Beiträge von Penta

    Hallo gavris,

    hart arbeiten hört sich für mich ziemlich stressig an. :?
    Ich habe mich eben gefragt, ob Alkohol für mich auch eine "Ersatzbefriedigung" war. Daran schließt sich gleich die Frage nach dem an, wofür der Alk konkret der "Ersatz" war.
    Hart an etwas arbeiten, was nicht konkret benannt wird, ist bestimmt schwierig.
    Wofür war der Alk für dich die "Ersatzbefriedigung"?

    Zitat

    bestimmte Dinge, die zu viel besseren, gesunderen, einfach schöneren Situationen führen würden


    Welche "Dinge" könnten das denn gewesen sein?

    LG Penta

    Hallo Savina,

    ich lese hier immer mal mit.
    Für mich ist nicht wichtig, wessen Meinung ich bin. Ich habe meine eigene und die ist mir sehr wichtig.
    Ich kann immer mal abwägen und schauen und dann anpassen. Aber tun muss ich nichts, was ich nicht für mich klarbekommen habe.
    Es ist nicht wichtig, was Kaleu denkt und es ist auch nicht wichtig, was andere hier denken. Wichtig ist, was du für dich tun willst. Dazu kommst du, nachdem du für dich deine Spielregeln machst.

    Wie ich es mache und was ich tu, ist allein meine Sache.
    Im Januar schlug ich hier auf und hab erst mal meine Wohnung von dem Zeug befreit. Und so nach und nach begegneten mir Menschen, die keinen Alkohol trinken.
    Ich kenne jetzt genug, um zu wissen, dass es sie gibt und dass ein Leben ohne Alk ziemlich normal sein kann.
    Ich möchte nicht mit Menschen zusammen sein, die nicht auf Alkohol verzichten können, bei denen das Zeug einen höheren Stellenwert hat als Dinge, die mir wichtig sind. Ich bin mir wichtig. Und ich will mir einige Sachen nicht unnötig schwerer machen.

    Ich halte mich nicht für sonderlich diszipliniert und regelkonform. Dazu habe ich auch gar keine Lust. Ich ordne nix meiner Sucht unter. Ich will leben. Und das will ich so, wie es mir gefällt und passt.

    Leben kann ich nur, wenn ich abstinent bin. Das ist für mich die Grundlage aller Dinge, die sonst noch passieren können und dürfen.
    Ich fühle mich durch nichts eingeschränkt, weil mein Umfeld alkfrei ist.
    Die Frage ist doch, was wirklich wichtig und was wichtig wofür ist. Was willst du? Wo soll dein Weg hingehen? Wie soll dein Leben aussehen? Womit und ohne was oder wen kannst du leben? Na sowas halt ...

    Diese Selbstzweifel kenn ich auch. Die hatte ich auch und hab sie jetzt manchmal noch. Aber so langsam klärt sich eins nach dem anderen und dann besteht hier und da kein Grund mehr zu zweifeln.
    Bleib an dir dran! Ich finde, du liest dich ziemlich gut.

    LG Penta

    Hallo Kaleu,

    mir geht das Thema hier irgendwie nicht aus dem Kopf.
    Ich habe den Eindruck, dass du davon ausgehst, dass alle Gesunden Alkohol trinken und sie deshalb eine Regel, wie ich sie nur für meine Wohnung und mich eingerichtet habe, einschränken könnte.
    Damit wird ein Klischee bedient, was ziemlich verbreitet ist, wie ich finde.
    Mir begegnen in letzter Zeit sehr viele Gesunde, die einfach aus Überzeugung keinen Alkohol trinken. Nicht jeder, der keinen Alkohol trinkt, ist auch krank.

    Der Umgang mit ihnen gibt mir nicht vordergründig Sicherheit, sondern zeigt mir, wie Leben ohne Alk auch funktioniert. Und das ziemlich gut.
    Nix Regel von außen, sondern einfach meine innere Überzeugung ist die Ursache dafür, dass ich niemanden in meiner Wohnung Alkohol trinken lasse oder mich nicht mit Leuten umgebe, die das tun.
    Das wollte ich nur nochmal hier hinstellen.

    Gruß Penta

    Hallo Kaleu,

    in der Zeit, in der ich jetzt nicht mehr trinke, habe ich einige Verabredungen abgesagt oder gar nicht erst zugesagt, bei denen es Alkohol geben sollte. Und ich tu das meistens mit der Begründung, dass ich keinen Alkohol trinke. Oft ergaben sich Gelegenheiten, diese Menschen zu treffen, ohne dass Alk im Spiel war.

