Beiträge von Emma2010

    Hallo n i c i,

    Zitat

    Dann fang an es für Dich zu tun, Emma. Und Du wirst sehen, es wird Dir immer besser gehen, wenn Du erst mal nach Dir schaust.

    Du hast ja recht, ich sollte wirklich wieder mehr bei mir bleiben.
    Irgendwie fühle ich mich so wie eine gerade mal trockene Alkoholikerin, die lernen muß, die eigenen Schritte zu gehen ohne Alkohol.
    Ich werde mich vlt. auch noch ein bisschen im Anti-Alkoholiker Forum umschauen, wie das gehen kann, wie deren Leben neu beginnen konnte.

    Bringt ja doch nichts, wenn ich einer alten Beziehung nachweine, die mir
    soviele Verletzungen beschert hat, auch wenn der Mensch hinter dem Alkohol für mich ein ganz wichtiger war.
    Das weiß ich natürlich schon, dass diese Trennung vom nassen Alkoholiker für mich das Beste war und ist.
    Dabei ist mir besonders wertvoll, dass ich durch mein Verhalten da auch seine Krankheit nicht noch weiter gar aufrecht erhalte.

    Meine Verzweiflung von gestern, ausgelöst durch das letzte Therapiegespräch, hat mich wahrscheinlich nochmal in die Vergangenheit getriggert, denn heute bin ich schon wieder viel gefasster und kann
    meine Aufgaben erledigen.

    Zitat

    Oberflächlich und platt hättest Du bestimmt dann auch gern weitere Jahre bei ihm gelitten...???

    Genau und ich sehe das jetzt auch.
    Ich hätte niemals in dem Zustand, in dem er ist, neben ihm in Ruhe und Geborgenheit leben können. Diese Zweisamkeit von der ich noch befangen bin, ist die reinste Illusion. Nie im Leben könnte zwischen uns Beiden echte Freude einkehren, solange er am Weitersaufen festhalten will.
    Die Chance, die ich mir durch den Absprung einräumen konnte, ist aber bei mir immer noch nicht ganz angekommen. Ich greife fast reflexartig in meine alten Muster zurück und meine darin den Halt zu spüren, der mir momentan immer noch abgeht.
    Ich glaube zu wissen, dass die Beziehung mit dem Alkoholiker ein Umweg auf meiner Laufbahn war, weil ich damit eine innere Leeren füllen konnte, aber weitergebracht hat mich das nicht, denn jetzt wo ich wieder alleine dastehe, habe ich das gleiche Problem wieder.
    Diese Leere in mir muß ich erst recht wieder auffüllen mit der Wirklichkeit, mit Offenheit, Zuwendung, Verbindungen und die Bereitschaft, dass auch zu zulassen. Doch ich stecke noch immer in der Warteschleife fest, weil es diese Ängste in mir gibt.
    Mein großes Thema ist, wie gehe ich mit Ablehnung um. Es kann doch nicht sein, dass ich aus Angst vor Ablehnung mich gar so arg zurücknehme, wie ich das bisher getan habe, nur das lässt dann halt auch
    keine Ausgelassenheit zu.
    Ich wünsche mir wirklich, mal auch wieder die Dinge zu tun, die mich berühren.

    Zitat

    Versuch Dir mal ein paar schöne Sachen zu gönnen. Denk mal an Dich. Erst wenn man gelernt hat, sich zu lieben, lieben anderen Menschen uns.

    Es ist halt schon recht schwierig, sich schöne Sachen zu gönnen, wenn man mit einem sehr keinen Budget auskommen muß. Da muß ich noch lernen, was es da sonst noch geben könnte.
    Ich möchte mich daher gerne für Dinge frei machen, die vlt. gar nichts kosten.

    Erst indem ich das hier schreibe, finde ich zu neuen Perspektiven.
    Ich weiß ja nicht so recht, aber vielleicht denkt ihr, ich hätte schon für alles eine Antwort parat.
    Aber so ist es gar nicht, ich gehe da immer erst wieder einen Schritt, wenn ich das Neue schon aufgeschrieben habe.
    Daher bitte ich um etwas Nachsicht, denn dieser Thread ist für mich auch so eine Art Selbstreflektierung.

    Eure Meinung und das Lesen hier gibt mir Klarheit,
    Vielen lieben Dank
    LG Emma

    Hallo,

    o well, hmm ich glaube ich habe mir da etwas vorgemacht.
    Seit ungefähr 2 Wochen ruft ER tatsächlich nicht mehr an.
    Das reisst mich doch ganz schön in die Tiefe.

    Jetzt habe ich angerufen, weil ich schon Angst um ihn hatte, dass er krank ist oder so. Aber fakt ist, das er sagt, bei ihm passt alles, hat jeden Tag Besuch von seinem Kumpl, der für ihm einkaufen geht und anderes erledigt.

