Hallo Hartmut,
tue ich gar nicht, man hat mir nur mal an einer anderen Stelle gesagt, man solle nicht "man" schreiben, sondern in der ich-Form.
Ich ziehe mich nun endgueltig zurueck, wie man es macht ist es eh verkehrt.
Bye
Flor
Hallo Hartmut,
tue ich gar nicht, man hat mir nur mal an einer anderen Stelle gesagt, man solle nicht "man" schreiben, sondern in der ich-Form.
Ich ziehe mich nun endgueltig zurueck, wie man es macht ist es eh verkehrt.
Bye
Flor
Hallo!
Hartmut, ich denke, er kann sich einstufen, wenn er darueber liest, aber in Deinem Thread Tiefpunkt unbedeutend bin ich auch Deiner Meinung, es spielt keine Rolle, wie tief man unten war und es bringt nichts an der Vergangenheit zu kleben.
allesweg schrieb:
ZitatDenn zur Zeit kommen immer mal wieder schlechte oder traurige gedanken auf und somit Lust etwas zu trinken.
Aber ich es verlief jetzt glatt und ich versuche mich so gut es geht mich abzulenken.
Ich denke, mit Ablenken allein ist es nicht getan. Das ist zu oberflaechlich. Ich wuerde mir immer visualisieren, was alles passieren wuerde, wenn ich wieder anfange, wie schlecht ich mich danach fuehlen wuerde und ich wuerde mir das selber nicht verzeihen.
Stefan, was macht Dein Notfallkoffer? Ist er fuer das WE gepackt???
LG
Flor
Hallo!
Silberkralle, vielen Dank fuer den Link, dachte mir auch, das es das Thema schon gibt, interessiert mich sehr, ich werde mich mal da durchlesen.
pfundi, auch Dir danke - fuer Deine Beschreibung. Ich kann das gut nachvollziehen, weil ich auch jeweils wenn ich abends zu viel getrunken hatte, wieder frueher angefangen hatte, um dem "Schlechtfuehlen", was zwar noch kein Zittern war, aber doch ziemlich unangenehm, entgegenwirken wollte.
Am fatalsten war am Ende, das ich kein Sekt oder Bier mehr vertrug wegen der Kohlensaeure (Bauchschmerzen), jedoch Rum in Saft, und dieser Konsum zunahm, so 3 mal die Woche am Nachmittag. Da war es Zeit, die Notbremse zu ziehen. Zum Glueck hatte ich noch keine "richtigen" Entzugsprobleme.
So, nun aber wieder zurueck zu Stefan und nicht seinen Thread zu sehr fuer andere Themen "missbrauchen".:?
LG
Flor
Hallo Stefan,
ich habe mich vielleicht ein bisschen falsch ausgedrueckt, ich habe noch keine schwere koerperliche Krankheit, "nur" eine Fett-Leber, die mir bis in den linken Brustkorb reicht. Der Moment, an dem daraus eine Zirrhose werden koennte ist nicht mehr weit. Entsprechend hatte ich auch viele Probleme mit der Verdauung, die sich nun langsam wieder regulieren...
Ich erschrecke mich jedesmal ueber solche Geschichten wie die von Pfundi, wo es derartige koerperliche Entzugssymptome gibt, das man nur noch trinken kann, um das zu verhindern. Da ich den Beruf der Arzthelferin gelernt habe, sind mir die medizinischen Aspekte vielleicht auch viel mehr gegenwaertig als anderen und damit die Aengste vor den Krankheiten.
Ich musste zum Glueck diesen Tiefpunkt auch nicht erreichen, aber man koennte die Frage einmal in den Raum stellen, ob man immer erst ganz unten sein muss, um die Kurve zu kriegen!?
Ich glaube nicht. Das meiste muss im Kopf stattfinden. Weil ich 15 Jahre lang beinahe jeden Abend eine Flasche Wein leer gemacht habe, und selten morgens, mittags oder nachmittags getrunken habe, kann ich ja nicht gleichzeitig sagen, ich bin weniger Alkoholikerin als ein anderer, der beinahe schon daran gestorben ist und den Tag mit einer Flasche Korn begonnen hat, oder? Du bist 25 und es waere toll, wenn Du es gar niemals so weit kommen laesst! Mit dem Alter hat das auch nichts zu tun. Nur mit dem Kopf. Ich werde dieses Jahr 43. Die Lebenserfahrung spielt bestimmt auch eine Rolle, aber fuer mich kommt zuerst die Erkenntnis, dann die Einsicht und dann das Handeln.
