Hallo zusammen,
> Linde:
Nun ja, sein behandelnder Arzt kann nicht viel tun, als die Symptome mit Medis auf ein erträgliches Maß zu bringen. Gegen den Juckreiz hat XY wieder eine Tablette bekommen, aber die helfen nicht von jetzt auf gleich.
Ansonsten geht es uns den Umständen entsprechend gut. Langsam gelingt es mir, endlich den Tagesablauf routinemäßig abzuarbeiten. Und auch wenn´s nach medi. Stand für meinen Partner wenig Chancen gibt, so bemüht er sich doch sehr, nur um mich nicht zu belasten.
Und wenn gar nichts geht, dann hilft uns noch unser beider Galgenhumor ein kleines Stückerl weiter.
> Anfangs hat mich sein verändertes Aussehen und die Diagnose
ziemlich überrollt. Und habe mich momentan dazu noch irgendwie auch mitschuldig gefühlt, denn nach der "Trennung" vor einem Jahr, ist es mit ihm - was ich aber nicht mitbekommen habe, weil ich weg war - wohl recht rasch abwärts gegangen.
Doch was hätte ich denn tun können? Denn miit einem Süchtigen kann man halt nichts vereinbahren, besprechen, oder Ziele definieren, etc.
Wie oft haben "wir" darüber gesprochen und gestritten, dass das mit seiner täglichen Sauferei nicht mehr lange so gehen kann.
Eines habe ich mir jedenfalls schon vorzuwerfen, dass es halt nicht schon viel früher zu einer, unserer Trennung gekommen war.
Denn nachdem ich XY schon als Alkoholiker kennengelernt habe, hätte ich spätestens nach dem 2. Jahr aufgeben sollen. Nur ist mir damals die eigene Co - Abhängigkeit, meine Selbstzweifel und ein ewiges Unschlüssig sein im Weg gestanden.
Heute, nachdem was ich alles durchgemacht habe, würde ich mit einem
Alkoholabhängigen sicher keine Beziehung mehr eingehen, egal wie anziehend und anregend, die oder derjenige wäre.
Ich seh` ja gerade den Unterschied. > RESÜMEE:
Das ganze Theater und alle Diskussionen mit dem Trinker sind ne`reine Zeitverschwendung gewesen. War alles reines Palaver, und hat so viele Tränen und an Selbstwert gekostet.
(Unter Alkoholeinfluss wandelt sich so`n Gedankengut ins nasse Denken, ins Narrische, nicht ernst zunehmende.
Das Gedankengut ist vergiftet, die Leber ist mit der Entgiftung total überfordert ist).
Erst nach der Entgiftung, dem Entzug, dann werden auch die Gedanken wieder klar. Ein Betroffener weiß das, eh`klar und jongliert damit herum, aber als Angehöriger, für mich war´s immer schwer, zu merken wie betrunken er ist, ... und daher nicht mehr ernst zu nehmen wirklich ist.
> Schattenspringer:
Sicher gibt es auch immer mal wieder kleine Fortschritte und Lichtblicke - doch wo bleibst Du bei dem Ganzen?
Meine Interessen stehen derzeit ganz hinten. Doch ehrlich gesagt, fehlt mir die Lust auf jede mögliche Ablenkung. Ich glaube, das hat jetzt nicht unbedingt etwas mit Abhängigkeit zu tun, sondern, ich habe mich dazu entschlossen, dass ich das was ich tue, tun will.
Die letzten Tage noch habe ich mich überschlagen, um etwas zu kochen, dass seinen Appetit anregen könnte, aber Essen tut er fast nichts.
Mittlerweile gibt es auch zu seiner ersten Frau, seiner Schwester und zu seinen (Kindern) einen guten Kontakt und wir bereden miteinander, alle noch möglichen Hürden.
Es gibt mir Kraft, jetzt nicht alleine da zustehen.
> > Denk bei aller Hilfeleistung auch mal an Dich und an Dinge, die Dich wieder aufbauen.
Ich danke Euch sehr für die mentale Unterstützung.
JA, ich denke daran, denn vernachlässigen darf ich mich nicht, um nicht ins straucheln zu kommen.
Damit wäre keinen von uns geholfen.
Liebe Grüsse und ein mutiges und frohes Herz
wünscht Euch Emma