Beiträge von kaltblut

    Hallo Hedi,

    schön Dich zu begrüßen und klasse, daß Du Dir die Zeit genommen hast auch bei mir zu lesen. Es gibt hier sehr viele Threads und jeder beinhaltet eine Geschichte, ein Stück Leben, aus dem Du schöpfen kannst. Du möchtest klare Worte. Die wirst Du finden, in all den Threads hier in diesem Forum. Nimm Dir Zeit, denn es wird die wertvollste Zeit für Dich und Dein Kind die Du hast.

    Du schreibst, daß er sich als gefährdet einstuft. Etwas krank sind wir alle, bis wir feststellen, es gibt kein etwas. Du schreibst, daß Du mit dem Begriff Co-Abhängigkeit vertraut bist. Wie stufst Du Dich denn ein und was traust Du Dich für Dich zu tun, für innen drin, für ein Leben ohne Abhängigkeiten? Hat sich bisher etwas verändert, außer daß Dein Kerl mit einer anderen rum macht, Du ihm dafür noch dankbar das Kind bringst?

    Wenn ich das richtig verstehe, dann habt Ihr eine ganze Menge gemeinsam weggetrötet und sei froh, daß Du den Absprung geschafft hast. Ich habe lange jeden Abend auch nur 1-2 Gläser Wein genüßlich getrunken, große Gläser, eigentlich war das ein ½l , was 3 Flaschen Bier entspricht, normalerweise hatte ich früher nach 2 Flachen Bier immer einen im Tee. Freitags und Samstags oder wenn die Kinder zum Essen kamen, war es mehr, meist viel mehr. Schön, daß Du ein Kind bekamst und alle Süchte sofort verschwanden. Ich habe meine Süchte oft verlagert.

    War es Euer Wunschkind oder Deins? Meine Frau wollte auch immer noch ein Kind. Es sollte nicht sein, wäre es so gekommen, dann wäre es OK gewesen, aber mit aller Gewalt, nein, ich brauche keine selbstgemachten Enkel. Mit zunehmendem Druck habe ich mich immer mehr entzogen.

    Liebe ist ein wunderschönes Gefühl. Was ist denn gespürte Liebe für Dich und was ist entliebt? Ist das jetzt, daß Du nicht mehr die Gefühle empfindest, die er für Dich hatte?

    Du sprichst von viel Geld. Weg ist weg und kommt nicht mehr zurück. Gelegentlich kosten auch Männer Geld, letztendlich gehören aber immer zwei dazu, einer der gibt und einer der ausgibt, eigentlich geben ja beide aus, mal mit Freude und mal mit Schmerzen.

    Hedi, es wird Dir eine ganze Menge Mist hochkommen, wenn Du beginnst Deine dunkelsten Ecken auszuleuchten, aber es lohnt sich, für Dich und Dein Kind.


    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    gestern waren meine unscheinbare Italobraut und ich unterwegs. Einige Male ging die Bremse nicht richtig, das sah nicht gut aus, einige Male war der Gashahn zu weit aufgedreht und der Speed zu hoch, das hätte schlimm enden können, einige Male ging das Motorrad nicht tief genug in die Kurve und hätte mich irgendwohin tragen können. Blödes Motorrad, blöder Karl. Du weißt, daß du mit schmalen 180er Reifen tiefer und leichter runter gehen kannst, du weißt, daß du viel mehr Schräglage hast als mit der dicken Suzi, du weißt, daß du viel agiler reagieren kannst, du weißt, daß zu schnelles Fahren nicht mit schnellerem Bremsen erledigt ist, zu spät ist zu spät. Entweder fährst du langsamer oder lernst neu, vollkommen neu.

    Ich mag das Teil, aber es ist so leise, der Auspuff, lächerlich, die Tourenscheibe nimmt Windgeräusche, ich merke nie wenn ich zu schnell bin und einige Male war ich viel zu schnell. Mein Ältester meint, das sah schon ganz gut aus, du lernst schnell. Komisches Gefühl, so was von Junior zu hören, aber ich muß einiges lernen. Da harmoniert nichts, da fließt nichts, das ist ein hakiges Gasgeben und Bremsen, ein Gebocke und Gezicke.

    Ich habe noch kein richtiges Gefühl für das Teil. Ich muß da was machen, das Motorrad kann nur auf das reagieren ich tue. Mensch, ich wieder, ich muß was an mir tun, langsam neu fahren lernen, immer ich.

    Meine Frau meinte einmal, daß gewisse Komplexe und Minderwertigkeitsgefühle oft mit schnellen, aufgemotzten Fahrzeugen ausgelebt werden. Ich weiß nicht, alles Serie an dem Gerät, der Auspuff, das Schlimmste was ich je gehört habe, mein Staubsauger hört sich kerniger an, ich glaube, ich mache eine stärkere Birne in die Lampe, hört man zwar nicht, sieht man aber, so habe ich was für das Ego meiner unscheinbaren Italienerin getan.

    Wenn ich dann damit richtig fahren kann, bekommen Straßenrennfahrer im Rückspiegel eine Erscheinung.

    Heute waren die Kinder mit dem Alten unterwegs, hab sie am Ring getroffen. Denke 2000-3000km zur Übung und ich bin wieder sicher im Sattel. Paar Chaoten habe ich trotzdem erschreckt, die als Gefahr für den Straßenverkehr unmöglich alles gefährdeten, auch den Jungen, der wegen seiner Leistungsreduzierung ja nicht voll fahren darf. Er sah toll aus, durchtrainierter Soldat und Sportler in Leder und meinte gleich: die Reifen sind nicht OK, er will neue, mit mehr Gripp. Er weiß aber schon, daß es nicht die Reifen sind, die Reserven stecken in ihm. Der Tag war toll, geiles Bike, manchmal harmoniert es mit mir, da stecken Reserven drin.

