Hallo Ihr Lieben, hallo sonnige Karotte,
für mich ist heute Fallenlassen, wie auf die Fresse fallen lassen und in den Poppes nochmals die spitzen Schuhe hinterher, erledigt, Türe zu, so wie ich das gelernt habe: Indianer kennen keinen Schmerz, Hand ins Feuer halten und wenn sie ab ist, ist sie ab, da muß man dann durch, Kruppstahl, deutsche Eiche und so Hirnverbranntes. Ich finde es leider nicht mehr, ich meine Klaro hat mich da einst ausgeklärt, vielleicht kann er es mit seinen Worten besser verständlich machen. Irgendwie ist Fallenlassen wie ein umgeschüttetes Glas Milch, was weg ist, ist weg.
Loslassen ist jetzt eher wie sowohl als auch. Da hatte ich gewaltige Verständigungsprobleme. Ich kann doch lieben, ohne daß man zusammen ist. Das ist dann eher so wie aus Möhren Karottensaft zu machen. Loslassen und weg um das Beste draus zu machen, für sich selbst. Ich habe das damals so verstanden, nur nicht umgesetzt, weil so etwas Gravierendes, das hieß bei mir: entweder Beziehung oder keine Beziehung, eine ausgesetzte Ehe bedeutete Scheidung.
Seinlassen das lernen wir hier, wir brauchen nicht die Hand auf die Platte zu legen, um zu spüren wie es brennt, nur oft bleibt das der einzige Weg. Ich weiß noch wie mein Kleiner ins Büro kommt und fragt was das für ein tolles Messer sei. Ich erkläre alles, er nimmt das Messer, sieht sich alles an, klappt es zusammen und hat den Finger auf der Schneidseite, ab ins Krankenhaus. Wie haben unendliche Stories von unseren Kids, aber als reife erfahrende Menschen noch laufend auf die heiße Platte zu langen? Irgendwie ist das wie ohne Höhepunkt keinen Tiefpunkt zu erfahren.
Zerrissene Jeans und rote Juppiturnschuhe, ich muß das nicht haben um mich wohl zufühlen, alles in der Tonne, Ärzte, in der Lifeaufzeichnung heißt es übrigens anders: wie ich wieder ausseh... Ich versuche mich gerade zu normalisieren. Es gibt aber Dinge, die wird meine Frau nie verstehen, da fehlt ihr was. Ich bin nach der Kinderpause 10 Jahre mit einem japanischen Kardantier unterwegs gewesen, dann kam die kleine rote Italobraut mit den zwei riesen Dingern und den offenen Tüten und ich war weg. Das war der Wahnsinn, aber sie war noch anfälliger als meine Frau, da mußte sie weg. Suzi hat mich dann wieder auf Fordermann gebracht, was ein Tier, 126Nm am Riemen, das war was. Meine jetzige ist wieder ein Zweizylinder, in Kunststoff gehüllt, unauffällig, erfolglos, leise, zahm, aber man kann da was Gewaltiges raus kitzeln. Das liegt jetzt nur an mir, ob ich gelassen meine Bahnen ziehe oder durchknalle und überkitzelt in Einzelteilen an einer Leitplanke klebe. Ich erlebe da gerade etwas ganz Neues, unglaublichen Spaß beim Fahren auf 2 Rädern, heute auch auf Einem (hihi), wie in meiner Ehe, daß ist dann irgendwie das Einlassen nach dem Seinlassen. Meine Frau und ich, wir sind zusammen gewachsen, nicht zusammengewachsen. Eins sein, verwachsen zu sein, große Liebe habe ich das mal genannt, beidseitig abhängig zu sein, sich ineinander fallen zu lasen, das hatte auch was, da geht ein Teil kaputt, wie Abflug, Leitplanke.
Heute war Sesseltag, Therapiestunde, den Monat Revue passieren lassen. Eigentlich habe ich 3 Dinge für mich festgehalten:
Daß das ganze Leben Veränderung bedeutet und manchmal habe ich mich festgebissen, z. B. an meiner Frau, bis hin zum Selbstbetrug, für den Anderen verantwortlich zu sein, da beginnt eine liebevolle Selbstlüge und wir geben uns dann noch viele Alibis und merken nicht, wie uns eine lange Nase wächst, die kommt in die Speichen, dann haben wir es wieder, Abflug, Leitplanke, kaputt. In Freiheit das Leben genießen heißt loslassen und dann kann die Liebe ganz ungezwungen zurückkommen, kann, muß ja nicht.
In dem Zusammenhang hatten wir noch was Anatomieunterricht. Ich finde die Äußerung interessant, daß bei den meisten gewöhnlichen Tieren, ein horizontales Gleichgewicht zwischen Hirn und Geschlechtsorganen besteht. Bei Pflanzen erfolgt die Befruchtung eher in der Krone, also in den Blüten und dann geht was ab in den Boden und gedeiht. Beim Menschen ist das umgedreht, da passiert was unten und der Kopf sitzt funktionsuntüchtig oben und oben kommt oft was aus dem Gleichgewicht. Dann geht auch unten nichts mehr, es sei denn, wir stellen uns auf den Kopf, das ist schwierig und dann geht eben viel am Popo. Da geht bei uns nichts, weil nichts mehr funktioniert, das ist doof. Da geht bei uns nichts mehr obwohl es funktioniert, das ist saudoof, irgendwie tierisch, so was Unnatürliches gibt es in der Natur nicht. Da bin ich irgendwo wieder im Hirn, natürliche Zufriedenheit beginnt im Kopf, auch die Liebe, in dem wir loslassen und alles wieder an seinen richtigen Platz wandern lassen. Ich glaube bei den fleischfressenden Dinos war das auch so wie bei uns, die sind dann ausgestorben, die Natur regelt das alles.
Dann haben wir noch was über meine momentanen Sichtweisen gesprochen. Wenn ich jetzt Dinge bei meiner Frau sehe, bei mir, in meiner Firma, in Konzernen, Strukturen und Fehlhandlungen erkenne, auch meine ganzen Jahre und wenn ich mich jetzt wieder mit meinem Umfeld in Einklang bringen will, dann ist das ganz einfach: glücklich und zufrieden sein, so wie es jetzt ist, mit mir. Wenn andere, Freunde, Kunden, Firmen, Konzerne, was auch immer anders sind, ist das deren Sache, ich habe mich freigelegt zu einer glücklichen Zufriedenheit, ich bin meine Goldader und die wächst aus der Gelassenheit. Das stimme ich jetzt noch was auf laufende Veränderungen und meine Gelassenheit ab, dann stimmt es wieder und alles fließt in die richtige Richtung, ja, klar, da kommt auch schon mal Granit, die Bohrer werden stumpf, brechen ab oder was weiß denn ich, vielleicht läuft mal einer mit ner Leitplanke über die Straße und genau dann komme ich da an. Heute ist alles OK, morgen sehen wir mal.
LG Kaltblut