Beiträge von co-Elfi

    Hallo Desparates,

    Zitat: >Ich definiere Mitleid und Mitgefühl anders als Du.
    Mitleid --> von Mit-LEIDEN
    Mitgefühl --> Mit-Fühlen.

    Deine Definition ist korrekt, schließt meine Definition nicht aus.


    - edit, bitte keine Texte aus dem Internet hier einstellen, auch keine Links, danke, Linde

    Hallo,

    >was ist der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl? ...Nach einer Weile war aber klar, dass ich es nicht erklären konnte,- weil genau das mein Problem ist. Sich verantwortlich zu fühlen, beschützen zu wollen, nicht als Gefühl der Zugehörigkeit, sondern als reflexhafte Handlung.

    Gemeinsam Mitleid / Mitgefühl: Ich sehe ein Lebewesen und denke, dass ich seine Gefühle nachempfinden kann.

    Mitleid: Ich bin mächtiger als du. Ich sehe dein Leid und vieleicht helfe ich dir. Vielleicht leide ich in Gedanken mit dir und helfe dir, vielleicht auch nicht
    Beispiel: Ich habe Mitleid mit einem Bettler und schenke ihm Geld.
    Ich habe Mitleid mit einem kranken Kind und pflege es.
    Einem traurigen Menschen sage ich, ich weiß eine Lösung,
    wenn du xy tust, wird es dir besser gehen.

    Mitgefühl: Ich bin ein Mensch wie du. Ich stehe auf deiner Stufe, bin genauso viel wert wie du. Wir alle sind durch unser Streben nach Glück und Vermeiden von Schmerz verbunden.
    Ich fühle mit dir, bin aber weder besser noch schlechter wie du. Ich habe Respekt vor dir. Du bist ein Wunder der Schöpfung, genau wie ich.

    Beispiel: Ich lebe einen Tag mit Obdachlosen zusammen, unter Gleichen.
    Einem traurigen Mensch sage ich, dass ich verstehen kann dass er traurig ist, etwas Ähnliches ist mir auch schon passiert.
    Einem kranken Menschen erzähle ich, ich war auch schon mal krank, ich kann verstehen wie du dich fühlst.(ohne Ratschläge zu erteilen).


    > weil ich der Leader bin, der Anführer der alles in den Griff bekommt.

    Musst du diese Rolle weiterspielen? Oder kannst du dich ganz anderes geben, eine andere Seite von dir zeigen? Hast du mehrere Seiten, die du zeigen könntest?


    >Ich kann Sie nicht loslassen, weil ich sonst nicht mehr ich bin. >

    Was hindert dich daran, alleine zurecht zu kommen?
    Nehmen wir mal an, du fliegst in Urlaub, dein Flugzeug stürzt ab und du landest auf einer einsamen Insel, nur du und jede Menge essbare Pflanzen und Tiere. Was würdest du tun?
    Nehmen wir weiter an, du findest freundliche Insulaner auf der Insel.
    Würdest du ihre Hilfe annehmen?


    >Stell Dich in meinen Windschatten und ich werde dich durch den Sturm führen. >

    Was ist der Vorteil für dich dabei? Wie fühlst du dich?


    >Aber es ist kein Sturm, sondern eine Weinflasche im Kleiderschrank, die ich nicht verschließen kann.

    Was würde passieren, wenn du dir sagen würdest: ich habe keine Kontrolle über das was passiert?

    >Abends besoffen,- morgens alles in bester Ordnung.>

    Scheinbar in Ordnung?

    >Jahre vergehen, nach der Verzweiflung kommt die Gleichgültigkeit im Gepäck der Bequemlichkeit…>

    Was würde passieren, wenn du etwas für dich tun würdest?

    Ich wünsche dir Klarheit und Kraft, etwas für dich zu tun.

    Hallo Butterflyhigh26

    >Ich dachte immer es würde helfen alle probleme von meinem mann fern zu halten, alles auf mich zu nehmen und blind durch die welt zu rennen. >

    Das heißt, du meinst, deinem Mann würde es helfen, wenn du dich überforderst?


    >meinen mund so weit es geht zu halten, zu zu schaun, bis zum MAG ich und KANN nicht mehr!!! >

    Dein Körper meldet sich, wenn es zuviel wird. Und diese Signale sind wichtig und gesund.

    >weils doch zuviel is, aber mann kanns nicht lassen weil... sonst bricht die vermeindlich noch zu funktionierend scheinende welt gar zusammen,

    Was passiert tatsächlich, wenn du etwas/dich änderst?
    Bricht "alles" zusammen? Oder gibt es Vorteile und Nachteile?
    Was ist vorteilhafter für deine Gesundheit?


    >und mann is ja wieder auf dem aufweg.... nach der predicht nach, dem streit, nach einer woche kalten entzug...bis zum nächsten absturtz.

    Wie geht es dir dabei?

    >einen mann Hielt ich eher für egoistisches a.. als krank, sucht viel für mich nicht unter Krankheit, erst die langzeit folgen, sprich zerose. >

    Sucht ist eine Krankheit, weil man mit Willenskraft da nicht mehr rausfindet (hoffe, die Definition ist richtig). Süchtige sind für gewöhnlich egoistisch (alles kreist um das Suchtmittel). War er vorher schon egoistisch?

    >Ich habe in den letzten jahren immer mehr gemerkt das ich mich nicht mehr selber erkenne wenn ich in den spiegel gesehn hab. absolut unzfrienden und voller selbstzweifel jeden tag die gleichen mühlen gemahlen und funktioniert.>

    Was kannst du für dich tun? Wie wäre es mit einer Therapie?
    Ich mache selbst eine, kann helfen.


    > Erwisch mich immer noch all zu oft dabei anrufe oder ämter zu erledigen die eigendlich nicht meine angelegenheit sind. Denn weg ausn trot wieder ganz raus finden, muss ich erst noch.>

    Rückfälle sind normal, versuche es weiter und such dir Hilfe.

    > Nachdem was ich im forum so gelesen habe glaube ich habe ich auch noch nen langen weg vor mir... >

    Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

    >Muss erst mal verwendung für die neu gewonnene zeit finden. >

    Was hast du früher gerne gemacht?
    Welche Aktivitäten bietet deine Gemeinde an?
    Volkshochschule, Hobbykurse?

