Beiträge von Blumenwiese

    Hallo,
    nun war ich einige Tage gar nicht hier. Eliksee, ich hatte noch gar nicht Deine Frage beantwortet. Ich bin gar nicht mehr so jung, Mitte 40, habe eine Tochter, die bei mir wohnt. Stimmt, ich habe nichts zu verlieren.

    Wir waren nun zwei Wochen getrennt, in denen er beruflich unterwegs war. Es hört sich vielleicht komisch an, aber in den ersten Tagen war ich einfach froh, dass ich meine Ruhe hatte, meine Wohnung wieder für mich alleine. Irgendwann kam dann die Sehnsucht wieder. Dabei denke ich aber immer an die Zeit, wie es am Anfang war. Und wenn wir dann telefonieren dann ist er oft so wie am Anfang. So wie er spricht. Und außerdem bekomme ich dann nicht mit, ob und wieviel er getrunken hat. Klingt gerade so nach Selbstbetrug. Ja, und ich war gespannt was für ein Gefühl in mir ist, wenn er wieder kommt. Er kam gestern Abend. In mir war nichts, ich habe keine Liebe gespürt. Er nahm mich in den Arm, gab mir einen Kuss und ich bemerkte den Biergeruch. Natürlich ging er dann gleich wieder an die Kiste Bier, kaum dass er da war. Drei Bier gingen so innerhalb kurzer Zeit weg. Es störte mich aber ich sagte nichts, weil es eh nichts bringt mit ihm darüber zu diskutieren. Habe ich resigniert? Er will bei Null anfangen, alles soll wieder so werden wie früher. Kann ich das glauben? Ich bin an dem Punkt, dass ich nicht mehr glaube, dass es besser wird. Aber ich will immer noch die Bestätigung haben, dass es wirklich nicht besser wird. Total verkorkst! Ich widerspreche mir selber. Ich merke es, wie unlogisch das ist, kann aber nichts ändern.

    Nächstes Wochenende ist er hier. Wollte erst mit mir wegfahren. Dann wieder ist davon nicht mehr die Rede. Ich bin so gespannt, ob er wirklich was ändern will und mit mir etwas unternimmt. Oder ob er nur wieder alleine loszieht um Fußball gucken zu gehen. Dazu konnte er sich immer aufraffen, aber mit mir mal um den Block zu gehen, das war schon zu viel.

    Liebe Grüße von Blumenwiese

    Hallo Eliksee,

    danke für Deine Antwort. Es tut gut von jemandem zu lesen, dem es ähnlich geht. Ich mache das eigentlich erst ein gutes Jahr mit. Ich habe ziemlich schnell gemerkt, nachdem wir zusammen gezogen sind, dass er regelmässig Bier trinkt. Als er dann krank wurde und Wochen zuhause war, da kam dann noch Wein dazu, den er sich großzügigerweise bestellt hatte. Wo er die leeren Flaschen überall deponierte... und dann meinte, er hätte die extra dahin gestellt um zu sehen, ob ich ihn kontrolliere!

    Seit einer Woche ist er beruflich unterwegs. Und wenn wir telefonieren höre ich ja nicht, ob bzw. wieviel er getrunken hat. Nur in den Wochen zuhause hab ich das mitbekommen und es wurde ja auch immer mehr. Dazu kommen noch diese Unzuverlässigkeit und die Lügen, auch über unwichtige Dinge, die mich mürbe machen. Wir sind nicht verheiratet, haben keine gemeinsamen Kinder, es ist meine Wohnung: eigentlich die besten Voraussetzungen zu ihm zu sagen: geh. Aber ich schaffe es nicht, das auszusprechen. Ich habe es auch noch nie angedroht, weil ich keine leere Versprechungen machen möchte. Wenn ich das wirklich mal androhe dann muss ich es auch tun.

    Hast Du Dich getrennt oder hat die Therapie gefruchtet?

    Lieben Gruß von Blumenwiese

    Hallo,

    gerade habe ich gelesen, wann ich das erste Mal hier war. Mein Beitrag "Das Bier am Abend" stammt aus November 2010. Damals fing es an, dass ich seine Abhängigkeit bemerkte. Von der er heute aber noch behauptet, dass es sie nicht gibt.

