Beiträge von Flor

    Hallo Martin, hallo alle,
    Entschuldigung, das ich erst heute antworte, aber irgendwie klappt die Benachrichtigung bei Antworten nicht, obwohl ich es immer mit ankreuze bzw. das Thema beobachte!? Nun habe ich einfach mal nachgeschaut und bin schon ganz verlegen, das ich nicht eher geschrieben habe. Anscheinend geht es mir gut... Tatsaechlich fuehle ich mich heute morgen wieder besser. Ich hatte von Dienstag bis Donnerstag morgens immer mit etwas Mutlosigkeit bis hin zur leichten Depression zu kaempfen. Interessanterweise hatte sich das dann zum Nachmittag hin immer wieder gelegt und so hatte ich auch keine "Schwierigkeiten", im Gegenteil empfand ich es als sehr positiv, es so im Griff zu haben!

    Martin, Du hast mich geschockt! Weisst Du, was sich da sofort fuer ein Gedanke in meinen Kopf geschoben hatte? Also, bei mir war das doch alles gar nicht so schlimm! Ich hatte mich sofort gefragt, welche Mengen Du getrunken hattest und mich auf einmal wieder als "Lapalie" abgetan! Gefaehrliche Falle! Ich verstehe aber mein Suchtgehirn, was mich da austricksen will!
    Manchmal kommt mir auch abends der Gedanke, das ich mir immer noch nicht vorstellen kann, das ich nun das ganze Leben lang nicht mehr Alkohol trinken darf und ich fuehle mich deswegen ein wenig traurig. Auch so ein Sucht-Trick? Dabei geht es mir doch so gut - ohne!!!

    LG
    Flor

    Ja, danke, Matthias, es geht mir auch gut dabei. Heute hatte ich ein bisschen mit depressiven Verstimmungen zu kaempfen, und ich wusste, das muss ich auch akzeptieren, das es mal einen schlechten Tag gibt. Ich habe mich dann mit guter Musik aufgemuntert, tatsaechlich war ich eine Stunde spaeter wieder besser drauf ohne auf dumme Gedanken zu kommen...

    LG
    Flor

    Hallo Matthias,
    danke Dir, ich mag Deine Gradlinigkeit, genauso muss das sein! Ich denke, ich habe die Entscheidung fuer mich auch schon getroffen. Alles , wo man Alkohol drin riecht und schmeckt wird aus meiner Naehe verbannt. Ketchup, Essig und Haarspray bleiben. Und Du hast Recht, ich entscheide letztendlich: Saufen oder nicht. Und wenn ich dann doch gehaeuften Saufdruck bekomme, bleibe ich zwar stark, aber muss meine neuen Regeln nochmals ueberdenken.

    LG
    Flor :idea:

    Hallo!
    Dorothea, ich gebe Dir vollkommen recht, ich arbeite selber in der Lebensmittelherstellung und musste zuletzt vor einer Lieferung eine laaaange Liste (4 Seiten) ausfuellen und ankreuzen, was in unserem Produkt alles enthalten ist (bzw. nicht). Nach Alkohol wurde nicht gefragt - habe es gerade nochmal nachgeschaut! - jedoch nach Koffein! Stimmt, eigentlich ist das ein Skandal bei den vielen Alkoholkranken in D.

    Ich habe nun auch hier saemtliche Packungen nach Inhaltstoffen untersucht und z. B. in Tomatenketchup Essig aus Alkohol gelesen. Ich waere frueher nie auf die Idee gekommen, das ich kein Ketchup essen darf. Und ich habe mich auch noch nicht entschieden, ob ich Ketchup meide, denn es schmeckt doch ueberhaupt nicht nach Alk! Ich verstehe, das man kein Tiramisu, keine Weinschaumcreme, kein Malaga-Eis, keine Hustentropfen bzw. alles was nach Alkohol schmeckt oder riecht zu sich nimmt, aber Lebensmittel, in denen es versteckt ist? Wieso denn eigentlich?

    Ich empfinde viele darueber gelesene Aussagen als widerspruechlich.