    >ich kannte das wort co-abhänig bis vor 6 wochen gar nicht. und in sachen alkohol sucht als krankheit bis dato genau so gebildet.

    Informier dich, hier auf den Hilfeseiten und/oder mit guten Büchern.

    >Menschen die mir vieleicht helfen und die mich vieleicht verstehn kenn ich auch nicht. >

    In den gelben Seiten stehen Selbsthilfegruppen. Über das Stichwort AlAnon findest du im Netz Adressen.

    >Wie bei vielen gibts keine freunde, zu zeitaufwendig, nervig.. >

    Wie wäre es mit einem Sport- oder Hobbykurs? Dann hast du Gesellschaft ohne Verpflichtungen.

    >WENN schonmal ruhe is, möchte man diese geniessen also gräbt man sich ein, Handy aus. >

    Wie genießt du deine Zeit?


    >Zeit vergeht irgendwan kommt man sich dumm vor und meldet sich gar nicht mehr, wechselt evtl sogar die nummer

    Was ist dein Motiv, die Nummer zu wechseln?


    >und verzeifelt fast wenn man am end wieder mit seinen problemen, verantwortung, ängsten usw alleine daheim sitzt >

    Es ist deine Entscheidung. Niemand wird an deiner Tür klingeln und dir Hilfe anbieten, wenn du nicht signalisierst, dass du welche brauchst.

    >und am besten auch noch den kindern die gut gelaunte Mama vorspielt, weil der Papa schonwieder nicht da ist!!!>

    Meinst du nicht, dass deine Kinder langfristig merken, wenn du nicht gut drauf bist?

    Wie wäre es wenn du aktiv etwas für dich tust, sei deines eigenen Glückes Schmied. Nur du selbst kannst dich glücklich machen, kein anderer.

    >Und man sichs eigentlich krass gesagt auch noch selber zu schreiben darf das mann alleine is!!

    Was könntest du tun, um Gesellschaft zu haben? Welche Möglichkeiten hast du?

    >Aber nach aussen... KEINER darf was merken is ja alles Cool.

    Was passiert, wenn ausgewählte Bekannte was merken?

    > Versuche dazu zu lernen, finde aber das man grad am anfang mit nem schlechten gewissen geplagt is, weil man sich nicht sicher is ob man nicht zu egoistish handelt,-ewiges hin und her- normal als co? >

    Typisch für Co. Ich denke immer, ohne mich sind alle anderen aufgeschmissen (bist du ohne mich aufgeschmissen ;)

    >Oder bin in nicht der regelfall?>

    Jeder Mensch ist individuell, Parallelen gibt es aber genug.

    Ich wünsche dir die Kraft, aktiv zu werden um dir selbst Gutes zu tun, dir Unterstützung zu suchen, eine Gemeinschaft zu finden, die dich unterstützt !

    >Sie sieht überhaupt nicht, ein, dass das für uns (meinen Vater, meine Schwester, micht) alles sehr schwer und belastend ist. Sie kann nach eigenen Angaben auch nicht erklären, warum sie trinkt. Sie tut es einfach und streitet es dann ab. Sie steht schwankend vor mir und nuschelt, sie habe nicht getrunken.>

    Es ist eine Krankheit, leider eine die sie alleine durchstehen muss indem du ihr NICHT hilfst.

    >Einerseits möchte ich hier weg, um mich auf meine Prüfungen zu konzentrieren, andererseits fällt es mir schwer, nicht hier zu sein. Ich habe - so lange ich hier bin - immer das Gefühl, noch eingreifen zu können. >

    Also wenn es meine Mutter wäre, würde ich bestimmt nicht wieder zu ihr ziehen um im Notfall präsent zu sein. Ich würde ihr eine Notrufnummer geben und meine Telefonnummer, für Notfälle.

    >Das ist natürlich nicht wahr und ich sollte mich, auf meinen Abschluss konzentrieren, aber da mein Vater zur Zeit auch eher der Ansicht ist, sie machen zu lassen, da es eh nichts bringt, kümmert er sich auch gar nicht..

    Es ist hart. Es kehrt alles um, was wir über Krankheiten gelernt haben:
    "wer krank ist braucht Hilfe und Zuwendung. Je mehr desto schneller wird er/sie wieder gesund"

    Hier ist es leider umgekehrt.
    Je mehr Zuwendung und Hilfe Alkoholiker bekommen, desto mehr verlängert man die Krankheit.
    So lange jemand da ist und den Laden am laufen hält,
    genau so lange können sie sagen: ich trinke nicht, ich bin nicht krank.

    Erst wenn sie merken: ich bin allein, niemand hilft mir, mir geht es dreckig, ich muss jetzt was tun
    erkennen sie, dass sie Hilfe brauchen.

    Lass ihr einfach Adressen da, wo sie sich hinwenden kann und Telefonnummern. Sie ist erwachsen und muss selbst auf die Idee kommen, dass sie zum Arzt muss wenn sie krank ist.

    Noch ein Gedanke:
    Wenn du sagst: ich weiß besser was dir fehlt und was gut für dich ist,
    stellst du dich über deine Mutter, sagst quasi, du bist hilflos und ich bin stark, du bist kleiner als ich.

    Sie ist deine Mutter. Sie ist ihres eigenen Glückes Schmied.

    Ich wünsche dir Gelassenheit und innere Stärke.

    Hallo Angie,

    ich will versuchen dir zu helfen, indem ich dir Fragen stelle.
    Mit etwas Glück findest du eine Antwort, die dir weiterhilft, ich drücke dir die Daumen...

    >Wir sind selbstständig und betreiben einen Einzelhandel in dem nur mein Mann ich und eine weitere Aushilfe stundenweise beschäftigt sind.>
    10-12 Stunden im Betrieb schauen das ich meinen Mann von den Kunden fern gehalten bekomme. (Da bleibt mir nichts anderes übrig da wir nun einmal davon leben)

    Deine Aussage: Es bleibt mir nichts anderes übrig.

    Oft gibt es eine Alternative zu so einer Aussage.

