Beiträge von Emma2010

    Hallo Innocent, hallo Paddy,

    ich habe in einen Fachbuch über Alkoholismus gelesen, dass es sehr viele Partner von Süchtigen gibt, die sich aus eigener Kraft nicht mehr trennen können und es oft nur die Stärkeren noch schaffen.
    Was lässt uns denn wirklich so lange am Partner festhalten?
    Da ich auch jemand bin, der nicht so schnell aufgibt, weiß für mich, das es da schon längst nicht mehr um die Liebe geht.
    Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man derartige Beleidigungen, Aggressionen, Bedrohungen etc. wies so oft geschieht von seiten des Alkoholikers, ertragen kann und dabei noch die eigene Gesundheit verschleudert, nur aus Liebe?
    Da ich genauso eine Betroffene bin und sehr lange nicht wahrhaben wollte, dass es zu einer Trennung kommen muß, diese letzte noch logische Konsequenz, habe für mich eine Erklärung gefunden, mit der ich mich abfinden kann.
    Ich denke mal, dass es wies in der Anfangsphase und Verliebtheit plus die ersten glücklichen Jahre eben ist, wo zwischen einen Pärchchen ganz viel verbindliches und zärtliches passiert, dass ( um bei mir zu bleiben) all das Wunderbare für immer in mir ist und bleiben wird. Mein Körper hat doch genauso die Glücklichen wie die unglücklichen Momente gespeichert und das verbindet uns. An die schönen Gefühle würde ich gerne wieder anknüpfen wollen. Nur leider geht das nicht, denn der süchtige Partner hat sich durch die Krankheit sehr stark verändert. Er ist nicht mehr, der er oder sie mal war. Wenn Er/Sie gegen die Sucht nichts tut, wenn jemand eine Partnerschaft, die Existenz, sein Leben ruiniert, dann muß ich mich doch auch mal in Sicherheit bringen, bei aller Liebe hin oder her.

    Hallo,

    ich war heute bei einer Beratungsstelle und das Gespräch ist ganz gut gelaufen, hat mir auf jedenfall ein paar neue Perspektiven gebracht.
    In früheren Gesprächen bei Beratungsstellen habe ich auch schon mal um Hilfe gesucht, aber damals halt viel zu sehr noch für Ihn und so hatte sich alles natürlich Rund ums Thema Alkohol gedreht.

    Beim heutigen Gespräch ist es ganz anders gelaufen, es ist einfach darum gegangen, was ich für mich tun kann, wie ich aus meinen Problemen raus kommen kann, wies weiter gehen kann.

    Also, ich möchte da jeden Mut machen, man braucht echt keine Angst haben, diese Leute da haben Erfahrung und Beziehungen, haben für alle Anliegen gezielte Möglichkeiten

    - Familiäre Probleme
    - Wohnen
    - Belastende Beziehungssituationen
    - Finanzielle Rückschläge
    - Existenzielle Angelegenheiten
    - Betreuungspflichten von Kindern, Angehörigen
    - Berufsorientierung
    - Berufliche Veränderung
    - Ausbildung, Weiterbildung u.u.u.

    So muss ich jetzt auch nicht mehr befürchten, dass ich wieder zu meinen Ex-Partner reumütig zurückkommen muss, weil ich meine Wohnung nicht bezahlen kann. Die Berater haben mir da nicht nur gute Tipps geboten, sondern ich kann auch auf Beihilfen ansuchen, über die ich gar nichts wußte.

    Jetzt habe ich die nächsten Tage ganz schön was zu tun mit Formulare abschicken u.ä. und das Coaching kann ich noch solange in Anspruch nehmen, wies passt und ist alles völlig kostenlos.

    Jetzt bin ich total glücklich, es tut so gut, wenn es da Menschen gibt, die weiter wissen und ich nicht mehr gar so völlig alleine dastehe.
    Und ich habe so das Gefühl, als würde mich das auch wieder ein Stückerl weniger weit abhängig machen.

    lG Emma

    GuMo,
    recht schönen Dank, dir liebe Asketin und desperateS für
    die Antworten.


    Genau diese Überlegungen, würde ich den Alkohol akzeptieren können, einen sehr begrenzten Lebensstil und seine Stimmungsschwankungen, die mich so sehr beeinflussen, diese Gedanken spiele ich leider schon wieder in allen Variationen durch.

    Zitat

    Funktioniert eine Beziehung mit einem Alkoholiker, wenn man selbst einfach nicht mehr Co ist?

