Beiträge von co-Elfi

    Hallo Hartmut,

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    es ist ja bekannt das der Suchtkranke gerne alles auf die lange Bank schiebt

    manchmal stimmt das, neige zu Aufschieberitis

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    und hofft, dass sich das Problem, entweder von alleine löst ,

    Ich mache ne Therapie, versuche mein Verhalten Schritt für Schritt zu ändern.

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    oder hofft das er gar kein Problem mit sich hat.

    Ich weiß, dass ich Probleme habe, mehr als ich auf die Schnelle bewältigen kann.

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    Er setzt auf Zeit .

    Nun, ich kann mich nicht über Nacht ändern. Wenn du eine Therapie weißt, die das kann, nur her damit ;)

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    Da lese ich auch immer wieder Schlagsätze.
    Ich gehe meine Geschwindigkeit . Es wird ein langer steiniger Weg . Ich brauche etwas länger um zu versehen. usw.. usw..usw.. dazu wird dann die ganze Energie dazu verwendet um seitenlange Situationen darzustellen das es im Moment nicht möglich ist

    Meine Absicht war, meine bisherige Erkenntnis in Worte zu fassen und meinen IST-Zustand zu beschreiben.

    Auf deutsch: Ich habe kapiert, dass es krank ist mehr auf die Bedürfnisse anderer zu achten statt auf meine Bedürfnisse zu achten. Dieses Verhalten kann ich jetzt öfter als früher vermeiden. Das funktioniert aber nicht immer, weil ich noch in alten Verhaltensmustern drinstecke. Ich bin noch unsicher.

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    anstatt sich seitenlange Gedanken zu machen es umzusetzen.

    Ich bin hier in einem öffentlichen Bereich. Wie soll ich da konkret werden? Ich habe mich zwischenzeitlich dazu entschlossen, in den geschlossenen Bereich zu wechseln, da kann ich dann offener schreiben.

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    Ist das eine Form der CO Krankheit die es nicht zulässt einen Weg ohne Hindernisse zu sehen?

    Du kennst einen Weg ohne Hindernisse? Jetzt bin ich echt neugierig.

    Ich mache jetzt meine 3. (!) Therapie, tue alles was mir einfällt um gesund zu werden - sorry aber da sind jede Menge Steine.

    Meine wichtigsten StolperSteine:
    -ich habe Schwierigkeiten mit meinem Selbstvertrauen (ich arbeite dran)
    -ich habe psychosomatische Symptome und versuche mit Profi-Hilfe, davon wegzukommen
    -ich schleppe noch Verhaltensmuster aus der Vergangenheit mit mir herum, die ich erst mal erkennen und dann in mühevoller Kleinarbeit durch neue Verhaltensmuster ersetzen will.
    -ich bin nicht objektiv. Ich kann mein Verhalten nicht immer richtig einschätzen und brauche das Feedback von anderen, wie hier im Forum.

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    Natürlich braucht jeder solange er braucht. Aber wenn ich was brauche dann ist das wiederum auch sucht verdächtig.


    Jeder Mensch hat Bedürfnisse. Wenn ich keine Bedürfnisse mehr habe bin ich tot.
    Ich vermute mal, dass du damit gemeint hast, dass man sich von irgendwas oder irgendwem abhängig macht. Also z.B. der Alkoholiker kann nicht ohne den Alkohol oder der Co-Abhängige kann nicht ohne den Hilfsbedürftigen/Süchtigen existieren.

    Das Problem ist meiner Ansicht nach nicht, dass ich Bedürfnisse habe. Mein Problem ist, meine Bedürfnisse richtig zu deuten.
    Ich brauche Wasser, Nahrung, ein Dach über den Kopf, Gesellschaft und Anerkennung. Letzeres ist der Knackpunkt. Die Anerkennung kann ich mir zur Not auch selbst geben, ich ziehe aber (noch) die Anerkennung von außen vor, was zugegebenermaßen ein Problem ist, das ich noch lösen muss.

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    Denn das wäre ja ausharren wenn es ohne Umsetzung geschieht.

    Das stimmt, wenn man nur jammert und stehen bleibt. Ich versuche mit Profihilfe meine Steine aus dem Wegzu räumen, damit ich irgendwann mein Ziel, gesund werden, erreiche.

    Freilich kann man versehentlich einen UmWeg wählen der unnötig viele Hindernisse enthält, so dass man sein Ziel nie erreicht. Ich vermute, dass du das gemeint hast?

    Hallo Melinak,

    wie gehst du heute mit deinen Gefühlen um, wenn diese zu stark werden, wie grenzt du dich heute ab, besonders im privaten Bereich ?

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    wichtig ist zu lernen damit umzugehen.
    gelehrt hab ich das ja im beruflichen, konnte es ja gut, das konnte ich dann für mich auch im privatem umsetzen

    Mich würde interessieren, welche Strategien du hast.

    Hallo Georgina,

    ich bin ein sehr feinfühliger Mensch und habe auch oft Stimmungsschwankungen.

    Der eine Mensch hat eine dicke Haut und kann z.B. auf eine Intensivstation gehen ohne dass sich an seiner Stimmung was ändert, ein feinfühliger Mensch ist oft schon beunruhigt wenn er feinste Nuancen an sich oder anderen Menschen wahrnimmt, dass irgendetwas nicht stimmt.
    Jeder Mensch ist individuell und diese Unterschiede sind etwas Natürliches.

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    unruhig und als ich das gemerkt hab ging es mir aufeinmal auch schlecht und als ich zuhause war wurde ich aufeinmal auch total unruhig und war richtig am zittern


    Hast du gemerkt, was da in dir vorging, welche Gedanken/Gefühle da im Hintergrund am rumoren waren?

