Beiträge von kaltblut

    Hallo Miro,

    herzlich willkommen und klasse dass Du den Mut hast hier zu schreiben.

    Hilfe bekommst Du bei den offiziellen Stellen, wie im Jugendamt, dort wird man Dir bestimmt weiterhelfen, nur Mut.

    Der Kindvater der Tochter meiner Frau hatte es damals geschafft, sowohl das Sorgerecht, wie auch ein Besuchsverbot zu erwirken. Meine Frau war zu dieser Zeit weder unzurechnungsfähig, noch weggetreten, noch war Unzumutbares vorgefallen. Das Kind hatte einen entscheidenden Einfluss auf die Entscheidung und war damals 11 Jahre alt. Nur Mut.

    LG Kaltblut

    Zitat von Nicole


    ich habe auch Bücher gelesen, und mich erkannt und sie wieder zur Seite gelegt und weiter gemacht wie vorher.

    Hallo Sommerkind,

    ich habe ein Buch das hier forciert wird einem Bruder gegeben, der selbst Co+Alkoholiker ist, dessen Frau Alkoholikerin+Co. ist. Jeder von beiden benutzte die Argumente des Buches mit mir unverständlicher Unwürde um die eigenen Krankkheitsanteile zu rechtfertigen. Der Schuss ging nach voll hinten los, trotzdem würde ich es immer wieder genauso machen und immer wieder Material mit positiven Aussagen irgendwo rum liegen lassen.

    LG Kaltblut

    Hallo,

    herzlich Willkommen und einen guten Austausch hier im Forum. Vielleicht kannst Du ja den Administrator bitten Deinen Namen zu ändern. Ich finde es schade, wenn Menschen sich auch virtuell degradieren und möchte Dich mit diesem Namen nicht ansprechen.

    LG Kaltblut

    Hallo Sommerkind,

    da hast Du Dir eine große Aufgabe vorgenommen. Als ich in das Forum kam, hatte meine Frau ein Problem, ich nicht. Von Coabhängigkeit und ihren Folgen hatte ich keine Ahnung.
    Es dauerte Monate bis ich annehmen konnte, dass ich genauso daran beteiligt war und ebenso meine kranken Anteile mit mir rum schleppte. Ich war zwar unfähig zu begreifen, fand aber in vielen Bereichen applaudierende Gleichgesinnte, die mich in meiner falschen Einstellung unbewusst unterstützten, da sie in ähnlichen Situationen oder noch blinder waren. Es hat mir geholfen hier zu lesen, mit Menschen darüber zu reden und später in Gruppen und zum Thera zu gehen, nur so war ich in der Lage die ganze Breite meiner verkorksten Seite zu begreifen. Hätte mich jemand hierhin getrieben, ich hätte es dankend abgelehnt.

    Wenn ich heute meine Mutter besuche, die mit all dem nichts am Hut hat, dann öffnet sie schon mal ein Fläschchen und fragt mich ob ich auch etwas trinke. Wenn ich ihr dann zum 187sten male erkläre dass ich Alkoholiker bin, dann sieht sie mich fragend an und sagt: wie, du bist doch gesund, da kannst du doch was trinken. Sie ist zwar 88 Jahre, aber voll helle, nur gibt es Dinge die nicht mehr in ihr Verständnis passen.

    Das mit Deiner Mutter etwas nicht stimmt ist Euch ja bewusst. Wenn Du jetzt noch einsiehst, dass Du auch Deinem Vater nicht helfen kannst, weil er es nur selbst kann, bist Du einen großen Schritt weiter.

    Ich wünsche Dir dabei viel Kraft.

    LG Kaltblut

    Hallo Krüger,

    es ist einfacher nachzuhalten was geschrieben wurde, wenn Du in einem Thread schreibst, als wenn das alles verstreut ist.

    Ich stelle mir gerade die Frage, was Du unter Rückfall verstehst? Wenn jemand laufend trinkt ist das kein Rückfall, denn es wurde nie etwas geändert.

