Guten Tag Ihr Lieben,
die Tage sortieren sich langsam wieder in mir, meine Morgenstunde beginnt sich auf das Frühjahr einzustellen, auf frühes Aufstehen und den vollen Tag genießen. Gewöhnlich gehe ich jetzt zeitig ins Bett, vor Mitternacht und bin spätestens 6 Stunden später ausgeruht auf den Beinen. Dann lese ich, in meinen Lebensbüchern, Sachbücher, Lebensbüchern. Ich habe einen unglaublichen Durst auf Bücher bekommen.
Dann kommt der Augenblick wo ich mich entscheiden muß: Kuscheldecke oder raus. Ich bin über ein viertel weniger, also fällt es mir weniger schwer aufzuspringen, in meine Laufklamotten zu springen, unrasiert, ungeputzt, unverblümt in die Natur zu laufen.
Es müssen keine große zehrende Strecken sein. Es ist dieses füllen der Lunge, das Drumherum, das Natürliche, sogar die stinkenden Abgase der Pendler aufzunehmen, die Bewegung, wenn die Nacht zum Tag wird. Es ist dieses sehen, riechen und fühlen, alles ohne hallo wach. Pendler die mit dem Fahrrad hetzen, Gemächliche, die sogar einen dahergelaufenen Fremden freundlich grüßen, Hundeausführer, die intime Gespräche an Ohr haben, die sie in ihrem Familienkreis nicht führen können oder das huschen und verstummende Kreischen im Dickicht.
Dabei mache ich immer noch kleine Schritte, wie vor bald einem Jahr. Fester, ausdauernder und leichter, fließender, gedankenverloren. Verloren habe ich keine Gedanken, sie sind aufgeräumt und sortiert, gerade.
Ich fühle mich gerader wenn ich laufe, gewachsen, obwohl meine Jungs größer geworden sind, also beginne ich zu schrumpfen oder wie die Freundin meiner Mutter meinte: du jehs in de Äd. Eines Tages werde ich ein kleines Männlein sein, wie meine Mutter eine kleine zierliche Frau wurde, aber noch fühle ich mich gewachsen. Je geradliniger ich mich fühle, je aufrechter laufe ich. Meine Brust ist gewaltig geschrumpft, aber beim Atmen kann ich sie füllen und in mich hineinhören. Dann bin ich wie ein stolzer Hahn, freilaufend, gewachsen, in Eigenhaltung, durch Selbsthilfe. Danke, daß es das Forum gibt.
LG Kaltblut