    Durch diese Kontaktsperre ist mein Gefühl von jetzt völligen Alleinsein und Verlust schon heftig.
    Bin mir jetzt auch nicht mehr sicher, ob die Trennung das einzig Richtige war? Wie soll ich diese Leere in mir noch aushalten?
    Kommt mir gerade so vor, als hätte ich mit einem blinden Aktionismus mein eigenes Grab geschaufelt.
    Mir fällt auf, dass ich eigentlich immer schon viel zu illusorisch war.
    Gehört das auch zum Co-Alltag?
    Mit der ewigen Vorstellung einer idealen Beziehung im Hirn, war ich von der Realität ja so enttäuscht, das hat nicht alles nur mit dem
    Alkoholismus zu tun. Mittlerweile weiß ich schon auch, dass Begrenzungen im Leben und in einer Partnerschaft ganz normal sind.
    Zum Glück war ich gestern noch beim Therapeuten. Da habe ich herausbekommen, daß ich in der Beziehung manche traumatische Vorfälle verdrängt habe, und dadurch gefühlsmäßige mit der Zeit sehr abgestumpft bin. Immer wieder in der Anspannung zwischen Zuckerbrot und Peitsche je nach seinem Pegelstand und die Angst, dass er vlt. wieder ausrasten könnte, das hat meinen Willen gebrochen.
    Hätte ich mir seine Probleme nicht zu eigen gemacht, wären mir aber auch viele Beschimpfungen erspart geblieben.
    Komisch, dass wir uns nichtdestotrotz aneinandergewöhnt haben, wie die Henne zum Ei.

    Aber das ist jetzt auch vorbei, weil ich ihn verlassen habe.
    Ich merke, dass ich auch in der Trennungsphase schon wieder zu illusorisch war.
    Dachte mir, dass mein Leben neu beginnt. Derweil kämpfe ich jetzt jeden Tag für meinen Lebensunterhalt.
    Und bestimmt werde ich auch noch die nächsten 10 Jahre versauern, weil ich kompliziert, zu tiefsinnig und zu leichtgläubig bin.
    Wäre ich doch geblieben, dann hätte ich wenigstens noch meinen Haushalt, den Garten und einen Mann, der mich braucht.
    Dachte mir, wenn ich weg bin, kommt er zur Besinnung, es sind schon
    10 Monate vergangen und es geschieht überhaupt nichts.

    Ich habs für Ihn getan.
    Und was tut er, er säuft bis zum Gehtnichtmehr.

    Wahnsinn ......
    LG Emma

    Hallo co-Elfi, einen schönen Sonntag,

    Möchte mal kurz nachfragen,
    ob dir ganz sicher (nur Trost) helfen kann?

    Als ich von Co-Abhängigkeit noch keine Ahnung hatte, habe ich
    auch gedacht, dass ich als Partnerin, für die Krankheit meines Mannes mit-verantwortlich bin. Da habe ich gar nicht mal gefragt, wie z.B. > Hallo XY -ich sehe, dass du krank bist, süchtig bist, brauchst du meine Hilfe, möchtes du meine Unterstützung haben.
    Also wie gesagt, ich habe nicht gefragt, sondern mich mit all meiner Kraft für Ihn ins Zeug gelegt.
    Aber hätte ich meinen Partner gefragt, hätte er mir sofort geantwortet, dass der Alkohol seine Leidenschaft ist und ich meine Konzepte für IHN
    wieder einpacken kann.

    Als ich noch ziemlich Co-abhängig war, hatte ich meine Antennen,
    Augen, Ohren, Nase, Hände, die Gefühle,.... immer auf Aufnahme laufen,
    jeder Tag war ausgefüllt mit allen möglichen Situationen und Problemem.
    Ich habe so wunderbar funktioniert und dabei total übersehen, dass
    ich für meine Wünsche gar keine Zeit mehr hatte.
    Dabei war ich doch sehr aktiv unterwegs, auch mit Sport, Kurse, Wellness, Meditation uvm.

    Trotzdem, ich war immer noch auf der falschen Spur. Warum?
    Erst später, durch die Krankheit meines Partners habe ich etwas dazugelernt.
    Nämlich auch mal etwas zu akzeptieren, so wie es ist,
    und ich mußte lernen, diesmal den Schmerz auszuhalten.
    Jetzt war ich mit mir konfrontiert, daher mußte ich meine Antennen neu ausrichten, auf mich und bei mir mal nachschauen.

    So wie es aussieht, habe ich bisher ein sehr einseitiges Leben geführt.
    Ich habe lange Zeit meine Bedürfnisse und meine Träume vernachlässigt.
    Es gibt emotionale Bedürfnisse, die ich nie ausleben konnte.
    Das ist meine Baustelle und daran arbeite ich.
    Das ist mein Plan und ich weiß mittlerweile auch schon, wie das gehen kann.

    Zitat

    Ich wünsche mir eine andere Realität, kann nicht akzeptieren dass ich am Schicksal der Menschen, die ich mag nichts ändern kann.
    Ich sehe die Möglichkeiten in jedem Menschen und es macht mich ganz verrückt, dass es dabei bleibt, dass es sich nicht entfaltet.

    Es ist, als ob ich einen Garten wüsste, in dem wertvolle Samen oder ausgewachsene Pflanzen stehen würden, die ich alle persönlich kenne und liebe und dürfte nichts tun, wenn sie langsam verwelken.
    Ich bin eine Kämpfernatur ....

