Hallo Ihr Lieben,
wenn sich Hirnzellen verbinden, passieren tolle Sachen in uns, genauso wenn sie ausfallen, da kommt man endlich zur Ruhe. Als ich noch nicht wußte, daß ich mit 2 Hirnen ausgestattet wurde, ging mir noch vieles am Hintern vorbei.
Das der Darm mit einem selbstständigen Hirnzellen- und Denkapparat ausgestattet ist, der in direkter Verbindung zum Kopfhirn steht war mir neu. Für jemanden, der dachte Mozarella wird aus Bullenmilch hergestellt, ist das schon eine gewaltige Erkenntnis. Ich denke viel mit dem Darm. Es ist eine meiner Stärken meine Gefühle zu verstehen, meine Stärke überhaupt. Es gibt ja verschiedene Stärken, Denkstärken, Handwerksstärken und eben Gefühlsstärken. Als ich meine Stärke wahrnahm, da wurde erstmals gezweifelt, ob ich nicht doch der kleine überflüssige belachte Abschlußmuskel war, denn in den beiden anderen Bereichen komme ich zwar gut zu recht, aber eben anders und kompensiert. Das hört sich ja auch lustig an und die Vorstellung erstmals: der denkt mit dem Darm….. hier sind einige Gedanken von mir…..vielleicht sogar riechbar. Das ist gar nicht so einfach zu verstehen. Es hat aber Vorteile, denn ich kann mir ins Hirn langen, ich kann mich spiegeln, mit der Kamera aufnehmen, komme fast an alles ran, können die Kopfleute nicht, denen muß man erst die Schale aufmeißeln oder aufsägen.
Meine Frau ist ja eine hochintelligente Akademikerin, Analytikerin, ein Kopfmensch, sie kann dafür anderes weniger gut, dafür kann sie nichts. Den Eigenkonflikt, die Vergangenheit, die Unmöglichkeit ihren Weg zu finden, hat sie lange verdrängt und dazu andere mißbraucht. Mich zum Beispiel, als Versorger, als Kompensator. Das mußte so sein, ist ja auch nichts Schlimmes, ich habe sie ja auch heftig mißbraucht, als Kompensator für meine Unterbelichtungen.
Kompensieren, das ist ja auch nicht so einfach. Pepito Mobile, anklicken und dann klicken die Kugeln immer weiter. Nur, wenn eine Kugel nicht OK ist, kann ich die ja nicht anhalten, sie nicht rausnehmen, dann kommt das ganz System durcheinander, dann ist aber auch irgendwann ausgeklickt. Wenn so eine Kugel hoch geht ist damit keinem gedient, muß man rechtzeitig abschalten, so wie ich mich, zeitig vom Netz gehen, aussteigen, den nackten Poppes zeigen, da kommt zwar alles durcheinander, aber hinterher ist alles wieder gut.
Ich kam erst neulich darauf, bei einem Vortrag über Legasthenie. Als Kind war ich mal hier und dort in Behandlung, zum Test, weil ich immer gute Fünfer und Sechser mit nach Hause brachte, daß paßte nicht ins Gutbürgerliche. Gepaart mit Reaktionen aus familiären Unebenheiten, Ernährungsfehlern, lag ich gut im Aussetzersaft. Es gibt Dinge, die mein Hirn nicht so richtig verarbeitet, es kompensiert, da findet ein permanenter Fummelkrams im Kopf statt. So wie eine volle Festplatte, die sich regelmäßig defragmentiert und rödelt. Die Rödelarbeit führt zu Erschöpfung und wenn ich früher zudem noch gestreßt war, gar Ärger hatte, die Beziehung nicht stimmte, die Gedanken verquert waren, der Körper nicht richtig funktionierte, dann konnte ich sehr gut meine Unpäßlichkeiten an meine Frau weiterreichen, mich auskotzen und mit treudoofem Blick auf ein Lekkerchen und einige aufmunternde Worte hoffend warten. Manchmal kamen sie ja, dann war alles schön. Manchmal nicht, dann war alles schön doof.
