Beiträge von kaltblut

    Hallo Doro,

    seit ich in diesem Forum bin übe ich loslassen. Anfangs tat es weh und brachte viele neue Gefühle zum Vorschein. Etwas loslassen, für das ich mich verantwortlich fühlte, Gewohnheiten, das meiner Kontrolle unterlag, von dem ich kein Ahnung hatte, Ängste die sich breit machten. Da kam viel zusammen und es war unangenehm.

    Je mehr ich los lies, je mehr Ordnung kam in mich, immer mehr Ruhe, Klarheit, Gelassenheit. Unverständlich, denn mein Leben lang habe ich nur gehortet.

    LG Kaltblut

    Hallo Käferchen,

    Du stellst aber verzwickte Fragen.

    Das Suchtgedächtnis, hm, auch wenn da keine Rezeptoren oder Erbmassen in Bewegung sind, ich habe mir alles in meinem Umfeld abgeguckt, bißchen falsch, aber es ist und springt an wenn bestimmte Wahrnehmungen aufgenommen werden. Ich kann mich etwas konditionieren, aber was da wirklich abläuft, wird mir ein Geheimnis bleiben. Es hat mich krank gemacht das ergründen zu wollen, seit ich damit aufgehört habe, fällt mir vieles leichter.

    Ich bin heute dankbar, wenn mich ein Impuls im Hirn trifft, dann kann ich vorbeugen, für mich und wenn es mir gelingt, dann bin ich froh. Für andere ist das meist unverständlich doof, vor allem wenn sie nicht gelernt haben bei sich zu bleiben und bewerten, aber das geht mich nichts mehr an.

    Vor ein oder zwei Jahren las ich hier etwas von wieder zulassen, wieder fallenlassen, einlassen, in Beziehung gehen, wieder eine normale Beziehung führen. Ich war für so was nicht bereit und sehe erst heute klar vor mir, was da alles für Auslöser, Bremser und Stolpersteine in mir sind. Wenn ich mich z. B. vom Typ Frau wie meine Ex angezogen fühle oder Beuteljagdinstinkt die Nase in den Wind hält, dann muß ich aufpassen, ohne zu denken, nur aufpassen. Wenn ich bei anderen in meinem Umfeld Verhaltensmuster erkenne, wie ich sie an den Tag legte, dann muß ich aufpassen, denn ich könnte schnell dort landen, wo ich nicht hin will.

    Ich bin ja nun mal süchtig, nach einer Einheit mit dem Leben. Ich habe nie richtig gelernt zu leben und brauchte dazu Arbeit, Alkohol, Süßigkeiten, Fressen, Nikotin, Kaffee, Beziehung und was noch alles für Rattenschwänze dran hängen. Irgendwo bei Abführtabletten hörte meine Erkenntnis neulich auf. Es ist unwichtig was da nicht stimmt, es gibt sogar eine Lesesucht, Menschen die sich in Bücher flüchten, um sich selbst aus dem Weg zu gehen.

    Meine Prüfsteine wurden mir in den Weg gelegt, damit ich lerne im Gleichgewicht mit mir, mit meiner Umwelt, mit der Natur, mit meinem Leben klar zu kommen. Wenn ich rückfällig werde, in irgendwas, dann bin ich eben noch nicht lebensfähig und muß nochmals anfangen oder ich gehöre hier nicht hin, dann bleibe ich auf der Strecke, Deckel zu, ab dafür.

    Wenn ich morgen von einer Frau eingenommen werde, nicht grundlos auf sie zugehe oder sie Abweise weil ich Dinge sehe die mir nicht passen, dann kann ich weiter an mir rum fummeln, oben, im Hirn oder es einfach lassen. Das ist aber auch nicht schlimm, die Natur richtet das alles.

    LG Kaltblut

    Zitat von Hartmut


    eine Zeitangabe gibt es da für mich nicht ,da es ein immer weiterführender Prozess ist.
    Ich sehe es wie Kommal und lebe trocken und denke trocken.

    Hallo chiemseefischer,

    jemand sagte mir 18 Jahre nicht zu trinken, aber erst jetzt angekommen zu sein, trocken zu sein, verstanden zu haben, daß es nicht um das "nicht Trinken" ging. Die Veränderung der Gedanken beginnt täglich neu.

    LG Kaltblut

    Hallo Thelma,

    als ich einmal laut aufschrie, warum das alles so schwer sein soll und warum sich meine Frau nicht einfach ändern könne, fragte mich eine Kollegin, wie ich denn darauf käme, daß wenn ich mich ändere und wenn von heute auf morgen alles anders ist, sie es wahrnehmen, verstehen und genauso wie ich es mir vorstellte reagieren könne?

    In dem Maße, wie Du von Deiner Sehnsucht abläßt, kann etwas Neues wachsen. Was hast Du denn bisher zum Loslassen getan?

    Nur zu oft ziehen sich beide Partner durch die Mechanismen der Gewohnheit, Blindheit und eigenen Lebensunfähigkeit zurück in alte Klischees. Ich drücke Dir die Daumen, daß Du Dich gut loslassen kannst.