    In den letzten Monaten ist er wieder ganz normal arbeiten gegangen, dabei ist er aber nur an den Wochenenden zuhause. Und nun war er wieder für vier Wochen zuhause krank. In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass er jeden Tag mindestens sechs halbe Liter Bier trinkt. Es gab auch Tage, da war es weniger, aber das nur eine Ausnahme. Wein wurde gekauft, die leeren Flaschen hinter einem Tablett versteckt. Meine Flasche Sekt wurde ausgetrunken, die leere Flasche so gelegt, dass man es nicht auf den ersten Blick sehen konnte. Auf meine Frage kam nur ein "Na und" zurück. Die meiste Zeit lag er auf dem Sofa und guckte Fernsehen. Am Anfang dachte ich noch, er würde sich wandeln. Da stand er mit mir auf, brachte mich zur Arbeit, machte was im Haushalt, abends saß er nicht die halbe Nacht vor dem TV sondern ging mit mir zu Bett. Aber das hielt nur ein paar Tage an. Naja, eigentlich nur drei Tage. Danach schlief er bis Mittag, wenn ich morgens zur Arbeit ging lag er wie tot im Bett, das Schlafzimmer roch nach Alkohol, wenn ich von der Arbeit nach hause kam lag er vor dem Fernseher. Wenn er Lust hatte dann kochte er was für uns. Danach gleich wieder Couch und das bis tief in die Nacht. Was für ein Leben! Keine Unternehmungen am Wochenende. Keine gemeinsame Zeit zusammen. Bis auf essen und fernsehen, na toll. Macht der Alkohol, dass man zu nichts mehr Bock hat? Was wollte er alles machen im Garten und so. Nichts davon hat er eingehalten. Er sagt, er würde sich ja nie betrinken, das ist richtig. Rumlallen tut er nicht. Man merkt es ihm meistens nicht an, ich sehe nur die leeren Flaschen. Er wollte es dann auf 2-3 Flaschen pro Tag reduzieren. Hat dann halt die Kronkorken teilweise auf den leeren Flaschen gelassen, damit es aussah, als ob die Kiste noch fast voll ist. Fuhr abends zur Tankstelle, ließ die Tüte mit den Bierdosen vor der Wohnungstür liegen, schummelte eine Dose mit in die Wohnung (er musste an mir vorbei) und ging in die Küche zum Trinken. Ich hab ihn darauf angesprochen, warum er heimlich Bier kauft und überhaupt wollte er doch reduzieren. Er hat natürlich abgestritten, dass er es heimlich macht und er wäre doch dabei zu reduzieren. Er bräuchte ja nicht alles zu trinken. Am nächsten Morgen waren alle Dosen leer. Und es wurde nicht mehr darüber gesprochen, ist ja auch einfacher.

    Ach ja: er hat dann einen Tag gar nichts getrunken und mir dann erzählt, das wäre sein Selbstversuch gewesen, ob er schon Entzugserscheinungen bekommt. Hätte er nicht gehabt, also wäre alles in Ordnung. Kann man das nach einem Tag schon sagen?!?!?!

    Ich habe eben in einem Beitrag gelesen, dass sich die Schreiberin in ihrer eigenen Wohnung nicht wohl fühlt wenn er da ist. Ja, so ging es mir auch und ich war so froh, als er wieder zu arbeiten anfing. Nun ist er seit einer guten Woche unterwegs, am kommenden Wochenende wird er auch nicht nach hause kommen können. Einerseits möchte ich ihn sehen, andererseits habe ich Angst davor. Denn ich habe auch diese Beklemmungen gespürt als er da war. Und habe Angst, dass dieses wieder kommt, wenn er übers WE daheim ist. Liebe? Ich spüre sie nicht mehr, bin darüber traurig und wütend auf ihn, warum er so ist wie er ist.

    Er meint, ich sollte nicht immer fordern sondern einfach die Beziehung laufen lassen. Dann würde er sich wieder öffnen mir gegenüber. Und nicht nur sein eigenes Ding machen wenn er da ist. Aber ich habe den Verdacht, dass das nur ein Trick ist. Damit er so weitermachen kann wie bisher und ich nichts mehr sage und alles hinnehme. Wieviel Alkohol kann ich hinnehmen? Wieviele Lügen kann ich noch ertragen?

    Dazu kommt, dass er in dieser Zeit, als er zuhause war, meine Sachen durchwühlt hat, weil er wirklich der Meinung war, ich würde Tabletten nehmen und abhängig sein. Was für ein Humbug! Rechtfertigt das, alles zu durchsuchen und das auch noch zuzugeben?