    In dem Maße wie Du reagierst, ist das aber nichts anderes. Als ich so reagierte dauerte es noch Monate bis ich meinen ersten Rückfall baute, denn ich hatte meine Denke nie geändert.

    LG Kaltblut

    Hallo Krueger,

    neulich bin ich durch den Wald gelaufen, da gibt es viele sumpfige Stellen. Jedes Mal wenn ich stehen blieb um was zu fotografieren, fielen die Mücken über mich her. So was konnte auch anders vorkommen, denn vor gut einem Jahr musste ich manchmal anhalten, da ich noch einen Carbon gestärkten Stützstrumpf am rechten Knie trug, der gewisse unerklärbare, psychosomatische Gleichgewichtsausfälle auffing. Heute war ich wieder dort, 15 oder 20km laufen, kein Vieh hat mich erwischt, denn ich war permanent in Bewegung, auch die riesigen Libellen machten einen An- und Abflug, wobei ich nie weiß, wer dabei mehr Schiss hat.

    Als ich nicht mehr wusste was ich wollen soll, weil ich zwischen zwei Stühlen der inneren Entscheidung saß, war ich wie gelähmt, da ging nichts mehr, außer dass es mich immer mehr zerriss. Ich war nicht fähig anzunehmen, dass ich das größte Hindernis in meiner Gesundung und der Gesundung meiner Frau sein sollte. Das führte zum Krampf, zum Festhalten, zum Stillstand und innen drin fiel alles über mich her.

    Ich habe lange nicht in mich rein schauen können und wünsche Dir von Herzen, dass Du Dich nicht aus den Augen verlierst.

    LG Kaltblut

    Da Du immer schnell vom Hacken springst, nachfolgend nochmals einen Deiner Posts:

    Zitat von Krueger

    Hallo,
    ich bin ein Angehöriger und somit Co-Abhängiger, richtig?

    Ich bin als Partner einer trockenen Alkohilikerin mit Rückfällen auch in dieser Zwangsjacke. Wo beginnt der Selbsschutz und hört die Verantwortung für den anderen auf. Diese Grenze ist schwer zu finden und muss jeder für sich definieren.
    Ich habe da jedenfalls noch meine Schwierigkeiten....müsste mich eigentlich aus Selbstschutz aus der Beziehung zurückziehen, mag es aber vielleicht aus falschverstandenem Veratwortungsgefühl nicht tun.
    Liebe Co´s , ich wünsche uns allen viel Erfolg beim Erkennen dieser Grenze und zu wissen, wann man für sich selber die Reissleine ziehen muss....

    Zitat von Gotti

    "......trächtige Männer schlachten..."

    ..Lange war das vlt. "Sinn" eines Kaffeeklatsches für mich. Ballast von meiner Seele werfen. Die Sorgen über meinen Mann mitteilen.

    Naja, hat sich zum Glück verändert.

    Liebe Gotti,

    Du meinst, Du fummelst Dir jetzt im eigenen Kopf und Bauch rum, das ist eine schöne Entwicklung und einen erholsamen Urlaub.

    LG Kaltblut

    Lieber Fritzl,

    Freunde sind meist eingenommen und nicht in der Lage neutral zu denken.

    Als ich damals in das Forum kam, suchte sich meine Frau ihr Forum, ein Damenkränzchen alkoholisierter Frauen, die sich fleißig mit Tips zur Schlachtung des trächtigen Ehemannes austauschten.

    Gut, dass Du in eine Gruppe gehst und hier bist.

    LG Kaltblut

    Hallo Weitsicht,
    grummeln im Bauch ist gut, davon könnte man wach werden und was verändern. Wie Du schreibst,
    “Voraussetzung ist schon, ein Dach über dem Kopf und dass ich Nahrung mir besorgen kann. Dennoch, ich lebe nicht um zu arbeiten, ich arbeite um zu leben.“
    „Alles im Aussen (in den Säckchen) kann ich verlieren, den wahren Schatz
    finde ich in meinem Inneren, auch was Wärme (Kieselsteine) und Reichtum (Diamanten) angeht.“

    Ohne Säckchen sieht es alt aus, da bin ich auch mit jetzt besser ausgestatteter Liebesfähigkeit den Versuchungen und Auseinandersetzungen eher ausgesetzt. Nicht umsonst steigt das mögliche Lebensalter mit dem Polster auf dem Konto. Ich könnte ja mal ein Testament machen und meinen Kindern alles hinterlassen, was sie in mir finden.