    Mit meiner Frau, in meiner Ehe, wird das noch was länger dauern, da ist auch nichts zum Tunen vorgesehen, wir haben nur unser wabbeliges Hirn, 2 Hirne. Was weniger am Gasgriff drehen, was mehr in die Kurven legen ist nicht, wir sind vollkommen und einzigartig, untunebar, vollkommen losgelöst und wollen gemeinsam unseren Weg gehen. Wenn ich fast 50 Jahre Unverständnis in mir aufgebaut habe, dann kann das nicht nach paar Monaten verschwunden sein, zumal wir ja zu zweit sind, jeder trägt sein Chaotenpaket mit sich rum. Aber in einigen Jahren, da weiß ich mehr, es klappt jetzt schon immer besser, manchmal harmoniert es, da stecken Reserven drin.

    Meine Frau meint, die Fenster müssen geputzt werden, die Fliegengitter angebracht werden und hier was und dort was, ich freue mich darauf. Vor einigen Wochen dachte ich noch, für was fahre ich eigentlich nach Hause, bin ich Handwerker, habe ich nichts andere zu tun? Mensch, ich wieder, ich muß was an mir tun, langsam neu lernen, immer ich. Es klappt jetzt schon immer besser, manchmal harmoniert es, da stecken Reserven drin, in mir und es tut gut die Veränderungen zu beobachten, zu beachten, daß mein Verhalten gesund bleibt mich der Gripp sicher durch die Kurve trägt. Da tune ich mein Hirn was weiter und lese.

    LG kaltblut

    Hallo Karotte,

    manche Äußerungen verstören oder schmerzen. Genau dann heißt es nicht so schnell und so weit zu rennen wie wir können, nicht übereinander herzufallen, sondern sich splitternackt regungslos hinzusetzen und sich geduldig in die Augen zu sehen, die eigenen. Schwierig, ich weiß, aber wir lernen neue Gewohnheiten.

    LG Kaltblut

    Zitat von webby

    Aber ich hätte all das nicht eher haben wollen...NEIN...ich bin froh über die Jahre in denen ich einfach nur "dumm" und "naiv" sein durfte.

    Außerdem...ohne unsre "Bruchlandungen" - wären wir nicht was wir sind und würden es wahrscheinlich nichteinmal merken...wieviel wir sein könnten.

    Hallo Kathrin,

    sicher ist, in paar Wochen schießt der erste Salat, da könnte es auch mal eine Landung im schießenden Salat sein.

    Dinge die ich erfahren habe, sind unänderbar gemacht, aber ich brauche gewisse Bruchlandungen nicht mehr und nicht nochmals. Dazu zählen jahrelange Verausgabungen körperlicher, gesundheitlicher, familiärer, finanzieller Art. Alles hat mich bereichert, auch wenn ich alles verloren hatte, vor allem die letzten 2 Jahre, missen möchte ich die nicht, aber anders wären sie schöner in Erinnerung.

    Entspannter wäre es gewesen, wenn das Tun, Drehen und Machen, das Kämpfen, Wollen und Schaffen im Kopf kein Anschlachten gewesen wäre, sondern wenn sich friedvolle Gedanken breitgemacht hätten.

    LG kaltblut

    Hi Ette,

    finde ich super klasse, vor allem so viel von Dir lernen zu dürfen.

    Zitat von Ette


    Ich möchte längerfristig an meinem gesund werden arbeiten.

    Dann mal weiter los. Es ist immer wieder schön, Deine Entwicklung zu spüren.


    Aufwärts geht es Ette, genau wie Du schreibst, in kleinen Dosierungen, voller betrachtet, aber zerfallsmäßig geht es nach unten oder nach oben, wie man es sieht, da es auch in unserer Zeitrechnung noch nicht allzu gewöhnlich ist dreistellig alt zu werden oder ein ½ hundert nicht der statistische Mittelwert ist.

    Was mit 30 anders wäre als heute? Ich hätte das Waffen Arsenal in meinem Kopf 20 Jahre früher in ein weiches Federbett verwandelt und wäre nicht mit Verlusten auf der Fresse geflogen, sondern entspannt, weich mit Salutschüssen gelandet.

    LG kaltblut

    Hallo Ette,

    danke, daß Du mal wieder auf mein Hirn drückst. Wenn wir uns gefunden haben, machen wir unseren Zauber, wir sind der Zauber, wir wurden dazu geboren. Real bin ich nicht in der Lage schnell und spontan zu zaubern, die Versuche endeten zu oft im Zaubertopf, als stinkende brodelnde Masse.

    Weißt Du, mein Lebenszynith ist sicher überschritten, da geht es abwärts, aber die Qualität geht jetzt steil nach oben, intensiv, pulsierend. Dazu gehört auch wachsam über den Rand zu sehen, den Zauberstab aus der Hand zu legen und sich einfach was zu leben.

    Worauf freust Du Dich eigentlich z. Zt.?

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben, hallo sonnige Karotte,

    für mich ist heute Fallenlassen, wie auf die Fresse fallen lassen und in den Poppes nochmals die spitzen Schuhe hinterher, erledigt, Türe zu, so wie ich das gelernt habe: Indianer kennen keinen Schmerz, Hand ins Feuer halten und wenn sie ab ist, ist sie ab, da muß man dann durch, Kruppstahl, deutsche Eiche und so Hirnverbranntes. Ich finde es leider nicht mehr, ich meine Klaro hat mich da einst ausgeklärt, vielleicht kann er es mit seinen Worten besser verständlich machen. Irgendwie ist Fallenlassen wie ein umgeschüttetes Glas Milch, was weg ist, ist weg.