    Gibt es eine Möglichkeit, dass du für 30-60 min den Betrieb verlässt,
    um deine Batterien aufzutanken, spazieren gehen oder so?

    1) Kennst du jemanden, der ab und zu in den Betrieb gehen kann, sagen wir für 30 Minuten, damit du eine Pause machen kannst außerhalb vom Betrieb?

    2) Kannst du die Aushilfe nicht mal für 30 min alleine lassen? Was würde dann passieren?

    3) Was würde passieren, wenn du z.B. ins Krankenhaus müsstest? Würde dann die Firma zusammenbrechen oder weiterexistieren?

    >Im moment steht mir alles bis zum Hals, irgendwie habe ich weder die Kraft noch den Antrieb mehr mich um alles zu kümmern.>

    Was hindert dich daran, deinen "Service" vorübergehend zu reduzieren?
    Hast du schon mal geprüft, ob es in deiner Gemeinde einen Service gibt, der Familien in Belastungssituationen hilft?
    Bei mir in der Gemeinde kann man dann jemanden bestellen, der einem im Haushalt hilft.

    Dein Mann ist krank.
    Willst du den ganzen November für 2 arbeiten?
    Was hat deine Familie davon wenn du davon auch noch krank wirst?

    >Wir haben noch 2 Kidds 14 und 15. die ich derzeit bei meiner Schwester habe. Was allerdings nur so lange geht wie noch Ferien sind.
    Da sie einige Kilometer von uns entfernt wohnt.>
    Hängt es nur mit der Entfernung zusammen? Würde sie die Kinder länger nehmen (für einen weiteren Monat)?

    Prüfe ob es noch andere Möglichkeiten gibt, deine Kinder unterzubringen (vielleicht einzeln) in deiner Familie oder bei Bekannten, denen du dich anvertrauen kannst.

    Oder kannst du vorübergehend ausziehen mit deinen Kindern (Pension, Frauenhaus) für 2 Monate, bis dein Mann die Entziehung machen kann?

    >Dann Abends noch Kiddis, essen kochen, Wäsche waschen, Hund und Katzen haben wir auch die versorgt werden wollen.>

    Tipp: Versuch die Belastung zu reduzieren.

    Beispiel: Auf Vorrat kochen, 1 mal kochen/2 mal essen
    oder 1 x kochen, 3 portionen einfrieren, wenn du einen Gefrierschrank hast.
    Gemüse gibt es mittlerweile "vorgeschnippelt" als Tiefkühlware (ungewürzt).

    Kannst du den Hund nicht vorübergehend woanders unterbringen?
    Nur für 2 Monate? Wer könnte den Hund noch ausführen?

    Könntest du in deinem Bekantenkreis erzählen, dass dein Mann krank und du überlastet bist und Hilfe brauchst?

    Zu jedem Problem gibt es eine Lösung, wer suchet der findet.

    >Für eine kurze Zeit kann man das, aber mittlerweile sind meine "Akkus" einfach leer.>

    Wichtig:
    1) Du bist nicht für alles zuständig
    2) Wenn du arbeiten willst brauchst du Kraft
    3) Wenn du Kraft brauchst, musst du mal Pause machen
    4) Wenn du deine Kraftreserven ausschöpfst, kannst du bald gar nix mehr leisten
    5) Wenn du völlig fertig bist, haben deine Kinder weniger von dir

    Kannst du Schrittchen für Schrittchen die Belastungen reduzieren,
    deine Leistungen auf das Notwendigste reduzieren,
    Hilfe suchen und annehmen?


    Es ist irgendwie alles zu sehr miteinander verstrickt: Betrieb, Familie, Haus....
    Wenn ein Baustein weg genommen wird fällt der Rest auch in sich zusammen.

    Also: Wenn das Haus weg wäre, hättest du auch keine Familie mehr? Oder würden deine Kinder noch zu dir halten?
    Was ist dir wichtiger, dass alles so läuft wie vorher,
    oder dass es dir und den Kindern gesundheitlich gut geht?

    Wie sind deine Prioritäten, was kommt zuerst:
    Kinder, Gesundheit, Familie, Mann, Einkommen, Haus?

    Was ist dir am Wichtigsten?

    >Einerseits will ich nicht mehr so weiter machen, andererseits möcht ich aber auch nicht alles wo wir die letzten Jahre drauf hin gearbeitet haben verlieren.>

    Würdest du tatsächlich "alles" verlieren, wenn ein Teil davon wegfällt?
    Was ist mit deiner Gesundheit, ist die weniger wichtig, wie das was du dir materiell erarbeitet hast?

    >Irgendwie habe ich das Gefühl mich nur im Kreis zu drehen und keinen Meter vor zu kommen.>

    Weisheit: Wenn du willst, dass sich etwas ändert, musst du dich selbst ändern. Niemand kann dir garantieren, dass alles besser wird. Doch jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

    Wenn du nur eine Kleinigkeit änderst, kann sich alles zum Guten wenden.

    Fang irgendwo an, mit einer Kleinigkeit. Was dir am sinnvollsten erscheint.

    Ich wünsche dir Klarheit und Ruhe für dich selbst.

    Hallo Nina,

    >Aber dann kommen Gedanken wie z.B. das mein Partner mir sehr leid tut, ich mein Kind nicht ohne Vater auf wachsen lassen möchte,

    mein Vater war Alkoholiker. Ich kann dir sagen, ich war meiner Mutter echt dankbar, dass sie nicht bei ihm geblieben ist (ich war 3 als sie sich von ihm getrennt hat). Ich konnte ihn regelmäßig besuchen, das war ok für mich.

    Meine Mutter hat dann später noch mal geheiratet, ich hatte dann halt zwei Väter, einen wochentags und einen fürs wochenende.

    > ich ihn doch helfen möchte, vielleicht bessert sich ja doch noch alles>

    Du kannst ihm nicht helfen.

    Sobald du SEIN Problem zu DEINEM Problem machst,
    kann er sich zurücklehnen und es sich bequem machen in seiner Sucht.

    Schütze dich und dein Kind.

    Als ich noch da wohnte haben sie mich geschlagen.

    >Ich würde manches was mir von ihm an den Kopf geworfen wurde von niemanden bieten lassen...>

    Du hast aus Vertrauen deine Grenzlinie geöffnet. Das ist verständlich.
    Versuche, an deinen Grenzen zu arbeiten.