    Ich bin so hin und her gerissen, möchte einerseits ihn nicht verlieren. Aber realisiere immer mehr, dass ich nicht den Mann neben mir habe, den ich möchte. Könnt ihr mich verstehen? Ich stehe tageweise echt neben mir, bin dauernd am Süßigkeiten essen, könnte manchmal nur heulen. Ich weiß, ich muss auf MICH achten, ich war auch schon so weit. Als er hier war da war ich so kurz davor es zu beenden. Aber durch die Entfernung in der Woche bagatellisiere ich alles wieder, wie mir scheint. Warte wieder auf das nächste Wiedersehen, um zu sehen, wie es mir dabei geht. Aber warum sollte es mir besser gehen? Ich weiß einfach zu viel, habe Einiges nachgeforscht und einige Lügen von ihm entdeckt, die er aber nie zugibt sondern dann noch beleidigt reagiert. Wie kann man mit so einem Menschen zusammen leben??

    Grüße von der Blumenwiese

    Hallo,
    die Feier am Samstagabend hat er nicht besucht. Habe ihn auf die Singlebörse angesprochen, er hat es abgestritten, dass er es war. Auf alles hat er eine Ausrede, ich bin am Ende. Diese Beziehung macht mich sowas von fertig, wann sagt er denn mal die Wahrheit?

    Bezüglich seines Alkoholkonsum hat er mir nun erzählt, dass er vor 12 Jahren eine Entgiftung hatte und danach 7 Jahre lang trocken war. Ich war also von Anfang an mit einem Alkoholiker zusammen, auch noch einen, der meint, er könne "kontrolliert" trinken!

    Er, der angeblich in den Vorjahren immer der Betrogene war, tummelt sich nun auch noch auf einer einschlägigen Seite für Seitensprünge!

    Ich glaub, da brauche ich gar nicht mehr weiter zu schreiben, oder? Was habe ich mir da nur für ein Schwein geangelt!

    Grüße von
    Blumenwiese

    (Der Name klingt nach Sommer, Sonne und schönen Gefühlen. In mir ist alles dunkel und kalt. Ich friere innerlich! Ich kann nicht mehr!)

    Zitat

    Er hat sich in einer Partnerbörse angemeldet. Was sagt dir das?

    Hallo Eric,
    ja, das alleine für sich sagt schon alles. Das stimmt. Es passt aber nicht zu seinen Worten. Aber das sind nur Worte. Das hat mir eine Freundin auch gesagt: erzählen kann man viel, Taten zählen.

    Nicht nur, dass er sich da angemeldet hat ... er bekommt SMS und sendet SMS an eine Frau, die er inzwischen unter einem Männernamen in seinem Handy gespeichert hat. Seit Sonntag. Vorher lag das Handy immer in der Wohnung und war auf laut gestellt. Seit Sonntag nicht mehr. Du, ich glaube, ich habe ihn eh verloren.

    Er hat sich in einer Partnerbörse angemeldet. Was sagt dir das?

    Ich möchte Vertrauen, Treue, Ehrlichkeit. Das passt nicht! Du hast recht, Eric. Ich bin sowieso ein Nervenbündel. So geht es nicht weiter.

    Hallo Feeli,
    er soll die Heimlichkeiten beenden. Aber wenn ich den Satz von Eric auf mich wirken lasse, dann sollte ich das beenden. Dieser Satz hat es echt in sich, darum habe ich ihn größer geschrieben. Mein Leben in die Hände eines Mannes geben, der immer mehr Alkohol brauchen wird ... Feeli, er hat mich in den letzten Monaten auch verletzt, verbal. Das war vorher nie der Fall. Da war ja noch alles anders. Aber ich muss wohl einsehen, dass diese Zeiten vorbei sind.

    Ich will ihn damit konfrontieren, sollte ich nur dasitzen und abwarten?
    Oder gleich sagen: es hat keinen Sinn mehr?

    Herz und Verstand, warum könnt ihr nicht einheitlich ticken??????