Heute sorge ich gut für mein Inneres, den Darm, die Organe, den Kopf, ich bemerke Überlastungen und kann damit umgehen, entzetteln, aufräumen, sortieren. Dazu trägt die Vollwertkost bei und es ist erstaunlich, was der Körper alles für Sachen meldet, wenn ich das Hirn einschalte und zuhöre. Ich habe mühe mein Gewicht zu halten, wenn ich nicht aufpasse und genug esse, bin ich schnell 3-5kg im Minus, immer neue Klamotten zu kaufen wird mir zu teuer, aber fit wie mit 30 zu sein spornt an und so überlege ich mal wieder aktiver die Schritte meines Lieblingstänzchen zu üben. Meine Augen zeigen gravierende Veränderungen, das bringt Unsicherheiten in den Alltag, auch das ist korrigierbar, wenn ich es weiß und gelernt habe auf mich zu achten. Achtsam sein ist nicht immer einfach. Neulich sah ich eine Werbung, wo sich die Leute ein koffeinhaltiges Mittel auf die Birne schmieren sollten, damit die Haare nicht so ausfallen. Wer weiß, wer sich das jetzt wo drauf schmiert. Da werden sich Tonnen von Hautcremes und Fetten auf den Körper geschmiert und die Poren verstopft, zeigen die ja auch auf bunten Flimmerbildchen. Damit wird die natürliche Hautfunktion gestört und die körpereigene Pampe wandert woanders hin, z. B. zum Kaffeeklatsch auf den Kopf, manchmal geht auch was in die Hose, das ist dann nicht mehr schön.
Ostern vor 3 Jahren wurden die Weichen durch den Infarkt meiner Frau neu gestellt. Im November 08 wollte ich zum zweiten Mal die Scheidung, das klappte noch nicht, muß ich halt noch was warten, das geht auch schnell vorbei. Einige gute Aderlaßpläne meiner Frau gingen nicht auf, denn ich wurde arbeitslos, damit kann ich gut leben, denn arbeitsreiche Gedanken habe ich genug und so kann ich mich in aller Gelassenheit auf meine neue Zukunft im Gesundheitsbereich vorbereiten. Meine Zeit der Insolvenz hat Justitia dafür mit allen Konsequenzen beendet. 7 Jahre, die überhaupt nicht schlimm waren, sondern angenehm, aufbauend und wegweisend, wenn ich mir überlege daß ich damals ein Suizidkandidat war, läuft es mir kalt den Rücken runter. Ein neues Unternehmen wird in wenigen Monaten aktiv werden, mein altes Fachwissen, die Kontakte und Beziehungen mit den hier schon vor 2 Jahren geäußerten Präventionsgedanken und den Erfahrungen aus neuer Lebensführung verbinden. Das Forum hat mir neue Berufungen eröffnet. Ein Buch wollte ich schreiben, das hat Zeit, es ist in meinem Bauch gut aufgehoben, denn es kommt nicht mehr darauf an wie dick es wird, sondern was komprimiert raus kommt. Ich sehe dem alles gelassen entgegen. Das ist geordnete Zukunft, ich lebe im Heute. Nicht so gelassen sah meine geliebte zweirädrige Italienerin neulich aus, sie wird gerade ausgeschlachtet. Das Rädchen landete bei einem Ausflug in einer Betonwand und löste sich in die Einzelteile auf. Ein spätes Zeichen, daß wir nicht zusammenpaßten. Als das Rädchen kam, was es eine spontane Entscheidung, die heute nicht richtig war, ich war nicht reif für das Teil. Sonst geht es allen gut, es gab einen Schutzengel, der den Fahrer sanft auffing, bevor es bröselte.
Ist schon komisch, als ich hier hin kam, ging es darum was meine Frau in sich reinschüttete, dann darum was bei mir rauskam, jetzt was ich in mich reinstopfe und komprimiere. Das fordert Disziplin, Verständnis, Geduld und Gelassenheit, davon habe ich etwas bekommen.
Als ich hier hinkam, war ich unfähig alleine zu leben. Meine Frau meinte einmal, hier wären nur Beziehungsunfähige. Heute genieße ich es alleine zu leben, denn ich bin nicht mehr alleine, ich und ich wir sind ein gutes Paar, ich bin mit mir in einer engen Beziehung.
Es gab Situationen wo der Genstreueffekt laut nach Befriedigung und Beziehung schrie, wo ein Gegenstück zu Vergangenem, zu meinem fehlenden Ich mich nur zu gerne ersetzt hätte und ich mich gerne ersetzen lassen wollte. Für eine Beziehung war ich noch nicht fähig, auch wenn es im Bauch und juckte. Sie steht nicht mehr an erster Stelle denn ich bin nicht mehr triebwerkgesteuert. Das fordert Disziplin, Verständnis, Geduld und Gelassenheit, davon habe ich etwas bekommen, für den Rest habe ich hoffentlich nochmals 30 oder 40 Jahre und wenn nicht, püh, ich habe jetzt schon ein erfülltes Leben und jetzt geht es ja immer weiter.