    Deine Einstellung ist wahrhaftig schön und ehrwürdig, du bist wie ein Engel, hast die Augen und Ohren offen und du möchtest helfen.
    Doch Vorsicht, zuerst muß es DIR mal gutgehen, nur dann kannst DU auch für alles andere wieder ein adäquater Ansprechpartner sein.

    Aber auch das könnte noch zuviel sein.
    (vom CO-Verhalten)

    Liebe Grüsse
    Emma

    Wenn ich mich in der Co-Abhängigkeit verheddert habe, in eine Opferrolle
    reingerutscht bin, ....... so aktiviere ich dabei nicht nur meine ganze Kraft für IHN, sondern versuche dadurch noch mein eigenes Leid zu lindern.
    Ich war im Helfen wollen zudem noch sehr erfinderisch und habe mein ganzes Repertoire an Möglichkeiten ausgeschöpft und noch so manches mehr.
    Der Alkoholiker dagegen hat völlig anders reagiert, hat seine Grenzen mit aller Macht und verbaler Gewalt verteidigt, oder er/sie war egoistisch,...

    Wie wärs denn, wenn wir mal einen Blick darauf werfen, dass wir
    Co-Abhängige vlt. all die (gutgemeinten?) Taten, die wir für den kranken Partner hergeben, womöglich sind das genau die Hilfsmittel, die uns selber helfen würden.
    Und der Alkoholiker, der uns ganz klar zu verstehen gibt, dass unsere
    Hilfe vlt. angenehm aber unsinnig ist, auch in seinem Verhalten genau das projiziert, dass er selber brauchen würde.

    Wie soll das gehen?

    Hallo miteinander,

    Zitat

    Martha, schön reden , verdrehen oder anders benennen , ist auch eine Eigenschaft der CO-Krankheit. Als erstes steht , wie beim Alkoholiker auch, die Erkenntnis krank zu sein. Aber das hatten wir beide schon einmal.

    Ich glaube schon, dass wir da differenzierter hinschauen müssen, daher versuche ich es mal so.

    Phase 1: Kennenlernphase
    Von Krankheit kann man da noch nicht reden, weil es da ums Verlieben geht und das Aufbauen einer Beziehung.
    (hier lauert allerdings die Gefahr, dass einer schon Alk-abhängig ist und das verschweigen will oder es selbst noch nicht weiß)

    Phase 2: Anpassungsphase
    Wir gewöhnen uns aneinander und realisieren so langsam die Schattenseiten des anderen. Seine/Ihre Trinkgewohnheit wird für uns unangenehm.
    Jetzt wirds kompliziert, der Kampf um die gemeinsame "heile Welt " beginnt.

    Phase 3: Co-Abhängigkeit
    Wir können die Balance nicht mehr herstellen. Das Helfen wollen bringt uns in große Schwierigkeiten. Fühlen uns vlt. schon depressiv,....

    Phase 4: Trennungsphase
    Wir beginnen zu akzeptieren was ist und machen uns auf den Weg,
    der entstandene Leidensdruck mobilisiert unsere Selbstheilungskraft,
    jetzt sind wir erst aufnahmefähig für Unterstützung, SHG, etc.

    Phase 5: Resignationsphase
    Wir haben die 4. Phase übersprungen und reduzieren unsere
    Lebenskraft auf ein Minimum.

    Phase 6: Vernunftphase
    Vlt. gründen wir aus Angst oder Einsamkeit mit dem Alkoholiker eine
    Wohngemeinschaft, die Gefühle werden jdoch auswärts ausgelebt,
    der Status kann bleiben,

    > Da würde mich jetzt interessieren, ob das beim Alkoholiker
    genauso abläuft.

    Bestimmt habe ich bei meinem Schema auf vieles vergessen, daher würden mich Angregungen sehr freuen. Natürlich darf auch nicht vergessen werden, dass jeder ein Individuum ist, und daher wird nicht alles aus dem gleichen Topf gekocht.

    Wäre echt schön, wenn es hier noch weitere Beiträge gäbe.

    LG Emma

    Liebe Co-Elfi",

    danke für deinen langen Text. Du scheinst mir irgendwie vom Fach zu
    sein, hast genau die Fragen erwischt, auf die ich selber nie gekommen wäre. Danke nochmal.
    Um dir darauf antworten zu können, muß ich gut überlegen, wie ich das schreiben kann hier im offenen Bereich.

    Ich möchte aber gerne darauf antworten:

    >Was hast du davon, weiterhin den Kontakt zu pflegen?

    Wie gesagt, ich rufe ja nie an.
    Die Gespräche werden auch immer kürzer und der Inhalt ist auch nicht wichtig, bald wird er sie sowieso beenden, das spüre ich ganz
    klar.
    Ja und ich muß mich auch erst in meinen neuen Leben zurecht finden,
    durch die Trennung wurde viel Porzellan zerschlagen, mein Lebensinhalt völlig auf den Kopf gestellt, ich vermisse noch ein bißchen mein altes Leben.

