Beiträge von Feeli

    Hi Joanne,

    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann ist doch eben die Tatsache, dass er sich bei seiner Kontaktstelle tatsächlich regelmäßig meldet und dass er tatsächlich eine Therapie machen will, Dein Grund, ihm noch eine Chance zu geben? Ich hoffe, ich irre mich und bei Euch läuft es anders, aber mein XY hat auch immer gerade so viel Willen gezeigt, wie eben nötig war, dass ich bei hm bleibe. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er nicht trocken wird. Weil er es nicht will, sondern weil er will, dass Ihr bei ihm bleibt und er denkt, dass er dafür die Therapie "über sich ergehen lassen" muss. Ja, ich denke auch, dass er zumindest versuchen würde, nichts zu trinken, wenn der Antrieb von ihm aus käme.

    Mach's gut, bis bald

    Feeli

    Hi Joanne,

    Meiner Meinung nach ist es viel eher ungewöhnlich, dass Du noch hoffst, es könnte doch klappen, als dass Du damit rechnest, dass es nicht klappt. Man kann doch von der Vergangenheit am besten auf die Zukunft schließen -also, was sollst Du da schon erwarten. Dass Du trotzdem noch hoffst, ist der Co-Anteil in Dir.

    Ja, aber so weit wie jetzt hat er sich noch nie vom Alkoholismus weg bewegt, noch nie so viel Willen gezeigt? Du schreibst es schon selbst. Er macht gerade so viel, dass Du bei ihm bleibst. Vielleicht kriegt er die Kurve ja. Da Du bei ihm bleibst, wirst Du es erfahren. Schafft er es nicht, wünsche ich Dir, dass sich das wenigstens ganz schnell herausstellt. Damit Deine Qualen (und übrigens auch die Deiner Tochter) möglichst bald ihr Ende finden.

    Halte uns auf dem Laufenden, ja? Der 17. ist ja nicht mehr allzu weit weg, da wirst Du möglicher Weise schon schlauer sein...

    Einen möglichst schönen Abend an Dich

    Feeli

    Hallo S,

    Es freut mich sehr, zu lesen, dass es Dir gut geht. Und Du klingst auch so.

    Zitat

    Wenn einer davon berichtet, dass ihm so etwas vorgeschlagen wird, lügt er vielleicht einfach?

    Das hatte nichts mit Deinem Eintrag zu tun, sondern mit den anderen. Kontrolliert getrunken hat mein XY auch. Genau ein Wochenende (falls er da nicht auch schon wieder heimlich getrunken hatte).

    Meine Schwiegermutter hat auch gesagt, sie sei auf meiner Seite, immer für mich da und bei dem, was XY sich geleistet habe, sei die Tür für ihn erstmal zu. Tatsächlich war sie immer diejenige, die sich bei mir ausgekotzt hat. Als es so schlimm war und wir für vier Tage die Flucht ergriffen, ist sie betrunken ins Auto gestiegen und hatte eine Flasche dabei, die angeblich Wasser beinhalten sollte, aber extrem nach Wodka gestunken hat. Natürlich wäscht sie jetzt XYs Wäsche und kocht für ihn. Er ist ja auch erst Mitte Dreißig :roll: Außerdem nimmt sie bei jeder Gelegenheit Medikamente und ist auch sehr freigiebig damit. Das hat XY immer sehr gerne in Anspruch genommen. Die ganze Familie ist total verkorkst.

    Ich wünsche Dir einen schönen Abend. Weiter so!

    Feeli

    Hi empty,

    Also eins kann ich Dir sagen: Wenn er über die Justiz in eine Therapieeinrichtung kommt, ist es möglich, dass er deutlich länger da bleiben muss. Ich weiß nicht, ob er bei irgendwas auf Unzurechnungsfähigkeit plädiert hat, aber dann bist Du ihn evtl. noch viel länger los.

    Scheint ja echt ein Traumprinz zu sein, so oft, wie er mit den Obrigkeiten in Konflikt gerät...

    Für mich ist es manchmal - oft - auch nicht gut, wenn ich alleine bin. Dann lenke ich mich am besten gleich mit einem Buch ab oder so. Sonst strömt gleich wieder alles auf mich ein.

