Beiträge von Emma2010

    Hallo Latifa,

    auch von mir herzlich Willkommen im Forum.

    Wenn ich dich lese, frage ich mich als pragmatischer Mensch, wie
    kann dein Freund sich den diese Menge Alkohol überhaupt leisten,
    aber egal, wie kann er mit dieser Menge Alkohol im Blut
    überhaupt noch berufstätig sein?

    Doch das wichtigste, was bleibt den von diesen Mann noch für dich
    übrig, für z.B. Gemeinsamkeiten, Hobbies, Hausarbeit, Sport?

    Darfst ihn natürlich lieben, jedoch erwartest du dir nicht doch ein
    bisserl mehr von einer Beziehung?

    Und eine letzte Frage noch: Warum willst du den unbedingt diesen Mann passend für dich umerziehen.

    Alle Schritte, die notwendig sind um vom Alkohol wegzukommen, die
    muss er zuallerst mal selbst wollen, sonst hat alles keinen Sinn.

    Ich kenne selbst das Gefühl, dass wenn jemand schon sehr krank ist, man bekommt Angst, traut sich nicht mehr auf Abstand zu
    gehen, weil da könnte dann vlt. noch was schlimmeres passieren.

    Daher ist es genau richtig, dass du jetzt hier bist und suche dir bitte
    auch vor Ort jede Hilfe, die du kriegen kannst, glaube nämlich dass
    du in die Sache schon ganz schön tief mit drinnen hängst.


    Lieben Gruß
    Emma

    Hallo miteinander,

    nachdem euer Unmut scheinbar auch auf meinen Thread
    zurückzuführen ist, will ich auch mal was zu den Co`s äußern.

    Weiß zwar nicht, welche Fantasien ihr über mich habt, jedenfalls
    haben mich eure Zweifel sehr verunsichert, ob denn wirklich alles
    was ich tue, so co-abhängig ist, sodass ich zwischen Nov - Februar
    einige Male bei der Suchtberatungsstelle war.

    Fakt ist, dass mein Mann mit Pflegestufe 1 nicht mehr zu
    rehabilitieren ist, habe daher entschieden ihn in seiner Erkrankung
    zu begleiten. Das allein macht mich allerdings nicht zur Co.
    Uns beiden geht es gut damit, zu beiderseitigen Vorteil, nebenher
    führe ich ein zufriedenes Singleleben.
    Wie bereits erwähnt, ist sein Alkoholkonsum unwesentlich, also
    wenig und das konstant über Jahre hinweg. Er ist nicht der böse böse
    Alkoholiker, der mir das Leben versaut.

    Verstehe überhaupt nicht, wie jemand auf den Gedanken kommen
    kann, dass neue User meinen Faden zum Anlass nehmen könnten, nichts
    an ihrer Einstellung ändern zu müssen. Oder gibt es hier irgendeinen
    Alkoholiker der sogar gerne in der Situation meines Mannes wäre?

    Glaube daher, dass wohl manche hier mal übers Ziel hinausschießen,
    überhaupt empfinde ich den Hang zur Besserwisserei auch als
    Co-Merkmal.
    Selbsthilfe heißt für mich nicht allen gutgemeinten Ratschlägen via Internet zu folgen, sondern Anregungen und Ideen zu finden und diese in meinen Verhalten und Gedanken und im Austausch
    miteinander zu reflektieren.

    LG Emma

    Hallo girasole,

    1) ich weiß zwar nicht was dich an meinen postings so aufregt, glaube
    eher es hat gar nichts mit mir zu tun

    2) muss ich mich in einen öffentlichen Forum nicht rechtfertigen

    Wenn das Moderatorenteam allerdings ebenso denkt, dass mein Thread für mögliche User irreführend ist, bitte ich euch meinen Accont und die Beiträge somit zu löschen.

    Zitat

    Du siehst also im Rückblick eure Jahre als schön.
    Gleichzeitig schreibst du- kein Vertrauen war für dich möglich. Und du musstest dich abgrenzen. Es waren viele schwere Zeiten dabei.

    Wo Girasole habe ich geschrieben, dass ich meine Geschichte im
    Rückblick als schön bezeichne?
    Bin zwar eigentlich kein Mensch, der stets mit der Vergangenheit hadert und die Co-Abhängigkeit war natürlich eine ernüchternde Zeit, doch wie ist das denn bei dir, bei den anderen hier, bei den trockenen Alkoholikern?

    Ich jedenfalls liebe heute mein Leben und all die erlittenen Krisen verfluche ich nicht, hab die mir auch selbst eingebrockt, sondern hat mich zu der geformt, die ich heute bin.

    Zitat

    Hallo- eine Beziehung ohne Vertrauen! Wo bitte ist das schön oder erstrebenswert!
    Aber gerade als CO braucht man ja dringend das Gefühl, dass sich der Kampf gelohnt hat.

    Frage: Wie bringst du mit Co-Abhängigkeit in einer Partnerschaft
    dein Vertrauen zum Ausdruck?

    Mein Mann, ein ... Alki kann ich aufgrund seiner Erkrankung in Bezug
    mit Alkohol nicht vertrauen.
    Mein Mann ist aber gottlob auch noch eine andere Persönlichkeit, dem
    man in allen sonstigen Fragen sehr wohl vertrauen kann.
    Zudem spielt dieses Thema für mich eine gar nicht so wesentliche Rolle, weil ich zu allererst mal vorrangig mir sebst vertraue,
    meinen Gefühlen, meinen Verstand und meinen Fähigkeiten.

    Keine Ahnung Girasole, welchen Kampf du anscheinend noch bis heute zu kämpfen hast, aus meiner Sicht heraus, habe ich bisher nie um
    meinen Mann gekämpft, sondern eher darum Abstand zu bekommen.
    Nicht gegen den Alkohol gekämpft sondern gegen meine Hilflosigkeit.
    Nie um finanzelle Sicherheit gekämpft, bin bis heute völlig
    finanzell unabhängig.