    >Kannst du Loslassen?
    >Oder willst DU seine "Telefonseelsorge" sein ?

    Darum gehts gar nicht. Losgelassen habe ich schon vor einem Jahr, aber
    die Ausmaße der Veränderung waren mir damals noch gar nicht bewußt.
    Ich bin nämlich der typisch zum Helfen erzogene Mensch. Diese Helferrolle hat mich ausgemacht, war bisher meine Identität, die mich erfüllt hat, auch beruflich.
    Durch den Beziehungsknick ist auch mein Lebensmodell völlig
    zusammen gebrochen.
    Klingt jetzt vielleicht nicht nachvollziehbar, aber ich muß selbst er noch
    heraus finden, was noch übrig ist, meine alteingesessenen Verhaltensmuster sind nicht mehr anwendbar und andere kenne ich noch gar nicht.
    Ich bin zwar keine Telefonseelsorge, doch wenn er anruft, switch ich
    in mein altes Dasein zurück, ist noch das bisserl Heimweh.

    >Glaubst du, dass er ohne dich hilflos ist?

    Das kümmert mich nicht, er ist schlau genug und auch voll
    handlungsfähig.

    >Er braucht dich nicht.

    Na gut, da kann ich mich glücklich schätzen, war ohnehin eine Nummer
    zu groß für mich.

    >Brauchst du ihn?

    Natürlich nicht, aber die Liebe ist noch da.
    Ich kann aber in Liebe loslassen und das ist auch schön und fühlt sich richtig an.


    >Was würde passieren, wenn er anrufen würde,
    >er lässt sich helfen, ist sicher aufgehoben,
    >das wäre sein letzter Anruf, Tschüß.

    Das wäre dann wohl so, als hätte sich meine Mission erfüllt.
    Würde wohl glatt darauf was trinken gehn.

    >Würdest du dich einsam fühlen?
    >Verlassen, nicht mehr gebraucht?
    >Oder wärst du in der Lage, loszulassen.
    >Zu akzeptieren, dass du machtlos bist.

    Nicht machtlos, nicht einsam oder nicht mehr gebraucht Co-Elfi, sondern das ist wieder ein Stück Freiheit, die Abgabe der falschen Verantwortung zurück an den Verursacher.
    Die Zeit die ich jetzt neu investieren kann für wichtige Dinge, aber ich halte noch immer den Pinsel in der Hand und weiß noch gar nicht genau welches Bild ich jetzt malen soll.
    Wünsche gibt es viele, aber muß erst die neuen Pläne schmieden und umsetzen was geht.

    Liebe Elfe, momentan mußte ich so weinen, als ich über die Fragen gestolpert bin, weiß gar nicht mehr wieso.

    Liebe Grüsse und einen erholsamen Abend
    wünscht dir Emma

    Hallo Hellren,

    herzlich Willkommen hier im Forum. Ich wünsche dir einen guten
    Austausch, hab Geduld, denn der Schrecken, der dir noch in den
    Knochen sitzt, wird sich wieder lösen.

    Du bist schon viele wichtige Schritte gegangen, lass dich nicht entmutigen,
    du machst das sehr gut.
    Und genau wie du sagst, wir können das Vergangene nicht ändern, das was uns passiert ist, passiert uns kein zweites Mal.

    Ja, ich muß auch wieder nach vorne schauen, aber trotzdem ist es auch wichtig, dass ich mir noch die Zeit gebe, damit meine Wunden wieder heilen können.

    Vlt. werden wir nie wissen, warum der ALK-Kranke Partner so mit uns umgesprungen ist. Er weiß es wahrscheinlich selbst auch nicht.
    Der Alkohol deckelt seine Gefühle und seinen Worten dürfen wir gar nichts glauben, solange ihn die Sucht dominiert.

    Ich bin lange genug, bzw. schon viel zu lange auf seiner Welle
    mitgeschwommen, warum?

    Was passiert wenn ich loslasse?

    Ich habs ausprobiert....

    Liebe Grüsse
    Emma

    Hallo, liebe Pandora,

    ich freue mich sehr von dir zu lesen.

    Ja, ich fühle mich in der Tat doch relativ stark, psychisch meine ich.
    Andererseits aber fühle ich mich auch wieder ziemlich schlapp, ist aber kein Wunder bei 7 Jahren Dauerstress-Beziehung.

    Das mit den Telefonaten ist so eine Sache.
    Ich kann das mit der totalen Kontaktsperre nicht durchziehen, ja genau, weil es mir weh tun würde. Und weißt du, ich habe es so so satt, mir weh zu tun, das habe ich lange genug hin genommen.
    Und ich erkenne auch gar nicht den Sinn dahinter.

    Ich rufe ja nie an.
    Ich rede mit ihm nur wenn mir danach ist.
    Er wird irgendwann schon mal kapieren, das seine facettenreichen Schmeicheleien und Spinnereien nur ein Schuß gegen den Bug sind.
    Denn im Gegesatz zu ihm, vergesse ich nicht so schnell, kenne ja alle seine Spielchen.
    Oder sollte ich vlt. lieber für ihn konsequenter sein?