    Wir stemmen das schon. Ich und Du auch und die allermeisten anderen hier. Es dauert eben einfach.

    LG
    Feeli

    Hi Empty,

    Also bei einer Sache muss ich Dir widersprechen:

    Zitat

    ich bleib dabei meinen Weg allein zu gehen

    Alleine bist du nicht. Nee, ich weß schon, du meintest ohne XY. Ich denke mal, Du bist schon sehr bald wieder sehr froh, Deinen Weg alleine gehen zu können, statt traurig zu sein, Deinen Weg alleine gehen zu müssen.

    Die Idee, Dich nach mehr oder anderer Arbeit umzusehen, finde ich klasse. Vielleicht wäre eine Arbeit gut für Dich, die Dich auch geistig ein wenig mehr fordert? Du machst auf mich einen ziemlich schlauen Eindruck und putzen, dafür braucht man doch nicht so furchtbar viel Intelligenz, oder?

    Gut, dass Du Deine Verfügung jetzt hast. Die gibt Dir zusätzliche Sicherheit, denke ich. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, ist er ja wahrscheinlich ohnehin bald für eine Weile in sicherer Verwahrung.

    Ganz liebe Grüße
    Feeli

    Hallo Verwirrte,

    Mein XY hat sich auch immer gleich entschuldigt, wenn er wieder bei halbwegs klarem Verstand war. Das Schlimme ist, ich habe mich auch immer sofort wieder weichkochen lassen. Sobald er wieder lieb und nett war, habe ich sofort alles vergessen, was vorgefallen war. Und genau wie Du so getan, als ob nichts gewesen wäre. Das hat es aber leider nicht besser gemacht. Das klingt jetzt komisch, aber erst dadurch, dass ich mich von ihm getrennt habe, konnte ich mich von ihm trennen. Soll heißen, erst der Kontaktabbruch hat es mir ermöglicht, einigermaßen zu mir zu finden. Mal durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen. Vorher war ich immer nur sein Spielball. Als Co ist man eigentlich ganz gut im Manipulieren, aber der Alkoholiker kann das noch VIEL besser mit seiner / seinem Co.

    Ich durfte mir ganz ähnliche Beleidigungen anhören. Ich wünschte, ich hätte sie aufgeschrieben, um es nicht mehr zu vergessen. Auf der anderen Seite ist das für mein jetziges Sein irrelevant.

    Ich finde die Idee, die Verantwortung an seinen Bruder abzugeben, ziemlich gut. V.a. deshalb, weil Du Dich dadurch selbst mal aus der Verantwortung nehmen kannst. Das war bei mir ein großes Problem. XY wirklich mal alleine lassen und nicht nachzusehen, wie es ihm geht. Ob er noch lebt. Irgend jemand hier hat mir geschrieben, so schnell stirbt man nicht. Das hat mir sehr viel Druck genommen und ich bin jetzt noch dankbar dafür. Ich habe damals die Verantwortung sogar schriftlich abgegeben.

    Du hast jetzt die Wahl, wie es für Dich und Euer Kind weitergehen soll.

    Liebe Grüße
    Feeli

    Hi Empty,

    Also, Papiere sortieren ist etwas, was sinnvoll ist, um Ordnung zu schaffen. Aber so als Ablenkstrategie? Na, ich weiß nicht. Wie wäre es stattdessen mit Friseur, Sonnenbank, Kino oder irgendeinem Kurs an der VHS oder so?

    Wie meinst Du das, Du trauerst XY hinterher? Ihm als Person oder das in-einer-Beziehung-sein? Darf ich Dich mal kurz an Dein Ohr, Deine Fenster, Deine Tür und nicht zuletzt Dein Herz erinnern? Alles kaputt oder zumindest angeknackst! Die Trauer gehört zur Verarbeitung mit dazu, weißt Du doch, hm? Und es geht ganz automatisch auch wieder aufwärts.