    Bei mir ist es so: ich versetze mich stark in die Lage anderer und klinke mich emotional ein, wie ein Gefühlschamäleon. Und wenn ich das nicht bewusst merke und mich rechtzeitig wieder "ausklinke" bevor ich meinen Eigenschutz, meine Energie verliere, dann geht es mir auch schlecht.
    Und dann muss ich mir was einfallen lassen, damit es mir wieder gut geht.

    Beispiel: Ich besuche einen krebskranken Menschen und der erzählt von seinem Leiden. Das halte ich eine Weile durch und dann merke ich - meine Energie wird weniger, ich versetze mich immer stärker in seine Lage. Dann muss ich für mich eine Grenze setzen, mich emotional ausklinken (z.B. indem ich auf die Toilette gehe und eine Entspannungsübung mache) oder den Besuch beenden.

    Wenn ich das nicht mache, bin ich emotional aufgewühlt, denke nur noch an negative Dinge und habe nicht mehr genug Energie übrig, um da schnell wieder in eine Wohlfühlzone zu kommen und mir was Gutes zu tun.

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    ich hoffe das Thema passt hier rein

    Ja es passt teilweise: Feinfühlig zu sein empfinde ich mittlerweile als normal - ich kann mich nicht um 180° drehen, kann nicht gefühllos werden. Ich bin eben ein sensibler und feinfühliger Mensch, das ist eine neutrale Eigenschaft mit 2 Seiten: einerseits kann ich mich gut in Menschen hereinversetzen und diese verstehen. Andererseits bin ich auch schneller überfordert wenn ich meine, dass ich genauso lange in einer Situation bleiben "muss" wie Menschen mit dickerer Haut.

    Trotzdem haben unserer beider Geschichten etwas mit "Co" zu tun.

    Ich z.B. habe das Bedürfnis, anderen Menschen zu "helfen" denen es schlecht geht. Das ist zunächst in Ordnung, so lange ich es damit nicht übertreibe. Allerdings neige ich dazu, es zu übertreiben.

    -Ich bleibe zulange in Situationen, die mich emotional sehr beanspruchen und überfordere mich damit
    -Ich helfe manchmal Menschen, die besser professionelle Hilfe bräuchten, nicht meine laienhafte Hilfe
    -Ich achte manchmal mehr auf die Bedürfnisse anderer Menschen als auf meine eigenen Bedürfnisse

    Wenn man sich selbst überfordert, gibt der Körper irgendwann Warnsignale, erst ganz leise und unhörbar (man fühlt sich "irgendwie unwohl", dann etwas lauter (die Hände schwitzen, das Herz klopft etc.)
    und wenn man die Signale ignoriert, schaltet der Körper auf noch lautere Warnsignale, die lassen sich dann nicht mehr ignorieren (z.B. starkes Unwohlsein, Händezittern etc.).

    Ich kenne diese Symptome. Ich war gestern in einem Vorstellungsgespräch, wo man mich mit 3 Personen gleichzeitig ausgefragt hat - Stressfragen. Erst ging es mir gut. Dann merkte ich, dass ich mich unwohl fühle. Dann Herzklopfen, schwitzige Hände.

    Als ich heimkam habe ich vor Stress gezittert, musste mich in ein dunkles Zimmer legen und musste plötzlich heulen weil mir so übel war .
    Nach eine Stunde hatte ich mich beruhigt und habe ich mich aufgerafft zum Sport. Da habe ich dann den restlichen Stress abgebaut und hinterher war ich wieder das blühende Leben, also keine Spätfolgen ;)

    Worauf ich aufpassen muss:

    -dass ich die Warnsignale meines Körpers rechtzeitig wahrnehme
    -dass ich sofort, wenn ich mich unwohl fühle etwas für mich tue (z.B. Atemübungen machen oder wenn das nicht hilft auf die Toilette gehen und Entspannungsübungen machen)

    -dass ich mutig mich Stressituationen aussetze, die positiven Stress bedeuten (z.B. mal ein kleines Risiko eingehen) damit ich mich ein wenig "abhärte" und meine Fähigkeiten trainiere, mit Stress umzugehen
    -aber es vermeide, zu lange in Stresssituationen zu verweilen und rechtzeitig eine Pause machen, bevor ich völlig fertig bin. Pausen sind für mich das A und O. Keiner ist sauer, wenn ich mal zwischendurch eine 5-MinutenAuszeit brauche, lieber früh und rechtzeitig als zu spät.

    -dass ich ein wenig mehr auf meine Bedürfnisse achte als auf die Bedürfnisse meiner Mitmenschen. Keiner hat was davon, wenn es mir schlechtgeht.

    Was das Thema "Co" angeht:

    Früher habe ich die Bedürfnisse anderer als wichtiger eingeschätzt als meine eigenen, habe also Raubbau mit meinen Kräften betrieben.
    Ich dachte - ach, es geht so vielen Menschen schlecht, ich muss tun was in meinen Kräften steht, soviel ich kann, damit das besser wird. Das war allerdings zuviel, ich habe vor lauter Sorge um diese Menschen nicht mehr genut an meine Bedürfnisse gedacht, geschweige denn mich genug um meine Bedürfnisse (z.B. mir auch mal Freude zu gönnen) gedacht. Was haben diese Menschen davon, wenn es mir dann auch noch schlechtgeht?

    Ich gehe weiterhin Menschen besuchen, die krank sind, achte aber auf meine Körpersignale und nehme mir direkt eine "Auszeit" wenn mein Körper sich leise meldet, und wenn es nur 5 Minuten sind.
    Und hinterher, nach dem Besuch, tu ich mir was Gutes - Enspannungsübungen, Bewegung o.ä. um Stress abzubauen.