    Zitat

    meiner Meinung nach verharmlost dies das Leiden von beiden Seiten total bis hin zur Verdrehung. All die Schmerzen, das Leid- verschwinden hinter "es gab auch schwere Zeiten".

    Diese Zeit (CO zwischen 2007 - 2011) ist schon ein Weilchen her.
    Willst du mir also genaugenommen absprechen, dass ich heute mich
    und für meinen Mann beurteilen kann, ob wir so wie es ist zufrieden sind?

    Dann allerdings erübrigt sich für mich jedes weitere Gespräch.


    Mit freundlichen Grüßen

    Emma


    Übrigens empfinde ich den Ausdruck ALKI beleidigend, mir war es und ist immer wichtig, meinem Lebenspartner sowie jeden Menschen
    erstmal auf Augenhöhe zu begegnen.

    Hallo zusammen,

    will hier meinen Text im Thread von Lorelei noch zum besseren
    Verständnis ergänzen


    Zitat

    zu: Ich bereue die alkoholabhängige Zeit meines Mannes miteinander nicht, hatte allerdings auch nie die Chance
    was dran zu ändern.


    Will damit sagen, dass ich in den 23 Jahren, die wir uns nun kennen auch mit Trennungen, einmal für ein 3/4 Jahr, einmal fast 2 Jahre
    mich immer wieder neu ausgerichtet habe, auch mit Hife einer Therapie,
    sowie eines längeren Rehaaufenthalts in Bad Kissingen.

    Für mich konnte ich viel erreichen, allerdings bei meinen Mann hat alles
    nichts gebracht. Lange Zeit dachte ich auch, war vielleicht nicht konsequent genug.

    Fakt ist, dass der eigentliche Auslöser einer Demenz meines Mannes
    vor einigen Jahren das Schädel-Hirn-Trauma war und der Alkohol seine
    sozusagen sekundäre Behandlung.

    Zimttee fragt:
    Wie geht es dir denn nun?
    Bist du mit deinem Leben zufrieden?

    Ehrlich gesagt ja. Wir führen zusammen ein harmonischen Leben.
    Alles läuft rund. Ich bin frei zu tun was mir gefällt.
    Mein Mann wird in dieser Zeit 2 mal wöchentlich von einer
    Assistentin betreut.
    Sein Alkoholkonsum ist unwesentlich, zumal er gar nicht mehr die
    Möglichkeit hat sich mehr als erlaubt anzuschaffen.

    Ich denke oft an unsere Reisen zurück und die Bergtouren, die uns
    so zusammengefügt haben und überhaupt an unsere turbulente Zeit.
    Es ist schön zu sehen, wie er heute jeden Tag happy und ausgeglichen ist, sodass ich mich richtig mitfreuen muss.
    Von den letzten ungefähr 10 Jahren weiß er allerdings nichts mehr.

    Ich erlebe mit klaren Kopf die Erinnerungen und geniese es, alles
    gut verkraftet zu haben, sowie es aufarbeiten konnte.

    Für uns zählt nun vielmehr das HIER und JETZT und das Gefühl,
    dass wir uns noch oder dennoch lieben.


    Liebe Grüße
    Emma

    Hallo Zimttee,

    ich schreibe dir, weil ich schon ab und an etwas von dir gelesen habe
    und immer wieder überrascht bin, wie geradlinig und nüchtern du
    so manche Verstrickungen in den verschiedenen Themen zu erkennen verstehst.

    Zwar kenne ich aus deinem Thread hier bisher nur wenige
    Beiträge, ... jedoch nicht weil ich desinteressiert bin, sondern weil ich
    mittlerweile generell wenig informiert bin.

    Möchte mich bei dir bedanken, dass du deine Erfahrungen und deinen Werdegang mit uns, im offenen Bereich mitteilst.

    Dachte mir bisher, es genüge eh, mal diese oder jenes zu posten, auch als dank an das Forum, dem ich eine sehr viel klarere Sicht verdanke, doch werde das Forum nun das ersten Mal auch finanziell unterstützen.

    Es bedeutet mir viel, dass du und einige andere Forianer euch manchmal selbstlos und zeitaufwendig für jene, die doch noch recht ziellos sind, ehrenamtlich einsetzt.


    Viele Grüße und Gesundheit

    Emma

    Hallo Slowly,

    wirst sicher verstehen, dass ich deine Aussage zur Symbiose so nicht
    stehen lassen will.
    Kenne mich jedoch in der Psychologie nicht gut genug aus, um deine
    Kenntnisse zu widerlegen.

    Laut meines Duden bedeutet Symbiose:
    Zusammenleben ungleicher Lebewesen zu gegenseitigem Nutzen

    Wollte damit nicht mehr und nicht weniger aussagen.

    Es klingt jetzt vlt. ein bisschen lieblos, aber wer denkt dass alles
    Streben immer nur aus Liebe passiert, belügt sich meiner Meinung
    nach selbst.

    Ich bin und schätze mich glücklich, zu wissen was Liebe ist und auch
    weiß wann sie fehlt.


    Emma

    Hallo Reiner,

    ich will versuchen auf deine Fragen zu antworten, kann dir somit
    nur meine persönliche Sichtweise, resultierend aus meinen Leben spiegeln, dass heißt daher, dass du deine Geschichte dennoch anders erlebst und somit andere Schlüsse ziehen wirst.

    Zitat

    Als emsiger Forumsleser kenne ich diese Argumente. Aber muss man das nicht differenzierter sehen?
    Wenn ich gehe, dann darf der Grund nur bei mir selbst liegen. Also weil ich für mich, für mein Leben etwas ändern will.

    Also willst du gar nichts ändern?