    “Massstab ist die "Liebe"“, das ist eben der Unterschied, so lange der Maststab mit Liebe verwechselt wird halten wir unseren Zepter nicht in der Hand und lassen uns von außen abfüllen.

    Was ist jetzt „normal“? Meine Normalität fängt da an, wo es in mir stimmt. Dabei verändere ich mich. Dabei fällt mir ein, dass ich meine Normalität in den letzten drei Jahren ganz schön zerlegt habe. Dabei kommt mir der Gedanke, dass es wohl auch Menschen gibt, die selten oder noch nie in einer unnormalen Situation waren, den sie waren einfach bei sich, sie selbst und die konnten das auch noch einfach so an ihre Kids weiter geben.

    Als ich mich mal fragte wohin, blieb ich hier, weil das Klima unter einer Bettdecke durchaus einem Vulkanausbruch in der Karibik gleichkommen kann. Es liegt wieder in meiner Hand, was ich aus mir mache.

    LG Kaltblut

    Hallo Mieken,

    als ich einige Zeit im Forum für Angehörige war, wollte ich als gutes Vorbild mit dem Trinken aufhören, schließlich war das damalige "Dreckszeugs" der Auslöser für die Beziehungsprobleme und stellte fest, dass ich merkwürdiges Kribbeln und nervöse Reizungen bekam, wie ich sie vom Nikotinentzug gut kannte. Gleichzeitig ging der Kippenverbrauch enorm nach oben. Da wusste ich, dass da bei mir was nicht stimmte und ich körperlich abhängig war. Da gab es dann auch nichts mehr schön zu reden oder auf etwas oder fast oder Grenzgänger oder zwischen Abhängigkeit und starkem Missbrauch zu unterscheiden.

    LG Kaltblut

    Hallo Weitsicht,
    ich habe nicht erlebt, was zur Stechschrittzeit abging, aber vieles war anders, fast alles war anders. Schon viel später, als ich mit 12 Jahren den Sportunterricht verweigerte, um 8.15h, 1970, auf dem Sportplatz erschien, provozierend mit einer angemachten, qualmenden, teuren Meerschaumpfeife meines Bruders da stand und den Sportlehrer dumm anmachte, da hat der mir einfach eine geschossen, die Pfeife demonstrativ zerbrochen und meine Mutter durfte mich in der Schule beim Rektor abholen. Später gab es Riss vom Bruder, war ja seine Pfeife, dann nochmals vom Pa. Alle haben es gut gemeint und sagten: später wirst du mir mal dankbar sein. Das war halt so, ob ich jetzt dankbar bin, na ja, für irgendwas war es gut, zumindest weiß ich heute, dass sie es nicht anders wussten und sie es gut meinten, das sagten sie schon damals.

    Zitat von Weitsicht

    “was meinst Du dazu? Beobachte kleine Kinder und wir werden sehend unterwegs sein.“


    Da meine ich nicht viel zu, denn auf meinem Weg zurück in den Muttermund entdecke ich immer mehr Vergessenes und das ist ein schöner Weg, den ich hoffentlich noch lange gehen darf. Dabei fällt mir gelegentlich auf, dass Erwachsene ganz schön schrumpfen können nicht nur real, auch in meiner Betrachtung.

    Zitat von Weitsicht

    “Sie hätten als sie die Hand zum nächsten Schlag erhoben haben, die Möglichkeit gehabt nicht zuzuschlagen. Bei Erwachsenen nennt man Schläge "Folter", bei Kindern Erziehung. Durch solches Verhalten haben sie sich selbst bestraft, beim Schlagen wie beim emotionalen Missbrauch sind Menschen ausser sich, nicht mit sich selbst verbunden. „

    Wie geschrieben, was in der Schnäuzer- und Folgezeit abging, als eine falsche Handbewegung über Leben- und Tod entschied, dass weiß ich nicht, aber ich habe zwei Jungs, die freudestrahlend ihre Ausbildung beim Bund machten und trotzdem merkwürdig verspielt und scheinbar paar Jahre in ihrer Entwicklung und Selbstständigkeit zurück sind, zum Glück. Ich war in dem Alter was weiter und darf dafür heute zurück finden.