    Ich hoffe, dass ich dir damit ein wenig helfen konnte, mir geht es gerade prima und teile gerne meine Energie ;)

    Hallo Naschwaffel,

    ich kann mich ein wenig in dich reinversetzen, ich kenne mehrere Menschen, die sich selbstzerstörerisch verhalten und habe versucht, diesen Menschen zu helfen.

    Es ist zwar möglich, andere kurzfristig, vorübergehend zu ihrem Glück zu zwingen, das hat aber gravierende Nebenwirkungen:

    -wenn es sich um eine Sucht handelt, kann sich die Sucht verschieben. Denn Sucht ist oft nur ein Hilfeschrei der Seele und wenn der Seele nicht professionell geholfen wird (Therapie) schreit sie eben in einer anderen Sucht weiter, z.B. von einer nichtstofflichen Sucht zu Alkoholsucht und von der Alkoholsucht zu einer anderen Sucht.

    -wenn man in einer engen Beziehung eine Rolle einnimmt "ich weiß was dir gut tut, ich weiß mehr als du und ICH WILL, dass DU DICH änderst" schlüpft man entweder in eine Elternrolle oder in eine Therapeutenrolle (nebenbei tötet das die Liebe).

    -wenn man sich als Laie als Therapeut versucht, überfordert man sich.
    Ich habe das gemacht! Das Ergebnis war, dass ich erhebliche gesundheitliche Probleme bekommen habe und selbst behandlungsbedürftig war anschließend.

    Andere wirklich zu ändern geht leider auch mit viel Liebe nicht, ich habe es versucht und es lag nicht an mir dass das nicht geklappt hat sondern an der Natur der Dinge: man kann nur sich selbst ändern.

    Ich bin immer noch hier, weil ich mich dauernd dabei ertappe, dass ich nach Wegen suche wie ich doch noch helfen kann. :?
    Zum Beispiel will ich gerne Menschen ändern indem ich verharmlose was ich tue. Dann sage ich mir z.B. - ok ich nehme keine Eltern-/Therapeutenrolle ein, sondern stelle legitime "Bedingungen" damit ich mich in der Beziehung wohlfühle. Das geht zwar, ist aber grenzwertig. Sobald ich Druck ausübe, bin ich wieder in der "ich bin besser wie du" Rolle drin, sobald ich unbedingt WILL dass der andere sich ändert bin ich auch drin. :(

    Das fällt mir immer noch schwer. Ich denke immer noch "ich WILL dass der ANDERE was ändert!! Und dann muss ich mich bremsen und mehr auf mich schauen, was kann ICH denn tun, damit es MIR gut geht.
    Das ist der Weg. Was tut mir gut, was kann ich an mir ändern, damit es mir gut geht, wie kann ich mich abgrenzen.

    Ich habe mich auch oft traurig und einsam gefühlt, siehe mein Thread, bist eingeladen ihn zu lesen ;) Mittlerweile geht es mir besser.

    Hallo Emma,

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    Ich glaube, es ist eigentlich eh unsinnig, wenn ich an der Liebe von XY zu mir solche Zweifel habe. Das würde alles was er bisher für mich getan hat und meiner Wahrnehmungen widersprechen. Mal genau betrachtet, kann man überhaupt von jemanden nach einer zerrütteten Beziehung und nach 10 Monaten Trennung, dann noch eine Liebeserklärung erwarten?

    Liebesgefühle sind für mich nur an zwei Bedingungen geknüpft: Gegenliebe und Respekt. Ich habe meinen alkoholkranken Vater bedingungslos geliebt. Ich liebe auch Menschen, die mich verletzt haben, wenn sie es aufrichtig bereuen und sich JETZT respektvoll mir gegenüber verhalten, Ich halte dann aber eine GESUNDE DISTANZ (!).

    Ich erwarte Respekt. Ich halte Distanz, wenn kein Respekt gewährleistet ist, weil ein Mensch zu krank ist um diesen zu gewährleisten.

    Ich sorge für mich.
    Ich kümmere mich ein Quentschen mehr um meine Bedürfnisse als um die Bedürfnisse anderer (gesunder Egoismus).

    Ich besuche kranke Menschen und verbringe Zeit mit ihnen. Danach ziehe ich mich wieder in eine für MICH zuträgliche Umgebung zurück, in der gewährleistet ist, dass es MIR gut geht.

    Hallo an alle!

    Ich bin NICHT mehr traurig. Ich habe Hoffnung.

    Ich stehe am Anfang eines Weges. Der Weg ist steinig, aber die Luft ist klar und die Sonne scheint. Das Ziel ist noch nicht zu sehen, liegt noch im Frühnebel verborgen, doch ich bin voller Hoffnung. Ich gehe vorsichtig vorwärts, in meinem Tempo, lasse mich von niemandem unter Druck setzen.

    Ich setze meine Fähigkeiten ein und tue das, was in diesem Augenblick richtig für mich ist. Wenn es nötig ist, mache ich eine Pause und genieße die Landschaft links und rechts des Weges, bleibe jedoch auf dem Weg.

    Wenn ein großer Stein auf dem Weg liegt und ich die Hilfe anderer brauche um den Weg fortzusetzen überlege ich, was von mir erwartet wird als Gegenleistung und ob ich bereit bin diese Gegenleistung zu erbringen. Ich verhandle, um faire Bedingungen zu erreichen, so dass ich in keine Abhängigkeit gerate. Wenn man mir unfaire Bedingungen aufzwingen will, weigere ich mich und suche einen anderen Weg oder suche jemanden, der mir unter fairen Bedingungen weiterhilft.

    Wenn ich sehe, dass ein Mitmensch sprachlos, erchöpft und überfordert vor seinem Stein sitzt und seinen Stein jetzt nicht aus dem Weg räumen kann, überlege ich, ob derjenige nicht einfach nur eine Ruhepause braucht. Vielleicht kann er nach einer Pause SEINEN Stein selbst aufheben. Ich frage ihn also, ob er Hilfe braucht. Wenn er nein sagt, lasse ich es gut sein. Er ist noch nicht bereit. Wenn er ja sagt, sage ich ihm, wo er Hilfe findet.