    Ich glaube, die wenigsten Beziehungen sind voneinander völlig unabhängig, da würde man ja eigentlich nur nebeneinander herleben.
    Will ich eine aufrichtige Partnerschaft führen, so nehme ich doch auch Anteil am Leben und Erleben des anderen, wie sonst soll auch ein gemeinsamer Weg entstehen können?
    Mit der Beziehung bin ich also bereit, mich einzulassen, es entsteht etwas
    Neues, eine Art Symbiose.

    Du hast geschrieben, dass deine Frau schwer alkoholabhängig ist, dann muss ich also davon ausgehen, dass in eurem Zusammenleben immer wieder häßliche Dinge passieren, denen du unerwartet ausgeliefert bist, ... Streit, Feindschaft, Wut, Enttäuschung, Gleichgültigkeit, Lügen etc.

    Warum willst du das einfach hinnehmen aber nichts dran ändern?

    Du kannst von deiner Frau halt nicht nur die angenehmen Eigenschaften
    hochhalten und die alkoholsüchtige Seite unter den Teppich kehren.
    Beide Seite machen deine Frau zu dem was sie ist.
    Mein Mann z.B. war im betrunkenen Zustand zwar oft unerträglich, aber
    oft sogar authentischer und ehrlicher als sonst.

    Zitat

    Wenn ich gehe, obwohl ich selbst lieber (noch) bleiben will, nur um dem Partner zu helfen, kann das für mich kein guter Entscheidungsweg sein .

    Fragt sich also wie leidensfähig bist du. Nehmen wir mal an deine Frau
    würde dich verlassen, was würdest du dann bei einer neuen Frau
    anders machen wollen, wo würdest du mal sagen, das du dieses oder jenes nicht mehr ertragen kannst, einen Frustrationspegel den du anscheinend bei der Jetztigen
    tolerierst?

    Zitat

    Hier im Forum wird doch immer wieder betont, dass man nicht versuchen sollte, den alkoholabhängigen Partner zu retten. "Ihr könnt ihm nicht helfen!"
    Und plötzlich liest man dann, "Geh', lass alles zurück, was Dir wichtig ist, weil Du hilfst ihm damit!"

    Was ist dir den noch so wichtig? Eine Wohnung, Kinder, Haus?
    Bei einer schweren Alkoholkrankheit sind doch sicher auch die nüchternen
    Tage deiner Frau nicht mehr wirklich aufregend, oder?
    Was verbindet euch dann noch? ...Sport, Urlaube

    Mit meinen Mann waren auch nüchtern die Gemeinsamkeiten schon sehr rar, mochte keine Spontanität mehr, keinen Trubel, kein Risiko,
    keine gesunde Lebensweise, keine Ausdauer, keine tiefsinnigen
    Gespräche.

    Zitat

    Wenn jemand geht, wirklich nur um zu helfen und um den anderen zu retten, genau dann ist er meiner Meinung nach in hohem Maße Coabhängig.

    Stell dir mal vor, du arbeitest in deinem erlernten Beruf mit Hingabe,
    bist effizient, erfolgreich, hast alles unter Kontrolle. Doch dann ganz
    unerwartet, macht dir aber deine Gesundheit einen Strich durch die Rechnung.
    Musst deinen Arbeitsbereich aufgeben und dich nochmal ganz neu ausrichten.

    Wie gesagt, eine feste Beziehung ist auch eine Art Symbiose. Wenn du
    mit deiner Co-Abhängigkeit also jetzt aus den alten Mustern aussteigst, musst du dich ja gezwungenermaßen mit dir selbst befassen.
    Es ist wie ein neues Projekt, dass ins Laufen gebracht werden will.

    Es muss ja nicht gelingen, aber deine Frau muss sich mal auch irgendwie
    mit sich beschäftigen und neu wieder die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.
    Nun vlt. kann dir jemand aus dem Alkoholikerbereich besser antworten, wie das Leben nach der Trennung so läuft.

    Zitat

    Mein Mann ist seit über 40 Jahren alkoholabhängig.
    Und Du bist geblieben, 40 Jahre lang?

    So war es natürlich nicht. Ich weiß nur aus den Erzählungen meines Mannes, ab wann der Alkohol ins Leben getreten ist.
    Wir kennen uns jetzt ungefähr 23 Jahre, es war ein stetiges Auf und Ab
    der Gefühle, eine nervenaufreibende On - Off Geschichte, mit Tränen und
    Trennungen, bis zu jenem Zeitpunkt wo ich wirklich ernsthaft aktiv wurde.

    Alkoholismus hat bekanntlich viele Gesichter. Mein Mann war nie ein zwanghafter Alkoholiker, harte Sachen, langweiligen Geschmack rührt er nicht an, fühlt sich selbst nicht als Alkoholiker, trinkt nach ernsthaften
    gesundheitlicher Beeinträchtigung, konstant wenig bis tageweise gar nicht
    mehr.
    Aber wie wir alle wissen, kann man auch mit z.B 2 Glas Sekt abends
    bereits alkoholabhängig sein.

    Nun denn ich hoffe, dass dir mein Beitrag irgendwie was nützt, fühle mich wenn mich jemand anschreibt, doch verpflichtet zu antworten, möchte
    aber eigentlich meine Aktivität hier im Forum mehr oder weniger
    beenden.

    Liebe Grüße und ein liebenswertes Leben
    wünscht dir Emma

    Hallo Sunshine,

    danke dir, dass du nochmal auf den Beitrag eingegangen bist.

    Es ist einfach etwas schwierig gewesen, 23 Jahre Beziehung in 3 Postings
    zu fassen.

    Glaube mir, wenn mein Partner zum Zeitpunkt der Trennung auch nur ein wenig den Eindruck hinterlassen hätte, dass er sich wahrscheinlich wieder irgendwie aufrappeln könnte, dann wäre das Thema sowieso für mich durch gewesen. Und emotional hatte ich wirklich abgeschlossen.