    Zitat von Weitsicht

    “Schau mal, von wievielen Süchten Du Dich bisher befreit hast. „


    Ich weiß nicht, ich habe ja noch alle Süchte und die halte ich auch gut fest, damit ich nicht vergesse wie sie sich anfühlen, wenn sie mir zu nahe auf die Pelle rücken. Vorher war ich nicht normal und jetzt bin ich wieder nicht normal, wo mag ich nur noch landen.

    Zitat von Weitsicht

    …. brauchen wir sie dann noch in Rucksäcken mitzutragen? Für wen? Für was? frage ich mich und Dich dann schon.

    Liebe Weitsicht, lass uns doch was teilen. Behalte Du mal die Säckchen mit den Kieselsteinen, die sind im Winter angewärmt im Ofen ganz gut unter der Bettdecke und gib mir mal bitte das Säckchen mit den Diamanten, denn in der Karibik braucht es keine Decken.

    LG Kaltblut

    Hallo Krüger,

    sieh mal, ich bin Alkoholiker, obwohl ich mich nicht so wirklich erinnern kann, wann ich das letzte Mal einen Vollrausch hatte und bin darauf gestoßen, als ich schon eine Monate als coabhängiger Ehemann hier mit Hilfe des Forums meiner Frau nur helfen wollte. Dabei spielte die Menge keine Rolle, ob das jetzt 1-2 Gläser beim Essen am Tag oder an Wochenenden 1 Flasche Wein am Abend war. Meine Frau hingegen brachte nur die Hälfte meines Gewichtes auf die Waage und verdrücke einen Stiefel mehr und war doch damit ganz klar identifiziert, dachte ich. Das Denken in den Gedanken des Anderen nahm irgendwann mehr Zeit und Kraft ein, als ich in 24 Stunden hatte.

    Dass ich ganz schön mit mir zu tun hatte und immer weiter ab in den Keller ging, bemerkte ich dabei nicht. Zu beurteilen was richtig und falsch ist kannst Du nur auf Dich eingrenzen, aus der Sicht des Abhängigen wirst Du es nicht nachvollziehen können, sei froh darüber und akzeptiere, dass Deine Frau ein eigenes Wesen hat und ist.

    Zitat von Krueger


    Du sagtest: "In dem Augenblick wo ein Verlangen nach einem Suchtmittel da ist, beginnt die Abhängigkeit." Bin ich voll bei Dir, nur wie soll ich mich in dem Moment verhalten.

    Lieber Krüger, ich weiß nicht wie Du Dich verhalten sollst, dass kannst nur Du Dir beantworten, Du wirst wissen was Dein Suchtmittel ist. In meinem Fall war meine Frau meine Droge und der Ersatz für viele meiner jahrzehntelanger angestauten Mängel und einiges mehr.

    Das verstehe ich nicht. Du hast zu einem Paten zugestimmt. Es ist doch klasse, dass Deine Frau Dich gefragt hat, nur, wäre ich Deine, dass ging Dich überhaupt nichts an. Aber was meinst Du mit diskutieren? Du mit ihr oder der Pate mit ihr? Entschuldige wenn ich da verwirrt bin. Wenn jemand seinen Verstand verliert, dann macht es wenig Sinn zu über Dinge zu reden, die Stunden später nicht mehr vorhanden sind, aber Dich mehr belasten können als sie.

    Macht ausüben wollen und über Umwege und unbekannte Gefühle und Gedanken ausüben sind kaum merkbare Unterschiede. Wie Du in den Threads nachlesen kannst, passieren auf beiden Seiten die merkwürdigsten Dinge zur Suchtbefriedigung unterschiedlichster Art.