    Wenn ein Mitmensch mich aktiv anspricht und mich klar und deutlich um Hilfe bittet, auf SEINEM Weg SEINEN Stein wegzuräumen, überlege ich, ob ich die Richtige bin für diese Aufgabe. Habe ich genug Kraft dafür? Kann ich nach der Hilfeleistung zu MEINEM Weg zurückkehren und habe noch Kraft übrig um auf MEINEM Weg weiterzugehen, oder wäre ich dann zu erschöpft? Vielleicht reicht es aus, wenn ich dem Hilfebedürftigen sage, wo er Profi-Hilfe findet.

    Wenn ich fühle, dass ich genug Kraft und Freude übrig habe, die ich teilen möchte und ich mir sicher bin, dass ich noch genug Zeit und Kraft übrig habe, um später meinen eigenen Weg wieder zurückzugehen, kann ich dem erschöpften Menschen Gesellschaft leisten, solange wie es für mich in Ordnung ist.

    Ich achte auf meine Bedürfnisse. Wenn ich merke, dass meine Kräfte nachlassen und ich zu meinem eigenen Weg zurück möchte, verabschiede ich mich, auch wenn der Mensch weiterhin Hilfe braucht. Ich sage ihm wo er anderweitig Hilfe findet und dass ich jetzt für mich selbst sorgen muss. Ich bin nicht verpflichtet, dem Bedürftigen zu helfen, wenn er andere Möglichkeiten hat, sich helfen zu lassen.

    Ich achte auf meine Bedürfnisse und darauf, immer wieder rechtzeitig meinen Weg wiederzufinden.

    Wenn ich meine Kräfte falsch eingeschätzt habe und selbst erschöpft bin mache ich eine Pause, ruhe mich aus und gönne mir Freude. Wenn ein zu großer Stein auf meinem Weg liegt und ich Hilfe brauche, suche ich mir Hilfe. Wenn ich auf "Helfer" treffe die sich größer machen als ich es bin und mir meine Freiheit nehmen suche ich lieber einen anderen, sicheren Weg.

    Ich achte auf meine Bedürfnisse. Ich gönne mir Ruhe, Freude, die Gesellschaft anderer Menschen. Ich achte auf gegenseitige Hilfe. Ich grenze mich ab gegenüber Menschen, die meine Grenzen nicht respektieren. Ich achte selbst meine Überlastungsgrenzen. Ich höre auf die Signale meines Körpers und tu mir selbst gut.

    Es ist ein steiniger Weg. Doch ich bin mir sicher, dass ich es schaffe.

    Einen schönen Tag für euch :)

    Hallo Paddy,

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    Habe dann nur kurz gesagt, dass es Suchtberatungsstellen gäbe und er eine Entgiftung machen könne, also erstmal zum Arzt gehen sollte. Er ist nämlich auch eher so ein Typ, der das dann alles auf eigene Faust versucht, sprich kalter Entzug. Ja, vieles kreist ihm im Kopf und er braucht seine Zeit.
    Ich glaube das war jetzt ne gute Lösung, ein kurzes knappes sachliches Gespräch.

    Freut mich für dich, dass das so gut gelaufen ist! Noch mehr zu machen, wäre meiner Erfahrung nach zuviel. Es liegt jetzt an ihm das Beste aus der Situation zu machen, nicht mehr an dir.

    Alles Gute für dich!

    Hallo Gotti,

    von mir auch alles Gute!

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    Bin froh über jedes In-den- Arm-nehmen

    Ich schicke dir "telepathisch" Energie rüber :wink: und ein wenig Muße / Entspannung wünsche ich dir auch.

    Es tut mir gut, hier im Forum zu schreiben und wenn ich Energie übrig habe, teile ich die gerne. Werde mich jetzt gestärkt an meine Hausarbeit machen - machs gut, tu dir gut... :)

    Hallo Paddy,

    ja, ich grüble viel. Ich werde mir deinen Rat zu Herzen nehmen und versuchen, zeitlich begrenzt -dafür dann effektiv - über ein Problem nachzudenken und dann was anderes machen. Danke. :)

    Dass ich so traurig :( bin hat einen anderen Grund. Ich stecke momentan in einer Situation, die ich nicht alleine lösen kann, habe viele Ziele die nur langfristig zu erreichen sind und habe wenig Erfolgserlebnisse. Außerdem mache ich mir zuviel aus Kritik und demotiviere mich selbst wenn von außen zuwenig Anerkennung kommt.

    Habe mir jetzt folgende Lösungen überlegt:
    1) Das Problem, das ich nicht alleine lösen kann versuche ich mit Hilfe einer Beratungsstelle zu lösen
    2) Die fehlenden Erfolgserlebnisse werde ich kompensieren, indem ich mir ein neues Hobby suche und dort mal wieder Glück erleben kann :)
    3) die Ziele die nur langfristig zu erreichen sind unterteile ich in Etappenziele und belohne mich selbst mit einer Kleinigkeit
    4) Ich überlege mir, wie ich mich gegen meine eigene DE-motivation :( bei berechtigter Kritik schützen kann.

    Mit unangebrachter Kritik komme ich klar, dagegen kann ich mich wehren.
    Am schlimmsten ist für mich, wenn ich nur eine Kleinigkeit falsch gemacht habe und werde dann von jemandem vor anderen Menschen "öffentlich" und überzogen kritisiert :( Da fehlen mir - auch aus Höflichkeit, weil ja noch andere Menschen dabei sind - oft die Worte :?
    Das ist mir in letzer Zeit ziemlich oft passiert. Ich wüsste schon einiges mit dem ich da zurückschießen könnte, aber das will ich dann auch nicht.
    Der Kritikkern war ja berechtigt, bloß die Verpackung war verletzend.
    Dass ich mich da verletzt fühle, ist ja eigentlich mein Problem, bin da zu empfindlich :oops: . Ich kenne ein paar Techniken mit denen ich mich da "immunisieren" könnte, aber die kosten viel Energie. :?