    Es mag sich vielleicht dumm anhören, lesen, aber ich entdecke schön langsam auch das Positive, aus der Beziehung zu einem Alkoholiker.
    Ich habe da ganz schön was gelernt.

    Zitat

    die Sorgen sind mitgekommen.

    Nein, liebe Kathrin, seine Sorgen sind ja jetzt sein Problem. Meine Sorgen, klar die gibt es, aber die kann ich lösen.

    Was habe ich schon aus der ALK-Beziehung lernen können:

    - dass ich jemand bin, der sich nicht abgrenzen kann
    - dass ich meine Bedürfnisse versteckt habe (altes Kindheitstrauma) - und immer wenn er getrunken hat,
    wurde ich still zornig, hat meine Hoffnungen einfach weggesoffen,
    aber wie kann er auch wissen, was ich will, wenn ich nichts sag.
    - dass ich mich emotional übernommen habe
    - dass ich mich verbogen habe für ihn, denn vlt. kommt ja dafür dann ein bisserl Liebe retour?
    - ....

    Und indem ich das erkenne, hurra, ist es mir ein leichtes, so einige, meine schlechten Angewohnheiten abzulegen.
    Mein Co-Ballast wird immer kleiner.

    Keine 10 Pferde bringen mich zu ihm zurück, bin doch jetzt nicht mehr seine kleine, naive Co.

    Aufzuwachen ist da immer wieder ein Genuss....

    Liebe Grüsse
    Emma

    Hallo Kernkraft, hallo Nici,

    Zitat

    Dabei nährt sich wieder das Co.

    Nici, vlt. geht es gar nicht darum,
    dass zu argumentieren, was dir oder mir und den anderen passiert ist. Diese Zeit ist und bleibt ein Teil von uns.

    Ich will, indem ich einfach noch darüber rede und schreibe,
    meine Co-Erfahrungen verarbeiten und loslassen.

    Deshalb bin ich hier im Forum.


    Zitat

    Ich will auch nicht, dass mein Partner, der Papa meiner Kinder verreckt,
    aber ich will auch nicht dass wir mit verrecken, oder ihm dabei zusehen müssen.
    Jahrelange Gespräche, Tränen und Verhandlungen, Versprechungen und Therapien haben nichts genützt, weil

    Und damit ist dir etwas klar, bewußt geworden,

    - das kann nicht richtig sein
    - ich muss leiden, die Kinder
    - er lässt uns im Stich
    - meine Liebe erstickt
    - ich kann meine Kreativität nicht mehr entfalten,...
    - etc. pp.


    und das ist AUFWACHEN, Bewusstsein, verantwortliches Erkennen, Selbstschutz, eine realistische Einsicht, ein Richtungswechsel,

    Unser LEBEN kann wieder (weiter)fließen,
    Mein Leben macht wieder Sinn.

    Mein XY hat schon vor Jahren von verschiedenen Frauen "Bücher zum Thema Alk" bekommen und sie nie gelesen.

    Doch hat die Sucht ihn mitlerweile schon sehr weit hinuntergezogen,

    - hat keine sozialen Kontakte mehr
    - hat die letzten 15 Jahre keinen Arzt aufgesucht,
    - will jeden Tag mit mir reden, weil er sonst keinen mehr hat

    Ich habe ihm auch ein Buch geschickt, ist sehr informativ, wurde vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziales verfasst.
    Also warum soll ich einen Ertrinkenden keine Infos schenken, er kann sie ja wieder im Hausmüll entsorgen.
    Das ist dann sein Ding.

    Ich knüpfe daran auch überhaupt keine Erwartungen, weil mein Weg in eine andere Richtung läuft.
    Aber XY war eben auch mal mein Partner und
    mir ist es halt nicht egal, ob er verreckt oder nicht.

    Hallo Eric,

    ich habe nichts von Esoterik geschrieben. Aber vlt. bist du jemand, der alles halt nur aus der Vernunft entscheidet. Doch auch oder besonders unsere Gefühle haben sehr viel Einfluß auf uns, die kann man nicht einfach ignorieren. Und manchmal ist unser Bauchgefühl ein viel besserer Berater als unser Intellekt, der nur unser angelerntes Wissen anzuwenden weiß. Genau wie Paddy es verstanden hat mit z.B. Wut.
    Diese Wut, auch wenn ich sie unterdrücken kann, spüren z.B. oft Kinder, die noch viel feinfühliger sind als wir Erwachsenen, ganz ganz schnell.
    Eine negative Energie können wir spüren. Genauso wie die positive Energie, Liebe, Freude, Zufriedenheit,... unsere Ausstrahlung verändert.
    Ist aber auch gar nichts besonderes. Viel wichtiger ist, dass wir unsere Gefühle bewußt steuern können. Klar, wenn wir sie nur als Gradmesser für unsere Befindlichkeit nutzen, ist das zu wenig.
    Doch wir können unsere Gefühle, so wie sie gerade sind, liebevoll annehmen, beschützen, hegen, ihnen Gutes tun,...
    Wir selbst sind die Gestalter und entscheiden, wie und was wir haben und sein wollen und was nicht, wie wir fühlen wollen und wie nicht.
    Co-Abhängigkeit ist ja auch kein Schicksal, sondern nur solange wie wir
    darin verharren.