    LG Kaltblut

    Hi Antje,

    ich war lange Zeit derjenige in der Ehe, der immer reagierte. Ich bekam Gedanken vorgestellt und reagierte, immer wieder und immer wieder.

    Als ich damit aufhörte und langsam agierte, da begann sich etwas zu ändern.

    Es ist ein großes Geschenk, wenn meine Frau es tatsächlich in ein neues Leben geschafft hat. Wir sind heute getrennt und irgendwann ist der Formalkram auch erledigt, aber das war es wert und der Schlüssel lag immer vor mir, gesehen habe ich ihn lange nicht.

    LG Kaltblut

    Hallo Antje,

    mit dicken aufgeladenen Schuldgefühlen war ich immer gerne bereit noch was oben drauf zu legen, denn ich konnte mir selbst nichts abladen.

    Warum soll sich auch jemand trennen, wenn noch was geht? Ich fälle doch auch keinen Baum, so lange er noch Früchte bringt, es sei denn er ist faul.

    Das blinde an der Sache war immer, das meine Objektivitätswaage im Keller war und maßlose Unverschämtheiten in der Verniedlichung verschwanden.

    LG Kaltblut

    Hallo 0345oskar,

    hilft es Dir Schuld zu haben, ändert es etwas wenn Du keine Schuld hast?

    Du hast bestimmt die Grundregeln gelesen, hast Du Dich daran gehalten?

    Du hast kein Recht Deinen Mann zu ändern, ebensowenig wie er Dich, aber Du kannst anfangen Dich so zu verhalten daß es Dir gut tut und etwas ändern, an Dir.

    LG Kaltblut

    Hallo Käferchen,

    für mich bedeutete das erstmal, daß alle die mir zum Trennschmarren rieten einen weg hatten. Wie sollten die Weicheier auch wissen, was ich für ein starker Kerl war, da muß man nur hier und dort und schon ist alles wieder im Lot, denn Co-Abhängige verfügen über besondere Fähigkeiten.

    Bis das Lot irgendwo rum baumelte wo es nicht hingehörte, denn was ich nicht mitbekam war, daß ich die Probleme egal was ich machte mitnahm, sie waren in mir, ich war das Problem. Einsehbar war das für mich lange nicht.

    So wie der Alkoholiker sich von jedem Tropfen fern hält, um dauerhaft eine neue Lebensrichtung einzuschlagen, um das Hirn klar zu bekommen und wenn es noch so lange Monate dauert, bis er erstmals alleine ein Geschäft aufsucht, ist es für den Coabhängigen nicht anders, nur sein Suchtmittel ist aus Fleisch und Blut, schläft oft Seite an Seite und ist in greifbarer Nähe, gepaart mit Lust und Entzug.

    Respekt, wer sich da schnell oder mal eben so wieder zu recht findet. Mir war das nicht möglich, dazu brauchte ich Zeit. Zeit um mich anzunehmen und zu lieben wie ich bin. Zeit um den Partner nicht nur körperlich loszulassen, sondern auch aus dem geistig Greifbaren zu entlassen. Noch mehr Zeit, um Menschlichkeit von Abhängigkeit zu unterscheiden.

    Die Halbwertzeit scheint mir eine gute Formel, über die ich mal lachte und mich hinwegsetzte, um immer wieder von vorne anzufangen. Dieses Jahr werden sich die schönen Jahre mit den weniger schönen Jahren treffen. Für die ganze Zeit bin ich dankbar, sie ist wertvoll und ich möchte sie heute nicht mehr missen.

    LG Kaltblut

    Hallo,

    heute knallten die ersten ohne Eater durch die Gegend, da fiel mir das Laufen schwer, denen hätte ich es gerne mit dem Bike gezeigt, so passieren Unfälle. Ein kleiner Hansel im Rentneralter knallte leichtfüßig und mit hoher Drehzahl an mir vorbei, der hats mir gezeigt, aber ich stehe auf kleine, sichere Schritte. Ein Burgerbelag mit Ohren, Haaren und Leine wollte mir an die Waden und wäre fast unter meinen Schuhen gelandet. Ein Amselkerl machte mich mit weit aufgerissener Klappe an, Braut- und Revierverteidigung, der muß mich verwechselt haben. Ein schöner Morgen, ich bin zufrieden und wünsche Euch einen schönen März.

    LG Kaltblut

    Hallo Melanie,

    wenn ich in einen Discounter ging, dann störten mich die 10m Alkoholverkaufsfläche, im Wagen nebenan die Flaschen, auf dem Rollband die Pullen und neben mir die Fahne oder die Frau mit dem aufgequollenen Gesicht vor mir, die ich verachtungsvoll ansah, auf die ich wütend wurde, weil ich mit mir und der Welt nicht klar kam.

    Es ist ein Stück von mir, aufzuschreien, durchzugehen und zu mir zurückzufinden. Es gibt Grundregeln für Coabhängige, für das Forum, für Alkoholiker, Buchhinweise, Texte für alles, außer wie ich mich auf dem Topf setzen muß, daß muß ich alleine. Ich muß wollen können und können wollen.