    >Weil man diesen Menschen vertraut glaubt man ihn warscheinlich immer eine Spur breit, wenn er behauptet er hat kein Problem>

    Verständlich. Du gibtst ihm erstmal einen Vertrauensvorschuss, er könnte ja recht haben (auch wenn die Tatsachen dagegen sprechen).

    > daraus resultiert ein Selbstzweifel, weil man selbst ja der Meinung ist, dass er definitiv ein Problem hat. Diese Unsicherheit macht bestimmt sehr manipulierbar.>

    Lerne, dir selbst zu vertrauen, auf deine innere Stimme zu hören.
    Zusätzlich Fakten zusammentragen, um das Bauchgefühl mit Tatsachen zu bestätigen.

    Ich wünsche dir Gelassenheit und innere Stärke.

    Hallo,

    ich weiß, dass in meiner Familie jemand alkoholkrank ist.

    Eine Weile habe ich mich zurückgezogen, bin nicht mehr so oft zu Besuch dort.

    Es fällt nicht auf, wirkt ganz normal (ich weiß, dass es anders ist, ich will jetzt nicht ins Detail gehen, weil hier ein offener Bereich ist).

    Soll ich einfach so tun, als wäre alles in Ordnung? Ignorieren?
    Was ist mit Festen, soll ich ignorieren, wenn auf einmal fröhlich gebechert wird (ich selbst trinke nix). Die anderen Gäste (normal Konsumierende) sind dann ja auch angeheitert.

    Wie verhält man sich da als Familienmitglied, das Bescheid weiß?
    Und wenn kein Wunsch besteht, außerhalb von Festen darüber zu reden?
    Nicht mehr hingehen?

    Hallo Aufbruch,

    > Trotzdem schleichen sich jetzt ab und zu so destruktive Schuldgefühle heran, wie "Ich hab ihn hängen gelassen, allein gelassen, ich hab mich wie ein Dieb in der Nacht davongemacht." Ich weiss nicht woher diese Gefühle kommen, ich weiss sehr genau, der er mich innerlich schon lange verlassen hat. Erziehung? Moral?>

    Manche nennen das den "inneren Kritiker". Schon mal was von der "Teile"-Theorie gehört?

    Das geht so:
    Jede Persönlichkeit besteht aus mehreren Teilen,
    die sich streiten (z.B. soll ich , soll ich nicht)

    inneres Kind (so wie man sich als Kind gefühlt hat) hat Wünsche, ist kreativ, ist aber eher schwach, lässt sich beeinflussen

    innerer Kritiker, der kritisiert alles was man tut (oft mit der Stimme der ehemaligen Erzieher, Lehrer o.ä.), besonders das innere Kind

    Antreiber (Druck, du musst jetzt was tun), kann sich mit innerem Kritiker verbünden (muss aber nicht).
    Trotzdem oft unverzichtbar (sonst würde jeder im warmen Bett liegen bleiben, wenns draußen kalt ist ;)

    liebevolles Selbst (nimmt Kind in Schutz, setzt Kritiker+Antreiber Grenzen).

    Ich wünsche dir ein starkes "liebevolles Selbst"!

    Hallo Pummelfee,

    >ich leide und frag mich immer wieder ob das der richtige weg war.

    Es spielt keine Rolle ob die Entscheidung richtig oder falsch war.
    Wichtig ist erst mal, dass es dir gut geht.
    Du hast das Recht, Grenzen zu setzen.


    >freitag hab ich ihn auf der arbeit gesehen und wurde schwer beleidigt ...
    ich hab im büro nur noch geweint. >

    Könnte es sein, dass das was er gesagt hat, nicht der Wahrheit entspricht und er aus irgendwelchen Gründen was erfindet? Oder dass er Wahrheit und Erfundenes nicht mehr auseinanderhalten kann?

    Versuch, dich zu schützen. Es gibt Literatur, wie du dich vor solchen Angriffen schützen kannst, Selbstbehauptung, Selbstachtung etc.
    Du kannst auch deine Emotionen dicht machen, mit etwas Training,
    ein Panzer-Glas vorstellen, sachlich-objektives Betrachten einer Situation,
    das du hinterher wieder ablegen kannst, wie ein Schutzschild,
    den man mal hervorholt und dann wieder wegsteckt.

    >Ich fühl mich so einsam hab alle freunde wegen ihm aufgegeben. >

    Kannst du die Kontakte nicht wiederauffrischen?

    >ich liebe ihn so sehr und hab angst alles kaputt gemacht zu haben.

    War die Beziehung überhaupt jemals zukunftsfähig wenn er von Anfang an auf Drogen war?

    Ich denke, es ist die allerhöchste Zeit, dass du was für DICH tust.

    Ich wünsche dir Gelassenheit, Tu dir gut.

    Hallo Marinchen,

    >Seit Freitag ist mein Mann wieder zuhause und Sonntag hat er wieder getrunken. ... Montag und Dienstag hat er nicht getrunken und erzählt alles wird gut denn er will ja unsere Ehe retten. Heute komme ich von der Arbeit und mein Mann ist wieder betrunken. >

    >Ich halte das nicht mehr aus. Dieses ganze gelüge die leeren Versprechungen. Warum nur???????????>

    Mal ganz objektiv betrachtet:

    1) Entgiftung
    2) 1-2 Tage clean
    3) Erster Rückfall
    4) 2 Tage clean
    5) 2. Rückfall

    Ich habe nicht viel Ahnung, doch offensichtlich ist er immer noch abhängig.
    Mit Willenskraft (Ehe retten) wird das nix.

    Da muss professionelle Hilfe her, was Langfristiges über mehrere Monate. Oder die Anonymen Alkoholiker für ihn und Al-Anon für dich.

    Genaues weiß ich nicht, schau mal in den Hilfe-Seiten.
    Oder weiß jemand, der dies liest Abhilfe?

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Gelassenheit. Tu Dir gut.