    Nachdem er aber schon ca. 7 Jahre zuvor, arbeitsunfähig wurde,
    hatte bereits auffällige Denkstörungen, wusste es, denn man kennt immerhin den Menschen mit den man zusammen ist, dass er sich lieber umbringen würde, als zum Arzt zu gehen.

    Ich bin so, kann mich eben nicht auf einen kranken Menschen derart einlassen, hole mir die Rosinen aus den Kuchen, soll heißen, ziehe aus der Partnerschaft egoistisch meinen Nutzen, ...
    sondern dann habe ich auch eine gewisse verantwortungsvolle Haltung einzunehmen.

    Eine Regel im Pflegedienst laut ungefähr so,.... einem Hilfsbedürftigen hilft man dort weiter, wo er es selbst nicht mehr kann.

    Als ich meinen Mann vor ein paar Jahren ins Krankenhaus bringen lies, war dies lediglich ein Erste Hilfe Dienst, ein Akt der Nächstenliebe und die sich jeder Mensch verdient.

    Aus dem Krankenhaus entlassen, da hat dann jemand da sein müssen, und sag mir warum sollte ich nicht einspingen, wenn dieser Mensch mal
    der wichtigste in meinem Leben war.

    Dass wir uns doch wieder annähern würden, wir uns miteinander wohl fühlen, wir leben harmonisch miteinander wie ein vertrautes altes
    Ehepaar, dass hätte ich damals nie geglaubt.

    Wir alle verändern und wandeln uns stetig, bin in meinen Leben intuitiv stets der Sprache des Herzens gefolgt und hab mich nie verirrt.


    What happends, wo die Liebe eben hinfällt.


    Gruß Emma

    Bitte nur lesen, wems interessiert.


    Cirka ein Jahr nach der entgültigen Trennung, wir hatten zwischenzeitlich vlt. 2 oder 3 mal telefoniert, wobei diese Anrufe nie von mir ausgegangen sind, wollte ich dann doch mal wieder wissen, wies ihm geht.

    Er ging jedoch gar nicht ans Telefon, was für ihn untypisch ist. Habe daher Kontakt mit einer Nachbarin aufgenommen, die hatte in auch schon
    länger nicht mehr gesehen.

    Eine Weile später konnte ich dann doch mit ihm reden, aus Sorge
    heraus musste ich enfach vorbeischauen, aber von sich aus hätte er sich sicher nicht mehr gemeldet.

    2 Tage später ließ ich ihn in ein Krankenhaus einweisen, es folgten
    mehrere längere Aufenthalte und er hat ziemlich viel durchgemacht.
    Seit der Zeit leben wir wieder miteinander unter einem Dach.

    Es dauerte ungefähr weitere 1 1/2 Jahre bis er sich wieder einigermaßen gefangen hat, ist seitdem aber nicht mehr so wie er mal war.

    Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, dass man als Angehöriger nicht rückfällig werden darf, man einen Alkoholiker nicht helfen kann und keine Verantwortung übernehmen muss!

    Es ist ja nicht so, dass ein Alkoholiker nur ein Alkoholiker ist, es gibt in jeden Menschen auch andere, wenn vorhanden gute Seiten.
    Mein Mann ist normalerweise ein herzensguter Mensch von dem man alles haben kann, ist hilfsbereit und auch sehr unterhaltsam.

    In unserer gesamten gemeinsamen Zeit, musste ich ihn eigentlich nie in seinen Entgleisungen zu lange aushalten, den wenns arg wurde, bin ich gleich gegangen. Man sollte sich einen zu schweren Anblick auch besser ersparen um nicht kaputt zu gehen.

    Sich abzugrenzen fällt natürlich schwer, denn es ist ja nicht so, dass alle
    Tage schlecht sind, zudem ist ein Prozess des Abstiegs über die Jahre hinweg schleichend.
    Erst als ich merkte, dass von den guten Zeiten nichts mehr bleibt und das miteinander keinen Sinn mehr macht, konnte ich mit Hilfe des
    Forums von dieser Bühne abtreten.

    Wer von Alkoholismus nichts versteht, möchte dem Partner doch so gerne helfen, wenn da jemand ist, der nichts mehr auf die Reihe kriegt.
    Damit tut man dem Süchtigen aber absolut nichts Gutes.
    Man kann einen nassen Alkoholiker mit Worte nicht erreichen, daher muss er so oft und so lange über die selbstgebauten Hindernisse fallen,
    seinem Schicksal erliegen, sich den Kopf stossen, bis es weh tut.

    So wie man selbst, muss ein Trinker in den eigenen Schuhen laufen lernen.

    Ich war und bin jemand, der die Probleme immer sofort anspricht, auch
    jemand der sich nicht verbiegen lassen will, des anderen Probleme
    zu den eigenen machen, das ist der falsche Weg.


    Ich beende nun das Thema, lass es lieber wieder sein, nicht dass jemand glaubt, es könnte nur so gehen. Für mich war es ein Lebensabschnitt, der dann für uns beide gut ausgegangen ist.

    Wollte das gerne mitteilen, vielleicht macht es ja jemanden Hoffnung
    auf ein Ende des Desasters.


    Liebe Grüße und alles Gute
    Emma

    Danke Sunshine und Silberkralle für die Rückmeldung.

    Kann man als jahrelange Partnerin an der Seite eines Suchtkranken wirklich mal in sich ruhend und zufrieden sein?

    Ja ich kann es, dass soll aber nicht heißen, dass meine Gefühlswelt vorbildlich und ideal abläuft, es gibt so wie in jeder normalen
    Beziehung Momente wo ich mich ärgere, nichts richtig gelingen mag,
    wütend bin oder auch einfach nur mal faul.

    Aber gleichzeitig spüre ich es ganz schnell, wenn ich aus der inneren
    Mitte bin und weiß dann wie ich mich fange, das gelingt ganz gut, weil ich spät aber doch, zum mir gefunden habe.