    DAS ist mein Teufelskreis: Ich brauche viel Energie um mich zu schützen und zu motivieren, komme nicht in die Gänge, bin schnell erschöpft, bereite mich nicht richtig vor, werde kritisiert weil ich nicht richtig vorbereitet bin, bin dann wieder demotiviert. Und dann geht alles wieder von vorne los. :(

    Hallo,

    habe gerade festgestellt, dass entgegen meinen Befürchtungen alles ok ist.

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    ...Anruf bekommen, eine Ankündigung ...ich befürchte aber dass an Verhaltensmuster aus der Vergangenheit angeknüpft wird.

    Was ich echt anstrengend finde, ist mein Gefühlsleben. Ich flippe innerlich aus wenn ich irgendwas Negatives befürchte.

    Klar kann ich dann Körperübungen machen und so, trotzdem finde ich es anstrengend. Ich muss mich dauernd ausruhen und Entspannungsübungen machen oder mich bewegen oder sowas.

    Das kostet mich total viel Zeit und Kraft und ich komme zu nix anderem mehr... Ich kriege meinen Haushalt nicht mehr auf die Reihe, weil ich dauernd mit meinem Gefühlsleben beschäftigt bin...

    Hallo an alle,

    mir geht es etwas besser, habe gerade mit einem netten Menschen telefoniert.

    Immer noch fühle ich mich einsam und unglücklich. Ich habe ein Perfektionismusproblem, will alles RICHTIG machen.
    Ich wünsche mir eine heile Welt, möchte dass sich alles "richtig" und gut anfühlt und dass ich nix falsch mache und nicht kritisiert werde und jeder zufrieden mit mir ist.

    Theoretisch weiß ich dass das nicht geht, aber meine Gefühle schlagen Salto, wenn keine Harmonie da ist.

    Wem geht es ähnlich?

    Hilfe...

    Gerade habe ich einen Anruf bekommen, eine Ankündigung dass eine Person, die mir nahe steht, etwas tun will, was mir missfällt. :? Was diese Person tun will ist als Einzelfall betrachtet in Ordnung. :!: Ich befürchte aber dass an Verhaltensmuster aus der Vergangenheit angeknüpft wird. z.B. Auffrischen von unguten Verhaltensmustern oder Auffrischen von Bekanntschaften die "nicht gut tun". Muss nicht sein, ist aber möglich. :?

    Schuldgefühle - bin ich schuld daran, dass die Person das tut? Erstens muss ich heute abend arbeiten und kann nicht mit der Person zusammensein (Langeweile wurde als Auslöser angegeben) zweitens gab es in letzer Zeit viel Stress, auch weil es mir nicht gut geht - will die Person mal "Urlaub" von mir haben? . :(

    Ich werde nix sagen, nix tun - aber meine Gefühle fahren mal wieder Achterbahn. :oops:

    Hallo,

    hier wie versprochen mein positiver Vorsatz:

    Ich akzeptiere alle Menschen mit ihren Stärken und Schwächen, so wie sie sind.
    Ich akzeptiere mich mit meinen Stärken und Schwächen, mag mich so wie ich bin und sorge dafür, dass meine Fähigkeiten wachsen.
    Ich akzeptiere, dass ich nur mich selbst ändern kann.

    Es hört sich schön an, ist aber auch hart.

    Hallo Paddy,

    ich kann deinen Gedankengang nachvollziehen, "anderen etwas auf den Weg geben wollen"

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    Zum Beispiel, wenn mein Kind einen wirklich groben Fehler macht und glaubt, dass er im Recht ist würde ich zumindest ihn drauf aufmerksam machen.


    Das ist der Punkt. Ein Kind braucht einen Erwachsenen, der führt, Fehler aufzeigt etc. Erwachsene müssen das selber machen. Jeder hat einen "blinden Fleck" und ist mal gefühlsverwirrt. Kaum ein Erwachsener ist wirklich "objektiv" und sieht genau, was passiert. Früher bin ich hingegangen und habe jedem der nicht bei "1-2-3" in Sicherheit war Tipps gegeben, blinde Flecken aufgezeigt etc. Es fällt mir immer noch schwer, das sein zu lassen (auch hier im Forum).

    Es ist schwer, die Grenze zwischen "legitim helfen" und "zuviel helfen" zu finden.

    Ich ziehe die Grenze bei Erwachsenen Personen, die nicht in akuter Lebensgefahr schweben, folgendermaßen:
    1) Hat mich die betreffende erwachsene Person ganz klar um einen Rat gebeten? (Oder will sie nur Mitleid/Mitgefühl).

    2) Wenn sie ganz klar um Hilfe/Rat gebeten hat: besteht die Möglichkeit, sie an einen Spezialisten zu verweisen (Hausarzt, Beratungsstelle, Telefonseelsorge)?

    3) Wenn die betreffende Person erfolglos bei Arzt/Beratungsstelle war und immer noch um Rat/Hilfe bittet: Besteht die Möglichkeit, dass sie noch nicht soweit war, Hilfe anzunehmen und nur Aufmerksamkeit (Energie) will, weil die Person ein Energieloch hat?

    4) Wenn die betreffende Person
    a) die Möglichkeit hat Spezialistenhilfe anzunehmen
    oder
    b) bei einem Spezialisten war und diese Hilfe nicht geholfen hat
    oder
    c) bei einem Spezialisten war und die Hilfe abgelehnt hat

    warum glaube ich, dass ich der Person besser helfen kann als ein Spezialist?