    Loslassen ist jetzt eher wie sowohl als auch. Da hatte ich gewaltige Verständigungsprobleme. Ich kann doch lieben, ohne daß man zusammen ist. Das ist dann eher so wie aus Möhren Karottensaft zu machen. Loslassen und weg um das Beste draus zu machen, für sich selbst. Ich habe das damals so verstanden, nur nicht umgesetzt, weil so etwas Gravierendes, das hieß bei mir: entweder Beziehung oder keine Beziehung, eine ausgesetzte Ehe bedeutete Scheidung.

    Seinlassen das lernen wir hier, wir brauchen nicht die Hand auf die Platte zu legen, um zu spüren wie es brennt, nur oft bleibt das der einzige Weg. Ich weiß noch wie mein Kleiner ins Büro kommt und fragt was das für ein tolles Messer sei. Ich erkläre alles, er nimmt das Messer, sieht sich alles an, klappt es zusammen und hat den Finger auf der Schneidseite, ab ins Krankenhaus. Wie haben unendliche Stories von unseren Kids, aber als reife erfahrende Menschen noch laufend auf die heiße Platte zu langen? Irgendwie ist das wie ohne Höhepunkt keinen Tiefpunkt zu erfahren.

    Zerrissene Jeans und rote Juppiturnschuhe, ich muß das nicht haben um mich wohl zufühlen, alles in der Tonne, Ärzte, in der Lifeaufzeichnung heißt es übrigens anders: wie ich wieder ausseh... Ich versuche mich gerade zu normalisieren. Es gibt aber Dinge, die wird meine Frau nie verstehen, da fehlt ihr was. Ich bin nach der Kinderpause 10 Jahre mit einem japanischen Kardantier unterwegs gewesen, dann kam die kleine rote Italobraut mit den zwei riesen Dingern und den offenen Tüten und ich war weg. Das war der Wahnsinn, aber sie war noch anfälliger als meine Frau, da mußte sie weg. Suzi hat mich dann wieder auf Fordermann gebracht, was ein Tier, 126Nm am Riemen, das war was. Meine jetzige ist wieder ein Zweizylinder, in Kunststoff gehüllt, unauffällig, erfolglos, leise, zahm, aber man kann da was Gewaltiges raus kitzeln. Das liegt jetzt nur an mir, ob ich gelassen meine Bahnen ziehe oder durchknalle und überkitzelt in Einzelteilen an einer Leitplanke klebe. Ich erlebe da gerade etwas ganz Neues, unglaublichen Spaß beim Fahren auf 2 Rädern, heute auch auf Einem (hihi), wie in meiner Ehe, daß ist dann irgendwie das Einlassen nach dem Seinlassen. Meine Frau und ich, wir sind zusammen gewachsen, nicht zusammengewachsen. Eins sein, verwachsen zu sein, große Liebe habe ich das mal genannt, beidseitig abhängig zu sein, sich ineinander fallen zu lasen, das hatte auch was, da geht ein Teil kaputt, wie Abflug, Leitplanke.

    Heute war Sesseltag, Therapiestunde, den Monat Revue passieren lassen. Eigentlich habe ich 3 Dinge für mich festgehalten:

    Daß das ganze Leben Veränderung bedeutet und manchmal habe ich mich festgebissen, z. B. an meiner Frau, bis hin zum Selbstbetrug, für den Anderen verantwortlich zu sein, da beginnt eine liebevolle Selbstlüge und wir geben uns dann noch viele Alibis und merken nicht, wie uns eine lange Nase wächst, die kommt in die Speichen, dann haben wir es wieder, Abflug, Leitplanke, kaputt. In Freiheit das Leben genießen heißt loslassen und dann kann die Liebe ganz ungezwungen zurückkommen, kann, muß ja nicht.

    In dem Zusammenhang hatten wir noch was Anatomieunterricht. Ich finde die Äußerung interessant, daß bei den meisten gewöhnlichen Tieren, ein horizontales Gleichgewicht zwischen Hirn und Geschlechtsorganen besteht. Bei Pflanzen erfolgt die Befruchtung eher in der Krone, also in den Blüten und dann geht was ab in den Boden und gedeiht. Beim Menschen ist das umgedreht, da passiert was unten und der Kopf sitzt funktionsuntüchtig oben und oben kommt oft was aus dem Gleichgewicht. Dann geht auch unten nichts mehr, es sei denn, wir stellen uns auf den Kopf, das ist schwierig und dann geht eben viel am Popo. Da geht bei uns nichts, weil nichts mehr funktioniert, das ist doof. Da geht bei uns nichts mehr obwohl es funktioniert, das ist saudoof, irgendwie tierisch, so was Unnatürliches gibt es in der Natur nicht. Da bin ich irgendwo wieder im Hirn, natürliche Zufriedenheit beginnt im Kopf, auch die Liebe, in dem wir loslassen und alles wieder an seinen richtigen Platz wandern lassen. Ich glaube bei den fleischfressenden Dinos war das auch so wie bei uns, die sind dann ausgestorben, die Natur regelt das alles.

    Dann haben wir noch was über meine momentanen Sichtweisen gesprochen. Wenn ich jetzt Dinge bei meiner Frau sehe, bei mir, in meiner Firma, in Konzernen, Strukturen und Fehlhandlungen erkenne, auch meine ganzen Jahre und wenn ich mich jetzt wieder mit meinem Umfeld in Einklang bringen will, dann ist das ganz einfach: glücklich und zufrieden sein, so wie es jetzt ist, mit mir. Wenn andere, Freunde, Kunden, Firmen, Konzerne, was auch immer anders sind, ist das deren Sache, ich habe mich freigelegt zu einer glücklichen Zufriedenheit, ich bin meine Goldader und die wächst aus der Gelassenheit. Das stimme ich jetzt noch was auf laufende Veränderungen und meine Gelassenheit ab, dann stimmt es wieder und alles fließt in die richtige Richtung, ja, klar, da kommt auch schon mal Granit, die Bohrer werden stumpf, brechen ab oder was weiß denn ich, vielleicht läuft mal einer mit ner Leitplanke über die Straße und genau dann komme ich da an. Heute ist alles OK, morgen sehen wir mal.


