Beiträge von Jabo

    @ myworld

    Danke für die Antwort.
    Ich habe gestern auch weiter darüber Nachgedacht, warum machen wir uns danach selber so fertig.
    Ich denke es hat viel damit zu tun was vor dem Rückfall, in einem selbst passiert ist und was der Auslöser zum Rückfall war. Was war dein Auslöser?
    Da ich schon einige Rückfalle hatte mit unterschiedlichen Auslösern. Ist mir aufgefallen, das normale Denken aussetzt. Die selbst Aufgebaute Hemmschwelle singt auf null. Ich selber habe mich schon nach dem ersten Schluck schuldig gefühlt. Aber nun war es ja auch egal, also rinn das Zeug.
    Bei mir sind die Auslöser, die vermeintliche Unlösbarkeit irgendwelcher Probleme oder persönliche Tiefschläge. Da ich aber schon vor dem ersten Schluck weiß das es falsch ist, gebe ich mich doch selbst wieder auf. Ergebe mich so zu sagen in mein Schicksal als der Alkoholiker der ich nun mal bin.
    Einer meiner letzten Auslöser war. Die Nachricht vom Tod eines Kammeraden aus Bundeswehr Zeiten. Wie soll ich sagen, das war mein Seelenverwandter, mein bester Freund. Umgekommen in einem sinnlosem Krieg, in dem Deutschland nichts zu suchen hat. Meiner Meinung nach. Da hat es richtig ausgesetzt und es musste schnell gehen. Betäuben, das abtöten aller Gefühle waren wichtiger als alle guten Vorsätze und persönlichen Ziele. Ich könnte heute noch losheulen. Am nächsten Morgen war er immer noch Tod und es kam die Frage. Was hat es dir gebracht? Nichts, nur wieder einmal Selbstaufgabe, Schuldgefühle und die Erkenntnis, es gibt Dinge die ich nicht ändern kann. Aber was kann ich ändern? Dieses und das und noch das. Also alles in Angriff genommen. An mir gearbeitet. Probleme gelöst usw. Hat letzten Endes alles nicht geholfen. Es passierte wieder.
    Wieder waren alle Hemmschwellen gefallen. Also bin ich ein Unbeherrschter Mensch, ich tue anderen Menschen mit meinem Verhalten weh. Ich bin Schlecht für mich und andere.
    Wie soll man denn nun diese Gedanken zum Schweigen bringen? Heute Denke ich, lass das erste Glas stehen. Kein Absturz keine Schuldgefühle.

    Tag 7, trockene Grüße der Jabo

    Hallo silberkralle

    Wofür will ich aufhören? Gute Frage.
    Wofür lohnt es sich denn nüchtern zu bleiben? Ich weiß es nicht und ehrlich gesagt habe ich auch noch nicht darüber Nachgedacht. Ich meine die Frage welches Ziel ich noch erreichen will.

    Im Moment ist mein Ziel, heute nicht Rückfällig zu werden. Da der Scherbenhaufen noch nicht zusammen gekehrt ist. Das bekomme ich eh nur nüchtern hin.

    Und ja. Das war so, dass ich die Erfahrung der völligen Überlastung al meiner Sinne, fast die Aufgabe des Selbsterhaltungstriebes nicht noch einmal erleben möchte. Das kannte ich bis dato nicht.

    der Jabo

    @ murmeltier

    Das alles was du schreibst ist bei mir ähnlich.
    Wie bin ich bisher mit meiner sucht umgegangen?
    Sagen wir mal so. Ich wusste das sie da ist. Nur habe ich jedes Mal gedacht , jetzt schaffst du es. Lange Gespräche mit meiner Frau geführt, über all die Sachen die sich in den Trinkpausen aufgestaut haben.
    Bei mir ist das so dass ich selten über meine Gefühle gesprochen habe. Runterschlucken war angesagt. Damit meine ich die Spannungen die sich aus vielerlei Gründen aufbauen.
    Vor ein paar Jahren habe ich mich Selbstständig gemacht. Vorher habe ich immer unseren Lebensunterhalt verdient. Dies wurde nun etwas schwieriger. Wenn Kunden auf Teufel komm raus nicht bezahlen wollen, bleibt schon mal die eine oder andere Rechnung auf dem Schreibtisch liegen.
    Ende vom Lied, kein Telefon oder Strom abgestellt usw. Darunter leidet bei uns die Beziehung mehr.
    Weil wenn du einen Quartalstrinkenden Mann hast, bleibt es nicht bei seinem Absturz. Sondern es ist immer noch ein ganzer Sack voll Problemen da die auch jetzt und hier gelöst werden müssen. Nun ja da kommt halt eines zum anderen.

    Sowas zum Beispiel, die offensichtliche Unfähigkeit die Dinge die im Argen liegen zu bewältigen und lasst mich doch alle in Ruhe. Führen bei mir zu Rückfällen. Der Irrglaube, ich brauch mal Abstand und Ruhe. Trink was, dann geht es dir gleich besser und du hast für die paar Stunden des Rausches deinen Frieden. Das war bisher die Motivation doch wieder zu Trinken.

    Ich Trinke nicht zu Hause. Eher irgendwo alleine oder beim Fußballverein mit den Kumpels. Die nüchtern betrachtet auch alle ein Problem mit dem Suff haben.

