Beiträge von Jessie1983

    Liebe Erdbeere,

    da ich in einer ähnlichen Situation stecke und auch nie so ganz von meiner Mutter weggekommen bin, kann ich gut verstehen wie es Dir geht.
    Auch ich will meine Mutter nicht ganz aufgeben aber mittlerweile ist ihre Sucht so weit fortgeschritten, das ich nichts mehr tun kann.
    Du hingegen solltest Klartext mit ihr reden, wenn sie nüchtern ist !
    Du könntest ihr das sagen, was Dir auf der Seele liegt. Das Du weißt, das sie ein Problem hat. Das sie sich Hilfe suchen sollte. Das Du ihr nur helfen möchtest und sie liebst. Das Du sie nicht verlieren willst.
    Wenn auch alles reden, drohen (ich werde mir das nicht länger mit ansehen etc.) nicht fruchtet, bist Du an demselben Punkt wie ich angelangt und es liegt nicht mehr in Deiner Hand, was aus ihr wird.
    Ich würde es an Deiner Stelle wirklich im guten probieren. Mit ihr offen und ehrlich reden, auch über Deine Gefühle ihr gegenüber, den Enttäuschungen, der Verzweiflung....
    Ich wünsche Dir viel Glück !

    LG Jessie

    Wahnsinn, Spacy. Ich hab Deine Einträge gerade gelesen und finde es großartig, das Du so um Dein Kind kämpfst denn genau das braucht Dein Sohnemann. Jemanden, auf den er wirklich zählen kann. Schlimm genug das er schon so viel Mist erleben musste. Man kann nur hoffen dass das keine bleibenden Schäden hinterlässt und ihr beide ein normales Leben führen könnt. Ein Glück hat der kleine Mann noch Dich !
    Viel Glück euch beiden.

    Hallo Filinchen,
    es tut mir immer wieder leid zu lesen, das es so viele Familien gibt, die von der Alkoholsucht betroffen sind.
    Ich bin kein Arzt und kann Dir somit auch nicht sagen was Dein Vater hat aber es klingt natürlich nicht gut und gesund, was Du da schreibst.
    Ich denke ein richtiger Arzt, der Deinen Vater untersucht, wird euch da mehr zu sagen können.
    Es gibt viele Alkoholiker, die "Selbstmord auf Raten" machen, wie man so schön sagt. Abhängige, bei denen es niemals "Klick" macht und die ggf. auch bis zum Tod nicht aufhören zu trinken.
    Du oder Deine Familie könnt da nicht viel machen denn es ist sein Körper, sein Leben, sein Überlebenswille und wenn das trinken das A und O in seinem Leben ist und er nicht trocken werden will, könnt ihr daran nichts ändern.
    Es ist einfacher gesagt als getan aber Du musst Dir immer wieder sagen das es nicht Deine Schuld ist und das es so kommen wird, wie es kommen soll. Entweder es macht "Klick" oder eben nicht. Wenn es nicht Klick macht ist es natürlich möglich, das er nicht mehr lange leben wird, nach allem was Du da schreibst, aber das liegt nicht in eurer Hand. ER SELBST muss es einsehen !
    Ich habe ein ähnliches Problem mit meiner Mutter und hab auf sie eingeredet bis zum geht nicht mehr aber es bringt alles nichts.
    Ich wünsche Dir viel Kraft !

    LG Jessie

    Hallo Chris,

    ich verstehe Dich leider nur zugut, denn ich bin in derselben Situation mit meiner Mutter. Unsere Geschichten ähneln sich unheimlich und es tut mir leid für Dich, das Du das durchmachen musst.
    Ich habe vor 2 Jahren den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen weil ich es nicht mehr ertragen konnte. Sie nimmt immer mal wieder Kontakt zu mir auf. Heißt, sie ruft stinkbesoffen an, macht mir Vorwürfe, ich sei nicht für sie da und ich wäre das letzte...
    Es vergeht KEIN TAG an dem ich nicht an sie denke, an dem ich mir keine Vorwürfe mache, ihr nicht helfen zu können...und doch ertrage ich diesen Psychoterror nicht mehr. Ich hab mittlerweile eine 2 jährige Tochter und ich kann es mir nicht mehr leisten, ständig am Boden zu sein, weil meine Mutter mal wieder durchdreht. Aus Eigenschutz bzw. Schutz für mein Kind ist es also letzendlich zum Kontaktabbruch gekommen.
    Ich kann Dir, bzw. Deinem Vater, wirklich nur wünschen das es endlich, endlich "Klick" macht und er sein Problem in den Griff kriegt. Es ist nicht schön ein Elternteil so zu sehen, aber nichts tun zu können.