    LG Kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    hieß ein Lied nicht Colinka? Von mir aus kann ich alles sein, entscheidend ist doch wie ich damit umgehe und das lernen wir, gelassen und zufrieden damit leben, egal was wir bekommen. Da fällt mir spontan ein, weil ja auch so viele Frauen Cos sind, daß manche eine Kalinka bekommen und sich von Tag zu Tag japsend hangeln, andere von Mutterglück einfach glücklich strahlen.

    Webby, warum sorry, ich freue mich doch auch daß Du mal vorbeischaust. Da fällt mir der Ärztesong ein: ... Junge ....und wie du wieder aussiehst...geiles Lied. Die Worte gab es schon vor 40 Jahren von meinem Paps.

    Bokins, solange wir es zulassen, sind und bleiben wir alles Mögliche auf der Welt, was in unseren Kopf paßt.

    Ette, schön daß Du mal wieder mit dem Zauberstab über die Tastatur gehst. Loslassen zu erfahren ist etwas Wunderschönes, Einlassen aber auch und es tut mir gut, mich wieder mit meiner Frau einzulassen. Funktionieren kann das aber nur wenn wir Zwilling sind, zwei die sich einlassen und sich dabei frei gewählt wohl fühlen.

    Die mir etwas um den vorderen Mittelkörper durchhängenden Massen können relativ einfach in Fasson gebracht werden, anstrengungslos, wenn ich daran Freude habe. Freude zu leben, Freude ein selbstständiger Zwilling zu sein. Eigentlich geht alles im Leben einfach, wenn ich eine gewisse Gelassenheit besitze, Freude und Zufriedenheit empfinden kann.

    Nö, Unschuld hab ich keine, hab ja auch keine Schuld. Vielleicht war ich heute was schnell auf der Autobahn unterwegs, hoffentlich hat mich keiner gesehen, aber das war so was von geil, mit meiner neuen Geliebten, eine ranke Italienerin, ein lammfrommes wildes Tier, wir lernen gerade ganz neue Dinge. Hättest Du mir von 25 Jahren gesagt, daß ich in 25 Jahren auf so was stehen würde, ich hätte Dich nur kopfschüttelnd angesehen.

    Ich lasse mir die ganze Zeit skybird auf der Zunge zergehen, mir gefällt es:

    Zitat von skybird


    ...zum Thema "müssen":

    LG Kaltblut

    edit summerdream: bitte keine zitate - thx

    Hallo Karotte,

    Du bist eben was ganz Besonderes, Dein Typ weiß das noch nicht zu schätzen und Du Dich auch bald:

    Zitat von Karotte


    ... das Abstand das Beste ist?

    Genau, leere Batterien, getrennte Wege, einseitig benutzte Betten, verschlossene Türen, abgeschaltete Telefone, ungelesene SMS, nicht abgeholte Emails, geänderte Paßwörter. Hamsterrad anhalten, Achterbahn verlassen, vom Karussell abspringen, Dich um Dich kümmern.

    Zitat von kaltblut

    so lange Dir „Termine“ wichtiger sind als Du Dir, irgendwas nicht richtig funktionieren kann

    Zitat von Karotte


    ...hast Du das Gefühl? Das sind ja alles Termine FÜR mich und meine Gesundheit????

    Klasse, das ist doch alles toll. Entschuldige, für mich hörte sich das so an wie, zwischen den vielen Termine mache ich mal schnell meine Beziehung OK. Das ist kein Auftrag, auch kein Projekt, das ist eine Lebensaufgabe, so wie ein Kind machen, bekommen, groß ziehen und dann immer noch.

    Zitat von Karotte


    Was Du so über deine Frau schreibst...ja das Gefühl hab ich auch, wobei es klingt als hättest Du Dich etwas besser abgrenzen können...dieses Lechzen nach "Aufmerksamkeit" von Ihm...und Liebe...und diesem ...und jenem...ich weiß das muß ich für mich selber lernen und erledigen...deswegen auch die ganzen "Termine", das soll mich ja alles dabei unterstützen...
    Hast Du ne Therapie gemacht?

    Ja ich habe eine Therapie gemacht, eine Selbsthilfelangzeittherapie hier im Forum und mich über ein unendliches ½ Jahr abgelechzt. .......aus Liebe fallen lassen, was für ein Elend, sich selbst zu kasteien, damit der Andere Dich noch mit triumphierendem Lächeln kastriert. Glücklich sind die Verstörten, die nicht lieben, sich nicht binden können und bei der kleinsten Unstimmigkeit reiß aus nehmen, das waren eigentlich immer die, die ich als Bindungsproblematiker bedauert habe, aber irgendwie gehöre ich jetzt dazu. Febr 07.

    Dann wurde ich noch über den Unterschied zwischen „fallen“ „los“ und „sein“ lassen aufgeklärt. Von da an war ich was therapiert, um mir von Zeit zu Zeit meine erhöhte Dosis zu verpassen. Wahnsinn, wie die Monate verfliegen und was ich mir alles Überflüssiges verpaßt habe, aber wer weiß daß schon, ich konnte und wollte es nicht wissen. Heute habe ich Zeit, ich nehme sie mir, es ist meine, für mich. Als meine Frau dann aus der LZT kam und meinte ich solle mal was für mich machen, da habe ich dumm geschaut, ich besuche immer noch einen Therapeuten und gehe wenn ich hier bin in die reale SHG. Ansonsten, bin ich oft hier.