    Es macht nichts aus, wenn mir ein regelrechter Windstoss von Alkohol beim Haendedesinfizieren entgegenweht, aber Ketchup soll ich nicht mehr essen? Kosmetika mit Alkohol muss man nicht zwingend meiden, das ist Gefuehlssache, aber was man isst bzw. zu sich nimmt, da geht es bis ins letzte Atom-Koernchen, das man nicht bewusst bemerkt. Ich habe Schwierigkeiten zu glauben, das Essig oder Ketchup mein Alkoholgedaechtnis staerker beeinflussen als purer Alkohol, den ich mir auf meine Haende schuette...

    Was denn nun, kann ich nun doch mein Alkoholgedaechtnis selbst bestimmen und konntrollieren, muss ich erst 3 Rueckfaelle erleiden, um dieses Gedaechtnis kennenzulernen?

    Mein Haarspray z. B. ist quasi auch aus purem Alkohol, hat aber nette Geruchsstoffe dabei, das ich den Alk beim Spruehen nicht bewusst wahrnehme, und nochmals, der Ketchup schmeckt nicht nach Alkohol!

    Ich kann also verstehen, wenn viele Alkoholiker alles was in irgendeiner Form Alkohol enthaellt ganz absolut nehmen, mir scheint es auch, es gibt nur entweder - oder! Alle alkoholhaltigen Produkte, auch entsprechende Kosmetika muessen verbannt werden!

    Ich werde die o. g. Tips sehr beherzigen, z. B. sich beim Grillen wegdrehen, und Deine Argumentationen, Dorothea, finde ich alle sehr gut und treffend.
    Ich habe auch beschlossen, die Haende werde ich nicht mehr desinfizieren! (Gut waschen und Handschuhe muss reichen).

    Ich freue mich auf Eure Antworten!
    LG Flor

    Hi,
    Gotti, ich hatte mal so eine Uebungscassettemit Jacobsen. Ist mir alles sehr gut bekannt, habe frueher viel mit autogenem Training etc. herumexperimentiert. Was ich auch ganz toll finde, sind auch so vorgelesene Texte zur Entspannung: Man stellt sich vor, man sitzt gerade irgendwo an einem plaetschernden Bach, das Gras duftet, die Voegel zwitschern etc. Ich habe auch eine nach hier mitgebracht - die sollte ich vielleicht mal wieder herauskramen...
    Walken und Laufen sind weniger mein Ding, erst recht nicht bei den Steigungen hier (Anden). Dann schon eher wandern. Bin aber leider ne ganz Faule... Wie gesagt, ich werde Krankengymnastik machen...

    Hast Recht, Maria, als ich das mit dem Aufbluehen geschrieben hatte, hatte ich das genauso empfunden!

    Nun beschaeftige ich mich seit 2 Tagen auch mit dem wichtigen Thema Alkohol in Lebensmitteln. Diskutiere gerade in einem anderen Thread darueber https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…p=517812#517812 - Ich will es nicht unbedingt hier zum Thema machen -vielleicht moechte jemand dort noch etwas dazu sagen?

    Ebenfalls packe ich gerade meinen Notfallkoffer...

    Gestern abend hatte ich zum ersten Mal seit dem Entzug (1 Woche) "Saufdruck" (ist eigentlich ein bloedes Wort, ich nenne es lieber "Lust zu trinken"). Habe festgestellt, das der Tag zum Abend hin anstrengend wurde, das mir alles zu viel wurde, ich konnte nicht einmal genau sagen, warum. Mein Lebenspartner war immer noch am arbeiten und noch nicht so richtig fuer mich da.

    Habe gemerkt, das es stimmt, was ich oben geschrieben habe. Ich bin mehr und anders als ein "Normaler" gestresst, und wenn es reicht, dann lechze ich so seeeehr nach Entspannung!
    Ich habe gestern einen anderen Weg gefunden! Ich habe geweint! Und es hat geholfen! Ganz schnell meinen Schlaftee gekocht und meinen Schatz gebeten dann das Abendbrot vorzubereiten. Zusammen am Kuechentisch war alles wieder gut!

    Ich wuensche Euch ein schoenes Wochenende, gleich geht es in den Garten...bin Euch uebrigens 7 Stunden hinterher...