    5) Wenn ich aus EIGENINTERESSE (weil ICH will dass diese Person sich ändert/ ich diese Person ändern will) dieser Person Energie zukommen lassen will:
    Wieviel Energie brauche ich voraussichtlich, um mein Ziel (die Person verhält sich so wie ICH will) zu erreichen?
    Wieviel Zeit will ich investieren? Pro Tag - pro Woche - pro Monat?
    Wieviel Energieüberschuss habe ich?
    Brauche ich meine Energie für eigene Angelegenheiten, mich selbst/meine Familie? Wieviel Energie kann ich weggeben, ohne selbstzerstörerisch zu handeln?

    Beispiel:
    Ein mir relativ nahe stehender Mensch hatte ein gesundheitliches Problem und ein Alkoholproblem. Ich habe denjenigen gebeten, zum Arzt zu gehen. Hat sich geweigert. Ist schwer krank geworden. War nicht meine Schuld. War aber SEHR schwer auszuhalten.
    Der Person geht es mittlerweile (durch ärztliche Hilfe, die diese ab einem gewissen Punkt selbst gesucht hatte) besser. Ganz ohne meine Hilfe :)

    Das ist bei MIR der Punkt.
    Kann ich es aushalten, wenn ein anderer Mensch noch nicht soweit ist, Hilfe anzunehmen? MUSS ich unbedingt dafür sorgen, dass eine andere Person ihres Glückes Schmied wird, notfalls indem ich ihr die Werkzeuge mit Gewalt in die Hand drücke - vielleicht will sie gar nicht ihr Glück schmieden und will sich nur gemütlich in ihrem Energieloch einrichten und andere bitten ihr Loch mit Energie zu füllen.

    Hallo Renate,

    deine Situation erinnert mich gerade an die Trennung von meinem Ex.

    Ich war so wütend darüber, dass er Schluss gemacht hat, dass ich einen Teil seiner Sachen einfach in die Mülltonne geschmissen habe (da war auch was wertvolles dabei) - würde ich heute nicht mehr machen, aber irgendwie war es schon befreiend. Den Rest wollte ich ihm zurückgeben, das wollte er aber dann nicht (stolz lässt grüssen). Meine Sachen hat er mir dann irgendwann vor die Tür gestellt.

    Zitat

    Ich vermute er ,,kocht,, mich gerade weich.

    Bei mir und meinem Ex gab es hinterher (ohne Alk) auch Spielchen - wer braucht wen? Wer vermisst wen? Wer hat zuerst einen neuen Partner? Ist die neue Situation "besser" als die alte? Wer macht was mit dem Besitz des anderen? Alles schön kompliziert mit bittersüßen Gefühlen vermischt.

    Um bei deinem Bild zu bleiben: Ex-Verliebte kochen auch in Distanz eine gemeinsame "Bitter-Süße-Gefühlssuppe".

    Er kocht mit seinen Gefühlszutaten mit seinen Verhaltenskochkünsten
    und du mit deinen Gefühlszutaten und deinem Verhaltenskochkünsten.
    (Er fordert dich zum Kochtanzduell - da kannst du mittanzen oder dankend ablehnen)

    Wenn ihr jeweils nur "reagiert" könnt ihr ewig weiter "Kochduell" spielen.

    Wenn mich jemand nervt kann ich ganz schön überkochen (siehe Beispiel oben). Mittlerweile habe ich gelernt, mit meinen Emotionen besser umzugehen.

    Wenn mir Gefühle zuviel werden (und das passiert oft!) mache ich eine Pause, Auszeit, tu mir was Gutes.

    Beispiel: Ich rege mich über irgendwas auf, meine Gefühle "kochen über"

    Dann mache ich als Soforthilfe (heiße Suppe abkühlen) erstmal ne Atemübung (nur noch ruhig ein und ausatmen, mich nur noch auf meinen Atem konzentrieren und alles andere ausblenden wie einen schlechten Film).

    Wenn ich wieder ruhig bin, schaue ich nach, was da innen los ist (Suppe verkosten/abschmecken/in einen anderen Topf umgießen/neue Zutaten hinzufügen):

    1. Verkosten: was FÜHLE ich (z.B. Wut)

    2. Abschmecken: was BRAUCHE ich JETZT (z.B. Liebe/Verständnis/Geborgenheit)

    3. in neuen Topf gießen: von wem - von mir, von einer Freundin/Bekannten/Familie?

    3. Neue Zutaten finden: was kann ich mir jetzt SELBST Gutes tun?

    z.B. Atemübungen, Lieblingsmusik hören, Bewegung an der frischen Luft, jemanden besuchen/anrufen der mir zuhören kann.

    Normalerweise hilft mir das. :)

    P.S. Das Suppenbeispiel habe ich gerade erfunden, das mit dem "Kochen" trifft es irgendwie :lol:

    Hallo manupenny,

    willkommen hier im Forum!

    Du hast geschrieben:

    Zitat

    Innerlich bin ich so ausgebrannt. Ich habe langsam keine Kraft mehr.

    Ich habe vor einiger Zeit ein Seminar zum Thema Entspannungstraining +Burnout mitgemacht, deshalb kann ich dir ein paar Tipps geben.

    Burnout ist eine ernstzunehmende Krankheit. Körper + Seele signalisieren: STOP - so geht es nicht weiter

    Erster Schritt/Soforthilfe:
    -Nein zu weiteren "Aufgaben" sagen
    -dem Körper so oft wie möglich Ruhe gönnen
    -zum Hausarzt gehen

    Zitat

    Alles bleibt an mir hängen. Ich wahre nach außen das Bild der glücklichen Familie.