    LG kaltblut

    Hallo Karotte,

    wie die Therapeutin sagte: er ist nicht das Thema, Du wärst ja dann das Thema, egal welche Kunst, schmeiß den Entsafter an und mach Möhrensaft aus ihm und für Dich Karottensaft und dann hörst Du nochmals in Dich.

    TaiChi ist eine Kunst, Leben ist eine Kunst, Du bist Deine Kunst und guter Karottensaft auch. Deine Therapeutin, meint vielleicht, daß so lange Dir „Termine“ wichtiger sind als Du Dir, irgendwas nicht richtig funktionieren kann.

    Da fällt mir die meinige Holde ein, bevor ich morgens aus dem Haus ging, noch einen Abschiedsblick ins Schlafzimmer warf, wie von Geisterhand ein Auge aufging, sich die Lippen spitzten, ein Arm nach oben schnellte, mich packte und sie mir liebevoll mit einem Morgenkuß einen schönen Tag wünschte, der Tag war gerettet.

    Meistens so gegen 23h, saßen wir am Tisch und ihr Kopf ging stolz nach hinten, ihre Lippen spitzten sich wieder, diesmal eher erotisch, lustvoll und mächtige Wortsalven machten mich ziemlich nieder. Kurze Zeit später torkelte sie ins Bett und schlief, ich meistens 2 Stunden später hinterher, bis ich alles verarbeitet oder mich ellenlang schriftlich gerechtfertigt hatte oder vor dem Fernseher paar Stunden einpennte.

    Ich bin überzeugt, wäre ich nicht hier auf diesen Seiten gelandet, ich hätte das noch viele Monate länger durchgehalten oder Jahre und wir können die tollkühnsten Durchhaltekünste entwickeln.

    LG Kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    nachdem ich jetzt 1 ¼ Jahre in eigener Wohnung gelebt habe, ist sie zum 30.4. gekündigt. Fast alles was ich angeschafft habe wird wieder verhökert, rausgeknallt und zwischenzeitlich habe ich etwas Unordnung bzw. es ist ungemütlich. Was ich da so alles beim Ausräumen meiner Schränke finde: Liebesbriefe, Jahre oder auch Beziehungsreklamationsschreiben. Vor einem Jahr saßen wir zusammen und wollten eine Aufstellung für unsere Wünsche, Ziele und Bedürfnisse machen, irgendwie wurde da nie was draus. Das Skript fiel mir jetzt in die Hände. Es wäre eine schöne überflüssige Beschäftigung gewesen, die Schaffung einer Trennungsgrundlage, an der wir schön die unpassenden Dinge hätten ablesen können, Alibis für unser Tun gefunden hätten und wahrscheinlich all die kleinen Keimlinge in uns übersehen und untergegraben hätten.

    Ich habe meine Frau gefragt, ob ich das alles entsorgen soll oder ob sie es noch aufbewahren möchte. Sie meinte, daß sei meine Sache, da wollte ich alles durch den Reißwolf jagen, packte mir so einige Seiten und las. Jedes Wort kann ich nachvollziehen, den ganzen Müll einiger Jahre. Aber da war noch mehr, liebevolle Zeilen, wie ich sie noch nie vorher gehört habe, wie ich sie seit langem vermisse. Ich nehme alles mit, denn das Leben besteht nicht nur aus Müll, nicht nur aus Freuden, es bleibt sowohl als auch.

    Bin ich überhaupt noch Co oder nur noch ein ganz kleines Cochen? Bin ich jetzt wieder Co, weil ich zu meiner Frau ziehe, weil ich mich für sie entschieden habe, weil ich sie immer noch liebe und weil sie immer noch meine Frau ist, weil ich sie vermisse? Wäre ich ein anderer Mensch, wenn ich einsam Rinder in Blumenau hüten, im Businesstrubel mein altes Pensum absolvieren würde oder als einsamer Wolf täglich um die Häuser ziehen würde? Ist es nicht egal, was ich habe oder bin oder wie ich scheine, denn ich trage doch alles in mir, mich und so lange ich mich nicht gelassen ertrage, mich nicht selbst aufgeräumt habe, ist alles andere Makulatur, Lebensmakulatur. Nur ich kann mich aufgeben, so lange ich mich nicht aufgebe kann ich mich nicht verlieren, so wie damals meine Kinder oder meine Frau.

    Jedes Teil, jeder Nagel, hat mir damals etwas gegeben, das war einfach ein schönes Erlebnis, meins, nur für mich. Ich hatte unvergeßliche Erlebnisse, Erkenntnisse und Trauerschauspiele. Jetzt bin ich froh, wenn dieser Abschnitt schnell beendet ist. Durch die neuen Mietvertragsbedingungen brauche ich nicht zu renovieren, ich lasse die Makulatur einfach zurück.

    LG kaltblut

    Hi Karotte,

    als bei meiner Ex und den Kids das erstemal der neue Lover auftauchte, da bekam ich das Platzhirschsyndrom und dachte meine Kids an ihn zu verlieren, was bin ich im Kreis gelaufen, ein fremder Kerl in meiner Hütte, bei meiner Ex. Wir waren schon geschieden. Verlieren können nur wir selbst, wenn wir es wollen. Ich habe meine Kinder nie verlieren wollen, es sind und bleiben meine Jungs. Der neue Lover und ich, wir sind Freunde geworden und die Kids stehen auch zu ihm.

    Glaubt das Tier in Dir es ist aus oder willst Du daß es aus ist? Was meinte Deine Therapeutin?

    LG kaltblut

    Hallo bokins,

    Du hast ja nun eine ganze Menge erarbeitet und Fragen an Dich, Dir Hausaufgaben angedacht. Wenn Dein Mann mit edelsten Sternen bearbeitet wird, kommt ja Gewaltiges in Bewegung und das wird dann auch nicht vor Dir halt machen.