    Liebe Grüße
    Feeli

    Hallo Aleksa,

    Du hast Dir da einen schönen Plan zurechtgelegt. Das Problem, das ich darin aber sehe, ist, dass Du für die Durchführung auf die Unterstützung Deines XY angewiesen bist. Ich hatte mir gegen Ende unserer Beziehung auch einige Freiräume erkämpft und war z.B. mindestens ein Mal die Woche abends einfach weg, zog mich auch mal in ein anderes Zimmer zurück u.s.w. Alles Dinge, die ich vorher nur mit schlechtem Gewissen tun konnte, wenn überhaupt.

    Aber wie willst Du denn ein unabhängiges Leben führen, bei Dir bleiben und dafür sorgen, dass es Dir gut geht, wenn Dein XY sich auf Eurer Couch eingenässt hat, weil er den Weg zur Toilette nicht mehr geschafft hat? Ich konnte von meinen Touren alleine noch so gut gelaunt nach Hause kommen, XY hat sofort genau die richtigen Knöpfe gedrückt, um alles, was an Erholung oder guter Laune vorhanden war, binnen kürzester Zeit zu vernichten. Er hat mich nach der Arbeit abgepasst und volltrunken mit dem Auto verfolgt. Er war auch so öfter volltrunken mit dem Auto unterwegs (um Nachschub zu besorgen) und kam mit neuen Kratzern und Dellen zurück. Oder einem zerstörten Außenspiegel. Wie hätte ich damit leben sollen, hätte er bei einer seiner Trunkenheitsfahrten einen Menschen verletzt? Ich war einfach nicht stark genug, ihm den Schlüssel dauerhaft abzunehmen. Er war dann ja auch irgendwann wieder nüchtern.

    Wenn Dein XY nicht von sich aus zu der Erkenntnis gelangt, dass er Hilfe braucht, er sie sich sucht und er sie auch annimmt, wird es mit ihm immer schlimmer werden.

    Als ich hier im Forum die ersten Male gelesen habe, habe ich auch geschaut, wo es denn wohl Paare gibt, die zusammen geblieben sind. Es stellte sich leider für mich heraus, dass dies kein gangbarer Weg für mich ist. Du hast Dich dafür entschieden und ich wünsche Dir die Kraft, das durchzustehen. Und lege noch je ein Paar Scheuklappen und Ohrenstöpsel dazu. Und solltest Du Dich für einen anderen Weg entscheiden (müssen), wird dieses Forum hier Dich unterstützen und Dir helfen. Das ist meine Erfahrung.

    Liebe Grüße
    Feeli

    Hallo Verwirrte,

    Zitat

    solange er nichts dagegen tut muss ich irgendwann gehen

    So sieht es aus. Leider. Ich würde Dir gerne Hoffnung machen, aber das würde Dir in Deiner Situation einfach nicht weiterhelfen.

    Ich kenne diese Gefühle von Angst, Scham, Wut, Mitleid, Verzweiflung auch sehr gut. Mir blieb leider am Ende nichts anderes übrig, als zu gehen. Und ich bin unendlich froh, diesen Schritt gemacht zu haben.

    Du schreibst kein wirres Zeug, ich finde, Du analysierst Deine Lage sehr gut.

    Wenn Du gehen willst, habe ruhig den Mut dazu. Es ist natürlich schwer, aber letzten Endes für viele doch die beste Lösung. Ich kenne persönlich eine Frau, die ihren Mann ohne Geld mit fünf kleinen Kindern verlassen hat. Sie hat es auch geschafft.

    Aber evtl. willst Du ihm ein Ultimatum setzen? Das ist auf jeden Fall eine Möglichkeit. Aber wenn Du drohst, musst Du die Drohung auch im Fall eines Falles wahr machen. Ich kann Dir nur empfehlen, Dich in jedem Fall auf jede Möglichkeit vorzubereiten.

    Was hast Du für Pläne?

    Feeli

    Das Problem mit XY war, dass er sich auch mir gegenüber so gut verkaufen konnte. ICH wollte ihm glauben, dass er kein Alkoholiker ist. Darauf kommt es doch an. Wir wissen es inzwischen besser.

    Ja, es gibt psychologische Ansätze zum kontrollierten Trinken. Aber ganz bestimmt nicht bei irgendeiner Suchtberatung irgendwo in Deutschland. Wenn, dann als klinische Studie mit ganz ausgewählten Teilnehmern unter ganz bestimmten Bedingungen.