LG
Flor
Hallo Stefan,
ich weiss nicht, ich bin durch Hartmut sehr verunsichert. Ich soll hier keine Ratschlaege geben. Aber was soll ich dann schreiben? Ich bin halt nicht so er Typ, der nur Floskeln schreibt wie "Weiter so, nur zu, bleib dran." Ich spreche die Dinge so aus, wie ich sie sehe. Mir gefaellt, das Du Wert darauf legst, deswegen werde ich Dir weiter schreiben. Aber ein bisschen neutraler. Hartmut hat insofern vielleicht Recht, ich muss ein bisschen vorsichtiger sein, weil ich im gleichen Boot sitze wie Du.
Deine letzten 3 Antworten auf die Fragen von Manfred klangen fuer mich sehr gut. Und Deine Angst ist bestimmt auch eine Hilfe, das erste Glas stehen zu lassen!
Ich habe keine solche Angst, wieder zu trinken, weil ich (noch) nichts verloren habe. Aber ich habe etwas zu verlieren. Ich habe mir mit meinem Lebensgefaehrten ein neues Leben (ich bin ausgewandert) aufgebaut und hatte starke koerperliche Probleme nach 15 Jahren fast taeglichen Trinkens, die m i r Angst gemacht haben. Ich habe Angst davor, sehr krank zu werden bzw. an Leberzirrhose zu sterben und mein neues Leben nicht mehr leben zu koennen. Was ich bei Dir sehe, ist, das Du erst ein neues Leben finden musst, weil du alles verloren hast, was Bedeutung hatte. Das stelle ich mir sehr viel schwerer vor.
Ich muss nun mit meiner Katze zum Tierarzt in den naechstgelegenen Ort (2 Stunden entfernt) fahren, hier gibt es keine ausreichende aerztliche Versorgung, auch nicht fuer Kleintiere... Wenn mir eine Ader in der Speiseroehre platzt, hilft mir hier niemand. Auch deswegen habe ich aufgehoert.
Liebe Gruesse aus Suedamerika
Flor
...
ZitatSo, das hatte ich geschrieben, bevor ich Deine Antwort gelesen habe, ich schicke es mal ab und antworte Dir nochmal auf Deine Fragen.
Ich denke, nun finden wir den richtigen Weg....Dieser letzte Satz galt Hartmut!
Ich erzaehle mal kurz:
Ich bin ausgewandert, ich habe einfach alles hinter mir in Deutschland gelassen, um ein neues Leben mit dem Menschen den ich liebe in einem anderen Land zu beginnen. Dazu gehoerte fuer uns beide, den Alkohol wegzulassen. Und ich denke Du hast Recht, das war eine Trinkpause, denn es war mir nicht so klar wie heute, das wir nicht lernen koennen kontrolliert zu trinken. Wir waren motiviert, weil wir uns ein neues Leben aufbauen wollten, wo uns Alkohol behindert haette beim Aufbau der gemeinsamen Firma etc. Im Vordergrund stand dabei das neue Leben. Nicht das Nicht-Trinken. Wir haben den Alkohol weggelassen, aber nicht aus dem Leben gestrichen fuer immer. Und nach 9 Monaten gesagt, o. k. wir goennen uns mal wieder ein Schlueckchen, das wird doch bestimmt gehen. Aber es ging nicht.
Das ist nun ueber 2 Jahre her. In diesen 2 Jahren habe ich nach vielen kleinen trockenen Phasen endlich verstanden, das ich noch einmal ein neues Leben in meinem neuen Leben beginnen muss, und zwar ohne Alkohol.
Ich danke Dir fuer diesen sehr wertvollen Ansatz!
Flor
Hallo silberkralle,
danke Dir fuer Deine Unterstuetzung, denn sie entspricht ganz und gar dem, was zur Zeit in mir passiert. Ich bin euphorisch und vorsichtig.