    Zitat von Krueger


    Unser Beziehung hat sich m. M. n. seit der Therapie negativ verändert und wir haben uns auseinandergelebt


    Du bist ja ein Kerl, ja glaubst Du denn, da wird Geld und Zeit in eine Therapie gesteckt, damit es Dir besser geht und abends ein leicht bekleidetes Haserl freudestrahlend die Türe aufreißt und Dich bedient, wenn Du ins Heim kommst? Wenn Deine Frau sich verändert hat sie den wohl wichtigsten Schritt in ihrem derzeitigen Leben gemacht um zu leben. Das wird für sie nicht einfach sein und da kann es für Dich, als „Normalgesunden“ ruhig auch etwas schwieriger sein. Die Flucht vor der Veränderung ist auch unsere Krankheit.

    Zitat von Krueger


    „Nur schaffen wir beide den Schritt der Trennung NOCH nicht.“


    Wie denn jetzt, Du etwas mehr als sie aber doch nicht so ganz oder habt Ihr beide schon abgeschlossen und seid nur noch finanziell und räumlich verbunden?

    Meine Trennung vollzog sich ab dem ersten Tag, als wir zusammen kamen, wir heirateten, hatten einige tiefe, schöne Jahre und einige weniger schöne Jahre. Ich bin dankbar dafür, dass bei uns all das passierte, was in einer gesunden Beziehung scheinbar nicht passiert, sonst hätte ich nie erfahren, dass es auch noch etwas anderes in mir gibt.

    LG Kaltblut

    Liebe Weitsicht,

    hier ist auch schön, da komme ich doch einfach mal rüber.

    Zitat von Weitsicht


    …..das zeigt uns die Geschichte der Religionen auf. Hier wurde viel Missbrauch getrieben.

    Es wurde Jahrhunderte dafür gesorgt, dass wir weder die Religion, noch die Sprache verstehen. Beide sind überflüssig, wenn wir nicht auf sie hören sondern auf das was ursprünglich in uns ist. Religion ist der scheinbare Verwalter der Spiritualität und Verwalter haben immer eigene Interessen.

    Zitat von Weitsicht

    sich über einen/seinen Mann/Frau zu identifizieren endet tödlich, ich sollte schon zu mir selbst finden wollen, mit allen Licht und Schattenseiten, die in mir vorhanden sind.

    Wie finde ich denn zu mir, wenn das Loslösen vom Umfeld, von meiner Erziehung und meinen Gedanken noch zigmal schwieriger und komplizierter ist, als mich schmerzhaft vom Partner zu trennen. Hätte mir damals jemand was von Herausforderung auf dem Weg zu mir erzählt, wäre wohl eine Ballaballahandbewegung fällig gewesen.

    Zitat von Weitsicht

    Freie Menschen wer möchte die denn? Sie funktionieren ja dann in deren/meinem Sinne nicht mehr.

    Abnormität macht Angst. Wir haben unser Leben lang Angst gehabt und machen plötzlich Angst. Niemand will das.

    Zitat von Weitsicht

    Unsere Beschränktheit wurde uns eingehämmert, damit wir schön klein und abhängig bleiben, ob von Eltern oder Institutionen das war/ist egal.

    Meine Erzieher haben es doch nicht anders gewusst, gelernt, gelebt. Sie können nichts für unsere Entwicklungen. Sie haben nicht gewusst, wie sie durch die Unbeschwertheit des Kindes lernen dürfen. Ich kann nicht gegen mich sein, weil ich anders bin, als meine Eltern als meine Kinder.

    Zitat von Weitsicht


    Solange Menschen Angst haben, werden sie darum buhlen, die Anerkennung und Wertschätzung anderer Menschen zu finden.
    Heute sehe ich die Angst wie eine gute Freundin, die mir etwas wertvolles mitteilen möchte.


    Das ist ja das Unverständliche, zu mögen, was uns Angst macht und dabei das Richtige zu tun.