    Zweiter Schritt:
    -Aufhören zu "funktionieren" (du darfst krank sein und dir Ruhe gönnen)
    -Andere um Hilfe bitten, Arbeiten abgeben+ Überlastung abbauen

    Dritter Schritt - wenn du genug Kraft hast um nachzudenken:
    Alltag gesünder gestalten:
    Zeit so einteilen, dass genug Zeit für Erholung bleibt
    Lernen auf Körpersignale zu achten und rechtzeitig Pausen einlegen
    Entspannungstechnik lernen (z.B. Qi Gong oder Autogenes Training)
    Sich selbst Gutes tun, sich selbst wichtig nehmen

    Du hast ein Recht auf deine Gesundheit - und dein Kind hat auch mehr von dir, wenn es dir gut geht.

    Hallo Hartmut,

    Ich habe mich schon vor zehn Jahren, als ich noch bei meinen Eltern wohnte, in einem Buch wiedergefunden, in dem Co-Verhalten beschrieben wurde. Damals war ich unfähig, die Ratschläge aus diesem Buch umzusetzen.

    Ich hatte mir fest vorgenommen, z.B. unabhängig zu sein, alleine in eine eigene Wohnung zu ziehen, alleine zurecht zu kommen etc., aber es GING nicht.

    Der Wunsch war da, aber ein Teil von mir war zu schwach. Da die Erkenntnis zu schmerzlich war, habe ich es verdrängt. Ich kam mir immer TOTAL unabhängig vor. Jederzeit KÖNNTE ich Schluss machen. Alles unter Kontrolle. Ich brauche niemanden. Sofort, wenn ich merke, dass mir eine Beziehung nicht gut tut mache ich Schluss, ehrlich.

    Nun ja - da war mal hie was, dann war mal da was. Kleinigkeiten, das geht doch anderen genau so. Alles im grünen Bereich.
    Dann kams ganz dicke. Macht nix, ich habe die VOLLE KONTROLLE. Ich sorge dafür dass das aufhört, Disziplin ist alles. Und dann wurde ich krank, ab zum Arzt, das hat doch GANZ andere Gründe, such und studier, ach ja die anderen muss ich dann grad mitbehandeln wenn ich schon so viel über Krankheiten weiß. Und mir gings immer noch nicht besser.

    Ist ganz schön schwer, seine eigenen Verdrängungsmechanismen zu durchschauen.

    Der Satz "du bist Co-Abhängig" ist nie gefallen, auch nicht in den Therapien die ich hatte. Da haben immer andere Probleme im Vordergrund gestanden: Selbstwertprobleme etc.

    Um noch mal auf deine Frage zurückzukommen:
    Es kommt darauf an, wer mich auf meine Probleme anspricht.
    Hier in der geschützten Gruppe kann ich es zugeben, im engen Verwandten/Freundeskreis auch noch. Aber sobald ich auf Gesprächspartner treffe, denen ich unsicher gegenüberstehe, wo ich Angst vor Kritik habe etc würde ich es nicht zugeben.

    Hallo Emma,

    Ich picke mal ein paar Dinge raus, die mir aufgefallen sind:

    Zitat

    nur Chaos - im ganzen Haus kein WC-Papier - Messi-Bude - überall leere Flaschen.


    Wieviel Energie kannst, willst du da investieren?
    -alleine um das Haus kümmern
    -einen Menschen pflegen, der glaubt nicht krank zu sein

    Wieviel Energie bleibt für dich selbst übrig?


    Zitat

    Ich denke, dass ich ihn auch gezielt nochmal fördern könnte.
    Weil er willig ist, dieses und jenes zu tun, wenn ich ihm sag wie.

    Welche Rolle übernimmst du damit?

    Etwas Ähnliches habe ich auch versucht. Eine mir nahestehende Person hat sich falsch ernährt und ist krank geworden, da hab ich gemeint ich muss ihm sagen, wie er es richtig macht. Hat sogar was genutzt. Dafür haben wir uns dauernd gestritten. Mittlerweile habe ich eingesehen, dass das so nicht geht.

    Ein erwachsener Mensch muss selbst herausfinden, was gut für ihn ist.
    Statt einem gesunden: ich bin ok - du bist ok! habe ich so getan, als wäre ich besser, wissender als er und habe ihm vorgeschrieben was er zu tun hat. Klar, ich habe gedacht, das würde ihm gut tun, ich würde ihn damit vor einer Krankheit retten.

    In Wirklichkeit habe ich nicht IHM gut getan, sondern mir, weil ich mich besser gemacht habe als ich bin.
    Mein Selbstwertgefühl war nicht stark genug. Ich habe es nicht ausgehalten, ihn so zu lassen wie er ist. Ich habe meine Nerven beruhigt, habe die Kontrolle übernommen, damit ich mich nicht so hilflos fühle.
    Das hat prima funktioniert - für mich. Ich hatte die Illusion, alles unter Kontrolle zu haben, mich und die kranke Person und die Krankheit.
    Es ist manchmal schwer auszuhalten, wenn jemand krank ist. Ich kann richtig Schmerzen empfinden wenn jemand krank aussieht.

    Wichtig: Das ist dann keine uneigennützige Hilfe für den anderen - man "hilft" sich da selbst. Man bekämpt die eigenen Gefühle und die Hilflosigkeit indem man die Starke spielt. Man kann sich wunderbar lebendig und aktiv fühlen, immer in Aktion. Und wenn man keinen Erfolg hat, hat es nicht an einem selbst gelegen sondern an dem Kranken, besser geht es nicht mehr.

    Seit ich anderen nicht mehr vorschreibe, was sie zu tun haben stelle ich folgende Wirkung fest:
    Es kommen viele Gefühle hoch. Einsamkeit, Schmerz, Traurigkeit, das Gefühl hilflos zu sein.

