Hallo n i c i,
ZitatDann fang an es für Dich zu tun, Emma. Und Du wirst sehen, es wird Dir immer besser gehen, wenn Du erst mal nach Dir schaust.
Du hast ja recht, ich sollte wirklich wieder mehr bei mir bleiben.
Irgendwie fühle ich mich so wie eine gerade mal trockene Alkoholikerin, die lernen muß, die eigenen Schritte zu gehen ohne Alkohol.
Ich werde mich vlt. auch noch ein bisschen im Anti-Alkoholiker Forum umschauen, wie das gehen kann, wie deren Leben neu beginnen konnte.
Bringt ja doch nichts, wenn ich einer alten Beziehung nachweine, die mir
soviele Verletzungen beschert hat, auch wenn der Mensch hinter dem Alkohol für mich ein ganz wichtiger war.
Das weiß ich natürlich schon, dass diese Trennung vom nassen Alkoholiker für mich das Beste war und ist.
Dabei ist mir besonders wertvoll, dass ich durch mein Verhalten da auch seine Krankheit nicht noch weiter gar aufrecht erhalte.
Meine Verzweiflung von gestern, ausgelöst durch das letzte Therapiegespräch, hat mich wahrscheinlich nochmal in die Vergangenheit getriggert, denn heute bin ich schon wieder viel gefasster und kann
meine Aufgaben erledigen.
ZitatOberflächlich und platt hättest Du bestimmt dann auch gern weitere Jahre bei ihm gelitten...???
Genau und ich sehe das jetzt auch.
Ich hätte niemals in dem Zustand, in dem er ist, neben ihm in Ruhe und Geborgenheit leben können. Diese Zweisamkeit von der ich noch befangen bin, ist die reinste Illusion. Nie im Leben könnte zwischen uns Beiden echte Freude einkehren, solange er am Weitersaufen festhalten will.
Die Chance, die ich mir durch den Absprung einräumen konnte, ist aber bei mir immer noch nicht ganz angekommen. Ich greife fast reflexartig in meine alten Muster zurück und meine darin den Halt zu spüren, der mir momentan immer noch abgeht.
Ich glaube zu wissen, dass die Beziehung mit dem Alkoholiker ein Umweg auf meiner Laufbahn war, weil ich damit eine innere Leeren füllen konnte, aber weitergebracht hat mich das nicht, denn jetzt wo ich wieder alleine dastehe, habe ich das gleiche Problem wieder.
Diese Leere in mir muß ich erst recht wieder auffüllen mit der Wirklichkeit, mit Offenheit, Zuwendung, Verbindungen und die Bereitschaft, dass auch zu zulassen. Doch ich stecke noch immer in der Warteschleife fest, weil es diese Ängste in mir gibt.
Mein großes Thema ist, wie gehe ich mit Ablehnung um. Es kann doch nicht sein, dass ich aus Angst vor Ablehnung mich gar so arg zurücknehme, wie ich das bisher getan habe, nur das lässt dann halt auch
keine Ausgelassenheit zu.
Ich wünsche mir wirklich, mal auch wieder die Dinge zu tun, die mich berühren.
ZitatVersuch Dir mal ein paar schöne Sachen zu gönnen. Denk mal an Dich. Erst wenn man gelernt hat, sich zu lieben, lieben anderen Menschen uns.
Es ist halt schon recht schwierig, sich schöne Sachen zu gönnen, wenn man mit einem sehr keinen Budget auskommen muß. Da muß ich noch lernen, was es da sonst noch geben könnte.
Ich möchte mich daher gerne für Dinge frei machen, die vlt. gar nichts kosten.
Erst indem ich das hier schreibe, finde ich zu neuen Perspektiven.
Ich weiß ja nicht so recht, aber vielleicht denkt ihr, ich hätte schon für alles eine Antwort parat.
Aber so ist es gar nicht, ich gehe da immer erst wieder einen Schritt, wenn ich das Neue schon aufgeschrieben habe.
Daher bitte ich um etwas Nachsicht, denn dieser Thread ist für mich auch so eine Art Selbstreflektierung.
Eure Meinung und das Lesen hier gibt mir Klarheit,
Vielen lieben Dank
LG Emma