    Herzlichst
    Eure Flor

    Hallo!
    Ich habe mich hier gerade mal durchgelesen, und ich muss sagen, es wird auch fuer mich Zeit mich mit diesem Thema zu beschaeftigen! Einiges war hier neu fuer mich und koennte fuer mich problematisch werden, weil ich im Ausland lebe, wo die Zutatenlisten auf den Packungen zwar auch Vorschrift sind, aber fuer mein Empfinden alles andere als vollstaendig:

    So wusste ich das mit dem Balsamico-Essig gar nicht und habe gerade mal nachgesehen. Auf der Flasche steht: Zutaten: Balsamico Essig und irgendeine E-Nr! Nichts von Alkohol!

    Wie ist es denn eigentlich mit den E-Nummern? Gibt es da irgendwelche, die mit Alkohol zu tun haben? Wo bekommt man eine recht vollstaendige Liste von Lebensmitteln mit Alkohol? Mir ist die Liste am Anfang dieses Kapitels eigentlich noch zu ungenau...

    Ueber das Thema Restaurant hatte ich auch noch nie nachgedacht. Wenn wir beruflich unterwegs sind, muss ich im Restaurant essen. Aber was weiss ich, was die hier alles ins Essen schuetten. Und mit Essig wird hier viel gearbeitet. Sind alle Essig-Sorten gefaehrlich? So habe ich da auch gerade mal nachgeschaut: Auf dem roten Essig steht: "Vinagre de Alcohol de Caña" - heisst: Essig aus Zucker-Alkohol, ist also gerade von meiner Liste gestrichen worden. Aber auf der weissen Essig-Flasche steht Inhaltstoff Essig (soll das witzig sein?)! Also, ein Stuhl ist ein Stuhl - oder wie??? Uff, hier habe ich ein etwas anderes Problem...

    Wie ist es eigentlich mit Desifektionsmitteln - sprich, Alkohol zum Haende desinfizieren, was in den beruflichen Bereich faellt und fuer die Higiene dort wichtig ist!? Den trinke ich natuerlich nicht, aber wenn ich die Flasche aufmache, kommt mir ein derart starker Alkoholgeruch entgegen! Ich finde das nicht gut! Oder, was ist mit Brennspiritus beim Grillen??? Ich glaube, hier gibt es auch so keine Alternativen wie diese Wuerfel....

    LG
    Flor :shock:

    Hallo Maria, hallo alle,
    ich denke auch, das das es ein typisches Schema eines Alkoholikers ist, meines ebenfalls. Ich hatte gelesen, das der regelmaessige Konsum von Alkohol zu einer vermehrten Ausschuettung von Stresshormonen fuehrt und man dadurch automatisch immer unter Stress steht, kommt dann so eine Situation fuehlt man sich auch deswegen gleich ueberfordert. Es dauert ein Jahr, bis der Hormonspiegel des Koerpers sich wieder normalisiert hat! Deswegen hat auch der trockene Alkoholiker weiterhin mit diesem Problem zu tun.

    Ein altes Hobby habe ich im Prinzip gerade erst wieder begonnen, ich lege einen Garten an. Frueher jedoch war der Garten nicht nur ein Ruckzugsort fuer mich, sondern auch ein Ort, in dem ich getrunken hatte. Zum Glueck habe ich diese Schandtat hier noch nie begangen und dieser Ort ist alkoholfrei, was ein toller Ansatz ist! Es liegt mir wirklich daran, alles wachsen und bluehen zu sehen und mich darin auch wieder aufbluehen zu sehen!

    Ein anderes Hobby, das Gitarrespielen waere z. B. problematisch, weil ich dabei grundsaetzlich betrunken war! Ich wollte auch wieder Aerobic machen, aber leider habe ich ernste Rueckenprobleme, die das nicht erlauben, also besser Krankengymnastik. Ich koche uebrigens sehr gern, ich denke daran Kochkurse zu geben...

    Vielen Dank, das Ihr mit mir am Ball bleibt...

