht, dass ich mir meine Schwächen von früher schönrede, sondern heute aktiv ansetze. Da darf ich dann auch sehr positiv denken.
    Allerdings sind mir 5 Rückfälle in einem Jahr eindeutig 5 zuviel.

    Gruß und schönen Montag.
    Penta

    Hallo Martin,

    auch ich brauche keine Silvesterfeier, wie du sie wahrscheinlich kennst.
    Ich feierte in diesem Jahr mein zweites Silvester. Vollkommen ohne Alkohol mit Menschen, die ebenfalls keinen Tropfen Alkohol getrunken haben. Das waren die zwei schönsten Silvesterfeiern, die ich seit langem erlebte.
    Verlangen brauchte ich das von diesen Menschen gar nicht. Sie trinken teilweise schon länger als ich keinen Alkohol mehr und niemand von ihnen ist trockener Alkoholiker.
    Nur weil du etwas nicht kennst, heißt es nicht, dass es das nicht gibt.

    Gruß Penta

    Hallo Uwe,

    Zitat

    Ich nehme mir den Freiraum es entweder mal auszuhalten oder eben aktiv etwas dagegen zu tun – je nachdem wie „schmerzhaft“ ein hinschauen nach den Ursachen ist.


    in Situationen, in denen alte Muster sich so sehr aufdrängen, dass sie fast schon wieder da sind, ist mir ein Hinschauen nach den Ursachen unmöglich.
    Da bleibt mir oft nur das stumpfsinnige Abarbeiten von Geübten.
    Das Aushalten ist dabei für mich zwar auch eine Alternative, jedoch nicht die geeignetste. So bleibe ich in der Handlung. Andere nennen das den Notfallkoffer.
    Die Ursachenforschung kann ich an grauen Tagen nicht betreiben. Dazu ist an helleren die bessere Gelegenheit.

    Gruß und einen angenehmen Montag.
    Penta

    Hallo Uwe,

    als ich vor Jahren davon hörte, dass irgendwelche Wissenschaftler in Tests herausfanden, dass sich wichtige biochemischen Vorgänge in Köpfen von Depressiven doch durch Psychotherapie beeinflussen lassen, war das für mich Motivation für mein Tun.
    Mir schafft mein fragmenthaftes Laienwissen über sowas keinen "Freiraum" zum Nichtstun. Ganz im Gegenteil.

    Gruß Penta

    Hallo schnuffig,

    sagen die Leute, dass du arrogant bist oder kommt es dir so vor, als ob sie dich dafür halten?
    Wenn sie es sagen, ist es für dich ja insofern unwichtig, als dass sie natürlich ihre Meinung über dich haben dürfen.
    Sollte es jedoch dein Gedanke sein, wird es schon etwas komplexer, denn da könnte wohl noch so ein klitzekleiner Restzweifel über das sein, was du nun für dich Gutes tust? :wink:
    Egal. Ich wollte zum Halbjährigen gratulieren.
    Alles Gute und weiter so!

    LG Penta

    Guten Morgen und ein frohes und gesundes neues Jahr!

    Ich möchte mitteilen, dass das Nordlicht und ich unsere "Schichten" im Chat heute getauscht haben:
    Penta von 12 bis 14 Uhr
    Nordlicht von 14 bis 16 Uhr.

    Gruß Penta

    Hallo Hans,

    Zitat

    frag da nächste Woche mal nach


    nö, das werde ich ganz sicher nicht. :wink:

    Ich vermute mal, dass du hier bist, weil du etwas für dich mitnehmen möchtest. Was es genau ist, darfst du selbst bestimmen.
    Die Risikominimierung hab ich von Anfang an nicht auf "die lange Bank" geschoben. Sie ist für mich ne wichtige Sicherheit.

    LG Penta

    Hallo Hans,

    es ist auch für mich sehr wichtig, jemanden zum Reden zu haben oder zum Schreiben hier.
    Letztlich wird mich jedoch nur mein konkretes Handeln entweder wieder trinken lassen oder eben nicht.
    Wie sieht es bei dir mit dem aus, was in den Grundbausteinen hier empfohlen wird?

    Gruß Penta