Hallo,
September, ein Monat voller Power und Dampf, ich habe außen nicht viel bewegt, aber in mir, also Insichtbares. Aufträge schreiben und Ware ausliefern, Paletten schieben, Konten füllen oder leeren, aufräumen, entrümpeln, da sieht man was, selbst an meiner Figur, an meiner Körperhaltung kann ich etwas ablesen, auch wenn es Monate bis zu Veränderungen dauert, ich kann mir auch ins Hirn langen, aber angucken, da müßte ich mir ja eine Microkamera da rein schieben, ob die was sieht?
Zitat von Charmenida
Wer schreibt ist immer von der Dinglichkeit eines Mangels befallen. Da wo nichts geschrieben steht, ist das Leben. Schreiben heißt, solange auf die Dinge einzuschlagen, bis sie ihr Innerstes preisgeben.
Stimmt, wenn ich mich nicht mehr mitteile, bin ich gut eingestellt. Meine Frau meinte damals ich wäre hier um mich zu profilieren, was bin ich da an die Decke gegangen. Ich, habe ich das nötig? Ja, meiner Selbstbefriedigung sind keine Grenzen gesetzt. Ich bin hier in diesem Forum um mit Selbsthilfe meinen Frieden zu finden. Hihi, Eigenhelfersyndrom, mir wird geholfen, na warte, mir helfe ich.
Das Forum ist ein starker Begleiter in meinem Leben. Ich sehe jeden Tag neue Infos und Sätze die mich beeindrucken, die schon lange hier stehen, die neu hinzukommen. Es verändert sich alles immer weiter, in mir. Meine reale SHG gibt mir in Situationen halt, wenn ich es nicht erwarte. Eine prächtige Kombination. Ich habe diesen Monat wichtige Menschen getroffen, die mir unbewußt herzliche Dinge mit auf den Weg gaben, trauriges, krachiges, starkes, liebevolles, gefühlvolles, menschliches und ich habe selten so viel in mich rein gelacht wie in diesem Monat, das tut mir gut, ich werde das häufiger machen. Es wurde sogar clooniert und den Blick einer vor dem verdrehten Übereifert des van Hinten Jungspringers sprachlosen, verstörten Schönheit werde ich wohl kaum mehr vergessen. Die Hindenburg aus der Schlachtkreuzersammlung tauschte jemand gegen ein zackiges Schnellboot, womit mal wieder bewiesen ist: es kommt nicht auf die Größe an.
Im Heute leben, wie die Zeit rennt. Es gelingt mir die Vergangenheit in der Hand zu betrachten und mich auch bei schlechten Erinnerungen gut zu fühlen, wenn ich sie annehme, nicht als Gestern, als passiert, als bedeutungslos für heute, als Erfahrung, als ein Stück meiner Veränderung. Ich für morgen planen, für einen vollen Kühlschrank, für eine gesicherte Zukunft, ich plane jetzt den Mai kommenden Jahres und geschäftlich das Jahr 2011, aber in mir, da bin ich heute, im jetzt, im hier und hier ist eine Minute an diesen PC, heute, hier, bei mir und da kann morgen alles ganz anders sein.
Ich durfte auch erleben, wie Menschen Probleme wachsen lassen und ließen die keine sind, wie Profis, die Eisernen und Steinharten, die urerreichbar weit Fortgerückten Ü20TTT (überzwanzigjahreturbotiefentrocken), urplötzlich da standen wo ich stand als ich hier ankam, wie sie die Situationen meisterten, lachten, sich neu veränderten oder auch noch nicht. Es gibt auch Turbos, ich bin manchmal ein Turbo, esse die Pfirsiche, schlucke noch den Kern und denke das gibt eine gute Verdauung, dabei plumpst der Kern einfach so wieder raus, manchmal sitzt er was quer, aber bis der Kern ausgebrütet ist, zu einem eigenen Bäumchen mit eigenen Früchten gewachsen ist, das dauert was länger. Ich arbeite intensiver noch an meinem Stoffwechsel. Es gelingt mir immer besser meine Trägheit der vergangenen 50 Jahre, den ausgleichenden Streß erzeugenden Aktivismus, gegen innere Ruhe zu tauschen und meinen Stoffwechsel anzuregen, mein Befinden verbessert sich immer mehr.