    Es tut mir gut, muss sowieso jeden Tag 3x mit dem Hund laufen, arbeite gerne, kann auch beim Kochen gut runterschalten, und tue auch so die üblichen Sachen.

    Sunshine, du schreibst, dass in der Beziehung mit einen Alkoholiker
    beide krank sind. Doch das Fatale dabei ist es, wenn der Co
    irgendwann mal die Schnauze voll hat und sich trennt, bereits der süchtige Partner viel viel kränker ist, als man selbst und den Weg
    zurück vlt. nicht mehr schafft. Hat die Arbeit verloren, Wohnung weg,
    Führerschein, Frau/Mann, Kinder, Freunde,...

    Ich wünschte ich hätte vor 23 Jahren als ich meinen Mann kennenlernte,
    schon eine Anleitung gehabt, wie das Zusammenleben mit einen Süchtigen
    möglich ist.

    Ich hatte a) selbst auch schon einiges durch, daher ging ich auch mit seiner Krankheit sehr tolerant um.
    Heute glaube ich, man sollte den Alkoholkonsum nie tolerieren, aber muss
    es akzeptieren.

    Ich glaubte mal, die Liebe heilt alles, verzeiht alles, muss doch stärker
    sein als die Sucht.
    Heute weiß ich, klar kann man einen Alkoholiker lieben, man darf aber nicht erwarten, dass sie zurückkommt, meinen Alkoholiker reichte die
    Zweisammkeit, Freundschaft, die S***ualität und ... bitte wenns geht,
    nur keinen Stress.

    Mein Partner neigte bei der kleinsten Auseinandersetzung zu cholerischer
    Wutausbrüche, ihr kennt das ja, Worte die sehr verletzend sind.
    Ich habe lange gebraucht, bis ich es verstand, mich abzugrenzen,
    die Wohnung zu verlassen, mich bei Streitigkeiten zurückzuhalten,
    es nicht mehr persönlich zu nehmen.
    Der Nüchterne denkt halt, bevor er spricht, der Betrunkene streitet von der Leber weg.

    Als Partner eines Suchtkranken darf man nicht vertrauen, nicht zu hingebungsvoll sein und sollte jederzeit unabhängig bleiben.

    Eigentlich ist es egal wie gut oder wie schlecht eine Beziehung läuft,
    denn am Trinkverhalten ändert es nichts. Es kann tausendende
    Gründe geben, die der Säufer selbst nicht kennt, bis hin zum frühkindlichen Trauma, vielleicht wird eine Familientradition
    fortgesetzt oder was auch immer.


    Vor ungefähr 4 Jahren hatte ich meinen Mann entgültig verlassen...


    Lg Emma
    Ich werde zu einen späteren Zeitpunkt weiterschreiben, muss
    wieder was arbeiten gehen.

    ... und Co-Abhängigkeit ist eine Krankheit.


    Hallo Leute,

    auf den Tipp von Girasole eröffne ich diesen Faden. Jedoch nicht weil ich noch zu den Suchenden gehöre und Unterstützung brauche, sondern
    um die Erkenntnisse aus meiner langjährigen Beziehung mit einen
    Alkoholabhängigen zu beschreiben.

    Mein Mann ist ein wunderbarer Mensch mit vielen Facetten und positiven
    Eigenschaften, allerdings konsumiert er auch seit einer gefühlten Ewigkeit Alkohol, es ist und war das Rauschmittel seiner Wahl ( ist Unbewusst) um so zu leben wie er will und ist.

    Natürlich ist aber der Preis den er mit seiner schwindenden Lebensenergie
    bezahlt hat, sowie dem ständige Auf- und Ab an Lebensqualität, das Leben in Abhängigkeit irgendwie nüchtern gesehen bedauernswert.

    Worauf ich hinaus will ist, das man als Angehöriger aufhören sollte, das Leben eines Alkoholiker noch zusätzlich mit unnötigen Forderungen und eigenen Vorstellungen zu belasten.

    Alkoholismus ist eine Krankheit und so wie jede Krankheit etwas mitteilen will, muss man lernen die Botschaften zu verstehen.
    Es funktioniert nicht dem Kranken das Rauschmittel zu verbieten, wenn
    der/diejenige im Rausch das Gefühl hat, genau dort zu sein wo er hin will.
    Die Macht des Alkohols lässt sich durchschauen, wenn der Trinker versteht, dass das banale Ziel der Droge Befriedigung bedeutet und je
    mehr Glücksgefühle und Befriedigung ich in mein Leben einbauen kann,
    erleben kann, es im Herzen spüre, detso weniger und wichtiger ist das Rauschmittel.

    Das bedeutet also, es ist Arbeit (besonders die Arbeit an sich/ Selbsterkenntnis) um ein glückliches Leben in Freiheit zu erreichen.


    Co-Abhängigkeit ist eine Krankheit, warum weil der Co-Abhängige als
    Rauschmittel den Partner benützt, um sich damit selbstbelohnend ebenfalls in den Zustand von Befriedigung zu bringen.
    Die Welt eines Co-Abhängigen ist so aufgebaut, dass insbesonders der/die
    Partnerin ins eigene Vorstellungsbild passen muss. In die Vorstellung von
    Familie, Freizeit, Liebe...

    Der Co-Abhängige, bzw. Beziehungssüchtige sucht in der Partnerschaft
    also jemanden, der in glücklich macht, erst dann ist er glücklich, weil er/
    sie mit sich selbst oder in sich unglücklich/unzufrieden ist.

    Es ist also ganz gut, dass in jeden von uns ein hoffentlich gesundes Maß
    an Egoismus angelegt ist, da es in erster Linie unsere Aufgabe ist, für das
    eigene Glücksgefühl zu sorgen und wenn man will und kann, es macht glücklicher, wenn man den/die anderen Teilhaben lässt, glücklich macht, also die Freude mitbringt.


