Danke, Daniel, für Deine Anteil nehmenden Worte - und an alle anderen fürs Lesen. Im Moment ist mein Mann (nach Monaten!) gesprächsbereit, wahrscheinlich weil er bei mir Veränderungen wahrnimmt. Auf die Umstände seines heftigen mehrtägigen Absturzes vor 6 Monaten möchte er nicht weiter eingehen, er möchte auch nicht hören, wie ich in diesen Tagen gelitten habe. Er möchte mit mir darüber sprechen, dass er vorhat, künftig "kontrolliert" gelegentlich Bier zu trinken, das wären aus seiner Sicht ca. 5-6 Fl. je 0,5 l ein Mal pro Woche. Und dafür möchte er von mir die Absolution haben. Autofahren unter Alk möche er nicht mehr... Dass er überhaupt nicht mit der Substanz Alkohol umgehen kann blendet er aus, ich werde ihn fragen wie er sich momentan einordnet. Als nasser Alkoholiker, als kontrollierter Trinker, oder wie...
Suchtberatung, SHG kommen für ihn nach wie vor nicht in Frage. Und ich bin entsetzt über mich, dass ich sofort wieder Hoffnung schöpfe dass unsere Ehe doch nicht zerbricht, wenn er sich überhaupt zugänglich und gesprächsbereit gibt. Wahrscheinlich erfülle ich alle Anzeichen einer perfekten Co., hab mir schon Literatur bestellt.
LG
Beiträge von Aufbruch2010
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Heute möchte ich mich vorstellen, nachdem ich hier seit geraumer Zeit sehr, sehr viel gelesen habe und mein eigenes Schicksal in vielen Beiträgen wiederfinde. Ich habe meinen Mann vor 14 Jahren als trockenen Alkoholiker kennengelernt, vor unserem Kennenlernen hatte er eine LZT hinter sich, wurde mit guter Prognose entlassen, lehnte den Besuch einer SHG jedoch ab. Vor ca. 1,5 Jahren hat sich der Alkohol wieder eingeschlichen in sein Leben. Er meinte, fortan kontrolliert trinken zu können. Dieses Experiment ist nicht geglückt. Es gab bereits einen heftigen mehrtägigen Absturz, danach erfolgte ein (!) Besuch einer Suchtberatungsstelle, mir zuliebe. Weitere Therapien oder Gruppenangebote wurden wieder abgelehnt. Er versprach mir, nichts mehr zu trinken und gab mir zu verstehen, dass er nun endgültig eingesehen hat, nicht kontrolliert trinken zu können. Es ging und geht aber weiter mit dem Trinken. Mittlerweile werden Streitgespräche bewußt von ihm herbeigerufen, damit er einen Grund hat, sich Bier zu kaufen. Die ersten Flaschen werden oft sofort komsumiert, so dass die Autofahrt nach Hause alkoholisiert erfolgt. Ein Novum ist, dass er dazu übergegangen ist, heimlich zu trinken. Eine Wesensveränderung ist parallel zum Trinken auch eingetreten, sein reizbares und zu Wutausbrüchen neigenes Wesen liegt nun offen zutage. Wenn ich mit ihm Gespräche über sein Trinkverhalten führen möchte, lehnt er das recht aggressiv und kategorisch ab. Ich bin in Behandlung bei einem Familientherapeuten und suche auch eine Suchtberatung auf. Allmählich habe ich das Gefühl, körperlich krank zu werden, in eine Depression zu verfallen, Resignation macht sich breit. Unser soziales Umfeld ist seit längerem zerbrochen, die Verhaltensweisen meines Mannes waren nicht immer 'diplomatisch' und auch nicht immer sozialverträglich. 2010 ist für mich das Jahr der schmerzhaften Lernprozesse, der Hinwendung zu mir selbst und des Abschiedes aus einem Leben, das ich so nicht mehr weiterleben will. Ich sehe wenig Alternativen zu einer Trennung, obgleich mein Mann die 60 schon überschritten hat.
Ich danke Euch für Eurer Lesen und danke dass ich hier sein kann. Es ist schade, dass man im öffentlichen Bereich keine PN versenden kann.