Hallo,
erst einmal moechte ich sagen, das ich mich total ueber Eure umfangreichen Beitraege freue, das tut jetzt schon gut! Heute war ein weiterer unproblematischer Tag, was mich freut.
Ich moechte natuerlich auch die problematischen schaffen.
Es sind wirklich oft einfach falsche Reaktionen, gekraenkte Eitelkeit, Frustgefuehle, man hat sich gerade in der Arbeit mit Schwierigkeiten auseinandergesetzt, da kommt dieses Gefuehl, jetzt nicht weiter an die Sorgen denken zu wollen, sich lieber betaeuben, relaxen zu wollen. Das ist mir vollkommen klar, das ich hier etwas Neues erlernen muss. Ja, und dafuer braeuchte ich vielleicht tatsaechlich einen Therapeuten, den ich hier vor Ort nicht habe. Ich habe auch schon gelernt, mich vielmehr schwierigen Situationen mit Mitmenschen zu stellen als freuher - vor allem im Berufsleben, aber ich muss noch Moeglichkeiten finden mich besser zu entspannen. Wie macht Ihr das? Sport? Autogenes Training? Yoga? Musik hoeren? Boxsack? Wie geht Ihr mit Aerger um?
Alkoholfreies Zuhause ist klar.
Die Strategie, den Tagesablauf zu veraendern oder einfach ein paar Dinge nicht mehr zu tun, die man immer mit Alkohol getan hat ist eine andere. Nur schwierig, wenn man eigentlich die meisten Dinge, die man mag, angetrunken getan hat und irgendwie erstmal das Gefuehl bekommt, das ohne Alkohol alles weniger Spass macht. Ging es Euch auch so?
Gleichzeitig steht man morgens aber ganz anders auf, so euphorisch, vor allem wenn man mal endlich wieder schlafen konnte (durchschlafen kannte ich gar nicht mehr) und mit einem lange nicht gekannten Hochgefuehl den Tag beginnt ohne die taeglichen Selbstvorwuerfe...
Anders problematisch koennen die Abende sein, man war es gewohnt immer etwas zu trinken, also halt Fluessigkeit in sich hereinzuschuetten. Ich helfe mit da nun mit verschiedenen Tees, wie Schattenspringer ja auch schon vorgeschlagen hat - insbesondere Tees mit Baldrian helfen mir auch, mich zu entspannen.
Etwas anderes ist das Essen. Hunger foerdern das Beduerfnis nach Alkohol, deswegen passe ich immer auf, das ich ausreichend esse. Ein bisschen helfe ich mir auch mit Suessigkeiten wie Plaetzchen, ich weiss, man soll sich in keine Co-Abhaengigkeit begeben, statt Trinklust, Fresslust. Und die Leber braucht jetzt eh Schonung, aber ich denke alles Schritt fuer Schritt.
Wie sieht es bei Euch mit sowas wie Ersatzdrogen aus, also raucht Ihr z. B.? Hattet Ihr das Beduerfnis den Alkohol durch einen anderen Stoff zu ersetzen? Manch einer wird sogar sportsuechtig oder sowas. Ich weiss, man muss die Ursache der Sucht angehen.
Maria, das mit dem „Suchtgedaechtnis“ wuerde ich gerne genauer wissen, kannst Du mir dazu Infos aus dem Internet empfehlen? (Darf man das hier?) Ich werde halt auch mal selber schauen, Buecher gibt es hier zu solchen Themen keine zu kaufen, wenn dann eh nicht in Deutsch. Aber es ist wichtig, zu verstehen, was da eigentlich chemisch usw. mit einem passiert.
Ich glaube nun auch, das es wirklich ein Lernprozess war und es dauert bis man versteht, das man ein ganzes Leben verzichten muss. Dazu sind wohl leider einige Rueckfaelle noetig gewesen. Dieses „das ganze Leben“ war fuer mich nicht fassbar. Jetzt, nachdem ich so oft gedacht habe, ich kann kontrolliert trinken und immer das Gegenteil erfahren habe, ist die Erkenntnis da, ich muss aber noch sehr viel lernen!
Ich bin auch so der Typ, der manchmal einfach abheben moechte und deswegen immer wieder angefangen hat - eine Party, ausgelassen tanzen kann ich mir noch lange nicht „ohne“ vorstellen... Also wird wohl nicht mehr getanzt. Da sind auch ein paar Dinge, die mir fehlen werden...
Vielen Dank schon heute fuer Eure Hilfe dabei, das alles zu bewaeltigen!
Flor