    Ich will daran Arbeiten das das aufhört. Weil nochmal schaffe ich es dann vielleicht nicht mehr aus der Wanne

    der Jabo

    @ myworld

    Du Schreibst von nicht selber fertig machen, wegen den Rückfällen. Um das mal so Umgangssprachlich auszudrücken.
    Da hast du natürlich recht. Was bringt uns denn dazu?
    Ich denke im Grunde sind wir von uns selbst enttäuscht weil es alle anderen auch sind und das auch zum Ausdruck bringen. Was wiederum natürlich auch deren Recht ist.
    Ich brauche dann immer 2-3 Tage mich zu fangen. Das Leben muss ja weiter gehen. Ich weiß doch von mir selbst, dass ich lange ohne was zu trinken auskomme.
    Nur wenn dir das immer und immer wieder passiert. Nagt das schon gewaltig an deinem inneren ich. Diesen Konflikt austragen zu können will ich lernen.

    der Jabo

    Hallo FrankyFresh

    Nun ja. Das sind alles Sachen die ich lernen muss und nun mittlerweile auch richtig will.
    Ich habe mich zu lange vor mir selber versteckt.

    Vor 10 Jahren waren die Trinkpausen ein richtig großer Erfolg für mich.
    Jetzt reicht mir das nicht mehr aus. Die SHG ist ein wichtiger Schritt das Ziel zu erreichen, hoffe ich doch mal.

    der Jabo

    Hallo silberkralle

    Verstehe mich bitte nicht Falsch. Ich habe schon oft aufgehört zu Saufen.
    Weil der Druck von außen da war. Weil auch die Peinlichkeiten, nach einem Absturz für einen selber kaum zu ertragen sind. Ist jedenfalls bei mir so. Wenn dir an nächsten Tag oder später, erzählt wird was du wieder alles im Suff gemacht, gesagt und getan hast.
    Danach kommt die Zeit der Hoffnung. Dieses Mal klappt es, sagt man sich.
    Der Alltag zieht wieder ein und die ganzen "Probleme", die man versucht hat zu Ersäufen, sind wieder da. Man kämpft, stemmt sich dagegen. Nein nicht Trinken. Dann sieht es morgen noch beschi..ener aus.
    Bummm............. . Es ist wieder beim Aufwachen die Katze im Kopf.
    Begründungen warum man es nicht geschafft hat gibt es viele. Sind im Grunde aber nur Ausreden.

    Meinen Tiefpunkt habe ich schon beschrieben. Aber ganz offen und ehrlich.
    Ich saß in der Wanne und hatte das Kattermesser schon angesetzt.

    Jetzt nach 6 Tagen sieht das alles natürlich entspannter aus. Wobei das nicht Trinken ja nun mittlerweile auch ein Teil von mir geworden ist. Nur der Zeitpunkt wann es Kritisch wird, den sehe ich noch nicht kommen. Nehme ich mal an.
    Also heißt es lernen, dem Kammeraden im Kopf die Argumente zu entziehen.

    der Jabo

    Hallo Michael

    Du hast recht. Danke für die Aufmunternden Worte.

    Im Suchtberatungszentrum bei mir, kann ich am Mittwoch vorbeikommen. Beratungskurse die das Thema Sucht in seiner Vielfältigkeit behandelt. So wie ich das verstanden habe.
    AA Meeting steht auch noch im Raum. Da habe ich erst mal per Mail Kontakt aufgenommen.

    Vordergründig glaube ich, ist zu lernen das erste Glas stehen zu lassen. Das ist mir bisher nicht allzu oft gelungen.

    Mit trockenem Gruß der Jabo

    Hallo

    Ich bin neu hier.

    Wieder einmal, vor 5 Tagen, mit dieser dämlichen Katze im Kopf aufgewacht. Was war denn gestern nur los? Wieder einmal hast du Wochen der Enthaltsamkeit aufgegeben. Warum?
    Wie oft nun hast du schon die Tage gezählt, 20 mal in den letzten 10 Jahren. Was machst du da jedes Mal Falsch? Wo kannst du dich vor der Welt verstecken, bis eine einigermaßen haltende Selbstsicherheit wieder da ist?

    Plötzlich war er da, der absolute Tiefpunkt. Wie sah der aus?
    Was tust du eigentlich? Tod auf Raten, warum so langsam? Hier und jetzt. Dann ist es vorbei. Die blöde Katze, die Schuld allen gegenüber, meine Enttäuschung über mich selbst und die der Familie von mir, die Scham, das Selbstmitleid, du bist doch nur noch eine Last für alle und noch viel mehr. Alles das hat ein Ende.

    Nun, ich bin noch da. Was mich da wieder rausgeholt hat? Keine Ahnung.
    Wahrscheinlich die Angst ein noch größerer Versager zu sein und der dann wohl doch stärkere Lebenswille.

    Nach 2 Tagen Selbstvorwürfen, suhlen im Selbstmitleid. Der Entschluss, ändere was, lass dir helfen.
    Selbstverständlich auch mit gehörigem Nachdruck der Familie, aber letzten Endes doch meine Entscheidung.
    Suchtberatungszentrum angerufen, kein Zeitnaher Termin mehr frei. Was nun?
    Ab ins Netzt und Suchen.
    Anonyme Alkoholiker, werde ich ausprobieren.
    Alkoholiker Forum, gute Sache wenn es hilft warum nicht.

    So, nun hat die Gemeinde einen weiteren bekennenden Quartalstrinker. Mit vielen Fragen und einer Menge Hoffnungen das es doch dieses Mal klappen möge, auch über den 1005 Tag hinaus trocken zu bleiben.

    Mit trockenem Gruß der Jabo