    Hallo Emma,

    >Das mit den Telefonaten ist so eine Sache.
    Ich kann das mit der totalen Kontaktsperre nicht durchziehen, ja genau, weil es mir weh tun würde.>

    Kann ich verstehen. Hatte mal nen Ex-Freund. Der hat erst Schluss gemacht, ich habe den Kontakt gehalten (hielt ihn für die große Liebe). Als klar war, dass er sich mit anderen Frauen verabredet, habe ICH endgültig Schluss gemacht. Später hat er mir dann hinterhertelefoniert, als ich wieder ne Beziehung hatte.

    Ich habe ihm klar gemacht, dass ich ihn gern hatte, aber jetzt ein neues Leben angefangen habe. Und das wars. Ich habe ihm zugehört, ihm aber klar gemacht, dass ich nichts mehr von ihm wollte.

    Wenn ich da nicht einen Schlussstrich gezogen hätte, wäre das immer hin und her gegangen. Eiertanz.

    Was hast du davon, weiterhin den Kontakt zu pflegen?
    Welche Vorteile hast du davon?

    > Und weißt du, ich habe es so so satt, mir weh zu tun, das habe ich lange genug hin genommen. Und ich erkenne auch gar nicht den Sinn dahinter.>

    Kannst du Loslassen?
    Ihm vielleicht ne Notrufnummer geben (Telefonseelsorge o.ä.) und darauf vertrauen, dass er so erwachsen ist, da bei Bedarf anzurufen?

    Oder willst DU seine "Telefonseelsorge" sein ?

    Glaubst du, dass er ohne dich hilflos ist?

    Er ist erwachsen. Für Alkoholiker gibt es viele Hilfsangebote.

    Er braucht dich nicht.

    Brauchst du ihn?

    Was würde passieren, wenn er anrufen würde,
    er lässt sich helfen, ist sicher aufgehoben,
    das wäre sein letzter Anruf, Tschüß.

    Was wäre dann?
    Würdest du dich einsam fühlen?
    Verlassen, nicht mehr gebraucht?

    Oder wärst du in der Lage, loszulassen.
    Zu akzeptieren, dass du machtlos bist.

    Dass er selbst für sich sorgen muss.

    Und was fängst du mit deinem neuen Leben an?

    Welche Träume, wünsche hättest du,
    wenn du ganz frei wärst?

    Ich wünsche dir Klarheit, und die Gabe dir gut zu tun.

    Hallo Myself,

    ich bin der Meinung, dass die besten Antworten die sind, die man sich selbst gibt, deshalb werde ich dir ein paar Fragen stellen. Deine Antworten sind für dich bestimmt (du brauchst die Antworten nicht ins Forum zu schreiben).

    >Er hat sich endlich eingestanden, das er ein Alkoholproblem hat. Kurz nach dem das passierte ist er abgehauen. Er war eine Woche weg und diese Woche war die Hölle für mich.>

    Was genau war schwierig für dich?
    Wie es ihm geht? Wie es dir geht: Einsamkeit? Gebraucht werden? Geliebt werden? Was brauchst du, was kannst du dir selbst geben?

    > Wir sind umgezogen und haben neu angefangen unser Leben zu sortieren. Es lief alles gut. Er hatte einen neuen Job und alles war geordnet.>

    Das heißt, ihm zuliebe hast du dein ganzes Leben umgekrempelt ?

    >Im Moment bin ich beruflich im Ausland und dieser Abstand hat uns beiden gezeigt wie sehr wir uns lieben und brauchen. >

    Bist du sicher? Was genau brauchst du an ihm?
    Welche Eigenschaften an ihm liebst du, welche nicht?

    Kannst du auch alleine sein, geht es dir dann gut?
    Wenn nein, was fehlt dir, wenn du alleine bist?

    >Wir hatten eine tolle Zeit als er mich besuchte und wenn ich zu Hause bin ist es einfach schön.>

    Was genau war schön? (Deine Antwort ist für dich gedacht, nicht für das Forum)

    >Jetzt war ich am Wochenende zu Hause und musste feststellen, dass doch nicht alles so schön ist wie ich dachte.

    Was denn nu, war es schön oder nicht?
    Oder hast du vielleicht nur die Sachen wahrgenommen, die du wahrnehmen wolltest, weil du so voller Hoffnung warst?

    >Ich habe rausbekommen das er doch wie ich schon seid einiger Zeit schon vor dem Auslandsaufenthalt vermutet habe, das er wieder trinkt und lügt. >

    Also hast du was geahnt und dann verdrängt??


    >Noch habe ich ihn nicht darauf angesprochen, was ich nächste Woche wenn ich wieder zu Hause bin aber machen werde. Könnt Ihr mir helden und Tips geben?>

    Keine Vorwürfe machen. Mit der Wahrheit sachlich konfrontieren.
    Immer wieder zur Sache kommen.
    Ich Sätze, deine Sicht (kein du hast, du solltest...).

    Klar machen, wo deine Grenzen sind.
    Erwartungen (z.B. Respekt, die Wahrheit, dass Hilfe gesucht wird etc).

    Überlegen, was du tust, wenn er keine Einsicht zeigt.

    Keine unüberlegten Drohungen o.ä. die du nicht wahrmachen kannst.

    Ernstgemeinte Konsequenzen nennen, die du bei Bedarf auch direkt umsetzen kannst und willst.

    Überlege dir kleine, realistische Schritte, die du auch umsetzen kannst.

    >Ich möchte ihn nicht verlassen und ich hoffe das er sich professionele Hilfe sucht.>

    Was hindert dich daran, ihn zu verlassen?
    Was wünschst du dir? Unter welchen Voraussetzungen würdest du gerne weiter mit ihm zusammenleben und wann nicht?

    >Ich kann ihm nicht helfen und alleine schafft er es auch nicht. >

    Ja und nu? Und deshalb willst dich opfern?

    >Ich weiß, dass wenn er es nicht tut, ich meine Konsequenzen ziehen muss, auch wenn es nicht das ist, was ich möchte. >

    Was genau willst du vom Leben? Wie sieht dein ideales Leben aus?


    >Was kann ich tun? Ich liebe ihn doch!>

    Wer liebt, kann loslassen. Niemand verlangt, dass du ihn hasst.
    Du kannst ihn weiterhin lieben und trotzdem das tun, was für dich gut ist.