Es fällt mir schwer andere nicht zu bewerten, ihr Tun, ihre Gedanken, ihr Handeln, wenn es mich direkt und intensiv betrifft, meinen Frieden raubt, scheinbar. Nicht bewerten, nicht die Vergangenheit, nicht morgen, nicht heute, nicht andere, mich schon. Ich bin mir viel wert, das Wertvollste. Ich kann mich in die Sonne stellen und wenn es zu viel scheint einen Sonnenschirm öffnen, dann stehe ich im Licht und es scheint nichts, es ist dann so.
Ein kleines Buch, das hatte ich nicht verstanden, weil es so einfache Menschendinge wieder gibt, da wollte ich es nochmals lesen, um die Essenz der Worte zu finden. Aber wenn ich es doch gelesen habe und alles in mir ist, warum soll ich es nochmals lesen? Ich muß es nicht nochmals lesen, alles ist in mir und der Kern ist schon lange angekommen. Er ist grundlos, in vieler Hinsicht.
Ich habe eine tolle Frau gesehen, sie ist 6 Jahre älter als ich, wo lebt sie, klar ne, von N.Y. nach Berlin gezogen. Sie ist seit ihrem 17. Lebensjahr in einer festen Beziehung, was muß daß für eine unglaubliche Beziehung sein. E/Oktober wird sie durchstarten, ich wünsche ihr einen Chartknaller. Die Welt ist voller toller Menschen, ich muß nur genauer hinsehen. Auch sonst lerne ich interessante Menschen kennen, anders, neu, unbewertet, schwanzlos. Komisch, ich denke nicht mehr mit diesem Organ. Dann werde ich oft wieder nicht verstanden. Ganz schön kompliziert sich verständlich zu organisieren. Ich mein, ich werde ja auch zum Außenseiter. Kein Alkohol, gucken die Leute, keine Fluppe, gucken sie, keine Zeit, gucken sie, Sport, gucken sie, kein wilden Nächte, schütteln sie den Kopf, nein ich esse daß nicht, doofes gucken, anders denken, ganz doofes gucken, da höre ich nur noch häh, häh, häähhäääh? Da fällt mir Curlinger ein, als er meinte „bin ich ein Spinner“, damals hielten wir uns alle für Spinner, bissele bekloppt, waren es aber scheinbar nicht, jetzt sind wir wieder anders, halten uns nicht mehr für Spinner und sind es für die Anderen, komische Gedankenwelt.
Einige Gedankengänge sind weit weg, wie der Führerschein, ich habe ihn immer gehabt, fahre unfallfrei seit Ü30 Jahren, was soll ich da noch an die Pappe denken, an den Verkehr, an Sicherheit, an mich, der Rest ist tief in mir verwurzelt, immer da und wenn nicht, werde ich mit einem Bumser wachgerüttelt.
Neben dem was in mich reinkommt, werde ich mir mal Gedanken machen, warum meine Ehe plötzlich hin war, warum ich der Einzige war der das nicht begriffen hatte, warum das nicht wie in den schlauen Büchern beschrieben funktioniert hat und wieviel von dem das ich meiner Frau vorwarf ist eigentlich auch in mir, bin ich?
Das war jetzt was viel, deshalb kurz spediert: „nur heute, bewertungsfrei, grundlos“.
Wenn ich spediert einen geraden weg gehe, dann heißt das letztendlich nicht anderes wie gezielt, mitten in die Fresse, da wo es weh tut, richtig weh tut, was bei mir geholfen hat, könnte ja auch bei anderen fruchten. Ich packe halt noch was Fruchtfleisch drum rum, aber der Kerne, ist scheiße hart und unverdaulich, an den müssen wir ran.
LG Kaltblut