    Eure Flor

    Hallo!
    Ich habe ueber Baldrian gelesen, das er im Verdacht steht ein bisschen suechtig zu machen, d. h. es kann schon zu verschiedenen Beschwerden kommen, wenn man den Tee nach laengerer Einnahme wieder weglaesst in Form von Unruhe oder Nervositaet. Nicht dramatisch, aber fuer uns vielleicht schon relevant...

    Ich trinke zur Zeit allerdings jeden Abend einen Schlaftee, der Baldrian enthaelt und ich finde die entspannende Wirkung angenehm, es hilft mir auch wieder besser zu schlafen und das ist auch Therapie, wenn man den naechsten Morgen ausgeschlafen aufsteht und gut beginnt!

    Ich weiss nicht, ob man alles so absolut verbieten muss, was passiv wirkt. Ich weiss nicht, wo hier die Grenze liegen zur Ersatzdroge, aber fuer mich ist es allemal besser als wieder auf dumme Gedanken zu kommen, weil ich das Beduerfnis habe mich zu entspannen. Methoden wie Jacobsen sind natuerlich super, aber wer schafft das immer in seinen Zeitplan einzubinden? Und ist es ist es nicht auch schon ein bisschen Ersatz, wenn ich mal zu Suessigkeiten greife, weil so ein Gefuehl bekomme. Das mir alles zu verbieten kaeme mir unrealistisch und schon eher bestrafend vor, was fuer mich keine Hilfe waere, im Gegenteil.

    Liebe Gruesse
    Flor

    Hallo!
    ->Maria, Du hast nicht Unrecht, ich kann mir schon vorstellen, das dieser Tag kommt, wo ich es meiner Mutter erzaehle, aber eben nicht am Telefon aus so weiter Entfernung, und in diesem Fall auch, wenn ich jahrelang stabil bin. Ich werde gleich mal Deinen Rat beherzigen und hier ein wenig "in den Tiefen" stoebern. Das tut mir sicher gut und staerkt mich, denn heute war ein etwas nerviger Tag. Ich hatte seit gestern kein Wasser in meinem Garten und musste gleich 3mal taeglich herunterlaufen, um mit Eimern zu bewaessern, sprich ich haette 3mal "einkaufen" koennen. Aber ich war nicht in Versuchung, hatte nur gespuert heute ist so ein Tag, wo ich frueher Alkohol gekauft haette. Und im Moment gehe ich auch zu bestimmten Uhrzeiten (nachmittags) in keinen Laden. Da schicke ich meinen Lebensgefaehrten, um Lebensmittel etc. zu kaufen.
    Dann war heute noch ein Problem mit einer Angestellten mit so einer Geschichte, die ich mir zu Herzen nehme. Aber ich war stark und habe den Eindruck, das diese Staerke mich aufbaut. Jeder erfolgreich ueberstandene Tag ist ein Schritt, oder? Nun, wenn ich solche Tage weiterhin so gut durchstehe wie heute, kann ich sehr zufrieden sein!

    Bis morgen,
    Flor

    Hach, Ihr seid so nett!

    Ich weiss nicht, aber heute ist mir schon den ganzen Morgen zum Weinen. Ich denke, das ist eine Art Traurigkeit ueber das, was ich mir all die Jahre angetan habe, keine Depression. Ich hatte gestern abend vor dem Schlafengehen im Internet herumgelesen und ein PDF-Dokument gefunden, das mir auch Angst gemacht hat und gleichzeitig sehr eindringlich fuer mich war. Darin sind die moeglichen koerperlichen Schaeden sehr dramatisch beschrieben ueber Blutungen der Speiseroehre etc. Meine Guete, was habe ich mir da all die Jahre bloss angetan? Was alles haette passieren koennen! Zumal es hier am Ort nicht einmal aerztliche Hilfe gibt! Ja, es gibt eine Krankenstation, aber die enthaelt gerade mal ein Blutdruckgeraet und ein Notfall-EKG und ein Mikroskop und wenn man Glueck hat, auch einen Arzt. Im Notfall kann mir keiner hier helfen! Ich muss erst 2 Stunden mit dem in die naechstgroessere Stadt gebracht werden...