    Zitat von Weitsicht

    Ich glaube die grösste Qual ist es, zu sterben und nicht mein wahres Wesen (Selbst) gelebt zu haben. Etwas Schlimmeres kann es nicht geben. Süchte gaukeln uns was vor, Illusionen von denen die innere Leere nicht gefüllt werden kann. Satt macht was mich im Augenblick "SEIN" und "FÜHLEN" lässt.


    Was denkst Du denn darüber, dass es ja eine Zeit gab, als wir von all dem nichts wussten und wenn wir es jetzt immer noch nicht wissen würden, würde Dir das weiter helfen?

    Zitat von Weitsicht

    …mit etwas verbunden sein, aus dem wir schöpfen und vertrauen können, denn ein Kieselstein übersteht, woran ein Diamant zugrunde geht.

    Verbunden mit uns selbst, Diamant und Kieselstein in einem, das gefällt mir.

    Da frage ich mich doch heute folgendes: wenn Du Dich aus Deiner Beschränktheit entpanzert hast, offen für das Leben an sich, für unbegrenzte Erfahrung bist, wie gehst Du denn jetzt damit um? Wartet da nicht ein riesiges schwarzes Angst machendes Loch hinter der alten Angst auf Dich, dass es zu füllen gilt, jetzt, nachdem Dich Jahrzehnte mitgeschleppte, den Tag und die Gedanken ausfüllende Altlasten verlassen haben und wie willst Du das jetzt füllen? Säckeweise Diamanten ud Kieselsteine mit rumzuschleppen ist halt ganz schön schwer.

    LG Kaltblut

    Liebe Seerose,

    Zitat von seerose

    1. War mein Gefühl richtig, dass er nach irgendetwas süchtig war?


    Da nur er sagen kann, ob er abhängig ist, wird Dein Gefühl, was Dir sagt was richtig für Dich und nicht richtig ist Dich schon richtig leiten.

    Zitat von seerose

    2. Wenn ja, warum suche und finde ich noch solche Männer? Wann werde ich genesen? Gibt es hierbei ein Punkt, wo man sagt, jetzt ist es soweit?


    Was für einen Punkt suchst Du denn? Hast Du es denn schon mal mit anderen Männern versucht? Als ich vor drei Jahren hier ankam, da dachte ich nicht, dass ich einmal so lange bei der Stange bleiben würde und ich bin gerade erst am Anfang. Bin ich jetzt gesund? Ich bin dankbar einiges über meine Süchte erfahren zu haben, warum ich meine Frau brauchte, dass ich Coabhängig bin, dass ich Alkoholiker bin und mit vielen Süchten im Laufe der Jahrzehnte ausgestattet wurde, denn jetzt kann ich gesund mit denen leben.

    Ich habe mir diese Fragen auch gestellt und mir schon oft ein Gesundheitszertifikat aufgestellt um immer wieder neu zu lernen, dass ich alle Zeit habe die ich habe um mit mir gesund zu leben.

    LG Kaltblut

    Hallo Krüger,

    Zitat von Krueger


    . Allerdings bin ich zu der Erkenntniss gekommen, das wir uns in der Beziehung -vielleicht wegen des vielen Inputs der Therapeuten - verloren haben.

    Das ist doch klasse, wie Therapeuten Eure momentane Entwicklung ankurbeln und Euch zu neuer Denke verhelfen.

    Zitat von Krueger


    Meine Frau hat in unregelmäßigen Abständen eingeschränkte Rückfälle…


    Was ist denn eingeschränkt? In dem Augenblick wo ein Verlangen nach einem Suchtmittel da ist, beginnt die Abhängigkeit. Bei Deiner Frau nach Alkohol und bei Dir nach Deiner Frau, nach Kontrolle, nach Macht, nach Anerkennung Deines wohlwollenden Verhaltens.

    Zitat von Krueger


    Zur Rede stellen bringt in dem Moment nichts und führt nur dazu, das ich zum vermehrten Male meinen Koffer nehmen darf.


    Vielleicht kannst Du das einmal genauer erläutern. Bist Du finanziell, räumlich oder sonst wie neben Deiner evtl. Coabhängigkeit von Deiner Frau abhängig?