    Nachdem ich mittlerweile in Pension bin, nütze ich heute mal die Zeit über mein Leben und auch meine Fehler und über meine Erfahrungen nachzudenken, bin zufrieden mit mir, weil ich den Gestaltungsraum habe, eben die Zeit und jetzt Zufriedenheit zu erleben,... nach den oft langen und schweren Jahren.

    Mit diesem Text will ich euch nicht von meiner Sichtweise bekehren, den eigentlich trägt doch jeder eine innere Wahrheit bereits in sich,
    würde mich freuen, wenn ihr das Geschriebene einfach als Gedanken
    versteht, das Geschriebene nicht zerpflückt und mir die möglichen Schreibfehler verzeihen könnt.


    Liebe Grüsse
    Emma

    Hallo Reiner,

    verstehe gerade nicht, wie das mit dem gesetzlichen Betreuer funktioniert.
    Meinst du vielleicht mit einem gesetzlichen Betreuer eine Sachwalterschaft?

    Wenn deine Frau noch Auto fährt, sich selbst versorgen kann, den Haushalt erledigt, ihr Bankkonto noch begreift, Einkäufe erledigt, selbst was kochen kann, etc. da kann sie auch niemand zu einer Therapie nötigen, gesetzlicher Betreuer hin oder her.

    Vielmehr hilfst du ihr damit, sie fallen zu lassen, die vielleicht letzte Chance zu fühlen und zu verstehen, wie tief sie bereits gefallen ist.
    Solange du als braver Co-Abhängiger immerzu ihr alle Steine aus dem Weg räumst, kann es für sie keinen Grund geben, mit dem Saufen aufzuhören.

    Falls jedoch deine Frau bereits schwere körperliche Schäden erlitten hat, Demenz, ein Korsakow Syndrom, so wird sie therapiemäßig nicht mehr aufgenommen, dann mußt du dir überlegen, deine Frau zukünftig pflegerisch zu begleiten ohne Hoffnung auf Verbesserung oder mußt den
    Heimplatz suchen.

    Mein Mann ist seit über 40 Jahren alkoholabhängig.


    Lg Emma

    Hallo Hilla, hallo liebe Foris,

    wahrscheinlich werde ich wieder mal anecken, wenn ich meinen Senf dazu gebe, ist mir aber eigentlich schnuppe.

    Finde es nicht besonders lustig, wenn man einen hilfesuchenden Neuling derart mit der Weisheitskeule über die Birne rasiert, und jemand schon nach 2 - 3 Postings abhaut.

    Ich finde Hilla, dass du eher gar nicht so viel falsch zu machen scheinst.
    Du konfrontierst deinen Mann mit den Tatsachen, setzt ihn entsprechend unter Druck, zeigst ihm Wege auf, machst klar dass seine Resignation vor der Alkoholabhängigkeit auch das Ende euer Partnerschaft bedeuten wird.

    Das heißt also, dass du eben nicht die Augen vor dem drohenden Aus verschließen willst und noch die Kraft hast, dich um jemanden zu sorgen, der dir wichtig ist.

    Einen kalten Entzug solltest du zwar lieber nicht unterstützen, weil wir als Nicht-Abhängige die Gefahr diesbezüglich gar nicht kalkulieren können.
    Andererseits würde ich dafür einfach auch keine Verantwortung übernehmen, das kann der Alkoholiker schon ganz gut selbst.

    Jeder, bestimmt jeder Alkoholiker hat es schon x-mal für kurze Zeit probiert, nicht mehr zu saufen, will nicht mehr trinken müssen, aber so klappt es halt einfach nicht, da darf man den alten Hasen hier schon vertrauen, ist irgendwie ähnlich wie der immer wiederkehrende Jo-Jo Effekt z.B. beim Abnehmen.

    Denke mir schon, wenn dein Mann schon mal eine ärztliche Entgiftung geschafft hat, kann er es vlt. wieder schaffen
    mit den Saufen aufzuhören, falls er das überhaupt vor hat, und falls er sich einer Selbsthilfegruppe oder einer ärztlichen Hilfe anvertraut.

    Allerdings darfst du nicht erwarten und das wird dir auch klar sein, dass seine Frühpension, falls er sich keine entprechende Tagesstruktur aufgebaut hat, also stets noch die Trinklaune anheizt.

    Das Entscheidende ist daher, dich selbst, deine Gesundheit mal nur für dich in den Mittelpunkt zu stellen, denn Frauen müssen nicht wies früher mal war, die Helferlein sein, stark sein, (für den Süchtigen schon gar nicht, macht alles nur noch schlimmer), müssen nicht nur für den Partner
    da sein, hinter dem Mann stehen (bleiben).

    Lebe doch jetzt mal dein Leben, denn der Noch-Ehemann hat eh genug mit sich selbst zu tun.


    Also ich wünsche dir viel Glück auf deinem Weg und lass dir bitte nicht einreden, dass du krank bist, denn es ist oft nur die Masche eines Gegners um sich abzuputzen.


    Lieben Gruß

    Emma

    Hallo,

    also ich würde mir an eurer Stelle gar nicht so viele Gedanken drum machen,
    ob Co-Abhängig, Beziehungssüchtig oder ob es eine Entwicklungsstörung
    oder was auch immer ist.

    Ein bisserl beziehungssüchtig muss schon sein, sonst würde man wohl gar keine Beziehungen mehr anstreben wollen, da wäre dann die Welt echt
    arm dran.
    Aber klar, wer es nicht mehr schafft, sich auch mal als Single
    wohlzufühlen, heutzutage gibt es doch Alternativen ohne Ende, der/die hat
    wahrscheinlich ein ziemliches Selbstwertproblem.
    Ich habe mir längst das Schubladendenken abgewöhnt, von dieser oder jener Diagnose betroffen zu sein, ist doch eh nur eine Momentaufnahme, ändern wir die Umstände, insbesonders unsere krankmachenden Gewohnheiten, sieht alles gleich wieder ganz anders aus.

    z. B. Depression ist eine Krankheit, wenn sich ein Partner da zu sehr annimmt, einlässt und anpasst, wird dem bald mal die Luft ausgehen, keine Energie mehr haben, depressiv werden.