    Nein, gut geht es mir wirklich nicht. Bei meinem letzten Arztbesuch sprach ich es an, dass es mir eben *** geht, weil mein Partner trinkt. Der war sowas von distanziert, sprach nur von Beratungsstellen. Nur, wo die sind hat er mir auch nicht gesagt. Ich selber war kurz davor zu einer SHG zu gehen. Aber ich glaube, eine Beratung wäre tatsächlich besser. Nur, seit Tagen drehe ich mich im Kreis, bekomme nichts auf die Reihe.

    Ich wünsche mir nicht, dass er eine andere hat. Ich weiß, dass er einer anderen SMS sendet. Die er über eine Partnerbörse gefunden hat. So blöde es klingt, aber ich wünsche mir, dass er mich will. Dass er die Beziehung weiter fortführen will. Tief im Inneren weiß ich aber auch, dass das Vertrauen erstmal weg ist ... dass sich an seinem Alkkonsum wohl nicht viel ändern wird (und wenn, dann zum negativen) ...dass es vernünftiger wäre zu gehen.

    Ich sag es mal so: wäre es nur der Alkohol würde ich noch bei ihm bleiben. Auch wenn die negativen Dinge echt überwiegen. Wie lange weiß ich aber nicht. Aber jetzt hätte ich noch Hoffnung, dass sich das Ding dreht, wenn er wieder voll arbeitet.

    Wenn er neben mir andere Frauen haben will, dann kann ich die Beziehung aber definitiv nicht fortsetzen. Auch wenn es verdammt weh tun würde. Auch wenn es mich in den finanziellen Abgrund schleudert (aber das würde es mit Alkohol wohl nach und nach auch): dann muss ich es beenden.

    Wenn ich selber lese was ich so schreibe dann klingt das so wirr und total bescheuert. Warum beende ich nicht einfach diese Sache? Bin doch auch so oft belogen worden! Trotzdem ist da noch diese verdammte Anziehung.

    Hallo Feeli,

    ich will ihn nicht zur Rechenschaft ziehen. Und das er Hilfe braucht bzw. ein Alkoholproblem hat, will er sowieso nicht einsehen. Das werde ich gar nicht ansprechen. Nur soviel, dass ich weiß, was er in punkto Partnersuche macht. Dass er eine andere kennen gelernt hat. Das will ich ihm sagen. Wenn er dann der Meinung ist, mit uns hat es keinen Sinn mehr, dann muss ich das akzeptieren. Auch wenn es weh tut.

    Insofern habe ich dann die elegante Lösung gefunden, denn nur auf Grund seines Alkoholkonsums wäre ich wohl (noch) nicht in der Lage, mich zu trennen. Auch wenn mich das alles annervt. Rollende leere Bierdosen unter dem Beifahrersitz im Auto, leere Bierdosen, die sich in der Garage auf wundersame Weise vermehren (er kippt die ersten ein zwei Bierchen wohl schon auf dem Heimweg)..... und doch wäre das noch kein Grund. Echt verwunderlich. Ich schüttel gerade selber den Kopf über mich.

    Zitat

    Was gibt Dir dieser Mann? Sicherheit? Vertrauen? Zuneigung? Wohlstand? Partnerschaft? Ehrlichkeit? Einfühlungsvermögen? Geistigen Austausch? Ist er wahnsinnig attraktiv und riecht so gut, ist er gepflegt und hilfsbereit? Der Traum aller Schwiegermütter?

    Es wird Dich sicher nicht überraschen, wenn ich auf die meisten Frage gerade mit "NEIN" geantwortet habe. :(

    Gibt es eigentlich auch Männer, die unter solchen Umständen an einer Partnerin hängen, oder sind nur Frauen so "leidensfähig"?

    Zitat

    Liebe ist blöd. Liebe macht blind und blöd. Also: Finger weg. Und ich werd mich nicht mehr verlieben. (jaja, ich weiss die Antworten, die jetzt kommen, aber: ich lasse mich nie (NIE) wieder so verletzten und ich mach mich nciht mehr so verletzlich.

    Liebe Emma,
    das habe ich auch mal gedacht, nachdem ich so was von enttäuscht worden war. Und jetzt hänge ich genau so wieder in einer Herzensgeschichte drin und bin so verletztlich, wie ich auch nie wieder sein wollte.

    Aber ich glaube, jede Enttäuschung macht härter. Und macht es schwerer, sich überhaupt wieder auf etwas einzulassen. Es fiel mir bei diesem Mann auch sehr schwer am Anfang. Umso schlimmer, dass es wieder so enden muss.

