Hallo Jil,
seit Januar 2010 trinke ich keinen Alkohol mehr und seitdem war ich auch nicht mehr auf derartigen Veranstaltungen.
In diesem Forum wird die Risikominimierung empfohlen. Dazu gehört das Meiden solcher Veranstaltungen (aber nicht nur!). Dabei geht es darum, dass das Säuferhirn bei Kontakt (Sehen, Riechen, Schmecken...) mit Alkohol, trinkenden Menschen oder Dingen, die zum Konsum gehören, eben anspringen kann. Das ist keine mentale Geschihte, sondern ein tatsächlich nachweisbarer Vorgang im Hirn von Alkoholikern.
Klar kann es sein, dass jemand keinen Saufdruck bekommt vor, während oder nach dem Besuch der Veranstaltung.
Nur kann das niemand wissen oder berechnen oder gar irgendwie steuern.
Es ist und bleibt Russisch Roulette, ein riskanter Test, der am Ende zu Saufdruck führen kann und ob du dem dann widerstehst, steht wirklich in den Sternen, denn das ist eine sehr schwere Übung.
Für mich geht es dabei nicht darum, irgendeine "Meinung zu vertreten" oder hier Tipps für Anfänger zu verteilen. Die Rückfallzahlen bei Alkoholikern zeigen mir, dass die Risikominimierung auch nach Jahren der Abstinenz durchaus ihre Berechtigung hat.
Am Anfang wollte ich mir das Trockenwerden etwas leichter machen, indem ich es vermied, mich in gefährliche Situationen zu bringen.
Inzwischen lebe ich sehr gut und ziemlich zufrieden ohne alklastige Veranstaltungen.
Jemand schrieb hier mal: "Wenn ich nicht zum Alkohol gehe, kommt er auch nicht zu mir."
Ich kann es auch etwas anders sagen.
Wenn ich mir wünsche, Menschen zu treffen, die nicht oder sehr wenig Alkohol trinken, ist es für mich vollkommen unsinnig, sie dort zu suchen, wo Alkohol getrunken wird.
Ich trinke keinen Alkohol und mich würdest du niemals auf einer solchen Veranstaltung treffen können. Aber ganz oft woanders. Denn zu Hause versauern möchte und tu ich auch nicht.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mehr Menschen gibt, die ohne Alkohol leben, als ich mir mit meinem nassen Kopf früher vorstellen konnte.
Inzwischen kenne ich einige davon und vermisse wirklich gar nichts. Weder das Lachen, noch den Spaß oder irgendwas anderes, was für mich zu einem zufriedenen Leben dazu gehört.
So, wie es derzeit aussieht, werde ich an Silvester einen Raclette-Abend zu Hause veranstalten. Alkfrei. 
Gruß Penta