Hallo Weitsicht,
mögen ist so ne Sache, da muss ich mich mir erstmals selbst verständlich machen, so Gefühle und Gedanken für andere verständlich zu machen ist eben wieder was ganz anderes.
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Können Menschen heute uns das geben, was wir als Kinder so vermissten? Oder überfordern wir hier unsere Partner, Freunde?
Es erleichtert mir das Leben, wenn ich mich an anderen, wie mit einer Partnerin im Bett befriedige oder machtvoll in einer Funktion das Zepter schwinge, aber von außen kann mich nichts befriedigen, das kann ich nur von innen, selbst, ich mich.
Ich liebe dich, ich brauche dich, mein Held, mein Bester, Größter und Tollster sind heute Argumentationen, die auf die Unterentwicklung einer Partnerin schließen lassen, d. h., abgesehen von einigem kurzen Hin- und Her befinden sich die Menschen nicht auf einer Augenhöhe und das geht dann schnell in die Hose oder zurück auf altes Niveau, das möchte ich nicht mehr und bin dann lieber was schief angesehen aber innen drin gefasster, mein gut gefasster Diamant.
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Ich verstehe nicht, was Du meinst mit, mir vergeben was ich nicht getan habe??? magst Du mir das noch mal beschreiben???
Was meinst Du denn? Verwirrt Dich Dir zu vergeben? Verwirrt Dich auch noch Dir zu vergeben für etwas Du nicht getan hast? Oder verwirrt Dich Dir zu vergeben für etwas Du nicht getan hast von dem Du nicht weiß dass Du es getan hast?
Ich bin halt ziemlich gut, wenn ich mir immer vor Augen halte, was ich Gutes getan und gemacht habe. Dabei übersehe ich oft einiges was stinkend an meinen Schuhen klebt. Auch wenn ich im Recht bin, weiß ich nie ob ich nicht schon im Unrecht bin.
Das geht aber was weiter zurück, bis zur Erbsünde und der Beschränktheit des Menschen auf sich selbst. Ich kann mich ja nur auf das beschränken, was ich verstehen und erfassen kann, was ordentlich abgelegt in meinem Hirn verstaut wird. Heute ist das mehr als vor 3 Jahren, als ich hier landete und trotzdem ist es ein Nichts.
Wenn mir anlässlich der Suchtwoche jemand seine Geschichte auf der Straße erzählt, entdecke ich wie weit ich mich scheinbar von der Beschränktheit entfernt habe. „Scheinbar“, denn die paar Prozent meiner bewussten Denke bleiben unbedeutend im Vergleich zu dem, was alles in meinem Körper abläuft. Ich muss nicht mehr krampfhaft suchen, warum eine bestimmte Bemerkung oder eine bestimmte Handlung eine Kette in mir auslöst, einen Schmerz, eine unruhige Nacht oder einen Gegengedanken der Rechtfertigung und des Gründe suchen. Dabei ist es unbedeutend wovon das ausgelöst wird, ob durch meinen Körper, eine höhere Macht oder wie immer wir es bezeichnen, es ist einfach so.
Die Auflösung meiner Beschränktheit erfolgt durch abgeben, ich gebe mich ab und öffne mir meine Schranken. Da bin ich wieder bei diesem paradoxen und unverständlichen „grundlosem Tun“. Wenn mein Verständnis beschränkt ist, mein tatsächliches bewusstes Sein nur wenige Prozente ausmachen, dann brauche ich keinen Grund mehr zu suchen und mache einfach. Ich vergebe mir was ich nicht getan habe. Meine Beschränktheit lässt mich nicht wachsen, ich halte an dem mir Bekannten fest und bin nicht in der Lage „grundlos“ neue Wege zu gehen. Ich brauche dazu Gründe, Rechtfertigungen, Anstöße und Schubser, Macht, Kontrolle, Partner, Süchte. Es soll sogar Menschen geben, die geben einem einfach was auf Maul, wenn sie an ihre Beschränktheit erinnert werden, mitten auf die Fresse. Das tut weh, vorher die Erinnerung, das Abwehren des Schmerzes durch austeilen und die Verarbeitung der Folgen, z. B. im Knast. Meine Mutter hätte mich verhüten können, dann wäre ich wahrscheinlich irgendwem anders auf den Keks gegangen, also spielt das keine Rolle. Eine Rolle spielt die jahrzehntelange Suche nach Geborgenheit, nach grundloser Liebe wie ich sie mir vorstellte. Geben kann ich mir das nur selbst, keine Frau, kein 6s, keine Sucht, kein warum und weshalb.
Grundloses Tun zur Auflösung der Beschränkung des Menschen auf sich selbst. Ganz einfach, noch einfacher ist es Gründe zu suchen, um nicht in sich hinein zu sehen, sich vor seinen Ängsten zu flüchten und sich und seinem Umfeld das Tun zu beschränken. Nur, kann ich mir vergeben, was ich nicht getan habe, fünfzig Jahre lang? Ich kann mir sagen: Jung, et es alles widder jod und gut ist es.
LG Kaltblut