Guten Abend S,
Auch ich habe darauf gewartet, dass er sich meldet, als ich meiner Therapeutin zugesagt hatte, dass ich den Kontakt zu ihm abbreche. Hat er auch gemacht - zwei Mal. Ich habe echt gedacht, das kann jawohl nicht wahr sein - ich kämpfe Jahre für uns und er kämpft überhaupt nicht um mich?
Auf der anderen Seite hatte ich ihn die Monate davor öfter mal darum gebeten, dass er mich gehen lässt. Damit das hier richtig rüberkommt: Er hat mich nie gezwungen, bei ihm zu bleiben. Aber meine Bindung an ihn war so fest, dass ich geglaubt habe, ich würde es nie schaffen, mich von ihm zu trennen. Deshalb hatte ich ihn darum gebeten. Dachte so bei mir, vielleicht hat er sich meine Worte zu Herzen genommen? Glaube ich aber nicht. Er hat einfach andere Prioritäten
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Es ist mir auch deshalb schwergefallen, weil er ja tatsächlich einige Trinkpausen eingelegt hat. Jedes Mal dachte ich - hoffte ich! - vielleicht schafft er es ja und ich habe ihn ganz unnötig von mir weggestoßen? Aber je länger ich von ihm weg bin, desto mehr wird mir das krankhafte unserer Beziehung deutlich.
Wir hatten guten S.. - aber wie ich im Nachhinein begriffen habe, hatte er meist was intus. Was ich oft vermisst habe, waren Küsse. Ich-hab-Dich-lieb-Küsse, Du-bedeutest-mir-was-Küsse, ich-finde-Dich-erotisch-Küsse. Wenn es welche gab, waren es immer nur ich-bin-grad-rattig-Küsse. Ich wusste immer schon gleich Bescheid. Das hat die Erotik dann doch ganz schön reduziert.
Normalerweise kam ich irgendwann von der Arbeit (ICH habe ja welche), habe dann noch gekocht, wir haben vor dem Fernseher gegessen (keine Gespräche, nie), dann habe ich neben ihm gesessen, während er in die Glotze gestarrt hat. Ich habe mich ihm immer so nah gefühlt, aber das war eine reine Projektion meiner Wünsche. Tatsächlich gab es keinen Austausch mehr, keine Nähe, kein sich gegenseitig stützen, keine Partnerschaft.
Lief es bei mir auf der Arbeit mies oder hatte ich irgendein negatives Alltagserlebnis, wollte er nichts davon hören. Er aber hatte immer irgendwelche Ausbrüche, ich durfte mir stundenlange Monologe anhören, was bei ihm alles los war.
Und was ich besonders gehasst habe, waren seine ständigen Wiederholungen, sobald er einen gewissen Pegel hatte. Die nahezu gleichen Sätze immer zwei oder drei Mal zu hören. Und dass ich ja eh keine Ahnung habe. Bei mir wäre ja immer alles super. Ich sei ja so gut aufgehoben.
In die Rolle der Superfrau hat er mich gedrängt. Selbst wenn ich gerne auch mal Schwäche gezeigt hätte, das wurde immer gleich im Keim erstickt.
Oh je, ich habe ganz schön viel schmutzige Wäsche zu waschen, nicht wahr? Dabei sind all dies gar nicht die Ursachen, weshalb ich mich getrennt habe. Da hat es schon deutlich heftigeres benötigt
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Ich hoffe, Du bleibst stark. Die Entscheidung wirst Du mit Sicherheit nicht bereuen.
Feeli