    Du musst Dich einfach auf Dich selber konzentrieren, ihn aus Deinen Gedanken klammern. Ob er sich wieder durchschummelt, ob er wieder eine neue Dumme findet ... egal. Du hast Dein Leben! Er hat mit seinem doch nicht viel angefangen.

    Es klingt so einfach, diese Gedanken zu lassen. Nicht mehr an ihn zu denken. Ist es aber nicht. Ich glaube aber auch, dass es gut ist, wenn man eine Zeit seine Wut hat, damit verarbeitest Du das Geschehene. Die Zeit arbeitet für Dich, es wird immer mehr in den Hintergrund geschoben. Was dabei natürlich blöd ist, dass ihr euch immer mal wieder über den Weg lauft. :(

    Liebe desperateS,

    danke für Deine Worte. Natürlich wünsche ich mir eine Beziehung auf Augenhöhe. Gerade dieser Mann hatte sich so in unsere Familie (meine Tochter und ich) eingefügt, Verantwortung übernommen (wo ist die jetzt bloß hin, mit dem Bier runtergespült) und hat immer wieder betont, dass Ehrlichkeit das Wichtigste ist. Seine Frauen haben ihn immer betrogen (das ist seine Seite der Geschichte, die andere Seite kenne ich ja nicht) und darum hätte ich gerade von ihm nicht gedacht, dass er Kontakt zu anderen Frauen sucht.

    Zitat

    Liebe kann man nicht erbetteln. Entweder, man wird geliebt, weil man ist wie man ist, oder es ist keine Liebe.
    "Eifersucht ist die Angst, etwas zu verlieren, von dem es sich sowieso nicht lohnt, es zu behalten".

    Ja, ich möchte geliebt werden und nicht betteln müssen. Ich möchte keine Angst haben, den Partner zu verlieren. Es sollte gegenseitiges Vertrauen herrschen, ich kann davon bei uns zurzeit nichts erkennen.

    Ich werde mit ihm reden müssen darüber, sonst gehe ich noch ein. Dann wird Schritt zwei automatisch kommen, denn wenn er sich ertappt fühlt dann wird er sicher um sich schlagen (bildlich gesprochen) und gehen.

    Lieben Gruß von Blumenwiese

    Danke für eure Antworten. Ich habe eure Zeilen richtig in mich reingesogen.

    Habe mir die Frage gestellt: warum kann ich noch nicht / warum will ich noch nicht..... weil ich ihn noch liebe. Verrückt, oder? Wir hatten ein halbes Jahr wirklich Schwierigkeiten zu bewältigen von denen ich annahm, dass es uns zusammenschweißt. Was hatten wir uns darauf gefreut, jeden Tag miteinander einzuschlafen und zusammen aufzuwachen. Und diese Zeit ist noch gar nicht lange her. Es fing ja an aus dem Ruder zu laufen mit dem Alkohol, als er krank zuhause war. Inzwischen macht er seit Wochen einen Lehrgang, er fühlt sich nach eigenen Worten nicht ausgelastet, ist mit sich selber unzufrieden. Ab Montag beginnt die Arbeit für ihn wieder wie gewohnt. 12 Stunden Tag. Ich hatte immer die Hoffnung, dass es dann wieder besser wird. Nicht mehr so viel Bier. Und dass es wieder so wird, wie es bis Mitte August war (Mensch, das ist doch noch nicht so lange her!). Wenn ich die Geschichten hier so lese mache ich mir wohl falsche Hoffnungen. Denn die Abhängigkeit von dem Zeug wird wohl nicht weg sein, nur weil er wieder arbeitet.

    Diese Frau ist das nächste Thema. Ich muss das jetzt klären. Ich möchte nicht daheim sitzen und mich fragen, wo er jetzt wohl gerade ist. Oder dass er eines Tages heimkommt und sagt: wir müssen mal reden, es gibt eine Andere. Samstag Abend will er feiern gehen. Hat sich schon erkundigt, ob es da ne Pension gibt, wo er übernachten kann (denn feiern kann man ja nur mit diversen Bierchen). Dabei könnte ich ihn hinbringen und abholen... muss ich noch mehr schreiben?

    Gut, ich resümiere mal:

    - auf Alkohol verzichten will er nicht (obwohl er das ja alles im Griff hat, wie er sagt....