    Entweder bin ich bereit mich hier durchzuwurschteln, zu lesen und schlau zu machen, mich zu öffnen und etwas von mir einzubringen oder ich bin einfach noch nicht reif genug dazu. Ich habe ja alle Zeit die ich habe. Damit meine ich nicht mal Wegverfehlungen und Gejammers, sondern tiefe Verwurzellungen, die mit Bequemlichkeit, Dummheit, Liebe und Augen zu nur das Leiden beider verlängern – und da spreche ich aus meiner rotzigen Erfahrung.

    Die Leute kommen und sie gehen, daß ist ihr gutes Recht, ihr Weg, manche brauchen eben etwas länger. Als mein Ältester auf die Welt kam, da hat er erstmal eine auf den Hintern bekommen, dann ging es mit dem Leben, vielleicht ist das heute bei vielen immer noch so.

    Was tatsächlich anders ist weiß ich nicht wirklich. Ich gehe einen anderen Weg als vor 2 ½ Jahren, verstehe viele die hier ankommen sehr gut, aber ich bin nicht mehr so wie ich war. Ich freue mich auch über jeden der in den Sack haut und wieder kommt, wenn sein Wunsch etwas zu tun stärker ist als seine Scham mal in den Sack gehauen zu haben.

    LG Kaltblut

    Hallo Summerdream,

    als ich hierhin kam, da mußte ich doch was für meine Frau tun, ich hatte doch kein wirkliches Problem.

    Auf die Frage warum ich hier bin, antwortete ich viel später mal „zur Selbstbefriedigung".

    Dazwischen liegen allerlei Rotz und Wasser. Mit meiner Geistesstörung war ich nicht wirklich in der Lage zu verstehen was andere schrieben, wie auch, wenn ich mich nicht selbst verstand. Müssen, dürfen, sollen, einfach machen, grundlos tun und keine Gründe suchen, da sind zahlreiche Knüppel zwischen meine die Beine geflogen, bis ich das geordnet hatte.

    Einiges reguliert sich schnell und anderes braucht länger. Die, die hier ihren Sinn und Weg sehen, werden auch durch einen Gedankenschubser nicht in den Sack hauen. Die anderen drehen halt noch paar Runden. Für mich bleibt jeder Willkommen, denn es liegt an mir, ob ich mir die Zeit nehme mich mit jemandem zu beschäftigen oder nicht. Wenn mir etwas nicht paßt, dann kann ich den anderen darauf hinweisen, seine Gedanken nochmals zu überdenken, was er daraus macht ist und bleibt seine Sache.

    Es gibt viele Menschen, die haben nie gelernt einfach zu tun, grundlos, die haben ein Leben lang nur gemußt. Wenn jemand Dinge nicht weiß, wie soll er sich verständlich machen? Da macht es doch gerade erst Freude sich auszutauschen, wenn sich zwei nicht verstehen.

    Ich frage mich auch, ob ich mich noch anders einbringen kann oder muß oder soll. Alles hat seine Zeit. Wenn ich lese wie sich das Forum verändert hat, dann fällt mir zunächst auf, daß ich mich verändert habe und viel Neueinsteiger genau da sind, wo ich einmal war.

    Auch wenn ich Dir jetzt hier schreibe, es auch von anderen gelesen wird, es regt mich an und gibt mir Input auf meinem Weg der Selbstbefriedigung. Mußte ich ja auch erstmal drauf kommen, daß Selbstbefriedigung nicht zwei flinke Hände bedeutet, sondern Friede in und mit mir und das für ganz lange.

    LG Kaltblut

    Hallo Ette,

    dann kannst Du ja jetzt den Anker heben und mal durch neue Gewässer schippern.

    Wenn jetzt das ganze System auf Cocolores aufgebaut wäre, so auf Abhängigkeit von Chefs und so, dann würden wir da nicht mehr reinpassen, mit unseren neuen Entwicklungen und wären für die anderen wieder krank, jetzt wo wir gesund werden. Lustiger Gedanke, vielleicht liegt das ja auch wieder nur in mir.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo Klaus,

    ein herzliches Willkommen.

    Mit dem nur etwas Co-abhängig sein ist das so eine Sache. Wer nur etwas schwimmen kann, geht im großen Teich unter, also paß gut auf wie weit Du Dich vom Ufer wegtraust.

    Wie kommst Du denn sonst mit der Situation klar? Das Du hier schreibst ist ja ein gutes Zeichen, daß da was brodelt und liegen lassen nicht reicht.

    Schreib doch noch was von Dir.

    LG Karl

    Hallo JuJofa,

    vielleicht kannst Du das für Dich etwas ordnen, denn in festgefahrenen Situationen ist es schwer auf dem Teppich zu bleiben.

    Von was für einer Situation schreibst Du denn?
    Daß das Lügennetzt zusammenbricht?
    Was ist denn für Dich ein zweimaliger Fehler?
    Weißt Du denn schon was alles sein wird?


    LG Kaltblut