Beiträge von kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    nachdem Häsinnen zu Hasen werden können, Neue zu Alten, Alte zu Neuen und Unmögliches unmöglich ist und die Kerle hier ein unbeachtetes Dasein führen, hätte ich noch ein Kampfkarnickelsahnespritzerchen.

    Als ich erstmals den Hauptdarsteller Alk, meinen Nebenbuhler entfernte, ging es mir sofort besser, aber noch nicht so wirklich.

    Als ich erstmals den Partner mit seiner Krankheit harmonisierte, ging es mir besser, aber noch nicht so wirklich.

    Noch besser ging es mir, als ich alle beide aus meinem Leben verbannte, aber noch nicht so wirklich.

    Am Besten ging es mir, als ich mit allem alltäglich umgehen konnte, es zur Macht des Gewöhnlichen machte, daran arbeite ich.

    Mir gehen die Worte nicht mehr aus dem Kopf: wenn aus Verliebtheit Liebe wird oder anders: wenn mein Mangel an sich befriedigt wird. Die befriedigende Steuerung meines Mangels durch die Gewöhnlichkeit der Vereinigung. Ich nehme mir das was mir fehlt von dem der es hat.

    Spedi nannte mich einmal Masochist und begnadet, bin ich nicht auch Sadist, ein begnadeter sadistischer Masochist? Die Worte waren mir abstoßend bis angenehm, auch geläufig, oft in meinem Mund, als „begnadeter Held“, mit einem „brauchst du das, mich so von oben herab anzustarren“, als „scheiß Gutmensch“, aber verstanden habe ich sie nicht. Alle drei zusammen, in mir, Dinge für die ich ausgeteilt hätte, mich geschämt hätte, auf die ich stolz war, Mangelbefriedigung.

    Was mir dieses Wissen bringt?

    Zeigt es mir doch, dass es auch einfach gehen kann. Ich bin nicht hier, damit das Leben schwer ist. Leben ist einfach sau einfach. Warum nicht einfach eine andere? Wie ich schon vor über 2 Jahren feststellte: wenn es in mir stimmig ist, ist es egal mit wem und warum, so lange ich in meiner Mitte bleibe. In meiner Mitte bleiben ist sau einfach, hat mir doch die Natur etwas ganz Natürliches geschenkt: Leben.

    Zum Schluss bin ich genau da aufgestellt, wo ich nicht hin wollte, in einer paradoxen Doppelzwickmühle, im Widerspruch an sich, ich widerspreche meinen Bedürfnissen.

    Nur getrennt können Zwei frei und uneingenommen lieben, grundlos lieben. Lieben ohne vom Partner und dessen Projektionen eingenommen zu werden, ohne dagegen ankämpfen zu müssen, ohne seine eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken, ohne zu projizieren oder zum titschenden Spielball in der Partnerschaft zu werden.

    Liebe ist ein Prozess der Reife, sie wächst nicht in meiner Hose. Sie ist die Entwicklung der lostgelösten grundlosen Lebensentfaltung in der kein Platz für ist für Druck von außen in jeglicher Form, sei es durch Partner, Eltern, Kinder oder die Mangelbefriedigung durch mich selbst. Die Erkenntnis an sich oder der Schlüssel in meine Gesundheit.

    Ich werde mich so lange weigern dort aufgestellt zu werden wo ich nicht will, wie ich meinen Willen nicht uneingeschränkt annehmend entfalte. Meinen Willen, der durch den Mangel an sich gesteuert wird. Dazu bedarf es nur eines Loslassens und den Mut zu verändern bis hin zur absoluten Lösung.

    Festgehaltene Liebe ist Mangelbefriedigung, Sucht.

    LG Kaltblut

    Im Sinne einer Frankfurter Persönlichkeit, die einmal so ähnlich meinte wie: wenn er heute disputiere und scheinbar im Recht sei, wisse er nie ob er nicht schon im Unrecht ist, die Natur richtet das schon.

    Hallo Ihr,

    Melanie : ich wüsste niemanden, der plötzlich aufsteht und mit Weisheit bestückt ist. Aber ich kenne Menschen, die jeden Tag eine Kleinigkeit dazu lernen. Mein Unterscheid zu vor so 2-3 Jahren ist in etwa, dass ich heute vieles ausdrücken und begreifen kann, was schon lange in mir war. Als der Alkohol nicht mehr die Ursache war, sondern zum Symptom wurde, aus dem Symptom Alkohol die Ursache meine Frau, daraus andere Krankheiten, daraus ich und daraus mein Suchtverhalten als Ursache, dahinter meine Mängel als Ursache und hinter der Ursache die Ursache der Ursache, wobei ich nicht mal sicher bin, ob die letzten Abläufe: erinnern, beweinen, bewüten, begreifen, beenden, schon beendet sind oder sich in irgendeiner Form wiederholen, denn es geht immer nur um mich.