    Alkoholismus ist eine Krankheit, wenn sich ein Partner nicht abnabelt, führt das zur Co-Abhängigkeit, ist nichts dramatisches, denn es ist das tägliche krankmachende Umfeld, welches das eigene Gemüt aus den
    Angeln hebt.

    Es wird hier oft so dargestellt, als ob die Co s und Alkoholiker von zwei verschiedenen Sternen herkommen.
    Ich denke mir aber vielmehr, dass in jeden Alkoholiker auch sogenannte
    Co-Abhängigkeiten vorhanden sind, da eben die Wurzeln der Co-Rolle anerzogen, viel. von den Eltern abgekupfert ist, aus der Erziehung stammen.
    Es erleben auch heute noch genug Kinder in den Familien, Vernachlässigung, Gewalt, Trennungstragödien, und es bräuchte viel mehr
    Kindertherapeuten, um noch was wieder gutzumachen.
    Wir Beziehungssüchtige und Coabhängigen und Alkoholiker sind so traurig es sein mag, im
    Elternhaus verbogen worden, klar dass wir von etwas mehr träumen, illusionieren, wir auf der Suche sind nach Befriedigung unserer Sehnsucht, einer Liebe, von der zu wenig
    vorhanden war.
    Hat man dann mal das Fehlende gefunden und ausgekostet, ist auch die
    Beziehungssucht, keine Sucht mehr. Die Gefahr besteht allerdings in einer
    Abhängigkeit zum Partner zu enden, doch auch nur solange ich unfähig oder mir
    selbst gegenüber zu unbewusst oder fahrlässig bin, selbst mein inneres Kind als Erwachsene zu beschützen und zu lieben.

    Zu schützen vor krankmachenden Gewohnheiten, vor Ausbeutung und Lieblosigkeit...


    Liebe Grüsse

    Hallo!

    Komisch, wie irgendwie jeder aus ´nem Text was anderes rausinterprediert.
    Ich z.B. hab aus Diandras Kritik an die Forumleitung heraus gelesen, dass es ihr ur-leid tut, dass die liebe BC gegangen ist, eben weil ein völlig
    für jederman offensichtlicher Störer, einfach so mir nichts dir nichts, plöd anzuecken versucht hat.

    Liebe BC, habe auch gerne deine Texte gelesen und bin wirklich enttäuscht, dass du gegangen bist, habe deine Beiträge stets als niveauvoll und als gut reflektiert noch in Erinnerung.

    Nun, frage mich gerade überhaupt, wie man am besten wieder ´nen Absprung findet, weg vom Forum, nachdem man sich mal gewöhnt hat, nach einer gewissen Zeit, vielleicht sogar eine Spur abhängig davon geworden ist.

    Immerhin, so gehts jedenfalls mir, hab ich ein Stück weit meine Lebensgeschichte im Forum aufgearbeitet, habe mich dann gottlob seelisch wieder gefangen und bin noch immer überaus dankbar, das es euch alle gibt.

    Andererseits finde ich so manche nicht nachvollziehbare Streitereien im Forum auf ´ner schon persönlichen Ebene extrem abstossend und wünsche mir, dass die Forumleitung auch sowas mal dementsprechend editieren würde.


    Meine Gedanken dazu: Emma

    Hallo Melanie,

    nun, bin eher nur noch sporadisch im Forum anzutreffen und kenne deinen Thread nicht so genau. Aber ich erinnere mich, dass du schon
    einige Male in Bezug auf Beziehungen immer wieder ins selbe Fahrwasser gerätst.
    Bitte Melanie, das soll absolut kein Vorwurf sein, jedoch erinnerst mich schwer an meine liebe ältere Schwester. Sie hat regelmäßig Kontakte via Internet, die früher oder später immer alle im Chaos enden.

    Meinen Gefühl nach bist du jedesmal viel zu schnell verliebt, ohne diese
    Männer je richtig gekannt zu haben.
    Aber das jedoch hat mit der echten aufrichtigen Liebe noch nicht viel gemeinsam. Richtige Liebe ist, da kennt man gut einander, vertraut einander, liebt den Charakter, dessen Persönlichkeit, u.v.m

    Gut, dass die echte Liebe nun halt mal auch ein längeres Wachstum voraussetzt, so hat man wenigstens bei Liebeskummer gegebenfalls auch viel weniger zu verdaun.

    Mein persönliches Motto ist: Ein Mann muss mich in erster Linie s***el...
    ansprechen, das ist die Voraussetzung. Ich brauche keinen Freund, keinen Zahler, keinen Handwerker und auch keine Babysitter.

    Alles andere ergibt sich dann oder halt auch eben nicht und die Verlustängste, alle Versagensängste, die Eifersüchteleien etc. halten sich in Grenzen.

    Es ist vielleicht was anderes, wenn beide Partner ihre Bedürfnisse klar definieren können und dazu stehen und eben Beide auch wirklich das selbe wollen.

    Nun wie gesagt:
    Meine Schwester sucht stets den Versteher, sucht Liebesgefühle oder die ach so starke Schulter zum Anlehnen, aber puuh... welche selbstständige Frau heut zu Tage hat das noch nötig?


    Nun, ich wünsche dir von Herzen mal einen Mann der dich zu schätzen weiß.

    Lieben Gruß Emma

    Liebe Leonia,

    ich danke dir für diesen Beitrag und super, dass du mitlerweile richtig
    viel für dich erreicht hast.

    Zitat

    Für mich ist es aufregend, spannend und toll wieder mehr, klarer und liebevoller mit mir selbst in Kontakt zu sein.

