Hallo Ihr Lieben,
was sind denn diese uns so belastende Widersprüche, die machen sogar heldenhaft in den Suizid treiben läßt?
Für mich ist Schuld ein von außen gezimmertes Werk, dass ich teils ohne Prüfung übernommen habe, das mir eingehämmert wurde und mich beschränkt hat. Maßstäbe anderer.
Es gibt Gesetze, die bestimmen und sorgen für Recht und Ordnung einer Gesellschaft. Was für eine Ordnung haben die Menschen, die in einem anderen Gesetz lebten oder eine neue Regierung bekamen, neue Werte, neue Gesetze und neue Schuld?
Schuld ist demnach immer etwas von außen. Als ich pleite ging, verloren einige Geld, das sie investierten, um noch mehr zu machen. Bin ich schuld, wenn andere Fehlentscheidungen treffen, es hatte sie niemand gezwungen mit mir zu arbeiten, so wie mich niemand gezwungen hatte die Geschäfte auszuweiten.
Bin ich schuld, dass meine Frau gesoffen hat und ich so lange dachte etwas tun zu können? Bin ich schuld, weil ich etwas nicht besser wußte? Bin ich schuld an ihrer Entwicklung, an meinen Entwicklungen? Das ist jetzt schwierig, denn meine Entwicklung ist in meinen Augen der direkte Weg in die Unschuld, denn ich fühle mich wie neu und super gut.
Wenn ich mich um meine Mutter kümmern müßte, um einen Lebenspartner, um meine Kinder, dann würde ich immer wieder vor der Frage stehen, wie viel Kümmern für wen. Im Extremfall würde ich hin- und her gerissen wie zwischen Pferde gespannt und käme aus der Situation nicht gesund heraus. Hätte ich Schuld, wenn ich jemanden vernachlässigen würde, mich z. B. und dabei krank würde? Wer gibt mir die Schuld? Die, die sich vernachlässigt fühlen? Ich? Das Gesetzt, die Gemeinschaft, die, die anders sind als ich? Wenn ich mir Schuld gebe, kann ich sie mir auch nehmen, also kann ich sie verschwinden klassen, bis es sie nicht mehr gibt, Deckel auf, rein damit, abziehen, weg damit.
LG Karl