Beiträge von kaltblut

    Hallo Ihr,

    was passiert in den Köpfen wenn sich zweie voll schulden und zum Schluss nur noch die Möglichkeit sehen, mit Druck, Kraft, Verbal-, Körpereinsatz oder Krankheit aus dem Dilemma zu kommen?

    Dahinter versteckt sich ja was. Ich kann ja nur jemandem Schuldgefühle vermitteln, wenn ich selbst welche habe. Für mich baut sich da was auf, was ich nicht darf, kann, soll, was gegen meine Schamgefühle verstößt, was ich nicht verarbeiten kann, darf, soll. Scham- und Schuldgefühle sind für mich gesund und Motor zum Nachdenken. So lange wie ich nicht akzeptiere, dass ich etwas nicht kann, darf oder soll, dass es einfach so gut ist, werde ich immer Schamgefühle in einem ungesunden Maß aufbauen.

    Mir ist es nicht möglich alles zu verstehen, aber anzunehmen, dass ich nicht alles verstehe, das geht zwischenzeitlich ganz gut und vereinfacht mir den Tag. Im Prinzip ist nicht verstehen wollen „bewusst dumm sein“. Wir hatten das irgendwo mal, dass mit zunehmender Demenz alles wieder gut wird. Das kann dann im Alter zu einer befriedigenden Lebensaufgabe werden.

    LG Kaltblut

    Hallo,

    so ein Morgenläufchen, muss nicht direkt spaß machen. Vor allem, wenn es so schön nieselig von oben drückt, komme ich schon mal nicht gleich in die Pötte. Heute bin ich dann zu Taucherlis, die haben schon wieder Anhang, die scheinen zweimal Eier zu legen. Von dort ging ich Gedanken verloren zurück auf meine Waldstrecke, sah den mir seit fast einem Jahr den Weg versperrenden Baum da liegen, nahm Anlauf und sprang einfach mal drüber. Einfach drüber und ich dachte, warum bin ich immer außen vorbei oder aus dem Tritt gekommen oder hab schon 200m vorher angefangen an den Baum zu denken, um dann da drüber zu eiern?

    Einfach Arsch hoch und mit Schwung drüber, das muss von mir kommen, einfach so und ich kann das. Ich kann was verändern, in mir, ich kann humpeln, hoppeln, auf die Fresse fliegen und ich kann aufstehen und galant über einen Baum springen oder in meine Leben.

    LG Kaltblut

    Hi Pia,

    meine Eltern haben nicht getrunken. Trotzdem ging was in meinem Hirn kaputt, das hat also nicht mit Alkohol zu tun. Du kannst auch den ganzen Tag blöde aus dem Fenster gucken Dich und die Kinder dabei vergessen, das Resultat ist ähnlich. Die brauchten damals nicht mals Computerspiele, so wie heute, um anders zu werden.

    Ich habe mit meiner Frau als Coabhängiger ganz gut gelebt, bis ich aus meinem Gleichgewicht kam. Da es in meinen Augen keinen Menschen gibt, der perfekt für mich gebacken ist, kann das ja nur an mir liegen. Ich darf heute mit all meinen Süchten und Fehlern ganz gut leben. Ich hab sie ja alle, das wäre doch doof, wenn die jetzt wieder weg wären, jetzt wo ich sie kenne und gesund mit ihnen leben darf, dann hätte ich sie ja nicht mehr alle.

    LG Karl

    Zitat von Sylke


    Will ja nicht das er sich bevormundet fühlt, oder das er denkt ich schnüffel ihm hinterher.

    Hi Sylke,

    wenn es aber so wäre? Nur mal angenommen, dann wäre da jemand der heimlich trinkt und sich verschließt und da wäre jemand, der heimlich kontrolliert, zweifelt und unzufrieden ist. Da wären also Zweie die immer mehr Schamgefühler, Ängste und Schuldgefühle aufbauen bis es knallt.