    - sein Bierkonsum ist in den letzten zwei Monaten gestiegen

    - für Bier ist immer Geld da, dabei brauchen wir dringend andere Dinge

    - Zärtlichkeiten und Nähe gibt es viel zu wenig

    - er lügt in allen Bereichen, mein Vertrauen geht den Bach runter

    - er schickt SMS an eine andere Frau, sucht also schon mal Ersatz


    So, und nun die positiven Dinge, die mir einfallen:

    da habe ich eigentlich nur die gemeinsame Zeit vor dem ganzen Bierterror im Kopf. Natürlich gibt es zur Zeit auch mal liebe Worte und Situationen, wo ich mich wohlfühle an seiner Seite. Aber im Vergleich zu vorher sind die erschreckend geschrumpft. Gemeinsame Unternehmungen gibt es ja nicht mehr.

    Das muss ich jetzt erst mal sacken lassen. Ihr habt Recht, wenn man es mal aufschreibt wird es einem sowas von klar.... es ist wirklich nicht viel übrig geblieben.

    Liebe Grüße von Blumenwiese, die jetzt erstmal schlucken muss... :(

    NEIN!!! Das meinte ich aber nicht, dass Du über ihn schreibst. So wichtig ist er nicht.

    Ganz allgemein, Deine "Leichen im Keller" sind da sicher amüsanter als über den, für den nur das Bier zählt. Ich habe Deine Beiträge jedenfalls echt gerne gelesen, waren immer lustig und diese Wortspiele ... herrlich

    :)

    Dafür schon mal: Danke! Hast mir an einem trüben Tag ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

    Blumenwiese

    Da bin ich wieder.

    Die Situation hat sich nicht groß verändert. Jeden Abend Bier. Jeden Feierabend Sofa, Fernsehen und Bier. Im September hatte er noch selbst gesagt, dass er mal ein paar Monate mit dem Alkohol aussetzen wollte. Noch am ersten Abend wurde eine Kiste Bier gekauft. Vor zwei Tagen sagte ich, dass es doch gut wäre, wenn wir beide mal ne Zeit keinen Alkohol trinken würden (ich brauche das Zeug ja nicht). Das hat er rundherum abgelehnt. Ist er schon eine Stufe weiter?

    Auch die verbalen Angriffe beginnen. Nach dem ersten Aussetzer hatte er sich noch am nächsten Tag entschuldigt. Das macht er jetzt nicht mehr. Verändert der Alkohol einen Menschen derart, dass er mich zeitweise echt wie den letzten Hampel behandelt? Umgekehrt: würde ich ihm sowas an den Kopf werfen, wäre wohl Holland in Not.

    Die Lügereien. Es ist manches Mal so lächerlich. Ich weiß genau, dass es so und so ist. Er geht dagegen an. Gibt nichts zu. Spinnt sich ein Lügengespinst und verheddert sich inzwischen schon mal selber darin. Ihn darauf hinzuweisen bringt nichts. Er wird dann nur laut.

    Er hat im I-net eine Frau kennen gelernt. Bislang nur per SMS Kontakt. Das sollte nun eigentlich der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Aber statt dessen sitze ich wie ein Kaninchen vor der Schlange und weiß nicht weiter.

    Dabei bin ICH es, die es in der Hand hat, wie es weiter geht. Bzw. wie es nicht weiter geht. Das lese ich in allen Beiträgen hier. Ich mache mich selber klein und versuche, ihm alles recht zu machen. Es ist schon lächerlich, wenn es mir bewusst ist, ich es aber (noch) nicht ändern kann oder will.

    Traurige Grüße von Blumenwiese

    Hallo Emma,

    Du schreibst echt erfrischend und mir sowas von aus der Seele. So eine eingelegte Sofakartoffel habe ich auch seit ein paar Monaten daheim. Dabei war alles so schön zu Anfang. So mit 2-3 Flaschen Bier jeden Abend fing es an, momentan eher 5-8 halbe Liter.

    Ich habe angefangen an den Wochenenden alleine was zu machen, da ich nicht immer in der Bude rumhängen wollte. Er auf Sofa - das war mir dann doch zu langweilig. Und immer Fernseher an! Ich stehe noch am Anfang, dass ich selber was mache für mich, ohne schlechtes Gewissen. Das wird mir dann von ihm eingeredet.