    Zitat von Krueger


    ich habe das Gefühl, das ich eine Minderheit bin, in dem ich a.) als männl. Angehöriger mich mit dem Thema auseinander setze und b.) noch einer der wenigen bin, die überhaupt noch mit dem Partner zusammen sind


    Du liegst da richtig mit Deinem Gefühl. Das Verhältnis liegt bei ca. 2/3 alkoholabhängigen Männern und 1/3 alkoholabhängigen Frauen. Betroffene coabhängige Kerle sind anders veranlagt als Frauen, denken seltener und anders darüber nach dass sie überhaupt eigene Anteile haben können und sind in der Regel die Kohleranschaffer, womit sie voll und ganz ausgelastet sind, bis sie überlastet sind. Da so was einem Kerl nicht passiert und das Ausdrücken der Gefühle und Gedanken oft etwas ganz Neues ist, sind sie sowohl hier, wie auch in realen Selbsthilfegruppen eine verschwindende Minderheit.

    Vielleicht findest Du einen Weg an Dir zu arbeiten, denn auch wenn Deine Frau morgen nicht mehr trinkt und ein trockenes Leben beginnen würde, heißt das nicht, dass Du gesund bist oder wirst.

    LG Kaltblut

    Hallo Weitsicht,

    mögen ist so ne Sache, da muss ich mich mir erstmals selbst verständlich machen, so Gefühle und Gedanken für andere verständlich zu machen ist eben wieder was ganz anderes.

    Zitat

    Können Menschen heute uns das geben, was wir als Kinder so vermissten? Oder überfordern wir hier unsere Partner, Freunde?


    Es erleichtert mir das Leben, wenn ich mich an anderen, wie mit einer Partnerin im Bett befriedige oder machtvoll in einer Funktion das Zepter schwinge, aber von außen kann mich nichts befriedigen, das kann ich nur von innen, selbst, ich mich.

    Ich liebe dich, ich brauche dich, mein Held, mein Bester, Größter und Tollster sind heute Argumentationen, die auf die Unterentwicklung einer Partnerin schließen lassen, d. h., abgesehen von einigem kurzen Hin- und Her befinden sich die Menschen nicht auf einer Augenhöhe und das geht dann schnell in die Hose oder zurück auf altes Niveau, das möchte ich nicht mehr und bin dann lieber was schief angesehen aber innen drin gefasster, mein gut gefasster Diamant.

    Zitat

    Ich verstehe nicht, was Du meinst mit, mir vergeben was ich nicht getan habe??? magst Du mir das noch mal beschreiben???


    Was meinst Du denn? Verwirrt Dich Dir zu vergeben? Verwirrt Dich auch noch Dir zu vergeben für etwas Du nicht getan hast? Oder verwirrt Dich Dir zu vergeben für etwas Du nicht getan hast von dem Du nicht weiß dass Du es getan hast?

    Ich bin halt ziemlich gut, wenn ich mir immer vor Augen halte, was ich Gutes getan und gemacht habe. Dabei übersehe ich oft einiges was stinkend an meinen Schuhen klebt. Auch wenn ich im Recht bin, weiß ich nie ob ich nicht schon im Unrecht bin.

    Das geht aber was weiter zurück, bis zur Erbsünde und der Beschränktheit des Menschen auf sich selbst. Ich kann mich ja nur auf das beschränken, was ich verstehen und erfassen kann, was ordentlich abgelegt in meinem Hirn verstaut wird. Heute ist das mehr als vor 3 Jahren, als ich hier landete und trotzdem ist es ein Nichts.

    Wenn mir anlässlich der Suchtwoche jemand seine Geschichte auf der Straße erzählt, entdecke ich wie weit ich mich scheinbar von der Beschränktheit entfernt habe. „Scheinbar“, denn die paar Prozent meiner bewussten Denke bleiben unbedeutend im Vergleich zu dem, was alles in meinem Körper abläuft. Ich muss nicht mehr krampfhaft suchen, warum eine bestimmte Bemerkung oder eine bestimmte Handlung eine Kette in mir auslöst, einen Schmerz, eine unruhige Nacht oder einen Gegengedanken der Rechtfertigung und des Gründe suchen. Dabei ist es unbedeutend wovon das ausgelöst wird, ob durch meinen Körper, eine höhere Macht oder wie immer wir es bezeichnen, es ist einfach so.