    @Weitsicht: ich habe alle Zeit die ich habe. Warum solltest Du nicht in Einklang mit Deiner Mutter sein können? Nicht andere mit Dir, Du mit anderen. Das kannst Du hinauszögern bis zur letzten Sekunde, da geht es ganz schnell.


    Als heute die letzte Rede für eine Freundin meiner Mutter gehalten wurde, passierte etwas sehr Markantes: 4 Ü80 Damen mit Begleitstock standen im Eingang des Trauerraumes und ein Herr bat ihnen freundlich eine Sitzgelegenheit an. Eine der Damen sagte: Junger Mann, vielen dank, aber wir stehen lieber, in unserem Alter sitzen und liegen sie schneller als das ihnen lieb ist.

    Wenn ich die Wahl hätte, mit einem knackigen jungen Ü20 Mädel über die Straße zu flanieren oder mit einem dieser Ü80 Goldlöckchen im Arm über die Kreuzung zu schlürfen, ich würde immer die richtige Wahl treffen.

    Meine Mutter ist 88 Jahre, wie könnte ich ihr heute noch verübeln, was vor 40 oder 50 Jahren aus welchen Gründen auch immer nicht richtig tickte. Sie wusste es nicht anders, so wie ich es nicht anders wusste als ich noch nicht das Forum hier kannte. Ich nahm sie zur Seite und sagte auf dem schmalen Gehsteig: lass die jungen Männer eben mal vorbei. Die sahen uns an und bedankten sich respektvoll.


    Wisst Ihr, ich bin auf der Welt um Regeln außer kraft zu setzen, um mein Leben zu regeln.


    LG Kaltblut

    Hallohalli,

    erinnern, beweinen, bewüten, begreifen, beenden.

    Das Begreifen sitzt oft an einem lange verborgenen Ort. Das Gefühl hinter dem Gefühl steht urplötzlich greifbar vor mir, an einem stillen Ort und plumpst einfach so in die Tiefe.

    Das mit dem Beenden, das ist so eine Sache. Es kann nichts beendet werden, mit dem ich für mich nicht im Einklang bin. Meine Stimmigkeit, mein Einklang, mein Annehmen ist das Ende.

    LG Kaltblut

    Heute standen da zwei verängstigte Menschen und warteten bis der ratternde mächtige Koloss vorbei war. Da kam auch schon der Zweite und erbebte die gesamte stählerne Brückenkonstruktion. Urinstinkte werden da wach, Ängste, Schutzmechanismen, Überlebenswillen, Kampfansagen, Fluchtgedanken.

    Ich habe die Beine in die Hand genommen, lief schneller als ich dachte laufen zu können, bin erst mit ihm, dann immer schneller laufend hinter ihm her. Ein sinnloses, überflüssiges, ungleiches Tun, aber ich wollte zumindest einmal in meinem Leben einem langen Güterzug Präsenz zeigen, dass es mich gibt, dass ich durchaus mit einen stählernen langen Koloss mithalten kann und wenn es nur Sekundenbruchteile sind.

    Dann lief ich mit gewohnt kleinen Schritten glücklich und zufrieden nach Hause.

    LG Kaltblut

    Hallo platzk,

    herzlich wilkommen hier im Forum und klasse, daß Du erstmal schreibst. Hier hast Du eine Gruppe und Hilfe.

    Wenn Du oben rechts auf Informationen klickst, findest Du weitere wichtige Hinweise. Die Grundbausteine für Coabhängige sind besonders wichtig für Dich.

    In Rechts- und Gesundheitsfragen kann Dir leider nicht geholfen werden, da gibt es Profis für die Erfahrungen haben. Die Menschen hier haben Erfahrung im Umgang mit Alkohol, dem alkoholkranken Partner und vor allem mit sich selbst.

    Schreib und Du wirst Unbekanntes entdecken.

    LG Kaltblut

    Hi Caro,

    und wieder einen tollen Thread entdeckt, danke.

    Ich habe über alle möglichen Menschen immer ganz toll und viel gedacht.

    Da ich nicht wußte, das ich auch über mich nachdenken konnte, kam für mich ein Therapeut nicht in Frage.