Ich lasse mich hier nicht in irgendwelche Schemen hereinpressen. Ich bin doch kein unmuendiger Vollidiot, vorher haben wir doch geschrieben, ich entscheide, ob ich wieder trinke oder nicht, ich bin diejenige, die morgens aufsteht und sich gut fuehlen will, ich arbeite taeglich daran. Ich will gesund werden!
Und auf einmal lese ich nur noch, lass dich nicht austricksen, Du weisst doch gar nichts, bis unerfahren.
Ich behaupt doch gar nicht, das ich geheilt bin oder die Super-Erfahrung habe. Ich will mich hier lediglich austauschen, um meinen Weg zu staerken. Und ich glaube, jeder Alkoholiker hat seinen Weg, der sich zwar nach Strukturen und Grundbausteinen richtet, aber er ist immer individuell!!!
So, das hatte ich geschrieben, bevor ich Deine Antwort gelesen habe, ich schicke es mal ab und antworte Dir nochmal auf Deine Fragen. Ich denke, nun finden wir den richtigen Weg.
Flor
Hallo Hartmut,
ich wollte Dich nicht angreifen. Ich wollte auch nicht den Therapeuten spielen. Ich habe nur meine Meinung gesagt und mich am Gespraech beteiligt. Ich dachte, das wir in einem Forum sind und jeder irgendwie auch seine Empfindungen zu dem was jemand schreibt, aussprechen darf und aus den Antworten fuer sich selber noch etwas lernen darf. Dem ist aber wohl nicht so. Auch wenn es so klingt, ich bin nicht beleidigt, aber ich ziehe mich lieber aus dieser Expertenecke zurueck. Wie lange muss ich denn trocken sein, bis ich mich hier am Austausch mit Gleichgesinnten beteiligen darf? Ich war bereits mal 9 Monate trocken, aber solche Regeln sind doch anmassend. Wieso kann ich nicht der Meinung sein, das hier jemand neben der Struktur einen Zuhoerer braucht? Habe ich so unrecht? Ich habe zunehmend den Eindruck, ein gerade trocken gewordener Alkoholiker ist fuer Euch ein Unmuendiger. Ich schreibe doch nur, was ich (bzw. nicht) in seiner Situation tun wuerde.
Gruss Flor
Hallo Hartmut,
aber das wuerde bedeuten, das ich mir kein bisschen trauen darf, und das halte ich nicht foerdernd fuer eine Heilung!
Ich sollte das nochmal etwas verifizieren. Wenn wir zum Einkaufen in den naechst groesseren Ort fahren, der 2 Stunden von hier weg ist, gehen wir Mittagessen. Dabei haben wir auch schon in den letzten Alkoholzeiten mittags kein Bier mehr getrunken, da wir ein neues Auto haben, mit dem wir wieder heile und sicher nach Hause fahren moechten. Insofern halte ich das fuer ungefaehrlich.
Gefaehrlich waere es fuer mich, wenn ich meinen Geburtstag - wie im vorletzten und letzten Jahr mit Party (was hier alle begruessen wuerden) feiern wuerde. Deswegen plane ich das heute schon um (Wellness, s. o.).
Weiterhin wuerde ich auch in keine Discothek mehr gehen.
Und ich weiss, ich kann nicht gut allein sein. Wenn mein Partner den ganzen Tag unterwegs ist, wie in der vorletzten Woche, dann sind das alte Strukturen, die mir schaden. Aber deswegen kann er nicht den ganzen Tag neben mir sitzen und auf mich aufpassen. Da muss ich neue Strukturen im Alltag schaffen.
Ich denke, ich habe schon verstanden, worum es hier geht. Ich hatte nur beschrieben, das ich mich sehr wohl ohne Alkohol fuehle und das ich bei diesen Mittagessen es schon normal empfinde, eine Limonade zu trinken und ich aus diesem Gefuehl schoepfen kann. Ich halte nicht an alten Strukturen fest oder teste etwas aus.
