Beiträge von Penta

    Liebe Lori,

    verstehen oder nicht verstehen ist doch vollkommen unwichtig. Hauptsache muss sein, dass es für dich leichter wird und dass du redest.
    Du machst einen Schritt! Das ist doch schön.
    Ich freu mich für dich. Bis dann. Bin gespannt, was du berichtest.

    LG Penta

    Hallo Dirk,

    ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ich diskutiere nicht gern über Dinge, die für mich klar sind.
    Ich habe selbst auf solche Diskussionen in meinem Hinterkopf keine Lust, deshalb probiere oder teste ich da nichts aus. Das ist mir wirklich zu anstrengend.
    Und du? Nun haste gesehen, dass es "sauschwer" war. Weißt du das wirklich erst jetzt? Was machste an der nächsten roten Ampel?
    Mir gefällt euer Ampelsystem aber sonst recht gut.

    LG Penta

    Liebe Lori,

    niemand verlangt, dass ein Patient mit der kompletten Diagnose zum Arzt geht. Gerade vor ein paar Tagen begleitete ich jemanden in eine Klinik in dessen Küche ein Zettel mit den Worten "nicht grübeln" an der Wand hing, wie ich später herausfand.
    Er ging dorthin und schilderte, wie es ihm derzeit geht. Alles Weitere überlies er den Ärzten und er war gestern sehr froh, diesen Schritt getan zu haben. Er fühlt sich sicher und verspürt Erleichterung.
    Ich kann mich sehr gut an meine "schlimmen" Zeiten erinnern, in denen es mir ähnlich ging, wenn ich endlich Hilfe bekam. Auch mir fiel es sehr schwer, Hilfe wirklich anzunehmen.
    Nur Mut.

    LG Penta

    Liebe Lori,

    ich kann sehr gut verstehen, wie es dir geht. Auch andere verstehen ganz sicher deine Situation, weil sie ähnliche Dinge ebenfalls erlebt haben.
    Ich leide seit langer Zeit an Depressionen und in meinem Umfeld tun es auch einige Menschen.

    Ich helfe gern. Aber eins ist eine Grundbedingung dafür, dass Hilfe überhaupt greifen kann: Der Betroffene muss (!) bereit sein, etwas zu tun.
    Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, für das, was DU jetzt tun kannst.
    Wenn deine einzige Lösung ist, jetzt zu saufen, weil du so viele Gründe dafür hast, dann solltest du das vielleicht tun.

    Aber du kannst in einer Krise auch in ein Krankenhaus gehen, mit Menschen in deiner Umgebung oder am Sorgentelefon reden, etwas tun, damit du auf andere Gedanken kommst (Rausgehen, Radfahren, ein Bad nehmen - keine Ahnung, was du mögen könntest), auf jeden Fall damit dafür sorgen, dass du eben nicht in ständiger Gefahr eines Rückfalls rumeierst.
    Wenn die eine Therapie für dich nichts war, warum gehst du nicht an einen anderen Ort?
    Ich weiß, dass sowas alles andere als einfach ist. Aber wenn du dort bleibst, wo du jetzt bist, wird es möglicherweise bald unmöglich, überhaupt etwas zu tun.

    LG Penta

    Hallo Dirk,

    rot, aber eigentlich gelb und sowieso willst du es probieren.
    Alkohol gibt es dort, das steht fest. Aber nur abends. Bis 19 Uhr Dableiben versprichst du dir und hasenpfote. Ist 19 Uhr jetzt schon abends oder nicht?
    Und hasenpfote kennst du ja nur von hier, der bist du keine Rechenschaft schuldig.
    Bleibst nur noch du. Wie oft hast du dir schon etwas versprochen und nicht gehalten?

    Warum ist es so wichtig heute dorthin zu gehen?
    Was rechtfertigt das Risiko Saufdruck zu bekommen?
    Was, wenn du doch nicht gehst, weil du dein Versprechen ähnlich ernst nimmst wie eine rote Ampel?
    Für mich ist das ziemlich viel Eierei, wenn ich das mal vorsichtig ausdrücken darf.

    LG Penta

    Hallo Dirk,

    Zitat von clubchef

    die garage ist mit einem "rot" belegt.
    aber wie soll ich es ausdrücken oder beschreiben...

    ich habe keinen saufdruck, aber ich habe das verlangen dort auch meine freunde (die mich beim nichttrinken unterstützen) zu treffen und mich mit ihnen auszutauschen.
    das brauch ich einfach.


    darf ich mal fragen, aus welchem Grund du die Garage mit einem "Rot" belegt hast?

    LG Penta

    Hallo Dirk,

    für mich war die Erkenntnis, dass es tatsächlich Menschen gibt, für die der Nichtgenuss von Alkohol ganz "normal" ist, fast wie eine Offenbarung.
    Naja, ganz so schlimm war es nicht, aber ich hatte mich so an mein nasses Leben und Umfeld gewöhnt, dass ich alles andere als unnormal einstufte.