    Deine Begegnung mit ihm zeigt Dir doch, dass Du alles richtig gemacht hast. Super! Das gibt doch Auftrieb. Dein Weg war der richtige.

    Hast Du schon mal daran gedacht zu schreiben? Hast echt Talent :wink:

    Gruß von
    Blumenwiese

    Zitat

    Und dann zum zweiten Schritt....im Hier und Jetzt zu leben, ohne nach dem Gestern zu schauen. Und sich nicht mit Schritt eins stets aufhalten.

    Ich glaube, da ist der zweite Schritt viel schwerer als der erste... aber es geht. Jedes Ende ist auch ein Anfang für etwas Neues. Eine Chance... ach, das klingt jetzt gut, dabei hänge ich auch noch bei Schritt eins. :(

    Gruß
    Blumenwiese

    Hallo desperateS,

    Dein Beitrag von gestern Abend hat mich sehr berührt. Deine Angst, er könnte Dich betrügen und dann Deine Reaktion, ihn davon abzuhalten. Hat mir eben sehr die Augen geöffnet.

    Meiner trinkt weiterhin seine 5-8 halbe Bier am Abend. Er möchte auch keine Alkoholpause (weil es mir zuviel wird und ich merke, dass ich öfter mitgetrunken habe als ich wollte schlug ich vor mal eine Zeitlang gar nichts im Haus zu haben) weil er sich sein Bier am Abend nicht verbieten lassen möchte und weil er der Meinung ist, das alles im Griff zu haben. Die Angst, dass er gehen könnte hatte ich auch von Anfang an. Nicht mal davor, dass er betrügen würde. Denn er hat immer betont, wie wichtig ihm Ehrlichkeit ist. Ja, und jetzt habe ich entdeckt, dass er SMS-Geheimnisse hat. Fällt halt auf, wenn das Handy auf einmal nicht mehr frei in der Wohnung liegt. In einer Singlebörse ist er seit ein paar Tagen angemeldet, sucht dort seine "große Liebe". Und was mache ich? Ich versuche mich besonders seinen Wünschen anzupassen, ihm alles recht zu machen. Hilfe, wie blöd bin ich denn? Suche wie so oft die Schuld bei mir.

    Danke, dein Beitrag hat mir die Augen geöffnet, dass ich auch wie ein Hund darauf warte auf das bisschen Aufmerksamkeit. Sie kommt manchmal, aber dann auch wieder nur verletzende Worte.

    Du siehst, Du bist nicht alleine. Aber bitte nimm Dir selber dieses Verhalten nicht übel.

    Zitat

    Zwei Dinge daran nehme ich mir übel:
    1. dass es schon sehr eingebildet und überheblich ist, sich anzumaßen, Einfluss auf das Verhalten eines anderen Menschen zu haben und

    2. dass ich mich selbst so verraten habe.

    Das ist nichts was Du Dir übel nehmen solltest. Manchmal verrennt man sich in eine falsche Richtung und merkt erst später, dass man sich selbst nicht treu war. Ich habe das bei mir schon oft bemerkt und bin immer noch damit beschäftigt, warum das so ist. Ich möchte, dass mich immer alle gern mögen, kann mit Ablehnung nicht gut umgehen. Klar, dass man dann immer auf die anderen eingeht und denen alles recht machen möchte. Wichtig ist nur, dass man irgendwann erkennt, dass das der falsche Weg ist. Das ist der erste Schritt.

    Grüße von
    Blumenwiese

    Zitat

    Wenn Du weiterhin nur zu schaust wird er nicht aufhören und Du ziehst Dich immer weiter runter.

    Hallo Wolfgang,

    genau, ich möchte nicht mehr nur zuschauen. Sonst denkt er noch, ich akzeptiere sein Verhalten! Ich habe schon mal Kontakt zu einer SHG hergestellt, zu einem Treffen zu gehen habe ich vor.

    Danke für Deine Kraft, Dir wünsche ich dieses auch.

    Blumenwiese

    Hallo Nici,

    danke für Deine offenen Worte. Dieses Gefühl, es wieder nicht geschafft zu haben ist einfach da. Noch bin ich nicht so weit mich zu trennen. Aber was Du schreibst berührt mich und darüber werde ich erstmal in mich reinhorchen. Will ich einen Mann, der mich belügt? Nein, natürlich nicht. Der mir weismachen will, dass er die Flaschen versteckt hat, damit ER herausfindet, ob ICH IHN kontrolliere.