    Die Auflösung meiner Beschränktheit erfolgt durch abgeben, ich gebe mich ab und öffne mir meine Schranken. Da bin ich wieder bei diesem paradoxen und unverständlichen „grundlosem Tun“. Wenn mein Verständnis beschränkt ist, mein tatsächliches bewusstes Sein nur wenige Prozente ausmachen, dann brauche ich keinen Grund mehr zu suchen und mache einfach. Ich vergebe mir was ich nicht getan habe. Meine Beschränktheit lässt mich nicht wachsen, ich halte an dem mir Bekannten fest und bin nicht in der Lage „grundlos“ neue Wege zu gehen. Ich brauche dazu Gründe, Rechtfertigungen, Anstöße und Schubser, Macht, Kontrolle, Partner, Süchte. Es soll sogar Menschen geben, die geben einem einfach was auf Maul, wenn sie an ihre Beschränktheit erinnert werden, mitten auf die Fresse. Das tut weh, vorher die Erinnerung, das Abwehren des Schmerzes durch austeilen und die Verarbeitung der Folgen, z. B. im Knast. Meine Mutter hätte mich verhüten können, dann wäre ich wahrscheinlich irgendwem anders auf den Keks gegangen, also spielt das keine Rolle. Eine Rolle spielt die jahrzehntelange Suche nach Geborgenheit, nach grundloser Liebe wie ich sie mir vorstellte. Geben kann ich mir das nur selbst, keine Frau, kein 6s, keine Sucht, kein warum und weshalb.

    Grundloses Tun zur Auflösung der Beschränkung des Menschen auf sich selbst. Ganz einfach, noch einfacher ist es Gründe zu suchen, um nicht in sich hinein zu sehen, sich vor seinen Ängsten zu flüchten und sich und seinem Umfeld das Tun zu beschränken. Nur, kann ich mir vergeben, was ich nicht getan habe, fünfzig Jahre lang? Ich kann mir sagen: Jung, et es alles widder jod und gut ist es.

    LG Kaltblut

    Hallo Krüger,

    heute abend gehe ich Kirschen pflücken, mit Leiter. Es tut mir gut, dass ich einfach so in den Baum klettern kann und überall wo es mir gefällt rumpflücken kann. Ich könnte die nicht verarbeiten und kaum essen, wenn dauernd einer die Leiter halten und hinter mir stehen würde, mir erklärt wie ich wo zu pflücken, zu waschen, zu entsteinen und einzumachen habe.

    Wenn ich für Dich und Deine Frau ein außergewöhnlich aber leckeres Abendessen zubereiten sollte, was denkst Du wäre das beste für Dich?

    a) einen Tisch zu buchen um auszugehen
    b) mit der Videokamera am Fenster aufzupassen dass mir nichts passiert
    c) die Leiter zu halten und mich "unterstützen"
    d) Dich einfach mal um Dich zu kümmern

    Es geht um Dich, weißt Du was das ist?

    LG Kaltblut

    [quote='hope-for-life']Ich weiss, dass eigentlich nur er sich selbst am Schopf aus dieser Sche*** befreien kann, aber gibt es irgendeine Möglichkeit, ihm zumindest einen Anstoß zu geben, dass er sich mit sich und seinem Problem mal anfängt zu beschäftigen.
    Ich will ihm nicht aufopfernd helfen, aber wenn möglich da sein, wenn er Unterstützung braucht, das sollte er wissen.
    [quote]

    Hallo hope-for-fife,

    herzlich willkommen in diesem Forum. Du kannst ihn ganz einfach auf den Weg bringen: indem Du beginnst Dich um Dich zu kümmern und ihn sein Leben leben läßt, das sollte er wissen.

    LG Kaltblut