    Außerdem war ich Spezialist im Hilfe ablehnen. Lieber fünfmal alleine, davon viermal auf der Nase als einmal zum Spezialisten.

    Dumm, verrückt, irre, durchgeknallt, bin ich heute gerne. Zeigt es mir doch, daß ich Nachholbedarf auf meinem Weg zur Gesundheit habe.

    LG Kaltblut

    Hallo Charly,

    Zitat von charly66


    ich hasse den alkohol, hasse ihn so sehr.

    Ich habe den Alkohol auch gehasst, die ganze Alk Industrie, jeden Verkaufsmeter der von meinem Nebenbuhler in Beschlag genommen wurde. Es war nicht der Alkohol, ich hasste meine Unfähigkeit etwas für mich zu tun.

    Zitat von charly66


    warum meine jungs ihn mögen? weil sie sehen, dass hinter dem alkoholiker ein mensch steht. ein mensch der ziemlich wertvoll is und tagtäglich mit seiner krankheit kämpft. ein mensch, der unglaublich einfühlsam, ehrlich, freundlich und höflich ist, dessen ruhiges wesen sehr sehr angenehm ist.

    Charly, das trifft ja alles zu, aber hier geht es um Dich und Du kannst Dir noch aussuchen, ob Du Dir und Deinen Jungs die Copantöffelchen anlässt und gleich den Mantel mit drüber wirfst oder ob Du anfängst an Dir zu arbeiten. Der arme Mensch wird nicht gesund durch Dich. Durch Kontrolle und Festhalten schaffst Du es aber bestimmt Dich und Deine Kids mit zu armen Menschen zu machen.

    Zitat von charly66


    ich weiß, des is ned richtig so aber mein herz is einfach noch viiiiiiiiel mächtiger als mein kopf.

    …. find ich meinen inneren frieden auch wieder.

    gestern ging es ihm so schlecht, dass ich am liebsten los wär um flasche wein zu kaufen. weiß ja, dann würd es wieder besser gehen.

    Charly, das wäre auch als Beihilfe zu irgendwas zu bezeichnen, ich habe es selbst so praktiziert und meine Frau an ihrem Sterbeversuch fleißig unterstützt.

    Zitat von charly66

    ... aber wenn aus dem verliebt sein erst mal liebe wird, dann is man verloren, ich jedenfalls.

    Wie jetzt, verliebt fast verloren, lieben ganz verloren? Liebe ist doch das höchste Gut was wir empfangen können, geben können, also kann doch da was nicht stimmen. Es steht nirgendwo, dass lieben krank machen soll, muss, tut. Liebe soll uns Leben geben.

    Warum Du? Weil Du den Jackpot geknackt hast?

    Charly, durch Jammern und Mitjammern ändert sich nichts.

    Zitat von charly66

    …würd nie mehr der mensch sein wollen, der ich in meiner ehe war, der sich nix zutraut und denkt, dass er nix schafft.
    alles schlechte hat auch irgendwo sein gutes.
    und den mut, den bekomm ich von der liebe und davon hab ich mehr als brauchen

    Vielleicht bist Du gerade jetzt in diesem Augenblick viel besser als je zuvor und merkst, dass Du noch viel mehr schaffen kannst. Irgendwo hilft es Dir jetzt nicht, denn es geht hier um Dich.

    Was ist denn die Liebe für Dich, an die Du Dich so klammerst?

    LG Kaltblut

    Heute wurde mir erst später warm, so nach 8km, als ich an die lächelnden Menschen denken musste, die ich unterwegs freundlich grüßte, so gar einige Kaninchen blieben unbeirrt hocken.

    Der grimmige Mann mit den vielen Rassehunden, heute sind es noch 3, die schon vor Jahren immer von meinem Fox angemacht wurden, kam auch. Erstmals erwiederte er den Morgengruß mit einer nicht grimmigen Stimme, da war ich überrascht. Ich fragte: wo ist denn der Dritte? Er antwortete: hinten, bei Frauchen, aha dachte ich, also doch drei und einer bei Frauchen.

    LG Kaltblut

    Hallo Lobanshee,

    als ich hier in das Forum kam, habe ich meine eigene Alkoholabhängigkeit noch nicht als Abhängigkeit betrachtet, deshalb antworte ich Dir wie es damals bei mir als Co war:

    Das bei uns etwas nicht stimmte, kam schon nach wenigen Monaten hoch, fast 3 Jahre habe ich vertuscht und verbogen und als ich ins Forum kam habe ich den offenen Umgang mit der Problematik der Coabhängigkeit gesucht, in meiner Familie, mit meinen Kindern, mit meinen Freunden, mit für aus meiner Sicht geeigneten Bekannten. Es ging um mich, also habe ich für mich nichts mehr verschwiegen, die Menschen öffneten sich, was mir Mut gab. Es hat mich oder uns nie jemand darauf angesprochen und was die Leute tuschelten ist deren Ding.