    Ach uebrigens, ich war mal so bescheuert vor Jahren, das ich mit dem Rauchen angefangen hatte, um mit dem Trinken aufzuhoeren! Genauso habe ich mal Psychopharmaka genommen, hatte meinen Hausarzt von Depressionen, die ich damals auch hatte, berichtet, aber verschwiegen, das ich saufe. In der Hoffnung, das hilft beim Verzicht. Hat es natuerlich nicht. Nach 2 Jahren hatte ich Bluthochdruck und morgendliche starke Hustenanfaelle! :twisted: Ich habe 2 mal mit dem Rauchen aufgehoert, Heilfasten hatte mir geholfen, beim 2. Mal hatte ich es tatsaechlich geschafft! Also, es geht doch! Nur mit dem Alkohol hatte es nie geklappt... Aber warum soll es nicht mit dem Alkohol auch koennen?

    Ja, einen kleinen, aber relevanten Unterschied gibt es. Man wird in der Oeffentlichkeit niemals dazu aufgefordert, mitzurauchen. Mitzutrinken dagegen immer. Wir haben hier keine Freunde, die mir in der HInsicht Probleme machen koennten. Nur hin und wieder feierten wir ne feucht-froehliche Party. Und nun werde ich in so einer Situation sagen, ich bin krank, ich darf nichts trinken. So privat bin ich im Umgang mit den Menschen nicht, das ich "alkoholkrank" sagen werde. Ich weiss, es ist eine Hilfe beim Aufhoeren, aber hier versteht das auch keiner. Hier ist Saufen normal. Anonyme Alkoholiker gibt es in groesseren Staedten wohl, aber auf dem Lande ist es normal morgens seinen Schnaps vor der Arbeit zu trinken. Das Einzige hier ist eine Religion, die Evangelisten, die ruehren keinen Schluck an! Das mal so nebenbei erzaehlt.

    Und meine Mutter waere schwer ungluecklich, wenn ich ihr die Wahrheit sagen wuerde! Muss ich ihr das antun? Ich lebe 12000 km von ihr weg, und sie kann mir hier nicht beistehen. Also sage ich es ihr nicht.

    Also, dieses "HALT"-Schema und der "Notfallkoffer" ist super! Danke fuer den Rat, ich brauche genau sowas! Ich werde mir wirklich Buecher bestellen. Ich hoffe nur, sie kommen hier auch an, denn das mit der Post ist so eine Sache...

    Herzlichst
    Flor

    Hallo,
    erst einmal moechte ich sagen, das ich mich total ueber Eure umfangreichen Beitraege freue, das tut jetzt schon gut! Heute war ein weiterer unproblematischer Tag, was mich freut.

    Ich moechte natuerlich auch die problematischen schaffen.

    Es sind wirklich oft einfach falsche Reaktionen, gekraenkte Eitelkeit, Frustgefuehle, man hat sich gerade in der Arbeit mit Schwierigkeiten auseinandergesetzt, da kommt dieses Gefuehl, jetzt nicht weiter an die Sorgen denken zu wollen, sich lieber betaeuben, relaxen zu wollen. Das ist mir vollkommen klar, das ich hier etwas Neues erlernen muss. Ja, und dafuer braeuchte ich vielleicht tatsaechlich einen Therapeuten, den ich hier vor Ort nicht habe. Ich habe auch schon gelernt, mich vielmehr schwierigen Situationen mit Mitmenschen zu stellen als freuher - vor allem im Berufsleben, aber ich muss noch Moeglichkeiten finden mich besser zu entspannen. Wie macht Ihr das? Sport? Autogenes Training? Yoga? Musik hoeren? Boxsack? Wie geht Ihr mit Aerger um?

    Alkoholfreies Zuhause ist klar.

    Die Strategie, den Tagesablauf zu veraendern oder einfach ein paar Dinge nicht mehr zu tun, die man immer mit Alkohol getan hat ist eine andere. Nur schwierig, wenn man eigentlich die meisten Dinge, die man mag, angetrunken getan hat und irgendwie erstmal das Gefuehl bekommt, das ohne Alkohol alles weniger Spass macht. Ging es Euch auch so?