    >Ich halte mich nicht für schlauer als die anderen, aber ich liebe ihn und will die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft nicht aufgeben.>

    Du brauchst diese Hoffnung auch nicht aufzugeben.

    Die Frage ist nur, ob du dich selbstzerstörerisch verhalten willst,
    nur um einer Hoffnung willen.

    Du hast ja die Möglichkeit, ihn vorübergehend zu verlassen.

    >Er trinkt immer heimlich und als er mich besucht hat, hat er nichts getrunken.>

    Es spielt keine Rolle ob du ihn in flagranti ertappst.

    Wenn du das Gefühl hast, dass dir die ganze Sache nicht gut tut,
    schau wo deine Grenzen sind.

    >Wie soll ich es anstellen? Wie fange ich das Gespräch an?

    Ganz einfach: Ich möchte mit dir über etwas Wichtiges reden. Wann passt es dir, sag mir einen Zeitpunkt. (Und lass dich nicht vertrösten!)

    Tu Dir gut!

    Hallo Paddy,

    >Ansonsten hat sich mein Leben doch schon sehr geändert , ich unternehme viel und habe Spaß mit meinen Kindern.
    Belüge ich mich etwa selbst? Normalerweise sollte er doch jetzt keine Angriffsfläche mehr haben.>

    Dieses "sollte" sollte dir zu denken geben ;)

    Es handelt sich dabei um eine Vorschrift: ich darf - ich darf nicht. Ich sollte - ich sollte nicht. Und wehe doch...

    Akzeptiere einfach, dass da noch was hochkommt.
    Sieh dir das Ganze an (objektiv) und akzeptiere,
    dass man das Leben nicht immer so einrichten kann,
    wie man es gerne hätte.

    Nimm die Situation wie sie ist. Das Leben IST wie es ist.
    Mal IST das Leben so wie man es haben möchte.
    Mal ist es anders als erwartet.

    >Den Zusammenhang zwischen Wut und Angst sehe ich auch im Moment nicht.>

    Manchmal muss man durch ein Gefühl "durchgehen" bis man das nächste Gefühl registriert. Oft hat man mehrere Gefühle parallel.

    Angst und Wut können dieselbe Ursache haben (nicht müssen, können).

    Wenn ich Angst habe, befürchte ich, dass ich einer Situation nicht gewachsen bin.
    Wut kann hinterher rauskommen, nach der Angst-Situation.
    Wieso musste (!) das jetzt sein? Habe ich es nötig, eine Situation zu erleben, die mir Angst bereitet?

    Was kann ich noch für mich tun, als das was ich mir/ uns jetzt erarbeitet habe?

    Überlege dir, was hinter deinen Gefühlen steckt.
    Was wünschst du dir ? Was erwartest du?
    Sind deine Erwartungen realistisch?

    Wie siehst du deine Mitmenschen?

    zum weiterlesen Tipp: "Ich bin ok. Du bist ok"

    Hallo Cindarella,

    ich kann mir vorstellen, dass das eine sehr belastende Situation ist.

    Wenn mir das passieren würde, würde ich ein langes Gespräch mit meinem Mann führen.

    Tipp: "aktives Zuhören", da gibt es Bücher, um das zu lernen.

    Wenn deine Schwägerin immer "zu" ist, nutzt es wenig, mit ihr zu reden.
    Es bringt auch nix, sie ändern zu wollen.

    Ich bezweifle auch, dass es was bringt, wenn du dich um sie kümmerst, auch wenn ich das sehr gut verstehen kann.

    Kümmer dich erstmal drum, dass es dir gut geht.

    Es hilft, wenn man sich gut mit dem Thema Alkoholismus/ Co-Abhängigkeit auskennt, schau mal in den Info-Seiten.

    Ich wünsche dir viel Kraft für dich selbst!!

    Hallo Tari,

    >wir sind seit knapp einem halben jahr zusammen und haben uns zuvor einige wochen über internet kennengelernt. die beziehung ist einfach sonst total klasse ... wir schwimmen in derselben gefühlswelt und er ist selbst sehr romantisch sensibel emotional und gefühlvoll.>

    Weißt du, dass man in den ersten 2 Beziehungsjahren von Hormonen gesteuert wird? Nicht sehr romantisch, aber wahr. Die "wahre" Liebe erlebt man erst, wenn die Hormone sich ausgetobt haben, also nach 2 Jahren. Es ist also normal, dass er romantisch ist.

    >ich kiffe erst wieder wenn ich meinen nächsten track geschrieben habe" ... alles vorsätze die dann umgeschmissen wurden und er total aggressiv ist, wenn ich ihm das vor augen halte.>

    Wenn er abhängig ist, kann er seine Vorsätze nicht einhalten.

    >er hat eine längere lebensgeschichte in der er weit mehr alkohol und auch andere drogen zu sich genommen hat. von daher denke ich, dass er sich denkt dass er wenig konsumiert.>

    Kann es sein, dass er ein Problem hat und die Drogen eine Art selbstzerstörerische "SelbstBehandlung" darstellen?


    >... ich nehme mir jedesmal vor .. nichts zu sagen, ihn nicht zu fragen ob er gekifft hat (ich weiss es ja ...) um ihm quasi lft zu lassen ... aber irgendwie rutschen wir da mehr und mehr in diskussionen rein ...vor allem weil der zusammenzug sich jetzt verschiebt, da er kurzfristig einen lehrgang in leipzig genehmigt bekommen hat und nun noch 2 monate dort ist.>

    Warum möchtest du mit einem Menschen zusammenziehen, der sehr oft nicht für dich da sein kann, weil er auf Drogen ist?
    Reicht es dir wenn er "physisch" anwesend ist, auf Dauer?

    >ich merke wie ich mich in der spirale verfange, dass ich anfange zu kontrollieren und klammere ... >

    Brauchts du ihn? Wofür brauchst du ihn, wenn er so oft gar nicht in der Lage ist, dir zuzuhören und sich an das zu erinnern, über was ihr geredet habt?

    >und ich weiss nicht wi ich das ganze aufhalten kann, da er nur sieht, dass er sich für mich schon soviel geändert hat>

    Wenn er das nicht auch wollte, hätte er es nicht gemacht, oder ?