    Ist das wieder nur mein Wunschdenken, wo ich ja weiß, dass ich ganz viel versucht habe um diese Beziehung noch irgendwie zu normalisieren.
    Nur das geht wahrscheinlich gar nicht, wenn der stets alkoholisierte Zustand des Partners, mich so stark belastet, meine Geduld zertrammelt und meine Hoffnungen zunichte macht.
    Was ist da nur mit mir los, warum kann ich das gewöhnliche Scheitern der Beziehung noch immer nicht gut sein lassen?
    Und noch dazu, wo man weiß, dass das Zerbrechen an Beziehungen für einen Alkoholiker, genau genommen nur ein weiterer Meilenstein auf seinen Weg ist, auf seiner/ihrer persönlichen Abwärtsspirale.

    Welcher Egoismus reitet mich da, dass ich dennoch festhalten möchte, an etwas, das schon lange beendet ist.
    Mein Unwille an Veränderung kann es aber nicht sein, da ich meine Bedürfnisse sehr wohl auch beachte.

    Zitat

    Der Therapeut der Suchtberatung hat mir das alles schon prophezeiht.
    Er hat gesagt, selbst wenn ich mich nicht sofort loslösen kann, soll ich doch langsam den Marsch in MEINE Richtung antreten. Schon alleine, um zu merken: Es gibt noch viel mehr auf dieser Welt als diesen Mann, die Sucht, die damit zusammenliegenden Probleme.

    Sehr langssam setze ich da Schritte und erst seitdem ich mich um mich kümmern muß, meine Angelegenheiten regeln muß, kann ich das nun auch mal spüren.

    Zitat

    ...und zweitens ist es für meinen XY die einzige Chance, weil er merkt, dass das Trinken Konsequenzen hat

    Mensch, wie bin ich froh, dass mein Ex-Mann auch endlich mal für sich selbst Sorgen muß und die Verantwortung für sich übernehmen muß.
    Ich hoffe, er merkt dann auch mal wie vergesslicht er mitlerweile schon ist,
    dass es so nicht mehr lange gut geht.

    Bitte um Entschuldigung für die ständige Sorgenkrämerei, sie sind wirklich nicht unbegründet. Weiß wohl, dass es hier um mich geht.
    Ich will versuchen, dadurch meine Ängste zu begreifen und noch mehr
    loszulassen.
    Aber ihr dürft mich wirklich gerne zurechtrücken, falls ich am Thema
    vorbeirausche.

    Ich wünsche allen ein gutes Weiterkommen und sicheres Ankommen,
    lG Emma

    Hallo und ein schönes WE wünsche ich,

    da ich momentan sehr viel Zeit zum Grübeln habe, muss ich immer noch an die Partnerschaft denken, die auch durch den maßlosen Alkkonsum und deren Folgen dann zerbrochen ist.
    Seitdem sind einige Monate vergangen, ich bin fluchtartig ausgezogen und habe dazu noch den Stadtteil, meinen Beruf und meinen Bekanntenkreis mit aufgegeben. Damit wollte ich mir selbst eine Hürde bauen, die mich davor schützt um nur ja nicht wieder rückfällig zu werden, habe mich daher selbst in eine Veränderung gezwungen, die ich bis dato nicht geschafft habe.
    Zwar hat sich meine Gefühlswelt durch die Trennung endlich angenehm beruhigt, doch andererseits fühle ich mich auch sehr einsam.
    Bis gestern noch hat mich mein XY täglich angerufen und da oft geweint, den die Tiere und ich fehlen ihm sehr.
    Deshalb hadere ich schon wieder mit mir, ob ich mich schon tatsächlich richtig verhalten habe?
    Mein jetztiges Leben ist auch nicht so viel einfacher, eben nur anders.
    Jetzt versuche ich mal eine Kontaktsperre von einer Woche durchzuhalten, damit ich nicht soviel von seinen Problemen mitbekomme.
    Es ist halt nur so, dass mir dieser Mann nach wie vor noch sehr wichtig ist.

    Warum bin ich nur jedesmal, wenn es schwierig wurde in die
    Co-Falle getappt, wollte ihn vom Trinken abhalten, diskutieren, habe Ratschläge geben, usw. lauter Dinge, die überhaupt nicht angebracht sind.
    Jetzt denke ich mir wieder, warum habe ich mich gefühlsmäßig ständig so mitreißen lassen, was
    wäre wohl, wenn ich wirklich auf die Trunkenheit professioneller reagieren könnte? Immerhin ist es eine so
    komplexe Krankheit, die der Ratio
    glaubhaft macht, Alkohol = Ekstase,
    Ekstase = Alkohol, oder warum sonst wird alles und jeder dem hinten angestellt?