    Ein Freund meldet sich seit einigen Monaten nicht mehr bei mir, weil ich ihm sagte, dass wir nur Kontakt haben können, wenn er nüchtern ist.
    Er weiß, dass es in meiner Wohnung keinen Alk gibt. Er fragte mal, ob er sich sein Zeug mitbringen dürfe. Darf er, aber dann muss auch er draußen bleiben. Er kam nie wieder zu Besuch. Ich vermisse ihn nicht. Denn sein Alk-Konsum war ihm offenbar wichtiger als ich.

    Wenn es deinen Leuten so leicht fällt, keinen Alk mitzubringen, was macht es dann so schwer für dich, das auch offen festzulegen?
    Es ändert sich doch an dem Zustand von jetzt nichts. Oder?
    Mir ist wichtig, dass einige Sachen klar sind. Ich möchte nicht riskieren, dass ich doch irgendwann mal über sowas diskutieren muss. Es ist allen Beteiligten klar, dass bei mir kein Alkohol getrunken wird und ich auch nicht an Dates teilnehme, bei denen meine Leute Alkohol trinken.

    Ich sage meinen Leuten nicht ständig, dass sie nicht trinken dürfen, wenn ich dabei bin. Sie wissen, dass ich mir die Option frei halte zu gehen oder gar nicht erst bei solchen Terminen aufzutauchen. Mich gibt es halt nur, wenn es auch keinen Alk gibt. Darüber brauch ich nicht mehr diskutieren. Das finde ich sehr angenehm.

    Was hindert dich wirklich, dich zu positionieren? Du hast ja keinen Besuch, der Alk mitbringt, du vermeidest es lediglich, dich zu positionieren. So hört es sich zumindest für mich an.
    Deine Trockenheit oder Abstinenz ist dir ja wohl wichtig, nur warum ist sie an dieser Stelle nicht so wichtig? Was wird da wichtiger, denn die "Gefahr" scheint dir ja bewusst zu sein, sonst würdest du nicht an anderen Stellen so konsequent sein?

    LG Penta

    Moin Kaleu,

    ausdrücklich DAS.

    Ohne Trockenheit
    - keine Zufriedenheit,
    - keine Gesundheit,
    - keine Partnerschaft, die funktionieren kann,
    - kein Kontakt zu meinen Kindern, der auf gegenseitigem Respekt und Achtung beruht,
    - früher oder später kein Job mehr
    - usw.

    Lieben Gruß
    Penta

    Hallo Kaleu,

    für mich ist meine Trockenheit das zentrale Element für ein zufriedenes Leben.
    Ich muss mir keine Theorien zusammen basteln, wie es mir vielleicht früher hätte gehen können oder wie es Menschen geht, die kein Suchtproblem haben.
    Ich bin süchtig nach dem Stoff Alkohol. Gebe ich meiner Sucht nach, ist meine Zuifriedenheit lediglich eine kurzfristige Fassade und bald wieder komplett weg.

    Sicher ist nicht jeder trockene Alkoholiker zufrieden und bestimmt auch nicht jeder, der nicht süchtig ist.
    Jedoch wenn ich von mir ausgehe, kann ich sagen, dass die nasse Penta alles andere als zufrieden war. Und das würde ich gern ganz mutig für andere nasse Alkoholiker verallgemeinern: Nasse Alkoholiker sind schon mal gar nicht zufrieden.

    Also ist für mich die Trockenheit sehr wohl die Voraussetzung für meine Zufriedenheit, aber umgekehrt meine Zufriedenheit ein sehr starkes Element für die Erhaltung meiner Trockenheit oder besser: Abstinenz.
    Beides bedingt sich gegenseitig.

    LG Penta

    Hallo,

    was nützt es mir zu wissen, ob es nun 2% der Alkoholiker schaffen trocken zu bleiben oder 50%???
    Dann weiß ich immer noch nicht, ob ich dazu gehöre.
    Und dafür besteht eine Chance von 50%, oder? Saufen oder nicht saufen.
    Ne andere Quote, die irgendwie für mich wichtig sein könnte, gibt es für mich nicht.

    Zitat

    und wenn ich Alkoholikerin bin, verlange ich deswegen nicht von allen Leuten rund um mich, dass sie in meiner Gegenwart nie ein Glas Wein oder Bier trinken dürfen


    Das tu ich auch nicht. Ich verlange nichts!
    Jedoch weiß ich, dass ich ein Suchtgedächtnis habe, das vollkommen unwillkürlich arbeitet. Und deshalb halte ich mich von solchen Veranstaltungen und Menschen, die Alkohol trinken, möglichst fern.