    Genau so würde auch ich mein jetztiges Lebensgefühl beschreiben.
    Denn damals in seiner nassen Zeit, ständig war ich über XY in Wut oder in Sorge, und überhaupt das Chaos und viele seiner
    Überraschungsaktionen, hatte ich auch gar keine Kraft mehr übrig, mich um mich zu kümmern.

    "Und doch sehe ich das heute auch als eine Ausrede von mir, da ich mich in Wahrheit nie besonders wichtig genommen und die Gefühle
    gar nicht nennenswert fand".

    Ich glaube fast, dass alles im Leben auf ein Ursache und Wirkungsprinzip gründet. Als mir klar wurde, dass ich immer weiter in eine
    Co-Abhängigkeit abzutrifften drohte, da bin ich abgehaun, habe
    mich vom Alkoholiker getrennt.

    Da wußte ich allerdings nicht, dass es für uns beide der Wendepunkt
    sein würde. Hab`mich damals unsagbar depressiv gefühlt.
    Und nie hätte ich gedacht, dass wir je wieder zusammen kommen.

    Heute verstehe ich, dass wir beide die Krankheit gebraucht haben, so abscheulich das auch gewesen ist, aber um
    auf uns selbst geworfen zu sein, um man selbst zu werden.

    Bin mitlerweile froh, wie alles so gekommen ist.
    Klar, steckt wahrscheinlich immer eine Komponente zur
    Co-Abhängigkeit in mir, doch auch ein Stück Lebensgeschichte, mit der ich dankbar leben kannn.


    Huch,... schade, dass sonst niemand von Erkenntnissen nach der Krankheit berichten mag.

    Ich wünsche jedem, die/der mit sich zu ringen und noch viel zu verdauen hat, einen guten Weg, wo immer er hinführt.

    Grüsse von Emma
    :)

    Hallo zusammen,

    möchte euch gerne mal die positiven Veränderungen schildern, die jetzt mein Leben nach der Co-Abhängigkeit prägen.

    - fühle mich zufriedener, bin tolernater

    meine Erwartungen in andere sind keine Traumschlösser mehr,
    erwarte mir nichts, was ich selbst nicht zu geben bereit bin

    kann andere sein lassen wie sie sind und nehme mir das Recht heraus,
    so zu sein wie ich bin

    genieße meine Freiräume und nehme es anderen nicht mehr übel, wenn sie mal keine Zeit haben

    habe ein viel besseres Gespür für meine eigenen Bedürfnisse entwickelt,
    nicht mehr in der Erwartung, dass mein Partner für mein
    Glücklich sein verantwortlich ist, denn a) sorge ich mich selber drum
    und b) nehme an, was mir ein anderer aus freien Stücken
    entgegen bringt

    habe ein viel besseres Gespür für meinen eigenen Körper, bin nicht mehr
    neidisch, eifersüchtig auf jene, die vieleicht mehr zu bieten haben, mag mich, bin stolz über das im Leben bisher erreichte

    und das für mich wichtigste: kommuniziere auf Augenhöhe, warte nicht mehr und denke mir nicht mehr, dass andere eh wissen,
    was ich denke, was ich will

    erkenne meine Schwächen und Fehler, aber mache mich nicht mehr nieder, fühle mich wohl so wie ich bin, falls mich was stört, muß
    ich`s ändern


    Welche Veränderungen habt ihr an euch entdeckt, vor und nach eurer
    Krankheit?
    Was gefällt euch heute eigentlich viel besser an euch, als früher?


    Einen lieben Gruß
    Emma

    Hallo Hartmut,

    Zitat

    Ist das eine CO Eigenschaft ?

    Hilft das von sich weg zuschauen?


    Ich finde deine Fragen berechtigt. Auch mir kommt das Verständnis bzw. der Umgang mit dem Thema Co-Abhängigkeit ganz schön verwirrend vor.

    Einerseits heißt es, wenn man sich vom Alkoholiker getrennt hat, bedeutet
    das noch nicht das Ende der Co-Abhängigkeit.

    Wenn ich es verstanden habe, mich um mich zu kümmern, bedeutet das
    noch nicht das Ende der Co-Abhängigkeit.

    Wer sich zur Co-Abhängigkeit bekannt hat, wie kann derjenige wissen, wie sich ein anderer Co aus seiner Abhängigkeit lösen kann?


    Wer sich bei einer SHG angemeldet hat, sucht doch bestimmt mal in
    erster Linie Hilfe für sich. Wenn ich also nur im Forum bin um zu helfen, ist das doch eher schon wieder Co-Verhalten.

    Es macht für mich einen großen Unterschied, ob jemand schreibt, z.B ...
    in dieser oder jener Situation habe ich so gehandelt, mir hat geholfen...,
    kann deine Erfahrungen nachvollziehen, denn...

    .. als wenn jemand eine Bedingungsanleitung im Umgang mit dem
    Alkoholiker verschreiben will.

    Ein vorrangiges Zeichen von Co-Abhängigkeit ist ja wahrscheinlich
    dieses Helfen wollen. Man glaubt, dass man weiß, was für den anderen
    gut und richtig ist. Und es schwingt bestimmt auch die Sehnsucht nach Anerkennung, Bestätigung, oder auch Dankbarkeit dabei mit.


    Ich habe in einer interessanten Doku mal gehört: Will der Alkoholiker
    aufhören zu saufen, reicht es nicht aus, nur einfach nicht mehr zu trinken,
    sondern die entstandene Leere muß gefüllt werden, mit aktiven Tätigkeiten, mit etwas das demjenigen im Leben wichtiger ist und noch wertvoller, als der Alkohol.

    Beim Co ist es wahrscheinlich genau so, es muß im Leben was schöneres
    geben, etwas das erfüllender ist, als rundum nur vom Partner beansprucht zu sein, z.B von sich zu glauben, unersetzlich zu sein.


    Liebe Grüsse
    Emma