    Ich bin nicht mit einer Fahne rum gelaufen oder habe auf meine Frau gezeigt, das hat sie später selbst gemacht. So haben mich andere Menschen darauf angesprochen, ob und was nicht mit meiner Frau stimmt oder ganz gezielt auf Alkohol. Die Vermieterin, Nachbarn, Geschäftspartner und die Meisten hatten sicher keinen geschulten Blick. Meinen Hausarzt habe ich um Rat gebeten, da wir den Gleichen hatten, wurde er von ihr gleich abgeschossen.

    Daraus resultierten massive Vorwürfe ich hätte und würde. Nach bald 3 Jahren Forum und 1 ½ Jahren realer Gruppe, zig Kommen und Gehen, wird bis heute kaum einer wissen wer ich bin und erst recht nicht wer meine Frau ist.

    Für sie gab es nur noch die Flucht aus dem hiesigen Umfeld, was sie auch umsetzte. Die Zeit in Berlin fiel es mir schwer mit niemandem aus dem dortigen Umfeld darüber zu reden, denn es betraf mich ja auch, also schwieg ich und lies meinen Druck hier im Forum und in der realen Gruppe. Vertuschen oder sogar ihr damaliger Gedanke bei Einladungen den Gästen alkoholhaltige Getränke anzubieten, waren für mich unvereinbar, weder als Co und überhaupt nicht mehr als die eigene Alkoholabhängigkeit angenommen war.

    Was stört Dich daran, wenn Dein Sohn über Dich spricht? Du bist Alkoholiker. Kennst Du den Spruch: Ja klar und was hast Du?

    Es hat lange gedauert, bis ich wusste wo ich und wo was hingehörte, aber alles ist heute an seinem Fleck. Niemand, kein Freund, kein Bekannter, kein Geschäftspartner, keiner in der Familie, keiner meiner Jungs hat je schlecht über meine Frau gesprochen weil sich in meiner Frau ein Teil einer Krankheit offenbarte, von der wir alle Teile in uns tragen. Das Gegenteil war der Fall.

    Sieh es mal so: ich habe es nicht mehr nötig etwas zu vertuschen. Die Menschen die mit mir zusammen sein wollen, die möchten das aus freien Stücken, andere werden gebeten zu gehen.

    LG Kaltblut

    Zitat von katrine


    warum ziehe ich solche typen an. ich traue mich auch nicht, in der realen shg darüber zu sprechen. die halten mich für verrückt. was ist los mit mir.

    Liebe Katrine,

    danke daß Du den Mut hast hier wieder zu schreiben. Mach weiter.

    Wenn Du den Mut findest Dich zu öffnen, wirst Du auch einen Weg finden.

    Ist Dir schon einmal der Gedanke gekommen, daß es nicht um den Alkohol geht, nicht um den Typen und das Spektrum der Fehlgriffe viel viel größer sein kann?

    Welchen Sinn siehst Du in einer Beziehung, die keine Beziehung ist und da beginnt, wo Du Deine Ehe trenntest? Können 10 Stunden Telefonate und der Frühling alles Geschehen vergessen machen?

    Katrine, es geht um Dich.

    LG Kaltblut

    Hallo Ihr Lieben.

    Und plötzlich bist du im anderen Film.

    Als vor knapp 3 Jahren etwas in mir passierte, nach ihrem Infarkt, nachdem ich einige Wochen hier war, ein Beziehungsbuch gelesen hatte und feststellte: außer einer geheimen Kommunikation war bei uns fast alles auf der Strecke geblieben und dann war diese geheime Kommunikation eben das Außergewöhnliche, das Besondere an unserer Beziehung, die Überbindung, die Überliebe.

    Dass die Beziehung nur noch ein Ziehen war, konnte ich mir nicht eingestehen. Warum und weshalb auch, irgendwie war das reparierbar. Alles ist reparierbar. Wenn die Frau trocken wird, wird alles wieder gut.