    > - ich ihm aber freiheit nehme wenn ich ihm sage dass ich es *** finde, dass er 2 tage mit seinem kumpel kifft, obwohl er gar nicht kiffen wollte ....>

    Du kannst ihm das nicht vorschreiben, oder? Wenn er es tun will, tut er es auch, wenn du es *** findest, meinst du nicht?

    Nur Kindern kann man etwas vorschreiben, und er ist nicht dein Kind.

    >eben im telefonat sagte er, dass er emotional so runter ist dass er sich überlegt den weinaufzumachen und zu trinken, statt wie geplant nur zu kiffen heute ...>

    Das ist ein eindeutiger Hinweis. Genusstrinker trinken zum Essen,
    wenn er aus emotionalen Gründen trinkt, hat er ein Problem, mit schlechten Gefühlen klarzukommen. Statt seine Probleme zu lösen, flüchtet er vor Ihnen.

    >ab wann ist man alkoholiker ... >

    Schau mal auf den Infoseiten, da steht bestimmt was.


    >wie kann ich als coabhängige für die situation kraft und verständnis entwickeln ..

    Verständnis: Er hat ein Problem, das er nur selbst lösen kann.
    Du kannst es nicht für ihn lösen.

    Kraft: Wenn du ihm Kraft gibst, hat er keinen Grund was zu ändern.

    Die Kraft solltest du in dich investieren: Wenn du dich änderst, ändert sich FÜR DICH auch die Situation.

    >und am wichtigsten .. wie kommt mein freund aus dem sumpf ....>

    So lange du dich um ihn kümmerst, ihm hilfst, dich aufopferst hat er keinen Grund selbst aktiv zu werden. Er macht es sich solange im Sumpf bequem, wie du ihm hilfst.

    Er wird vielleicht (!) wach, wenn du aufhörst, ihm sein Problem abnehmen zu wollen, ihn ändern zu wollen.

    Das ist ein Tanz:
    Er verspricht dir was - du kontrollierst ob er das Versprechen hält - er verspricht Besserung - du kontrollierst - er fühlt sich ungerecht behandelt und trinkt/kifft deshalb - du bist traurig - er tröstet, und verspricht Besserung - er kifft/trinkt weil er abhängig ist und nicht anders kann - du kümmerst dich um ihn und sagst nix - er fühlt sich geborgen und hat keinen Grund aufzuhören.

    Du kannst ihn nicht ändern. DU kannst ihn nicht dazu bringen, den Tanz zu unterbrechen, solange du mit ihm tanzt.

    Erst wenn du ihn alleine lässt, nach dem Motto:
    Ich bin für erst wieder für dich da, wenn du dir Hilfe gesucht hast und clean geworden bist.

    Mein Rat, schau mal im Internet wie sich Co-Abhängige verhalten, da gibt es Listen und mach dir bewusst, dass du damit niemandem helfen kannst, weder dir noch deinem Freund.

    Frage dich: warum brauchst du ihn?

    Er kann dich nicht glücklich machen, das kannst nur du selbst.

    Frage dich: Was brauche ich, was kann ich mir selbst geben?
    Wie ist es um mein Selbstwertgefühl bestellt?
    Tue ich genug für mich, treibe ich Sport, entspanne ich mich genug,
    habe ich Spaß am Leben, habe ich Hobbys, Freunde, Gesellschaft?

    Was erwartest du vom Leben? Heute, morgen, in 5 Jahren?
    Welche Wünsche, Ziele hast du?

    Hallo Hellren,

    ich hoffe, ich kann dir indirekt helfen, indem ich Fragen stelle und du deine Antworten selbst findest:

    >leider wohnt er noch bei mir im haus, und seit juli macht er mir die hölle heiß.>

    Was kannst du tun, um die Situation für dich zu verbessern?
    Kannst du dir eine andere Wohnung suchen oder gibt es eine Möglichkeit (evt. mit externer Hilfe) ihn zu "bitten" die Wohnung zu verlassen?

    >ich hab dann den völligen kontaktabbruch herbeigeführt, und zwar dann als er mich und mein kind bedroht hat im suff, und mir gewünscht hat, wir wären tot, weil wir ihm den hund weg genommen hatten.
    was für eine wahnsinnige irre idee....>

    >heute bin ich manchmal noch fassungslos über das verhalten des ex.
    wir arbeiten auch in der gleichen firma, dort ignoriert er mich und privat versucht er mir die hölle heisszumachen.>

    >fakt ist, als er vor 8 wochen meinem kind gedroht hat, sind meine augen umgeklappt und ich bin einen schritt auf ihn zu, und sagte nur ganz leise, tust du meinen kindern oder mir was an, dann geschieht was schreckliches, und siehe da, er wich vor mir zurück u meinte ich wäre irre und ich sollte mal zum psychiater, ich musste so lachen.>

    Meinst du, er nimmt dich ernst, wenn du ihm etwas androhst, das du - realistischerweise - nicht einhalten kannst?

    Kannst du dir evt. einen Anwalt besorgen?

    >auch schuldet er mir geld, und ich hab immer mitleid gehabt, seit ich jedoch erfahren habe, das er doch geld hat und ihm gehts offensichtlich gut, weil er ja wieder eine frau gefunden hat, die alles für ihn tut, hab ich jetzt genug. ich lasse das geld eintreiben.

    Wundert es dich da, dass er ausflippt?

    Was ist dir wichtiger, dein Leben oder das Geld?

    >ich bin sehr misstrauisch gegenüber männern geworden, ich lasse keine nähe zu.
    der bekannte, den kenne ich schon seit ich 18 bin, der mag mich schon, nur ich blocke ab und bleibe lieber für mich allein.>

    Hast du die alte Beziehung schon verarbeitet? Lass dir Zeit.

    >das schönste ist, meinen kindern gehts wieder besser und wir schweissen so langsam als eine kleine familie zusammen.>

    Wie sind deine Prioritäten, deine Familie schützen, Recht behalten, neuer Mann, alles auf einmal? Was ist dir am wichtigsten?