    Wenn ich Ihn statt ihn vor dem nächsten sozialen Abstieg retten zu wollen, genau das Gegenteil ausprobieren würde, so im Sinne von - da Schatz, ich habe dir eine Pulle Korn mitgebracht, damit du gut versorgt bist und ich gehe derweil mit einer Freundin ein bisserl Shoppen.
    Würde ich auf diese und ähnliche Weise seinen Untergang unterstützen, den er ja sowieso mit aller Macht anstrebt, könnte das vielleicht seinen Tiefpunkt beschleunigen?

    Die Zeit bei Ihm, war mir nie zu langweilig, habe gekocht, geputzt und den Garten gepflegt und dabei eine angenehme Zufriedenheit gespürt.
    Viele Tätigkeiten,
    die ich in der Beziehung verabsäumt habe, muß ich jetzt ebenso nachholen.
    Ich frage mich immer wieder, würde ein konsequentes, emanzipiertes Verhalten in der Alkoholikerbeziehung etwas ändern, mehr Zufriedenheit schaffen?
    Würde eine herzliche aber konstante Zurückhaltung weiterhelfen, oder wenn ich meine Wut umlenken könnte in Ablenkung, würde das seine Aggressionen verhindern?

    Ich finde auf viele hättewäre Fragen keine Antworten.
    Ich habe so große Angst um ihn, da er nicht nur alkoholkrank ist, dass ich mich fast verliere. Hätte ich doch bleiben sollen?

    Geht es im Leben wirklich immer nur zuallererst ums eigene Glück?
    Hat jemand einen Rat für mich. Die Beratungsstellen habe ich schon alle kontaktiert, das wird noch ne Weile dauern.

    LG Emma, die sich so viele Gedanken macht

    Hallo,

    ich weiß nicht, ob es für dich ein Zuspruch ist, wenn ich dir etwas von mir erzähle,...
    Ich bin jetzt seit ungefähr 8 Monaten von meinem Mann getrennt, habe mich aber noch nicht ganz von ihm lösen können, habe somit noch bis heute telefonischen Kontakt.
    Meine Angst ist da so groß, dass er sich womöglich wirklich zu Tode säuft, oder er die Kellerstiege runterfallen könnte, er hat seit Jahren keine Arbeit mehr, auch sein noch einziger Freund ist Alkoholiker.
    Täglich ruft er mich im Suff an, spricht von Liebe und so vielen Dingen, die wir so gerne zusammen machen wollten.
    Aber nichts was er sagt, kann er einhalten und immer wenn ich aus Selbstzweifel wieder einmal nachgegeben habe, so hat es genau genommen keine Woche bis zum nächsten Filmriss gedauert.

    Jeden Tag, wenn er wollte, hat er die Wahl sich zu entscheiden zwischen dem wie es gerade ist oder für eine Therapie und uns.

    Aber tatsächlich ist er der Meinung, dass er ja überhaupt keine Therapie brauche und auch gar keine Probleme habe.

    Ich glaube so langsam, der unkontrollierte Genuss von Alkohol macht ganz schön blööd.
    Daher bin ich auch so unendlich froh, weil ich wirklich gegangen bin und damit langsam auch abschießen möchte.

    Liebe Gruß
    emma

    Liebe Silberkralle, du hast vollkommen recht, bin tatsächlich schon ziemlich abgenutzt.
    Muß aber dennoch nochmal bei Null anfangen, aber eh nur noch mit mir,
    bin halt grad mal fast obdachlos.

    Ich glaube,
    allein schon das Zusammenleben mit einen alkoholkranken Menschen, treibt uns irgendwann in die Co-Abhängigkeit hinein, weil man sich als Anghöriger auch nicht genug abgrenzen kann, sonst wärs ja auch keine Beziehung mehr.
    Selbst habe ich mich lange nicht so sehen können, weil ich mich gegen diese Helferrolle oft gewehrt habe. Aber um des lieben Friedens willen, mußte ich schon ziemlich oft auch seine Bedürfnisse mit übernehmen.
    Die Beziehung mit einem Alkoholiker ist immer wie ne Achterbahnfahrt, bis man rechtzeitig aussteigen kann oder man fällt eben raus.

    Das Leben mit einem Alkoholiker kann nicht gut gehen, man kann nicht mehr man selbst sein, denn entweder fordert der Kranke unsere ganze Aufmerksamkeit oder reagiert kaltherzig bzw. lässt uns einfach im Stich. Nur dessen ist er sich ja gar nicht bewußt, wie den auch bei x Bier, Wein, etc. hat er oder sie über sich doch die Kontrolle längst verloren. Wir aber sind uns der Tatsachen natürlich sehr bewußt und leiden wie ein Hund oder wir üben uns genauso wie der Kranke in der Verdrängung. Viele unvorhersehbare Situationen und viele ungewollte Streitigkeiten entstehen, auch durch uns aus Frust, Verletztheit oder auch Selbstschutz, zerstören dadurch immer wieder unsere Gefühle nach Sicherheit und Vertrauen.
    So bröckelt immer auch ein Stückerl von unserer Persönlichkeit ab, bis wir uns so unvollkommen und sehr klein fühlen, wenn wir nicht gar schon zerbrochen oder gefühllos geworden sind - aber nichtdestotrotz freuen wir uns immer wieder über jede wiederkehrende Zuwendung des Partners.