    Wie denkst Du denn die Zeit für Dich sinnvoll zu nutzen? Ich lese bei Dir, daß es nicht mehr um Ponyzureiten geht, sondern daß Du Dich auf eine gewaltige Lawine schwingen wirst und die wird Dich gespannt packen.

    LG kaltblut

    Hi Spedi,

    Du wirst mir langsam unheimlich, sitzend, fischend, Gewicht veraalen. Ja, einfach Klasse, Hut ab.

    Ich habe geübt, Großstadt-Parkplatz-Fishing. Das ist so: nachts ungünstig parken, morgens auf dem Balkon die Sonne genießen und bei bestimmten Tür- und Motorgeräuschen nach unter fliegen, der bereits besetzten Stellfläche nachtrauern, nach oben und wieder Grundsitzhaltung einnehmen, wobei sich der Gewichtsverlust in Grenzen hält.

    LG Kaltblut

    Hallo Bokins,

    wie auch in einer realen SHG kannst Du auf Deine Art Deinen Senf dazu geben, nur zu, Holzhämmer sind auch willkommen. Ich schreibe hier für mich, um Dinge öffentlich zu tun, die mir gut tun, die vielleicht auch andere verstehen. Wenn mir jemand sagt ich sei durchgeknallt, was ich oft war, kannst Du alles nachlesen, dann kann ich an die Decke gehen, es annehmen oder nichts tun. Ich habe oft gesehen, daß ich mich selbst nicht verstanden habe, aber irgendwann schon und da haben mir auch fremde Fragen geholfen.

    Ich erinnere mich aber auch daran, daß hier riesige Komplexe abgehandelt wurden und ich dachte, sorry, fühlt Euch bitte nicht angegriffen: Weiber, was die für einen Sch.. schreiben. In meiner damaligen Situation war ich weder in der Lage zu verstehen, noch zu hinterfragen, noch zu begreifen, für mich hatte vieles mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun und das hieß: sch. Alk, ich will meine Frau zurück. Auch habe ich mich mit vielem beschäftigt, viel mit anderen, viele Texte geschrieben, aber nicht abgesetzt und das war gut, irgendwann habe ich den Überblick verloren, nur mit mir, da habe ich mich dann doch nicht so richtig beschäftigt, das dauerte verdammt lange, auch weil es sehr unangenehm war und wieder weh tat den Dreck rauszulassen.

    Der Coatch meiner SHG macht das 34 Jahre, der weiß was, der lernt jeden Tag dazu. Ich finde es wunderschön, das ist Leben, pures Leben, so komplex und so individuell, es paßt nicht in ein Buch, das sind unendlich viele Bibliotheken voll. Als ich hierhin kam, da dachte ich auch irgendwo steht genau was ich tun muß, Anleitung 2037 ist für mich, irgendwer wird mir schon sagen was zu tun ist. Es gibt diese Anleitung, sie heißt 2036, ich habe sie zigmal überlesen und bis heute nicht gefunden, ich muß sie für mich schreiben, nur für mich. Ich mache dieses Jahr die 50 voll und bin gerade mal 2 Jahre da, das ist nichts, aber es tut mir unendlich gut, diese zwei Jahre haben mich verändert.

    Wenn jemand nicht meiner Meinung ist, dann habe ich ein Problem, aber nur wenn ich damit nicht leben kann, nur, ich könnte selbst dann damit leben, wenn hier ein nackter Hintern über den Monitor hüpfen würde. Ein richtiges Problem habe ich nur dann, wenn es mir richtig weh tut und ich mir dieses „Richtig Weh“ nicht genau ansehe, bis das der Schmerz fort ist. Und jetzt glaube mal nicht, daß ich dazu immer bereit oder in der Lage wäre. Wenn der Alk oder Co verschwinden, wenn wir das Glück haben das gemeinsam in einer Ehe oder Beziehung zu erleben, dann gehen wir erst in die nächste Runde und in die Nächste und in die Nächste. In jeder Runde gibt es ein entweder oder, oder ein sowohl als auch und jeder hat ein Geburtsrecht auf sein eigenes Leben.

    @ Rose, ich bin als Co hier gelandet und lernte alkoholabhängig zu sein. Ebenso habe ich lernen dürfen, daß es kein bißchen Co und kein bißchen Alk gibt, sondern es gibt nur ein klares Ja oder Nein und daß wir uns alle, das mag jetzt einigen Co-abhängigen nicht mehr schmecken, ab einem bestimmten Punkt nicht mehr unterscheiden, vielleicht noch, durch die Anzahl der auf der Lauer liegenden Rezeptoren.

    Meine Frau steht zu ihrer Krankheit, geht einen geraden Weg, sieht die Dinge manchmal anders als ich, wodurch wir gelegentlich aneinander gerieten, aber das ist ihre Sache, sie ist im 10 Monat trocken und besucht regelmäßig 2 Gruppen. Sie findet, daß ich hier zu viel Zeit verbringe, daß vieles nicht in die Tiefe und am Thema vorbei geht, nicht hilft, überflüssig ist und hier nicht diskutiert wird. Das kann sie, messerscharf, Eingeweide abschneidend, da war ich immer ganz schön hilflos. Jeder muß seinen Weg gehen, Hauptsache trocken.

    LG Kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    es gibt Dinge in meinem Leben, die haben mich immer kolossal aufgeregt, z. B. Schach spielen. Nicht nur, daß ich die Regeln und Züge lernen mußte, ich mußte auch noch jedesmal mitdenken, was der andere wohl für Züge macht und dann wie ich reagiere und dann wie wohl der regiert und dann war irgendwann Ende, mit dem Denken. Die Meisten spielten eh so doof, da konnte ich einfach gewinnen, paar konnten das schon besser, da machte es Spaß, auch das Verlieren, aber am Meisten Spaß machte es einfach drauf los zu donnern, egal wie das ausging und dabei oft noch einfach so zu gewinnen.