    >so kann sich das leben ändern, ja ich habe mich geändert.
    nur eins werde ich wohl nie begreifen, wie ein mensch oder mann wie der ex so sein kann.>

    Da gibt es mehrere Möglichkeiten: Gene, Eltern, Umwelt, Gesellschaft, Alkoholeinfluss, unsichere Selbstwahrnehmung ... ?

    >aber ich muss ja nicht alles verstehen. loslassen und nach vorne schauen. mein leben ist so lebenswert geworden, ist echt krass.>

    Ich wünsche dir Achtsamkeit, achte auf dich und deine Kinder und vergiss nicht, wir sind alle nur Menschen und Menschem machen Fehler.

    Hallo Hanna,

    ich hoffe, dass ich dir helfen kann, selbst eine Antwort auf deine Fragen zu finden (das sind meist die besten Antworten).

    >Meine Güte, ich hab sooo viel investiert, Gefühl, Zeit, Liebe, Verständnis, offenes Ohr, Energie und auch Geld, war fair und alles und ich werde so dermaßen verteufelt und wieder angefeindet.>

    Was würde passieren, wenn du zukünftig deine Energie in dich investieren würdest? Und in diejenigen, die deine Anstrengungen nicht honorieren weniger Energie (nur soviel wie unbedingt notwendig) investieren würdest ?

    >Was ist für mich das Schlimmste daran? Warum verhalte ich mich eigentlich co-abhängig.>

    Hast du vielleicht in der Vergangenheit Erfahrungen gemacht,
    z.B. mit deinen Eltern, die zu diesem Verhalten geführt haben?
    Dieses Verhalten ist dann angelernt und du kannst es dir -mit etwas Zeitaufwand - wieder abtrainieren.

    < Das Schlimmste ist, dass ich von meinem Gegenüber als eine Person dargestellt werde, die ich überhaupt nicht bin, nie war und nie sein werde....mir werden Gedanken und Taten unterstellt, an die ich im Traum nicht denken würde..>

    a) Sagt dein Gegenüber, was er denkt oder handelt er aus taktischen Gründen, z.B. um dich zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen?

    b) Mal angenommen, er beschreibt dich unzutreffend weil er dich unzutreffend wahrnimmt. Nimmt er dich anders wahr, weil er dazu geistig nicht in der Lage ist (z.B. Alkohol) oder weil er dich in irgendwelche Schubladen steckt
    oder weil er sich gut fühlt, wenn er sich als "größer und besser" darstellt als seine Mitmenschen? Letzteres ist übrigens ein Zeichen von mangelndem Selbstwertgefühl.

    Jeder Mensch hat seine "eigene Wahrheit".

    >und das ist seine Waffe:

    Hat er tatsächlich Macht über dich? Oder kannst du aktiv etwas tun, z.B. nein sagen, um das zu stoppen?

    < In dem ich immer und immer wieder versuche zu beweisen, >

    Was ist dein Motiv, was hast du davon, wenn du ihm etwas "beweist"?
    Auch wenn wir uns schaden, haben wir noch irgendeinen kleinen Nutzen für uns selbst. Hast du vor irgendetwas Angst?

    >dass ich doch in Ordnung bin, treu, solidarisch, liebevoll und loyal, >
    warum solltest du nicht in Ordnung sein? Jeder Mensch ist wertvoll.

    Könnte es sein, dass du "Sein (ich bin ok)" mit "Tun (was ich gemacht habe, war richtig/falsch)." verwechselst?

    >hat er mich da, wo er mich haben möchte.....Er kann beliebig diese Tasten bei mir drücken und Schema F läuft ab. >

    Was kannst du für dich selbst tun, um diesen Automatismus zu durchbrechen? Was passiert, wenn du bewusst die Wahrheit herausfilterst? Du entscheidest täglich neu, was du tust,
    es ist jedesmal deine Entscheidung. Mach dir bewusst was da abläuft.

    Tipp: Mir hilft es, Tagebuch zu schreiben und herauszufinden: Stimmt das eigentlich?

    >Schade, ich hab wirklich geglaubt, wir könnten es gemeinsam schaffen...aber die Macht des Alkohols ist stärker--ja, er sieht ja noch nicht eimal ein, dass er überhaupt was trinkt.>

    Er kann sich nur ändern, wenn ER das will. Es ist SEIN Kopf.

    Du kannst nur dich selbst ändern.
    Und wenn du willst, dass sich die Situation ändert,
    geht das nur, indem du dein Verhalten schrittweise änderst.

    >Mein Gott, fühl ich mich leer und schlecht...und dann gleich die beruflichen Termine.....
    Ich ertrage es nicht mehr....ich ertrage es nicht mehr..es raubt mir Kraft, Lebensfreude und Energie....

    Was hast du in der Vergangenheit getan, wenn du dir etwas Gutes tun wolltest?
    Tut es dir gut, wenn du mit anderen Menschen (Freunden etc.) zusammen bist oder hast du mehr Freude daran, etwas alleine zu unternehmen?

    Magst du Bewegung? Magst du Musik?
    Kannst du vielleicht einmal die Woche etwas für dich tun, z.B. ein Sportkurs, ein Entspannungskurs?
    Kennst du jemanden, der auf dein Kind in der Zeit aufpassen kann?
    Oder gibt es einen Mutter-Kind-Kurs oder Gemeindeangebote ?
    Kannst du etwas mit deinem Kind unternehmen?
    Spazieren gehen z.B.?
    Basteln, Malen, Brettspiel?
    Wenn das nicht geht:
    Kannst du dir eine Entspannungs-CD besorgen/aus dem Internet schicken lassen ? Ein Buch zum Thema Selbstachtung, co-Abhängigkeit oder zum Thema Glücklich-Sein, Achtsamkeit?
    Hast du einen Raum, den du alleine nutzen kannst, wo du die Tür verschließen kannst für eine halbe Stunde?

    Einfach mal Spaß oder Entspannung bekommen?

    Wer verbietet Dir, etwas für dich zu tun?
    Du bist es wert, dass du deine "Batterien" auflädst.
    Dein Kind hat mehr von Dir, wenn du fröhlich + ausgeglichen bist,
    du hast ein Recht darauf, dir gut zu tun.

    Welchen kleinen Schritt könntest du gleich tun,
    was würde dir jetzt gut tun?
    Ich wünsche Dir Mut, du bist es wert!