Dennoch danke ich Dir, das Du mir hilfst, meine Sinne zu schaerfen und alles was ich tue, nochmal zu hinterfragen. Wie ich oben schon schrieb, es gehoert auch Selbstvertrauen dazu und daraus entsteht ein weiteres Stueck Narzissmus oder Selbstliebe. Oder bist Du der Ansicht, man darf sich ueberhaupt nicht trauen? Das wuerde fuer mich heissen, ich bin ein Roboter und bleibe auf dem programmierten Punkt stehen ohne voranzukommen! Wie sieht fuer Dich eine Entwicklung aus, etwas lebendiges, ein Nachvorneschauen? Eingesperrt in einer Kammer leben, statt zu lernen?
Gruss
Flor
Hallo!
Ich finde, Ihr geht gar nicht so recht auf das ein, was allesweg schreibt. Im Gegenteil, wird er von Euch die ganze Zeit eher zurecht gewiesen. Ich meine aber, er ist in einer Phase, wo er noch nicht die Strukturen hat, die er braucht, weil er seine Gedanken erst ordnen muss. Die Menschen sind unterschiedlich. Ihr hattet ja schon zweimal den Veracht, das er nicht trocken ist. Das kann man so nicht sagen. Aber nach meinem Empfinden, fehlt es noch bis zur letzten Entscheidung, nie wieder zu trinken und ich empfinde ihn auch als labil. Ich weiss nicht, ob ihm in seiner Situation diese Massregelungen etwas bringen. Meiner Meinung nach benoetigt er beides, die Bausteine und einen Gespraechspartner. Ich meine auch, er muss uns nicht alles so detailliert erzaehlen, aber da ist offensichtlich ein sehr grosses Beduerfnis.
-> allesweg, das Gespraech mit dieser Freundin hat Dir nicht wirklich etwas gebracht, oder?
Nochmal zum Thema Einsamkeit! Eins empfinde ich persoenlich ganz stark! Alkohol macht einsam! Es veraendert den Menschen auch in Gesellschaft und im Grunde genommen hat jeder nur noch seine koperperliche Befriedigung durch den Stoff im Kopf. Man kann die Dinge nicht mehr richtig sehen und wie Du ja auch schon festgestellt hast, man macht sooo viel kaputt. Es laesst einen traege und gleichgueltig werden, an den Problemen und an der Beziehung zu arbeiten. Wenn Du Dich zuknallst und ins Bett legst (was ich auch frueher gemacht habe), dann machst Du einfach nur zu und arbeitest gar nichts. Mich hatte das sogar total depressiv und verzweifelt gemacht. Das halte Dir immer vor Augen. Was passiert, wenn Du Dich verkriechst...
LG
Flor
Hallo Hartmut!
Ich bin also euphorisch? Nachdenk. Ist aber nichts schlimmes, oder? Wie ich ja auch schon schrieb, ich bleibe auf der Hut. Denn Du hast Recht, man kann sich so leicht selber einen vormachen. Restaurant? Ja, ich verbinde ausgehen immer mit einem Glas Bier oder Wein trinken beim Essen. Aber nun ist es schon laenger voellig in Ordnung und ich trinke ohne Verlustgedanken meine Limonade zum Essen. Ich denke schon, das ich die Grundbausteine verstanden habe und auch fuer mich befolge. Die ersten Tiefs sind die Tage gewesen, wo ich mich labil gefuehlt habe, an denen ich Saufdruck hatte. Ich hatte die ganze letzte Woche nicht einmal Lust etwas zu trinken. Das wollte ich damit sagen. Ich finde es gut und bin Dir sogar dankbar dafuer, das Du mich warnst, oder worauf willst Du ganz genau heraus? Verstehe ich Dich richtig?
LG
Flor
Hallo Bonsai!
Ich freue mich ueber Dein Thema, fuer mich war es etwas ganz Neues, als ich vor ungefaehr einer Woche getraeumt hatte, ich haette mit Genuss - aber sehr schlechtem Gewissen! - eine Flasche Bier ausgetrunken. Ich hatte sowas noch nie vorher getraeumt, und waere auch nie darauf gekommen. Aber, es scheint ja gar nichts ungewoehnliches zu sein, das unser Gehirn uns solche Streiche spielt! Bin mal gespannt, was andere noch dazu erzaehlen. Nehmen denn auch tagsueber Gedanken zu, etwas trinken zu wollen, hast Du das Gefuehl, das sich da etwas verselbstaendigt?
Gruss
Flor
Hallo Hans Ha!