    Als ich hier im Forum landete, waren Alk und Co eine gewaltige Herausforderung. Jetzt habe eigentlich keine Seelenschmerzen mehr, vieles hat sich in mir aufgelöst, dafür wurde gehämmert und geschliffen, immer wieder gewienert und poliert, bis einiges wieder wie neu war, innen drin, keine Runderneuerung, eine Innenradialkur.

    Die Zeit läuft mit jedem Jahr irgendwie etwas schneller und ich bin mir nicht sicher, ob das die Konsequenz einer neuen geänderten Betrachtungsform meiner Dinge ist oder einfach eine logische Alterungsentwicklung. Vielleicht wurde ja auch mein Verfallsdatum erneuert, hm, gefällt mir als Titel für ein Kapitel: eigenhändige kaltblütige Verfallsdatumsänderung durch Selbsthilfe.

    Praktisch gesehen, sind für mich Co und Alk die Randerscheinungen tiefer liegender, lange übersehener Spielzüge in meinem Leben. Es ist denkbar, das bei konsequentem Betrachten der Spielzüge, über die ein, zwei oder drei Züge hinaus, wenn ich also nicht oft einfach drauf los gestiefelt wäre, vieles anders sein könnte, aber wer weiß das wirklich. Tatsache bleibt, daß mir z. Zt. vieles auffällt, was ich früher nie so betrachtet habe.

    Mich, meine Frau, meine Kinder, mein Umfeld, meinen Beruf, meine Firma. Es steht alles da wie in Zeitlupe, vieles klar und deutlich, einiges noch verschwommen aber erkennbar, anderes in Wiederholungskopie, die Spielzüge erkennbar und darauf reagierbar, König und Dame sind nicht mehr köpfbar, nicht mehr kopflos, wir können im Zweifelsfalle mit uns immer ein Patt erwirken, es tut nicht mehr weh, auch wenn wir gelegentlich zusammen zucken. 24 Stunden beginnen immer jetzt und hier und dann wieder neu.

    Und sonst:
    Die Tage verfliegen, ich war wieder in Berlin, 6 Tage, kein Radau, keine Auseinandersetzung, fast normales harmonisches Leben. Heute, vor 2 Jahren war das anders, da hatte sie schon ihre Stands und unsere Spielfiguren wurden durcheinander gewürfelt. Meine Frau ist vorbildlich trocken, ich sehe immer neue Züge an ihr, bin gelassen, löse hier weiter alles auf, freue mich darauf bald ganz in der großen Stadt zu leben, habe so meine Schwierigkeiten mich und meinen Job in der jetzigen Konstellation unter einen Hut zu bekommen, aber das wird sich geben. Ich habe immer noch Differenzen mit mir zu akzeptieren, daß vieles anders tickt als ich das jetzt betrachte. Da aber alles funktioniert, irgendwie auch immer so funktioniert hat, kann die Welt ja nicht so falsch sein, nur weil ich plötzlich durch eine neue Brille sehe. Es gibt ja auch über dreißig Fernsehkanäle, die kann man nicht alle zusammen sehen, vielleicht will ich auch nur was hören oder lesen oder quatschen, wer weiß das schon. Da muß ich mal in die Tiefe gehen oder den Therapeuten ran lassen.

    Was ich mir regelmäßig ansehe ist das was hier abgeht, wie einige gehen, einige fliegen und wenige bleiben. Für mich ist das Forum kein „Muß“, es ist ein lebenswichtiges Auffangbecken meiner Gefühlslagen und manchmal, da bin ich eben in Schieflage und dann lese ich, wie in einem Buch, mich Euch und lerne, auch gerade, gerade dann. Meine Frau spricht nicht besonders gut über das Forum und wenn ich mich hierhin verdrücke kann sie ganz schön keifend werden, „bist du schon wieder in diesem Forum“. Ich weiß ja auch warum, sie kann diese Welt hier nicht greifen, aber daß ist ihre Sache.

    LG katlblut

    Hallo,

    es stellt sich bei mir eine spürbare Zufriedenheit ein, wenn die Aufforderung den Boden zu putzen nicht als Co, nicht als Druck, nicht als Aggressor aufkeimt, auch nicht am Ar… vorbei geht, sondern als ein Stück Alltäglichkeit Spaß macht, einfach so, auch wenn der Sinn nicht so wirklich sichtbar ist. Ich muss das nicht unbedingt zeigen, aber ich muss auch nicht alles sehen.

    LG kaltblut

    Hallo,

    gestern habe ich Königsberger Klopse gemacht, nicht frei nach Schnauze, richtig nach Kochbuch, erstmals, ich lerne, gut, ich habe was geschummelt, paar Pfefferkörner mit verkocht, hat aber keiner gemerkt,
    aber das Ei ist geronnen, die Sahne nicht umgegangen, nichts geklumt, einfach gut geschmeckt.

    LG kaltblut

    Hi Juliane,

    danke. An dem Tag, wo ich all meine Gedanken verstehen, aussprechen, anwenden kann, wo ich die Veränderungen bewußt sehe und erlebe, da werde ich ein Kerzchen anzünden, zum Gedächtnis.

    Ich werde das in einigen Jahren vielleicht erleben, aber Du hast recht, die Therapie meiner Frau hat mir auch vieles gezeigt. Das ich noch weit fort war, daß sie plötzlich auf einer ganz anderen Ebene war. Irgendwie war es auch schwer zu verstehen, daß für sie vieles Nebensache war, inklusiv ihr Mann, wo ich doch dachte mich schon so weit entwickelt zu haben. Trotzdem ist es ein schönes Gefühl zu erleben, wie ich oft an ihr wieder vorbeidüse, stehenbleibe, um überholt zu werden. Das möchte ich mir ins Gedächtnis rufen, den Spaß, die Freude, das Vergnügen, ganz gelassen, ohne Kraft und Anstrengung zu spüren wie schön das Leben zu zweit sein kann, auch wenn ich mal alleine bin.