    Hm,....irgendwie hab ich das Gefühl das es hier zwei "Lager" gibt. Die einen die hoffen, beten und glauben, das die Eltern irgendwann zur Vernunft kommen und die anderen, die diese "Krankheit" so annehmen und sich distanzieren. Ich zähle sowohl zur ersten als auch zur zweiten Sorte.
    Erst mal finde ich das Wort "Krankheit" immer äußerst merkwürdig. Eine Krankheit ist beispielsweise Krebs, die ich bekommen kann ohne es zu wollen. Zum Alkohol greift man freiwillig, das kann man also sehr wohl beeinflussen.
    Meine Mutter trinkt seit Jahren und ja, ich sehe mich mittlerweile in der Opferrolle. Als Kind hatte ich großes Mitleid mit ihr, mittlerweile empfinde ich nur noch Hass weil sie, in meinen Augen, den einfachsten Weg gewählt hat. Sie gibt sich die Kante, macht sich zum Nabel der Welt und gibt allen daran die Schuld - nur sich selbst nicht ! Sie hatte ne schlimme Kindheit, ihr Vater starb als sie 15 war, mit 29 verlor sie meinen Vater...
    Joa, klasse aber was hat das MIT MIR zutun ?
    Ich hatte folglich auch eine schlimme Kindheit, ohne Vater, dafür mit saufender Mutter die mich beleidigte, mich mit Sachen bewarf und mich so psychisch fertig gemacht hat, das ich mich mit 17 umbringen wollte.
    Das ist also alles ganz verständlich und normal denn sie ist ja krank ?
    Sorry, in meinen Augen ist dass das letzte. Ein Kind auf die Welt zu schmeißen dem man das Leben zur Hölle macht, nur weil man mit seinem eigenem scheiß Leben nicht klarkommt ?
    Wenn das so stimmt, müsste ich längst schon saufen, meinen Mann mit reinziehen, meine 2 jährige Tochter mit reinziehen denn auch ich hätte einen "Grund" zu saufen. Warum tue ich es nicht und warum tut sie es ?
    Man hat VERANTWORTUNG, wenn man Kinder in die Welt setzt. Man hat, in gewisser Weise, zu funktionieren und tut man das ne Zeitlang nicht, gibt es sämtliche Hilfsangebote, die man annehmen kann. KEIN Elternteil hat das Recht dazu, sein eigenes Kind bewusst zu zerstören und doch sehen das wohl einige anders als ich.

    Auch ich kann Dich sehr gut verstehen. Gerade in der Schwangerschaft ist man öfter mal durcheinander und die Hormone spielen verrückt. In solchen Momenten wünscht man sich sicherlich eine "normale" Mutter und keine, um die man sich ständig sorgen muß, obwohl man selbst genug mit sich selbst zutun hat !
    Als meine Tochter geboren wurde, reagierte ich damals rigoros und brach den Kontakt ab, was ich vorher nie getan hatte. Ich wollte mein Kind schützen und alles dransetzen, das sie diesen Psychoterror nicht mitbekommt und ganz normal aufwächst. Ohne Alkohol oder irgend welchen anderen Drogen. Das ist mir gelungen, sie davor zu bewahren. Allerdings habe ich trotzdem ein schlechtes Gewissen meiner Mutter gegenüber und das wird auch sicher so schnell nicht vergehen.

    Auch ich wünsche Dir trotz allem eine wunderschöne Kugelzeit. Versuche einfach, es besser zu machen als es unsere Mütter getan haben !!!

    Hallo ihr Lieben,

    schön das ich so schnell freigeschaltet wurde denn ich brauche DRINGEND Rat. Ich fass es mal zusammen, sonst schweift das zu sehr aus und es wird ein Roman :

    Mein Vater starb 1991 völlig unerwartet im Alter von 32 Jahren an Magen-Darm Krebs. Meine Mutter war damals 29, ich war gerade 8 geworden. Sie hatte kurz nach dem Tod meines Vaters schon einige Männerbekanntschaften und als ich 11 war, zog dann ein neuer Kerl mitsamt seiner Kinder bei uns ein. Das war wohl die Zeit, in der sie anfing zur Flasche zu greifen. Seither war sie Abends dauerbesoffen, terrorisierte uns alle, randalierte.....Ich würde mal sagen ihr Kerl war damals der Auslöser dafür weil er auch gern trank und dann grundsätzlich Stunk suchte und handgreiflich wurde. Mit 14 hielt ich das nicht mehr aus und ich drohte damit, freiwillig ins Heim zu gehen. Kurze Zeit später trennten sie sich, was ich aber nicht auf meine Drohung zurück führe denn wie es mir in all den Jahren erging, war meiner Mutter ziemlich schnuppe.

    Von Jahr zu Jahr wurde unser Verhältnis schlimmer sodass ich mit 17 auszog. Bis vor 2 Jahren hatten wir noch regelmässigen Kontakt. Ich bekam ihre Ausraster mit, wie sie Randaliert hat, mit der Polizei in Kontakt kam, alles und jeden in ihrem Umkreis fertig gemacht hat, sodass früher oder später jeder das Weite suchte.