Eigentlich beschreibst Du genau das, was ich gerade empfinde, die gerade trocken wird - und zwar endlich fuer immer. Fuer mich ist es ein Losloesen von der Sucht, ich habe das Gefuehl, ich gewinne meine Freiheit zurueck und fuehle mich dadurch gestaerkt, es ist, als haette ich den Teufelskreis endlich durchbrochen und das neue Gefuehl verselbstaendigt sich.Sowas wie positives Denken, das Gute im Leben zulassen, bemerken, der Koerper veraendert sich, gesundet und daraus wieder Kraft zu schoepfen fuer den neuen Tag. Nicht mehr morgens wuergen und keine schlaflosen Naechte mehr. Ausgeruht und jeden Tag gestaerkter nach vorne blicken.
"Denn nur wer nass war, kann trocken sein". Genau das ist der Punkt, ein neues Bewusstsein, im Grunde genommen haben wir Alkoholiker ein anderes Leben als Nicht-Alkoholiker und das muss man akzeptieren und verstehen lernen.
Und genau wie Celestine es auch sagt, die Gruende, warum ich zur Alkoholikerin wurde sind nicht mehr relevant, das ist Vergangenheit, ich muss auch nichts aufarbeiten oder so, fuer mich waere das nur eine Reise in eine Vergangeheit, die mit meinem heutigen Leben nichts mehr zu tun hat!!! (Ich bin ja ausgewandert und habe bereits einmal ein neues Leben begonnen, und nun ist das alkoholfreie Leben der weitere Schritt)
Grundsaetzlich fuer mich ist auch die Krankheit als solche zu erkennen, gesund werden zu wollen und noch lange mein neues Leben zu geniessen und nicht in alten Gefuehlen zu haengen!
Ich bin ganz Deine Meinung,
Gruss und gute Nacht
Flor
Hallo Change,
ich moechte mal etwas zu Deinen Gedanken von oben schreiben,
Zitathab ganze Zeit hier gelesen und komm immer wieder auf´s selbe Ergebnis.
Hab das Gefühl viele denken dass man das nur mit Hilfe durch steht sobald man sich entschlossen hat nix zu trinken. Mir hat das mal garnix gebracht,für mich steht an erster Stelle Willenskraft und Ausdauer,aber so wird das hier auch rüber gebracht als müsste man sich nur wünschen.......
Ich habe im Grunde genommen auch keinen Therapeuten oder eine SHG, weil es das dort wo ich lebe nicht gibt. Und natuerlich muss es jeder fuer sich selber tun. Das erste Glas stehen lassen. Das ist im Grunde genommen, Arbeit an mir selbst, die mir niemand abnehmen kann. Aber. Andere Menschen (bei mir mein Lebenspartner), auch dieses Forum hier sind wertvolle Stuetzen bei der Umkehrung meiner Gefuehle. Es hilft mir persoenlich, meinen Entschluss, meinen Willen und nicht mehr die Sucht als Leitgedanken fuer meinen Leben zu sehen. Nicht mehr, wo ist das naechste Bier, der naechste Wein, nein, welche Gedanken kann ich mit anderen teilen, um mich im Grunde genommen umzupolen. Da koennen Dir andere Menschen sehr behilflich sein, und ich denke auch das ganze auch untermauern. Man muss nicht alles alleine schaffen...
Das war so mein Gefuehl beim Lesen Deiner Zeilen...
Und nun ist es auch hier schon spaet, ich werde nun schlafen gehen und bin gluecklich ueber einen weiteren erfolgreichen Tag.
Flor
Hallo!
Ich habe mich gerade mal hier durchgelesen und finde auch vieles in Deinem Verhalten ist nicht konsequent wie es die Grundbausteine vorschreiben. Erst einmal solltest Du bestimmt nicht mehr als Winzer arbeiten. Du hast Deine Arbeit verloren? Was wirst Du nun beruflich machen? Ich hatte mal die Moeglichkeit in einem Restaurant zu arbeiten, wollte aber nicht in einem Umfeld taetig sein, in dem Alkohol ausgeschenkt oder getrunken wird. Fuer Dich sehe ich es ebenfalls so, auch was das Bierzapfen betrifft.