    Hallo Paddy,

    ich habe deinen Thread gelesen, die Liebe - die uns zusammenhält.
    Ich vermute schon, dass du emotional mit deinen Mann noch sehr verbunden bist, auch wenn die räumliche Trennung erledigt ist.
    Du schreibst zwar, dass es dir mitlerweile schon egal ist, was er treibt, aber könnte das nicht auch eine Resignation sein, vor seiner Krankheit?
    Ich frage nur, weil der Unterschied ein großer ist.

    Ich habe ja auch noch Gefühle für meinen Ex-Partner und diese reiße ich mir auch nicht gewaltsam aus der Brust. Nur bin ich inzwischen mit meinen Singledasein sehr zufrieden, dass ich das wies mit ihm war, nicht mehr haben möchte. Und es tut mir auch gut zu wissen, dass er jetzt endlich mit sich konfrontiert ist.

    Hier bei uns, gibt es z.B. eine Beratungsstelle,
    die sich besonders für Frauen einsetzt, die solch eine Trennung verarbeiten müssen, und mit Kindern ist das ja bestimmt nochmal schwerer.

    Hast du schon mal Unterstützung in Anspruch genommen?

    Ich wünsche Dir, dass Du für Dich einen guten Weg weitergehst, Du hast
    es in der Hand.

    Liebe Grüsse
    Emma

    Liebe Paddy,

    hast du schon einmal etwas über "das Resonazgesetz auf der Gefühlsebene gelesen?

    Da gehts darum, dass Gefühle wie Wut, Mitleid, schlechtes Gewissen, Ärger, Einsamkeit, Neid, Stress....all diesen Gedanken liegt Angst zugrunde, die eine extrem niedrige Schwingung aussendet.

    Fühlen wir uns dagegen gut, wenn wir an etwas Erfreuliches denken,
    wie Anerkennung, Freude, Spaß, Heiterkeit, Liebe....an all die Dinge denken, die unser Herz erwärmen, diese Gedanken senden hohe Schwingungen aus.

    Zitat

    .... mileid für ihn. für ihn , für ihn, für ihn. und wo bleiben wir?
    ich hatte es bisher garnicht so bemerkt. aber heute fühle ich dass ich voller wut stecke

    Du solltest deinen Mann nicht bemitleiden, denn das fühlt sich auch für ihn gar nicht gut an.

    (Ich muss mich da aber auch selbst bei der Nase nehmen, habe doch in den letzten Jahren für meinen Mann nur noch wenig gute Gedanken übrig gehabt, meinen Mann nur als nen Alkoholiker betrachtet.)

    Aber bitte nicht, dass du jetzt glaubst, du solltst dir die Welt bloß in Rosa vorstellen, vielmehr gehts darum, dass wir bzw. ich Co-Abhängige lernen muß,
    meine Gedanken mal weg von IHM auf mich zu richten, weil
    - so wie ich denke, so fühle ich.
    - So wie ich fühle, so denke ich.

    Wäre doch schön, würden wir uns damit selbst wieder etwas Gutes tun, indem wir in uns für gute Gefühle sorgen.
    Ist nur so mein Tipp.

    Das hilft uns zwar nicht, um damit den Alkoholiker trocken zu legen, doch könnten wir uns selber retten.
    Und immer wieder und immer wieder, es geht um uns, um uns, um uns. Diese Erkenntnis ist schon allein durch das FORUM hier, 100-fach bewiesen.


    Lieben Gruß, lass es Dir gut gehen!!!!!
    Emma

    Hallo Kernkraft,

    ich habe mir gerade deinen Thread angesehen und dabei einige Ähnlichkeiten zu meinen Leben entdeckt.
    Ich freue ich sehr, dass du wieder da bist, denn das zeigt mir, dass du bereit bist, um weitere Schritte zu gehen.

    Kurz zu mir.
    Mein (Ex)Mann ist seit ca. 30 Jahren alkoholabhängig. Vor 8 Jahren habe ich ihn kennengelernt und seit Jänner`10 sind wir getrennt.

    Das soll aber nicht heißen, dass ich dir jetzt die Trennung empfehlen möchte, weil da halt auch für jeden der richtige Zeitpunkt kommen muß.
    Aber vielleicht kannst du dennoch mit dem, was bei mir geholfen hat, etwas anfangen.

    Zitat

    Was mir am meisten fehlt ist Verlässlichkeit.
    Nicht im Stich gelassen werden.
    Mir fehlt Jemand der mir mal zuhört, mich vielleicht ein wenig versteht
    Ich wünsche mir mehr Phantasie im erotischen Bereich.

    .

    Das ist ja schon mal sehr gut, dass du sehr genau in dich reinhorchen kannst und deine Bedürfnisse erkennst.
    Aber was nun? Ich z.B bin wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass meine Bedürfnisse in die Partnerschaft gehören. Doch da war ich eigentlich an der falschen Adresse, weil in der Beziehung mit einen Alkoholiker andere Spielregeln gelten.