    LG Kaltblut

    Hi Melanie,

    ist nicht wirr. Ich kann mich doch an vielen Dingen im Aussen festklammern, an Geltungssucht, indem ich auf alle Zeitungstitel muss, an Liebessucht, indem ich jedem Rock hinterher laufe, an Beziehungssucht, indem ich meine heile Welt nur im Partner oder in Kindern finde, in Machtsucht, mit der ich meine Scham und Schwächen übertünsche, in Krankheiten, die mich vor der Aussenwelt abschirmen oder oder oder wie fressen, saufen, Tabletten reinknallen und was sonst noch so alles rum liegt, um mein Hirn satt zu bekommen.

    Es tut sehr weh, sich die eigene Kacke anzusehen, aber dann immer weniger. Pack die Angst mal nicht mit in den Mülleimer, denn sie kann zum lieben und lebenswichtigen Freund werden.

    Notbremse? Durch Mut zum Notbremsen und Veränderung.

    Super, dass Du nicht rauchst.

    LG Karl

    Hallo Sylke,

    herzlich willkommen hier im Forum. Bestimmt has Du Dir in den Informationen o. R. schon die Co-Seiten durchgelesen.

    Ob Dein Mann ein Alkoholiker, dass kann er Dir nur selbst beantworten. Was macht denn die ganze Situation mit Dir?

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch.

    LG Kaltblut

    Hallo Nat,

    wenn er es nicht weiß? Es gibt viel, was ich nicht weiß, denn mein Bewusstsein nimmt ja nur so 4-5% meiner Körperfunktionen und Abläufe wahr, ich bekomme gar nicht mit, wer da in mir plötzlich aufschreit und meint: eh, für mich, mehr davon. Das „kann“ schon mal paar Tage dauern, bis eine mir geläufige Verhaltensform durchschlägt und erkannt wird. Damit meine ich nicht mal direktes Trinken, sondern "nur" eine Verhaltensveränderung in alte Muster und die kann Kettenreaktionen ausüben. „Kann“, muss ja nicht, sonst müsste ja jeder der vielleicht falsch von einem Arzt behandelt wird auf Entzug.

    Beim einen ist das Ende der Kettenreaktion der Gang zur Tanke, beim anderen das Festhalten wollen vor dem Gang zur Tanke. Pass gut auf Dich auf.

    LG Kaltblut

    Zitat von Emma123

    Oder sollte ich endlich die eigenen Erwartungen loslassen? Erwartungen, von wegen - ich schaffe das alleine.

    Was passiert mit mir, wenn das mit Ablenkung nicht mehr funktioniert?
    Würde mich freuen, falls jemand einen Rat für mich hätte.

    Liebe Emma,

    wow, bei Dir geht ja die Post ab. Probiere es doch einfach aus, Veränderung bringt Veränderung. Noch nie sah es nach dem ersten Schneefall so aus wie vorher.

    Anfangs hatte ich immer diesen tollen Spruch drauf: wir schaffen das.
    Schaffen, etwas machen, mächtig sein, darauf kann man stolz sein. Stolz, der Anfang von Desaster.

    LG Kaltblut

    Hallo Nicole,

    für mich war Liebe dieses herrliche Gefühl einen gefunden zu haben, für den ich da sein durfte und der für mich da war, verbunden mit körperlicher Liebe, Berühren, Nähe, Reden, Sehnsucht und Hingabe, abgeben, Sicherheit, Geborgenheit, Gemeinsamkeit, Vereinigung, Höhepunkt- Punkt.

    Die Liebe hat sich als ein Spiegel meiner Süchte, also das an dem es mir mangelt und was ich unbewusst suche und brauche herausgestellt. Die große Liebe ist eben der große gefundene Diamant, die scheinbare Erfüllung meiner Mängel, angekommen. Fleißig unterstützt durch ausgestoßene, abhebende, selbst produzierte Drogen, Testosterone, in meinem Hirn.

    Auf der Suche habe ich fleißig aufgefüllt, wie ein Hamster, immer volle Backen aber nichts im Bauch.

    Meine allergrößte Liebe habe ich zwischenzeitlich gefunden, sie ist in mir und frei von all dem Gezubbels, sie ist einfach, grundlos.

    LG Karl

    Zitat von vergissmeinnicht

    Nur ich bin verantwortlich. Ich hatte es in der Hand.
    Ich mag mein Leben.