    Die letzten Tage ging ich die Dinge durch, die so heftig hochkamen, als wir uns endgültig trennten, als sie böse wurde und heftig über mich herzog, das tut auch heute noch weh. Nicht nur, dass ich lange Zeit brauchte um meine Verlustängste zu überwinden, noch länger um die Enttäuschung und bösen Dinge zu verarbeiten, sondern das anzusehen, was mich eigentlich so betroffen gemacht hat. Treffer betreffen mich, nur mich. Jede Berührung ist ein Treffer. Vieles ist nicht wichtig was wichtig erscheint, ich bin auch einmal von meinem Hund gebissen worden, der der treueste Gefährte war.

    Einige sehe ich hier wie mich, einen Sack über dem Kopf, die Liebe als Navi im Hirn, laufen sie verwirrt reihenweise über die Dächer und plumsen kopfschüttelnd und zappelnd in die Tiefe. Im frustigen Matsch ihrer Eingeweide stellen sie dann fest, dass die Liebe nicht geholfen hat. Die Liebe hat vieles verdrängt, hat Flügel verliehen, ist im Sack, mit in der Kiste, weg.

    Der Zustand der Liebe, mein Zustand stand schwarz auf weiß in einem Buch. Mein Zustand verlieh mir Flügel, war stärker als meine Ängste, als mein Bewusstsein, stärker als liebevolle Menschen und ließ mich noch oft aus großen Höhen abschmieren. Dummheit ist nicht schlimm, denn ohne sie könnte ich nichts lernen, dann wüsste ich ja alles, was ich ja nicht weiß.

    Der Alkoholiker ist der bessere Liebhaber.

    Er hat alles dafür gegeben, um seinen Mangel an sich aufzufüllen, nicht mit Geschwätz und Gründe suchen, mit Taten, mit Saufen. Er hat zur Befriedigung seiner Bedürfnisse alles getan was er konnte.

    Als Coabhängiger war ich dazu nicht fähig. Ein Unfähiger, der nicht dazu in der Lage war, seinen Lebensmangel, seine tiefsten Bedürfnisse zu befriedigen, sondern lebte meine Süchte in der Partnerschaft aus. Abhängigkeit vom Abhängigen, die bis zur permanenten, jahrzehntelangen Kriegsschaft und bis in den Tod halten kann.

    So hätte ich auch gleich wieder in die Pampe langen können. Vielleicht nicht wie vorher, sondern als extremes Gegenteil, diesmal genau anders herum, als Überfähiger, der sich einen Abhängigen sucht, um das gleiche Szenario aus anderer Perspektive zu erleben oder mit vertauschten Schaustellern unverändert weitere Lebensfolgen drehen.

    Einerseits ist es meist unmöglich, mit einem gesunden, starken Partner klarzukommen, denn da muss ich ja genau hinsehen, auf mich, auf ihn, auf Veränderungen, das tut weh. Deshalb gehen ja auch so viele oder fast alle Beziehungen auseinander. Zwei müssen hingucken wollen können. Wenn sie es nicht können, nicht wollen, nichts davon wissen, wie soll das gehen? Andererseits heißt es nach einigen Jahren immer noch oder wieder in die braune Stinkemasse gegriffen zu haben, denn es wurde nicht genug verändert oder zurück verändert oder nur auf alten Ebenen ausgekuschelt. Wollen können ist mal zwei ganz schön viel.

    Ich habe ein Beuteschema, eine klare Vorstellung was ich von außen in mich hinein projiziere, was ich will, wo ich drauf abfliege, wo das Liebeselixier aus dem Kopf, schluckend in die steife Hose wandert. So lange wollen können eine Mangelstillung ist, bin ich an mich selbst gekettet und unfrei. Mein Beuteschema ist meine Mangelerfüllung. Ein Mangel, der 50 Jahre gewachsen ist. Dem Mangel kann ich mich hingeben oder ihn auflösen, wie die Angst, sie als kostbares Gut in der Hand halten, von allen Seiten betrachten und mit einem behutsamen Atemhauch auflösen.

    Als ich vor fast 3 Jahren feststellte, dass da unwiderruflich etwas nicht stimmte, hätte es doch eigentlich klick machen müssen. Klick machte nur die Angst vor der Veränderung, vor dem Verlust, vor dem Ausbruch aus dem Gewöhnlichen. Liebe als Angstkiller, als Mangelblender.

    2 Jahre habe ich für die Endtrennung gebraucht, nochmals ein Jahr um so einfache Dinge zu begreifen. Ich bin froh, dass in den vergangenen Tagen eine geballte Ladung Wut in mir hoch kam, hat sie mir doch gezeigt, dass sie nutzbar ist und dass alles einen Sinn hat.