Ich verstehe, das Du Dich gerade sehr einsam fuehlst, aber ich wuerde an Deiner Stelle damit beginnen, mich einmal mit der Beziehung zu dieser alkoholkranken Frau auseinanderzusetzen, die Dir offensichtlich nicht gut getan hat. Es ist vielleicht einfacher gewesen, Deinen Konsum zu steigern, weil Deine Partnerin so viel trinkt. Das sie Dir vorwirft, Du waerst "der Boese" ist fatal und zeigt, das sie ihre Krankheit nicht erkennt und Dir schadet. Diese Beziehung haette nur eine Zukunft, wenn Ihr beide nicht mehr trinken wuerdet. Und doch muss es jeder fuer sich tun.
Ich kenne das aus meiner Beziehung, die sonst sehr harmonisch ist. Aber den Alkohol haben wir nicht zusammen im Griff gehabt. Wollte ich einen Tag nichts trinken, kam er wieder mit einer Flasche Wein nach Hause, hatte ich nachmittags etwas getrunken, ging er auch los und besorgte eine Flasche.
Am naechsten Morgen schlechtes Gewissen, heute abend trinken wir Tee. 1 Tag spaeter wieder eine Flasche Wein. Letztendlich habe ich durch meine gesundheitlichen Probleme den letzten Entschluss gefasst. Ich habe Angst, ernsthaft krank zu werden und unser gemeinsames Glueck zu verspielen! Und wir machen es nun gemeinsam.
Deine Einsamkeit ist ein Riesenproblem auf Deinem Weg. Und so sehr ich auch darueber nachdenke, ich kann Dir da keinen Rat geben, weil man sich gute und alkoholfreie Freunde nicht einfach herzaubern kann. Ich weiss zwar nicht, wer diese Freundin ist, die Dich heute besucht hat, aber ich wuensche Dir, das sie Dich unterstuetzen wird.
Gruss
Flor
Hallo!
Wow, schon 9 Tage her! Ist doch toll wie die Zeit auch ohne Alkohol verfliegt! Also, es geht mir immer besser! Die ersten Tiefs sind ueberstanden, so scheint es mir. (Natuerlich bleibe ich auf der Hut...)
In der letzten Woche war ich total eingespannt, weil wir zweimal Besuch hatten, erst beruflichen, danach privaten. Erst hatte ich Sorge, das mir das alles zu viel werden koennte und ich vielleicht Probleme bekomme, aber im Gegenteil! Ich kann Euch berichten, das ich mich eher gestaerkt fuehle, weil ich das alles so gut bewaeltigt habe. Und der Besuch hat auch keinen Alkohol trinken wollen, was die Sache natuerlich erleichtert hat.
Diese Woche wird es wieder ein wenig ruhiger, das freut, dann kann ich auch wieder mehr hier im Forum sein. Natuerlich sollte man sich nicht nur melden, wenn es nicht so gut geht, sondern regelmaessig...
Ich freue mich, das ich gar kein Verlangen mehr zu trinken habe, heute waren wir wieder zusammen im Restaurant, danach im Supermarkt einkaufen, aber kein Gedanke, kein Problem, wir sind an den Flaschen vorbeigegangen wie an den anderen Lebensmitteln wie Zucker oder Mehl...
Ich finde, das ist ein richtiges Gefuehl der Freiheit! Ich fuehle mich befreit und freue mich, das ich es schon soweit geschafft habe! Ich kann mir nun sogar viel besser vorstellen, das ich nie wieder trinke.
Wir planen nun bald unseren Geburtstag (im November) zu feiern, das soll diesmal eine andere, eben alkoholfreie Dimension bekommen. Wir hatten schon ueberlegt, eine Art Wellness zu machen... In heissen Quellen baden, Massagen etc. Alles im Rahmen der Gesundung!
Das Wetter hier ist das ganze Jahr ueber schoen, nur die Regenzeit (von November bis Januar) ist aetzend. Dann gibt es hier so einen haesslichen Nebel, aber dennoch schaut die Sonne auch immer wieder vorbei! Im Moment ist es hier sehr warm...
Liebe Gruesse
Eure Flor
Hallo!