    Wenn einer davon berichtet, dass ihm so etwas vorgeschlagen wird, lügt er vielleicht einfach?

    Feeli

    Hallo Emma,

    Nici hat absolut Recht. Mit dem Entschluss, die Beziehung zu beenden, beginnt erst die Arbeit mit und an sich selbst. Ich z.B. habe mich erst hier angemeldet, als ich den Entschluss, mich zu trennen, schon gefasst hatte. Ich bin froh darum, dass ich es getan habe. All diese Gefühle von Angst um XY, eigenen Versagens, des Gefühls, nur ausgenutzt worden zu sein, der Wut, der Trauer u.s.w. musste ich und muss ich noch aufarbeiten. Damit ich mit mir in Zukunft gut leben kann und nicht noch ein Mal die gleichen Fehler mache. Dabei half mir und hilft mir dieses Forum sehr. Es ist schön, diesen Weg nicht alleine gehen zu müssen.

    Liebe Grüße

    Feeli

    Zitat

    ich kann Dich schon mal ziemlich gut ertragen.


    :D Du bist ein Schatz :!:

    Ich finde es toll, dass Du für Dich UND Deine Tochter jetzt ein ganz wunderbares Leben in einem richtigen gemütlichen Zuhause einrichten kannst. Klar hat der Alltag auch immer ein paar Schattenseiten. Aber Ihr habt es bestimmt bald richtig gut und das freut mich sehr für Euch.

    Liebe Grüße
    Feeli

    Hi Empty,

    Ich habe selbst noch gar keine Ahnung, wie ich eigentlich so bin. Denn als ich XY kennengelernt habe, war ich erst 16. Er ist dann mit zu mir in mein Elternhaus gezogen, als ich 17 war und als das nicht mehr ging (warum wohl :roll: ) mit 18 bin ich mit ihm zusammen ausgezogen.

    Also war ich nie alleine und bin es immer noch nicht. Ich bin mal gespannt, wer ich eigentlich so bin. Hoffentlich erschrecke ich nicht :shock: . Obwohl - nee, andere können mich ja auch ertragen.

    Ganz alleine bist Du nie, Du hast ja Deine Tochter. Ihr werdet bestimmt ein ganz tolles Team!

    Feeli

    Psychotherapeuten müssen haarklein über alles, was sie tun, Rechenschaft ablegen. Sie kontrollieren sich selbst und werden von anderen Therapeuten und den Krankenkassen kontrolliert. Wenn ein Therapeut überdurchschnittlich viele Sitzungen für seine Patienten braucht, wird das nicht positiv ausgelegt. Es gibt auch schlechte Therapeuten, genauso, wie es schlechte Anwälte, schlechte Ärzte und schlechte Polizisten gibt. Aber würde man Deiner These folgen, wäre es auch gut für die Polizei, wenn es möglichst viele möglichst schlimme Verbrechen gäbe.

    edit

    Teste es aus, dann kannst du Dir ja ein Bild machen. Vorher nicht.

    Liebe Grüße
    Feeli

    Ach Du je!

    Liebe Monty, was tut es mir Leid, das bei Dir zu lesen! Jetzt ist es ganz wichtig, dass Du Dich um Dich kümmerst, Süße. Na logisch will Dein Körper im Moment nicht mehr mitmachen!

    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du das alles gut durchstehst. Vielleicht begreift er ja, was Sache ist.

    Auch ich drücke Dich mal ganz fest, sodass Du Dich für einen Augenblick fallen lassen kannst. Solange halte ich Dich fest.

    Feeli

    Na, liebe Monty, soooo ähnlich sind empty und ich uns jetzt auch nicht :wink: .

    Schön empty, dass Du heute wieder für Dich aktiv warst. Dass Du Dir im Moment noch eine 0,00000001%ige Hintertür offen lässt, ist wohl ganz normal für uns Cos. Jawohl, habe ich gleich gesehen!

    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Abend mit Deinem Besuch. Es tut Dir bestimmt gut.

    Feeli