    Gleichzeitig steht man morgens aber ganz anders auf, so euphorisch, vor allem wenn man mal endlich wieder schlafen konnte (durchschlafen kannte ich gar nicht mehr) und mit einem lange nicht gekannten Hochgefuehl den Tag beginnt ohne die taeglichen Selbstvorwuerfe...
    Anders problematisch koennen die Abende sein, man war es gewohnt immer etwas zu trinken, also halt Fluessigkeit in sich hereinzuschuetten. Ich helfe mit da nun mit verschiedenen Tees, wie Schattenspringer ja auch schon vorgeschlagen hat - insbesondere Tees mit Baldrian helfen mir auch, mich zu entspannen.

    Etwas anderes ist das Essen. Hunger foerdern das Beduerfnis nach Alkohol, deswegen passe ich immer auf, das ich ausreichend esse. Ein bisschen helfe ich mir auch mit Suessigkeiten wie Plaetzchen, ich weiss, man soll sich in keine Co-Abhaengigkeit begeben, statt Trinklust, Fresslust. Und die Leber braucht jetzt eh Schonung, aber ich denke alles Schritt fuer Schritt.

    Wie sieht es bei Euch mit sowas wie Ersatzdrogen aus, also raucht Ihr z. B.? Hattet Ihr das Beduerfnis den Alkohol durch einen anderen Stoff zu ersetzen? Manch einer wird sogar sportsuechtig oder sowas. Ich weiss, man muss die Ursache der Sucht angehen.

    Maria, das mit dem „Suchtgedaechtnis“ wuerde ich gerne genauer wissen, kannst Du mir dazu Infos aus dem Internet empfehlen? (Darf man das hier?) Ich werde halt auch mal selber schauen, Buecher gibt es hier zu solchen Themen keine zu kaufen, wenn dann eh nicht in Deutsch. Aber es ist wichtig, zu verstehen, was da eigentlich chemisch usw. mit einem passiert.

    Ich glaube nun auch, das es wirklich ein Lernprozess war und es dauert bis man versteht, das man ein ganzes Leben verzichten muss. Dazu sind wohl leider einige Rueckfaelle noetig gewesen. Dieses „das ganze Leben“ war fuer mich nicht fassbar. Jetzt, nachdem ich so oft gedacht habe, ich kann kontrolliert trinken und immer das Gegenteil erfahren habe, ist die Erkenntnis da, ich muss aber noch sehr viel lernen!

    Ich bin auch so der Typ, der manchmal einfach abheben moechte und deswegen immer wieder angefangen hat - eine Party, ausgelassen tanzen kann ich mir noch lange nicht „ohne“ vorstellen... Also wird wohl nicht mehr getanzt. Da sind auch ein paar Dinge, die mir fehlen werden...

    Vielen Dank schon heute fuer Eure Hilfe dabei, das alles zu bewaeltigen!

    Flor

    Hallo und vielen Dank fuer die nette Begruessung, Gotti!
    Ja, ein alkoholfreies Zuhause ist das Wichtigste, und das ich nicht den Weg in den naechsten Laden mache. Mein Leben umgestalten, um nicht in Versuchung zu geraten... Mein Lebensgefaehrte wird nicht vor mir trinken, aber irgendwann bin ich vielleicht stark genug, es ihm zu erlauben, oder nicht?
    Zuletzt hatte ich nachmittags immer meinen Garten bewaessert, der so 100 m entfernt liegt und bin danach immer gleich in den naechsten Laden, um mir ein Viertel Liter Rum zu holen. Also muss ich nun den Garten morgens waessern, weil ich das Einkaufen gehen morgens ganz bestimmt nicht mache... Ist mal so ein Beispiel. Wer hat mehr Beispiele?

    Gruss
    Flor

    Hallo ellifips, wie geht es Dir mittlerweile?
    Ich denke auch, das das genau der Punkt ist, das es "klick macht". Meine Frage dazu waere, ob man dafuer erst immer so tief sinken muss... Aber wenn ich es mir so ueberlege, hat das bei mir auch nicht gereicht. Ich war zwar geschockt, als der Arzt mir sagte, meine Leber reiche bis zur linken Seite meines Brustkorbes und mir war klar, das ich bald eine Hepatitis oder Leberzirrhose bekommen kann, aber nach 6 Wochen war es schonwieder vorbei dieses "klick". Was also ist eigentlich dieses letzte "Klick"???