    So gesehen bekommt alles einen runden Sinn, ich, für mich, immer mehr unbewertet grundlos leben.

    Ein schönes Wochenende Kaltblut

    Jedes mal wenn ich mich aufrege, wenn mir fürchterlich etwas hoch kommt, habe ich mich hinterher etwas besser verstanden. Das macht mich zufrieden, denn ich weiß, was auch morgen kommt, heute ist es noch nicht da und übermorgen weiß ich damit umzugehen.

    LG Kaltblut

    Obwohl ich gestern riesige Postionen verspachtelte und mein Gewicht schon vorher etwas nach oben ging, liege ich heute deutlich unter vorgestern.

    Es ist nicht immer alles so wie es sich anfühlt, worauf ich mit Genuß einen riesigen Becher steifer Sahne mit fruchtigem Morgenmüsli verputze.

    LG Kaltblut

    Zitat von Karotte

    Leider haben die "Kerle" die ich treffe auch immer eher verstörte Eltern oder keinen Kontakt.... Schade.

    Hallo Karottin,

    das hört sich fast an wie: die, die ich will wollen mich nicht und die, die mich wollen will ich nicht und dazwischen greife ich immer in die Schei....

    Wenn Du mal richtig sauber machst, ist überall was dran. Da kommt dann wieder der schöne Satz: es fängt bei Dir an und hört bei Dir auf. Also genau dazwischen, in der Mitte.

    Karotten können auf die wunderbarste Art zubereitet werden. Zur Zeit schlage ich sie kleingeschnitten und angebraten mit unter die Sahne für den Spargel. Es kommt immer darauf an was Du daraus machst.

    LG Kaltblut

    Zitat von dagmar007


    Mit 48 habe ich schon die "Abwrackprämie" intus, nur gibt es bei mir keine Euronen wenn ich aus dem Verkehr gezogen werde ;)

    Während der gesamten Zeit habe ich den Kontakt zu einer Leasingfirma, die meines Erachtens eine der wenigen ist, die akzeptabel sein dürfte, aufrecht gehalten.

    Hallo Dagmar,

    verstehe ich nicht, willst Du Dich verleasen?

    Ich bin 50 Jahre und kann mit meinen Kindern körperlich noch ganz gut mithalten, vielleicht nicht mehr lange. Gestern traf ich wieder ein Gruppe Älterer Damen und Herren aus unserem Fach, die haben mir bis 30 Jahre voraus, da kann ich noch lange nicht mithalten.

    Es gibt für jedes Alter eine Zeit und wenn Du Dich mal beim Verwerter umsiehst, dann stellst Du fest: die Neuen verlieren in kürzester Zeit enorm an Wert, die aus dem 50ern und 60ern sind teuer, begehrt und unfallfreie oder gut reparierte landen nie beim Altschrott.

    Ausbebeult und gut verspachtelt bist Du doch und am Feintuning bist Du doch fleißig dran.

    LG Kaltblut

    Hallo,

    heute bin ich zufrieden, denn Ette kann wieder tippen.

    Gestern war ich auch zufrieden, denn etwas erstaunt kam mir eine nette Dame beim Laufen entgegen, nicht im Designer Outfit, auch nicht im letzten Discounter Outfit, eher in einem Dress aus der Zeit, als Discounter noch Lebensmittel verkauften, das Mädchen dürfte stolze E/70 gewesen sein und lief mit eleganten und gleichmäßigen Zügen. Das möchte ich auch.

    LG Kaltblut

    Hi Ayki,

    mit wem willst Du denn Kinder zeugen, mit dem Zufallsgenerator?

    Wenn die Krankheiten zwei Menschen betreffen und sich nahtlos ausdehnen, liegt doch Dein Anteil nur bei Dir, Dein Ex regt sich doch nicht auf, nur Du. Gleichzeitig regst Du Dich über das Verhalten des Kindes auf, das dadurch eine gute Portion Extraaufmerksamkeit bekommt, einfach so, denn es weiß ja nicht was da abgeht. Womit wir wieder bei einem guten Abhängigen sind, der sich auf viele Arten befriedigt: er schafft es Heerscharen zu beschäftigen, dabei ist es doch unbedeutend ob er säuft, sonstige Krankheiten hat oder wie er auch immer sein Ziel zur Sättigung seines Mangels erreicht. Entscheidend bleibt doch, dass der, der darauf abfahren soll nichts ändert, drauf abfährt.

    LG Kaltblut