    Genau diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen.
    (Das sind nur meine Erfahrungen mit einen chronisch kranken Partner, bestimmt gibt es auch viele weniger dramatische Beziehungen).

    Hallo Melanie, recht herzlichen Dank für deine Worte, die mich wieder ein bisserl motivieren.

    Noch fehlen mir die passenden Worte, um einen eigenen Thread zu eröffnen, lebe derzeit unter sehr schwierigen Bedingungen, habe so ziemlich alles verloren, was mir wertvoll und wichtig war.
    In den Dorf wo ich bin gibts keine SHG. Kenne hier auch sonst niemanden. Mein Partner war die letzte Zeit meine einzige Bezugsperson gewesen, jetzt stehe ich alleine da und muß mich erst zurechtfinden.

    Mir ist nämlich genau passiert, das was ich sonst nur als "drohende Befürchtungen" wahrgenommen habe, bin mit den alkoholkranken Partner mit abgestürtzt, gesundheitlich, finanziell und sozial.

    Möchte ja probieren, nochmal bei Null anzufangen, aber weiß noch nicht wie. Nächste Woche habe ich den Termin bei einer Beratungsstelle, denn ich brauche dringend Hilfe.

    Hallo Judith,

    dein Beitrag berührt mich, denn genau die gleichen Gedanken gehen mir auch durch den Kopf.

    Ich war knapp 7 Jahre mit einen "alkoholabhängigen Partner" zusammen und obwohl wir immer noch mehr und noch schlimmere Auseinandersetzungen hatten, wollte ich nicht aufgeben. Dachte mir, jetzt habe ich schon dieses und jenes erlitten, warum nicht dann gleich bis zum Ende durchhalten.

    Jetzt einige Monate nach der Trennung trifft es mich wie einen Schlag auf den Kopf, wie blöd, wie verblendet ich eigentlich all die Jahre war. Wohl wissend, daß ich aufgrund meiner eigenen Familiengeschichte auch so manche Defizite in mir trage, habe ich mir (natürlich unbewußt) einen Partner gesucht, der mir doch glatt diese Defizite - Wärme, Nähe, Aufmerksamkeit, etc. ergänzt hat. Das hat mir promt so geschmeichelt, daß ich dafür nichts ahnend seine Alkoholkrankheit in Kauf genommen habe.
    Wäre ich klug gewesen, dann hätte ich zu meinen Schwächen/Defiziten gestanden und diese mal bewußt analysiert, aber nein, so habe ich immer die unangehmen Gefühle verdrängt.
    Sehenden Auges bin ich in eine Beziehung gegangen, wissend, daß dieser Mann Alkoholprobleme hat. Und wieder habe ich nicht geschaltet, den als aufgeklärter Mensch, dem alle Auskunftsmedien zur Verfügung stehen, hätte ich wissen müssen, daß Alkoholismus eine Sucht ist, er nicht einfach zu trinken aufhören kann, daß meine Forderungen nur Spannungen erzeugen und eben, weil krank er nicht erfüllen kann. Aber trotzdem haben ich ständige Kritik geübt, an einen Kranken, an seinen Trotzreaktionen und seiner Rückfälle .
    Alles wurde von Jahr zu Jahr unerträglicher.
    Mein Partner war mir nüchtern der liebste Mensch, aber genauso wie ich, hatte er eine Vergangenheit, die ihn irgendwann in die Alkoholsucht getrieben hat.

    Ich erlaube mir zu sagen, daß einem Alkoholiker der klare Durchblick fehlt, er hat sich ja nur entsprechend seiner Krankheit eine Partnerin gesucht, die ihn unterstützt und seiner Krankheit dienlich ist.
    Da ich diejenige bin, die nicht trinkt, war ich immer davon überzeugt, daß mein Weg für uns der Richtige ist. Dennoch habe ich mich als gehorsame Co-Abhängige zur Verfügung gestellt.

    Erst seit wir getrennt sind, erledigt er wieder seine Angelegenheiten für sich und vollführt keine Schritte der Selbstheilung.

    Ich hoffe, daß ich mir diese Fehler irgendwann mal verzeihen kann.
    LG Emma