    Hallo Vergissmeinnicht,

    danke für Deine Worte, so kann eine schöne Worte anfangen.

    Du kannst heute anfangen, dass Deine Kinder sich abgucken wie es morgen besser geht, dass sie es tun liegt nicht in Deiner Hand, mit Dir wirst Du genug zu tun haben.

    LG Kaltblut

    Zitat von meladan

    Er hatte auch keine gute Kindheit war viel im Heim weil er schwer erziehbar war....

    Hallo Meladan,

    ist das ein Grund? Dann haben alle im Laufe ihres Lebens viele Gründe.
    Was wäre anders, wenn es nicht so wäre?

    Zitat von meladan

    Aber ich versteh nicht warum er als die Trennung war...mir seine Gefühle zeigte....er hatte geweint...sprach was in ihm voging und das Nüchtern.



    Angst, Verlustangst oder vor der Veränderung?

    LG Kaltblut

    Hallo Meladen,

    das ist doch klasse, Du tust etwas für Dich. Jede Veränderung erzeugt ein ungutes Gefühl, das wird Deinem mann nicht gefallen. Was wäre, wenn Dein Mann heute noch seine Sucht ablegt, aber sein Verhalten nicht ändert?

    Es hat paar Jahre gebraucht, bis ich zu meiner Frau sagen konnte: da ist ein Problem, da müssen wir was tun. Das ich das wir weglassen mußte, wußte ich noch nicht.

    LG Kaltblut

    Hallo meladen,

    herzlich willkommen hier im Forum, fühl Dich hier gut aufgehoben und danke für Deinen Bericht.

    Ob Dein Leben anders wäre wenn, das lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. Tatsache ist, dass sich mein Leben seit ich hier bin verändert hat. Wenn Du möchtest, kannst Du schon 20 Jahre früher eine guttuende Veränderung an Dir erfahren.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch.

    LG Kaltblut

    Hallo,

    erstmals habe ich keine Sonne gesehen, zweimal bin ich raus und es find an zu regnen. Das ist alles kein Grund mir in irgendeiner Form die gute Sommerlaune nehmen zu lassen, denn es gibt einen Weg zufrieden zu sein ohne zu laufen und ohne Sonne.

    LG Kaltblut

    Hallo pemakatze,

    herzlich willkommen in diesem Forum.

    Wie ist gemeinsam einen Entzug gemacht zu verstehen? Bist Du vom Fach? Seid Ihr beide alkoholkrank?

    Deine Geschichte gleicht sehr meiner, nur dass meine Frau durch mich geheilt werden sollte. Zu "ich bin an allem Schuld" kam noch: alle verlassen mich irgendwann, ich bin dich nicht wert, damit war für meine Heldenbrust klar: ich nicht, ich bin anders, das schaffen wir.

    Zu trinken und es nicht zu wollen erzeugt Schamgefühle, die multiplizieren sich zu Schuldgefühlen, zu schwindendem Selbstwert und damit hat der Alkohol freies Geleit es sich im Hirn gemütlich zu machen.

    Wenn Du Dir zutraust auf Dauer mit etwas zu leben, was Du nicht änden kannst, kommen viele neue Erfahrungen auf Dich zu. Ich bin heute dankbar, dass ich sie gemacht habe, denn bei mir hatte sich auch eine ganze Menge im Hirn gemütlich gemacht. Heute sind wir 600km getrennt und es geht mir gut.

    O. r. unter Informationen, findest Du die Grundbausteine für Coabhängige vielleicht findest Du dort auch was Du suchst.

    Einen guten Austausch und lieben Gruß Kaltblut

    Hallo Elisa,

    was meine Frau erkannt hat weiß ich nicht, sie wurde trocken, veränderte sich, ich veränderte mich wieder und alles wurde ganz anders. Ich bin heute glücklich getrennt. Da letzte mal sah ich sie vor knapp einem Jahr, da sah sie gut, stolz und so aus, als könnte sie ihr Leben meistern.

    Verletzbar sein zeigt mir heute wo ich eine Wunde ausbluten lassen kann, ohne durch Wundstarkrampf und Fäulnis daran zu verrecken.

    LG Kaltblut