    Für mich ist vollkommen unwichtig, wieviel das ist. Schon ein Glas kann für mich den Rückfall bedeuten, wenn ich Saufdruck bekomme.
    Jeder kann tun, was er will. Ich auch. Ich kann gehen oder gleich fernbleiben.
    Wenn die Menschen wissen, wie wichtig mir das ist, nehmen sie Rücksicht, ohne dass sie das "müssen". Und sie wissen es, weil ich mit ihnen darüber rede.
    Jedenfalls hab ich das bisher so erlebt. An verschiedenen Stellen.

    LG Penta

    ... Nachtrag.

    Allerdings halte ich es auch für recht merkwürdig, wenn niemand anderes Bescheid weiß.
    Ist das Nichtouten dann vielleicht eine Folge des Nichtanerkennens der eigenen Alkoholkrankheit?
    Jedenfalls fällt es mir relativ leicht, mich zu outen, denn ich bin nun mal Alkoholikerin. Das ist für mich inzwischen fast normal.
    Es gehört ja nunmal zu mir dazu.

    LG Penta

    Hallo cduck,

    ich finde nicht, dass das Outen "notwendig" ist.
    Du musst ja gar nix. Und wenn du damit klarkommst, wie es ist, ist es doch gut.

    Ich bin seit ca. 9 Monaten ohne Alk unterwegs und es waren teilweise keine leichten Monate. Immer wieder hatte ich Gedanken an Alk und immer wieder hatte ich Zweifel an der Richtigkeit meines Tuns und an mir.
    Ich war manchmal froh, dass ich in "guten" Zeiten versucht habe, die Fallstricke wegzuräumen, die mich in "schlechten" Zeiten garantiert erwischen.
    Wenn die wichtigen Leute wissen, was mit mir los ist, brauch ich mich auch nicht verstecken, wenn es mir schlecht geht oder ich ein Problem mit der einen oder anderen Situation habe.

    Mich würde dieses Versteckenmüssen noch zusätzlich belasten.
    Ich möchte mir den ohnehin schon schweren Gang zu meiner Trockenheit so angenehm wie möglich machen.
    Dazu nehme ich die Peinlichkeit eines Outens erst mal in Kauf, weil es mir für die Zukunft einiges leichter macht.

    LG Penta

    Hallo Maria,

    ich will nicht mehr saufen, weil ich jetzt klarer denke und die Zeit für Dinge nutzen will, die ich ziemlich angenehm finde.
    Mir ist die Zeit zu schade, um sie mit Saufen oder dem Rauschausschlafen zu verbringen.

    LG Penta

    Hallo Wolfgang,

    diese Löcher, aus denen ich nicht so gut heraus komme, kenne ich auch.
    Vielleicht ist die Aufgabe, da herauszukommen jetzt gerade etwas groß. Vielleicht darfst du auch erst mal drinnen bleiben? Was ist denn so schlimm dabei, zu leiden und sich schlecht zu fühlen?
    Warum kämpfst du dagegen so sehr an?
    Ich stelle mir das ziemlich anstrengend vor. Eine Pause vom Kampf gegen das Verbleiben im Loch ist doch auch mal erlaubt. Vielleicht ist das Rauskommen dann wieder leichter, wenn es nicht so sehr sein MUSS?

    LG Penta

    Hallo,

    ich hab mal deine Daten eingegeben und kam bei einer Laufzeit rund um die Uhr und einem Preis von 20 Cent je kw/h auf ca 3.500 € im Jahr. :shock::shock:

    Wobei man den Sommer bei der Laufzeit pro Tag rausrechnen muss, dann sind es ja nur noch ca. 1750 € oder so... :?:?:shock:

    Nee, geht nich... :twisted:

    Gruß

    Hallo,

    Zitat von Ghiuirgean


    Ich aber bin gar nicht süchtig (bitte nicht verwechseln, ich bin Alkoholiker,
    keine Frage)

    Irgendwie bin ich da gerade etwas ratlos. Ich würde mich freuen, wenn du das etwas näher erklärst.

    Bisher war es für mich so, dass der Alkoholiker an Alkoholismus leidet. Soweit ich weiß, ist der Alkoholismus eine Suchterkrankung und wird deshalb auch weitläufig als Trunksucht oder Alkoholsucht bezeichnet (sagt das bekannte Online-Lexikon).
    Und wenn ich an einer Sucht leide, bin ich doch süchtig. Oder etwa nicht? :?

    LG Penta