Manchmal frage ich mich was denn jetzt eigentlich so schwierig war. In den vergangenen 3 Jahren habe ich nur Dinge losgelassen, die mir nicht gut taten, die ich trotzdem gern hatte. Ich habe gerne getrunken, gerne geraucht, war gerne erschöpft, überdreht, überbelastet, verquert, ich habe gerne Fastfood gefressen, Schokolade, Gummibärchen, Genuß- und Kunstwaren oder mich gerne üppigen Gelagen und Verseuchungen meiner Eingeweide hingegeben, ich war gerne 30 kg dicker und bewegungsfaul, radio- und fernsehverblödet. Vor allem habe ich gerne geliebt, körperlich, geistig, mit allen Sinnen von Sinnen. Eins zu werden, ohne den ganzen Zimbömmel, das dauerte halt, denn ich wußte ja nicht daß ich alle Zeit habe die ich habe. Bis zur Teilnahme an verordneten Tablettenorgien und Infusionen, Schnippelveranstaltungen und Ersatzteilverarbeitungen hat es nicht gereicht, dafür bin ich auch sehr, sehr dankbar. Dieser Zimbömmel, der beinhaltet auch wieder Menschen, Umgebung, Tätigkeiten, von denen ich mich nur zu gerne einnehmen lies, obwohl es mir nicht gut tat. Fatalistischer Masochismus. Kann ich was Fantastisches draus machen. Wenn ich es will kann ich wollen können, kann ich in eine SHG gehen, hier im Forum lesen und schreiben, kann ich etwas für mich tun was mir gut tut.
Wenn ich mit Freunden rede, dann kann es sein, daß mich jemand extrem oder weggetreten oder nicht normal nennt. Früher war ich Außenseiter weil ich glücklich verliebt war und strahlte, da war ich nicht normal, jetzt bin ich glücklich mit mir zusammen und ich bin wieder nicht normal. Für andere, für mich ist das schon OK, denn eigentlich habe ich nur immer mehr das gemacht, was ich 50 Jahre nicht tat, immer ein bißchen mehr, immer Konsequenter, bis es normal wurde. Ich meine, sagt mal einen Alkoholiker, nur ein Tröpfchen das wird dir schon nichts ausmachen, da könnte es was aufs Maul geben oder einem starken Ex-Raucher der noch über 50 oder 40% Lungenvolumen verfügt, heute ist Raucherparty, da geht was. Nur einmal richtig voll fressen, nur eine Torte, nur eine Macdingensbums, nur eine Tablette, nur einmal, nur einmal, da gibt es ne ganze Menge, nur einmal noch mit der/m Ex ins Bett, nur einmal in die Kiste, Deckel drauf, zum Recycling und weg.
Ich komme dann immer wieder zu Spedi: Wege finden oder Gründe suchen. Dann stelle ich erstaunt fest, wie mir wieder etwas an der Schuhsohle klebt, wie einfach es ist einen Grund anzunehmen und nichts zu ändern, wie einfach es ist einen Weg zu finden, wenn ich es will.
Heute koche ich ganz anders als damals, daß macht Spaß und schmeckt. Chemie gibt es keine und ich versuche auch den Rest immer mehr zu säubern. Meine Jungs kommen gerne zum Essen und dann haben wir Spaß. Wir lachen dann oder staunen über die farbigen und lustigen Kreationen aus natürlichen Lebensmitteln, denn auf dem Teller muß es nicht langweilig zugehen, genausowenig wie in der Beziehung oder im Bett. In Kürze gibt es gezopftes Rind, mal sehen was die Kids dazu sagen.
Die Ziele und Vorstellungen für die kommenden Jahre sind klar abgesteckt und ich bin mir sicher, daß ich sie erreichen werde, vielleicht etwas anders als ich es mir heute vorstellen kann, aber ich werde, weil ich der einzige bin der es so kann wie ich es kann.
Meine Krankenkasse dürfte sich beim Forum, dessen Betreiber und Autoritäten für die Kostenersparnis einmal persönlich bedanken.
Die freie Zeit, die ich durch meine geänderte Lebensführung geschenkt bekam und das ist unglaublich viel, wurde gut angelegt, in Bildung, in Erfahrung, in Zufriedenheit, in Gelassenheit, in Gesundheit, in Sport, in eine neue Lebensführung, in Wege, überhaupt „Wege“, ich bin mein Weg und habe alle Zeit die ich habe, die Natur wird es schon richten.
LG Kaltblut
Der Rest steht im Butterweichen und Steinharten, da habe ich Steine weich gekloppt und Butter hartgeschlagen, für die Harten gestreichelt. Ich bin hier nicht alleine. Viel mehr steht bei den anderen. Ich bin hier nicht alleine, alle die hier schreiben hinterlassen ein Stück ihres Lebens, jeden Tag neu, unbezahlbar, kostbar erfahren, einige zahlten mit Lebensstücken.