    Mein Mann z.B
    - wenn er nüchtern ist, blockt er mich ab, hat ja nie gelernt über Gefühle
    zu reden, sein Denken ist vom Saufdruck überlagert
    - wenn er betrunken ist, blockt er mich ab, weil da seine Aufmerksamkeit abschaltet, alles dreht sich, um ihn und seine Wünsche.

    Was ich damit sagen will, werde dir bewußt, ob dein Partner für deine Bedüfnisse noch da sein kann.
    Viele werden jetzt vlt. sagen, dass ICH doch selbst lernen soll, mich um MICH zu kümmern und das ist ja auch richtig, dennoch meine ich schon,
    daß eine Partnerschaft eben dann gut laufen kann, wenn wir unsere Bedürfnisse und Sehnsüchte auch zeigen dürfen und können.
    Wenn du nämlich auch jemand bist, der sehr viel zu geben hat, aber es kommt nichts mehr zurück, so ist der Weg in die Depression nicht mehr weit.

    Egal wie es um unsere Beziehung mit einem Alkoholiker stehen mag, sie hat etwas mit uns zu tun, z.B. weil viele Probleme/Ängste in unseren Leben noch ungelöst sind oder können wir uns hinter der Sucht verstecken oder weil wir gelernt haben, uns selbst klein zu halten,...unseren Wert nicht wertschätzen.

    Als ich nach vielen Versuchen begriffen habe, dass in meiner Partnerschaft ja überhaupt keine Weiterentwickung geschehen kann, weil der Alkoholkranke so sehr an seiner Sucht festhält, habe ich begonnen losgelassen.

    Wo stehst du momentan?

    Recht lieben Gruß
    Emma

    Hallo, Bingo! Jetzt ist auch bei mir mal der Groschen gefallen. Ich denke mal, diese sieben Jahre Partnerschaft waren gar nicht mal so verkehrt, damit ist meine EKA-Anpassungsfähigkeit geknackt, ich bin wieder ich,
    jetzt kann ich wirklich weiterziehn.

    Herzlichen Dank, DesperateS für deine Gedanken, die mir helfen. Und für alle, die mit diesen Dialog nichts anfangen können, es sei mir bitte verziehen, ich laufe gerade mal nur in meiner Spur.

    Lieben Gruß
    Emma

    Hallo nochmal,
    liebe Desperate ich verstehe sehr gut, was du mir damit sagen willst.
    Ich werde versuchen, dass ich dir morgen nochmal antworten kann, weil mir heute schön langsam die Kraft ausgeht.

    Nur soviel, ich will diesen schwer alkoholkranken Menschen nicht retten, weil ich es auch nicht kann. Da ich aber auch beruflich aus dem sozialen Bereich komme, gehts mir einzig darum, dass er mich erreichen kann, wenn alles Stricke reißen.

    Ich lasse ihn auch sein wie er will und wie er leben will und halte mich vollkommen raus, zusätzlich sind wir auch noch x-Kilometer auseinander.

    Es gehört für mich einfach zur Nächstenliebe dazu, jeden bedürftigen und hilfesuchenden Menschen, vlt. ein wenig zu stärken, wenn ich es kann.
    Mehr habe ich gar nicht im Sinn.

    Hallo Frozen Tears,

    danke, dass du mir geschrieben hast, ich habe schon viel von dir gelesen.
    Dein Beitrag eben überfällt mich gerade ziemlich, einerseits weil sehr viel Wahres drinnen steckt, andererseits fühle ich mich doch aufgefordert, manches richtig zu stellen.

    Ich lese aus deinen Zeilen sehr viel Schmerz und Traumatisches heraus,
    eine Kindheit, die schrecklich gewesen sein muß. Trotzdem verstehe ich nicht ganz, warum du die Erlebnisse in dir drinnen doch sehr präsent hälst. Bestimmt bist du mitlerweile eine tolle, intelligente und sensible Frau, die mutig ihr Leben nach vorne leben könnte und du hast so interpretiere ich es mal, diese Zeiten aufgearbeitet was es aufzuarbeiten gab. Alles was darüberhinaus geht bestimmst jetzt nur noch du.

    Meine Erlebnisse in der Alkoholikerbeziehung
    sind nicht von Wut, Hass oder Bitterkeit geprägt. Klar, war ich akut auch oft sehr wütend, aber das Fundament an Liebe in der Partnerschaft, war trotzdem noch da.
    Wenn mein Partner im Vollrausch ausgetickt ist, so haben mich momentan seine Worte zwar auch sehr gekränkt, aber ich habe das niemals auf mir so sitzen lassen, weil ich genau wußte, daß dieser Mensch momentan unzurechnungsfähig ist. Eben weil es auch eine Krankheit ist, kann ich ihm nichts vorwerfen über Dinge, an die er sich gar nicht mal mehr erinnern kann.