    Wenn ich mal so in die Runde gucke, leben gar nicht mal so wenig Menschen ohne Alkohol.
    Und ja, es ist so, dass sogar viele dabei sind, die gar keine Alkoholiker sind.
    Ich möchte dir Mut machen, weiter solche Menschen finden zu wollen. Es gibt sie und ich empfinde es als sehr angenehm, meine Zeit mit Menschen zu verbringen, die keinen Alkohol konsumieren. Freut mich sehr für dich, dass du dieses Erlebnis hattest.

    Auch hier gilt wohl der hier oft zitierte Spruch "Wer will, findet Wege..".
    Für mich ist es gar nicht mal ein Ausdruck meines Schutzbedürfnisses, dass ich eben zu keinen Veranstaltungen gehe, bei denen Alk konsumiert wird.
    Das ist mehr ein Ausdruck meiner Selbstbestimmung. Ich bestimme, was ich tu und mit wem ich meine Zeit verbringe oder wer seine Zeit mit mir verbringt. Meine Bedingung ist die Alkfreiheit. Das klappt. Und das klappt ohne Stress und Zwang oder Verbote.

    LG Penta

    Hallo Melanie,

    ich bin nicht böse. Ganz im Gegenteil.
    Wie welche Diskussionen wo entstehen, is mir eher unwichtig.
    Ich kann nur das berichten, was ich erlebt habe. Ich habe gesteuert und geregelt, damit meine Sauferei nicht auffällt.
    Und nein, ich habe nicht jeden Tag gesoffen und nochmal nein, ich habe nicht gesoffen, wenn es eben nicht ging. Ich habe Nieschen ausgenutzt und sie mir zum Schluss ganz bewusst selbst geschaffen, weil ich das Trinken als meine Beschäftigung neben der Arbeit genutzt habe.
    Ob du oder wer auch immer, es glaubt oder nicht, der Kontrollverlust begann dann, wenn ich getrunken habe.
    Ich kenne es nicht, vor dem Regal Alkohol zu stehen und den unbändigen Drang nach dem Leeren der Flaschen zu verspüren. Auch kenne ich nicht das Gefühl der Gier, was mir andere berichteten, wenn sie die Wassertropfen an einem Bierglas runterlaufen sehen.

    Sicher habe ich dann Gedanken an Alk und sicher springt da auch mein Suchtgedächtnis an und sicher kann ich gerade dann schwach werden, weil ich denke: "Ach so schlimm ist das doch jetzt nicht!".
    Aber Druck kenne ich anders.
    Den habe ich erlebt. Und ansatzweise habe ich solche Situationen heute immer noch.
    Da habe ich Angst etwas zu tun, was ich gar nicht will. Da kann ich nicht real von unreal unterscheiden. Da kann ich für mein Tun nicht die Hand ins Feuer legen, weil ich nicht mehr steuern kann, was ich letztlich tu. Da bin ich nicht mehr Herrin meiner Sinne.
    Sowas kenne ich im Zusammenhang mit Alk nicht. Auch nicht wenn du mich bittest, ehrlich zu sein.

    LG Penta

    Hallo HansHa,

    Drucksituationen kenne ich als ein unbändiges Verlangen etwas zu tun ohne dass ich noch selbst steuern kann, was ich wirklich will.
    Die habe ich in der Vergangenheit in einem anderen Zusammenhang ziemlich intensiv verspürt.
    Ich trank aus langer Weile oder weil ich ein Problem betäuben wollte oder weil ich lustig werden wollte oder weil ich immer um diese Zeit (Feierabend) trank. Oder weil es endlich mal wieder einen Anlass gab.
    Druck war da nicht. Ich konnte das noch relativ gut steuern.
    Vielleicht meinen wir dasselbe und ich differenziere wegen meiner anderen Erelbnisse mehr.

    Penta

    Hallo HansHa,

    tut mir leid, ich kann mich an Suchtdruck, in dem Sinne, wie er hier an vielen Stellen beschrieben wird, noch nicht mal in meiner nassen Zeit erinnern.
    Ich musste nicht morgens nachtanken und mir lief nicht beim Anblick von Bier (mein Getränk) das Wasser im Mund zusammen.
    Ich trank, weil ich trinken wollte und nach dem dritten Bier verlor ich zunehmend und immer häufiger die Kontrolle.
    Ich weiß und das lese ich hier auch immer wieder, dass es einen Unterschied zwischen Suchtdruck und dem Gedanken an Trinken oder Alkohol gibt.

    Ich habe nun mal keinen Suchtdruck verspürt. Und nu?
    Glaubst du mir das nicht und ich will dich auch von nix überzeugen, entspreche ich aber dem, was du hier als nicht ernsthaft an ihrer Sucht arbeitend hinstellst.
    Ich denke es ist sowas von wurscht, ob jemand Suchtdruck hat oder nicht. Es ist auch total wurscht, ob jemand Verzichtsgedanken verspürt oder nicht.