    Danke für Deine Kraft, die Du mir schickst.
    Ich glaub, ich kann sie brauchen.
    Lieben Gruß

    Blumenwiese

    Hallo Nici,

    das ist das Problem. Die Trennung könnte ich nicht umsetzen. Umgekehrt weiß ich aber, dass er gehen würde, wenn es ihm zuviel wird. Und wenn er geht dann ist das endgültig. Davor habe ich Angst. Aber deswegen darf ich mir immer noch nicht alles bieten lassen, das ist mir bewusst.

    Momentan denke ich immer noch, es ist alles vielleicht doch nicht so schlimm und wird sich alles klären. Also in dem Sinne, dass er doch aufhören kann. Wird wohl einfach Wunschdenken sein.

    Nach zehn Jahren alleine lebe ich wieder mit einem Mann zusammen. Und dann scheitere ich wieder?!?!? Nach einer Ehe und einigen Fehlversuchen hatte ich endlich den einen, der mich auf Händen trägt ... so dachte ich. Das kann ich doch nicht so schnell aufgeben! Ich bin hin und her gerissen zwischen Herz, Bauch und Verstand. Weiß nicht, wie ich reagieren soll.

    Er weiß, dass ich es nicht mag mit dem täglichen Bier. Er weiß, dass ich Angst davor habe, dass er abhängig ist. Und trotzdem trinkt er jeden Abend. Es ist einfach nur rücksichtslos von ihm. Im Hinblick darauf, dass er krank ist, kann er wohl nur nicht anders. Warum tut er mir das an? Er liebt mich doch! Die Antwort darauf kann ja nur sein: weil er nicht anders kann.

    Sorry, mir kommen gerade die Tränen.

    Die ganze Situation macht mich so fertig.

    Aber die Tatsache, dass ich hier bin, zeigt mir, dass ich mich eben nicht damit abfinden will.

    Grüße von
    Blumenwiese

    Hallo,
    danke für eure Antworten.

    Martha : interessante Frage, ob es einen Unterschied macht ob abhängig oder nicht. Ja, ich mag es generell nicht, wenn jemand jeden Tag Alkohol trinkt. Zu groß ist bei mir die Angst, dass es so wird wie früher bei meinen Eltern. Als ich Kind war hat mein Vater getrunken und das hat sich bei mir eingebrannt.

    @ Gotti: was können wir für uns dagegen tun? Das ist mir noch nicht klar. Nicht mehr kontrollieren? Ihn einfach trinken lassen? Ihn ansprechen? Ich bin mir so unsicher, was ich machen soll. Ja, in unserer Gesellschaft ist es normal, dass man trinkt. Und das ist das, wovor ich Angst habe: dass die anderen das nicht verstehen oder gleich sagen: dann trenn dich doch. Richtig einfühlen kann sich das so wohl keiner, der damit noch nicht konfrontiert wurde.

    @ Joanne: Ja, es stimmt: die Geschichten gleichen sich teilweise erschreckend. Wenn ich seine geröteten Augen sehe dann könnte ich heulen oder lospoltern... ich weiß einfach nicht, wie ich mich verhalten soll.

    Die Entdeckung, dass er mit Alkohol ein Problem hat, ist bei mir noch recht frisch. Und ich bin mir so unsicher, was ich sagen oder machen soll. Angesprochen wurde er von mir schon mal. Ok, er stritt alles ab. Wollte eine Trinkpause einlegen, davon ist jetzt aber nicht mehr die Rede, denn die 2-3 Bier am Abend möchte er sich nicht verbieten lassen. Gestern waren es 6 halbe Bier und schon allein die Tatsache, dass ich mich damit auseinandersetze, nervt mich.

    Sage ich nichts denkt er womöglich, dass es mir egal ist und mich nicht stört. Spreche ich ihn an, sieht er es nicht ein. Aber ich kann doch meinen Mund nicht halten. Sollte ich nicht zumindest einmal klar und deutlich sagen, was ich will und was ich nicht will? Im umgekehrten Falle, wenn ich trinken würde, er würde mich ganz sicher zur Rede stellen.
    Wie habt ihr das gemacht? Ich weiß, dass es da kein Patentrezept gibt. Aber die Erfahrungen von anderen helfen mir sicher.

    Danke,
    Blumenwiese