    Zitat

    das sind natürlich klägliche versuche doch noch irgendwo einen versuch zu starten, wie du mit deinem süchtigen partner weiterleben kannst, dich nicht zu trennen brauchst, die sucht irgendwie hinnimmst, um wenigstens noch ein kleines bißchen glück zu spüren und ein kleines bißchen Liebe erfährst und an deienr Hoffnung fesklammern kannst.

    Nein, nein, nein da muß ich wiedersprechen. Aus diesen Gründen wollte ich nicht bleiben, sondern weil es da trotz der Krankheit seine herzensgute Art gibt, sein Lächeln, seinen Humor, seine Hilfsbereitschaft uvm. und ich wollte bleiben, weil ich mir auch nichts anderes gewünscht habe.

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    Und was ist mit ihm passiert?
    er jammert, winselt, weint. Gut so.

    Dennoch ich habe Angst um ihn, weil ich ihn in den letzten beiden Jahren schon überall hin begleiten mußte. Sein Realität ist eine andere.
    Daher habe ihm jetzt ein Fachbuch zukommen lassen, dass er sich zumindest mal anschauen will.

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    Es geht doch darum, dass er irgendwie mal seinen Tiefpunkt spürt.

    Und trotzdem sterben jedes Jahr sehr viele Menschen an dieser Krankheit.

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    Stell dir vor ein lallendes Etwas, unrasiert, nur noch halb angezogen, schon morgens betrunken schläft bereits mittags auf dem sofa. leere Flaschen umgekippt um ihn herum. nach dem aufwachen beschimpfungen. alle weiteren neu eintretenden Probleme werden weggesoffen.

    Ja, damit hast du völlig recht und genau solche Szenen machen mich einfach sprachlos, ab dieser Schmerzgrenze hat mein Anpassungswesen kapitulliert.
    Und damit hat mir mein innerer Schutzengel einen guten Dienst erwiesen.

    Vielen Dank, liebe Frozen Tears, weil du ja wirklich immer wieder auch die Schattenseiten aufzuzeigen bereit bist, auch das ist sicher gar nicht einfach. Ich wünsche dir von Herzen sehr viel Liebe und ein schönes Leben.

    Liebe Grüsse
    Emma

    Hallo Sonnenschein,

    schön dass du da bist, herzlich Willkommen hier im Forum.
    Ich kann deine Enttäuschung so gut verstehen. Der erste Gedanke, der mir eingefallen ist, als ich deine Zeilen gelesen habe, war

    - da dein Mann wohl noch ziemlich am Anfang seiner Abstinenzphase ist, könnte dieses Verhalten auch noch zum nassen Denken gehören, eine Art Flucht oder Angsthandlung. Denn wenn er wirklich trocken werden will, würde er vlt. doch keine so riskante Beziehung eingehen?

    Aber ich schreibe das jetzt, weil ich dich ein bischen trösten will.
    Was nämlich da wirklich in deinem Mann vorgeht, das wird auch nur ER dir erklären können.
    Vielleicht gibt es auch in der Klinik noch Angehörigengespräche.
    Bitte gib daher deine Hoffnungen nicht gleich auf.

    Ich freue mich sehr von dir zu lesen und wünsche dir noch einen hilfreichen Austausch.

    Herzliche Grüße
    Emma

    Liebe Gotti, hallo liebe DesperateS,

    ich freue mich sehr über eure Worte.

    Denn auch wenn ich glaube, dass ich zur Zeit mit mir ganz gut klar komme und ich mir jeden Tag gewisse Arbeiten auferlege, die mich vorwärts treiben, bin ich trotzdem tief in meinen Herzen ein sehr unsicherer Mensch.
    Da sitzen in meinem Hinterstübchen noch sehr satirische Teufelchen, die mir zurufen, solche Dinge wie
    - das kannst du doch eh nicht, lass es gut sein, bringt doch nichts, was willst
    du denn ohne mich schon erreichen, so wird das nie was, usw.
    Manchmal gehen mir viele Dinge gleichzeitig durch den Kopf, so dass ich schnell ins (Ver)zweifeln komme und auf der Stelle trete.
    Naja, aber mitlerweile komme ich auch damit zurecht und erlaube es mir.

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    Dir wünsche ich weiterhin ganz viel Hilfe und gute Ratschläge, die dir konkrete Wege weiter aufzeigen. Dass du ganz bald aus deinem seelischen Tief herausfindest und wieder glücklich sein kannst.

    Leider kann ich derzeit ja aus gesundheitlichen Gründen, meinen Beruf nicht mehr weiter ausüben, daher habe ich schon etwas Panik.
    Darum bin ich auch so unendlich froh über jede Unterstützung durch die Beratungsstelle.

    Bis heute weiß auch von meinen Angehörigen noch niemand, dass mein (Ex)Partner Alkoholiker ist und was da abgelaufen ist.
    Irgendwie schäme ich mich sehr, ihnen das zu sagen. Nur da sie natürlich immer wieder Rückschritte von mir mitgekriegt haben, halten die mich eben für einen Loser und lassen mich in Ruhe.

    Aber ich glaube, wenn ich es wirklich will, kann ich mich aus meiner Niederlage bald wieder befreien und muss dann da auch gar nichts erklären.

    Hoffentlich,...