    Für mich ist wichtig, was ich tu, damit ich nicht in die Gefahr komme, Suchtdruck bei mir auszulösen.
    Und für mich ist wichtig, was ich mit dem Gedanken mache, wenn ich beginne, den Verzicht bei mir zu spüren.
    Nicht der arbeitet besser an seiner Trockenheit, der die größten Horrorgeschichten zu erzählen hat.
    Sondern für mich sind die Langzeittrockenen Vorbilder, die aktiv Alternativen finden und ihr Leben heute gestalten.

    Penta

    Hallo Torki,

    Glückwunsch zu deinen 9 Wochen!
    Ich hatte auch fast ähnliche Gedanken wie du und freu mich für dich.
    Irgendwer schrieb mal irgendwo, dass es manchmal schon reicht, nur ein kleines bisschen an der Schraube zu drehen und dann ändern sich so viele Dinge.
    Es muss nicht immer die große Veränderung oder der große Umschwung sein, der mich mich besser fühlen lässt.

    Schöne 10. Woche.
    Penta

    Hallo,

    Zitat von gavris


    Zur Erklärung: Alkoholiker trinken NICHT weil sie das so GERNE WOLLEN, sondern weil Schmerzzustände für sie unerträglich geworden sind.


    das kann ich so für mich nicht bestätigen.
    Nicht der Schmerz ist die Ursache dafür, dass ich gesoffen habe, sondern der Mangel an geeigneter "Medikation".
    Der Schmerz ist heute noch da.
    Allerdings bin ich seit über einem Jahr auf der Suche nach geeigneten oder besser: gesunden Mitteln, mit ihm umzugehen.

    Ab welcher Phase meiner "Karriere" ich das Mittel Alkohol nicht mehr im Griff hatte, ist mir ziemlich egal.
    Fakt ist, dass ich es irgendwann als meine einzige Strategie ansah, um mit mir klarzukommen. In schönen und in schweren Momenten.
    Das habe ich ganz bewusst jedes Mal getan, wenn ich mir die Flaschen kaufte und sie dann leer machte.
    Und genau so bewusst kann ich jetzt davon wieder weg kommen. Und willentlich.
    Ich werde niemals trocken leben können, wenn ich das nicht so will.
    Und natürlich kann ich wieder saufen, wenn ich das will.

    LG Penta

    Hallo Torki,

    hier sind einige unterwegs, die nicht gerade das gängige Klischee eines Alkoholikers erfüllen. Aber eins haben viele gemeinsam: Sie fühlen sich ohne Alkohol gesund und lebendig und sie wollen ohne Alkohol leben.

    Ich erlebe das gerade selbst. Ich freu mich auf meinen zweiten abstinenten Sommer und das ist das, wovon ich schreibe in meinem Tagebuch im geschlossenen.
    Das ist mit Sicherheit für den einen oder anderen, der das liest, langweilig, aber für mich ist es mein jetziges Leben und das gefällt mir so.

    Ich konnte hier schon viel für mich schreibend sortieren und das ist mir wichtig.
    Für mich ist sehr interessant, was du schreibst, denn viele Dinge kann ich gut nachempfinden.
    Ein angenehmes Wochenende wünsch ich dir!

    LG Penta

    Hallo HansHa,

    Zitat von HansHa


    Erst als ich mir mein Verhalten rückschauend noch mal angesehen habe, musste ich feststellen, dass da noch eine Menge nasse Gedanken und nasses Verhalten waren. Das hat sich in vielen Kleinigkeiten manifestiert. Ich bin zum Glück sehr früh darauf aufmerksam gemacht worden und konnte so etwas ändern.


    für mich ist es mit fast allen Dingen so, dass ich sie erst in der Rückschau so einigermaßen beurteilen kann.
    Daraus ergeben sich dann die Sachen für heute und jetzt. Ich weiß, dass dieser Prozess für mich niemals aufhören wird und hoffe, dass ich immer wieder aufmerksam werde oder gemacht werde und dann handeln kann.
    Halbherzige Veränderungen gab es bei mir in der Vergangenheit auf fast allen Gebieten. Natürlich auch beim Alk. So konnte das nix werden. Zumindest das ist mir jetzt klar.

    Nasse Gedanken haben auch Menschen, die viel länger trocken sind als ich. Sie sind kein Phänomen der Neuen.
    Auch darin sehe ich eine Gefahr für mich. Ich lese hier oft von "am Anfang" und "im ersten Jahr". Und dann?
    Für mich steht fest, dass mein Suchtgedächtnis mich begleitet, solange ich lebe. Und ich merke, wie ich inzwischen auswähle, was ich mitnehme auf meinem Weg.

    LG Penta