    Dann zünde ich ein Kerzchen an oder zwei oder drei - mal sehen.

    Zitat von Juliane


    Folglich ist eine Entwöhnung verdammt schwer.

    Juliane, stimmt, das Schwierigste überhaupt, das Größte, Tollste, Beste, Firlefanz, nichts gegen das was unsere Partner schon hinter sich haben. Und was glaubst Du wie schwer mir das fällt, meinen Verstand zu ordnen. Juliane, unser Job ist es diese „Schwere“ in „die Leichtigkeit des Seins“ zu wandeln. Da mach ich mir gleich mal ein Halloweenkerzchen im Kopf an und werde Dir so oft auf die Füße latschen, bis Dir Flügel gewachsen sind. Schöne Vorstellung.

    @Hermann, danke für Deine Worte, ich habe mich heute beglückt, mit den Wahnsinnsklängen der Sarah Brightman. Da geht mir echt was den Rücken runter und ich wünschte, das wäre immer so in mir.

    @Melina, danke, dann mach Du jetzt mal, weißt Du ob es morgen schneit, regnet, wie stark der Wind wird? Die Leute heißen Metrolügen, weil sie scheinbar alles voraussagen können, dummerweise habe ich selten einen Schirm dabei, wenn ich ihn brauche, da wird es schon mal ziemlich naß.

    LG und schönes Wochenende kaltblut

    Zitat von Karotte

    Ich wollte auch darauf hinaus inwieweit deine Frau mit für deine Veränderung ausschlaggebend war, oder ob Ihr beide da ganz getrennte Wege gegangen seid. Ach man ist das schwer in Worte zu fassen...
    dieOrange

    Liebe Karotte,

    ich denke die schwierige Frage die Du stellen willst ist die, warum wir noch zusammen sind und was jeder dazu beigesteuert hat, ob da was zu steuern war oder eher steuerlos passierte. Ich versuche das mal zu gliedern:

    Es gab von Anfang an weder handfeste noch wirklich beleidigende und respektlose Auseinandersetzungen. Wäre es dazu gekommen, denke ich mal alles wäre anders verlaufen. Selbst was im Endstadium noch so losgelassen wurde, ist unbedeutend gegen das, was einige der hier Anwesenden erlebt haben.

    Meine Frau stand auf der Straße, wir zogen zusammen und mir war klar: bißchen Sport, eine Aufgabe, was Gas geben und das wird schon wieder. Hatte bei mir auch immer irgendwie geklappt.

    Wäre mir meine Frau egal gewesen, hätte ich mich anderweitig orientiert, was denkst Du denn, ich hätte mein Leben einfach alleine weiter geführt, Freunde hätten gerufen: Kalli, jetzt bist Du wieder der Alte. Durch die Erfahrungen hier und durch das bewußte Erleben aller Stadien meiner Frau, habe ich bei mir auch Dinge festgestellt, bin ich letztendlich trocken geworden. Also klare Antwort: keine Frau – nicht trocken, keine Frau – kein Co, keine Änderung. Als es für mich nur noch in eine Richtung ging, als ich abstinent war, wirklich trocken wurde ich erst viel später, stand meine Frau alleine da. Da habe ich sie auflaufen lassen, in aller Konsequenz, bewußt und rücksichtslos und sie hatte prompt einen Rückfall. Da fing es langsam an zu arbeiten. Sie machte Termine, gab sich volle Kanne die Pulle und ging in Entzug und LZT. Zu dem Zeitpunkt war ich wieder ganz weit weg von ihr, das ging bis zur Scheidungseinreichung. Meine Frau kann mir heute vorhalten, daß ihr das die Beine in der Therapie weggezogen hat, für mich war es das Ende eines Eiertanzes. Endlich wieder klare Linie und für sie hieß das: jetzt oder nie und sie hat sich für jetzt entschieden, sonst hätte die Natur die Situation von alleine gelöst.

    Es gibt direkte und indirekte Zusammenhänge. Je mehr wir uns entfernten, losließen, je mehr kamen wir wieder zusammen. Wir haben uns wohl nie richtig losgelassen, auch wenn wir dachten alleine zu sein. Ich denke aber auch, hätte ich da gesessen und wartend gehofft, ich säße immer noch wie ein nasser Pudel irgendwo und hätte ich mich anders entschieden, in eine andere Beziehung fallen lassen, vielleicht wäre ich glücklicher, zufriedener oder genau wieder da wo ich schon mal war, an einer ungelösten Stelle.

    Letztendlich haben wir uns trotz allen hin- und her füreinander entschieden, das zählt.

    Wenn Du jetzt auf eine klare Antwort hoffst, ob ich dazu beigetragen habe, daß meine Frau trocken wurde, daß wir noch verheiratet sind und daß ich einiges in mir erkannt und geändert habe, dann kann ich antworten: „sowohl als auch“.

    Ich glaube, daß war die affentittengeilste Erfahrung überhaupt: die eindeutige, klare Entscheidung zu treffen, alles nur noch radikal schwarz weiß zu sehen, klar zu definieren, zu strukturieren, um genau das als grau von oben gelassen zu betrachten, ohne sich festzulegen. Wenn Dir das gelegentlich gelingt, dann hast Du aus Pferdefuttermöhren leckeren natürlichen Karottensaft gezaubert und wenn Du den täglich trinkst, dann bist Du ein glücklicher und zufriedener Mensch.

    Ich weiß auch nicht, ob das irgend etwas mit Glauben oder Kultur zu tun hat, für mich ist das heute etwas Menschliches, was ich nie gelernt hatte, obwohl ich immer dachte menschlich zu sein.

    LG Kaltblut