    Ich wurde grundsätzlich persönlich sowie telefonisch beleidigt, das kann ich gar nicht mehr alles aufzählen weil es eben permanent vorkam. Ich sei der letzte Dreck, ich müsse mich gefälligst um sie kümmern denn dazu sei ich da (Ihre Mutter und 7 Geschwister wollen mit ihr nix mehr zutun haben...), mein Vater würde sich im Grab umdrehen wenn er wüsste, was aus mir geworden ist und und und.

    Vor 2 Jahren bekam ich meine Tochter und das war der Punkt, an dem ich den Kontakt abgebrochen habe. Ich zog weg aus ihrer Nähe und seither hatte ich ein ruhigeres Leben bis auf die üblichen Zwischenfälle. Bitterböse Mails über wkw etc. Ich schrieb ihr vor Monten einen letzten Brief, dem ich Adressen von Psychiatern beilegte aber auch das brachte, wie immer, nichts. Sie weiß, das sie ein Problem hat. Ihre Standardsätze sind jedoch "ich trinke zwar aber ich funktioniere noch" (was nicht der Fall ist denn sie wurde schon aus allerhand Jobs geschmissen weil sie ständig krank feierte, hat Schulden die sie nicht zahlen kann u.ä.) und "ich hab ja nur noch den Alkohol".

    Das sie mich über JAHRE hatte, entfällt ihr völlig und das sah sie auch damals nicht, als ich noch da war. Damals hieß es sie trinkt, weil sie meinen Vater verloren hat und ihr Leben so schlimm ist und heute heißt es, sie trinkt weil ich sie verstoßen habe und ihr ihre Enkelin genommen habe. Die Schuld liegt also grundsätzlich woanders, nur nicht bei ihr denn sie ist der Narbel der Welt und sie tut alles, um nur ja irgendwie im Mittelpunkt zu stehen. Ob sie nun Scheiben zerschmeißt, ausrastet, beleigigt oder mit Selbstmord droht - Hauptsache sie wird irgendwie beachtet.

    Über Jahre hinweg trichterte sie mir bewusst/unbewusst ein, das ich für sie da sein muss denn sie hat niemanden mehr, außer mich. Ich muß für sie da sein, ihre "Macke" tolerieren denn sie ist ein erwachsener Mensch und tut das, was sie will und nicht das, was ich ihre sage.

    Man sieht, meine Jahrelangen Drohungen ich sei irgendwann weg und würde den Kontakrt abbrechen und selbst dann die Umsetzung davon das ich gehe und sie 2 Jahre im Leben ihrer Enkelin verpasst hat, hat sie nicht zum Umdenken bewogen denn nun hat sie ja wieder nen neuen Grund zu saufen - "ich hab ja eh niemanden mehr....".

    Ich weiß nicht mehr, wie ich damit umgehen soll. Ich hab selbst seit Jahren durch all diese schlimmen Erfahrungen und Erlebnisse massive, psychische Probleme und immer im Hinterkopf "ich lasse sie im Stich", "ich muß für sie da sein", "ich muß was tun ...". Die Frage ist, was SOLL, was KANN ich tun ? Es fruchtet nichts mehr, rein gar nichts mehr.

    Sie bekam die Diagnose Knoten in der Brust, wobei sie sich nie drum gekümmert hat, das weiter untersuchen zu lassen. Man weiß nicht ob es ein gutartiger oder bösartiger Knoten ist. Selbst das bringt sie nicht zum grübeln. Sie säuft und säuft und säuft. Vorzugsweise ihren heiß und innig geliebten Wein und davon Literweise pro Tag !

    Ich kann behaupten, das ich derzeit nur Hass empfinde. Hass auf sie, das sie mir all das angetan hat nur weil sie so viel Seelenmüll hat, den sie nie hat behandeln lassen. Hass, weil sie sich nicht ändert. Weil sie nichts einsieht. Weil sie eher in Kauf nimmt das ich gehe, anstatt sich Hilfe zu suchen...
    Und doch weiß ich ganz genau wie ICH enden werde, wenn ihr was passiert, wenn sie sich zu Tode säuft oder irgendwann stink besoffen vor ein Auto rennt. ICH werde es dann sein die niemals damit klarkommen wird. Sich ihr ganzes Leben lang vorhalten wird, nicht genug versucht zu haben. Nicht genug getan zu haben. Sie fallen gelassen zu haben. Sie auf dem Gewissen zu haben denn es war meine Pflicht, auf sie aufzupassen weil es niemanden mehr gibt, der das tut und weil ichs nicht getan habe, bin ich - wieder mal - an allem Schuld....

    Ich wäre über Tipps bzw. Ratschläge, wie ich mit all dem weiterleben und umgehen soll, sehr sehr dankbar....