    Diese Gefühle und die Hilflosigkeit musste ich erstmal lernen auszuhalten.
    Das war echt schwer und ich knabbere da immer noch dran.
    Es ist einfacher - AKTION zu machen, dann ist man abgelenkt und muss sich nicht mit sich selbst befassen.

    Aber es lohnt sich, mal in sich selbst hineinzuhören: was brauche ich eigentlich, was sind meine Bedürfnisse hinter meinen Gefühlen?
    Brauche ich Liebe? Von wem ? Kann ich mir selbst Liebe geben, mag ich mich? Wenn nicht, was kann ich tun, damit ich mich mag?
    Brauche ich eine Aufgabe, Sinn? Was könnte das sein, was kann ich gut? Wie kann ich mich selbst verwirklichen, ohne andere Menschen zu bevormunden?
    Mir hat die Beschäftigung mit folgenden Themen geholfen:
    Selbstachtung,
    Selbst-Empathie (lernen mit den eigenen Gefühlen aktiv umzugehen),
    Selbst-Wert.

    Danach: Atemübungen und Achtsamkeit:
    mich selbst spüren, wie geht es mir in diesem Augenblick, was kann ich tun um mich gut zu fühlen, nur für mich.

    Du entscheidest ganz alleine, was du willst. Ob du das tust, was DIR ganz alleine gut tut oder dich dafür entscheidest einen Umweg zu gehen.

    Hallo Molly,

    Zitat

    ich weiß auch das jeder anfang schwer ist, aber es lohnt sich. nur leider sehen es andere für sich selber nicht.

    Lange Zeit wollte ich unbedingt, dass andere Menschen sich ändern.
    Dann habe ich begriffen, dass ich mit meinem Willen nichts ausrichten kann. Da habe ich mich hilflos und traurig gefühlt.

    Ich konnte anerkennen, dass die Welt unvollkommen ist und ich daran nichts ändern kann, aber ich konnte das Leben nicht wirklich genießen.

    Dann habe ich begriffen (danke an Linde) dass ich wählen kann. Es MUSS mir nicht schlecht gehen, wenn es anderen schlecht geht. Ich kann wählen. Ich kann mich dafür entscheiden, für mich selbst zu sorgen und genau das zu tun, was mir jetzt gut tut.

    Ich dachte, ich MUSS für andere möglichst oft und lange da sein, wenn es ihnen schlecht geht. Muss ich aber nicht. Ich kann jederzeit gehen (den Raum verlassen) und etwas für mich tun.

    Und ich habe begriffen, dass ich das Leben trotzdem schön finden kann. Ich kann die Welt schön finden trotz ihrer Unvollkommenheit.
    Ich mag mich selbst, weil mein innerster Kern unantastbar ist und immer in Ordnung ist, egal was ich tue. Wenn ich Fehler mache sind das erlernte Programme, die ich mir wieder abtrainieren kann.
    Das berührt mein innerstes Wesen nicht. Ich kann dann versuchen, mit mir selbst in Kontakt zu kommen, mit Körperarbeit (Atemübungen, Tanz, Bewegung etc.) und dann fühle ich mich wieder wohl.

    Wenn es mir dann gut geht und ich Energie übrig habe (was übrigens jetzt gerade der Fall ist, sonst würde ich dir nicht schreiben) kann ich mein Glück mit anderen teilen. Es ist meine Entscheidung, ich entscheide wieviel Energie ich anderen schenke und wieviel ich für mich brauche.
    Und es ist in Ordnung, wenn ich mal nur an mich denke, wenn ich das Bedürfnis habe, mir selbst gut zu tun.

    Ich wünsche dir alles Gute!

    Hallo Emma,

    Zitat

    Biite, bitte, ich muß freundlich und sachlich bleiben, kann ich das überhaupt???

    Es ist prinzipiell möglich - das ist das Thema mit dem ich mich momentan beschäftige. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und reagiere fast immer gefühlsmäßig auf meinen Alltag, aber mit ein paar Techniken ist es möglich ruhig und gelassen zu bleiben.

    Vorgestern hatte ich und noch eine Person einen schlechten Tag und wir haben uns wegen einer Kleinigkeit plötzlich Vorwürfe gemacht. Ich habe mich dann daran erinnert, was Linde mir geschrieben hat, dass sie Atemübungen macht im Falle des Falles.

    Ich habe also tief Luft geholt, lange ausgeatmet, nix mehr gesagt und 2 minuten lang ganz ruhig ein und ausgeatmet.
    Und bevor ich was Falsches sagen konnte habe ich mich daran erinnert, dass Vorwürfe nix bringen, also habe ich nur das allernötigste gesagt: nein, ich möchte nicht. Ich brauche Zeit für mich. Das geht jetzt nicht. Wir reden ein andermal über das Thema usw.

    Die andere Person war dann erstmal sauer, hat ihrem Zorn Luft gemacht, das war dann zwar unangenehm, war aber auszuhalten. Vorallendingen hat mich die Person dann in Ruhe gelassen.

    Später, als der Zorn verraucht war, konnte ich dann ganz sachlich mit der Person das Problem klären und alles war wieder prima. Der Clou ist - der Zorn muss erst mal abgebaut werden. Wenn man wütent ist, kann man nicht klar denken, dann funktioniert Diskutieren nicht so wirklich.

    Also erstmal ne Auszeit nehmen, am besten den Raum verlassen, aufs WC gehen und dort entspannen oder einmal um den Block laufen oder so.
    Danach kann man wieder zusammen reden.

    Ich hatte mal einen Chef, der war Choleriker. Mit dem konnte man auch nicht mehr reden wenn er ausgeflippt ist. Ich bin dann raus und hab gewartet, bis er sich beruhigt hat und dann konnte ich wieder mit ihm reden, hat wunderbar funktioniert.

    Kopf hoch, du schaffst das schon :)