Man sagt ja immer "der Freund aus der Flasche". Weil es eben einfacher ist, sich einen anzusueppeln anstatt sich den Problemen zu stellen. Nun ist es aber wohl eher „der Feind aus der Flasche“, weil er mich manipuliert und bedraengt.
Ich denke, das hat man nach laengerer Trockenheit besser im Gefuehl, das man nicht kaempfen muss, sondern die Entscheidung bei einem selber liegt bzw. man diese ja bereits getroffen hat. Mir kommt es schon noch immer wieder wie ein Kampf vor, ein innerer Kampf, und der findet wohl in mir statt. Nein, er wird sein Ziel nicht erreichen, aber manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich das schlechte Gefuehl zu lange zulasse und mich gar nicht mit meinem Notfall-Koffer beschaeftigen will! Ich bin dann gerade genervt und habe gar keine Lust auf brav sein.
Aber wenn ich mal so weiter ueberlege, hast Du insofern recht, das man "das Monster" nicht als dritte Person sehen darf, denn es ist ein Teil von mir selber. Und vielleicht ist bekaempfen nicht die richtige Bezeichnung, sondern eher es verstehen und mit ihm leben lernen...
LG
Flor
Hallo Change,
stabil kannst Du Dich sicher erst nennen, wenn Du wieder im alltaeglichen Leben bist und lange ohne Alkohol zurecht kommst. Ich bin nun 14 Tage wieder zuhause und bis heute haette ich mich auch als stabil bezeichnet. Nun ist heute aber ueberhaupt kein einfacher Tag fuer mich. Ich merke, wie sich wieder Gedanken einschleichen, wie es waere, am Abend mit meinem Schatz mal wieder ein Glaeschen Wein beim Filme gucken zu trinken. Das laeuft bei mir jedesmal so. Und dann wird auch die Einsicht immer weniger... Und Deine Gedanken sind genau die gleichen wie meine. Ein Monster, das an der naechsten Ecke nur darauf wartet, Dich wieder auszutricksen! Ist doch genau die passende Wortwahl, um sich das mal bildlich vorzustellen! Mein Monster braucht heute eine Tracht Pruegel! ![]()
LG und weiterhin viel Kraft wuenscht Dir
Flor
Hallo Elisabeth,
danke fuer Deine Antwort! 17 Jahre, ich bewundere Dich! Und wenn Du in ein Restaurant gehst, lecker isst, da bekommst Du nie die Lust oder den Gedanken, "jetzt ein Glaeschen Wein"!? War es bei Dir auch so dramatisch wie bei Martin, oder was hat D i c h so STARK gemacht? Ich kann nur davon lernen!
LG
Flor
Hallo Palagia!
Ich bin ungefaehr so lange trocken wie Du und wuerde hier gerne ein bisschen mitmischen... Es freut mich, das es dir so gut geht! Natuerlich wird es auch andere Tage geben, aber ich persoenlich glaube, umso mehr es diese schoenen Tage gibt, desto weniger werden die anderen... Ich hatte naemlich gerade eher mit starken Gefeuhlsschwankungen zu kaempfen...
Weiss Deine Familie, warum Du nicht zur Feier gegangen bist?
Der Garten ist ein guter Ort, um sich zu entspannen und wohlzufuehlen! Ich lege auch gerade einen ganz neuen an und es ist ein 100 % alkoholfreier Ort, da ich dort nie etwas getrunken hatte und so wird es auch bleiben! Frueher in Deutschland war das anders...(ich bin vor 3 Jahren ausgewandert) Wie ist das bei Dir im Garten bzw. verschiedenen Aktivitaeten?
Du schreibst, Du empfindest die Dinge bewusster und klarer. Da ich schon oefter aufgehoert habe, kenne ich dieses Gefuehl sehr gut. Aber lasse Dich nicht taeuschen, dieses Hochgefuehl hatte mich auch schnell den Ernst der Sache vergessen lassen! Und dann habe ich wieder angefangen zu denken, alles gar nicht so schlimm, ich kann es doch nochmal versuchen, kontrolliert zu trinken, denn es ist doch so wunderschoen in einem Restaurant ein Glaeschen zum Essen zu trinken etc.! Alles Selbstverarsche...
Ich freue mich auf einen regen Austausch mit Dir!
Liebe Gruesse
Flor ![]()