    LG
    Flor

    Hallo Wolfgang!
    3 Jahre ist eine Leistung! Die laengste Zeit fuer mich waren 9 Monate in 15 Jahren. Ich freue mich fuer Dich. Das ganze Leben ist ein Lernprozess und oft nicht einfach. Auch ich moechte lernen, in schwierigen Situationen das Verlangen in den Griff zu bekommen. Und ich glaube, nach 3 Jahren hast Du viel mehr schon davon verstanden, als ich es von mir sagen kann. Aber eines weiss ich, Menschen um sich zu haben die man liebt (hier Dein Enkel) und von denen man geliebt wird ist eines der wichtigsten Faktoren, um gesund zu werden oder zu bleiben.

    Alles Gute
    Flor

    Hallo,
    ich bin froh, diese Art von Selbsthilfe gefunden zu haben, da ich in den Anden lebe und dort keine Moeglichkeiten habe, eine Therapie zu besuchen. Ich moechte dieses Forum nicht als Ersatz dafuer nehmen, wuerde mich aber nach einigen Rueckfaellen ueber eine Unterstuetzung freuen. Ich habe gerade meinen ersten "richtigen" Entzug in der naechstgroesseren Stadt im Krankenhaus gemacht, aber auch festgestellt, das man hier nicht die gleichen Therapiewege geht wie in Deutschland und ich doch auf mich allein gestellt bleibe.
    Wir hatten es zuvor auch immer wieder geschafft, Wochen trocken zu bleiben - mein Lebenspartner trinkt auch sehr gerne sein halbes Flaeschchen Wein am Abend - ich bin aber diejenige, die zum Missbrauch neigt. Ich trank zuletzt auch wieder oefter nachmittags fuer mich alleine, so etwas hatte er nie getan. Er verzichtet nun mir zuliebe auf sein Glaeschen am Abend, sieht aber fuer sich nur dadurch bedingt den Grund ganz aufzuhoeren. Da waere schon meine erste Frage nach Rat, man kann ja seinen Lebenspartner nicht zwingen, sein Leben lang auf Alkohol zu verzichten. Ich muss es aber, und es ist so verdammt schwer, dem anderen beim Trinken zuzusehen. Wie handhabt Ihr das?

    Aber mal weiter erzaehlt:
    Nachdem es mir koerperlich immer schlechter ging, ich unter starken Schlafstoerungen litt, morgendlicher Uebelkeit und Brechreiz, begann ich mir Sorgen um meine Gesundheit zu machen. Nach beinahe 15 Jahren Trinkens ohne groessere Pausen, war es also nicht erstaunlich, das der Arzt im Ultraschall eine stark vergroesserte Leber sah. Leider war das nicht Warnung genug, nach 6 Wochen Abstinenz fing ich wieder an. Man vergisst irgendwie so schnell, wie schlecht man sich mit dem Alkohol gefuehlt hatte. Das ist ganz schoen verrueckt, weil ich mich eigentlich ohne den Alkohol sehr wohl und mit viel mehr Elan gefuehlt hatte. Aber dann denkt man, egal, heute darfs mal wieder ein Glaeschen sein, ich kann kontrolliert trinken und faellt wieder auf die Schnauze. Nein, ich kann nicht kontrolliert trinken, das weiss ich schon lange!
    Ich habe mich nach zahlreichen selbstdurchgefuehrten Versuchen endlich in aerztliche Hilfe begeben und werde auch einmal im Monat meinen Arzt aufsuchen. Anders ist es nicht moeglich, da bedingt durch die Strassenverhaeltnisse und Entfernung die naechstgroessere Stadt nur schwierig zu erreichen ist.

    Ich bin nun also wieder trocken und will es auch bleiben und erhoffe mir mit dem Lesen und Schreiben hier im Forum das Bewusstsein zu erhalten, das ich alkoholkrank bin und nicht wieder trinken darf. Vielen Dank schon heute fuer Eure Hilfe, denn ich will gesund werden!

    LG
    Flor